Ausgabe 
1.6.1911 Drittes Blatt
 
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Nr. 127

Drittes Blatt

161. Jahrgang

Giehener Anzeiger

Erscheint Ugllch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberhejjen

DieGießener SemillcnbliHter werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatt fflr den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftliche» Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Donnerstag, 1. Juni (911

Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schea UntversnälS - Buch- und Sieindruckeret.

9L Lange, Dießen.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 6L

Redaktion:112. Tel.-?ldr^AnzelgerDießen.

Deutschland und der englisch-amerikanische Zchiedr gerichtrvertrag.

DieNordd Allgemeine Ztg." bringt an der Spitze ihres Blattes die^ Nachricht, daß, nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten der deutsck>en Regierung zu er Tennen gegeben hätte, daß sie gewillt sei, ebenso rote mit England, so auch mit anderen Mächten eigen Schiedsge richtsvertrag auf breiterer Grundlage abzuschließen, die kaiserliche! Regierung den Wunsch ausgesprochen habe, den von der amerikanischen Regierung auvgearbeiteten Ent­wurf kennen zu lernen, und ihre Bereitwilligkeit erklärt habe, in eine Prüfung des Entwurfs einzutrelen.

Von dieser amtlichen Kundgebung bis zum Abschluß eines wirtlichen deutsch-amerikanischen Schiedsgerichts- abkommens, oder gar bis zum Anschluß Deutschlands an die zwischen Nordamerika und England geplante Schieds gerichtsverbrüdernng, an der auch Japan teilnehmen will, ist natürlich noch ein weiter Weg. Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Haltung die übrigen Nationen, namentlich Franzosen und Russen, dem deutsch-englisch- amerikanischen Schiedsgerichtsabkommen gegenüber ein nehmen: die französischen Chauvinisten haben fedenfalls gegen die Angliederung Deutschlands an das englisch-ameri- ianische Schiedsgerichtsabkommen schon protestiert, unb die Nationalisten in Rußland dürften ihr gegenüber dieselbe Stellung einnehinen, obwohl es keineswegs ausgeschlossen erscheint, daß sich auch Frankreich und Rußland, sowie die. übrigen europäischen und außereuropäischen Nationen, dem Vorschläge des Präsidenten Taft nach und nach an­schließen.

Vor diesem Volterkonglomerat, das sich um die Schieds­gerichtsstandarte sammeln soll, muß einem einigermaßen grauen Es ist ausfallend, daß gerade England und Nord- amerila sich zuerst zu einem Abkommen bereitfinden ließen, das Kriege nach Möglichkeit im weiteren Umfange aus dem Völkerleben ousscheiden sollen. Tas liegt neben dem wenig kriegerischen Charakter dieser Nationen, die sogar die all- gemeine Wehrpflicht verabscheuen, wahrscheinlich an dem bort herrschenden Feminismus. Für Schiedsgerichtsver träge ist Deutschland, sofern darin auch fragen der natio­nalen Ehre und der nationalen Lebensinteressen einbezogen werden, wenig reif. Was zwischen England und Nord­amerika möglich ist, ist es nicht bei uns. Und mag man aus (Gründen der Rassegemeinschaft eine Annäherung an die beiden Brudervölker auch noch so sehr für wünschens­wert erachten, so dürfte diese nicht die Form eines Schieds- gerichtsvertrages erhalten, sondern nur die eines Bünd­nisses. Schiedsgerichtsverträge fön non allein dazu bestimmt sein, Rechtsstreitigkeiten ans der Welt zu schaffen; politische und wirtschaftliche Gegensätze werden in letzter Instanz doch durch das Schwert entschieden werden. Man darf deshalb in der Notiz derNordd. Allgem. Ztg." lediglich den Willen der deutschen Regierung sehen, sich über den Taftschen Schiedsberichtsvorschlag zu unterrichten. Ihre ganze Fassung werft darauf hin, daß Deutschland dem eng- lisch-amerilanifttten Schiedsgerichtsvertrag lischt beitreten wird. Nur die internationale Höflichkeit verlangte es, daß daS amtliche Blatt in dieser zu nichts verpflichteiiden Form von den Schiedsgorichtsbestrcbungen des Präsidenten Taft Notiz nahm.

Aus Staöt und Land.

Gieße n, 1. Juni 1911.

** Bauernregeln f ü r Juni. Juni feucht und warm, macht den Bauer nicht arm. Im Juni viel Donner, bringt fruchtbaren Sommer. Wenn naß und kalt der 3uni war, verdirbt er meist das ganze Jahr. Nicht zu naß und nicht zu kühl, ilicht zu trocken und nicht zu schwül, warm und naß unb kühl und trocken, dann gibt der Brach­monat in die Milch zu brocken. Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestahn. Wenn im Juni Nordwind weht, das Korn zur Ernte trefflich steht. Wie an Me- tardus (8. Juni das Wetter fällt, es bis zum Mondesschluß anhält. Nach Sankt Veit (15. Juni > ändert sich die Zeit, die Blätter wenden ihre Seit! Vor Johannistag (24. Juni > man keine Gerste loben mag Bor Johanni bitt' um Regen, nachher kommt er ungelegen. Regnets am Johannistag, eine nasse Ernte inan erwarten mag. Peter und Paul 29. Juni' klar, bringt uns gutes Jahr. Wenns am Siebenschläfer (27 .Juni regnet, regnete sieben Wochen. Stellt der Juni mild sich ein, wird mild auch der Dezember sein.

* Goldene Hochzeit. Ter Lokomotivführer i. P. Ioh. Hch. Kohler begeht morgen mit seiner Gattin in voller Rüstigkeit daS Fest der goldenen Hochzeit.

Landkreis Gießen.

-m. Langd, 1. Juni. Tie hiesige Gemeinde-Feld- und Waldjagd ist an zwei Frankfurter Herren zum Preike von 2110 Mark verpachtet worden. Tie seitherige Pacht- summe schwankte zwischen 800 und 900 Mart'. Seil dem int Jahre 1905 enolgten Lode des Geheimerats Prozessor Tr. Eckhardt von Gießen, der die Jagd bis dahin inne hatte, ist dieselbe jefct zum üi.'Ttcn Male verpachtet worden. Infolge dieses fortwähren­den Wechsels der Pächter tarn es nie zu einem richtigen Mschune, so daß das Wild, namentlich Haien und Fasanen, überhandnahm und zu einer großen Plage für den Landmann geworden ist. Ein planmäßiger Abschuß des Wildes wäre deshalb nötig.

Kreis Alsfeld.

x Ruppertenrod, 31. Mai. Wie es den alten, ab­genützten Pferden manckunat auf dem Transport zur Pferdeschlächterei geht, das ahnt gewiß mancher Verkäufer dieser abgestandenen Tiere nicht. Gestern passierte unseren Ort ein ^Tcröetreiber von solchen zwei Pferden. Tas eine vermochte roch rüstig fürbaß zu fdjmten, das andere aber konnte aus Schwäche nicht weiter: cs brach auf der Torfstraße zusammen. No he Fußtritte und Schläge brachten das arme Tier wieder am äie schwachen Beine. Vor dem 'Ort tonnte das alte Pferd wieder aircht weiter Ta forderte der Treiber die hinzugeeilten Ünirbeu «ui, mit Steinen auf das Tier zu werfen. Unter den Stein- Dürfen raffle sich das Pferd loiebcr auf, tonnte aber doch nicht "lange fort. Einem vorbeifahrenden Fuhrmann band er es dann Knuten an den Wagen, wo es gewaltsam mitgezogen wurde. Eure Dlche unbarmherzige Tierquälerei und Verleitung der Kinder dazu, gehört bestraft zu welchen..

§ Ober-Ohmen, 31. Mai. Ter Oberlauf der Ohm ii unserer Gemarkung ist ein ganz vorzügliches F o r e l l e n w a i I c i Es dürfte kaum einen Fischercibezirt geben, her frei verpack,:, wird, in dem fick ein solcher Forellenreichtum befindet, wie i dem hiesigen. Eigentümlich ist es, daß der angrenzende Lai der Ohm durch die (^miartung Ruppertenrod nicht im entfern testen sich an Forellenbestand mit dem unserigen messen kann Es hat sich erwiesen, daß die Einsetzung junger Forellenbrut 6c: ganz vortrefflicher Wirrung mr die Förderung des Fischbestand^: unserer Vachläuse ist. So sind auch in diesem Frülnahrc roiebe; Die Wasserlaufe mit Forellenbrut durch die Forsbalademie Gießen versehen worden. Dieses Einsetzen müßte nur häufige. nicht in zu großen Zwischenräumen geschehen.

W. Lernet, 31. Mai. Ern 11 jähriger SchUljUng machte sich gestern nachmittag an einem Neubau mit Back '"leintragen auS Zeitvertreib Beschäftigung. Er fiel na ! mehreren Gängen in das 1. Stockwerk mit ein paar Steine 'n die Tiefe und zog sich außer Hautabschürfungen im Ge­sicht auch einen Armbruch zu. Das Besteigen von Neu­bauten zieht unsere Schiiljugend seit Jahren anderen Spieleri immer vor und ist dies eine Mahnimg an die Eltern, ihre Kinder ivährend der Bauperiode stets auf solche Unfälle auf­merksam zu machen, zumal Bauizerren und Bauuntcrnehme> für solche Unfälle nicht haftbar sind.

w. Angenrod, 31. Mai. Eine wahre Pracht wird in diesem Jahre an der Kreisstraße AngenrodSeibelsdorf sich entwickeln, werden doch eine stattliche Anzahl Kirschen­bäume bald ihre Reife beenden. Unaussprechlich voll hängen sämtliche Bäume und der KreiSkosse wird eine beträchtliche Einnahme zufließen. Ebenso wird sich die diesjährige Üeidelbeerernte in unseren waldreichen Gründen äußerst günstig gestalten. DaS seitherige warme Wetter kain der Entivickclung des guten Blüteuansatzcs der Sträucher sehr zustatten, so daß sich in dieseni Jahre der Preis der Beeren nicht allzu hoch stellen wird.

0 Vom vorderen Vogelsberg, 31. Mai. Noch vor wenigen Jahren war die Schwarzamsel bei uns auf dem Lande ein Minb des Waldes. In die Anlagen und Gärten der Städte war sie schon längere 3eil eingezogen. Jetzt ist die Amsel eine Bewohnerin unserer Decken int Felde geworden, in­sonderheit der Hecken, die in der Nahe der Straßen liegen. Auch aus den Dorsgärten erschallt ihr stolzer Gesang. Dieses Näherrücken der Amsel ist gewiß mit Freuden zu begrüßen. Es erwächst nunmehr aber auch die Aufgabe, ihre Nester sorg­fältig zu sckiützen.

Kreis Lauterbach.

= Schlitz, 31. Mai.Nicht weltberühmten Namen das kleine Städtlein trägt, nicht breite, stolze Straßen die Mauer dort umhegt, her Fluß trägt feine Schiffe, doch ein Dampfzug kreuzt das Tal, uni) lieblich ist's zu idwuert im Hellen Sonnen­strahl/' So fingen die Schlitzet von ihrem Heimalstädtchen, in dem am 8., 9. und 10. Juli das 3 8. G a uturnfcst gefeiert werden soll. Stolz sind feine- Einwohner darauf, ein solches Fest feiern dürfen, und ihre Ehre fetzen sie darein, dasselbe so sckwn und der Turnsache würdig zu gestalten, daß alle Be­sucher noch lange davonsingen und sagen" werden. Wird doch schon die wunderbare Umgebung des Festortes alle .Herzen ec- freuen. Wie trotzig und doch wie traut blicken seine vier Burgen mit der uralten Kirche in ihrer Mitte hinunter ins Tal und hinüber zu dem Ringwall von Bergen, Der sie umgibt. Wie an- heimelnd sind seine schmucken Fachwerfbauten und seine engen Gäßchen. Und wie werden die .Herzen der Turner und Gäste schlagen beim Anblick deS Fcstplatzes, der anderswo kaum günstiger und schöner sc-n kann, als hier. Tie Festausschüsse sind sckwn wochenlang tätig und die Bürgersckasl rüstet sich zum Empfang. Tie Festmusil wird von der Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 83 zu Kassel und den beiden Stadttapellen ausgeführt, der GesangvereinHarmonisches .üranzdren" wird durch auserwählte Chöre dem Feste eine besondere Weihe verleihen. Sonderzüge ne richten: Am Samstag, 8. Juli: Gießen ab 1,30, Schlitz an 4,30 Ufer nachmittags: Sonntag, 9. Juli: Fulda ab 11,50, Schlitz an 1,10 Uhr nachmittags; Schlitz ab 10,10, Gießen an 1 Uhr nachts: Schlitz ab 10,25 Uhr abends bis Alsfeld und Ansckstuß nach Grebenhain.

~ Stockhausen, 31. Mai. Bei einem gestern nach­mittag über die hiesige Gegend niedcrgegangeucn Gewitter schlug der Blitz m das Anwesen des Landwirts Muth auf dem in unserer Gemarkung nahe der preußischen Grenze gelegenen Hof Niederndorf. Schciiern und Stall brannten vollständig nieder, daS WobnhauS konnte durch daS schnelle Erscheinen der Stockhäuser Feuerwehr gerettet werden. Es ist dies binnen 14 Tagen int Kreise Lauterbach schon der dritte Fall daß Gebäude durch Blitzschläge eingeäfchert wurden^

Kreis Schotten.

e Laubach, 31 Mai. In diesen Tagen unternahmen die Lehrer des hiesigen Gvmnasiums wie allchlnttich mit ihren Schülern größere Ausflüge. J2>ic oberen Klaffen hatten den Rhein, das Hinterland und Die Schwalm als Ziele der Wande­rungen auscrfehen, ivährend die unteren Klaffen mehr die nähere Umgebung, Gelnhausen, Büdingen, Nidda, SalMmen, aufsuchten.

e Freiens een, 31. Mai. Bei einem hiesigen Bäcker­meister wurde in vergangener Woche ein gebrochen und 500 Mart entwendet. Ter Polizei gelang es, eine Frau als Tiebin zu ermitteln, die sich durch größere Geldausgabcn der Tat dringend verdächtig gemacht hat.

Kreis Friedberg.

X Bad-Nauheim, 30. Mai. Ein beliebter Gast, der sonst immer im Herbst zu uns kommt, war Heuer schon früh bei un5: Robert Kothe, der heute im Kurhaus durch einen Liederabend ein zahlreiches Publikum erfreute. Er saug wieder ernste und heitere Lieder zur Laute, hatte aber ein ganz neueS Programm. Es seien nur genannt:DaS Schwanenlied eines Fahrenden* unb das Lied der ,Armen Seele vor der Himmelstür*.

Hessen-Nassau.

h. Marburg, 31. Mai. Die philosophische Fakultät der Universität verlieh dem Geh. Kommerzienrat Wilhelm Kalle in Biebrich die Würde eines EhrendoktorS.

x Wetter, 31. Mai. Ein verheirateter Mann namens CaSpar an§ SSo Ilmar, der bei einem Tarnpf- sägewerk in Battenberg beschäftigt ist, wurde gestern von einem abspringenben Stück Holz berartig am Kops getroffen, baß er nach kurzer Zeit verschieb.

W. WieSbaben, 31. Mai. Prälat Dr. Koller, atbolischer Stabtpsarrer von WieSbaben unb Dekan, ist nach ängerer Krankheit heute Vormittag im Aller von 72 Jahren v.üorben.

Marktbericht erstattet von der Landw. Hauptgenossenschast für Adcrhesscn zu Zriedberz.

Friedberg, den 31. Mai 1911« Weizen.

Tie Nachrichten über den Feldcrßand in Teulsckiland lauten recht verschieden, und neben vielseitigen Klagen über dünnen Roggenstand hört man in letzter Zeit auch manches ungünstige Urteil über die Hasersaaten, aber soweit sich bisher übersehen läßt, scheinen bei den Halmfrüchten ernstere Frostichäden laum Dorgefommcit zu sein. In der abgelausencn Berichlswoche^ war das Wetter insofern .vorteilhafter als cd in fast allen Teilen Deutschlands »nchrfack geregnet hat. Am Fruchynarkt zu Frankfurt toar Di: Stimmung infolge reichlicheren russischen An­gebots anfangs abgescknröcht, befestigte sich aber später, als die Nachrichten über den Saatenstand in Rußland sich nndersprachen und die Exporteure ihre Forderungen wieder hinaufsetzten. Trotz­dem blieb aber daS Gcsckfätt klein, da sowohl Händler als auch Mühlen Zurückhaltung beobachteten. Inländischer Weizen wurdet bezahlt:

irachlfrci Alaniiheim mit Mk 21.75 biS Mk. 22.20

ftrantnirt a. M. , 21.20 21.40

wagaonsrel oberh. Stat. , 19.80 , 21.20

Amerika klagte wieder mehrsach über heiße und trockene Witterung in einigen Anbaugebieten, doch schenkte man den damtt zusammenhängenden Kursbei'seruiigeu keine sonderliche Beachtung, zumal der Cintinnati Preisbericht die Aussichten weiter günstig: beurteilt und nicht nur eine gute, sondern auch eine nngewölMlich früh.veitige Ernte in Aussicht stellt. Die Widerstandsfähigkeit: der amerikanischen Wcizenpreise ist aber umso bemerkenswerter, wenn man Dir hohen Schätzungen für Kanada in Bcvrachlt zieht. Für diese.- Jahr dürfte mit einer Vergrößerung des An- baugtbictes von 10 bis .15 Prozent zu rechnen sein.

Für Rußland bekundet Der Gcticidehandcl nach wie vor großes Interesse. Ausgiebige Niederschläge haben die Ernte- ausjichten zweisellos sehr gebessert. Angesichts der günstigeren Beurteilung der russischen Erntesituation hält sich hie Unter» nehmungslust immer mehr zurück. Es scheint zweifelhast, ok» Rußlanb noch über so große Vorräte verfügt, wie man vielfach zu glauben ickwint. Hiergegen spricht die Tatsache, daß hie russi­schen Verschiffungen von 2 093 000 Doppelzentnern in der letzttti Woche auf 1 415 000 Doppelzentner zurückgegangcn sind.

Roggen.

In Deutschland bestand angeiichtS der allgemein schwächeren! Haltung für das ziemlich mäßige Angebot von Roggen nicht nid) Kauflust. Tie Mühlen find zwar leineswcgs rcichlicki versorgt, halten aber augenblicklich um so mehr mit Aiisck>asfimgen zurück, als mit her Abschwächung aus dem Gelreidemarlt auch im Mehl- geschäft Ruhe cingetretcn und der Absatz schwieriger genwrdcn ist. Man zahlte in Frankfurt a. M für Roggen 17,75 Mk. obeq 17,25 Mk. ab oberhessischen Stationen.

Hase r

behielt auch in der abgclausenen Woche seine ruhige aber seftck S?altimg weiter. Tie .hänhlcr haben sich bei hohen Preisen etwas! stärker cmgedcckt und lehnen weitere Erwerbungen vorläufig Nordrußland war für Hafer nicht entgcgenkonimenhcr und ha man; in Deut ich land vielfach über das Aussehen der Haferfelder klagte so hielten die Abgeber für Lieferung in ipäteren Monaten zurück.

Notiz: 18,50 Mk. bis 19,50 Mk. je und: Beschaffenheit Parität Franlfurt a. 9)1. Tie billigere Ware ist minderwertiger, leichter russischer Haser, den Pferde nur widerwillig aufuehmen, mangelhaft tauen und Der bei seinem geringen Gchali an Futter- wert itod) obendrein den Ticrlorver halb verdaut verläßt. Tie bessere Ware zu 19, bis 19,50 Ml. ist, salls russische Ware schwer, besitzt volles Korn und verlohnt Die Versülterung. Zu> Diesen Preisen ist auch banerischcr Fichtelgebiigsl)afer läuflich.

Markte.

~ Lauterbach, 31. Mai. Heute sand hier Der alljährliche Prämien markt statt, mit dein die übliche Verlosung von Viel> und Geräten verbunden ivar. Infolge der in verschiedenen Kreisen herrschenden Maul- und Klanensenche war Den Händlern das Be­treten des Viehmarktcs verboten und unter dem Drucke der Vor­sichtsmaßregeln war der Auftrieb von Großvieh zum Handel gering. Tie aufgetriebenen Tiere waren hauptsächlich zur Sckiau bestimmt. Ter von dem Kreisziegenzuduverein mit dem Prämicnniarkt ver­anstaltete Ziegen martt war dagegen sehr aut ES gelangten eine ansehnliche Zahl Ziegen unb Lämmer Saaner Raffe) zumi Auftrieb. es wurden für etwa 1500 9)uirf Tiere nach auswärts! vevtauf't und zum Teck mit her Bahn versandt. Ter Scl:wcrne» martt war wieder weniger Ifbfxm Ta für Ferkel zu hohe Preise verlangt wurden, war die M autln ft gering und es wurden daher- nidft alle Tiere abgesetzt. Aus dem Krämerntarlt war der Verkehr sehr lebhaft, denn da-, ichöne Wetter hatte eine große Zahl Be­sucher aus dem Vogelsberg und den umliegenden Litten herbei^ gelockt.

Limburg a. d. Lahn, 31. Mai. Druck;tmarkt. Turch- schnittspreis pro Malter. Roter Weizen inasiauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebante Freindsorle; 10,50 Alk., Korn 13,00 Mk., Gerste: Ö"ttergerste 00,00 Alk., Braugerste <'-0,00 Mk., Haser Alk. 8,80, Erbsen 0,00 Alk, Kartossclu 7,00-8,00 Alk.

Spielplan des ttmhaur Theaters Bad Nauheiml"

Plonlag den 5. Juni (Psingsl-Montag): ,Ter Raub der Sabinerinnen/ Mittwock; den 7. Juni:Ter große Name.^ Freitag den 9. Juni: Erstes Gastspiel von Frl. Tony Sylva vom Residenztheater in Berlin: .Ter Tieb." Sonntag Den 11. Juni: Zweites Gastspiel von Frl. Tony Sylva vom Residenztheater in Berlin:Fräulein Iosette meine Frau.^

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