Ausgabe 
11.11.1911 Viertes Blatt
 
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Zahn-Creme

vietter Blatt

161. Jahrgang

Nr. 266

Gießener Anzeiger

trltbrtni täfllld) mtf tlulnahme bei Sonntag!.

General-Anzeiger für Oberhesjen

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Sebaftion. (frrpcbihon und Tntderei: ©Aul« ftrüBt 7. (rrveD-non und Verlag; 6L 5Rebaftton:e^ 112. LeL-Adr^ AitzelgerLleßen»

CM ^O«e-e»er L«»NiendlSller- werben dem t®n«eifler* viermal ivöchenttrck deigelegl, da» Krtublati fit bei Mrti« Gießen" zweimal wöchenUich. Die£anö®irll4)a|thd)tn Seit- (regte*' erlAemen monatlich zweimal.

Samstag, N. November Ml

Roianonbbrud und Verlag der Br üblichen UniversllälS - Buch- und 6tembrudeceL 9L Lange. Sieben.

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festgestellt werden, daß für solche Betriebs- bezw. Knappschafts- krankcnkassen, die nur Angehörige eines Betriebes umfassen, auf die Führung deS Hebregistcrs verzichtet iverdm kann, sofern die Lohnlisten die notwendigen Daten über die verwendeten Beiträge enthalten. Ein zweckmäßiges Lohnlistensornrular wurde eingehend besprochen. Mit dieser Lösung ist eine V

formale Schwierigkeit in der Buchsilhrung über diesen Versidw- rungszweig vorerst beseitigt. Allerdings ist auch hier abzuwarten, was die Reichsven'icherungsordmmg Neues bringen wird. Dar-

Kasse vorgelegt wäre.

Darauf wurde die Verhandlung aus Montag vertagt.

muß e§ die echte Scotts Emulsion sein, keine Nachahmung.

Ein Schönheitsinstitut. Die bekannte Neuhorker Frauenrechtlerin Frau Oliver Belmont, die in der Hudson- stadt bereits einen großen Klub für Frauenstimmrecht begründet hat, will die amerikanische Bewegung der Sufiragettes nunmehr um eine Einrichtung bereichern, die selbst bei den Gegnerinnen des Frauenrcckto, ja sogar bei den Männern, wahrscheinlich Bei­fall erregen wird: Frau Belmont will in das Programm der Sufiragettes auch die Pflege weiblicher Schönheit ausgenommen wissen. Ihrem Stimmrecktsklub in Neuyork soll nun ein Schön­heitsinstitut angegliedert werden. Frau Belmont hat in Paris beobachtet, wie geschickt und geschmackvoll- sich die kleinen fran­zösischen Midinettes zu kleiden wissen, wie sie trotz ihres ärm­lichen Verdienstes es verstehen, sich nett und adrett zu kleidin und zu frisieren. Das sollen nun auch die Neuvorker Srbeitermnen kennen lernen, dazu wird im Frauenklub eine besondere Ableitung Tür Körperpflege eingerichtet. Sier will man die arbeitenden Frauen und Mädchen von Neuhork darin unterweisen, mit wenig Geld hübsch und verführerisch zu werden. Diebesten Autoritäten des Landes" sind gewonnen, um die jungen Frauenrechtlerinnen in die Geheimnisse der Schönheit und der eleganten Kleidung einzuweihen. Doilettengeheimnisse und Rezepte werden den Schülerinnen verraten, und Frau Oliver Belmont träumt be­reits davon, den tetzigen höchst wenig anziehend gekleideten Neu- yorker Midinettes eine Generation von liebreizenden, schönen und

Dreimal täglich

Scotts Emulsion, längere Zeit regelmäßig genommen, macht zarte Binder stark und lebenslustig.

Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Dank vor Gericht.

^.Dortmund, 10. Nov.

Eingesandt.

«Für Form und Inhalt ath i untei umci Jiubnl stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Derantwortuug l

Gießen, den 11. November. National vereinS-äurle.

Nach den seitherigen Veröffentlichungen des Nationalverein­sollte am imdtfien Sonntag nachmittag t>evr Professor llrftabt übert> i e o r w ü r i e der Antisemiten gegen die liberalen" sprechen. Nach der Freitag N>l,nn,er deS Gießener Anzeigers hält nun verr T r. Vogt diesen Vortrag. Warum spricht nicht, wie vorgesehen, Herr Proiesior Ursladl?

Gin Interessent.

SW* I verliehen PatcQ'5ll S.Biißkniäiv hnhofutr. ?

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ff. Tas Tränenkruglein der persischen Ditwen. Jede:- Vo.k hat seine besondere Art, die Toten zu ehren. Ti.-! persischen Frauen kaus.n sich, wenn fee ihren Gatten verloren haben, zwei Krüge, in denen sie sorgfältig alle Irenen sammeln, die sie in Ged.nken an den Verstorbenen Dcrgliiai haben. Vier Monate sind, wenn die Trauer keine übermäßig große ift, ert s. rderlick. um die B b lte u len, und >' lie nicht roll sind bis zum Rande, ist der Witwe eine neue Heirat untersagt. DaS ist ircilidi ichlünm nr eie, d.e nidn warten wollen, aber schliess lich läßt sich die Sack>e ja beschleunigen. Beißender Rauch, Psesfer und Zwieb.ln lassen die Augen ja leicht übergehen und , luMd der Trauer nimmer mehr gelingen würde, gelingt ihnen! mit L - l-tigkeit. sie verhelfen den Krügen zu ihren Tränen und der Frau zu dem neuen Gemahl.

Zu Beginn der heutigen Verhandlung teilt der Vorsitzende I mit, daß der Angeklagte Schmitt mit Rücksicht auf seinen Gesund- I heitözustand gebeten habe, heute nur ganz kurz zu verhandeln.

Ter nächste Zeuge ist der Banktl.^Gr Kochs (Gelsenkirchen), I der kurz vor und nach dem Konkurs der Bank mit dem dortigen I Filialleiter Dr. Langersmann über den Wert der Blankozession I ich unterhalten Haden soll. Der Zeuge bekundet: Langersmann t ei damals sehr aufgeregt gewesen und habe sich bemüht, seine Depots in Ordnung zu bringen. Er habe durch den Bankverein I verschiedene Kure in Berlin auslösen lassen.

Zeuge Kans mann Siegel (Düsseldorf) hat mit der Nieder­deutschen Bank in Geschäftsverbindung gestanden und dabei mit Schmitt und Ohm verhandelt. Es bat sich um Getreidegeschäste im Werte von Millionen gehandelt, bei denen die Hilfe der Nieder- bcut(d)cn Bank in Ampruch genommen werden mußte

Es wird sodann in die Erörterung des Anklagcfaltts Pieper eingetreten. Der Kaufmann Pieper übersandte am 25. Mai 1908 her Bank 25 Kuxe Vulkan Aspbaltwerke im Werte von 12 500 Mark, als Sicherheit für einen Akzeptkredit in Höhe von 5000 Mk. Er stellte eine Blantozession aus, will aber eine Berfügungs- bereditigung über die Kuxe nicht erteilt haben. Zeuge Pieper gibt zu, daß er damals wohl bei keiner anderen Bank ein Dar­lehen auf die Kuxe erhalten hätte. Auf Befragen durch Rechts­anwalt Frank gibt der Zeuge weiter zu, daß er eine Verfügungs- beretbtigung unterschrieben haben würde, wenn sie ihm an der

Nickte.

fc. Wiesbaden , 9. Nov. btu« und 6 tteb ma rtt Jlnacahrcn maien Wagen mit Heu und Stroh. Man näherte: Ven w. 0-li.U'' Mk, Strotz (Richtsirotz) 6.K0G.20 lüf. Fruchtmarkt. Haler 18.80-19.20 Mk. Alle« <ür 10" Kilo.

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Velvet in den reichsten Farben und Mustern werden: Smaragd­grün, Rubinrot und Vtolett sollen dabei am häufigsten ver­arbeitet werden, 2lls Besatz für Wintermäntel tauchen gestrickte Wollblumen auf, ähnlich denen, die früher als Hutgarnierung verwendet wurden. Der graue Vollaufschlag eines Chinchilla- manteld zeigt z. B. eine solche Verzierung, nämlich einen grün und blau gehaltenen Blumenstrauß mit Blattern, der sich darüber hinwegzieht. Tie beiden Farbtöne dieses Straußes bilden zu­einander und zu dem Farbenton des Mantels Konttaste. Andere Beispiele für solche Wollblumen zeigen ein blauer Wollmantel mit schwarzen, innen blau gefärbten Blumen, Breitschwanzmäntel mit weißwollenen Aufschlägen, die grün und gelb gemusterte Blumen über die ganze Fläche verteilt zeigen und Asttachan- mäntcl mit tiefroten Aufschlägen, von denen sich hellrote und weiße Blumen ab fr b en.

vermischter.

Abg ründe der Seele. Ein sensationeller Fall von einer jungen, reizvollen und rn geordneten Verhältnissen lebenden Fran, die durch eine rätselhafte Vorliebe für den Tod und seine Erscheinungsformen zur Giftmischerin und Mörderin geworden ist, erregt in Amerika die Gemüter. Am Sonntag verhaftete die Polizeibehörde von Chicago die hübfdje Frau Louise Ber­ni i l tz a unter dem dringenden Verdachte, einen bei ihr wohnenden Polizeibeamten vergiftet zu haben. Nähere Einzelheiten deuten darauf hin, daß die junge Frau zwei weitere Bekannte, außerdem aber ihren Gatten und ihre zwei Töchter durch Arsenik vergiftet hatte. Louise Vemtilva unternahm bald nach der Skrhaftung einen Selbstmordversuch durch Arsenik, wodurch sie zugleich den Beweis li.ferte, größere Mengen des todbringenden Giftes zu besitzen. Sie konnte durch Gegengifte am Leben erhalten werden. Inzwischen hat die Ausgrabung des Polizeibeamten den Verdacht beitätigt. Es gewinnt den Anichein, als ob es sich hier um eine Frau handelt, die durch eine unheimliche Freude am Sterbensehen auf die Wege des Verbrechens getrieben worden ist. Ter In­haber des Beerdigungsinstitutes, bet kurz nacheinander den Mann und die beiden Töchter der Verhafteten bestattete, berichtet, daß er niemals eine solche Frau kennen gelernt habe.Sie schwelgte einfach im Tote. Ms ihr Mann noch lebte, erregte sie schon Aufsehen durch ihre Vorliebe für Leichen. Nach dem plötzlichen Ableben ihres Gatten pflegte sie dann regelmäßig mein Be­erdigungsinstitut zu besuchen und saß dann stundenlang herum." Louise Vcrmilya bestreitet jede Schuld und nennt sich das Opftr einer Polizeiintrigue.

kf. Eine Kanone als Mauertüncher. Ein ameri­kanischer Regierungsingenieur hat ein merknmrdiges Instrument gebaut, das zur Herstellung des Kalkbewurfes von Mauern dient. Dem Aussehen nach ist es ein Mittelding zwischen einer Kanone und einer Gartenspritze. Nach einem Berichte der in Washington erscheinendenDailn Eonsular and Tradc Reports" wird die MisckTung von Zement, Sand und Wasser unter starkem Druck mit Hilfe eines Motors von 20 Pfertekrästcn tatsächlich aus dieser Kanone an die Wand geschossen. Ter Kalkbewurf der Dano hat dann eine etwas rauhe Oberfläche, aber eine weitere Glättung ist nicht nötig. TieKanone" kann an einem Arbeitstage 90 Quadratyards, also etioa 75 Quadratmeter Fläche Wand mit einer 3 Zentimeter dicken Mörtelschicht bewerfen. Ter Preis für

Der prozch derSchwarzhund rlniannschast".

4. Berlin, 10. Nov.

Vor dem Schöffengericht Eharlottcnburg bat c sich heule der Berliner Vertreter des Moskauer BlattesRußkoie Slowo", Ilia T r o tz k n . unter der Anklage der Beleidigung der hiesigenLands Mannschaft russischer Studenten" zu Derantrooren Ter B klagte hatte über die Verhandlungen im preußischen Abgeordneten hause an sein Blatt berichtet, die sich an den Selbstmord deS Studenten Dubrowski knüpften. Korfantv und Tr. Liebknecht hatten in der betreffenden Sitzung behauptet, der Selbstmord des Studenten sei erfolgt, weil ihm die ^mmatriTulation an der Berliner Uni­versität versagt worden fei Ferner führten die beiden Redner aus, daß Dubrowski von einem Agenten der Polizei gedrängt worden sei, in die Landsmannschaft russischer Studeitten cinjiitrcten und behaupteten, daß dieser Verein einBotschafter Verein" sei, der unter der Aegide des russischen Botschafters gegründet wurde, nachdem die anderen rufsisckien Organisationen erstickt waren, um im Trüben fischen zu können. Der Beklagte gab diese Reden in seinem Telegramm wieder und sagte zum Schluß:Ferner ent­larvten die Redner die Schwarzhundertmannschaft." Wegen dieses Ausdrucks fühlte sich die russische Landsmannschaft beleidigt und stellte durch ihren Vorstand Strafantrag gegen Trotzki). Dem Be­klagten stand Rechtsanwalt Dr. Liebknecht, den Klägern Rechts­anwalt Bredereck zur Seite. Nach Verlesung und Heb er Chung bei inkriminierten Artikels durch einen Dolmetscher teilte der Vor­sitzende Amtsgerichtsrat Zeckwer mit, daß das Gericht ein Gut­achten des deutschen Generalkonsulats in Petersburg über die Be­deutung des WortesSchwarzhundertmannschaft" eingeholt habe. Trotz Widerspruchs des Verteidigers Liebknecht gelangt daS Gut­achten zur Verlesung. Danach ist das Wort in den Revolutions­jahren 1904 05 entstanden. Tie revolutionären Parteien belegten damit ihre politischen Gegner Die^Führer des russischen Volks- verbandes griffen den Namen mit Stolz auf, da er aus die Be­zeichnung des russischen Volkes alsschwär c Masse" zurückging. Der Name wird im wegwerfenden Sinne gebraucht und ist eine schmähende Bezeichnung für die Ultra-Reaktionäre.

Ter Gerichtshof beschließt, die Beweisaufnahme abzulehnen und auch keine Sachverständigen zu hören, da es sich lediglich um den infriminierten Ausdruck handelt, für den das Gutachten des Generalkonsulats genüge.

Nach den Plädoyers der Rechtsanwälte Bredereck und Lieb­knecht kam der Gerichtshof zu einer Verurteilung des Beklagten zu 100 Mk. Geldstrafe aus den §§ 185 und 200 StGB.

auf gab Bergrat Köbrich einen Ueberblick über die Einwirkungen, welche das neue Gesetz betr. die Verwaltungsrechtspflege auf das Berggesetz und den Bergbau aitsüben wird. Der wichtigste Punkt betrnit das berggefeblidje Enteignungsrecht. Im Anschluß hieran wurde die Neuerung im Mutunge verfahren befprodKn, wo­nach den Grundeigentümern, den Srcicaintern, ForstbeHörden und Bürgermeistereien von schwebenden Mutungen Kenntnis zu geben ist. Alsdann wurde über die L o h n st a t i st i k der hessischen Montanindustrie im dritten Vrerteljahr des Jahres 1911 berichtet. ES mag daraus hier wiedergegeben werden, daß auf Braunloblenwerken durckchchnittlich 519 Arbeiter, auf Erzgruben 1468, auf Salinen 123, in anderen hierher gehörigen Betrieben 62, insgesamt also 2172 Arbeiter und 90 Beamte beschäftigt waren. Die Arbeiterlohnsumme betrug nach Abgang aller Beiträge und sonstigen Abzüge rund 566 000 Mk. Reckmet man die Abzüge hinzu, und berücksichtigt die Wettsleistungen für Versicherung der Arbeiter sowie die Beamlenlöhne, so hat der hessisete Bergbau im ver­gangenen Vierteljahr rund 675 000 Mgrk in barem Gelte für seine Leute geleistet Der Nettoverdienlt betrug für einen elf- stündigen Arbeitstag bei den Braunkohlenwerken 3.48 Mk., für einen rund zehnstündigen Arbeitstag bei den Erzbergwerken 3.27 Mk. und für einen 11,7 stündigen Arbeitstag bei den toalincn 3.30 Mk. Schließlich wurde über die Internationale Hhgicne- AnSstettung in Dresden, und zwar speziell über die Abteilungen Unfallverhütung und Gewerbekrankheiten beridjict. Die Nächste Konferenz wird am 10. Januar hier ftattfinben. Auf der Tages­ordnung sollen u. a. die Eichpflicht der Fördenvagen und die Bezichung<,m zwisckwn Bachgesetz und Berggesetz, sowie die Be- stimntungen über bewegliche Dampfkessel stehen.

Konferenj der hessischen Bergroerfsbctriebslciter.

Gießen, 10. Nov.

Am 8. b. MtS. tagten hier die Betr iebSleiter der Hessischen Bergwerke. Zunächst berid>tetc Bergasseftor Scheerer eingehend über die Neugestaltung der k n a p p s ch a s t - licken Krankenkassen, wie sie sich auf Grund der Reichs- versicbenlngsordnung bemnädtft ergeben wird. Der Vortrag ließ erkennen^ daß das Reichsgesetz in die bisher rein landeSrechtlidnm Vorschriften doch zum Teil recht erheblich eingegriffen hat imb daß damit auch die Neuregelung der berggesetzlichen Bestimmungen Aber das gesamte KnappschaftSwefen ein unadweisliches Bedürfnis wird Der Vortragende erntete für die gründliche und en'chöpfcmde Bchaiitzlung des Stoffes lebhaften Dank. Sodann wurde im Lnsckluß an eine frühere Besprechung die Buchführung zur Invaliden - und Altcrsversickerung behandelt. Aus Grund der in der Zwischenzeit geführten Verhandlungen konnte

anmutigen Amerikanerinnen folgen zu sehen, die allein durch ihr Aeußeres sckwn ihre berechtigte Anwartschaft auf politischen Einfluß beweisen. Tos Journal des D^bats, das von diesem Plane berichtet, prophezeit diesen Bestrebuitgen eine gute Zu­kunft, denn dieses Frauenrecht fei gesund, weil es wirklich weib­lich ist.

Kf. Eine Handvoll Neuheiten der Tagesmodr. Jabots werden sehr lang getragen und beiderseitig mit Man­schetten versehen, die aus einer, zum Stoffe des Jabots kon­trastierenden Spitze hergestellt werden. Zu Boudoirkleidern verwenoet man in Falten fallende Seide, mit Kragen und Aermel- aufschlägen aus handgesticktem Vattist. Dahlia ist die neueste Farbe der Hutmode. Hüte in dieser Farbe werden aus Velvet bergeftellt und nur mit einer kurzen, schräg gestellten Aigrette verziert. Die korrekten Schuhe für die gegenwärtige Jahreszeit sind die mit weißer oder rehfarbener Kappe. Schleier werden aus den dünnsten Matchen hergestellt, durch die dunklere Zeichnungen laufen. Manche haben einen weißen Grund mit schwarzem RaM>e. Maulwurf ist die Mode­farbe für Mäntel. P elJ schärven werden etwa 2,75 Meier lang getragen, sie sind sehr weit und müssen gekreuzt über dem Rücken, mit beiden Enden vorn herabhängend getragen werden. Die Modespitze ist gegenwärtig die venezianische: dünne Spitzen, wie Meckeln, Ehamilllv und 9Uencon werden beson­ders als Kleiderbesatz gebraucht.

kf. Die Frauen und die Lebensdauer. Ein fran­zösischer Statistiker weist auf die überraschende Tatsache hin. oaß in seinem Lande die Frauen außerordentlich viel langlebiger >ind, als die Männer. Un:er 313 Franzosen, die in der zweiten Hal te des zehmen Jghrzehntes standen waren 99 Männer gegen 214 Frauen. Unter denen, die das zehnte Jahrzehnt begonnen hatten im Ganzen waren es 5979 waren 1995 Männer und 3984 Frauen. Die Frauen halten in Frankreich also nickt nur den Rekord der Langlebigkeit, i'onbem auch die Anza^ der Uralten ist in den letzten Jahrzehnten des Lebens bei den J-rauen etwa doppelt so groß wie bei den Mannern. Wahrscheinlich ergeben sich für andere Länder ähnliche Zahlenoerhältnifte.

Frauen-^euilleton.

Wintermäntel.

Farbenfreudig wie der zweifarbige Flauschmantel mit seinen kontrastierenden Farbentönen sind aud) die meilten anderen Arten von Wintermänteln, die sich um die Gunst der Damen bewerben: ja von Paris aus werden Farbentöne angekündigt.^die an die Prackt der glänzenden Renaissaneetoiletten erinnern. Tie Winter­mäntel sind ganz lang, weit geschnitten, und die Vorderteile decken einander io weit, daß man sich förmlich mneinwickeln kann.

Als Stoffe werden außer dem sehr beliebten Flausch, Bttvet, Seidenstoffe und Pelzwerk verwendet, fast immer aber jinb es verschiedene Arten Materials, die zu gegensatzreichen Zuiamm-n- fiellungcn verarbeitet werdew Von Einheftlickkeit ilt »urgente die Rede, Stoffe werden mit den versck'.iedensten Pelzarteii zu- fommcngcftfllt, zuweilen wird die Linie betont, dann iviebcr wird durch Muster die AuftnerksamkKt von ihr abgelenk. Ein paar Beispiele, die zum großen Teile aus Paris stammen, zeigen am besten, welche Fülle von Zusammenstellungen im Rahmen ter Bintermode möglich ist Ein schwarzer Satinmantel mit sehr Veiten lapanischen Aernreln zeigt an diesen Aufschläge aus Brett- sckwai'i, außerdem aber hat er einen kernen oiererfigen rtragen Lus Silberfuchs. Aehnlicke Kontraste sind häufig. Bei wnst Lunken Mänteln ist der Kragen hell, aus Pelz, Velvet oder <ud) aus Dolle. Auf einer Pariser Rennbahn fiel jüngst ein neuer Wintermantel auf, dessen unterer Teil aus schwarzem Velvet leftanb. Tie obere Hälfte aber, sowie die Aermel waren aus 5)ermelin, natürlich ohne Schwänze, die die Pclzmode überhaupt ziemlich verpönt. Ein. anderer, nickt ganz io gewagter Mantel, 'kn die Pariser Modeschöpfer bei der gleichen Gelegenheit zu lancieren suchten, bestand aus schwarzem Satin, der überall mit Ibermelir. eingefaßt war: nur am unteren Rande war außerdem dn Streifen von schwarzem Fucks au'gesetzt. Kragen und Auft Wäge dagegen waren wieder aus anderem Pelzwerk hergestellt, 'nämlich aus Silberfuchs.

Nock kühner sind die Farbentöne und Zusammenstellungen, bie für später in Aussicht gestellt werden. Die große Mode des -Eimers soll, wie die Pariser Schneiderfirtnxn hoffen, gepreßter

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