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13.3.1911 Erstes Blatt
 
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161. Zahrgang

Erstes Blatt

General-Anzeiger für Oberheffen

Nr. 61 Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 15. Mrz M

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Aernfpted)-^nf<f)(uf e . WF oolittschen Teil August

MMW General-Anzeiger für Oberheffen

Annahme von Anzeigen Rotationsbrud und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteindruderei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. -E.Heb; O,ur den

6 üorn?üta^nTunf)n Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschafl5stelle Sahnhofstrahe 16a. -Urze.qenle.l-, a Beck.

Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.

Dar Hiefenbuöget der englischen Flotte.

Daß sich England bei seiner insularen Lage und seiner- militärischen Schwäche zu Lande vor einem fremden Einfall nur dann schützen kann, wenn es durch eine starke Flotte Den atlantischen Ozean, sowie die Nordsee beherrscht, liegt ebenso auf der Hand, wie die Tatsache, daß es zum Schutze seines Handels eine starke Flotte nötig hat, will es seine Interessen in überseeischen Gebieten wirkungsvoll verteidigen und in Bezug auf das Mutterland verhüten, daß diesem im Halle eines Krieges die Zufuhr namentlich von Getreide und Fleisch, auf die es durchaus angewiesen ist, abgcschnitten wird. Und wenn man in England hinsichtlich der Bemessung der Flottenstärke davon ausgeht, daß die englische Flotte ebenso stark fein muß, wie die Flotten der beiden nächst- siärksten Seemächte zusammen, um an der Herrschaft Groß­britanniens über die Meere festhallen zu können, so ist dieser Zweimächtestandpunkt" wohl berechtigt. Daß man dabei nicht nur Europa in Betracht zieht, sondern auch Asien und Amerika, ist ebenfalls durchaus verständlich. Denn da die englischen Interessen Weltinteressen sind und die internationale europäische Politik heute mehr denn je geneigt ist, auch über- ieeische Fragen in ihren Bereich zu ziehen, so hat England unter Umständen mit einer ihm feindlichen Kombination von europäischen und außereuropäischen Mächten zu rechnen.

Diese Erwägungen hat England dem Ausbau seiner Flotte in den letzten Jahren ständig zu Grunde gelegt und o das Flottenübergewicht, das es bereits seit geraumer Zeit besaß, weiter erhöht. Das geht zur Genüge aus einer Statistik von Ende vorigen JahreS hervor, die nicht die Anzahl der Schiffe, sondern sehr verständigerweise einmal die Anzahl der Dcplazementstonncn berücksichtigt. Danach hatte England fertig und im Bau 2 175 838 t, Deutschland 963 845 t, die Vereinigten Staaten 824 162 t, Frankreich 725 231 t, Japan, 493 671 t, Rußland 401 463 t, Italien 327 059 t und Oestreich-Ungarn 209 899 t. Der Zwei- mächtcstaudpunkt war also, da Deutschland und die Ver­einigten Staaten Ende 1910 666 035 t bezw. 717 702 t fertig hatten, England aber 1 859 168 t, nicht nur gewahrt, ntin, die maritime Ueberlegenheit Englands hatte durch die tu Bau begriffenen Schiffe noch eine weitere Verstärkung erfahren, so daß man hätte annehmen können, England nürde nun sein Uebergewicht endlich einmal als ausreichend erachten.

Und dieser Gedanke lag deshalb nahe, weil England in einem Kriegsfälle mit dem Dreibund, an den ja wohl in rster Linie zu denken war, Ende 1910 nicht nur die fran- zösstche, russische, japanische, sondern auch die spanische und portugisische Flotte auf seiner Seite gehabt hätte, während Deutschland nur auf die kleine österreich-ungarische und die im Ausbau befindliche schwache türkische zählen konnte, da Italien gegen England schwerlich mit von der Partie ge­wesen wäre. Nun haben sich allerdings inzwischen die Ver­hältnisse derart geändert, daß England nach den Potsdamer Abmachungen nicht mehr auf die russische Flotte rechnen kann, daß die österreichisch-ungarische Flotte eine namhafte Verstärkung erfährt, und daß Italien, welches ebenfalls an der weiteren Ausgestaltung seiner Flotte arbeitet, heute, nachdem es einen Teil seiner Mißhelligkeiten mit Oesterreich- Ungarn geschlichtet hat, treuer zum Dreibund steht, als in

den vergangenen Jahren. Doch fallen diese Momente des­halb wenig ins Gewicht, weil auf der einen Seite von diesem Jahre ab eine Verminderung in den deutschen Flottenrüstungen eintritt, während auf der anderen Seite Frankreich eine Vermehrung seiner Flottenbauten vornimmt und die englische Seemacht durch die Kolonialflotte eine namhafte Verstärkung erfährt.

Eine wirkliche Notwendigkeit für England, seine Flotte noch weiter zu verstärken, lag also nicht vor. Und wenn das dieser Tage veröffentlichte Flottenbudget für 1911/12, das sich auf fast 900 Millionen Mark beziffert und dem Vorjahre gegenüber ein Mehr von fast 76 Millionen Mark aufweist, die ersten Raten für 5 Ueber-Dreadnoughts, 3 ge­schützte, 1 ungeschützten Kreuzer, 20 Torpedobootszerstörer, 6 Unterseeboote, 2 Flußkanonenboote, mehrere Werkstätten­schiffe und 1 Hospitalschiff vorsieht und außerdem eine Ver­mehrung des Marinepersonals um 3000 Mann fordert, so liegt das nicht daran, daß die englische Regierung vor et­waigen auswärtigen Verwicklungen in Sorge wäre oder gar an einen deutschen Einfall dächte, sondern nur daran, daß sie aus innerpolitischen Gründen der Stimmung des eng­lischen Volkes Rechnung tragen muß. Inwieweit diese Rück­sichtnahme Deutschland veranlassen kann, bei der Ausstellung seines neuen Flottenbauvrogramms diese neue Verschiebung der maritimen Machwerhälttstsse zu beachten, mag hier nn- erörtert bleiben. Unser Reichsmarineamt wird jedenfalls das Seinige tun, einer etwaigen englischen Gefahr zu be- gegnen, und mit Recht würden wir es uns dann verbitten können, wenn England sich etwa mit der Verstärkung der deutschen Flotte in feindlichem Sinne beschäftigen wollte. Denn wie England mit den Dreadnoughts den Anfang machte und so Deutschland veranlaßte, ihm nachzufolgen, so fällt auch die voraussichtlich bevorstehende Vergrößerung der deutschen Flotte lediglich den jetzigen Flottenrüstungen Eng­lands zur Last.

Und daran ändert auch nichts die Tatsache, daß die eng­lische Regierung int Grunde aus innerpolitischen Rücksichten gezwungen ist, dem Parlament dieses Riesenbudget vorzu­legen, nachdem vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 bereits 1 Schlachtschiff, 1 Panzerkreuzer, 5 geschützte und 1 ungeschützter Kreuzer, sow'.e 28 Torpedoboot-z-rstörer und 3 Unterseeboote fertiggestellt waren und vom 1. April 1911 an im Bau sein weiden: 10 Schlachtschiffe, 3 Panzerkreuzer, 7 geschützte und 3 ungeschützte Kreuzer, sowie 32 Torpedo- bootszcrstörer und 12 Unterseeboote. Denn mag auch Asquith und sein Kabinett durch die Flottenagitation eines Beresford, Balfour und Eurzon noch so sehr dazu gedrängt werden, die. Flotte fortwährend und in dieser Weise zu vermehren, wenn er bei der Stimmung des englischen Volkes, dem ja nun einmal die Furcht vor dem Verlust der Herrschaft über das Meer in den Gliedern steckt, nicht um den Bestand seines Kabinetts zittern will: von dem Vorwurf wird sich die jetzige liberale Regierung, mag sie auch die Wünsche der konser­vativen Flottenenthusiasten nur zum Teil erfüllen, nicht weiß waschen können, daß ihre Flottenpolitik in Deutschland Be­unruhigung Hervorrufen muß, weil sie damit einem späteren konservativen Kabinett die Machtmittel für eine aggresstve Politik in die Hand gibt. Heute, wo England infolge der Verfassungsreform genug mit sich selbst zu tun hat, dürsten ja menschlichem Ermeffen nach, falls nicht die Bagdadbahn­frage dazu Anlaß gibt, ernsthafte Streitigkeiten mit Deutsch­land ausgeschlossen sein. Daß man aber, nachdem das

englische Flottenbudget vorliegt, noch an Abrüstungsverstän­digungen denken kann, erscheint unmöglich, und deshalb wird man auch in Deutschland nicht anders können, als die jetzige englische Floltenverstärkung gebührend zu beantworten Ein liberales Ministerium in England mag an sich den Völker­frieden bedeuten, aber es gilt auch für den Fall gerüstet zu sein, daß einmal die Konservativen anS Ruder gelangen, die, wie sie heute sind, absolut keine Gewähr für die Auf­rechterhaltung guter Beziehungen zwischen England und Deutschland bieten. _________________________

vor der Stichwahl.

In einer Vorstandssitzung der nationalliberalen Partei in Gießen hat es am Samstag lleberraschungen gegeben. Mit 11 gegen 3 Stimmen wurde zur bevor­stehenden Stichwahl Stimmenfreigabe be­schlossen. Tie Herren Kaufmann, Luley und Kraus- mütter legten danach ihre Borstandsämter nieder. In der Presse wird die Lage ziemlich übereinstimmend so beurteilt, daß bei der Stichwahl mit großer Wahrscheinlichkeit der Sieg des Sozialdemokraten zu erwarten sei. Die der Kan^ didatnr Werner nahestehenden Kreise und Zeitungen ver­treten hingegen die Meinung, viele Wähler des fortschritt-> liehen Kandidaten auf bent Lande würden denGe­nossen" Beckmann nicht wählen, denn Herr Korelt habe immerhin die Schutzzollparole ausgegeben. Wir halten da­für, daß nationalgesinnte Männer unter allen Umständen die Pflicht haben, nach Möglichkeit die Wahl des Sozial­demokraten zu verhindern und demgemäß bei der Stiche wähl für D r. Werner einzutreten.

Tie Stichwahl ist auf Dienstag, 21. März, feftget setzst. Die amtl. Bekanntgabe des Stichwahlterinrns erfolgt morgen Dienstag, cm welchem Tage auch die crmtl. Feststes lang des Wahlergebnisses erfolgt. Die genaue -Ziffer der bei dieser Wahl Stimmberechtigten steht auch heute noch nicht fest, und manche statistische Ausrechnung, bie in der Press« erfdrienen ist, entbehrt der sicheren Grundlage.

Ein nationalllberaler Führer sendet uns folgende Zuschrift zum Abdruck:

Aus unserer Stadt und aus Orten der verschiedenem Gegenden unsere? Wahlkreises sind dem Natianalliberalen Verein mündlich und schriftlich Nachrichten zugegangen, die besagen, daß zahlreiche Wähler, die für unseren Kandidatin Prof. GiseviuS stimmen wollten, in letzter Stunde für Dr, Werner, bezw. für Pfarrer Korell gestimmt Haden, weil sie infolge der Ausstreuungen unserer Gegner von links und rechts sich zu der Meinung verleiten ließen, unsere Kandidatur sei nur eine Zählkandidatur. So traten die einen für Dr. Werner ein, um zu verhindern, daß Pfarrer Korell in die Stichwahl lamme, die anderen für Pfarrer Karell, damit Dr. Werner ausscheide. Auf diese Weise sind beiden Herren zweifellos in allen Orten viele Stimmen zugefallen, die für GiseviuS abgegeben worden wären. Die national- liberale Partei ist der oben genannten gegnerischen Taktik nicht mit genügender Energie entgegenaetreten.

Wer sich also ein wahres Bild von der Stimmung iw Wahlkreise machen will, darf sich nicht an das Stimmen­ergebnis allein halten, muß vielmehr die obige un­bestreitbare Tatsache in Betracht ziehen. £)a§ vor­liegende Beispiel ist wieder ein Beleg für die vielfache Un­sicherheit der Statistik, ober auch eine Tatsache dafür, daß im scharfen Kampfe der unten hin kommt, der zu rücksichts­voll ist, wenn die Gegner alle Minen springen lassen.

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Gictzcncr Stadtthenter.

Hoffmanns Erzählungen.

Bon I. Offenbach.

"Gesamtgttstspiel des Groß!). Honhetters und der Hofmusik zu Darmstadt.)

Verspätet.! Gießen, 10. März 1911.

Adolf Bartels sagt linmal irgendwo von E. T. A. Hoss- mann: die anderen Romantiker träumen ihre Geschichten, Hoff' mann lebt sie. Dasselbe Gefühl, die Enipfindung von der auf einer unendlich anschaulichen, lebensvollen Darstellung beruhenden Wirklichkeit der Gestaltete und Gestaltungen dieses phantasiemäch- ligsteu genialen Romantikers mag auch den Franzosen Jules 'Barbier und den Deutsch-Pariser Jacgues -Offetwach ergriffen haben, als sie es unternahmen, ibn seine Geschickten wirklichleben" w lassen, aus Wahrheit und Tichtmig Leben imd Lcbenswerk des Dickuers in einem Zyklus von Einzelausschnitten auf die Bühne zu (teilen und musikalisch zu illustrieren. So entstand ein litcratur- nne musikgeschichtlich eigenartiges Werk von köstlichem Reiz und wohl unverwüstlich,er Wirkung. Und wenn es dazu beigetragen hat, in den letzten Jahren (eil es die deutschen Bühnen erobert hat die Kenntnis und das Berständnis des Dichters E. T. A. Hoff­mann auf dem Umweg über Frankreich auch in Deutschland zu moeitern ober eigentlich überhaupt erst zu wecken, so ist auch dies ein erfreulichen Nebenerfolg.

Das Uebersinnliche, Gespenster, Tod und Teufel, allerlei seit 'am erfundene Fabelwesen, mit unglaublicher Realistik hingestellt, meist von unheimlicher und Grauen erregen bet Wirkung, bisweilen auch von frcunblidxTcr Art, ziehen ifd) durch alle seine Werke; ^vielen mit von einer barocken PhaMasie eingegebenen Einfällen, humoristisch bald, bald von erschüttnndn Tragik, gibt ihnen ihr Geprägt. Die Oper gebt hiervon aus: der Teufel, in den ver­miedenen Gestalten des Coppelius, Dapertutto und Doktor Mirakel, büdei neben Hoffmann selbst das verbindende Glied zlvischcn den 7 Bildern, die aus Hoffmanns Leben vor uns aufgerollt werden, Bildern, die doch schließlich nur einen Gegenstand haben, bas Weib; dreimal hat Hoffmann geliebt, dreimal wurde ihm die 7-tebe zum Verhängnis, zu Sport, Qual und Tod, und jedesmal Ms der Teufel, der die Hand im Spiel hat, der ihm Leben vor- Euicht im seelenlosen Automaten und sein Werk, den Gegenstand von Holfinamts Liebe, im Augenblick der höchsten Ekstase zer­

bricht: der ihm Liebe zur herzlosen Courtisane ernflößt unb ihm den Degen in die Hand druckt, mit dem er den Nebenbuhler er­sticht, um vor der Wack^ dann entfliehen zu müssen, während die Geliebte in den AlMicn eines anderen in der Gondel unter den Klängen der Barearole an ihm vorüberfährt; der ihm schließlich die schwindsüchtige Arrtonin durch den Tod entreißt, in den er sie getrieben. (§o verstehen wir, wie Hoffmann in einem zügel­losen Leben, im Trunk mit jungen, ihm weit unterlegenen Gesellen Vergessen sucht, das er dock nie findet; so zeigt ihn uns der Erngang und die Schlus-izene der Qpcr, die damit den Rahmen für die 3 Schicksalsbilder rbgeben: sie stellen zugleich Hofstnanns Leben im Ausschnitt wirtlich dar, während die 3 Bilder im wesent­lichen seinen Dichtungen entnommen sind.

Das im Original vielleicht Grauffgste, die Liebe zum Auto- nralrn, ist in der Oper stark abgeschwäck)t und wirkt eigentlich mehr bizarr komisch wie uicheimlick. Tiefer geht schon der 2. Akt, in dem das Eingreifen des Dämonischen mehr in. Erscheinung tritt und die Dissonanzen schneidender sind. Am stärksten, unHeim- lichsten wirkt der 3. Akt; die Erscheinung des Teufels, die Be- schwörungsszene, der Gesang des Bildes der Mutter, der Tod ter menschlich so inmvhati'chen, rührenden Antonia nach dem roraufgegangenen sch-weren stampfe zwischen der Liebe zur Kunst und zum Geliebten, alles wirkt zusammen zu einem wirklich echt Hossmanuschen Bild von gewaltigem Eindruck.' Die Verwässerung tieies Eindrucks durch die Einfügung der Possenfignr des alten Dieners Franz ist bedauerlich:, in den beiden ersten Atten, als Eock-enille und Pitichinaccio, ist diese komische Figur besser am Plage.

Dste Musik, die Offenbach zu den Bildern geschrieben bat, iw durchweg schön und stimmungsvoll; einige Stücke daraus, wie die Barearole, das Liebeslied der Antonia, einige Walzer usw., sind ja berühmt geworden und teils schon fast etwas abgeleiert. Sehr flott un5 irisch ist die Muiik zu den Trinkszenen, durchaus realistisch die Motirierung und Illusttienmg des Teufels im Dr. Mirakel.

Die heutige Aufführung durch die ^Darmstädter war ganz vor­züglich und stellt der Spielleitung wie allen Beteiligten ein glän­zendes Zeugnis aus. Bühnenbilder von überraschender S<tz)nhett und Stilechtheit, ungezwungene Bewegungen und Zusammenspiel des Chors, namentlich in der Kellerizene, und gute gesangliche Leistungen, durch die sich ja der Darmstädter Chor stets ausge­zeichnet hat; die Solisten fast burdiroeg auf der Höhe ihrer Aus­gaben; das Orchester wie hier nock) fast stets vorzüglich; alles

zusammen ließ eine prächtige Aufführung entstehen, die den dies- jähwigcn Zyklus hochbcffriedigend abschloß. Von den Solisten sei besonders genannt Herr Hacker als Hoffmann, der vielleiM Vier und da ein klein wenig freier hätte spielen dürfen, gesanglich aber ieljr gut war: Fräul. Howard, die im Spiel wie Gesang ebenso wie Frau Speiser-Suchaucck ausgezeichnetes leistete; vor^ züglich führte letztere namentlich die überaus schwierige Rolle des Automaten durch: ferner Fräul. von Sugh, Herr Weber, Herr de Leeuwe n. a. Namentlich aber sei des wunderbaren Gesangs von Fräul. Geyersbach int letzten Akt gebadet, die eine Verkörperung der Antonia gab, wie sie besser nicht gedacht nwrden kann. Das Publikum folgte mit immer gesteigertem 'Interesse der Ausführung und zollte den Darstellern und der Musik reichert Bestall.

Es war ein schöner Abend, für den wir allen, die es angdfa namentlich auch dem Theaterverein, von Herzeit dankbar sind. Vivant seguentes! m.

Vor gut besuchtem Hause fand am Sonntag abend eine gute Vorstellung des alten, aber immer gern gesehenen Voltsstückes 'Kein Leopold statt, die lebhaften Beifall faniY Hermann Norden spielte den Weigelt mit humorvoller Gute und er- greifenden Herzanstönen. Mit seiner Einlage Die Berliner Sprache sand er jubelnde Zuhörer. Lissy Heger mann war eine tem* peramentvolle Emma, deren Lieder freudigen Bestall errangen. Fesch und flott war Charlotte H i l V_aU Dienstmädchen, Rudolf Goll war ein famoser Werkführer Starke, Friedrich Timt an ein lustiger Navierlehrcr. Sehr gut war Rudolf Gu nölt als Schwalbach. Von den übrigen sind noch Olga Rietzschmann iClara., Karl Marr Leopold^ und Otto Schwarz Mtlichi zu erwähnen. Die Musik stellte die hiesige RegimentskapellL unter Fritz Hollfelds Leitung. h.

r d i e Große Berliner Kunstausstellung 19 11 ist eine Ausstellung monumentaler Malerei in Vorbereitung. An dieser Ausstellung wird schon sei. etwa einem! Jahr gearbeitet. Wie die grämte diesjährige Kuisttausstcllung, wird auch diese Sonderabteilimg ausschließlich deutschen Charakter tragen. Nach dcm B. T. B. wird geplant. Die .''.artoitil und großen Entwürfe nicht wie bisher in Rahmungen auf die Wand zu hängen, sondern es soll die Täuschung hernargeruTat werden, als ob bie Bilder direkt auf die Wand gemalt seien, Dst: