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21/10/1911 Drittes Blatt
 
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161. Jahrgang

Drittes Blatt

fcrWttti ttchttch mtt Ausnahme des Sonntags.

Bernhard.

fierin werden

zu haben

sstellunp

Ehelicher Zwist!

Fran:

Mann:

fein!

Fraueir-Feinlleton

. Auf unserer t erschienenen reffen, und die

Werner Breuer nur allein Macht den Kaffee wirklich

Was soll das ewige Raisonieren

Was tut am Kaffee dich genieren? Kaffee, wie ich gern ihn mochte, Der ist wie ihn die Mutter kochte, Die ihn stets bereitet hat

Mit Werner Breuer Surrogat

einem gewissen Mißtrauen _

(Lar manche Blätter rechtfertigen durch schmutzige censations- macherei, durch pöbelhafte, nicht um der Lache, sondern um des öffentlichen Aufsehens willen unternommene Polemik und andere publizistische Lasier diese Plißachtung; die Journalisten bilden eben noch keinen geschlossenen Stand, der jedem Schmierfink einfach den Ltubl vor die Tür setzen konnte. Um so mehr haben die ehren- werieu Jourualisien Anlab, aus unbcduigte Sauberkeit in ihren Reihen zu achten. Tab dieses Bestreben nicht ohne Erfolg ijt,

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einigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühTsche Univ.-Druckend.

sind. (Ls hat da aber eine Aeußerung eines ihrer Gegner, des konservativen Kjell en, den Frauen unfreiroülig genützt; er er- Härte nämlich, die Bäuerinnen täten besser, zur Kirche zu gehen, als sich mit Politik und Zeitungslektüre zu beschäftigen uni) das jebeint ein Teil der Frauen vom Lande übel vermerkt ju haben. Fräulein (Lariberg, die sich besonders der Agitation in den Fischer­dörfern angenommen bet, ist durch die An Mengungen, die sie sich dabei zumutele, aufs Lbrankenlager geworfen worden.

kf. (Line stürmische Frauenversammlung hat tot einiger Zeit in Brooklyn stattgesunden. (Line gelehrte Dame hielt vor einer Versammlung der vornehmsten Frauen Brooklyns eine Rede, deren Gegenstand sich schließlich zu der Frage zuspitzte, ob die Männer oder die Frauen schöner seien. Die Krimerin bekannte sich offen zu der Ansicht, die Männer seien bei wertem schöner. Wie alle Künstler wüßten, so erklärte sie, sei die männ­liche Gestalt harmonisch, tue weibliche dagegen unharmonisch. Wie man sich denken kann, blieben die schönen Zuhörerinnen hierbei nickt still, sondern fingen an kaut zu murren, aber die Rednerin ließ sich dadurch nicht einschüchtem, sondern fügte hinzu, genau das gleiche Ergebnis hätten an allen amerikanischen Universi­täten dre Messungen von Studenten und Studentinnen ergeben. So sicher wie zwei mal zwei vier sei, näherten sich danach die jungen Männer dem menschlichen Schönheitsideale bei toeüem mehr als die jungen Mädchen. Hiernach brach ein großes Ge­töse des Unmuts aus, viellercht besonders deshalb, weil b<e Red­nerin nun gar die Mathematik zum Beweise herangezogen Hane, und als sie schließlich nachdrücklich erklärte:Wenn wir die heutige Frau mit der medizäischen Venus oder der von Milo vergleichen, sehen wir sogleich, wie sich der Frauenkörper ver­schlechtert hat", zwang sie der entstehende Lärm zum Schweigen. Rach einiger Zeit fuhr sie fort:Seit den Tagen der Griechen hat der männliche Mörber feine idealen Verhältnisse beibehalten, die Frauen aber haben ihre Schönheit eingebüßt, und dies dank dem Korsett, den hohen Absätzen, den Röcken, den Kragen usw.". Man sollte nun meinen, hiermit hätte sie Oel ins Feuer ge­gossen, aber merkwürdigerweise wirkten ihre Worte beruhigend, wie Lei auf die aufgeregten Meereswogen und mit einem Schlage hatte jie die Zuhörerschaft auf ihrer Settel

Die Hete|tner L««iUendlSNer" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich deigelegl, das Kretiblatl für bei Kreis «letzen" zweimal 'wöchentlich. Dier-ndwlrtschastlichen 3dl- trage«" erscheinen monatlich zweimal.

Samstag, 2H Oktober 19fl

Rotationsdruck und Verlag der Brüdk>hen UnwersnätS - Buch- und Steindruckerei.

9L Lange, Gießen.

vüchertifch.

Ter Winter", die im Verlag der Deutschen Alpen- zeitung in München erscheinende illustrierte Zeitschrift, das amt­liche Blatt der großen Skiverbänd.-. hat soeben die Nummer i seines VI. Jahrganges herausgegcben. Eingeleitel durch einen interessanten Aufsatz überWinter und Wintersport ui der Kunst von Tr. Hans Schmidkunz, bietet uns diese Nummer noch einen reich illustrierten AufsatzSkihfttorisches" von Dr. Görbing, in dem die älteste Quelle über den Skilauf, Cloud Magnus, behandelt ist, sowie eine lesenswerte Arbeit über dieSkiHütte der luu- uerjität Wien" mit entsprechenden Bildbeigaben. Eine Heb mufft über dieEntwicklung des SlilaufS in Italien" aus der Feder Roegner's-Neapel. der Bericht über den österreichischen önfongreff, owie die vollständigen, neuen Eishvelenregeln, die hier zum ersten­mal im Truck erscheinen, sind weiterhin erwähnenswert. Wie in jeder Nummer, so schließen auch in dieser zahlreickje, intere,laute Nachrichten aus dem Gebiete des Skilaufs, Eislaufs, Schlittensports dieses abwechslungsreiche, schöne £>eft. Wie man sieht, kommen in dieser reichhaltigen Zeitschrift alle Zweiae des Winterstwr^ gebührend zur Geltung. Ter 26 Hefte umfas,ende reich illustrierte Jahrgang, der in der Hauptsaison in Wochen heften auSgegeben wird.' kostet 5 Mark. Probehefte können jederzeit kostenlos vom Berlage oder durch den Schitlub Wintersport in Gießen bezogen werden.

Redaktion. Expedition und Druckerei: 6dnde straße 7. Erpedinon und Verlag: Redaktion:e^ll2. Tel.-Mr.:AnzeieerGieden.

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Winters ihre Wohnung hatten. Mädchen, Kinder und Frauen stehen dann wohl an den Haustüren, beobachten die An löminlinge und rufen, wenn sie die alten Bekannten sehen, fröhlich aus:Da sind unsere, da sind euere Gänse!"

Wenn nun der Winter vorüber ist und der Frühling mit Macht heranrückt, dann machen sich die w Iden Gänse wieder zur Rückkehr in ihre nordische Heimat fertig Wenn die Märzveilchen hie und da an geschützten Stellen schon blühen ititb die wilden Gänse in Schwärmen hoch über uns dahinziehen, datiti sagt alle Welt:Fetzt hat der Winter ein Ende, jetzt kommt der Frühling" Tie wilden Gänse ziehen nun umgekehrt, von Süden nach Norden, um in den schilfreichen, stehenden Gewässern, welche sich dort luc t hin erstrecken, ihre Eier zu legen und zu brüten. Im Fe bruar und März legt das Weibchen in Sümpfe und Ge­sträuche 9 bis 12 Eier, die in Farbe und Größe denen unserer zahmen Gänse gleich sind. Tas Bebrüten dauert vier Wochen. Kaum sind die Jungen dem Ei entschlüpft, jo nehmen sie auch schon das Futter ihrer Eltern an, lassen sich aufs Wasser führe» und kommen dann des Nachts, ehe sie noch flügge werden, aus den Teichen und Bächen und wissen bald den Weg in die Korn-, Weizen- und Hafer selber zu finden. Hier treten sie ebensoviel nieder, als sie abfressen. Tiefen Getreidefeldern bleiben sie, auch wenn sie flügge geworden sind, so lange gefährlich, bis^ der Schnitter kommt und die Halme niedermäht. Bei der Stiche nach Nahrung zeigt sich die Wildgans, und die Jungen lernen's von den Alten, äußerst scheu, mißtrauisch und listig. Dies ergibt sich schon daraus, daß sie größtenteils nur nachts auf Nahrung ausgehen, daß sie sich nicht eher zum Fressen niederlassen, als bis Schildwachen ausgestellt sind, die durch ihr scharfes Gesicht und durch ihren feinen Geruch alles wittern, bei nahender Gefahr sofort ein Geschrei erheben, auffliegen und die .Herde nachlocken. Die lebendig g.fangc nen jungen Gänse kann man zähmen und zur Zucht behalten oder sie' zum iritchenbedarf schlachten. Ihr Fleisch ist recht angenehm, das der alten jedoch hart und zähe.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefjen

Zur Ncbcrwinterung unserer Zimmergcwächsc.

Es gibt mir wenige Hausfrauen, die nicht darüber zu Hagen hätten, daß ihnen während des Winters ein Teil ihrer "turnen lumtommt. Es wird aber auch gar zu willkürlich und unbdmdit mit den zarten Sri übern Floras verfahren! Es gibt Gewackue. die im Sommer zurzeit üppigster Entwicklung zwanzig-, dreißig mal so viel Wasser nötig haben, als int Winter, wo ihre Vegc la.ion ruht. Statt daß nun diesem Umstande Rechnung getragen wird, wirb die arme Pflanze im Sommer vielleicht nur einmal des Tags begossen wo sic mindestens zweimal dewaftert werben müßten während sie im Winter alle drei Tage Waftcr erhalt wo sie dock vielleicht nur alle zwei Wochen bewäftert zu nxrden braucht. Im Sommer erhalten die Stubenpflanzen gewöhnlich zu wenig oder doch zu unregelmäßig, im Winter dagegen viel zu viel Wasser! Hierdurch kommt in 9 unter 10 Fällen, baß die Uebcrnnnterung der Gewächse vielen Blumenfreunden als eine Art Kunststück" erscheint. Ten meisten Liebhabern will cs durch­aus nickt ui den Kopf, baß Pflanzen, denen die kalte Jahreszett die Ziuhezcit bedeutet, so viel wie keine Nahrung benötigen gleich öem Menschen, der schläft?). Je mehr Blumen umfommen, gerade desto mehr wirb eben gegossen, so baß notgedrungen die Ette versauern, die Pflanze unter Einwirkung des ansetzenden Schimmels verfaulen muß. Verschiedene Kaktusarten bedürfen im Winter mir eine einmalige Befeuchtung. Wurden sie beispielsweift zur Zeit des allgemeinen Blätterfalls begossen, so genügt es voll­kommen, wenn man üc Ende Januar ein wenig bewäftert, um dann int "ekpril mit dem Begießen wieder fortzufahren Andere Pflanzen bleiben gut erhalten, wenn man sie monatlich einmal -begießt. Wieder andere nehmen mit vierzehntägiger Befeuchtung vorlieb. Gewächse aber, die im Winter wöchentlich einmal oder in noch kürzeren Zwischenräumen bewässert werden, sind jedenfalls olcbe, de ihren Wackjstnm während der kalten Jahreszett nicht tanz einstellen ober die gerade im Winter Blätter, Blüten ent­wickeln wie beispielsweise die Kamelie). Die beste Vorkehrung zur Uebenviiitcruna der Stubenpflanzen besteht in einem treppen- "örmigcii Aufsatz Stellage) von Holz, die au das sonnenreichste

Deiucift der Umstand, daß Prozesse, wie der oben erwähnte, doch scttenc Ausnahmen sind, und daß auch hinter den Kulissen lange nicht so viel qemanlcht wird, wie mancher superkluge Laie an nimmt. Um jede Mißdeutung zu vermeiden, richtet sich die gute treffe nach iolgenben Grundsätzen, die einige vor Gericht ver­nommene Sachverständige entwickelten. Em Börsen,ournalist darf durchaus nicht in irgendwelche Abhängigkeit zu Instituten geraten, die seiner Kritik unterliegen sollen, andernfalls ist er zur Ausübung feine« Berufs unfähig. ES ist nnzuläsjig, daß em Handels,ournalist einer Bank ans irgendeinem Grunde Geld schuldet, ebenso umu- lähig ist eine Konsortialbeteiligung. Unter feinen Umständen darf Oer Journalist Vergütungen auch für an sich gerechtfertigte Notizen annebmen, oder - daS ist besonders wichtig gegen Entgelt Hibeit für Gesellschaften leisten, über die er im Handelsteil zu fvreeben bat. Tiefe Grundsätze stehen nicht bloß auf dem Papier, ne sind jedem anständigen Journalisten so selbstverNändlich, wie eS einem Richter selbitverstäudlich «st, von den Parteien feine Trink­gelder c nzuftecken. Eine Sache für sich ist die unsaubere, fast einer iPressung gleichkommeude Anzeigenjagd des Privalbeflagten, der nicht nur Redakteur, sondern auch Herausgeber seiner Zeitung war. K-elegentlid) des Prozesses BruhnS »st diese Seite deS Zettimgs- uulernehmenS so ausführlich unb nnz'veideutig besprochen worden, daß wir darauf verzichten tonnen, jetzt wieder darauf einzugehen. Ter Anzeigen- unb der redaktionelle Teil sind zwei -Lmge, die streng getrennt bleiben müssen."

ff. D i c Frauen bei den schwedisch en Wahlen. Bei den jüngsten Neuwahlen zum schwedischen Reich-tOAe, die zu einem Wechsel der Regierung geführt haben, haben schwebens Frauen eine sehr erhebliche Rolle gespielt. Sie stehen im .stamme um die Erlangung des allgemeinen Frauenstimmrechtes, das ihre nordischen Schwestern bereits besitzen. Von der Betrieb­samkeit, die die schwedischen Frauen in diesem Wahlkampfe ertt- faltet haben, um frauenstimmrechtsfreundlichen Bewerbern zum Siege zu verhelfen, werden die folgenden Zahlen eure Vorstellung vermitteln. Die Frauen haben 217 Wahlversammlungen abge halten, denen 86 0O0 Zuhörerinnen beiwohnten. Unter den Red­nerinnen bat Frau Wolter den Bogel abgeschossen, die in 35 Ver- fammlungtm das Wort ergriffen hat. Mit ihr wetteifert tftau Professor Wicksell, die in der Provinz Norrland m 17 Tagen I 13 Reden gehalten hat. Ihre Haupterfolge haben die. schwrinschen tragen -»iniae ^«uaso «v«, .... «. .............. Polittk-rinn-n in d-n Stäbten errungen, dem^ande

Fenster eines frostfreien Raumes gebracht wird. Vor dem Anstellen die modernen tfrauenbcitretnmgen noch lau unbemnnt aeblieben

,, MM .

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Der Zug der wilden Gänse.

Jedermann b(tt schon beobachtet, nrie im Spätherbst e w Beginn des Winters die wilden Gänse mit ihren aus­gewachsenen Jungen in großen Scharen über unsere Gegen- ben hin südwärts riehen. Dabei lassen )ic em bellendes Geschnatter hören, das von der mit altheidnischen Mythen und Sagen getränkten Phantasie der Landleute in Sckstveden rnd Norwegen als die Jagd Sdins gedeutet wird Wir sehen dem Fluge nach und sagen:Jetzt wird es kalt, der Winter kommt, es gibt bald Schnee." Daher heißt die wilde Gans auch vielfach Schneegans.

Die Heimat der Vögel ist nicht überall da, wo es ihnen aut geht, sondern da, wo sie nisten und driften, wo das 5;cft ihrer uindheft war. Die Heimat der wilden Gänse ist der hohe Norden. Sie finden sich in ungeheuren Scharen auf Spitzbergen, in Grönland und der Hudsonsbai, wo sie einen großen Teil der Nahrung für die Bewohner jener e*jiflen Gegenden bilden. Ebenso große Schwärme auf den Teichen und Flüssen Lapplands durch ganz Sibirien bis nach Kamtschatka hin. Ta die Gänse zum Leben unbedingt offene Gewässer und Gras brauchen, so begeben sie sich, ipt'iin int September oder Oktober im hohen Norden der Winter mit Sckmeesall und dem Zufrieren der Seen beginnt, auf die Wanderschaft nach dem Süden. So kommen sie im £ltober oder November in Deutschland an, und sowohl hier als auch in den anderen Ländern mit gemäßigtem Klima bleiben sie bei gelindem Winter ohne feste Schneelage Wird uns aber ein harter Winter zuteil, so ziehen sie weiter nach Süden bis ins nördliche Afrika. Mau findet sie aber auch, wenn sie genötigt sind, ihre Züge mehr nach Süden auSzudeh- Yen, aus dem Vorgebirg der guten Hoffnung, in Arabien, Per fien, (Sliina, Japan, in Amerika von der Hudsonsbai bis Siid Ltrolina, der Straße Maggelhans, auf dem Feuerlande, in Neuholland usw. Tie Art und Weise ihrer Wanderschaft ist von Interesse. Beim Antritt der Reise vereinigen sich ie milden Gänse an ganz bestimmten Punkten, wie sie sich end) am Ende der Reise von ganz bestimmten Punften aus wieder verteilen und über das ganze Land hin zerstreuen.

.Kihrend die anderen Zugvögel in verworrenen Schwärmen dahinziehen, geschieht ihre Wanderung in der größten Lrd nuufl In der Regel bilden sie einen spitzen Winkel. Eine ölte Gans, die sich durch ihre Größe^und durch eine stärkere Stimme auszeichnet, fliegt an der Spitze im Scheitelpunkt des Winkels. Ist sie ermüdet, so begibt sie sich nach der hintersten Stelle, um auszuruhen, und die anderen nehmen der Reihe nach die erste Aelle ein. Bon Zeit zu Zeit läßt ine einzelne den Lockruf ertönen, und so fliegen sie bei Tag tob bei Nacht, aber nicht in gerader Richtung, sondern von Teich zu Teich, von Feld zu Feld. Der Flug ist immer cfjl- hoch, und nur an nebligen Tagen fliegen sie so niedrig, . mau sie schießen kann. Zur Aufnahme der Nahrung assen sie sich auf die Erde nieder. Im freien Felde müssen ie sich mit Gräsern, Dumps und Wasserpflanzen, Schnecken, Fischen, Körnern, Beeren, mit allem, was die kurze Natur des Winters übrig läßt, begnügen. Fallen sie auf ein Saat seid, so richten sie durch Abfressen deS Getreides, das sie selbst unter dem Schnee hervorscharren, großen Schaden an. Glücklicherweise führen sie während der Wanderschaft ein sehr unstetes Lebei,, sie bleiben nur kurze Zeit an einem £rtc und kehren selten nach derselben Gegend zurück. Den ganzen Tag bringen sie auf dem Lande, in den Feldern ober auf den Wiesen zu, aber jeden Abend beaeben sie sich regelmäßig auf das Wasser der Flüsse ober der größeren Teiche, wo sie die Nacht zubringen. Die Unbeständigkeit im Aufenthalte, ihr feines Gehör und Gesicht, sowie ihre Wachsamkeit machen ihre Jagd schwierig, und der Jäger muff zur List seine Zuflucht nehmen. So müssen denn viele bcj/lvanberiibcn Gänse, wenn sie im Herbste auf ihrer Wanberung nach bem Süden zu uns kommen, dem Blei des Jägers erliegen. Freundlicherer Empfang wirb bagegen den halbwilben Gänsen am Don bereitet. Im Frühjahre gehen aus jebem .Hause der Don sch en Kosaken wohl 6 bis 7 Paar Gänse weit hinauf nach ben norbischen Seen, um sich daselbst ungestört zu vermehren. Mit^bem ersten Schnee kommen nun bie winterzahmen Tiere in schwärmen oft um das Hnnbertfache vermehrt um Sonnenuntergang wieber zurück, verteilen sich unb suchen mit ihrer jungen Nach- iommenjehaft bas Haus aus, in bem die alten während des

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find bie zur Uebenvintcrung bestimmten Gewächse ton allen welken, fauligen Teilen zu befreien. Allzu übrige Fuchsien können ;. B. auch gestützt werden, damit sie den anderen Pflan^n nicht zu viel Platz, Luft unb Licht nehmen. Tie Töpfe sind mit der Wurzel­bürste ab zu scheuern. Dem Lichte am nächsten bringt man nun bie immergrünen unb ihrer Vegetation nicht scheinbar gänzlich ItilD stehenden Pflanzen, wie Heliotrop, Pelargonien, Myrten. Ta- hintcr kommen die immergrünen Olewächse mit leberartigen Mak­lern, z. B. Zimmertannen, Rhododendrons, während die laub- abnerfenben Fuchsien, Grairoten usw. nock weiter zurückgestellt und andere ganz in den Hintergrund kommen können. Hin und nieder lüfte man den Raum, nehme die welk gewordenen Blätter ab und sehe sonst nach dem Rechten. Blühettde Pflanzen ober solche, die Blütenansatz haben (Kamelien), müssen natürlich ins Licht vorgerückt werden. Bei Myrten sehe man darauf, daß sich keine Sch-ildläuse einbürgern: auch verschiedene Palmen werden gerne vom Ungeziefer bcimgehicbt. Große Beachtung verlangt bie Tem­peratur/ Gewächse des Südens ^z. B. Palmen) erfrieren schon, bevor die Temperawr auf 2 Grad Wärme sinkt, andere abgehärtete Pflanzen bleiben dagegen erhalten, selbst wenn mehrere Grad Kälte vorhanden sind.

Werner Breuer

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Fabrik: Cöln - Rodenkirchen.

Li.ie 3ournalijtcn=2liigdegcnheit.

Ter Herausgeber der Finaiizzeiiung Plutus, hatte, wie lürzUch mitgcicilt, bem Herausgeber der Bank- und Handelszcitnng, Rlaucke, Bestechlichkeit vorgeworien; daraufhin balle dieser ihn bezichtigt, Trinkgelder angenommen zu haben. Nach dreitägiger Verhandlung ivurde der Beklagte und Wider- Ilager P!ancke zu einer Geldstraie von 600 Mk. verurteilt, da er für die Herrn Bernhard vorgeivorieuen Veriehliuigen auch nicht ben Schatten eines Beweises gebracht hatte; den Kläger unb Widerbeklagten traf eine Gelbstraie von 50 Mk., da er für seine Beschulbigung zwar den Wahrheitsbeweis geliefert, aber die Schutz­grenzen des § 193 überschrilteii hatte.

Jin Anschliiß an dieses Gerichtsverfahren, das für den Be­klagten und Widerkläger 9)1 a n cl c ein moralisches Todesurteil bedeutet, macht die »Köln. Ztg." deincrkeuswerte Auslassungen, aus denen wir die wesentlichsten Beinerkungen luiebcrgcbcn:

.Solche Revolverjournalisten sind Schmarotzer, bie man ihrer Gefährlichkeit wegen furchtet, die man wegen ihrer Gesinmmgs- losigkeil verachtet, und denen man auS Vorsicht den 9)hmb mit Banknoten stopft. In Deutschland, besonders in Preußen, genießt der Journalistenberiif, der durchails nicht mehr ein Sammelbecken acschcitcrler Eristenzeu ist, im allgemeinen nicht die Achtung, die ihm diejenigen' Leute meist willig zollen, die mit Preßdingen genauer Bescheid wissen. Das ist zum Teil eine Folge der liei eingewurzelten staatlichen Bevormundung. 'Auch die staats- treueste Presse tritt notgedrungen, wenn sie nicht zum bloßen Sprachrohr ,verden will, zuweilen der Behörde entgegen, und der Rest von Unsehlbarkeitsge'uhl, die unsere mit Recht auf ihre Tüchtig­keit und L'ainevfcu stolze Beamtenhierarchie erfüllt, erträgt ungern jegliche Kritik. Wenn sie ans Klugheit die Presse mit Sammet- haiidschuheu anfaßt, so ivird sie doch selten ganz die Empfindung los, daß die zeilungschreibenden Bönhafeu ihr ohne mnere Berech­tigung ins Handwerk vfnfditen; es will ihr nicht in ben Kopf, daß die Presse in einem Kulturslaat eben noliuenbia ist. Diese Auf­lassung wirkt im Publikum nach: es fmrn die Zeitung nicht ent­behren, richtet sich häufig sogar blindlings nach ihren Ansichten, aber demjenigen, der bie Zeitung schreibt, begegnet es häufig mit