über ,die höchste Einnahme, die die Partei bisher zu verzeichnen hatte".
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' Ein japanischer Geheimbund für Ostasnn.
Vor einiger Zeit hörte man, daß man in China einen japanischen Geheimbund entdeckt habe, der für die Vorherrschaft Japans in Ostasien wirken solle. Das scheint jetzt bestätigt zu werden. Die „Agence d Extröme Orient" behauptet, ein geheimes Rundschreiben zu besitzen, das den japanischen Gesandten und Konsuln in O st a.s.i e n von ihrer Regierung z u g e st e l l t worden ist. Es sind darin genaue Einzelheiten über den Gc- heimbund enthalten, der angeblich dem Zwecke dient, die Ausbreitung des japanischen .Handels zu fördern, in der Tat aber nur dazu dienen soll, eine großzügige Spionage in Ostasien durchzuführeu.
Der Geheimbund untersteht der unmittelbaren Aussicht des Generalstabs in Tokio und bat fernen Hanptsitz in Peking. Mehrere Zweigbureaus in der Mandschurei, in der Mongolei, Aunnan, Kwangtung, Birma, Siam und Indien sind ihm an gegliedert. Jedes Bureau untersteht der Leitung von zwei Be timten, von denen einer die Aufgabe hat, sich den Handelsinter essen seines Landes zu widmen und mit der Ortsbevölkerung möglichst freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Sein SloUcgc, in den meisten Fällen ein japanischer Offizier, benutzt die so gewonnenen Beziehungen dazu, um militärische und diplomatische Nachrichten im stillen zu sammeln und an das .Hauptbureau in Peking weiter zu geben. Auf diese Art soll für den nächsten japamschen Krieg wertvolles strategisches Material gesammelt werden. Dem Bunde gehören auf;er den Offizieren auch viele Privatpersonen an, die verpflichtet sind, sich ganz den Zielen der Organisation zu widmen. Die Kassen des Bunde- schöpfen ihre Einnahmen aus Schatullen des Generalitabs unk des Auswärtigen Amtes, aus denen auch bisher die Kosten füi die Spionage bestritten wurden.________________________________
Aus Denen.
Landtagswahlen. Wie die amtliche „Darmst Atg." erfährt, hat das Staats Ministerium die Vornahme der Abgeordnetenwahlen zum 35. Landtag nunmehr endgültig aus Freitag, den 3. November, festgesetzt. Die Offenlegung derListen erfolgt von Donnerstag, den 14. September, bis Mittwoch, den 27. September, beide Tage einschließlich.
Denticbes Ueicb.
Die bekannte Kaiserrede gegen den übermäßigen Gebrauch des Alkohols, die der Kaiser am 21. Norember vorigen Jahres an die Marinefähnriche gel)alten hat, wird jetzt in gedruckten Exemplaren in den Kasernen an di e Soldaten verteilt. Die Rede ist bisher schon in mehr als 140 Regimentern an die Soldaten verteilt worden. Zur Erleichterung der Verbreitung ist beftimmt, daß bis zu 50 Druckexemplare kostenlos an die Kasernen abgegeben werden. Die weiteren Exemplare kosten pro Stück zwei Pfennig.
Erne liberale und sozialistische Kundgebung zu Gunste n des allgemeinen gleichen Wahlrechtes und des ob ligatorischen Schulunterrichts in Brüssel führte am Dienstag »etwa hunderttausend Personen nach Brüssel. Der Straßen Umzug der Liberalen und Sozialisten dauerte bis nach 4 Uhr Im Park Saint Gilles hielten 28 liberale und sozialistische Abgeordnete Ansprachen in französisckn'r und vlämischer Sprache. Die Teilnehmer der Züge schwuren, nicht zu rasten, bis das allgemeine, gleiche Stimmrecht und der obligatorische Schulunter tW. bewilligt sind.
Die Wahl des Präsidenten der Republik Por tugal ist auf den 19. August festgesetzt worden, vorausgesetzt, haß die Verfassung am 17. August angenommen wird.
: Nach einer Mitteilung aus kompetenter diplomatischer Quellc in Petersburg steht die Berufung S a s s o n o lv s auf cinci Botschafter posten bevor, da er angesichts der letzten Opera tion einer Rippenentfernung besonderer Schonung bedarf und bas Petersburger Klima ihm verhängnisvoll werden könnte. In diesem Falle würde an feine Stelle der Konstantinopler Botschafter Tscharykow zum Minister des Aeußern ernannt werden.
Aus Persien.
Teheran, 15. Aug. Hier geht da? Gerücht, de> frühere Schah soll sich wieder eingeschifft haben nnd die weitere Entwickelung der Dinge auf einem Dawp'er in, Kaspischen Meer abwarten. Die Oiieöerlaqe von Reichid es Sultan hat unter den Anhängern der Ronl'htutionSpartei die größte Begeisterung ßeroorgerufen.
Drei schwedische Offiziere sind zur Reorgani- satron der Polizei in Teheran eingetroffen
AttV VtttSr iibiO
Gießen, 16 Aiiguft 1911.
•• Lehrer Personalien. Uebertragen mürbe dem Schulamtsaspiranteii Lubw. Rinn au§ Allendorf a. d. Lda. die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Seidenbuch. — Erledigt ist die mit einem evcmg. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an d r Gemeindeschnle zu Garbenteich; nu der Stelle ist Organistendienst verbunden.
*"Bei der LanbesversicherungsanstaltGroßb. Hessen sind un Juli 326 Rentengesuche (310 Invaliden- und Kiankenrcntencmträge, sowie 16 Allersrentenantrage) eingegangen. Unerledigt rourben in ben Bionot übernommen 396 Rentengesliche, so baß 722 Gesuche in Bearbeitung ftanben. Es fanden Erledigimg: 273 durch Rentenbewilligllng (245 Invaliden-, 13 Kranken- und 6 Altersrentengefuche); 57 durch Ablehming, weil unbegrünb-'t (55 Invalidenrenten- und 2 Altersrentengesuche), 14 dlirch andere Weise — Zurücknahme usw. — (11 Invaliden- und 3 Altersrentengesuche), zusammen 344, so daß 378 Gesuche als unerledigt auf den August übernommen werden mußten. Ferner wurden im Juli 288 Anträge auf Beitrags- erstattnng gei llt und zwar 246 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H.) und 42 infolge Todes versicherter Personen (T) Unerledigt wurden übernommen 121 Erstattungsanträg., so daß zu bearbeiten waren 409 Gesuche. Bewilligt wurden 224 Anträge (191 H. und 33 T.), abgelehnt wurden 12 Anträge (8 H., 3 T. und 1 U ) Unerledigt blieben 173 Erstattungsanträge (138 H., 34 T. und 1 U), die auf den Monat August übernommen wurden. — In welchem Um« fange die LandeSverficherungsanstalt Großh. Hessen Heil- verfahrenskosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß Ende Juli in Anstalten 337 ve,sicherte Personen untergebracht waren. In der Eleonoren-Anitalt bei Winter- faften befanden sich außerdem noch 43 Personen, die teile auf eigene Kosten, teils auf Kosten beS Fonds der Groß- Herzogin ober sonstiger Stiftungen eingewiesen waren.
Landkreis Gießen.
= Staufenberg, 15. Aug. Weißbinber Karl Rühl und seine Frau Marie, geb. Zecher, begingen heute ihre silberne Hochzeit.
— Albach, 15. "Aug. Bei btt gelingen B eigeor d- netenwahl luurbe ber seitherige Beigeordnete Ludwig Arnold II. mit 71 Stimmen elnstmunig wiedergewählt. Ein Gegensaudldat war nicht ausgestellt.
Streik Büdingen.
H. Bübingen, 15. Aug. Gem ei nb e r a ts si tz u n g. Anwesend: Bürgermeister Fendt, Beigeordnete Dotter, die Gemeinderatsmitglieder Keil, Hinkel, Rullmann, Treser Schäfer, Wittekind und Methsesscl: als Vertreter des Fürsten Kammerdirektor Müller. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Bürgermeister mit, das; die Stücksteinc zum Unterbau in der Obergasse nicht alle aus dem städtischen Bruch geliefert werden könnten. Die Bürgermeisterei wird beauftragt, evtl, noch andere Steinbrecher zuzuziehen, auch sollen gemäß eines früheren Beschlusses die Steine von Unternehmer Gerhardt & Zivi bezogen werden. — Wegen des Banges uch cs zur Vergrößerung des M a t h i l de u h o s p i t a l s beharrt der Gememderat auf seinem früheren ablehnenden Standpunkt und beauftragt ben Bürgermeister, gegen die geplante Vergrößerung Einspruch zu erheben. — Die Firma Fritz in Darmstadt die die Dampf-- Heizung int neuen Schnlhaufc au. a.jrtc. verlangt ihre Kaution zurück. Der Gentcinderat ist mit der Zurückgabe einverstanden, wenn die vertragsmäßige Garantiezeit. ' icrdurch nicht berührt wird. Ein Villenbesitzer ersticht um An.'besserung des Weges nach feinem Anwesen. Es wird Einsichtnahme der Weg- stellc beschloßen. — Die fürstliche Rentkammer will ein neues Wehr zur bessiwen Wafserversorgung des M ühlgrabens in unmittelbarer Nähe des Hammers einbauen. Großh. Kreis- anit hatte die Pläne der Bürgermeisterei zur Einsicht mit der Anfrage übersandt, ob von der Stadt Einspruch erhoben wird. Nach längerem Für und Wider w rd Lok lie ichtigung beschlossen. — Die Kinder einer hiesigen Witwe sollen beyufs besserer Erziehung in Zwangsfürsorgc gebracht werden. — Ein hiesig.r Bewohner besitzt in der Obeogasse vor seinem Hause eine Freitreppe, die schon über 20 Jahre als Eingang zu seinem Hause nicht mehr benutzt wird. Die Treppe ist baufällig, mißständig und im höchsten Grade pcrkehrsstvrcnd. Bei der Neupflasterung will die Stabt die Treppe beseitigen, doch werben vom Besitzer unbillige Forderungen gestellt. Ter Gemeindcrat beschließt, noch einmal eilt entsprechenoes Angebot zu machen, wird dieses abgelehnt, dann soll Enteignung erfolgen. — Auf Anfrage der Bürgermeisterei teilt die Bezirtssparaksse Büdingen mit, daß sie das Kapital für Herstellung der Pflasterung im Betrage von e;wa 120 000 Mark der Stadt zur Verfügung stelle, wenn es ihr möglich sei, daß die jeweiligen Abhebungen aus dem Barbestände der Kasse geleistet werben können. Die weiteren Verhandlungen werden der Finanzlommission überwiesen. — Die Ausführungsarbeiten für die Verlängerung des Kanals in der Mühl- t o r st r a ß c werden dem Heinrich Mörschel auf Grund seines Angebots als Wenigstsordernder übertragen. — Tie Anschaffung cineS Rasenmähers wird für das nächste Jahr beschlossen.
Kreis Friedberg.
L. Bad-Nauheim, 15. Aug. Das seinerzeit viel umstrittene Babebotel, jetzt Grand-Hotel genannt, ist schon über den 1. Stock hinaus gedieben. Rabezu 100 Arbeiter ■>cr Firma Albert & Schaffner in Frankfurt arbeiten an bzm Baue Derselbe kommt bieseS Jahr noch unter Dach und ■uirb bis zum 1. Mai 1912 bezogen. Das siebenstöckige Rtefenbotel wird 170 Fremdenzimmer und 100 Babezimmei nthalten. Rund um das Gebäude, bas auf einem Flächen- num von 5405 qm (ehemalige franz. Salme) steht, wirb ch ein Garten be. ziehen.
x Bad-Nauheim, 15. Aug. Das Luftschiff „Schwaben", das am Freitag den angcsagtcn Besuch unseres Bades wegen Gewitt rbilduncc i unterlassen hatte, wird nach einer Mitteilung der Deutschen Luitsckn fahrts-Ak icngesellschaft mit Bestimmtheit bei einem d.'mnächstigeu Aufenthalt in Frankfurt das Versäumte nachholen und einen Abstecher hierher unternehmen.
B. Dorheim, 15. Ang.' Am 11. November d. I. werden es drei Jahre, daß der frühere Bürgermeister Hermann Schudt vom Amte suspendiert wurde. Seit )ieser Zeit hörten die Untersuchungen wegen verschiedener Delikte nicht auf: Gebührenüberhebung in amtlicher Eigenschaft, Sittlichkeitsvergehen, Untreue usw. Schndt gelang s in den meisten Fällen, die Beschuldigungen schon in der Untersuchung zu entkräften. Neueroings wird Schudt wieder inmal des Diebstahls bezichtigt. Dieser Anklage liegt folgender Tatbestand ^uarunbe: Schudt wollte seine leer» stehenden Mühlengebäude wieder rentabel machen und beabsichtigte, mit einem Kapitalisten eine Obstkonservenfabrik zu gründen. Unter der Maske eines stellungslosen Kaufmanns begab er sich nach Heldenbergen in die dortige Konservenfabrik von Bechthold, um auf diese Weise die Einrichtung und den Fabrikbetrieb kennen zu lernen. Bei dieser elegenheit gewahrte Schudt eine ihm unbekannte Substanz. Auf seine Frage wurde ihm bereitwillig die Antwort erteilt, die Substanz diene zur Erhaltung der Konserven, sie sei Geheimmittel. Als sich Schudt einen Augenblick unbeobachtet glanbte, eignete er sich ein größeres Quantum an. und verschwand. Das Abhandenkommen des Geheimmittels wurde fcstgestellt und der Verdacht siel sofort auf den angeblichen Reisenden. Der telephonisch von dem Vorfall verständigte Gendarmerie-Wachtmeister begab sich auf die Bahnstation .Heldenbergen, wo er Schudt antraf. Er sagte ihm die Tat auf den Kopf zu und nahm ihm das in der Fabrik entwendete Geheimmittel wieder ab. Hierauf wollte der Wachtmeister Schudt verhaften, worauf dieser als Ausweis einen Jagdwaffenpaß vorwies. Schndt behauptet, er hätte das Geheimmittel sich nur deshalb angeeignet, um behördlich feststelleu zu lassen, ob das Mittel nicht nachteilig für die menschliche Gesundheit sei. Die Staatsanwaltschaft scheint die Sache anders ausgefäßt zu haben, sonst hätte sie keine Anklage wegen Diebstahls erhoocn. Auf alle Fälle aber ist es nicht angängig, daß eine so große Gemeinde wie Dorheim jahrelang ohne Orcksoberhaupt bleibt.
x Vom hessischen Taunus, 15. Aug. Recht schlecht ist in diesem Sommer die Äeidelbeerernte im Winterst e i n g e b i e t gew. sen, während von den benachbarten Gebirgen, besonders vom Odenwald, ganz reichliche Erträge gemeldet wurden. Die ärmere Bevölkerung von Rosbach, Rodheim und Ockstadt, die sonst die Beeren nach Friedberg und Bad-Nauheim zum Verkauf bringt, ist dieses Jahr so um einen beträchtlichen Nebenverdienst gekommen. Die mißratene (Ernte ist darauf zurückzu- führen, daß die Blüten, die außergewöhnlich gut auaesetzt hatten, vom Frost besclKdigt worden sind. — Recht zufrieden sind hingegen die Beerensucher mit der B r o m b c c r e r n t e , die letzt beginnt. Große Brombeerb. stände befinden sich hauptsächlich in ben ausgebehnten Wäldern LeJ Hausbergs und der Hessel.
ötuiliHüurg und .,niniiDenen.
w. Darmstadt, 15. Aug. Bei einem Versuch, den Spar- und Kreditverein, eingetragene Genossenschaft m. b. H. in Nied er mo d au zu sanieren, ergab sich ein Fehlbetrag von 800000 Mk. Der Kassierer des Vereins, der seit drei Jahren nicht mehr an der Kasse tätig ist, ist seit Mitte voriger Woche verschwunden. Ob sonstige Verfehlungen vorliegen, ist vorerst nicht festgestellt. Die Bank in Medermodan ist an vielen Häusern in Darmstadt beteiligt. Bereits vor drei Jahren wurde ein Fehlbetrag von 328000 Mk. festgestellt und damals gedeckt. Bei dem Versuch dec Sanierung der Bank durch den Verband der
hessischen laiibiu. c cuviiciqchasleli hat die -uirmfidotet Landwirtschaftsgenvssenschaft durch Beamte feststellen lassen, daß neuerdings ein Fehlbetrag von 500 000 Mk. vorhanden ist, für den zweifellos der Kassierer Adam verantwortlich zu machen sei, da er eine große Zahl Einnahmeposten nicht gebucht habe. Der Fehlbetrag soll durch Mitglieder gedeckt werden.
Darmstadt, 15. Aug. Ganz unerwartet wurde in der Rocht von Sonntag auf Montag das hiesige Leib. Dragoner-Regiment Nr. 24 mit der Bahn nach Hagenau i. E. verladen, um an ben bärtigen Manövern teilzunehmen. — Nenerbings wirb vom Oberlanbesgcricht öffentlich bekannt gemacht, baß durch Beschluß beS Amtsgerichts Homburg v. b. H. vom 22. Mai 1906 ber Erbgraf Erasmus zu Erbach-Erbach wegen Geisteskrankheit entmündigt worben ist.
Hessen-Nassau.
w. Hanau, 15. Aug. Der 16 Jahre alte Töpfer. Ichrling Faust au§ Wittqenborn bei Gelnbausen stürzte, als er sich mit mehreren Kamerabcn an einem zum Hofgute Meyerhof gehörigen Weiher aufhielt, in bas Wasser und ertrank.
W Frankfurt a. M., 15. Aug. AIS heute vormittag ein 14jäbnqe§ "Mädchen aus Wiesbaden, bas kurze Zeit wer wohnt, auf bem Bobnhofsplatz auf einen in Fahrt be- rinbhfben Straßenbahnwagen aufspringen wollte, geriet es unter den aqen, wobei ihm bas Imk^ Bein völlig abgefahren wurde.
'Frankfurt a. M., 15. Aug. Die „Franks. Nachr." haben eine SchadenersatzklageanfeineMillion Mark gegen den Verlag des „Generalanzeigers" und die beiden Inhaber Herrn Horstmann und Witwe .Horstmann eingereicht. Tie Klage stützt sich auf § 826 B. G. B. (vorsätzliche Schadenzufügung in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise) und auf § 1 des unlauteren Wettbewerbsgesetzes. Vor einigen Tagen hatten nämlich dic „Nachrichten" den „Generalanzeiger" unlauterer Kontur renzmanöver beschuldigt. Die Kluge ist gestern durch dic Anwälte Dr. Gehrte und Salomon eingereicht worden. Termin zur Verhandlung steht n. d. Frkf. Ztg. am 12. Oktober vor der 5. Zivilkammer des Landgerichts an.
Feuersbrünste.
* In Stuttgart brach um Mitternacht in dem Holzlager der Pianofabrik Richard Lipp u. Sohn Großseuer aus, zu dessen Bewältigung sämtliche Löschzügc mit allen Dampfspritzen ausrückten. Nach dreistündiger Arbeit, nachdem mehrere Fabrikgebäude und Holzlager zerstört waren, wurde der Brand aui seinen Herd beschrankt. — Die durch den Brand in H erzogen walde für das preußische Grenzgebiet bestehende Gefahr ifi beseitigt, nachdem die Aachener Infanteristen mächtige Schutzgräben hergcstellt haben. Nach Belgien breitet sich der Brand immer weiter aus. — Aus der Pfalz werden infolge der großen Hitze und der dadurch ringetretenen Dürre täglich Wald- brand c gemeldet. Auch Schadenfeuer sind an der Tagesord nuiig. In Maudach und Herxheim wurden eine Anzahl Scheunen, Stallungen und Schuppen durch Feuer vernichtet, wobei den Flammen auch Vieh zum Opfer fiel. In Pirmasens brach aus unbekannter Ursache in einem in der Nähe des Güter - balmhofes gelegenen Lum p e n s chn p p e n Feuer aus, das auch auf benachbarte Hauser übersprang. Der Schaden ist bedeiitend. — JnErpolsheim äscherte ein Großfcuer zwei Wohnhäuser, drei Scheuern und mehrere Schuppen ein. — Durch Großfeuer in dem Orte Suc ß in Kurhesscn wurden in ber ver gangenen Nacht 12 Wohnhäuser, sowie mehrere Scheuern mit Erntevorräten ein geäschert. In Ramsdorf fielen einem Großfeuer zehn Häuser zum Opfer. Die (Ent- stehungsursache ist noch unbekannt. — Ein Waldbrand wütet in den Waldungen des Grasen Drostc-Vischering in N e s s e l r o d e. Bisher wurden 300 Morgen Eichen und Fichten zerstört. — Durch ben Funkenauswurf einer Lokomotive gerieten bei Nauen 400 Morgen Wiesen und 700 Morgen Torfftichgelände in Brand Heute morgen gelang es, ben Brand einzndämmen. — Bei einem Festessen zu Ehren des Admirals Togo im Astorhotel in NeuYork brach ein g r o ßer Brand aus. Erft nach längere» Anstrengungen tonnte der Brand gelöscht werden.
Dermtfcbfc».
* Die ersten Ergebnisse der italienische» Volkszählung. Aus Rom wird berichtet: Bon der allgemeinen Volkszählung in Italien, die am 10. Juni stattfand, liegen jetzt bei dem statistischen Bureau die ersten Ergebnisse vor. Aus acht Provinzen, Aneona, Ascoli-Pi- ceno, Lucca-Mantova, Piacenza, Ravenna, Rovigo und Li cenza, sind die vorläufigen Ergebniise zusammengestellt. Es geht daraus hervor, daß in dem Jahrzehnt seit der vorletzten Volkszählung von 1901 die Bevölkerung von 2 327 323 Seelen auf 2 509 369, also um 7,73 Prozent, gestiegen ist. 125478 Personen wurden als zeitweilw abwesend gemeldet, von denen sich 61 798 im Ausland aus hielten. Ebenso wie bei der deutschen Volkszählung zeigt sich auch in Italien das verhältnismäßig schnelle Wachstum der größeren Stadt gemeinden gegenüber den kleinere» und dem Lande.
* Ein hoffnungsvoller Sprößling. Vater (üu seinem kleinen Söhnchen, der wegen einer Ungezogenheit von inner Mutter eine Tracht Prügel bekommen hat, ihn mit dicke» "Augen in einer Ecke findend): „Na, Fritz, was ist denn ntü dir los?" — Fritz: „Ach, nichts." — Vater: „Aber ct»»s muß doch passiert sein, ich sehe es dir an." — Fritz: „Wenn du es durchaus wissen willst, Papa, schön, ich habe Streit mit beintt 5rau gehabt!"
Klein' 7anesdironit.
Der Professor der Ehemie an der Universität BreSlau, Geh. Regierungsrat Wert Ladenburg, ist gestorben.
Der Präsident des PatcMamts, Haust, beabsichtigt zurück- z u t r e t e n.
Hinter dÄn Kalkcr Schlachthof fanden nach einem TM gramm aus Köln, spielende Kinder einen Sack mit einer h alb* »erfoMten ßeicfce. . Kopf, Arme unh Beine fehlten. „ . ,yn Kronstadt (Siebenbürgen) erschien der 26 jährige Atz- Streicher G a 11 bei einem Verwandten, einem Gastwirte. Nachdem er den verabfolgten Bramttwcin kaum berührt hatte, tötete er den Gastwirt durch zwei Revolverschüsse und verletzte das zehn- lahrigc Enkelkind tödlich. Die Frau konnte fluchten. Aus der Flucht vor der Polizei schoß sich der Mörder eine Kugel ut die Brust, verletzte sich jedoch nur leicht. Angeblich brachte ch» der Gastwirt um sein Erbteil. Im Gefängnis verletzte sich der Mörder durch Zerschlagen der Fensterscheiben schwer.
.../ön dem Arttllericlager bei Kars erklärte ein Artillerie oflijier der Mannschaft die Konstruktion ber neuen gelabcnat Stanone Plötzlich ging ein Kar tatschen schuß los, riß eine große Anzahl Solbatcn in Stücke und vcrwundete 15 schwer.
Kassierer der serbischcu literarischen Gesellschaft in Lazar, Manoilovic, unterschlug 400000 Kronen Vereinsvermögen. Er wurde verhaftet.
Soldaten des in Brc ft gamifonierenben Kolonialinfanterie- Regiments griffen mehrere Polizisten, mit denen sie in 2Bort- w echscl geraten waren, an und verfolgten sie mit dem Bajonett- Öicrbei bekam einer der Polizisten einen Stich in ben Rücken, |o daß die Spitze des Bajonetts zur Brust herauskam. x)iewii schoß einer der Kollegen des Verwundeten auf dic Anareoer


