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Zweites Blatt
161. Jahrgang
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scheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
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Tie „Dtehener Lamittenblätter" werden dem .’ilnjeiflcr* viermal wöchentlich beiqelegt, das „Ktetsbloll für den Kreis Gießen" zweimal wöchentllch. Tie ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Ervedition und Tniderei: Schul- straße 7. (rrpebition und Verlag: Redaktion.e^MUr. Tel.-Adr.: AnzeigerGieben.
den Ortschaften selbst werden Transformatorenstattoncn errichtet, in denen der hochgespannte Strom in eine Gebrauchspannung von 120 bis 208 Bolt umgeformt wird. Tic Lichtspannung, das heißt die Spannung, mit der die Lampen brennen, beträgt 120 Bolt. Moto re und Mrastverbiaucher werden mit 208 Bolt betrieben. Für die Srraßenbelench tung sind 50 5tüd 50 lerzige Metallfadenlampen vorgesehen, die in der Bürgermeisterei durch eine Schaltuhr automatisch ein- und ausgcjchaltet werden. Eine Bedienung ist also nicht notwendig. Die Lampen selbst werden säst durchweg über der Straßenmitte angebracht, wodurch eine gleichmäßig verteilte Beleuchtung erreicht und das Licht dahin geworfen wird, wo es gebraucht wird.
•• Stadtt Heater. Am Tiensiag dem 18. dS. MfS. inbet eine einmalige Aufführung vonLeoFall'S ^Geschiedene Frau* statt. Da das Werk bereits im vergangenen Jahre mit dem Emser Personal gegeben worden ist, also keine Neu- heit mehr bedeutet, sind gewöhnliche Preise angesetzt worden. Dieser Umstand, sowie die Beliebtheit, deren sich die Nauheimer Operette dieses Jahr im allgemeinen erfreut, dürften starken Besuch verbürgen.
*♦ B e i der L a n d e s v c r s i ch e r u n g s a n st a l 1 Großb. Hessen sind im Juni 300 Rentcngesuche (28;.) Invaliden und Ärankcnreutenanträgc, sowie la Altersrentenanträge) ciiigcgangeu. Uncrleoiflt wurden üvernomnicn 416 Rcntcngcsuche, so dai; 716 Gesuche in Bearbeitung standen. Es sanden Erledigung: 250 durch Ncntcnbewilligung 228 Invaliden-, 11 Mranlcn und elf Altersrcntcngcsuche): 51 durch Ablehnung, weil unbegründet (l> Invalidenrenten- und 3 t'lltersrentcngesuche), 19 burd) andere Weise — Zurücknahme usw. — > 16 Invaliden- und 3 Alters rcntcngcsuche', zusammen 320, so das; 396 Gesuche als unerledigt aus Juli übernommen werden mußten. Ferner wurden im Juni 260 Anträge auf Beitragserstatlung gestellt, und zwar 213 infolge Heirat weiblicher Versicherter iH..>, 16 infolge Tode- vcr sicherter Personen (T.) und 1 wegen Bezugs von llnsallrente dl.'. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 139 Erstattungsanträge, so daß zu bearbeiten waren 399 Gesuche. Bewilligt wurden 258 Anträge i210 H., 47 T. und 1 U. abgelehnt wurden 19 Anträge (12 ö., 7 T.). Anderweit er ledigl wurde 1 T.-Erstatiungsantrag. Unerledigt blieben 121 Erstattungsanträgc (90 29 T. und 2 U.', die auf Juli
übernommen wurden. — In welchem Umfange die Landcsoer- sicherungsanstalt Großh. Hessen Heilversahrenskosten für ihre Per sicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß Ende Juni 1911 in Anstalten 353 versicherte Personen untergebracht waren. In der Elconorenheilstättc befanden sich außerdem noch 43 Personen, die teils aus eigene Kosten, teils auf M ölten des Fonds der Großherzogin oder sonstiger Stiftungen eingcwiesen waren.
Kreis Büstiugen.
-n. Büdingen, 10. Juli. Die ordentliche Generalversammlung des OrtSgewerbevereinS Büdingen fand am 8. Juli bei Gastwirt Karl Wagner statt. Der Vorsitzende, Hofzimmermaler Schön, sprach sein Bedauern über den schwachen Besuch der Versammltmg aus und nimmt Gelegenheit, den anwesenden Kammerdirektor Niüller für den im März d. Js. gehaltenen Vortrag den Tank dcS Vereins auSzusprecheu. Kammerdirektor Müller stellt, nachdem der Vorsitzende eine diesbezügliche Bitte ausgesprochen, eine Fortsetzung des Vortrags mit Berücksichtigung der örtlichen Gc- werbe zur Zeit des Mittelalters in Aussicht. Es wird iveiter beschloffen, den von hier verzogenen früheren Hauptlehrer Wcnck in der Liste der Ortsvereinsmitglieder weiter zu führen. Von dem in Sachen der Meisterprüfung erzielten Erfolg über die Berechtigung der Gewerbeschule zur Abnahme der theorc- tifchen Prüfung nimmt die Versammlung mit Befriedigung Kenntnis. Tie vorgelegte Rechnung, deren Nachprüfung Kammeraffeffor Tr. Weimer übertragen ,vird, wird genehmigt. Die Einnahmen betragen Matt 3130,24, die Ausgaben Mark 3031,48, so daß ein Kaffenbestand von Mark 98,76 verbleibt. Dem Rechner wird unter Ausdruck des Tankes für seine Mühewaltung Entlastung erteilt. Die bisherigen Rechnungsprüfer werden für das laufende Jahr wieder gewählt und Buchhändler Eberliug als Ersatzmann neugewählt. Der Voranschlag für 1911/12 schließt ab in Einnahmen und Ausgaben mit Mark 2487. Unter den Ausgabeposten erscheinen Mark 320 für Unterhaltung dcS Schulgebäudes. Bei der Stadt soll um allmähliche Tilgung bezw. Schenkung der unverzinslichen Schuld von 1700 Mark nachgesucht werden. Tie Kosten für die zum Blumenschmuck des VereinZhauseS angebrachten Kästen werden auf den Verein ganz, für die Bepflanzung nach Vereinbarung mit dem Hauptlchrer teilweise übernommen. Tie satzungsgemäß ausscheidenden Vor- siandsmitglieder Otto Schäfer (ftcüoertr. Vorsitzender), Heinr,
Mittwoch, 12. Juli 19U
RotaüonSdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersuälS - Buch- und Lreindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Lk. in allen Gröir iieses elegante praktisch* ■■ Spiel-Höschen. ■
L Silin i 1
Schalstraße 4. C1
(RiHol P r LHÖRChe” •Kitteln. Hose i. einem Stücl ä,lß 'n 3 ftößen aus äußerst solidem Waschsto?
Der „Saü 5orle1h-wagner".
R. B. Darmstadt, 11. Juli.
Im Dezember v. I. war von dcm Münchener Professor, Geh. Hoirak v. Zoririh. eine Reihe schwerer Borwürfe gegen den Vorstand der Landwirtschaftlichen Bcrfuchsstatwn Darmüadl, Geb. Rat Tr. Paul Wagncr erhoben worden, die nicht geringes Aufsehen erregten und die, wenn sie fick bewahrheiten sollten, geeignet fein würden, bic außcrordenltlch hohe wissenschaftliche 21utDriti.il Wagners aufs schmcrüc zu schäoigcn Das erste Ergebnis rtenstrettes war, daß T- Wagner gegen v soxleth Strafantrag wegen Beleidigung stellte. Da aber die darnach eingeleitete Untersuchung sich sehr in die Lange v. ht und es nach deut jevigen Stand der Tinge iwch geraume atu dauern dürfte, bi- »die 2ad-c m einem gerichtlichen Abschluh führen wird, andererseits aber das Stillschweigen des Angegriffenen leicht zu Mißdeutungen Anlaß geben konnte, glaubte Tr Wagner, den schweren Bcschuldiguitgen gegenüber, zunächst eine schriftliche Klarstellung des Sachverlwlts geben zu inllcn, die dieser Tage unter Dem Titel. „Ter Fall Soxleth, eine Antwort von Paul Wagner int Verlag der Hotbuchbandlung Johs. Waid hier erschienen ist. Ter Versaiser verteidigt darin zunächst die logcnannteii „P r o p a gündagelde r", deren Name allerdings unglücklich > ählt iki, denn besser würde man von einem Fonds für rotj uche Zwecke sprechen, lieber die Entstehung, das Wesen und die Entwickelung dieses Fonds gibt Wagner einen Ucberblid:
Im Jahre 1886 habe er in einer Sitzung des Kuratoriums daraus hingewicsen, daß die Thomasschlacke berufen sei, aus dem Düngmittelmarkt und ui bei Landwirtschaft ein Wälzung hervorzurufen, daß aber für bie noch notwendigen wissenschaftlichen Unlersuchnugen die Mittel fehlten, um die man den Staat, der damals erst das Laboratorium mit einem kosten auswand von 80 000 Ml. erbaut habe, nicht gut angehen könne. Eine Anregmig des Gutsbesitzers Tettweilcr, die hessischen Land wirte hierzu heranzuziehen, hielt Wagner nicht für opportun uni gab hierbei dem Kuratorium Kenntnis davon, daß ihm aus Jndustriekreiscn Mittel zur Erweiterung seiner Arbeiten in Aus f,cht gestellt worden seien. Im Einverständnis mit bem Mura torium fei er bann nm der Düngerindustrie in V getreten, um deren auf eine Steigerung des Düngerkonsums ge richteten Bestrebungen in Bahnen zu lenken, die sich mit de, Interessen der Landwirtschaft deckten. Tie gestifteten Gelder wärm dem amtlichen Rechner übergeben und über ihre Verwendung ie genauer Nachweis geführt worden. Tas Gleiche sei mit dem feiltet Versuchsanstalt von der Tcutiehcn Landwirtschafts Geseliich.ist üb.r nicfciicn Tiil der „ lalivrovagaiidageldcr" geschehen. Tiefe Nach ueiiungen habe er sofort nach den Angrifteit LozlcthS unaiifgc lorbert dem Ministerium des Innern zur Verfügung gestellt Ohne diese von Privaten gemachten Zuwendungen wäre i. möglich gewesen, das Darmstädter Institut auf eine solche L \ tu bringen, die weit über die Grenzen Hessens und Deutschlands mnaus anerkannt wäre. Obwohl das einschlägige Sitzungspro • I ll durch den Druck verbreitet und über den »erlauf der ganz t Angelegenheit in einer vielgelesenen Wochenschrift mit Angab her gestifteten Beträge berichtet tvorbeit sci, behaupte Soxlcti heute nod), daß Wagner in „versteckter Weise" mit den Gelder, der Tüngcrfabrifanten für bic Steigerung des Absatzes gewie.. habe Wagner weist mit aller Entschiedenheit die Unterstellung Lmleths zurück, daß er, Wagner, burd) diese Stiftungen i, Abhängigkeit von dem Willen der Düngerindustrie gekommen sei, um) hält es als red't bezeichnend für den Charakter sein. Gegners, daß dieser es nur einem „Uebermenschen" zutrauc, m solchen Fällen seine wissenschaftliche Ehre zu wahren.
Ter Verfasser schildert dann eingehend die Vorfälle, die zu seinem „Ausschluß" aus dem „Verband l an dw ir tsch as t kicher Versuchsstationen" führten. Durch diese r.... . ist, wie hier bemerkt sein mag, seinerzeit die öffentliche Meinung ni Unguni’tcn Wagners bceimlußt worden. Schon früher hätte, in dcm Verband, in dem Soxleth stets sein Gegner gewesen fei, Unstimmigkeiten geherrscht, die 1900—1905 zu einer Spaltung des Verbandes führten. Sofort nach den Angriffen Soxlelhs habt er den Verband um eine sachliche Befafsmig mit der Angelegen beit ersucht. Tas Ersuchen sei aber abgelehnt und ihm empfohlen worden, ein Disziplinarverfahren gegen sich zu beantragen. Tor auf habe er das ganze Aklenmaterial seiner vorgesetzten Behörde, dem Kuratorium, zur Untersiichutig und Beichltifüassung vor gelegt. Ohne diese abzuwarten, habe iln der Verbandsvor litzende — ein intimer Freund Soxleths — in unhöflicher Wen zu einer sofortigen Entschließung über einen Antrag am Tisziplinaruntcrsiichinig zu zwingen versucht. Wagner erklärt, c habe hierin wieder die Absicht erblicken zu müllen geglaubt, bic Darmstädter Versuchsstation aus dem Verband hinauszudrängen und daher feinen Austritt erklärt. Wagner wurde dann noch nachträglich in einer vertraulichen Verbandssitzung, deren Protokoll im Wortlaut vorliegt, am 7. Januar 1911 aus dem Vcr band ausgeschlossen und zwar, weil er die Auierttgnng und Beben tung der Vexierprobe gehcinigehalten und falsch ausgelegt, weil er eine Tabelle um eine große Jalil nicht zugehöriger -taten vermehrt labe und weil „neue Fälschungen idilimmitcr Art" zur Jccnntniö des Vorsitzenden gelangt seien. Hierüber könne aber tm -Llcnum nickst verhandelt werben, weil ^oxleth durch ein Vcnprechen ge butiben sei, vor Abschluß des Ger.chtsverfabrens feinen Gebrauch von diesem Material zu machen. Das Kuratorium der Vei suchsstation kam nach eingehender Prüfung des ihm von Wagner uorgclegtcn Materials zu der Ansicht — der Bericht liegt ebenfalls im Wortlaut vor —, daß das, Vorgehen Loxleths völlig iinbcgrünbet und unerhört fei, und daß der Verband daznr ^orge zu tragen habe, daß bie Beschuldigungen rurückgenommen tmirbeir. Diesen Veridst des Kuratoriums vom 17. April 1911 hat Wagner an ben Verbaudsvorsitzenden gesandt, bieicr habe ihn aber den Mitgliedern nicht mitgeteilt.
Belegt durch zahlreiche Tabellen uim. sucht Wagner ausführlich nachzuweisen, daß alle Vorwürfe und Verdächtigungen Soxlelhs unbegründet seien und daß es sich in einzelnen wenigen Fällen um Versehen handle, die bei derartigen tabcllarucben Arbeiten nicht zu vermeiden seien. Es könne um |o weniger von dolosen Handlungen seinerseits die Rede lein, als hier und da die gerügten Fälschuiigen dazu geeignet waren. bie pon imn erstrebten Ergebnisse ungünstig zu becinitulicn. Aach ^uitchl öc-5 Verfassers ist die Hetze gegen ihn ans den Neid und die Eijersuckst Soxleths zurüctzuführen, der den wissenichattlimcn.stamm „persönlich" führe. Soxleth, sowie der ganze Verband hati.'u ihm bic oben erwähnte Vexierprobe so sehr verübelt, weil )ic damit mehr oder miiwer wissenschaftlich blamiert worden Kien.
Bn jener Zeit, als sich Wagner mit einigen Kollegen vom Verband getrennt hatte, bekämpfte er eine vom Verband allgemein eingeftihrte Methode zur Bestimmung des PhoSphoriaurege^lt-- des Thomasmehls und bradne seine eigene, jiiDerlaingere -ce- thode vergeblidi in Vorschlag. Um einen ickstagenden Beweis zu führen ließ er von anderer Stelle aus eine ^houiasmehlprobe an die Versuchsstationen rcrsetideu. Das Ergebnis war, baß bie Herren vorn Verband ihren Irrtum einiahen und ihren -de- ,d)Ul|oU1ftänbLin‘ rätselhaft ist dem Verfasser die Handlungsweise seines int Unfrieden geschiedenen, inzwischen veritorbenen -l'Nsten- ten Tr Dorsch In einer wissenschaftlichen Vervtentlimung, in der ausdrücklich Dorsch als Mitarbeiter genannt iet, Ta^cn bie angeblich gefälschten 2-bellen, die Toild) unter eigener Vcr-
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Die Lage öes zutnnftigen Amtrgerichts.
Nachdem bic persönlichen Auseinandersetzungen über das Gelände des zukünftigen Amtsgerichts beendigt erscheinen, sei es mir erlaubt, aus rein sachlichen Gründen nochmals kurz aus die Frage einzugehen.
Wird der jetzige Plan, der das neue Amtsgericht nut Front nach dem Wiesecktal an einer Parallelstraße der Ost- Anlage vorsieht, aufgegebcn, so läge es nahe, das jetzige eicrichtsgebäude, von der Ost-Anlage gesehen, nach links ’-u verlängern und den jetzigen Zugang von der Landgrasen- straße zu dem Fußweg nach dem Philosophenwald zu überbauen. Hiergegen erheben sich jedoch vom Ltand- punkt der Studterweiterung lebhafte Bedeuten. Es ist im Sinne dieser durchaus nötig, die Verlängerung der Landarafenstraße als eine mit Bäumen bepflanzte Fahrstraße bis zum Philosophenwald aus-- zubauen, ebenso wie dies für die Verlängerung der leider im Anfang völlig verfehlten Wiesen st raße notig ist. 9tur so kann diE Ost-Anlcrge in einer wirklich zweckmatztgen Weise mit dem Philosopheuwald durch schattige Alleeti über die Wiesen der Wieseck in Verbindung gesetzt werden. Wird die natürliche Verlängerung der Laudgrafenstraße in der Richtung des Philosophenwalds durch das neue Amtsgericht nach Aendcrung der jetzigen Lage verbaut, io wäre das für die Entwicklung von Gießen nach dieser Richtung von größtem Schaden. Es muß also bei den aus gebrochenen Streitigkeiten über die Lage des Amtsgerichts von vornherein betont werden, daß keinesfalls darunter die Rücksicht auf eine vernünftige Stadterweiterung und eine gute Verbindung der Stadt mit den Ausflugsorten im Wiesecktal leiden dürste. Will man also unter Ausgeben des jetzigen Planes das neue Amtsgericht neben das ictzige Gerichl^gebäude stellen oder an dieses anbauen, so kommen nur zwei Möglichteiteii in Betracht, entweder man nimmt unter Verlängerung der Landgrafenstraße in der Richtung nach dem Philosophenwald, das links von dieser möglichst breit anzulegenden Straße gelegene Gelände, nebst dem darauf stehenden §au5 — soviel ich weist Fuldasche Besitztum — zu dem Gelände für die Gerichts- aebäude hinzu, sodaß dann von der Ost-Anlage gesehen das Landgericht rechts, das Amtsgericht links von dieser Zu- suhrstraße zum Philosophenwald stehen würde oder man verlängeist speziell für die Zwecke des Amtsgerichts das Gerichtsgebäude nach rechts von der Ost-Anlage aus unter ^kiederlegung oer zwei dort befindlichen hemeren Gebäude (Restauration Jahn sowie der vor wenigen Zähren erbauten Dienerwohnung). Es wäre außerordentlich bedauerlich, wenn die in den juristischen ^Preisen offenbar vorhandenen Meinungsverschiedenheiten über die Notwendigkeit und die Lage des neuen Amtsgerichts dazu führen würden, die ganze Entwickelung dieses Teiles von Gießen zu stören. Prof. .Sommer.
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2lti5 und Land.
Gießen, 12. Juli 1911.
** Ueberlandzen träte Gießen Wenn von den zuständigen Behörden (Landratsamt Wetzlar, st^reisamt Gießen» die erforderliche Getiehmigung für Benutzung der öffentlichen Straßen eingetroffen ist, soll mit den Sauarbeiten begonnen werden Eine Anzahl Holzmaste für die Hochspannungsfernleitung ist bereits cingetrojfen und lagert an ben Verwendungsst11len Die Siemens Schncken« Werke, denen die Herstellung der Ortsnetze der Gemeinden Krofdorf und Gleiberg von der Stadl Gießen .? *• er tragen ist, haben in Krofdorf bereits ein Baubureau eröftnel. Es befindet sich im 1. Stock der Wirtschaft Freund in der Hauptstraße. Tort werden auch Anträge fiir das städtische Elektrizitätswerk Gießen cntgcgengenomnien Tie Oberleitung der Ausführungen hat das städtische i'lefmvtäb? - werk. Mit Ausführung der Licht und Kraftattlage mt Innern der Gebäude wird in den nächsten Tagen begonnen. Hierzu sei bemerkt, daß nur die Unternehmer zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an die lleberlandzenlrale berechtigt sind, die dem städtischen Elektrizitäls.vcrk Gießen den Nachweis erbracht haben, daß sie befähigt skud, der artige Anlagen auszusührcn unb eine entsprechende Sicher heit gestellt haben. Wenn keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, hosft man, daß die Inbetriebsetzung der .Anlagen .Anfang Oktober d I. erfolgen lann. Zur Anlage selbst fei nod) bemerkt, daß int Eleltrizitätswert die zu übertragende Energie in Form von Trehstrom 5000 Volt und 50 Perioden in der Selunde erzeugt wird. In
antmorlung angefertigt habe, Verwendung. GleickAvohl hinterließ Tor’di diese Tabellen seiner Frau mit dein Bemerken, sie könnten einst großen Wert für sie haben. Ucbcrbaupt, so betont Wagner, sei daS gegen ihn gesammelte Material rn unfairer Weise zu> lanimcngcbrad.t nrorhai. Heimlich photographierte Tabellen, ent wendete Briese und Mobilisierung seiner sämtlichen ’rübereit Assistentcn, soweit sic aus irgendwelchen Gründen gegen ihn gc nimmt waren, mußten knu dienen, den Sdieiterbaufcii zu schichien. Namentlich sein früherer Ehemiker der Vcr.uck)sannalt, Tr. Faber, bei ndi s. Z. in seinen Hoffnungen bei der Veriukhsanstatt ent täuscht fab, habe sich vollständig in die Dienste Sorletbs gestellt. Diesem Tr Faber sei auch zu danken, daß die entstellten Angaben in tue breiteste £eV•niitd-tcit firnen_________________________
18. Tagung öes Scntralocrbanöes der deutschen Ortstrantcnfafien.
~ Dresden, 11. Juli.
Ter Krankenkassenvoriiyende Pollenberg Leipzig hielt den ersten Vortrag über hie Träger b e r Äranfcnocr- f i d) e r u n g , wobei er bedauert, das; die vom Zeutralverbande angeftrebte 'Zentralisation feine Berücksichtigung gefunden habe. ■.Und) nadi dem neuen Gesetz soll bic Zerspltttentng der Krankenkassen bestehen bleiben Dagegen mögen die Ortskrankcnkaiien >aiür sorgen, baß möglichst nur eine Krankcnkasic am gleichen Orte bestehe
Heber bie Verfassung ber Krankenkasse berichtete Grät Franlfurt a M., Er geht auf bic Schwierigkeiten cm, mcldjc den Mafien burch die Neuregelung, tue in ber Reichs oersichcrungsordnung getroffen wirb, bereite^ werben. Aur wc niq ■ neue Bestimmungeu bedeuten einen Fortschritt: dagegen \i auf vielen Gebieten ein erheblick?er Rückichritt zu verzeichnen.
Heber das „B canitcnrcch.t u n b b i c T i cn ft or bn u n g" iprad) Instizrat Ri eher Frankenthal . ber iu^ber Forbcrung incr Roimal-Ticnllorbnung tarn. Schriftführer -star kc ^.res- jeu verbreitete fick) über bie „Verwaltung der Mittel and das Verhältnis zu Aerzten, Zahnärzten, k ranke ii Häusern undApotheke n". Zur Arztsrage führte
7 Redner aus, baß keine Festlegung ber freien Arztwahl burd) i • Rcicktsversicherungsorbnung im Sinne ber Aerztc enolgt ici. ,H Zukunft mürben viele Difsevenzen zwilchen Aerzten und a anlenfaficn zu erwarten fein und die Ricbtregelung ber Frage jcbcutc eine Bankerotterkläriing der Gcscygeoung 4.er Rebner .olcmiiicrt gegen die freie Arztwahl, gegen deren zwangsweiic Em- ulrung sich bic Massen stets sträuben würden, dagegen wünscht . r chic Verständigung zwischen Mranfcnlaiicn unb Aerzten.
In ber Besprechung betonte Tr. V6 u ni V c r b (Berlin), bau u Maffcnmitglieber mit über 2000 bis 2dOO Mark Iahres- iniommcn eine mcfcnilid.e Schmälerung der ärztlichen Privat- raris nicht bedeuten. Bedauerlich fei, daß die belfer iituiertcn .eiwilligen Mitglieder trotz der 4000 Mark-Grenze tatiaailid) i den Massen verbleiben würden. Ter Aerztetag in ^inttgart ir dem Leipziger Verbände bic Verttagskontrolle zugenchert. tatsächlich würden bic totalen Organisationen für bic Prüfung er Verträge ausreichen. Ter Redner f’ält bic Erweitermig es versicherten Mreises für nötig, empfiehlt aber ben ärztlichen .crtcrungcn entgegenjufommen.
Fräßdokf «Tresben, begünstigt alle berechtigten Forderungen bei Aerztc, eine solche Begünstig»mg fände mdes ihre .aiürlidie Grenze in dem Intercfse der Kassen. Es itchiden Vcr- atidlungen mit ben Aerzten auf einer anberen Basis als der eien Arztwahl bevor. . __ £i . ,,
Mobil (Berlin, sprach über bic „Bcionbcrcn Bcrutszwcige . Er erörterte die Verhältnisse ber häuslichen Dienstboten, der unständig Bcschasligleu, des Wandergewerbes und ber Hausindustrie. Darauf vertagte sich bic Versammlung anl morgen.
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