Ausgabe 
13.9.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus Stadt und Land.

(Stehen, 13. September 1911.

Neuerungen in Eisenbahnzügen.

Das preußische Ersenbahnminifterium hat, mehrfachen Wünschen des Publikums entsprechend, umfangreiche Neue­rungen in den Eisenbahnzügen der vreußisch-hessischen Staatsbahnen getroffen. So ist es auf Grund erfolgreicher Versuche gelungen, das Rütteln in den Wagen aufzu- heben und einen ruhigeren Gang zu ermöglichen, der durch eingebaute Kastenquerträger erzielt wird. Die Abortanlagen werden von jetzt ab in allen Wagen der v-Züge an die Außenseite verlegt werden, um einen besseren Luftzug zu erzielen. In den Wagen der Personenzüge sollen alle Ab­teile, auch die der 4. Klasse, mit Pints ch glühlicht er­leuchtet und die Abteile der letztgenannten Klasse sämtlich mit Linoleum belegt werden. Außerdem erhält diese 44 Sitz- plätze, gegen bisher nur 22, Abortanlage mit Wasserspü­lung, Raucher- und Nichtraucherabteile. Sämtliche Türen in der 4. Klasse werden mit Selbstschließern versehen. Diese Neueinrichtungen treten mit dem 1. Oktober in Kirnst. Die an diesem Tage eingestellten neuen Wagen werden bereits mit diesen Neuerungen versehen sein. In den Wagen älterer Einstellung werden sie nach und nach eingeführt.

** Vom Staatsschuld buch. Die am 1. Oktober fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschuld­buch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Be­tracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichs­bankanstalten vom 17. September ab' gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post vder durch Gutschrift auf Reichsbank-Girokonto zu berichti­genden Schuldbuchzinsen überweisen.

** Preisauss chreiben. Die verbündeten Kauf­männischen Vereine für weibliche Angestellte haben ein Preisausschreiben erlassen für den Entwurf einer Marke, die als gemeinsames Abzeichen für die Vereine dienen soll. Interessenten erfahren alles nähere darüber durch Nr. 9 des Fachorgans, der in Kassel in der hessischen Verlagsanstalt erscheinendenMitteilung der Ver­bündeten kaufmännischen Vereine für weibliche An­gestellte", Sitz f^ranffurt a. M., Großer Hirschgraben 11. Auf Wunsch wird die betreffende ghimmer gern kostenlos zugesandt. Außerdem findet sich in dieser Nummer eine Zusammenstellung dessen, was die Vereine seit ihrem Zu­sammenschluß auf dem Gebiete der Stellenvermittlung, des kaufmännischen Bildungswesens für das weibliche Geschlecht und für die kaufmännisch tätige weibliche Jugend getan haben. Ein Artikel:Die deutschnationalen Handlungs­gehilfen und die Frauenarbeit im Handel", ttne die Ru­briken : soziale Umschau, aus der Frauenbewegung und -,von den Vereinen", wie die Erörterungen über verschiedene Berufsfragen, sowie die Vakanzenliste machen dieMit­teilungen" zu einer für jede Handlungsgehilfin wichtigen Lektüre. Die Mitglieder des kaufm. Vereins für weibliche Angestellte (Plockstr. 5III) erhalten die Zeitung kostenlos.

Kreis Alsfeld.

12. Storndors, 11. Sept. Am Samstag herrschte in hiesiger Gegend ein schweres U-nweiter. Gegen 4 Uhr nachmittags erhob sich plötzlich ein gewaltiger Wirbelsturm; in den Wäldern hat er manchen Stamm geknickt. Dann folgte ein Gewitter auf das andere, auß allen Richtungen schienen sie heranzukommen. DaS Donnern und Blitzen hörte erst gegen 11 Uhr nachts auf. Mehrmals hat ein- geschlagen: in eine Kiefer im Walde zwischen Vadenrod und Wallenrod, in ein HauS in Storndors; hier zündete er nicht. Dagegen schlug der Blitz in daS Haus des Gemeinde- rechnerS Daum in Brauer schwend und zündete; daS Feuer wurde jedoch sofort gelöscht. Vor dem Hause hatte der Hund gelegen; man fand ihn, vom Blitzstrahl getötet, in seiner Hütte liegen. Der heftige Sturm hat das wenige Obst, was es in diesem Jahre gab, von den Bäumen herabgeworfen.

Maulbach, 12. Sept. Ein .Ohm-Felda- Sängerbund" wurde am Sonntag hier gegründet. Elf Gesangvereine traten sofort den» Bunde bei.

Kreis Lauterbach.

^Ober-Moos, 11. Sept. Gestern nachmittag fand dre Einweihung unserer wieder aufgebauten Kirche statt. Im Frühjahr 1909 wurden durch einen Blitzschlag mehrere Hofreiten dicht bei der Kirche eingeäschert und auch diese trotz aller Anstrengungen verschiedener Feuerwehren nn Raub der Flammen. Nur unter schweren Opfern der Gemeinde, sowie durch Sammlungen und eines namhaften Zuschusses der Brandversicherungskammer konnte der Mederau bau der Kirche zustande kommen. Zur Ein- weil)ungsfeier waren vom Kreisamt Lauterbach Krcisamt- mann Herberg und Kreisbauinspektor Hechler erschienen Um 2 Uhr nachmittags bewegte sich ein Festzug, der im Schulhose Aufstellung genommen hatte, nach einer Ansprache des Bürgermeisters ^chäg und des früheren Pfarrers Link unter Musikbegleitung nach der neuen Kirche, wo Kreisbauinspektor Hechler, nach dessen Zeichnungen und Leitung die Kirche errichtet wurde, den Schlussel dem Kreis­amtmann Herberg übergab. Dieser überreichte ihn dann Dekan Schmidt aus Schlitz, der nach einer kurzen An­sprache die Ture der Kirche öffnete, worauf der Einzug tn diese erfolgte. Die Weiherede hielt Dekan Schmidt und nach diesem Pfarrer Na um a n n-Nieder-Moos die Festpredigt. Nach den Einweibungsfeierlichkeiten in der Kirche folgte ein Festessen in der Wirtschaft des Beigeord- »eteu Herchenröder. Wenn auch unsere Kirche kein größ­

ten ersten Vortrag: Empfehlen sich gesetzgeberische Maßnahmen gegen die n

Ueberfüllung in der Anwaltschaft? terftattetc Rechtsanwalt Landsberg (Posen). Die Notlage eines Teils der Rechtsanwälte könne nur durch eine Erhöhung der seit 1879 gleich gebliebenen Gebühren abgeholfen werden. Den gegen« heiligen Standpunkt vertrat Rechtsanwalt Fuchs (Leipzig). Die -weifellos vorhandene Ueberfüllung des Anwaltsstandes fordere gebieterisch die Einführung des numerus clausus.

In der Llussprache erinnerte

Reichstagsabgeordneter Bassermann daran, daß seinerzeit bei Einführung der freien Advokatur Jubel Unb Freude herrschte. Solle durch den numerus clausus das glles wieder zerstört und geopfert werden?

Es wurde schließlich folgende Entschließung eingebracht:

Der 20. ^Deutsche Anwaltstag sieht in der Freiheit der Rechtsanwaltschaft die sicherste Gewähr für ihre Tüchtigkeit und Unabhängigkeit und hält alle vor geschlagenen Maßregeln, welche einer Ueberfüllung des Auwaltsstandes dadurch vorbeugen wollen, das sie die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft in irgend einer Weise beschränken, für unnötig und den Interessen der Rechtspflege imd des Anwaltsstandes gefährlich."

Dem Ergebnis der Abstimmung wurde mit großer Spannung fentgegengeieljen. Die Entschließung wurde mit 619 gegen 274 Stimmen verworfen. Der Numerus klausus ist daher angenommen.

artiges Bauwerk darstellt, so macht sie doch bei aller Ein­fachheit und Prunklosigkeit einen schönen Eindruck.

Kreis Wetzlar.

Dorlar, 11. Sept. Güterverladestelle, SchulbauS- Neubau und Zusammenlegung der Feldmark haben bisher den Gemeindesäckel stark belastet. Trotz wiederholter Ver­suche konnte aber die Wasserfrage noch nicht gelöst werden. Tie Gemeinde erhebt bereits 200 Prozent Zuschläge zur Staats­einkommensteuer und den Realsteuern.

Die hessische Herbftübungen.

F. C. Br eit Hardt, 11. Sept. Mit beginnendem Licht trat heute früh die verstärkte 50. Jnfanteriebrigade (rot) vvn Wiesbaden über Wingsbach den Vormarsch gegen die Aar an. Gegen 11 Uhr traf die Meldung ein, daß die verstärkte 49. Jnfanteriebrigade (blau) die Aar bei Michelbach überschritten und auf derEisenstraße" den Marsch auf Steckenroth fortsetze.Blau" war von Katzen­elnbogen aufgebrvchen und über Dörsdorf, Eisighofen ge­deckt nach der Aar marschiert. Das Halbbataillon schwerer Feldbaubitzen Dom Fußartillerie-Regiment Nr. 3 eröffnete auf den anrückenden roten Gegner das Feuer und zwang ihn zur Entwicklung seiner Kräfte, die die Richtung auf die Höhe östlich von Breithardt nahmen. Blau hatte unter­dessen diese Höhe besetzt, die vontöt' genommen wurde, nachdem die sieben Schwadronen der 25. Kavallerie-Bri­gade, unterstützt von den reitenden Batterien des 25. Feld- artillerie-Regiments, auf den rechten Flügel vonblau" eine schneidige Attacke geritten.Blau" zog sich gegen 2 Uhr in der Richtung auf die Linie Ketternschwal­bach-Rückershausen, überschüttet von dem Massenfeuer der roten Artillerie zurück. Während des Rückzuges erhielt blau" die Meldung, daß das blaue 18. Korps vom roten Gegner bei Jdstein^)berrod geworfen und in der Richtung auf Dauborn zurückgehi. Es wird der verstärkten blauen 49. Infanterie-Brigade befohlen, weiter die 50. rote Jn­fanteriebrigade am Vorgehen zu verhindern und so die Flanke des blauen 18. Korps zu sichern.

Die roten Hauptkräfte erteilen, nachdemblau" nieder- gerungen, der 50. Jnfanteriebrigade den Auftrag, die blaue Brigade zu vernichten und energisch gegen die Flanken des zurückgehenden blauen 18. Armeekorps vvrzugehen.

Das Gros der geschlagenen blauen Partei gelangte gegen Abend bis Mensfelden. Die Verfolgung des zurück­weichenden Gegners wurde bis zum Einbruch der Dunkel­heit fortgesetzt und dann vonrot" Vorposten in der Linie 'Kättenschwalback)-Rückertshausen bezogen, während das Gros in Holzhausen über der Aar und den umliegenden Orten verblieb.Blau" war bis auf Mensfelden zurückgegan- gen, fetzte in der Linie Kaltenholzhausen-Hahnstätten Vor­posten aus, während das Gros in Mensfelden und den umliegenden Orten Quartiere bezog.

Dem Gefechte wohnten der G r o ß h e r z o g und hie Großherzogin, diese in der Uniform ihres Regiments nebst Gefolge bei, sowie Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, in der Uniform ihres 80. Infanterie-Regiments, Prinz Philipp von Hessen und Prinz Andreas von Griechenland.

Zahlreiche Engländer mit ihren Familien, die ^ur Kur in Langenschwalbach und Wiesbaden weilen, maren tn Wagen und in Automobilen in dem Gelände erschienen und hÄten auf der Höhe von Breithardt dem Gefecht in nächster Nähe zugesehen. Das energische Vorgehen der Infanterie und die schneidige Attacke der Hess.scheu Reiter­regimenter hatten den englischen Gästen die Worte ent- locrt: ,,£), arm England!" Ein Bäuerlein, dos in der Nähe stand, trat, als er dies hörte, auf die Söhne Albions zu und sagte:O, ihr Himmel-Sakramenter, halt' doch zu uns. Wann England und mir einig sinn, könne mir de Deiwel aus de Höll' hole!" Der in der Nähe haltende Prinz Andreas von Griechenland, der den Vorfall mitan- gehört, nickte, den Worten desdeutschen Michel" zustim­mend. Als der Bauer gefragt wurde, wer und woher er fei, erwiderte er nur:Aich bin von Holdese!" (Holz­hausen a. d. Aar).

(Ein schwerer Manöoerunsall.

Elf Soldaten ertrunken.

Beim Uebergang einer stärkeren Patrouille des Oschatzer Ulanenregiments über die Elbe bei Posta sind heute morgen ein Unteroffizier und zehn Ulanen ertrunken. Wir erhalten darüber folgende Meldungen:

Pirna, 12. Sept. Ueber das Ui^glück, das heute früh eine verstärke Patrouille des Oschatzer Ulanen-Regiments betroffen hat, wird ausführlicher gemeldet: Als die Pa­trouille die Elbe bei Obervogelfang durchschreiten wollte, gerieten einige Pferde an einer tiefen Stelle in einen Strudel; sie wurden von der Strömung fortgerissen und gingen mit den Reitern unter. Von der Patrouille er­reichten inzwischen zwei Offiziere und ein Unteroffizier das Ufer von Posta. Als die Offiziere nun die gefährliche Lage der Soldaten erkannten, zogen sie sofort die Uni­formen aus und stürzten sich von neuem in den Strom, um die Leute zu retten, doch vermochten sie wegen der starken Strömung nicht bis in die Mitte des Stromes zu gelangen. Ein auf dem Poftaer Ufer wohnender Haus­besitzer eilte den Offizieren zu Hilfe und brachte sie glück­lich ans Land. Unterdessen waren Schiffer und Rettungs- mamifchaften mit Kähnen herbeiaeei.lt, doch gelang es nicht, die in den Strudel geratenen elf Mann zu retten, und sie ertranken sämtlich. Gegen 10 Uhr war der erste Tote gekündet und um 12 Uhr der letzte. Oberstabsarzt Demmlemann unternahm mit Hilfe von Mitgliedern der Poftaer Sanitätskolonne stundenlang Wiederbelebungsver- uche, die jedoch erfolglos waren. Die Verunglückten sind )er Unteroffizier Ditt rich, die Gefreiten Jedicke,Pos- art und Obranszka, die Ulanen Zimmermann, Gruhl, Hut und Börner und die Reservisten Krei­tz i g und Wilden Hain.

Pirna, 12. Sept. Das Unglück ereignete sich im Ver­laufe der Manöverübungen der 23. Division. Heute vormittag sammelte sich die 46. Jnfanteriebrigade, zu der das 17. Ulanenregiment gehört, südlich von Pirna. Kurz vor 8 Uhr wurde eine Patrouille, bestehend aus zwei Offi­zieren, zwei Unteroffizieren und 20 Mann unter Führung von Leutnant Stresemann und Leutnant Frhr. von Lüttitz gegen den Feind vorgeschickt, der sich bei Neustadt sammelte. Die Patrouille überging bei .Oberposta die Elbe. Leutnant Stresemann schickte einen Ulan vor, der mit seiner Lanze die Wassertiefe untersuchen sollte. Bevor die Pa­trouille das rechte Elbufer erreichte, geriet sie jedoch an eine vier Meter tiefe Stelle; die beioen Leutnants unH einige Mann konnten sich ans rechte Ufer retten, die übri­gen wurden nach Beschreibung eines Augenzeugen von einer starken Strömung wie ein Knäuel zu­sammengerollt und gingen plötzlich unter, wobei nur

die Lanzen oben schwammen. Einige Mann wurden von Fischern, die mit Kähnen zu Hilfe eilten, gerettet. Die Leichen der elf Ertrunkenen wurden sämtlich ins Garnisonlazarett von Pirna überführt. Kurz vorher durch­schritten oberhalb und unterhalb der Unglücksstelle andere Unteroffiziere und Mannschaften die Elbe ohne Zwischen­fall.

Gerichtssaal.

X Hanau, 12. Sept. Ein trauriges Bild jugend­licher Verrohung entrollte heute eine VerHmdlung vor dem hiesigen Schöffengericht. Ein herrenloser, kranker Hund hatte sich in eine hiesige Gärtnern verlaufen, war aber immer wieder verjagt worden. Da er aber immer wieder zurückkebrte, beschlossen zwei Gärtnerlehrlinge, der 17jährige Karl Zwirr und der 14jährige Friede. Schnell, ihn zu toten. Sie banden den Hund außerhalb Der Gärtnerei so kurz mit einer Kordel an einen Weidenbusch, daß er die Schnauze nicht vorn Boden heben konnte, und warfen ihn so lange mit Backsteinen, bis das Blut lief. Dann überließen sie das arme Tier seinem Schicksal. Später wurde es getötet. Ter Vertreter der Amtsanwaltschaft beantragte gegen Zwirr drei Wochen, gegen Schnell eine Woche Haft. Mit Rücksicht auf ihre Jugend erhielt Zwirr 50 Mk., Schnell 30 Mk. Geldstrafe.

Lnftschiffahrt.

Die Fernfahrt derSchwaben".

Gotha, 12. Sept. Tas LuftschiffSchwaben" ist heute morgen 7.10 Uhr vom hiesigen Luftschiffhafen mit 8 Passagieren an Bord unter Führung von Dr. Eckener zur Fahrt nach Düssel­dorf aufgestiegen. Es hat die Richtung EisenachKassel einge* schlagen.

Eschwege, 12. Sept. Ter LuftkreuzerSchwaben" ist heute morgen 8.10 Uhr in ruhiger Fahrt über Eschwege hinweggeflogen und hat die Richtung auf Kassel genommen.

Kassel, 12. Sept. Tas LuftschiffSchwaben" traf heute vormittag wenige Miimten vor 9 Uhr hier ein, zog einen wecken Kreis über bet Stadt und setzte dann in rascher Fahrt den Flug nach Düsseldorf fort.

Hagen (Westfalen), 12. Sept. Das LuftschiffSchwaben" erschien um 1 Uhr 30 Min. über Hagen von Dortmund kommend.

Düsseldorf, 12. Sept. Das LuftschiffSchwaben" kam 1 Uhr 10 Min. in Sicht, machte eine Schleifenfahrt über der Stadt und landete 1 Uhr 45 Min. glatt vor der Halle.

Schwäbischer Ueberlandflug.

Ulm, 12. Sept. Heute nachmittag fand in Anwesenheck von 5060 000 Personen anläßlich des schwäbischen Heber- landfluges ein Schaufliegen statt, bei dem Hannuschke mit 57 Minuten am längsten in der Luft blieb. Die größte Höhe erreichten Vollmöller und Hirth, die bis 1500 Meter auf- fliegen. Um 7 Uhr 16 Min. landete Lindpaintner, von Reut­lingen kommend, auf dem Flugplätze. Es sind keine Unfälle vorgekommen.

Ein deutscher Ballon in Frankreich.

Verdun-sur-Meuse, 12. Sept. Ein deutseher Ballon landete gestern in der Nähe des Dorfes Rouvres, 23 Kckometer von Verdun. Die drei Insassen gaben an, ein­fache Reisende bürgerlichen Standes ju fein und Fra n ksurt geftern vormittag verlassen zu haben. Die Gendarmerie be­schlagnahmte zahlreiche photographische Platten und sandte sie der Militärbehörde.

Der beschlagnahmte Ballon ist einer Meldung aus Frank­furt zufolge der BallonSwanseak. Er hatte von Friedheim aus eine Nachtfahrt unternommen und war nach einer Zwischen­landung bei Trier auf französischem Gebiete niedergegangen. Die bei den Luftschiffern beschlagnahmten photographischen Platten wurden sofort entwickelt. Die beiden Insassen mußten 600 Mk. Zoll hinterlegen und wurden in polizeilicher Obhut behalten. Dem einen gelang es, nach kurze« Zeck freigelassen zu werden, der Führer aber, Refcröndar Landmann aus Frankfurt, mußte 26 Stunden laim auf französischem Loden verharren, bis ihm seine Freiheit wledergegeben wurde.

vor fid) bin, so läßt Die Polizei

und -Löwinnen Jagd zu

r Tausendfach bewährte

s

Nahrung bei:

Brechdurchfall, Diarrhöe,

ober em halbes Dutzend Köder hei rubeftunben Teppiche oder Beile

mutwillige Buben mit alten Trommel und Fußball spielen, d lieben Flöten. Warum diese feine ist noch nicht alles. Es fällt ein, auf tollwütige Klaoierlöwe

der Haut erso Ebert in unferm modernen LebenS« APnOnnfP alt die größte. Beachtung. Denn nur eine gut-

HtPimß!.Cn£Qr.*burdj Bnber iu»b Waschungen abgehärtet wurde, iur alle Schmutz-1 :nd Krankheitserreger zu immuiill

l!*1 ,"ur durch 1 öipcrlidn- Arbeit, sondern auch 'Nfolge ^chweiü und Fetiavwnderunaen fe£by beeinflußt n ird, so ist es unser vornehmstes

len ober in den NachmittagS- i geklopft werden, oder gar Uechtöpien auf der Straße um - schweigen alle Polizei- Uiiterscheidungen? Aber das stuu Beispiel auch niemand

te Hygiene der Haut au sorgen, leine nute Seife, und nichts führt fuud schön zu fein, als tägliche uoferd-ckilienmilchseife, die durch

Gebot der Kultur, für eine gerege Bor allen Dingen benutze man nur ämefler zum Ziele, um gesund s

LCr achten Stccfc uviL-tu-cu.^nuuiajnrnv, uic uu.w

Boraxgehalt beikfnb auf alle Hauiunreinigkeite« rotrtt und eine zarte, roeiße, samu^tweiche Haut erzeugt. l!>/»,

machen, wenn sie in den Raiumittagsslunbeu ihre schauer­lichen Stimmen erheben. Es bestes eine Pol,zewerordnung für die -stabt Gießen, die derartige Ailswül hse bei Strafe verbietet: warum wird sie nicht schär'er gehandhabt? Wenn z. B. unwissende Eltern ihre Kinder nach dem Mittagessen I n unerhörter Weife herumtoben lassen, dann ist das eine Belästigung, die man als strafbar be­zeichnen muß. Jedenfalls fteUenf sich solche Eltern ihren Mck- menscben gegenüber als höchst plebejisch hin Lärm und staub, das und zwei S t i e tR i n b e r der öffentlichen Drbnung, deren sich, wenn nilbt d,e Polizei, jo doch nächstens bie etabtoater annebmen müßten, fl biuobl ihre Aufgaben auf diesem Gebiete ms Riesenhafte ivachseu. Ä -r.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller muci qiciet Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 12. September.

Kindermehl x,

-Krankenkost Darinkatarrh, etc

Die seinen Unterscheidungen.

Die letzten Eingesaiidts über Staub und Automobile in Ihrer geschätzten Zeitung geben zli einigen nachdenklichen Be- trachtinigen Veranlassung. Wenn heute eine Hausfrau ober ihre Stütze ein Putztuch zum Fenster binvuswirbelt ober gar das Bettzeug nach der Straße zu auSlegt, dann schreitet die behelmte Aufsicht sogleich ein. Gk ist ja auch so leicht, in schöner Morgenstunde auf den bequemen Bürgersteigen eintet« zuwaudeln und den Wächter zu spielen. Anders wird die Geschickte, wenn der Schauplatz aus den behaglichen etabtminfeln m ungemüt« kichere Gefilde verlegt wird. Vor <ben Toren der Stadt wird es mit größter Seelenruhe geduldet, dsiß die schöne Herbstluft durch den Staub der Landstraße weit über die Baumwipfel hinaus ge­schwängert wird. 9hm streiten sich Sie Leut herum, wer an diesem unhaltbaren Zustande die Schuld jrägt. Tie Sache ist wichtig genug, daß eine behördliche Warnuijg oder Aufklärung hier Platz grellen sollte. Es geht doch nicht cfti, daß man bie kleinen Misse- tätet hangt, die großen aber laufen Uläfct.

Nun kommen wir zum zweiten Punkt unserer Betrachtung. Brummt desAbends oderNachts eiu/sideler Heungäuger ein Liedchen vor sich bin, fo laßt bie Polizei alajjalb Remedur eintreten. Wenn