Nr. 59
Zur zweite» Beratung des Posthaushalts jinb im Reichstage nnc Reihe neuer Entschließungen eingebracht morden. Tie fortschrittliche B o l l s p a r t e r frc-
Erscheint KgNch mti vn»nahn« bei Sonntag».
Die wfkfcfitf LaralNendNltter" werden dem „Anzeiger^ oietmal wöchentlich beigelegt, öa5 „Hüllblatt für bee Krdi Sieben" zweimal Wöchentlich. Die ^aodwinschastllch«» Seit- fragte“ erschemen monatlich zweimal.
Der Untergang öe$ BererovoKes nnd seine Bedeutung.
Gießen, 10. März.
Auf Veranlassung bre „Frauenbundes der deutschen Kolouial-Gesellschast" in Verbindung mit der „Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde" sprach gestern abend in der großen Aula der Universität vor einer starten Zichörer- schast ein Sohn unserer Stadt, Oberleutnant Rausch vom Jnf.-Leib-Rgt. 117, über obiges Tl)cma. Als Mitkämpfer kannte ec alle Phasen des verlustreichen Krieges und vermochte an der Hand von mehreren Kartenskizzen ein anschauliches und fesselndes Bild der in Betracht kommenden Verhältnisse zu entwickeln. Er bezeichnete den Herero, ganz im Gegensatz zu dem Hottentotten, als ein entschicben tocri> volles Element unserer südwestafrikanischen Kolonie. Von stattlichem, gedrungenem Körperbau, stellt er ein Arbeitermaterial dar, das wir für die wirtschaftliche Erschließung des Landes gar nicht missen können. Neben feiner unbegrenzten Bedürfnislosigleit sind als weniger hübsche Cha- caitcrzuge zu nennen: Verschlagenheit, wilde Grausamkeit und maßlose Ueberhebung über alles Fremde. Ucberschätzung ihrer Bedeutung veranlaßte denn auch die Hereros, als am 2o. Oktober 1903 Lt. Jobst im Süden der Kolonie ermordet wurde, und der Gouverneur Leutwein mit der gesamten verfügbaren Truppenmacht dorthin zog, sich am 12. Januar 1901 wie ein Mann zu erheben, und ihrer grausamen Naturanlage mit der Niederrnetzelung von 130 ahnungslosen Weißen Genüge zu tun. Hauptmann Franke kehrte auf die erste Nachricht hiervon sofort um und durcheilte in heldenhaftem Zuge in vier Tagen 380 Kilometer, so daß weitere Greueltatcu verhindert werden konnten. Bis zum Eintreffen der notwendigen Verstärtungen mußten die Truppen monatelang hart am Feinde iu verzehrender Untätigkeit verharren, bis endlich am 10. August 19-04 unter dem Lber- bejehl des Generals von Trotha der Zentrale Angriff aus die Hauptftellung der Feinde am Waterl^crg beginnen tonnte. Wenn es infolge zu geringer Stärkender angcsetzten Kolonnen auch nicht möglich war, den .Feind völlig zu vernichten, so entzog sich dieser doch in isolier Flucht der bedrohlichen Uniikaminerung uno brach int südöstlicher Richtung durch, verfolgt von unseren tapferen Kniegern. Tiefer Rückzug entrollte den Verfolgern eb» grauenhaftes Vi.d von der Auflösung des geschlagenem Volkes, dem nur noch zwei Wege onen standen: sich dem Sieger zu unterwerfen oder
— Biologische Forschungen auf der Landenge von Panama. Auf Anregung des Zoologen Pros. Dr. E. Ö Eigenmann von der Universität Bloomingtvn, Jnd., hat aas Smithionian Juslümion die biologisch« Aufnahme der Land- miqe von Panama in Die Wege geleitet. Bereits bei Uebernahme 0V Panamalanals durch die Vereinigten Staaten waren derartige Foriä ungen vorgefchlagen worden, mußten aber wegen Ueber- kasmng der Beamten zurückge,teilt werden, ^etzt kurz vor Vol-
sich in die Sandwüfte im Nordosten abdrängen zu lassen. Es ist bezeichnend für den Freiheitsdrang dieses Hirtenvolkes, daß es den zweiten Weg wählte und in der Omaheke seinen Untergang suchte und fand. Wenn der Vortragende auch diesen Ausgang vom humanen Standpunkt aus bedauert, so glaubt er doch, daß er für uns Deutsche der bessere gewesen sei. Denn wenn einmal, früher oder später, der Entscheidungskamps kommen werde, den das farbige Element gegen die Weißen um den Besch Afrikas aus- tämpsen müsse, so sei uns wenigstens diese Kolonie sicher und werde infolge der zerschmetternden Niederlage der Hereros vor weiteren Erschütterungen bewal)rt bletbcn. Voraussetzung allerdings sei, daß in nächster Zeit die Bahn Windhoek—Ketmanshoop vollendet und die Ovambofrage in befriedigender Weise gelöst werde. Wenn auch das Hererovolk von 100 000 Köpfen heute auf etwa 18000 zusammengeschmolzen fei, so sei doch zu hoffen, daß es sich bald wieder zur früheren Stärke entwickeln und dann als kultureller Faktor in die Entwickelung Südwestafrikas eingestellt werden könne. So hat sich ihr Viehbestand heute ichon, dank der Maßnahmen der Regierung, zur früheren Stärke entwickelt, so daß in etwa vier Jahren die Liebtg- Eompanie mit dem Betrieb ihrer dort errichteten Fabriken werde beginnen können, während in 8 bis 9 Jahren die Schafzucht mit ihren Erzeugnissen auf dem Weltmarkt erscheinen könne. Auch daß durch den Feldzug 20000 jungen Deutschen Gelegenheit geboten worden sei, ihren Blick zu erweitern und die Verhältnisse in unseren Kolonien mit eigenen Augen kennen zu lernen, hält der Vortragende inr einen Gewinn. Er glaubt die Hoffnung daran knüpfen zu dürfen daß unserem Volte immer mehr die Erkenntnis, rrei von phantasrisaier Kolonialschwärmerei, aufgehen werde, daß unser Kolonialbesitz eine Notwendigkeit jur Deutschland sei ohne den es seine hohe Aufgabe als Kiiltur- und Weltmacht gar nicht in vollem Umfange erfüllen könne.
Freitag, 10. März 19fl
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« strotze 7. Expedition und Verlag: e^ aL
Redaktion: US. Tel.-2ldr^AnzeigerGietzen»
aetemnci, gut c» uvu.;, J; , T ' ' -—
dazu beiträgt, den Männern aus Deutschlands großen
bJZ Tagen einen Ehrensold zu überreichen, denen der Kampf I Wochentag-Auffuhrungen zu gehen.
Aus den Reichstagsausschüffen.
ff: Berlin, 9. Mär, Die Berfaffougßgesetze für Slfah Lothringeo.
Der Reichstagsausschuß für die Vorberatung der Gesetze für E l s a k-L o t hr i n g e n nahm heute unter Vorsitz deS Prinzen Schön nich-Carolath die fett dem 16. Ötbruor unterbrochenen Arbeiten wieder aut Zu De^inn der Sitzung verlas Staatssekretär Delbrück folgende Erklärung:
Die verbündeten Regierungen machten die von ihnen zu den 88 1 und 2 des Entwurss des Vcrfasfungsge,etzes für El,aß Lothringen gefaßten Beschlüsse in Konseauen, der Be,chlüf,e der weüerhin geuellten Anträge zum Gegenstand eingehender Erörterungen. die zu dem Ergebnis führten, daß die Beischlus,e 9cr Anträge für s i c unannehmbar sind. tonnen insbesondere in die vom Entwurf abweichende Regelung der ch t c l- lunabes Kaisers undStattbalters nicht einwikligen. Dagegen sind sie bereit, für den Fall, daß b’c Vorlage m dreien Punkten zur ilnveränderten Annahme gelangt und auch rm übrigen wesentliche Veränderungen nicht erfährt, in bezug der Erteilung des Stimm rechts im Bundesrat den Sun s ch e n d e r Kommission entgegenzukommen und folgender Regelung zuzuslimmen: Solange die Bestimmungen m den 8tz 1 und Abiatz 1 des Gesetzes über die Verfassung Elfaß-Lothringens von 1911 in Kraft sind, führt Elsasz-Lothringen rm Bundesrat drer Stimmen. Tie elsaß-lothringischen stimmen werden nicht gezählt, wenn die Präsidialstimme nur durch den Hinzutritt dieser stimmen die Mehrheit sür sich erlangen Sinne des
Artikels 7 Absatz 3 der Reichsversaifung den Ausschlag geben würde. Dasselbe gilt bei einer Beschlußsassuny über Aenderungen der Verfassung. Elsaß-Lothringen gilt im Sinne des ANikelS b Absatz 2 und der Artikel 7 und 8 der Rcichsver.anung a.s Bundesstaat Tie elsaß-lothringischen Bevollmächtigten zum Bundesrat werden vom Statthalter ernennt und instruiert. Diese Bestimmungen werden zweckmäßig im Artikel 6 a der Rcichsversaiiung einzustellen sein, bis zu dem letzten Satz, der evenMell als tz 2d im elsaß-lothringischen Versassungsgesetz Platz fmben könnte.
An die Erklärung knüpfte Staatssekretär Delbrück noch die Bemerkung, daß die verbündeten Regierungen zur Losung der Frage der Bundesratsstimmen den Vorschlag gebracht hatten, da die Kommission darüber keinerlei Vorschläge gemacht habe. Die vorgcschlagene Lösung beseitige alle Schwierigkeiten, bie bisher der Vertretung Elsaß-Lothrüigens im Bundesrat sich entgegengestellt hätten Eliat>'Lothringen erlange dadurch einen weckergehenden Einfluß, als es aus den ersten Blick scheinen möge. Von besonderer Bedeutung sei das Ernennung«-- und Jnstrultwnsrccht bM Statthalters und die Vertretung Elsaß-Lothnngens in den Bundesralsausschüssen. Dort habe Elsaß-Lothrrngen genau so viel zu sagen, wic jeder andere Bundesstaat.
Aui Vorschlag des Präsidenten wird bie Beratung sodann abgebrochen und die nächste Sitzung aus Dienstag, 14. Marz,
deH Ledens keine Glücksgüter in den Sck,oß geworfen har.-i Die Einnahme wird einem Ausschuß der Vorstände bcc hiesigen Krieaervereine überwiesen werden, der bereitwillig die gerechte Verteilung an die wirklich hilfsbedürftigere Veteranen übernommen hat. Alles Nähere lüirb seiner Qeit durch Inserate zur Kenntnis gebracht werden. Allen denen, die verhindert sind, durch Besuch der Vorstellung, die gute Sache zu unterstützen, aber doch zur Errechnung einer recht großen Einnahme beitragen wollen, sei mit- geteilt, daß Der Regiments-Adjutant Oberleutnant Jebenv^ Moltkeskraße 18, bereit ist, jederzeit Spenden entgegen-' zunehmen und an den vorgenannten Ausschuß der Boi- stände der Kriegervereine abzuführen.
** F r ü h j a h r s - P f e r d e m a r k t z u G i e tz e n. Anv 29. März findet hier wieder Pferdemarkt mit Prämiierung statt. Mit ihm verbunden ist eine Ausstellung von Wagen, Geschirren und landwirtsthaftl. Geraten. Für die Prämiierung der Pferde stehen über 2000 Mk. Mir Verfügung. 2luch der Landwirtschaftskammer-Au^ichutz hat seine Unterstützung zugesagt und 300 Mk. für Prämien zur Verfügung gestellt. Tie Prämiierung liegt IN deti bewährten Händen der bisherigen Preisrichter. An Preisen sind vorgesehen für Reitpferde 50 Mk, Tur 'Wagenschlage paarweise 210 Mk., für Arbeitsschläge paarwei,e 360 Mk., ür Arbeitsschläge einzeln 245 Mk., für Arbeitsschlage inr> Besitz von Laiidwirten 225 Mk., sür dreijährige iyol)leiß 200 Mk., für zweijährige Fohlen 160 Mk., für Zuckststuten 500 Mk. Für im Privatbcsitz befindliche Pferde, die nicht um Geldpreise konkurrieren, werden Ehrenpreise gegeben. Der Prämiierungsplan, der die näheren Bedingungen enthält, wird von Weinhändler Ang. Schwan zu Gießen auf Wunsch übersandt. Mit dem Pferdemarkt ist eine Verlosung von Pferden, Wagen, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haus- halkungs- und Gebrauchsgegenständen verbunden.
LanoirclS Gießen.
—X— 'Grünberg, 9. März. In einer der letztens Gemeinderatssitzungen stand die schwerwiegende Frage zur Beratung, „ob der Löwe vom alten Markt- Hunnen noch) langer im Diebsturm eingeschlossen bleiben solle". Die gefährliche Bestie sollte nämlich am Neubau der höheren Bürgerschule ausgestellt werden. Tagegen beantragte Prof. Walle-Tarmstadt die Wiederaufrich- tun g des alten M ar ktb runnen s. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. — Der prachtvolle alte Marktbrunnew mußte vor mehreren Jahren schon einem häßlichen eisernen Brunnenstock weichen, der dem Marktpla^ mit seinen altertümlichen Gebäuden durchaus nicht zur Zierde gereicht Es scheint, daß in Grünberg schon früher wenig Sinn für solche Denkmäler zu S»ause war. Man braucht nur an die herrliche Stabthrcbe zu denken, die so vernachlässigt wordenwar, daß sic 1816 einstürztc, oder an das Rheden den km al, das erst vor einigen Jahren, allerdings in sehr kläglichem Zustand, aus einem verborgenen Winkel wieder hervor- geholt und aufgestellt wurde.
Kreis Friedberg.
st. Friedberg, 9. März. Die Lutherfestspiele erfreuen sich eines außerordentlich zahlreichen Besuches. Obwohl Vorkehrungen getroffen sind, damit den Besuchern, und vorweg den Angemeldeten, für die verschiedenen Spieltage die entsprechenden Plätze zusallen, so kommt es doch vor, daß diichtangemeldete (ohne Karten) Zutritt nicht mehr erhalten können, weil alles schon besetzt ist. Tas ist, namentlich wenn die Betroffenen von auswärts kommen, sehr bedauerlich. iUlit Rücksicht hieraus ist es dringend ratsam, nicht den Besuch für die Schlußoorstellnng am Sonntag (Nachmittag und Abend) aufzuschieben, denn diese wird voraussichtlich besonders stark bejucht werden, — sondern vorher in eine der Am Dienstag findet
festgesetzt.
Tie Einigung über die Aerztefrage angenommen.
Ter ReickSvcrsicherungsausschuß nahm heute die Einigung über die Aerztefrage in der gestern mckgeteckten tvatfung an, ergänzte cs jedoch durch bie vom Zentrum beantragte Be- stimmung, daß, wenn der Versicherte bie Mehrko,ten selbst über nimmt, ihm die Auswahl unter den von der Kaste bestellten Äerztcn sreisteht, während im übrigen bie Kaste ihren Mitgliedern kur die Auswahl zwischen mindestens zwei Aerzicn imUncn ,oll, unb auch bann nur, wenn es bie Kaste nicht erheblich mehr belauft Tie eüilcitenbe Bestimmung ber Einigungsvorlchlage, wonach bie jetzt getrossene Regelung nur ein Prov iso r tu m bedeuten soll, würbe gestrichen. Man hielt sie sur überflüssig weil sich ja aus ber Praxis ergeben wirb, ob sich bic neuen Bestimmungen bewähren ober nicht; in bicfem Falle würbe man bann eben ein' neues Gesetz machen.
Sobanu begann ber Ausjckutz bie Verhandlung über den glcich- sallS schon mitgetcilten Abschnitt der Einigungsvorichlage, die sich auf das Verhältnis b c r K r a n ke n k a , , c n z u b e u Apothekern unb Drogisten beziehen. Hier hat bie Wwt- idjaiUiaje Vercinigung an ber Einigung nicht mitgeroirtL Die Beratung über diese Fragen wurde hieute noch nicht abgelchlosien, es wird erst morgen darüber zur Abstimmung kommen.
Zweiter Blatt M- Zahrgcmg Q
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Großwnligen verliehen.
•• Landwirtschaftliche Vorträge. Die hessische Landwirtschaftskammer veranstaltet am SarnStag abend in Groß-Felda einen Vortragsabend. Landwirtschasts- lehrer Dr. Lung-Alsfeld spricht über Fortschritte auf dem Gebiete deS Getreidebaues. Oekonomierat Andr5-Büdingen häl, a»n Sonntag nachmittag in Gla s Hütten zwei Vortrage: ^Wichtigkeit des Saatgntcs und Saatgutbezuges und ihr Einfluß auf die Ernte«, sowie .Welche Kartoffelsorten eignen sich für die verschiedenen Verhältniffe am besten?«
♦* „F ür die Veteranen!" Das Offizier- Corps unseres Regiments beabsichtigt unter gütiger Mitwirkung von Herren und Damen aus Zivilkreisen Ende April oder Ansang Mai in unserem schönen Th eate zum Besten hilfsbedürftiger, aus Gießen gebürtiger unb hier wohnender Kriegsveteranen das Sckfauspiel „Die Quitzows" von Ernst vo.i Wildenbruch zur Aufführung zu bringen. Durch das Entgegenkommen des Herrn Oberbürgermeisters uno des Tpea^erbauoereins tourue das Theater gegen Ersluttung der Unkosten kostenlos zur Verfügung gestellt. Angesichts des guten Zwecks wird auf eine recht lebhafte Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung, vornehmlich auch auf Mitwirkung der Presse, gerechnet, gilt es doch, daß jeder von uns sein Scherfleui
lendung des Kanals ist der Plan erneuert worden mit besserer Aussicht auf Erfolg. Nach „Petenn. Mitteilungen" handelt es 'ich in erster Linie darum, bie auf ber Landenge vorhanbenem Tier- und Pflanzenformen sestzustellen, bevor durch den Einfluß bes Kanals entweder eine Vermischung der auf der pazifischen und atlantischen Sette verschiedenen Fornten eintritt oder eine Vernichtung anderer Formen durch den ausgestauten See von Gatun erfolgt. Da bic Landenge bie Hauptstraße gewesen, auf beir der Austausch unb bie Wanderung von Tieren unb Pflanzen zwisaen Nord- und Südamerika erfolgte, so ist auch von Wichtlg.- teit, den jetzigen Stand der Fauna und Flora auf der Landenge zu ermitteln, bevor durch den stanal eine endgültige Unterbrechung dieser Heerstraße ersolgt. Ter Vorschlag des Smithfonian Institution hat die Billigung des Präsidenten Tast gesunden; die notigen Mittel sür bieic Forschungen werben verschiedene gelehrte Gesellschaften ausbringen.
— Wetterwarten im Südvolargebiet Der Wetterdienst ist noch einer erheblichen Ausdehnung fähig, denn nur in Nordamerika, Europa unb einigen Teilen von Asien, msbesonbere von Jnbien bis Japan, ist er berart organisiert, daß man ihn zu Wettervoraussagen benutzen kann. Tie Siieskinder der Wttierungskunde sind vorläusig noch Afrika unb Australien. Für Asrika ist das BÄ)ürfnis vielleicht weniger groß, wett ber Erbteil mit seiner Hauptmasse innerhalb ber Tropen liegt, wo ber Gang bes Wetters ein mehr regelmäßiger zu sein pflegt ober andererseits solche örtlichen Unterschiede aufweist, daß sür eine Wettervoraussage ein geringer Grad von /Wahrscheinlichkeit gegeben ist. In Australien ist der meteorologische Dienst zwar hoch entwickelt, aber hier macht sich, namentlich in den südlichen Tellen, die in ber gemäßigten Zone liegen, ber Mangel an Wttterungs- beobachtiingen aus bat benachbarten Meeren bemerkbar. Es ist auch nicht abzusehen, wie biefein Uebelstand derart abgeholsetr werden sollte, daß Austtalien mit ebenso regelmäßigen unb zuverlässigen Wetter Nachrichten versehen werben könnte, wie sie nt Europa und auch in Lstasien zu erreichen sind. Eine Abhilfe ist bis zu einem gewissen Grad nur von der Einrichtung von Werterwarten int Südvolargeüier unt> den diesem im Indischen Ozcan vorgelagerten Inseln zu erwarten. Dazu würden sich zunächst die Eilande Neu Amsterdam und St. Paul empfehlen, bic genau westlich von ber Sübspitze Australiens gelegen jinb, ferner etwa die Inselgruppe Kerguelen, die erst im letzten Jahrzehnt durch die Arbeiten ber Deutschen Südvolar-Expedttion eine gründliche Erforschung ersahren hat. Prosessor David, der die Expedition von Shackleton als Geolog begleitet hat, geht freilich in seinen Forderungen weiter. Er hat der Londoner Gcographisck>en Gesellschaft jetzt einen Plan vvrgerragen, wonach auf dem großen Erebus- Vullan in der Antarktis eine Station für drahtlose Telegraphie angelegt werden sollte, um nach Australien und Neuseeland das Hcrannahen heftiger Stürme zu berichten,
antragt bie vr-bünbeten Regierungen zu erfüll,, dic unAA ,'ichtigten Härten, die burch bxe RÄelung ^ dezugc der Pol unterbeamten m ber Besoldungsordnung getanen nnö, durch geeignete Maßregeln auszugleichen. DieSo z i a 1 b e m okr a t en beantragen, im aleichen Sinne ben Reichskanzler zu suchen, eme Revision bes Beamtenbesolbun^ge'eßes in bem ^>mnc öor,u- bercitni, baß eine angemefiene Erhöhung der durchaus unzulang lichen Bezüge bet Poftunterbcamten emtritt, ferner ben Re chs- Tamler zu ersuchen, Arbetten unb Lieferungen für bic Reichs- Postverwaltung nur an solche Firmen zu v' welche m Beziehungen auf bie Arbettsbebmgungen bie gesetzlichen Vorschriften einhalten unb sich verpflichten, zur Regelung unb Sickerung ber Lohn unb Arbeitsbedingungen auf den Ab,chlust Tarifverträgen hinzuwirken. Das Zentrum beantragt, den Reichskanzler -u ersuckcn, bie Arbciterausschüste der im ^elegraphenbau belckaf tiqten Arbetter unb Hanbwerker so auszubauen, batz cs den.Ausschüssen ermöglicht wirb, burch. geeignete Vertreter bie Wurnche der Post- und Telegraphenarbeiter unb Handwerker fährlich einmal ben Vertretern ber Ober-Po,rbirekUon unb cinem Vertreter des Reichspostamtes vorzutragen; für bie Post-, ^.clcgraphen- unb leugamtsarbetter eine Pensionskasfe Ast errichten, wie wiche bic Eiserckahnarbctter ber Reichs- mib preutzifchen Staatsestenbahnen in ihren Pensionskassen schon besitzen.
Ter AuSschuh für das Gesetz gegen die Kurpfuscher erledigte heute bie Verbotsbestimmungen bes 8 3 der Regierungsvorlage, soweit sic sich aus die Seuchen und Ge,chlechts- k r a n k h e i t e n beziehen. Den nichtapprobierten gewerbsmäßigen rlrankheitsbehanblern wirb banach verboten, bic Bchanblung von gemeingesährlickcn Krankheiten, auf bie ,'ch bas Reichs,euchen- gesetz bezieht, sowie bic Bchanblung aller ^O^hlechtskrankhciten. Tie Regierungsvorlage würbe in bcibcn Punkten ,chneßlich angenommen._________ __
Au» S-taOt uuS Land.
Gießen, 10. März 1911.
- Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde die von dem kath. Pfarrer und dem Stadtvorstand zu Bensheim auf die 1. Lehrerinstelle an der kath. Schule zu Bensheim prä- sentierte SchnlamtSaspirantin Katharina Schäfer aus BenS- heim für diese Stelle. — In den Ruhestand wurde versetzt ber Lehrer an der Gerneindeschule zu Nauheim, Kreis Groß- Gerau, Peter Arras auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, unb ihm aus diesem Anlaß bas Rittcrlreuz 2. Klaffe deS Verdienstordens Philipps deS


