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13.9.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 215

Zweites Blatt M Jahrgang

ttldjetni täglich mit Ausnahme bei Sonntag«. W

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.Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt. da« VJ tL V 6 M B R Ä, X/Q fi I ® K 1 RA K R

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wöchentlich. Die .^anbwlrllchottllchei Lett- e

fragen'' erfchemen monatlich zweimal. (DCtlCFClI*Anzeiger für Oberhejfen

Mittwoch,. September |9li

Äolattonibnicf unb Verlag der Br üblichen UnioerfttS:? - Buch- unb Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Grrtbition unb Tnufertl: Schul­st roße 7. Expedition unb Verlag: eM>bl.

Redaktion: 112. rel.-?ldr.:AnzeigerDießen.

Zozialdemottatischer Parteitag.

IV.

~ Jena, 12. Sept.

Nach Erösinung der Sitzung teilt der Vorsitzende Abg Leber- Jena mit, daß in Jena ein vorzügliches Volksbab sei iStürmischc Heiterkeit.- Einige i'^enoiicn.haben dieses Bad auch schon benutzt. iErnculc stürmische Heiterkeit, die minutenlang anhält.)

Inzwischen ist folgende

Entschließung de» Parteivorstandes zu den Reichktagswahlea

eingegangen:

Ter Parteitag erwartet, daß, soweit es noch nicht geschehen sein sollte, die Parteigenossen in allen Wahlkreisen, in denen die Partei Anhänger besitzt, unverzüglich d,e Vorbereitungen zur Reichstag-wahl treffen, um selbständig in die Wahl ein- zutreten.

Ter Parteitag erwartet weiter, daß die Porteigenossen die Wahlagitation grüirdlich ausnützen, um sowohl neue Mitglieder für die Parteiorganisation, wie neue Abonnenten für die Partei presse zu werben.

Insbesondere muß die Wahlagitation auch für Erlangung deS allgemeinen, gleichen, direkten unb geheimen Wahlrechts im Sinne deS Parteiprogramms für die Wahlen zum Landtag in Preußen wie in den Staaten, die das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht noch nicht besitzen, ausgenutzl werden.

Wo nach dem Ausfall der Hauptwahlen die Parteigenossen bei engeren Wahlen eine Entscheidung zwischen gegne­rischen .Kandidaten zu treffen haben, dürfen sie nur demjenigen .Kandidaten ihre Stimme zuwenden, der sich verpflichtet: 1. für Aufrechlerlwltung des bestehenden Wahlrechts für den Reichs­tag: 2. gegen eine Beschränkung des Vereins- und Versamm- lnngsrechls und des zwalitionsrechtS: 3. gegen eine Verschar- sung der sogenannten politisckjen Paragraph, n des Strafrechts: 1. gegen ein wie immer geartetes Ausnahmegesetz: 5. gegen jede Erhöhung der Zölle auf die Verbrauchsartiket der großen Masse: 6. gegen jede Reueinführung ober Erhöhung indirekter Steuern auf Vcrbrauljsartikcl der großen Majse einjutrelen und zu stimmen.

Ter betreffende ftcibibat ist zu ersuchen, seine Erklärung vor Zeugen ober schriftlich ab ui neben.

Stehen in bcr engeun Wahl zwei tianbibatrn, die beide be­reit sind, die ausgestellten Bebingungeu zu erfüllen, so ist bcr Liberale bem 911(1)11 ibfrdcn vorzuziehen.

In lebem anderen Falle ift firihc Stimmenthaltung zu proklamieren."

(Vcnoffc Laufenbe'g- Hamburg kommt dann auf den Fall 91 o f a Luxemburg

gu sprechen. Es mar ja vielleicht eine Indiskretion, aber iic war notwendig, es fragt sich nur,-ob sie in bem Wugcnbnuc notwenbig war Auch bcr Genosse Bebel hat sich in feiner Er icguiifl gestern einer Indiikrclion schulbig gemacht, da er selbst über interne Vorgänge im Internationalen Bureau beruhtet La;

Fischer- Berlin: Ais all den Neben l-abe ich auch nullt rine einzige Tatiadre leratshören können, buri.i die bcr Partei vorstand irgendwie begrnnlct angegrrfien ist. > Zuruf Ledebours: Tas ist ia niedlich' Leipzig: Nein, lächentch! im. ja Teilte alten Mätzchen!) Rofa Luxemburg nannte den Geiwsseu Müller ein Bild rührender Hilislosigkcit in ihrer angeborenen Bescheidenheit vergaß sie (bcr, daß ihre Rede icibii das Bild rührendster HilfSlojigleii boi weiter teil. Beilall uns Wide.ipruch. Nachdem der Genosse Bebel, der Genossin Luxemburg geantwortet hatte, da sah die Rosa auch nicht aus wie eine Salo m c. die das Haupt des Johannes rüg, hier muß es natürlich l-eißen: baS Haupt MollcnbuhrS. (Heiterkeit.)

Inzwischen ist folgenbcr

Antrag Aier unb Genossen eingegangen:

Ter Parteitag beschießt, 1. zwei weitere Parlei'ekr.tar anzustellen, 2. zwecks Beratung einer Neuorganisation beo Parteivoritanbes und der .sontrohfomni.ffion i t unter Zu i hung des Parteivorstandes eine Kommission von 21 Mitgliedern zu wählen, die bem nächsten Parteitag Bericht zu crilaitcn hat."

Eduard B c r n st ein: ter Votwuts oes G.itDji.ii Loebsnr, der Parkcivorstand habe die üi.erncrioiuk VecltuvöigungLaklisu durchkreuzt, ist völlig mbegründet. Wenn irgend etwa-, die deutsche Partei im Ausand. mißliebig macht, >o nt es du Art der Kritik, die von eitern Teil der Moi respjnbcUten gegen die Bruberpartei ausgeübt mb. (Lcoh. Be.'all. >

(jenefie Hoffmann Berlin der 11 ihn.x>eun-'. 'ebete Hoffmann"i: Nach den Erlärungcn des 9icfcrenten Muller iit bcrGehelm erlaß" teilweise als einevertrauliche Mitteilung anzusehen. Wenn man nu wüßte, wo der (Vel.cinmlai; am hört unb die vertrauliche Mitteilung anfängt. .'jcit neu. Jet stimme Hlara Zetkin bei, dch es nicht mir das Recht, laiwern auch die Pslic!»! jedes Genoien nt, den Parteivorttand ui iriti fieren. Beifall. Wir roifm ia, daß Molkendubr nch nicht so leicht auf regt, daß er, ivi der Berliner sagt, ein bißchen pomadig ist. .Heuerleil. Es ist ja ganz gut, bar mir einen solchen Mann int Partewo stände haben. Ader '.Vtolfcnburre Ruh: ist im vorliegenden Feie ein Hemmschuh geworden ^em richtig^ Qicbrncd)t ^e.in: Ter Ausruf des Parlcivor siandes ist gerade zur ungui agtien Zeit herausgegeben Word .t Ter Kaiser war damals grade in -sroincniuubc, unb gcrao. iu dieser Zeit kam das Eomm'.nig'.ts heraus, das eine Beruhigung bringen sollte. Tatsächlich iar auch etwas 3tuhc eingetreten, und mitten tu diese Ruhe >tc bcr Ausruf des Parteivorstanbes hinein. Sehr richtig! Tie ttrl der Mritit, die an dem i-'rta. Vorstand geübt wird, war richt henimetib, iandern aincuenio. .Stürmischer BeifallI

Rosa Luxenburg-Berliii:

Ter Genosse Molkenbuhr hat es als einen «amidien Beweis meiner teuflischen Bosheit bzeichnet, daß ich bei ^meiner ^.cr* öiicntlicbung in derLeipzig» Volkszeitung" das -ratum Kim . Brief, s unterschlagen habe. Tas Ta tu in baue gezeigt,^ bm dec Brief geschrieben wurde v r der Rede Llovd Georg s -tarn . aber falle meine Anklage gcg.i ihn glatt zu Bvdcu. : '.olkenbuhr bat sich an Lloyd George so eu geklammert '?euer.en . da.; er gar nicht sieht, welche Tnimi:eit er gcniacut hat erneute Heiterkeit? Tenn es ist nu richtig, daß bcr Briei vor jenei Rede geschrieben tvurde. Abr es ut falsch, zu bebaue. ».' diese od r irgend eine ander Su'bc eines .nglijchen .'»mUters den Zei'nunkt unserer Aktiv besrimmen mußte, ct.nd.rti ou Tatsache der Eutt.nduirg desPanther" nach Agadir war der gegebene Moment, um eine große Aktion gegen die Marotte gefahr zu entfalten Ich nu» mich auch zn meinem großicn Bedauern gegen den Wcnoiicn. Bebel wenden. .Bebel ruft Nur los! yciteicit odi muß vor allem oebrnwrn, daß Bebel,' der sie.' hier io egen Ind.stre.ivn.n manüie, ö.'.vu übergegangen ist, hier den uihalt von Privatgewrac.ie:: mu dem Genossen Huysmans b anut zu geben und tfleuiici. n i' mituu.ilc.'.. die Huysmans ngeblich . .er mich gemi.cvt l-.u. «Bebel mit: Er bat sie g- neu:' ^unsinaiis wll zu -<bJ gesagt haben, 1. bav es niaj Las criuinal fei, daß ich cir.e cu

eine Unwahrheit, eine aus der Luft gcgriiicne Bedaupinng aus­gesprochen. _ 2 soll Hunsmans die Adncht geäußert haben, um mich zu bestrafen, mir die Akten deS Internationalen Bureaus nicht mehr in extenso vorzulegen, vorausgesetzt, baß rr sich io geäußert hat, so hot Huysmans seine Mompctcncen weit über- 'chntten Lebh Befall.) Er ist angestelUer Sekretär unseres x'iittrnalionalcn Bureaus und hat als bezahlter Angestellter feine Arbeit zu leisten, lieber das, was den Mitgliedern des BureauS ''i uihünbigen ist, hat er nicht zu befinden. Und - mit er bobener Stimme ich mochte den sehen, der eS wagen würde, mir die Mitteilungen an das B11 rcan vorzuenthalten iHeiterkeit, die sich verstärkt, als die fHcbnmn heftig auf das Pult schlägt ' Trittens

Affäre falsch bingefldli. indem ich 1 unterschlagen hätte unter- schlagen hat er gesagt. «Heiterkeit Bebel springt erregt auf und macht Zwischenrufe 1 Rosa Luxemburg hrmt sitzen Sie doch ruhig, (6cnojie Bebei!

Stürmische Heiterkeit « Ich hätte unterschlagen, daß der Partei Vorstand nur zunächst von der Aktion abflfrtitcn hätte Ich konstatiere an der Hand meines Artikels, das; daS ausdrücklich drin steht (sehr richtig! Bebel inacht abermals Zwischenrufe, worauf die Rednerin ihm zuruft: Sind sie doch endlich still und sitzen sie ruhig! Heiterkeit > Ich habe aber mit Recht Iiinzugefügt, daß dieseszunächst" von der Inter nationale als eine Absage ausgesaßt worden ist. Der Genosse Bebel hat schließlich erhärt, er werde in Zukunft in seinen Briesen an mich sehr vorsichtig sein. Ta kann ich ihn be­ruhigen. Tie Briese, die mir Genosse Bebel schreibt, pflege ick nicht hinter den spiegel zu stecken, istürmische Heiterkeit.! Bebel hat Tonner und Blitz auf mich herab- gcschleridert und mich persönlich herunterzureißen versucht. Ich habe aber schon meine Satisfaktion. Tenn haben Sie gesehcu. Genossen, woher Bebel Beifall für feine Rede erhielt? (Hört, hört! Heiterkeit und Unruhe) 6 r kam von den Genossen aus Bayern, Baden uhv/ «Großer Lärm, Zurufe, Zischen und Pfuirufe. Auf der linten Seite des Saales schreit icmand: daS ist eine echt luxetnburgische Frechheit!

Und ein anderer: Polnisch-jüdische Dreistigkeit!)

Mitten ui dem Lärm schließt Rosa Luxemburg: Bebel bat eine politische Irage, eine politische Tebatlc zu einer persön­lichen gemacht und deshalb sage ich, Gcnqiic Bebel hat diesen Tleifall aus dem deutschen Süden diesmal rcich- 11 di verdient. (Erneuter minutenlanger Lärm, BeisaU, Zischen und Zurufe der Süddeutschen: sind wir keine Ge^ nchjen? Pfui!)

RcichstagSabg. Ledebour: Es war ja ein durchsichtiges Manöver, das von der Manoorierungsfähigkeit des GenoiKn Richard Schmidt zeugt, daß er für den ParlClvorstand den Ge­nossen Bebel verg eich oben hat. (Bebel ruft mehr­mals: Ich lasse mich nicht vorschicben, das ist eine U n - Verschämtheit!) Ledebour lsortsahrend«: Toch, Genosse Bebel, Sic sind, abgejeheu von der >lorrespoichenz mit dem Bureau, an der ganzen Affäre nicht beteiligt gewesen, und in­sofern ist es richtig, daß Sic gcwisserinaßeu als Wortführer des Partcivorstano.s für een Parteivvrstand in der Verteidigung auitrcicn, Sic haben sich also vor'chiebcn lassen, und das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Unruhe am Tisch deS Partei - Vorstandes.)

H cn ke--Bremen: MollenduhrS Bries war doch^nicht an irgendeine Jugendliebe gerichtet, ionbci'n in einer Sache ge­schrieben, die die gesamte Arbeiterschast auf das innigste bewegte.

Frau Zieh-Hamburg verteidigt als Mitglied des Partei- Vorstandes dessen Haltung in der Maroklosache unö im Buch­t'ruckerslreit.

ReidistagSabg. Tr. David-Mainz: Tie gegenwärtige Sc­hatte liege unzweisclhaft uu inneren Parteiinteresse, ob ne aber m ihrer Wirkung nach außen hin ersprießlich sein werde, mochte er bezweifeln. Er müsse aber dagegen protestieren, daß angesichts ungeheuren Bedeutung der Marokkosrage Gegensätze in die Partei hinein zutragen, die nicht vorhanden seien. (Sehr runtig! Beifall. Zurufe: Fiickier!' Tic Bemerkung, daß der Süden Bebel ucfonC-cmt Beifall bezeugt haue, fei eine Entstellung der Tatsachen. Wir Süddeutschen so fahrt der Redner in großer Erregung fort verlangen, daß man endlich in der Partei aufhört, die süddeutschen Genosien als minderwertig zu qiiali- nzieren. Benall. Widerspruch und Zurufe: Tut ja niemand Tavid: Todi. Soeben bat die Genoiiin Luxemburg unseren Bei'all zu Bebelo Worten als eine gerechte Strafe für den Parteivoruand huigcneilt. (Heiterkeit./ W l r können doch n i di t alle aus der Heimat Rosa Luxemburgs sein. Sturm. Heiterkeit und Zurufe: Gott sei Tank!) Wtr wollen ;nbau* als vollwertige Genouen angesehen werden und lassen .. « S das von der G e n o s s i n Luxemburg am aller­letzten nehmen. «Großer Beifall. Heiterkeit.) Irn übrigen ,können wir tue Auffassung nicht teilen, daß die blor.e Tatsache der Entienoung desPanther" »chon eine Parteiaktion hervor- rii ai muhte. Es ist ia gerade ttets eme schwäche der Temo kraue gcncicn, daß sie in icowiengen Situationen keine Zurück­haltung ubi. Stürmischer Beifall.

Unter allgemeiner Stille ergrent nochmals

Bebel das WoN. Er führt aus: Es fei nicht feine Absicht gewesen, nochmals tu sprechen, aber die Provokation der Genossin Luxem­burg und des Genossen Ledebour zwängen ihn dazu. Genosse Tavio rat ja schon viel oorroeggenommen, unö ich kann beinahe jedes seiner Worte unicricurfiben, selbst auf die Gefahr bin, daß man mich einen Revisionisten nennt. Heiterkeit Ter Genofe Ledebour rief ja auch schon bei der Rede des Genossen Tavid dazwischen:Armer Parteivorfland!" (»enoijf Ledebour, das bedauere ica in Ihrem eigenen Interesse! Ferner will idi i,-I.eilen, daß ich nicht indiskret gerne en bin, als id> bic Aeußerung des Setre.arä des internationalen Bureau- wieder- gab.' Tenn er hat ausdrücklich erklärt, es wurde der Genossin Luxemburg angenehm sein, wenn sie einmal seine Meinung er- fahre. Man m auch von Dori herein b denken, daß die Marokko- .'ar' alle drei Tage eine ander Situation bracht Sehr richtig Ta mußten mir dooveit vornevtig fern. Eine Aeußerung der Genoiiin Luremburg konnte den Atvchc.n erwecken, daß wir in defonoers lebhaftem miö gereiztem Brie'wechsel uänoen Tas nt durchaus man der Fall Sie redete mich stetsl't.b.r Genosie Bebel , ich heLiebe Genoinn Luxemburg" an. t'lus dieser Zurede kann man schon ersehen, daß unser Briefwechsel nicht so gereizt .var. Allerdingsliebe" werde ich ' ie ietzt

t.ai e Tas in unerboi. Jeder, der nud) lennt, weiß daß idi nie nach Beifall gcieheit habe, uno wenn ich BeuaU habe, so ist mir gan; gleich, von wo er kommt Auf den Bo..ourf Ledebonrs. ich bulle nr.u) ia . 's n la..en, habe ich ja cigint.il' schon

-

idi i.r.u L.ü) r..'u - rvoroelen, baß ich Jahre in der Partei tätig bin und daraus wohl das Recht herleiten darr, auch ^zu cin ' ^ache sprech.'.'., die mid« nicht d.refr tangiert Ebe» <si: ntü' n*befcbli.-Beit. bau alle Leute, die über 50 Jahre alt find, nicht mehr m den Partetoorttand ge.

wählt werden dürfen. Äautskv soll ja mit feinen 57 Jahren auch schon altersschwach fein

Zum Schluß teilt Bebel noch mit, daß die ..Köln Zta bcstreitei, jemals mit der Revision ihrer monardjihhcn (Hriinnun i gedrovt zu haben Er stelle bni Irrtum m feiner Begrußunr rede richtig und bitte auch um Richtigstellung in der Preise Al. rr die Tribüne verläßt, klatschen b i r Süddeutschen, id o r a u i ihnen Bebel ä n g ft I i ch a b ro i n f t. Große Heile feit.1

In einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg Ledeboui, rr halte seine Meinung a u i r c ch t, d a ß Bebel (i di habe schieben lassen Tas könne iehern Vorkommen: man denkt, man sdiiebt und wird geschoben Tas käme nur am die Ge ct'.ck lichkeit der Schieber an. Dem entgegnet Bebel nt periön lidifr Bemerkung: Ledebour habe seinen Borwurf nicht aufrecht erhalten, sondern er habe ihn sogar verschärft Er habe ibn .. einen Menschen hingestellt, der ungefährlich fei, d.i di Grün feines Auftreten- zu durchfchauen 'eien Bebel setzt anSeiuand . daß rr grsprochen Imbe, obur daß seine Borstandskollegen gewui: hätten, daß er reden wolle. Es scheine aber, daß Ledebour den Sinn feinet Worte überbaupt nicht mehr zu beurteilen vermöge An Taktlosigkeit übertreffe er jedenfalls all Parteigenossen

Tie Sitzung wird sodann auf Nachmittag 3 Uhr vertagt

Während einer mittäglichen fliinhflebung des Parteitag o am Ernst Abbe-Tenkmcil erschien auch der

Ittgenienr Richter, der soeben aus der Türkei zurückgekchrt ist unb von feiner Frau in einem Automobil vom Bahnbos abgeholt nwrdcn i.ar, nm sich zunächst bei box Firma Zeist für die ihm von dieser .. wahrten Unterstützung bei seiner '4kirnuitg tbie Firma hat 1>. lanntlich den größten Teil beS Lösegeldes hergcgeben. zu V danken.

Zu Beginn der Nachmi.tagsjitzung werden von Klara Zetkin bcr Antrag Göpvingrn, bcr von bem Parteivorstanb eine um jassende einheitliche Aktion der Parte, für bnt Weltfriebcn vet langt, sowie dec Antrag BremenDer soziallstisckie Verein Bremen bedauert, lan der Parteivorttand es mdn sür nötig gehalten hat, in eine allgemeine Aktion gegen den Marekkortuiimel einnihtlcu. Tic Pcrsommluiig ersucht bei Parteitag, dasür Sorge u tragen baß der Parteivorstaiw in Zulunst solch jvichlige, die ganze zivil, fierte Welt in Aniregung fetzende Fragen nidji so gkuijgülti t n, Iler, ngs mit d< t ansdi üctl

Härung, baß die Aussprache über den Geschäftsbericht die Erwai tungcn der Genossen der beteiligten Kreise in Bezug auf d. Erörterung der Äarokioangelegenheit und die Reorganifatton des Parteivorstandes bei tveiteni uberrroffen hätte. ES loirb dann zunächst cuu'nmmig der Antrag Vluer angenommen, bcr verlangt, daß zwei weitere Parteisekretäre angeslellt und daß zwecks B ratuiig einer Neuorganisation des B/rstcuideS unb der Moiilryli fommifiion unter Heranziel ing l . Borstandes ein Auüschnf v o n 21 Mitgliedern gebildet werde, der dem nächsten Par­teitage Bericht erstatten soll.

Tic einzelnen Berichterstatter begründen dann eine Reih von Anträgen, die sich aui Presse unb Litcrarur beziehen.

Ein Antrag von Westmayer iStintgart- und 105 Genossen lautet:Ter Parteitag nimmt mit Bedauern Kenntnis von den jüngsten Borgängen in der n- ü r 11 e m be r g i s die n Landes Organisation. Er bcauitragt den ^aricioorftanb, mit bem wurtiembergischen Landcsovrsuuio und der Stuttgarter Pan, Icilung in Verbindung zu treten, um die Entwickelung der Partei ui Württemberg int Sinne und Geiste der gesamten Parte, unb ihrer Beschlüsse zu sichern. Mit anbern Anträgen würbe auch dieser angenommen.

Am Abend sand eine stark besuchte Volksversammlung statt. Zu gleicher Zeit bewegte nch ein F a ck e l z u g a l s E h r u n Haeckels durch den Monistenkongreß durch die Straßen de, Stadt.

Deutscher Stootetag.

n.

+ Bosen, 12. Sept

Nach den beiden Vorträgen üb:r bad erste ThemaTic Prüjuug der Krebitverl-ältNiiic b.-r deutschen Stabte" sand ein«- kurze Aussprache statt, worauf folgender Antrag d s Vorstandes einstimmig angenommen wurde.

1 Trotz Vorhandenseins gewisser Mißstände in der Kredit beschassung der deutschen .Stabte wird von Errichtung eines Z e n t r a l i n it l t u t s aus der Grundlage einer Akiiengeiellschafr oder einer Genossenschaft oder dergleidfen abgesehen, da­gegen eine Vermittlungsstelle für kommunale Darlehen cinzurichtell emviohlen.

2. Hierbei ist zu beachten, daß für kurzfristige Tarlehen eine Gctdvermittlungsstelle der deutschen großen Stadtverwal­tungen besteht. Es roirb daher zu erulogttdwn sein, die Ver- mililungeiiclie für langfristige tommunale Tarleheii an diese anzuschllegen.

3. Als Ausgabe der Vermittlung tt'lelkc kommt leider in Be­tracht schon zur Erzielung eines besseren Marktes, aus einen möglichst einheitlichen Anleih.typ der Stadtanleihcn in Bezug auf Vernnsung, Rückzahlung bezio. Tilgung und sonstige .,iud- zahlungsbedingungen hinzuwirken.

4. Für geringere Kreditbedünnissc unb, wo die Ausgabe eigener «reoitvri.'c der Stadt nicht gcivünscht wird, ist eine Geschäftsverbindung mit Bankinstituten oder anderen Anstalten, die tommunale Mrcoitbnrfe ausgeben, möglichst in provinzieller Gliederung einzulciten uno zu vhegen

5. Ferner ist eine ständige Fühlung mit den deutschen stabtljcbcn Sparkassen zu unterhaU-n und tu: Anlage von Svar kassengeldern in dcuttchen Stadtanleihcn unb solchen kreditbriescn, die zur Tcckung von Stadtanleihcn ausgegebcn werden, zu decken.

6. Tie Verniittlung soll provifionsscei und nur gcg.n Er- stattung der unnnt'.elbarfn Aunvenbniiqrii erfolgen

7. Ten Mitgliedern des deutschen Stad:eraqes vi büngenb zu empfehlen, außerorbcntlickje Bedünnisfe mehr als bisher ge ichehen. dutdi Fonosbilbnng zu decken unb . curd, das Lnschwellcn Oct ctablanlem.n veimeiden uno , . i >lnrs- stand zu heben.

Am Nachmittage fanden verschiedene Beiichiigungen statt.

Am heutigen zweiten VerhandlungLtage bcrichtcttn bi- Eber- bürgermeister Wallraf Köln unb X; Aoicke- Frank urt a M.) überStellungnahme zur Frage bet Ardeitsloienorr- sichcrun g."

KSln und 2t. SU hc.cs '-rank nrt a cinqrbrc:.. ü L i.' c' zur Arbeirstoseuvnfickrernng, nad ivacrni ade ztmr.nbfH die Turchstchrung der zunächst er-ord Un:erlnchunmm in den einzelnen iycioerben man selbst übernehmen, iind.rn von ten Regierungen fordern sollen, an.

Deutscher Unroalfstay.

-- Würzburg ' r ?L

Ter 20. Deutsche Ann. Mi-tcg, berr > -n r Teil­

nehmer cing'undnt .j.cn, begann . al; r i: Verl--ndlurigen.