Ausgabe 
13.5.1911 Erstes Blatt
 
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der Konservativen und des Zentrums hatte, mit 13154 Stimmen gewählt. Der sozialdemokratische Abgeord­nete Dr. Lindemann erhielt 12 236, und Oberbürger­meister Keck-Göppingen, der von der Fortschrittlichen Volks­partei unterstützt wurde, 3365 Stimmen.

Dar angebliche französisch-spanische Marokko- Abkommen.

Wenn auch in Paris amtlich verkündet wird, der Wort­laut des veröffentlichten Marokko-Vertrages sei erfunden, so ist damit noch nicht gesagt, ob nicht eine ähnliche Ver­abredung zwischen den beiden Ländern doch wirklich besteht. Wir erhalten heute folgende Meldungen:

Eine Note derAgence Havas" besagt:Eine Zeitung veröffentlichte den Text eines angeblichen fran­zösisch-spanischen Marokko-Abkommens vom 10. November 1902. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß dieses angebliche diplomatische Dokument apokryph ist."

Wie dieAaence Havas" aus Fez unterm 6. Mai er­fährt, hat seit dem 4. Mai, wo die 10000 Aufständischen zurückgewiesen worden waren, kein Angrifsmehr statt­gefunden. Der Sohn El Mokris, der Pascha von Fez, ist seines Amtes entsetzt worden, da man seinen Mangel an Energie fürchtete. Dasselbe amtliche Bureau meldet noch aus M e r a d a: Am 10 .Mai 11 Uhr morgens stürmte eine Truppe von Hunderten von Reitern und zahlreichen Fußsoldaten auf dem rechten Ufer des Muluja gegendas französischeLager an. Das ganze Lager ergriff die Waffen; eine Kolonne der Truppen wurde sofort entgegengeschickt.

L L o n d o n, 12. Aiai. Der Korrespondent desDaily Expreß" in Tanger erfährt, daß die Bewohner der alten Stadt von Fez, die viel zahlreicher sind als die von Neu-Fez, eine Bittschrift an den Sultan Mulai Hafid schickten, in welcher dieser ohne alle Umschweife gebeten wird, abzudanken, und zwar zu Gunsten seines Bruders El Zim, der in Mekinez von den Berbern bereits zum Sultan ausgerufen worden sei. Sie erklärten dem Herrscher, daß ein solcher Schritt nicht nur dem ewigen Zwist ein Ende machen werde, son­dern daß auch den Franzosen dann die Unmöglichkeit klar werden müsse, weiter auf Fez vorzudringen. Gegen die Europäer in Fez hätten die Bewohner der Hauptstadt nichts einzuwenden und sie würden ihnen auch nichts zu Lerde tun. Die Klagen richteten sich nur gegen den Sultan und seinen .Großwesir, die beide für alles verantwortlich zu machen seien, was vorgekommen sei.

j)olitLfche Lagesschau.

Auslandswerte und Heimischer Kapitalmarkt.

Es wird nun bekannt, daß ungefähr um die Zeit, als die Nordd. Allg. Ztg. die Aufsehen erregende Notiz ver­öffentlichte, daß bte zuständigen Stellen in Preußen in eine Prüfung der Fragen eingetreten seien, ob die Zulassung der Aktien der Chicago Milwaukee-Eisenbahn zur Börsen­notierung mit Rücksicht auf die Lage des deutschen Geld­marktes zu verhindern sei, auch Herr Hafenstein, der Präsi­dent des Reichsbankdirektoriums, sich mit der Zulassung von Auslandswerten an den deutschen Börsen befaßte und an den preußischen Finanzminister für Handel und Gewerbe folgendes Schreiben richtete:

Im Laufe der letzten Jahre sind ausländische Wertpapiere in übergroßem Ataße an den deutschen Börsen eingesührt worden. Die Folge war, daß deur Geldbedarf unseres Wirtschaftslebens nur unter starker Heranziehung kurzfristigen fremden Geldes genügt werden konnte, während das deutsche Kapital sich mehr und mehr im Auslande festlegte. Gerade jetjt ist unsere Kapital kraft durch das türkische Vorschußgcschäst, die ungarische und chilenische An­leihe, stark in Anspruch genommen. Eine Steigerung dieser In­anspruchnahme durch Einführung weiterer fremder Wertpapiere erscheint nach Lage der Verhältnisse unerwünscht, und wird ins­besondere dann möglichst hintanzuhalten, wenn die Kapitalanlage keinen wirtschaftlichen Nutzen verspricht."

Großbanken sollen die Absicht haben, wieder einen Posten amerikanischer Bonds an die deutschen Börsen zu werfen, und deshalb ist es nicht unangebracht, gerade jetzt diese Zeilen zu veröffentlichen, denn es ist zwar gegen­wärtig Geld recht flüssig, aber auf Ende des nächsten Mo­nats hin dürfte wieder eine scharfe Anspannung zu be­fürchten sein.________________________________________________

Deutsches Reich.

Der Reichskanzler erließ ein Rundschreiben, in dem er darauf hinweist, daß die mit der Verwaltung der Zuwachs st euer betrauten Organe vielfach noch nicht mit dem eigentlich Veranlagungsgeschäft begonnen hätten, obwohl die Erwe März erlassenen Ausführungsbestimmungen das Verfahren genau regeln. Eine weitere Hinausschiebung würde die bis zum Januar 1911 rückwärts erforderliche Veranlagung wesentlich er­schweren und den Grundstticksmartt länger als notwendig int Un­gewissen lassen, insbesondere auch für die veranlagenden Gemeinden, die an dem Betrage der Steuer beteiligt seien, einen finanziellen Nachteil bedeuten. Es sei notwendig, daß alle Amtsstellen, ohne etwa auf die Verabschiedung der landesrcchtlichen Vorschriften über Zuweisung des Ertrages an die einzelnen kommunalen Körper­schaften zu warten, unverzüglich das Veranlagungsgeschäft in An­griff nehmen.

Wie int Reichstage verlautet, hat der R e i ch s ka n z l e r den Wunsch geäußert, die elsaß-lothringischeVerfassungs- vorlage nach Erledigung der Reichsversicherungsordnung zur zwecken Beratung in der Vollversammlung zu stellen, da er den Wunsch hegt, diese Vorlage noch vor der Sommertagung ver­abschiedet zu sehen. Auf eine weitere Beratung der Vorlage im Ausschuß legt die Regierung keinen Wert mehr. Es soll daher versucht werden, die Reichsversicherungsordnung bis zu Pfingsten zu erledigen und nach einer kurzen Pfingstpause die elsaß-lothringi­sche Verfässungsvorlage und bei; deutsch-schwedischen Handelsvertrag zu verabschieden. ~

Im Bürgersaale des Rathauses in B e r I i n wurde am Freckag vormittag unter zahlreicher Beteiligung die Haupwersammlung der Gesellschaft für so zial e Reform eröffnet. Vertreten waren die meisten Reichsämter und Ministerien aus allen Teilen Deutschlaitds, das Reichsgesundheitsamt und andere. Nach der Begrüßungsansprache des Staatsmckiisters Berlepsch hielt Prof. Grube einen Vortrag überBerufsschutz der jugendlichen Ar- becker".

Ein Uebereintomnten zur einheitlichen Feststellung von Regeln über denZusammenstoß vonSchiffen und über die Hilfsleistungen und Bergung in Seenot ist dem Reichstage zugegangen. Das Ucbercinfommen ist abgeschlossen von 25 Seestaateii. Auf dem Gebiete des Secrechts ermangelte cs bisher eines einheitlichen Rechtes, maßgebend waren lediglich die Gesetze der einzelnen Nationen. Das vorliegende Ueber- einkommen ist im Herbst vorigen Jahres in Brüssel abgeschlossen.

Ausland.

Ans Rom meldet man: Großfürst Boris unb Großfürstin Wladimir von Rußland sind Freitag abend hier ein» getroffen und wurden am Bahnhose vont Königspaar, dem Ministerpräsidenten, den übrigen Ministern des Senats und der Jammer, und den Spitzen der Zivil- unb Militär-Behörden emp­

fangen. Bei der Fahrt zum Quirinal brachte das Publkum den Fürstlichkeiten Huldigungen bar, die sich vor dem Quirinal zu einer Kundgebung steigerten, so daß das Königspaar mit den Gästen sich auf dem Balkon zeigten.

Der König unb bie Königin tion England wohnten am Freitag der Eröffnungsfeierlichkeit des Reichsfestes im Kristall-Palast zu London bei, wo eine Ausstellung veranstaltet worden ist, welche die Leistungen des Reichs auf industriellem, kommerziellen und landwirtschaftlichem Gebiet veranschaulichen soll. Einen besonders bemerkenswerten Teil des Festes bildet eine Reihe von Festzügen in historischen Trachten, die ein zusammen­hängendes lebendes Bild geben sollen von der Geschichte Groß­britanniens und von dem Wachstum seiner Kolonien. Die Ver­anstaltung ist die erste her großen Festlichkeiten, die in Ver­bindung mit den Krönungsfeierlichkeiten stattfinden sollen.

In der russischen Reichsbuma erklärte der Vertreter des Justizministeriums bei der Beantwortung einer Anfrage über den angeblich von Juden an dem Christenknaben Juschtschinski verübten Ritualmord, sowohl das Justizministerium wie das Ministerium des Innern hätten alle Maßregeln zur Ermittelung der Mordangelegenheit ergriffen. Die Mitglieder der Rechten, Purischkewitsch und Markowbegrün­deten" die Anfrage unb führten aus, die Ritualmorde entsprächen der Moral der Juden unb seien logisch und historisch beweisbar. Wenn die Sache nicht aufgeklärt und die Schuldigen nicht aus­findig gemacht würden, seien Pogroms möglich. Der Oktobrist Schubinski meinte, nach der Erklärung der Regierung müsse die Anfrage fallen. Die Duma sollte nur unbestrittene Tatsachen, nicht Agitationsmaterial besprechen. Die Redner der Kadetten­partei erklärten es der Duma unwürdig, Vorurtelle, die schon vor 5U0 Jahren abgetan seien, zu besprechen. Darauf wurde die Dringlichkeit der Anfrage mit 108 gegen 93 Stimmen ab» gelehnt und die Anfrage einem Ausschuß überwiesen.

Aus Konstantinopel wird gemeldet: Senator Ab dur Rahman wurde zum Unterrichtsmini st er ernannt.

Aus Stoöt itiiO Land.

Gießen, 13. Mai 1911.

Der Dank der Großherzogin.

Der diensttuende Kammerherr Dr. Freiherr von Leon­hard i veröffentlicht im Auftrag der Großherzogin folgenden Dank:

Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin haben mich beauftragt, der ganzen Bevölkerung und insbesondere denen, die in Stadt und Land durch ihre verständnisvolle und freudige Mitarbeit den Blumentag am 6,/7. Mal möglich gemacht baden, den wärmsten Dank auszusprechen. Es hat die Großherzogin besonders gefreut, daß an diesem Tage eine heitere und gebefreudige Stimmung das ganze Hessenland bis in die kleinsten Landgemeinden durchzog und viele in dem Streben vereinigte, für einen schönen Zweck mitzuhandeln und mitzugeben. Das reiche Ergebnis des Tages und die von der Großherzogin vorgesehene Verwendung der Mittel im Rahmen der Organisation der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge, die sich ins­besondere auch den ländlichen Gemeinden zuwendet, bürgen dafür, daß damit Nützliches geleistet werden wird.

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Tageskalender. Kunst verein: Ab Sonntag neue Ausstellung.

Lichtspiele im Kolosseum: Täglich Vorstellung. Kinematograph: Neuer Spielplan.

Biograph: Neuer Spielplan. Athleten-Verbandsiest aut der Liebtgshöhe. Maschi nen-Aus st ellung für das Fleischergewerbe; Sonntag und Montag in Steins Garten.

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** Der Vorstand des Landesverbandes der Hausbesitzer-V er eineinHess en hielt am Donners­tag hier eine Borstandssitzung ab, der der Gesamt- vorstand des Gießener Hausbesitzer-Vereins als Gast bei­wohnte. Die von Direktor Volk-Mainz und Architekt Schembs-Darmstadt ausgearbeitete Eingabe an die Staats­regierung wegen der Reform desLandesbrandver- sicherungswesens wurde nach gründlicher Durchspre- chung einstimmig gutgeheißen und ihre Absendung beschlos­sen. Die sehr umfangreiche Arbeit, die längere Vorstudien der Materie nötig machte, fand große Anerkennung und Fabrikant In d er th a l-Gießen sprach beiden Herren den Dank des Vorstandes aus. Der Bericht wird im Drucke vervielfältigt und geht auch sämtlichen Mitgliedern der beiden Kämmern, sowie sämtlichen Vorstandsmitgliedern der hessischen Hausbesitzer-Vereine und deren Kreisämtern und Bürgermeistereien zur Kenntnis zu. Alsdann fand eine ausführliche Besprechung der Frage der Kanalgebüh­ren, Wassermiete unö Wasser zins in den hessischen Städten statt; über die zunächst nötigen Vorarbeiten und Vorerhebungen wurden Beschlüsse gefaßt. Die nächste in Darmstadt stattsiudende Vorstandssitzung wird hierüber weiter verhandeln. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde der durch das Reichswertzuwachssteuer- Gesetz den Städten zu dem Ertrage ihrer Wertzuwachs­steuer zugedachte Zuschlag einer ausführlichen Besprechung unterzogen. Rechtsanwalt Raab-Gießen berichtete dar­über. Seine sehr interessanten Ausführungen fanden den Beifall ber Versammlung. Beschlossen würbe: Wiewohl die ganze Sache zunächst gesetzlich festgelegt ist, und eine Ab­änderung vor einer voraussichtlich nach mehreren Jahren stattfindenden Revision des Gesetzes nicht zu erhoffen ist, trotzdem nach dem Gedankengang der Raabschen Ausführun­gen der Staatsregierung eine Denkschrift unterbreitet wer­den, die darin gipfelt, das Ministerium möge die in Frage kommenden Bürgermeistereien zu bestimmen suchen, vorerst, d. h. in den nächsten drei Jahren, von einer Erhebung dieses Zuschlags absehen zu wollen, bis eine feststehende Erfah­rung über die Wirkungen des Gesetzes unb seine Erträgnisse durch dessen praktische Ausführungen gewonnen ist. Mit dem Entwürfe des Berichtes wuroe Direktor Volk-Mainz betraut. Auch hierüber wird die nächste Vorstandssitzung weiterverhandeln. Zum Schluß fanden einige Verwal­tungsfragen des Landesverbandes ihre Erledigung

** Köhler-Denkmal. Der engere Ausschuß für das zu errichtende Denkmal für den verstorbenen Reichs­und Landtagsabg. PH. h l er-Langsdorf hielt am Mitt­woch im Eiienbahnhotel eine Besprechung ab, in der be­schlossen wurde, mit der Sammlung von freiwilligen Bei­trägen beginnen zu wollen und die Sammellisten, die von Herrn Th. Reuther in Gießen zu beziehen sind, auszugeben. Die Sammlung soll bis Anfang Oktober geschlossen werden. Alle gesammelten Beträge und sonstigen Geldspenden sind an Bürgermeister Roth in Bettenhausen einzusen­den. Ansangs Juni soll in Hunden eine größere Versamm­lung stattfinden, in der in der Sache endgültige Beschlüsse gefaßt werden sollen.

Im Kunstverein hat wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden. Die Ausstellung, die über 80 Bilder faßt, hat Kollektionen von W. Hambüchen- Düsseldorf, Prof. H^roux-Leipzig, O. Halle-Ostende, H. Röhm-München, Prof. Knor-KarlZruhe, Sophie Ley-Karlsruhe, Martha Schrog-Ehemnitz und andere aufzuweisen. Das

große Schlachtengemölde von Prof. Röchling, ,Tlo Erstürmung der Festung Champenois* ist der Aus­stellung auf kurze Zeit wieder überwiesen worden.

* Sonntagsruhe. Die Vereinigten Papier- und Schreibwarenhändler vereinbarten, ihre Geschäfte an Sonn­tagen um 2 Uhr zu schließen.

** Alice-Schul-Verein. Mau schreibt uns: Ten vorbildlichen Einrichtungen größerer Bildungsanstalten für weibliche Jugend folgend, beabsichtigt der Alice-Dck)ul-Verein an Abt. I, Gewerbeschule, einen Kursus neu einzu- führen, der das Interesse und die Billigung weiterer Kreise erregen dürfte. Die Bluse, so oft schon mit Ver­nichtung und Tod bedroht, behauptet immer noch als Sie­gerin ihren Platz auf dem Gebiete der Mode. Von der eleganten Salondame bis zur einfachen Arbeiterin erweist sie sich immer wieder als beliebtes, praktisches, fast unent­behrliches Kleidungsstück, als Helferin in manchen Toiletten­nöten. Ihre Anfertigung zu erlernen wird gewiß vielen sehr erwünscht sein. In dem am 22. slltai beginnenden Blusenkursus bietet sich hierzu die beste Gelegenheit. Ebenso ist die Einführung eines Flickkursus für Ar­beiterinnen, zwei Mal wöchentlich abends, geplant. Vielen Mädchen und Frauen wird dadurch Gelegenheit ge­boten, sich gegen ganz geringe Vergütung die Fertigkeit anzueignen, Wäsche und Kleidung für sich und ihre An­gehörigen in Ordnung zu halten und manchen Pfennig zu sparen durch die längere Gebrauchsfähigkeit der zeitig unb ordentlich ausgebesserten Gegenstände. Es bedarf gewiß nur dieser Anregung, um eine recht zahlreiche Beteiligung an dieser segensreichen Einrichtung zu veranlassen. Sehr wünschenswert wäre es, wenn die Arbeitgeber in ihren Arbeitsräumen durch eine kurze Notiz darauf aufmerksam machen würden. Eine rege Anteilnahme an diesem Kurse wäre die Erfüllung der Wünsche und ein Näherrücken zum Ziele, welches der Stifterin der Alice-Schulen vorschwebte: Die Ermöglichung der Ausbildung in allen nützlichen unb notwendigen praktischen Arbeiten bis zu den einfachsten Kreisen herab.

** Das Ergebnis des Blumentags irr den Land­gemeinden des Kreises Gießen ist: Mlendorf a. Lda. 59.73 Mk., Alten-Buseck 49,99 Mk., Beuern 119,15 Mk., Burkhardsfelden 19,40 Mk., Großen-Buseck 185,03 Mk., Großen-Linden 108,22 Mk- Grünberg 191,18 Mk., Heuchelheim 227,45 Mk., Holzheim 60,80 Mk., Hungen 247,82 Mk., Klein-Linden 117,43 Mk.> Lcmg-Göns 163,22 Mk., Leihgestern 114,06 Mk., Lich 527,13 Mk, Langd 44,95 Mk., Lollar 319 Mk, Reiskirchen 19,52 Mk, Steinbach 103,39 Mk., Trais a. Lda. 60,79 Mk., Watzenborn-Stein­berg 210,91 Mk., Wieseck 145,58 Wk. Zusammen sind dies 3094,75 Mk.

* * Treue Arbeit. Auf eine 25jährig e Tätig­keit in der Brühlschen Univ.-Buch- und Steindruckerci konnte heute der Hilfsarbeiter Karl Friedrich Bender aus Krofdorf zurückblicken.

* * Die Badezeit beginnt! Der M änner-Bade- verein zeigt heute die Eröffnung seiner Badeanstalt an. Die Aufsicht in der Anstalt wird, wie jnan uns schreibt, von einem gewissenhaften Mann geführt, so daß die Eltern ihren Kindern den Besuch des Bades unbesorgt gestatten können.

* * A t hl et enf e st. Zu dem Bezirksfest des Hessischen Atbleten-Verbanbes, das am Sonntag aus der Liebigs Höhe statt­findet, hat die Stadt Gießen einen Ehrenpreis gestiftet, der dem Verein zufällt, dessen Sieger die höchste Punktzahl erreichen Da sich mehrere glcichweittige Vereine gegenüberstehen, wird c-? von großem Interesse sein, wer den Preis erringen wird. Der Preis der Stadt Gießen ist von heute an in dem Zigarren geschäft Müller (Marktplatz) ausgestellt.

** VerINißt. Ein Dienstmadchcn verließ heute früh heimlich die herrschaftliche Wohnung, indem es durch ein Fenster des 1. Stockes sprang. Nach hinterlassenen Briefen gab es hie Absicht kund, sich das Leben zu nehmen.

** Wein liebhabe r. In letzter Zeit sind in hiesiger Stadt in der Regel Samstags oder Sonntags abends wieder­holt Weindiebstähle in Hauskellern ausgeführt worden. Die Täter suchten sich solche Häuser aus, wo Vor- teilettüren unverschlossen waren und es war ihnen so ein Leichtes, einzuschleichen und die Vorhängeschlösser -an den Kellergelassen zu erbrechen. Anhaltspunkte für die Pci> sönlichkeiten der Täter fehlen. Vielleicht tragen diese Zeilen zu deren Ermittelung bei.

** Verhaftet. Wegen Erregung öffentlichen Aerger- nisses durch Vornahme unsittlicher Handlungen auf öffent­lichen Wegen wurde heute ein junger Mensch von hier festgenommen. Bemerkenswert ist, daß der Verhaftete be>-. reits wegen gleicher Straftaten erst kürzlich zu einer .Ge­fängnisstrafe verurteilt worden ist.

Landkreis Gießen.

ck. Wieseck, 12. Mai. Am Montag, 15. d. M., abends 9 Uhr, findet eine Gemeinderatssitzung mit folgen der Tagesordnung statt: 1. Vorlage des Vertrages zur Einführung von elektrischem Licht und Kraft von der Stadt Gießen. 2. Genehmigung der Rechnung' der Ortskrankenkasse. 3. Feldbereinigung: hier Errichtung einer Brücke am Grenzweg Wieseck-Gießen üoer die Wieseck Die übrigen Punkte sind nicht öffentlich.

Bellersheim, 12. Mai. Dieser Tage waren es 2 5 Jahre, daß Lehrer Deiß sein Lehramt in unserer Gemeinde antrat. Die ganze Gemeinde feierte den Tag, indem sie dem Jubilar herzlichste Glückwünsche darbrachte und ihm ein schönes Geschenk überreichen ließ. Abends brachte ihm der Gesangverein vor seinem Hause ein Ständ­chen; Pfarrer König hielt eine Ansprache, in der er die Verdienste des Lehrers Deiß, seine aufopfernde Tätigkeil an ber Schule unserer Gemcinoe, hervoryob. Tiefgeruhr! dankte ber Jubilar mit bem Versprechen, Bellersheim treu zu bleiben. Am Sonntag, 14. Mai, soll eine kleine Nach« feier im hiesigen Walde stattfinden, an der der hiesige Ge­sangverein wie der Musikverein und auch die Schulkinder mit einigen Aufführungen teilnehmen werden.

-m. Hungen, 12. Mai. Der in den 70er Jahren stehende pensionierte Rentamtsdiener Christian Enders von hier hat sich heute im Walde erschossen. Seit dem Tode seiner Frau war E. etwas schwermütig und hat die Tat jedenfalls in einem solchen Anfalle begangen.

Kreis Büdingen.

? Merkenfrttz, 12. Mai. Für den ganz geringen Preis von 12 000 Mk. hat unsere Gemeinde das von einem Privaten erbaute Elektrizitätswerk erstanden. Man hofft, wenn sich die Nachbargemeinden m genügender Zahl beteiligen, das Werk in Betrieb setzen zu können.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 12. Mai. Zurzeit werden die Bau> plane für die Erbauung eines Krematoriums fertig stellt nebst Leichenhalle auf dem hiesigen stadt. jrieWe. dieser Sache hat eine Besichtigung der Plätze pattgesunden. Krematorium kommt hinter bie Friedhofs kapelle zu stehen. m - verstorbener Fabrikant von hier hat vor einigen Jahren euoo