161. Jahrgang
fünftes Blatt
Nr. 266
Erlcheinl t»gNch mli Ausnahme de» Sonntagl.
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Als der Monat war zu Ende Klatscht die Hausfrau in die Hände Ha! Wie das geholfen hat: Werner Breuer Surrogat! Hundertzwanzig Mark fürwahr
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Samstag, y. November 1911
Rot arten« bru cf und Verlag der yoüdl'lchen Unt»rrfuätl - Bud)- und Ktemveuckeret.
R. Lange, Sieben.
Spidplan 6cs Siebener Sta6ttl)catcrs.
Tireklion: Hermann Lteingociter.
Tifiitlaci, den II 'Jloucmi er, abend» H Uhr (7. Tien-Iag4- : ,Ter Planer von Mirdüelö.* trübe
tU „Gießener ZamlliendlSNer" werden dem .Ameiger' viermal wöchentlich deiq-legt. da- „Kreliblatl (Br de, Krell Gießen" «roetmal wöchentlich. Tie „kandwirtschattttche» Lett» fragen" erscheinen monatlich «roeimaL
Redaktion Ervedition und trnckeret: Schul« ftrage 7 trpebmon und vertag: 5L
Redattww^HA I 12. LeU-Adr^ An»eiger®ieb«^
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhefjen
Nach dein ersten Versuch!
aushalten könnte.
Unter der C i n w o h n e r s ch a s t ist ba» tartarrsche Element ziemlich bedeutend, aber die chinesischen Bewohner haben doch immer mehr die Lberhand gewonnen, und diese Schwächung des Mandschu-Einslusses, die sich von Jahr zu Jahr stärker bemcrlbar machte, erhöht heute die Gefahr, in der Peking den Nebelten gegenüber schwebt. Wird Peking von dem Heer der Ausrührer angegriffen, so werden alle diese Umstände dazu beitragen, datz es das Unheil eines mooerncn Krieges viel furchtbarer empiindct, als alle früheren Angriffe, denen es in seiner 000jährigen Geschichte als Kaiserstaat ausgesetzt war.
986 wurde Peking von den Tarlaren erobert, bald darauf von den Chinefen wiedergewonncn und dann 1151 zum zweitenmal an die Lartaren verloren. Tschingis Khan eroberte die Stadt ein Jahrhundert später, und ilublai Khan baute sie 1280 wieder auf. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts verlegte der Kaiser Hung-lo seine Nesidenz in ihre Mauern, und seitdem ist sie der Mittelpunkt des Himmlirchen Reiches geblieben. Während des Boxeraufstandes von 1900 und der Belagerung der Gesandtscyastshäuser erlitt Peking be- trächrlichen Schaden, viele hisloriiche webäude wurden zerstört, und ein Teil des Geschäftsviertels brannte nieder. Wichtig für die bevorstehende Belagerung sind die Eisen- bah nv erhältnisse der Stadt. Trotz des heftigen Widerspruchs der Konservativen wurde 1897 eine Eisenbahn zwischen Tientsin und Peking gebaut: doch wurde
2lus Statt ttnO Land.
- ic c.i, 11. ytouunber 1911.
•• Martin i. Alljährlich, zu fDlortmi — 11. No' ucnibcr — stehen für den Landmann die HaiiplanSaaben bc* vor. Mit diesem Zeitpunkte stnd die Güterkaui- und Pachtgelder fällig, dazu werden die Beträge für Brennholz, fiii Heu- und GrnminctgraS von den zuständigen Kosten cm« gezogen. In guten Jahrgängen fällt es dem Bauersmann durchaus nicht schwer, allen feinen Verpflichtungen nachzukommen. Aber nach einer solch dürftigen Futiererntc wie der heurigen, I die Milchwirtschaft und Fettviehpreise beeinträchtigt, nersagen feilte EmnadmcaueÜen, zumal auch Gesindelöhne und Lebens-1 mittel beträchtlich gestiegen sind. Ein Glück, daß die Winter-1 saoten sich bisher günstig zeigen, hängen doch von ihrer Ent-1 ivicklung wesentlich die Aussichten für das näd)fic W rtfchafts-1 fahr ab.
♦* lieber das Konzert des S ie gen e-c Gesangvereins „Mozart" schreibt man uns: Nochmals sei auf I daS am Sonntag nachmittag in der Aula der Universität I vom Siegener M -G.-B „Mozart" veranstattete Konzert aufmerksam gemacht und dessen Besuch empfohlen. Der Verein wird als sehr rührig geschildert, der überall, wo er offen b lich austrat, die größte Beachtung fand. An ben Psingst- tagen dieses Jahres nahm ec an einem größeren Gesangswettstreit teil und errang bei dieser Gelegenheiten der ersten Klasse gegen starke Konkurrenz drei Preise. Seine .Hauptaufgabe erblickt der Verein darin, gute Konzerte zu veranstalten, die sich in Siegen stets großer Beachtung erfreuen und start besucht werden. Einer weiteren Empfehlung des Solisten Herrn Lanx bedarf es wohl nicht, da er hier noch bestens bekannt ist und inzwischen eifrig an seiner weiteren Vervollkommnung gearbeitet hat. Jedenfalls aber werden sich die Sänger alte Muhe geben, bei ihrem ersten Auftreten hier den besten^Eindruck zu erzielen.
** Der Christ bau mgroßhandel bat begonnen.! Tie Händler sind zurzeit auf der Suche nach Christbäumen. Im Vogelsberg, in der Marburger Gegend, im Taunus, Westerwald und Odenwald, die namentlich die Städte Frank- furt a. M, Höchst a. M., Wiesbaden, Gießen, Hanau, Mainz, TarmstaDt mit Weihnachtsbäumen versorgen, werden bereits größere Transporte abgeschlossen. Für zehn- bis zwölf- lährige Bäume werden 35 bis 45 Ml., für acht- bis neunjährige 30 bis 35 Ml. für hundert an Ort und Stelle bezahlt. 2er beträchtliche Transport vom Walde nach den Städten kommt noch hinzu. Tie Trockenheit im vergangenen Sommer hat den jungen Tannen- und Fichtenstämmen zugefetzt, besonders da, wo sandiger und steiniger Boden vorherrscht. Ein Beweis, daß die Anpflanzung dieser Nadelholzart nicht auf jedem Boden angebracht ist.
** Aus der Schule. L e h r e r (zu einem Schuljungen der Elementarklasse, der die Buchstaben zu weit auseinander schrieb): Fritzchen, warum schreibst du bie i so weit auseinander? — Fritzchen: Taß se sich net stompe.
Kreis Lauterbach.
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pckinq und seine Befestigungen.
Der große Moment, in dem die chinesischen Rebellen । die Hauptstadt des Reiches erreicht haben werden, steht allem Anschein nach nahe bevor. Alle nach Peking führenden Eisenbahnen find in ihren Händen: eine wilde Panik hat sich des HoseS und der aefamteii Einwohnerschaft bemächtigt. Ter junge Kaiser ist geflüchtet, und die hohen Palast- beamten senden ihre Familien in Scharen aus der bedrohten Hauptstadt. Cs ist kaum Hoffnung vorhanden, daß die ungeheuer ausgedehnte Toppelstadt, die man gewöhnlich Peking nennt, eine Belagerung durch die Ausrührer stand haft aushalten könnte.
Auf einer ausgedehnten sandigen Ebene g 'legen, ist die Hauptstadt etwa 60 Klin. von der großen Mauer und 160 Klm von dem Golf von Petschili entfernt. Ter Kranz von Befestigungen und Vorstädten, der sich um die beiden Hauptzemren des städtischen Lebens lagert, hat eine Ausdehnung von etwa 50 Sian. Im Ofegcnfay zu den meisten anderen chinesischen Städten sind die Manern, b i c bie Hauptstadt umg u rten, in einem sehr guten Zustand, sorgfältig ausgeführt und ausgebessert, und würden jedem Angriff einen sehr bedeutenden Widerstand ent- gegensetzen, wenngleich das Feuer moderner Artillerie sie ohne die geringsten Schwierigkeiten vernichten könnte. Naigs um die Tatarenstadt sind die Mauern 50 Fuß hoch, 60 Fuß an der Basis und 40 Fuß, am oberen Rande stark. Die Mauern, jbie die Chineseiisiadt umschließen, sind weniger kräftig, haben 30 Fuß Höhe und eine Ticke von 25 und 15 Fuß. Tie 16 Festungstore, die von eckigen Türmen gekrönt sind, haben wohl Schießscharten, aber die Geschütze, Die hier drohend herausschauen sollten, sind zum allergrößten Teil nicht vorhanden. Tie gewaltige Fläche, die von diesen llmwallungen eingeschlosjen wird, zerfällt in zwei deutlich geschiedene Teile, in die nördliche oder Ta- larenstadt, die den Namen Nuisching, und die südliche ober Chinesenstadt, die den Namen Waisching führt. Ter innerste Teil der Riesenfläche birgt die „verbotene Stadt" und enthält den kaiserlichen Palast, die Hochburg des jetzt so grimmig befehdeten Mandschuregiments. Ilm den Palast zieht sich eine zweite, fest umfriedete Stadt im Kleinen, die allein für die Hof- und Staatsbeamten bestimmt ist.
Ringsherum brandet und wogt bann bas lärmenbe Treiben ber Großstabt. Der erste Anblick, beit ber s^tabt nahende Fremde von der ehrwürdigen Residenz der chinesischen Herrscher erhalten, ist wenig bestechend: überall hohe Mauern und Wälle, die die eigentliche Stadt verbergen. Von ber Höhe ber Mauern aus aber entfaltet sich bicfe alte ft e ber Gartenstädte in einem bezaubernden Panorama. Endlos dehnt sich eine Wildnis von Tempeln und Palästen, bie mit ihren blauen, grünen unb gelben Ziegeln luftig in ber Sonne blitzen, unb diese fröhlichen, bunten Flecke sind eingebettet in eine Ueberfüllealter Bäume, die bie einzelnen Stadtviertel lieblich umsäumen. Aus dem Chaos seltsam geformter Dächer, unter benen sich unzählige Gotteshäuser unb Paläste beynen, ragt bie riesige Masse bes kaiserlichen Palastes unb ber Himmels- tempel in ber Chinesenstabt hervor.
Peking empfängt seine ganze Bedeutung durch die Tat- fache, daß eS der Litz ber Regierung ist. Es hat eigentlich ketnen eigenen Handel, abgesehen von bem lebhaften Marktverkehr, ber burch bie Bebürsnisse ber etwa eine Million großen Einwohnerschaft hervorgerufen ist. Peking ist außerordentlich schwer zu verproviantieren. Tie meisten Nahrungsmittel kommen aus den südlichen Provinzen, die bereits von den Rebellen erobert sind, und so float schon jetzt die Versorgung mit Lebensmitteln. Obwohl die Stadt bie Schatzkammer barstellt, in ber bie Steuern ber umgeben» den Provinzen aufgehäuft werben, so ist ihre Ansbehnung boch so groß, die Versorgung mit Lebensrnitteln so schwierig, daß die Stadt nicht selten in der Gefahr einer Hungersnot ist und eine längere Belagerung unter keinen Umständen
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Werner Breuer Surrogat
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die Endstation 7 film, vor bie Tore von Peking nach Lukouschio*o gelegt, weil bet nm Alt?n so fest haltende Sinn bes Ho,e^ bas neumodische P.rkehrsmiitel nicht bis an bie heilige Stadt heransühren wol.'te. Sh'""
ist dann aber die Endstation mit der Stadt durch eine elek -1 ,o'« Hhr. iUutwod), Den 15. 91ovember, iiacDiniuaqs 3 Uhc irische Straßenbahn verbunden worden. I(nnfier AbonnemeuO, bet e.eivödulichen i^eticn, debitier und
—,. r t,. • ;x. I cthiiltnnntii acnieücn (itinäBiQiuifl): Euuutilige- biQippiel der
^tc von einer sranz0fisch-b..g sch.n .s.l schäft erbtmt. Gcsettsarn't '.'i. W o it u mi b, Pans: „Le lemmce
>?anptlinie, die von Han kau nach Lnkouschiao funit, I gftxailtc8w- Bon l’ioitere. ßiciinfl, den 17. Novenoer, adeud- ist von den Rebelle i befc i und sichert ihnen den wich tigsten llQC (7. FieilagS-Abonneiuenl-PorsleUung»: Zum einen Male: Zugang zu ber Hauptstadt. Rbnengalcne.' t'JkuDcit 0 unnsvtel m 3 Awjiigen von v'eo
__________________________ ... ... ■■—• i^nacr Ltein und Ludwta Heller. "-v.i 10 Uhr. -uinv! 1,1, ?cn 1«. Viouvinber, imctimutnqd 37, Uhr, bet 1‘oKopmfcn : crtjnü v- •botueUnufl: ,£te x>unfi«rau von Cilcano/ Ende mich ü Uhr. connlag, den 19. 'Jiooemi'cv, abcitOd 7M Uhr, bet klenten Plenen: ^Meyers ' Ense V7, UU-
~ Lauterbach, 9. Nov. Tie feit dem Jahre 1907 hier bestehende Beamtenvereinigung, die sich zu dem Zweck gebildet hat, ihren Mitgliedern durch gemeinsamen unb billigen Bezug von Lebensmitteln usw. bie häuslichen Ausgaben, bie mit bem Einkommen der Beamten nicht mehr im Einklang stehen, zu verringern, hielt gestern abenb im Burgbräu ihre 4. Hauptversammlung ab. Aus bem Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, baß bie Mitglieberzahl von 100 auf 90 zurückgegangen ist, was sich hauptsächlich burch Versetzung von Beamten erklärt. Bis auf wenige Ausnahmen gehören alle hier wohnenben Reichs- unb Staatsbeamten sowie einige Beamten umHegenber Ortschaften ber Vereinigung an Tie Einnahmen betrugen ___
im abgclaujenen Geswäflsjayr 4295.33 Mk„ bie Ausgaben l Womtt man ßch selbst? Nicht mit Rasiermessern, 4254.22 Mk. An Waren wurden umgesetzt für 3868.0rcel$c ^ie Haut mieten, auch nicht mit Rasierapparaten mit Mark: hiervon entfallen auf auswärts bezogene Waren ^nnen Klingen, welche nur einige Male brauchbar sind, sondern 3141 Mk. während von einheimischen Geschäftsleuten für mit bcm „MÜLCUTO“ Sicherheits-Rasierapparat mit banb^bl- 797 05 Ml Waren bezogen wurden. Ter Kohlenkasse go geschliffner Rasierklinge, welche sammetwcich rauert, cm L,cbew
3» fflüqliebcr an, an die am 1. Mai b. 3931 Uma brauchbar bleibt und wenn immtn gerrorkn, 8iah» to.eto Mark ausbezahlt wurden Etwa 3»^ Zentner Kohlen kann, haarlchun °b^°^0>wr°. ^er
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qCebcr erklärreii sich bereit, ihre Funktionen beizubehalten. rasiere^'. D Ju.
Tie tm vorigen Jahre so schön verlaufene Geourtstags-> -------------------
feier unseres Landesfürsten soll auch in diesem Jahre und zwar am Samstag, 25. November, im Burgbräu gefeiert werden.


