Ausgabe 
1.2.1911 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Der wirtlen

das Mehr ( + ) bezw. Weniger () gegenüber

Roggen

(

(

(-

(4-

(

(

(-17=)

Gedenket der hungernden Vögel!

)

l )

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin

Mai 2^4.25

3-eßott maoRt^o!

(- (-

200

201

194

196

193

199

200

(- (+

( + (- s t- (-

1)

1)

1) )

1)

3) )

) )

198 (

198 (

200 (

) )

1) 5)

4)

4)

1)

1)

1)

1)

1)

3)

1)

2)

2)

1)

Klammern ()

Königsberg Danzig Stettin Voten Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dressen

196

193

2o0

199

19 i

202

205

215 (- )

215 (4-2% > 226 (- ')

der Vorwoche in

Haler

lolgt:

143'

147

145

142

144

149

148

152

151

152 155

150 152

150 173

171

170

167 164 172 154

170

175 170 153 165

165 16-

168

Braunschweig Rostock Kiel Hainbnrg Hannover Dilsjeloor» Frank'nn a.M. wlaniibeim Sliittgart München

- UtzAtz. der Billigkeit von VTK-a M&lb / ^rtiwr6 Melzksstk ist das ersparte Geld, ^as man am Ende des Jahres im Beutel hat, wenn man täglich Kathreiners Malzkaffee trinkt.

Das ist irr diesen teuren Zeiten von größter Wichtigkeit!

151 142

118

154 152'/,

154 162'/, 162% 167%

170

- )

<+ 2)

Dcrtnijcbfe».

Verw endung von Aluminium als nz- metall. Die französische Negierung geht mit der Absicht um. Scheidemünzen aus Aluminium herzustellen. Man ist letzt auf der Luche nach einer passenden Legierung, da man sowohl das reine Aluminium wie auch die bis jetzt be­kannten brauchbaren Legierungen für zu leicht hält. Ein triftiger Grund dürfte das übrigens nicht sein. Jin Gegen­teil die große Leichtigkeit, die sich wesentlich ron der des Goldes und Silber unterscheidet, macht es möglich, den Stücken die Giöße des Silbergeldcs zu geben, ohne daß die Gefahr einer Verwechslung vor liegt.

* D.i e Gesamtbevölkerung des britischen Weltreichs beläuft sich auf 343 748 000 Personen. Im Jahre 1891 betrug die Gesamtzahl 307 474 000. Mit dem raschen Wachstum der Bevölkerung halt die Tätigkeit der Post gleichen Schritt. Während des Wahres 1909 betrug die Anzahl der von 18 399 indischen Postämtern bestellten Briefe und Postkarten 767 922 723, der Zeitungen, Buck-patele inib ivnsrigen Zirkulare 101 192 285, außer­dem wurden noch 6 140 819 Pakete uns 13 244 097 Telegramm, bcltent Zn Australien betrug die Anzahl der bestellten Briefe mr denielben Zeitraum 372 501313, Zeckungen usw. 201 839 873, Pakete 2 917 464, Telegramme 13 890 277,

beigefügt ist, tote Weizen

Getreide-Wochenbericht

der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 14. bis 30. Januar 1911.

Die abgelaufene Berichtswoche brachte dem Getreidegeschäft keine bemerkenswerte Aenderung. Die amerikanischen Kurs­schwankungen fanden wenig Beachtung. 'Argentinien hat diesmal etwas mehr exportiert, aber infolge eingeschränkter Leistungen seitens Rußlands und der Donau behielt der Weltexport immerbut mäßigen Umfang. Die argentinischen Forderungen lauteten raubet etwas niedriger, dagegen zeigte Rußland kein Entgegenkommen, trotzdem die besseren Transvortverhältnisse größere Zufuhr er­möglichten. In den Bedarfsländern bestand auch diesmal wenig Unternehmungslust. Für Deutschland fiel besonders der Umstand ins Gewicht, daß Frankreich mit feinen Anschaffungen vorsich­tiger geworden ist, so daß von neuem Export diesmal wenig zu hören war. Die Nachfrage seitens des Inlandes hielt sich in bescheidenen Grenzen, aber auch das Angebot, namentlich in feinen Qualitäten, hatte nur geringen Umfang. Immerhin mußten sich Käufer hier und da mit etwas ermäßigten Preisen abfinden. Im Lieferungsgeschäft verlor Weizen bei stillem Verkehr I1/2 bis 1% Mark. Im Gegensatz zu Weizen hatte Roggen sehr feste Tendenz, da sich für diesen Artikel sowohl im Jnlande als auch an der Küste ziemlich gute Kauflust zeigt, während die Provinz ihre For­derungen^ hoch hält. Infolge des Mangels an guten Qualitäten findet russischer Roggen andauernd Beachtung, und es haben auch in der Bertchtswoche wieder größere Geschäfte darin stattgefunden. Im Lieferungsgeschäft stellte sich Roggen um Vr bis 1 Mark höher als vor 8 Tagen. Hafer erfreut sich int Jnlande guter Nachfrage, die sich aber meist mehr aut 'Die spärlich offerierten feinen Qual täten erstrebt. In Berlin gestaltet sich das Hafcrgeschäst infolge unlohnender Konsumpreise fajraierig. Für die etwa % bis 3/4 Mark betragende Besserung der Lieferungspreise war in der Hauptsache die Festigkeit der russischen Offerten maßgebend. Russische Gerste war infolge umfangreicher Deckungen namentlich für nahe Ware sehr fest. Vcnis war trotz ungünstiger argentin scher Ernteaussichten von Amerika und Rußland zu wenig veränderten Preisen am Markte.

Es stellten lieb die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark vro 1000- je nach Qualität, wobei

(- 1.75), Bi,daveil 'Avril 194.75 (4- 1.9 ); Paris Jan. 221. 0 (- 1.35); stiverpol Marz 159 15 ( 00.65) Chicago Ala, 150.05 ( 2.70). Roggen: Berlin Mai 157.00 (-{- O.öU). Hafer: Bersin Mai 155.50 (+ 0.50) Alk.

,. Mgstliä Migutig zivis Mlreich jonbe , >ris,l. M kündigt Mhung

Suii' ,ie Iffjtti, rat

Stylen m

Die m

W meyr

5^4 jt?' 1.

V- °<°n her < k S einem i, 8en)ijjeUnnlcu

ui unb b-?elde > *<%e di!

(ßcricbtsiaaL

FC. Wiesbaden, 30. Jan. Der Polizeihund als Hauptbeweis. In der Nacht vom 17./18. Oktober v. Js. wurden in den Anlagen auf der Kaiserstraße in Wiesbaden sechs Mnsa- und vier Lorbeerpyramiden im Werte von ungefähr 400 Mark um gefügt. Die Polizei setzte auf die Spur des Täters den Polizeihund Luchs, der schon verschiedentlich Proben seines Könnens abgelegt hatte. Dieser nahm sofort Witterung und verfolgte die Spur durch die August-Wilhelm-, Goethe-, Herder- straße, Luxemburgplatz nach der Riehlstraße, vor dem Hause Nr. 22 machte er Halt und lief, als ein Postbote die Tüt öffnete, schnur- tracks in dasselbe. Vor einer Tür im vierten Stock verbellte« er die Spur. Der Schutzmann Huse, der kaum dem Hunde zu olgen vermochte, stellte fest, daß in der Wohnung der Hausbursche Philipp Schiller domilizierte. Schiller wat nicht zu Hause, nur eine Frau. Diese sagte, daß ihr Mann in der vergangenen Nacht daheim gewesen. Eine von dem Schutzmann eingehend vorgenommene Untersuchung fn der Wohnung nach einer Säge ober sonstigem Handwerkszeug war ergebnislos. Ermittelungen ergaben, daß Schiller früher in städtischen Diensten als Garten­arbeiter gestanden unb am 20. August v. Js. den Dienst verlassen mußte, weil er kurz vorher zwei Fuchsienstöcke aus den Anlagen am Gutenbergplatz entwendet hatte und dafür am 27. September 0. Js. vom Wiesbadener Schöffengericht mit sechs Mark Geld- trafe belegt worden war. Infolge der Arbeit des Hundes wurde Anklage gegen Schiller wegen SachbesflKdigung erhoben und heute hatte sich die Strafkammer mit dem Falle zu beschäftigen. Schiller bestritt die Tat begangen zu haben. Er gab an, zu der fraglich n Seit zu Hause unb überhaupt nicht im Stande gewesen zu sein, in der angegebenen Zeit eine Säge zu führen, da er von einer schweren Lymphgefäßentzundung an beiden Händen befallen. Durch zwei Zeugen wurde jedoch festgestellt, daß Schiller an dem frag­lichen Abend um 10% Uhr das Haus, in dem er wohnte, verlass n habe und der ärztliche Sachverständige erklärte, daß die Krank­heit, an der Schiller an den Händen gelitten, ihn doch in der redestehenden Zeit befähigt habe, Arbeiten mit der Säge und dergleichen vorzunehmen. Das Gericht verurteilte Schiller zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten. Es führte aus, daß, wenn der Beweis auch nur durch Indizien geführt, ei dieser doch völlig lückenlos. Vor allem habe der Hund die Spur des Täters in so staunenswerter Weise ausgenommen und bis vor die Tür der Wohnung des AngeÜagten verfolgt, daß es keinem Zweifel unterliege, daß Schiller allein als Täter in Betracht kommen Auch habe der Angeklagte ein Motiv zu der Tat gehabt. Die Anlagen müßten vor solchem Frevel be­wahrt bleiben, der, wenn er begangen, nicht hart genug geahndet werden könne. Bemerkt sei, daß Schiller heute wegen Dicb- tahls von Linoleum im Werte von über 100 Mark vorher in eine Gefängnisstrafe von einem Jahr genommen worden war und daß die beiden Strafen in eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren zusammengezogen worden waren.

WRI ANW

man empfindlich. Rasch ist eine Erkaltung da und die Stimme ist öfter belegt und heiser als frei. Das lästige Gefühl der belegten Stimme vergebt, sobald man ein paar Wybert - Tabletten zu sich nimmt, die immer zur Hand sein

1 o , müssen und in allen Apotheken

] ark pro Schach el kosten. Bei Erkältung lindern sie den Hustenreiz und br .gen den Katarrh schnell'zum Schwinden.

Depot in tiies ,en: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. [ss®/8

Attr Stadt «nd Land.

Gießen, 1. Februar 1911.

** Ordensange legen Helt. Der Großherzog hat dem Vorsitzenden des Vorstandes der Landesversicherungs­anstalt Großherz-ogtum Hessen, Geh. Regierungsrat Dr. Dietz in Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des chm von dem König von Preußen ver­liehenen Rvten «Adler-Ordens 3. Klasse erteilt. Der König von Preußen hat aus Anlaß seines Geburtstages die Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse dem Vorsteher des städti­schen Armenamts Heinrich Holzem er in Offenbach, dem praktischen Arzt Dr. med. Theodor Raiser in Worms und dem Hauptmann der Reserve, Rentner Hch. Wilh. Wa l- lau in Mainz, verliehen.

** Tuberkulose-Museum. Vom 6. bis 22. Jan 1911 war das hessische Wander-Tuberkulose-Mu­seum in Kassel ausgestellt und von insgesamt 11000 Personen besucht worden. Die Ausstellung erfolgte aus Veranlassung des dortigen Vereins zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgefahr. Sie fand in allen Schichten der Be­völkerung ungeteilten Beifall. Besondere Anerkennung und Dank gebührt der Kasseler Aerzteschaft, die cs fertig brachte, daß 33 volkstümliche Vorträge über alle möglichen, die Tuberkulose und verwandte Erscheinungen betreffende Fra­gen gehalten wurden, die ganz besonders gut besucht waren. Es ist kein Zweifel, daß die Ausstellung ihren Zweck, zur Aufklärung der Bevölkerung hinsichtlich des Wesens der Tuberkulose beizutragen, in hervorragender Weise er­füllt hat.

** Dvette Guilbert mit der <5 0 c i e t e d e C 0 n - certs d'Autrefois am 11. Februar in der Aula. Man schreibt uns: Während man schon immer für den hohen Wert alter Bilder und klassischer Statuen ein Verständnis hatte, während alte Bilder, Stiche, Nippsachen usw. mit Eifer gesammelt wur­den, hatte man vor der alten Musik eine Art respektvoller Scheu. Die großen Werke Bachs und Haendels, von Chor- und Orchester­massen vorgetragen, sprachen zwar für sich selbst durch ihre über­wältigende Wucht, aber die etwas kleineren Nebengötter jener großen Periode hielt man für verstaubt unb abgetan. Vollends heute, wo nur ein übergroßes Orchester die Menge interessiert, konnte man sich gar nicht vorstellen, daß die süßen Meister einer galanten Periode das Publikum fesseln könnten. Und doch wie wundervoll und überraschend war die Wiedererweckung jener so wunderbar harmonischen Musikepoche. Das Verdienst, die Kompo­nisten des 18. Jahrhunderts neu belebt zu haben, gebührt vor allem Frankreich unb seinen feinfühligen Musikern. Nur Frankreich baut heutzutage noch Instrumente, bic den alten Klang über­legen, bennoch all jenen Reiz in sich bergen, den wir auf Frago- nards unb Lanerets Bilbem finden. Nur Frankreich bildet Vir­tuosen aus, die diesen schwer zu behandelnden Instrumenten süße Klänge zu entlocken vermögen. Unter den verschiedenen Gesell­schaften zur Pflege alter Musik nimmt die Societs de Concerts d'Antrefois unstreitig einen der ersten Plätze ein. Jeder, der französische Orchester kennt, weiß, daß mit dem Klang der dor­tigen Holzbläser sich kein anderes Orchester messen kann. Unter den Pariser Künstlern nun ist Louis Fleury, Flötist, eine der be­kanntesten Persönlichkeiten. Louis Bleuzet, Solo-Oboist her großen Oper in Paris unb der Konzerte des Konservatoriums, der in dem Ensemble die wunderbar weiche Hauibois d'Amour vertritt, ist ja heute wohl der beste Oboist Frankreichs. Ein merkwürdiger Vir­tuose auf dem dreisaitigen Kontrabaß ist Eduard Nanny. Ihnen schließen sich R. Michaux mit der Viola d'Amour dieses Instrument ist als Vorläufer des modernsten Saloninstrumentes, der Violine besonders zu lieben, alsGambist", Beherrscher einer zahllosen Menge von in Quarten und Terzen gestimmter Saiten Georges Desmonts ebenbürtig an. Wenn die feinfühligen Künstler sich zu einem Werk von Grätry, Sachini, Couperin oder Mozart zusammentun, und über ihren weichen Tönen die Ar- peggien des von Frl. Marguerite Delcourt meisterlich beherrschten Clavecins ertönen dann schließe man die Augen und träume sich an den Hof Ludwigs des XV.

** Der Kaufmännische Verein hält nächsten Sams­tag im Gare Leib sein Winterfest ab. Er bietet durch Enga­gement des Herrn Hans Fredy aus Berlin einen luftigen Abend Wer ist Hans Fredv? Tas ist nicht so leicht zu sagen. Er selber gibt seine Biographie knapp und bündig: Ich war bei der Gründung des Wolzogenschen Ueberbrettel dabei, bin Schau- scheler. kann Tenor fingen und ganz gut Klavier spielen. Und lern Programm! Gibts nicht! Oder doch, wenigstens ein Uni­versalprogramm mit der Devise: Lachen ist gesund! Die Schalk- heit, der Spott, die Satire und der Humor sitzen ihm im Nacken, nnb feine Vasallen. Man ist von ihm eingenommen, ehe er begonnen hat, man ahnt vorher, er ist ein ganzer Kerl. Was er bann bringt, ist Kunst in feinem Stil, keine groben Geschütze, lonbern allerliebste Sächelchen, bie er deklamiert, rezitiert unb Nngt UeberbrettelFunft aus ihrer besten Zeit. Freby ist kein Humorist unb Komiker der Alltags-Varieteebühne, kein Effekt- Hascher er weiß seine Vorträge wirken ohne Künstelei, und doch ist auch seine Mimik eigenartig, so selbstverständlich, beinahe un­gezwungen; man lacht, sobald Hans Fredv lacht und man schüttelt sich vor Lachen, wenn er des Lachens fein Ende findet. Aber iQ selbst: Lachen ist gesund! Soll da vielleicht jemand

ernst bleiben wenn Fredy am Klavier sitzt und bayerische urwüchsige Volkslieder singt, wenn er bie Parodie auf HeinesFichte und Palme" vortragt? Wie tragikomijch ist nicht seine Geschichte von denDrei Traumen"", wie humorvoll bie vonklein Evchen", dem enfant terrible. Dann erzählt der Künstler aus seiner ©d)au= Wiekriaufbabn ergötzliche Schnurren voll Schalk unb Humor, tllleruebjt sind auch ,bie kurzen Epigramme,teils von ihm selbst, teils von einem andern"; stimmungsvoll ist sein Hymnus auf diefußen Frauen"". Der lustige Schalk sitzt ihm wieder im Nacken, wenn er das in seiner Pointe so wirkungsvolledas Kind von heute" .oder dieGardinenpredigt"" vorträgt. , Der Liebe Fluch" betitelt sich eine vieraktige Oper vonihm", die sich in fünf Minuten abspielt. Trotzdem ist ihr ein voller Er­folg beschieden Neben Herrn Fredy wirkt die hiesige Regiments- J00*1 uvter Leitung des Herrn Univ.-Tanz­lehrers Will wird den zweiten Teil des Festes bilden.

Landkreis Gießen.

Bersrod, 30. Jan. Gestern abend hatten sich viele Bewohner unserer Gemeinde zu einem Familienabend eingefunden, an dem auch der Krieger- und Gesangverein und die alteren Schulkinder teilnahmen. Nach einleitenden Morten des Lehrers Wolf, worin er an den 18 und 2/-, $-a2u?er erinnerte, trugen abwechselnd Gesangverein und Schulkinder Chore vor. Dazwischen waren Gedichte eingestreut, von denen eins in Wetterauer Mundart (von Geibel) große Heiterkeit erweckte. Was den Abend aber besonders genußreich gestaltete, war die Anwesenheit des Doppelquartetts desBauerschen Gesangvereins" von Gießen. Die Herren hatten einen Ausflug nach hier unter­nommen. Auf Anregung des Lehrers Wolf betrieben sie bls zum letzten Zuge und trugen einige ihrer prächtigen Chöre vor. Nein in Aussprache und Tongebung, zart in Ausdruck und Empfindung, mit innigem Verständnis, so fong die kleine Schar unter Leitung ihres jugendlichen Diri­genten, Herrn C o st. Solch Singen hatten unsere Dörfler

nw gehört Tief ergriffen lauschte man den harmoni- ' lajen Klangen, besonders bei Liedern mit tragischem Inhalt

e. Tragak als Grundton in fast allen Volksliedern durchrlingt. Das war besonders bei dem in hiesigen Spinn­stuben viel GelungenenIch hört ein Vöglein pfeifen" der Avll. ckuch das Landvolk versteht wahre Kunst zu würdigen erst recht, wenn sie so auf Herz und Gemüt einwirkt Leider mußten bie Herren dach scheiden. Das war andere Kost als die oft abgeschmackten Theaterstücke und sonstigen Mätz-

Märkte.

Gieße». 31 Jan. Dlarktv ericht. 9(uf heutigem ^Soeben« markte foitete. j uiter vr. PW. 0,901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 1011 xVfg., Enteneier 1 Stück 0 Big., Mäfe pr. St. 68 Pf., Käsematte pr. St. 56 Psg., Tauben pr. Vr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. et 1,001,60 Ack., Halmen vr. Stück 0,801,80 Mk., Enten vr. et. 1,80-2,20 Mk^ Gänse das Psb. 75-80 Psg., Ochsen- fleikb vr. Psb. 84-92 Pfg., Rindfleisch vr. Pfund 84«8 Pfg,. Knvfleisch 70 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalb­fleisch vr. Pfd. 8488 Psg., Hammelfleisch vr. Psd. 6084 Pfg., Kartoffeln vr. 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Plk., Weißkraut das Stück 20 bis 30 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 8,0010,00 Pik., iliilci) das Utter 20 Pfg., Birnen per Pfd. 15-20 Pik., Aev'el per Ztr. 10 bis 15 Mk., Nüsse 100 Stück 5060 Pfg., ver Ztr. 000 Mk^ Bohnen per Psd. 0000 Pig. Marktzeit von 82 Uhr.

Karloffelmarkt-Bericht vom 30. Januar 1910. Dort« wund: Magnnm bouum 3.30-0.00, weiße runde 2.700.00, Welbfleifdnge weiße O.000 00, rote Mk. 4.00-0' 0. Krefeld: Rote Daber Mk. 0.000.0', andere rote Sorten 0.000 00, Mcnmnm bonum Alk. 2.803.00, (Selbfleijcbige rote Alk. 2.80 bis 3 0, weiße Alk. 2.803.00, Plaidt: Rote Daher 0.00 bis 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnnm bonum Mk. 3.100.00, weiße runde 3.10, Gelbfleischige rote 3.30-0.00, weiße Mk. O.OOO.i'O Frankenthal: Rote Sorten Alk. 2.500.00, Magnnm bouum Bit. 3. 0-3 40, weiße runde Mk. 2.50-0.00. toelbfleud)tge blaue Mk. 3.500.00, rote 3.500.00, weiße 3.50 bis 0.00. Regensburg: Rote Sorten Mk. 2.102.20, Magnnm bonum Alk. O.oO-O.uO, weiße rmibe Mk. 0.00-0.00, Gelbfleischige blaue 0.000.00, rote 0.000.00, weiße 9)lf. O.-jO0.00. (Alles für 50 Kg.)

chen. Nachdem die Sänger geschieden, yielt Pfarrer Hof­mann-Winnerod einen Vortrag über:Was ein deutsches He^ betrübt und erfreut; Erlebnisse aus Oesterreich". Er schilderte, oft von Humor» gewürzt, die übertriebene öster­reichische Höflichkeit und chre Wurzel, sprach über religiöse und kirchliche Verhältnisse, über das Deutschtum, und wie es komme, daß man ,in Oesterreich von Deutschland als einem Paradiese rede. Nach herzlichem Dank an Pfarrer Hofmann schloß Lehrer Wolf den schön verlaufenen Abend.

= Burkhardsfelden, 30. Jan. Der Krieger- v er ein feierte gestern in der Wirtschaft der Witwe Hoff­mann hier Kaisers Geburtstag. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag unseres Lehrers Rausch über die französische Fremdenlegion. In seinen l^stündigen Ausführungen schilderte der Vortragende Wesen und Cha­rakter dieser Einrichtung und die Leiden und Klagen der Le­gionäre. Durch den wirkungsvollen Vortrag zog fich wie ein roter FaHen das Bestreben, die deutschen Jünglinge von dem leichtsinnigen Streich eines Eintritts in die Legion ahzu- halten. Durch Ansprachen des Präsidenten Blei, Bürger­meisters Hoffmann und Gemeinderatsmitgli.des S ch e p p kam die vaterländische Gesinnung des Vereins zum Ausdruck. Gesang, musikalische und humoristische Vorträge jeglicher Art gaben der erhebenden Feier den schönsten Verlauf.

-ch- E b e r st a d t (Kr. Gießen), 29. Jan. Gestern abend feierte der hiesige Krieger verein in seinem Vereinslokal demGasthaus zum Löwen" Kaisers Geburtstag und das 40jährige Bestehen des Deutschen Reiches. Der Vereins­präsident Äug. G ö r l a ch eröffnete die Feier mit einer Ansprache und einem Hoch auf das hohe Geburtstagskind. Alsdann begann der Vortrag des Verbandsredners Lehrer Jakob aus Gonterskirchen bei Laubach, der die deutschen Freiheitskriege und den Krieg 7071 behandelte und durch Lichtbilder erläuterte. Er schloß mit einem Hoch auf die hiesigen Veteranen. Bemerkt sei, daß nur noch vier hiesige Veteranen am Leben sind: Hch. Holler I., der bereits im 83. Lebensjahre steht und am badischen Feldzug teilnahm, ferner Hch. Reitschmitt, Ph. Görlach I. und Joy. Weil, die sämtlick) 7071 ins Feld zogen. Das Vereinsmitglied Wilh. Weckmann II., das sich in längerer Rede über die Entwickelung des Deutschen Reiches, feiner Neugründung verbreitete, regte unter allseitiger Billigung die Ernennung der Veteranen zu Ehrenmitgliedern an. Das weitere Bei­sammensein nahm einen recht gemütlichen Verlauf.

--Rabertshausen, 30. Jan. Unter sehr starker Be­teiligung fand am Sonntag abend die Geburtstags­feier unseres Kaisers im hiesigen Kriegerverein statt. Bis zum letzten Platz war der Saal des Gastwirts Scherer von Männern und Frauen besetzt. Ein ganz beson­derer Genuß wurde den Feiernden geboten durch den inter­essanten Vortrag des Pfarrers Schlosser über feine Englandreise. Reicher Beifall lohnte den Redner.

gttittd01 weiten «ai Fleischhauer päpstlichen- gehen. Das n das größte Intel es sich in erster die päpstlich gastlichen' üben tnerbc. cenbi der Bise abgegeben hatte, die staatlichen U habe der Miste angenommen, t» treffen würde, der Bischof beste für die Zukunft Senn auch die. gahiltät bisher sicht auf den Zw unterliege« tvirl freien Fors geforderte Eid 0 itätfung serfen wird läge unsere: Staat wird sich bildung der G sazichlen und Äer auch die Kii iie Fühlung mii Eren. Tas ton Köln ist alle 3age in bebaue mch dieser Kuu imahren.

tkMu ' mödiei

S-äfc SifÜ 5«. $;S llf öle ; q $ vormittags 9 "®ic heick