bie Börse gibt also Dentschkimd die Kraft, einen Krieg in I zeigen, daß Deutschland n i ch r u n n o ck g, c b, g in Tw k pekuniärer Beziehung dnrckuufcchten, sondern das deutsche I Folgerung aus der französischen Haltung wäre nicht nur bie Per«
Weigerung bcutidxr 5onbftpTUHlegicn, sondern and) die Aus
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Dolk, das sich selbst und seiner KriegScüstung vertraut Und noch viel geringschätziger »st der Ansturm auf die deutschen Sparkassen zu beurteilen, weil eS die Spar- bllchinhaber doch cigcntlid) wissen müßten, daß bie Sparkassen gelber niemals von berdeutscheu
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zeichnet iverben, und bie Börse sic gerne aufnehmen, so daß bamit alle von Frankreich und England gelugten Hoffnungen auf dar» (Gegenteil in sich selbst zerfallen, schwieriger steht es dagegen mit der Er nahrungsfrage Deutschlands i in Falle eines M r i c g e v. (higlanb und Frankreich sperren uns burch ihre Flotte die Zufuhr über Lee, Oesterreich-Ungarn, ivo die gl.iche Lebensmittel not he.tscht, löte in Deutschland, könnte uns ebenso wenig helfen wie Italien, das auf Einfuhr selbst angewiesen ist. So bliebe Rußland, dessen (Ernte und Biehbesland, wenige stcns was Lüdrus.land anbetrifst. in diesem Jahre so reich sind, daß wir, wenn unsere Landwirtschaft wegen Mangel an Arbeilsträften iin Kriegsfälle versagt, uns dorthin wenden müßten. Und Rußland, das, nach einer neuesten Meldung, von einem Zusammengehen mit den Westmächten in der Marolkofrage olyneßin nichts wissen will, würde iin Falle eines Krieges dem noileibenben Deutschland wahr scheinlich seine Scheuern und.Ställe öffnen, um Deutschlands Ernährung zu vervollständigen. Allevdings nicht sogleich
Die heutige Nummer umfafjt 12 Seiten.
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hat Deutschland Achillesfersen?
Die Börsenpanik der vorigen Woche, der Sturm aus die Sparkassen, bie Tatsache, daß Derttschland infolge der schlechten Futterernte für nächsten Winter mit einer Er hohung der Fleisch- nnb Brotpreise wird rechnen müssen, haben in Frankreich und England einen wahren Jubel ausgelSst. Man hofft dort, sich dieser Berlegenheiten Deutschlands bedienen zu können, um auf Deutschland da hin einen diplomatischen Druck cruSznüben, daß es feine ÖtegCTiforbraingtm in Marokko fallen läßt oder ivenigstens ermäßigt, da es unter diesen Umständen trotz seiner starken Armee und Flotte doch nicht imstande wäre, es mit Front reich oder England aufzunelpncn, wollte es nicht eine Revv lirtioit im Lande selbst hcraufbeschwören, die teils durch die Hungersnot, teils durch die Stillegung unserer In buftric und der daraus folgenden Arbeitslosigkeit veran laßt wäre.
9hir gemach, ihr Herren! so steht es mit Deutschland denn doch nicht. Demi erstens hat sich die Berliner Börse schon am Sonntag darauf besonnen, daß ihre Panik vom Sonnabend in jeder Weise grundlos war, und zweitens gehe aus den neueften Saatenstandsberichten, wenigstens für Preußen, hervor, daß, wenn wir auch unter einer Verteuerung der Fleischpreise infolge von Futtermangel und Seuchen werden leiben müssen, bieses hinsichtlich des
Nr. 215
Tex Gietzeaer Injtljti erschein! täglich, außei BenniaflS. - Beilagen: viermal rodcheiir: t OletzeaerLamIIirnblLNer tweunal wöchenU Xrelr
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Regierung im Falle eines Krieges für die M o v i l m a ch u n g angegriffen werben dürfen, und daß selbst, wenn wir Franzosen und Engländer im Land haben, höchstens, wenn auch g e g e n d i e B e st i m m u n g c n des B ö l k e r r e ch t s , die Barbestände der Sparkassen von ihnen angegriffen werden konnten, keineswegs aber die von der Sparkasse angelegten Kapitalien, bereu Abhebung sich nicht von heule aus morgen vollziehen läßt. Denn das Privateigentum ist, wenn auch nicht zur See, so doch auf dem Lande völkerrechtlich geschützt, und vor der Verletzung dieses Grundsatzes werden sich Rationen, wie Franzosen und Engländer, jedenfalls hüten, wenn sie noch weiter als Kulturnationen gelten wollen
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und nicht umsonst. Erst deutsche Liege oürsten es .dazu veranlassen und außerdem die Gewißheit, bei der Erneue- Tung des deutsch russischen Siandelsverlrages feine Export- interefifn mehr, berüdfidttigt zu sehen, als das bei Be schlußfafsung über den deutschen Zolltarif im Jahre 1902 der Fall war. £ b das Potsdamer Abkommen, das ja seinem größten Teil nach noch immer geheim gehalten wird, irgendwelche Verabredungen darüber enthält, bleibe dahingestellt,- jedenfalls sind die pekuniären und wirtschaftlichen Verlegenheiten Deutschlairds nicht groß genug, um den darüber in Frankreich und England herrschenden Jubel zu recht fertigen.
Die Ernährung Frankreichs im Kriegsfall.
Paris, 13. Sept. Im Ministerrat kündigte nanb- wirtschastsminister Parns eine Enquete an, die zeigen werde, daß die Menge des für 1912 -verfügbaren Getreides die Ernährung der Bevölkerung sicher- steile und den Bedarf des Staates gut decken werde. Der Minister bezeichnete den gegenwärtigen Viehbestand in Frankreich als mehr wie genügend, um die Ernährung des Landes im kommenden Winter sicherzustellen.
Neues vom englisch n Vetter.
Die „D a i l n News" schreiben:
TcutschlandSBerzicht aus Gebietsansprüche in Marokko unb seine Bereitwilligkeit, das französische Protektorat aryuerknnen.
innere Äriegsanleil-e Deutschlands würde im Ernstfälle — das Vertrauen darf man haben — weit über-
Per Kampf um Grabbe.
Am 12. September sind drei Viertel eines Jahrhunderts her flößen, feit Dietrich Christian Grabbe, bis zum Tode von dem widrigen Gezänk seiner Fran verfolgt, sein tragisches Leben ans hauckte Eine der problematischsten Erscheinungen der beutimen Literatur war mit ihm dahingeschieden, ein großes dramoniches Genie, nächst Schiller und Kleist vielleicht das bebeutcnbite, das wir befassen, aber durch die Dämonen seines Innern gehemmt in cm er reinen Entfaltung seiner Gaben, feine Dichtung mehr em Trümmerfeld graitdioser Ideen und gigairtiicher (Ernt al le, bam ein wirklicher Tempel der Schönheit, lieber seinem Grabe hat der Kamps der Geister um Grabbe begonnen: fern anderer Poet ist so schrankenlos verehrt und so verächtlich getadettwort^n. Aber die Zeü hat auch liier ibr Urteil gesprochen!: das Detuwlder Genie hat feinen Platz im Pantheon der deutschen Siteratur erhalten, zwar nicht, wie manche wollten, neben und über Goethe und Säuller, aber doch als einer icner großen und leidemchan lieben Ringer um die Schönheit, der sein Leben der Kunst ge opfert unb, obwohl vor dem Ziel zusammenbrechend, sich doch den so heiß ersehnten Lorbeer erobert. .
Selten sind die Meinungen über einen Dichter io gegen»dpiidi gewesen wie bei der Beurteilung Grabbes. Zeiten, die mft feiner chaotisch zerrissenen Natur sympathisierten, wie das junge xeutiav land und der moderne Naturalismus, haben ihn in den wimmel erhoben, andere Epvcktz'n, bie einem reinen Form ideal bulbigten, ihn zu den einfachen Sudlerii imb Nichtskönnern gestellt. Aber beß er lebendig geblieben, liat die weftcn Widerhall weckende Feier seines 10(). Geburtstages vor jebn Fahren bewiesen, lassen die Versuche erkennen, die immer wieder aiutaudiemjeinen Dramen bie Bühne zu erobern, erhärtet vor allem die Fülle der '??eii ausgaben, die seine Dichtungen in weite Streife des Volkes tragen. Seine Zeit stand dem Schöpfer des „Gothland" mit einem ,,cnt setzt verwunderten Schauder ' gegenüber Der damalige Liter atu i Papst Wolfgang Menzel gab dem Ausdruck, trenn er ihn „ein verrücktes Genie, aber immerhin ein Genie ' nannte. Das höchste Lob spendete Menzel „Don Juan und Faust", diesem un geh euren und faszinierenden Versuch, die Belten Mozarts und Goethes in eins zu verschmelzen: er war entzückt von diesem ..wllschönen Stück, in bem bie Gcdünken Blitze, bie Worte Donner und) bie Empnndnttgett Schläge sind". Einen verwandteren Geist janben bie Jungdeutschen m Grabbe, bie vor allem die mächtige Freskomalerei und die leidenschaftliche Glm der An schauung in „Napoleon unb „.varatibal' bewunderten. Sie iiLMtten ihn den „Höllcnbreughel der Lireratur^ oder sogar, wie Qttmann Margrcpf, bat „Buonorotti der Tragödie", Aber km-
.— Zu den Diebstählen im Louvre wirb und Varis gemeldet: Das „Paris Journal" veröffentlicht einen ihm aus Frankfurt zugegangenen Brief, in welchem ein Baron Ignatz b’Crmefan erklärt, daß er die phönizischen Statuetten aus dem Limvre-Museum geswhlen Hobe unb baß der Schriftsteller stostrowski, dem er eine Zeit lang als Sekretär gedient habe, ihn veranlaßt habe, die Statuetten zurückzuerstatten. Die Verhaftung Kostrowskis fei durchaus ungerechtfertigt. Der Ehef- rebafteur des „Pans Journal" bemerkt hierzu, daß der Mann, der ihm bie Statuetten überbrachte, sich m der Tat unter dem Namen Baron b'Ormeson vorgestellt habe. — Bezüglich des Diebstahls der Gioconda wird berichtet, daß der UntenüchungS- richler gegenwärtig eine Spur verfolge, nach der ein entwichener Bagno-Sträfling namens Rives der Tieb fein könnte — Auf Ersuchen des neuen Direktors des Louvre-Mufeums, Pujolet, werden den Wärtern des Museums nachts zwei Polizeihunde beigegeben werden. — Der Schriftsteller stostrowski, der wegen der aus bem Louvre gestohlen n phönizischen 2 t'a tuet t e n wegen Hehlerei verhaftet worden war, mürbe beute wieder fretacUffcn. — In Paris wirb letzt angenommen, daß bie Entführung ber Gioconba aus bem Louvre auf Betreiben eines reick-n amerikanischen Kunstliebhabers durch einen geronnenen internationalen Gauner erfolgt sei Es wäre dies ein sehr geriebener Spitzbube, Antonio Rio ber vor einiger Zeit aus Cayenne entwichen sei, wohin er wegen schwerer Verbrechen gefanbt worden war Er sei bann ir Paris ausgetaucht, wo ihm zuerst einige Leut", darunter sogar em Beamter, Lbbach unb Zuflucht gewährt hätten.
Brotgetreibes nicht ber Fall sein bürste Die Besserung der voraussichtlichen .'tornernte ist natürlich ein Gluckszufall für bas beutsche Volk, ber unter den gegenwärtigen Umständen nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Schuld an der Dörsenpauik unb bem Sturm auf die Sparkassen dagegen tragen wir selbst, insofern es Hauptfach lidh Provinzkapitalisten und Provinzialsparer waren, bie diese höchst bedauerlichen Ereignisse herbeiführtcn, weil jic durch einig» Leitartikel, die in Sensation machen, veranlaßt wurden, ihre deutschen Papiere auf den Martt zu werfen unb ihre Sparguthaben zu kündigen.
Ein Grund zur Beunruhigung lag aber nicht vor, seitdem bie deutsche offiziöse Presse erklärt hatte, daß die Marokkoverhandlungen jetzt einen glatten Verlaus zu netz men versprächen, und nach menschlickstmt Ermessen jede Kriegsgefahr ausgeschlossen sei, trotz ber deutschen Gegenvorschläge. Und doch sind die Vorgänge bei der Berliner Börse shmptomisch für den Fall, daß es einmal wirtlich zu einem Kriege käme. Herr v. Gwinner, die bekannte Berliner Bankgröße, hat zwar vor einigen Monaten im preußischen Herrenhause bem preußischen Finanzminister gegenüber ttarzustellen versucht, was die Börse im Mobil- machnngsfalle bedeute, und dabei betont, baß die deutsche Korse stark sei. Ja, wenn schon deutsche Prwvinzialangst-- meier sie, rote am Sonnabend, erschüttern können, wie soll es da erst werben, wenn fremde Kapitalisten angesichts ber wirklichen Gefahr eines Kriegsausbruches ihre beut-1 schen Papiere auf ben Markt werfen unb bie beutschen ober bundesstaatlichen Anleihen dadurch entwerten? Wie soll es erst werben, wenn der Mvbilmachungsfall wirklich eintritt? Nach den jetzigen Erfahrungen bietet die Börse im Kriegsfälle keine Stütze, sondern diese ist lediglich in dem Teile des deutschen Volkes zu suchen, der sich von Börseneinflüssen fcriüjält und sich sagt: Fallen jetzt die beutschen Papiere, gut, so werden sie, wenn ber Frieden erhalten bleibt, and) wieder steigen. Wir haben Vertrauen zu ber deutschen Wehrkraft und unterzeichnen des1 halb bie deutschen Kriegsanleihen ohne jedes Zögern Nicht
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lich Michelangelo war „ber Vater bes Barocks", Qfrrabbe aber rin Dichter, bergen regellosen unb wilden Geist des Barocks auf die Spitze trieb und höchstens mit einem der ausschweifenden Vollender dieses Stils, wie Borromini, verglichen werden durfte. Born „5?amiibal" sprach Äühne das schöne WoN: „Käme bie Grazie nnb küßte biese hohe gefurchte Stirn, so blickte uns rin wahrhafter Dichter tief hebenlsam aus biesen Mienen entgegen — wehe ber beutschen Bühne, die rin solches Talent sich nicht gewann!" Eine ruhigere Würdigung, fern von aller Heberschwängftchkrit unb Geringschätzung, haben zuerst Jmmermann in seiner schönen Würdigung in den „Memorabilien" unb Heine ungebahnt, ber von bem Talern bes ihm so fremdartigen Dramatikers einen hohen Begriff hatte. Heine bat auch bereits auf die Aehnl.chkeit zwischen Grabbe und Hebbel hingewiesen, die dann auf lanae hinaus einer unbefangenen Wertunc, Grabbes ftn Wege stand Mit seinem „Vcrgänger" hat sich der Schöpfer der „Nibelungen" in mancher Bemerlung unb Tagebuchaufzeichnung ansrinandergefetzt: wibcr- strebend erfannte er seine Bedeutung an, aber aus seiner gegensätzlichen Art des Sehens und Schassens konnte er firf) zu einer reinen Anerkennung nicht durchringen. Und der Tadel, ben wir hier über bie Ungleichmäßigkeit unb Absonbcrlicbkeft seiner Werk hören, wirb im Munbe ber damaligen kritischen (Großen jur völligen Verwerfung. Julian Schmibt kanzelt ben armen Grabbe ao wie einen «Schulbuben, Ge r vi n u s lammert über die furchtbare (Entartung unb Verzerrung, bie in ben „Sinnlosigkeiten" unb „Albernheiten" seines Geschreibsels zum Ausdruck komme. Auch Scherer gesteht in seiner Literaturgeschichte, ihm fehle das £rgan für birien „törichten Grabbe", er finde ihn „bloß lächerlich", höchstens „als eine Art Vorbereitung auf Hebbel htiereffant". Tiefer Ablehnung durch bie zünftige Literaturgeschichte traten bann in der Revolunsnsjoft j?;m 1848 ra>o-’ lutionäre Geister entgegen, die in Grabe ein Spiegelbild ihrer eigenen gärenden Stimmung sanden. Der derbe polternde Jo bannes Scherr entroarr sein anschauliches Porträt des Dichlers, und Rudolf von Gott schall würbe nicht mübe, immer wieder aus ben Dichter der Hobcnstaufcndramen binzuwrisen. Und wieder kam eine Zeit, die in Grabbe einen Geistesverwandten entdeckte Die Jüngstdeutschcn des Naturalismus, unter denen manch ähnliche Natur war, io Hermann Conradi unb Peter Hille, bei ehrten den markigen Realisten, ben tragisch-genialen Menschen, ber bereits Ideen Stimers und Nietzsches orausgenommen. Besonders B l e i b l r e u hat unter diesen Dick fern den Ruhm Grabbes verkünder. 2lbcr auch die Literarurgeschicku-. wandte sich ihm nun zu, Grisebach reinigte ni mühsamer Philologen arbeit den Terr feiner Werke, eine Fülle von Spezialarbeiten befchäftigte sich mit jeber Emzelhett seines Schassens, die Zuscorimenhänge jones D-ich-
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febheßung ber anberen Mächte, die an der Entwicklung Marokkos Anteil haben.
Das Wolffschc Bureau idtfint schon wieder Stimmung für unsere guten Freiurdc. die Engländer, madien zu. sollen:
London, 12. Sept. Der deutsche Konsul in Queeirs- toiuii gab gestern abend ein Bankett zu Ehren ber Offiziere des Schulschiffes „Hanf a". Unter beit Anwefenbcn befanden fid) der fommanbierenbr ?Ibniirat der irischen Station, alle bort stationierten Marineoffiziere, bie Kommanbanten ber Ztrieg-schiffe „Achilles" und „Hood", der »vmrnanbeur der Truppen in Cork unb der Lvrdmanor von Cork. Die Trinksprüdie auf den b c ii t f di e n >1 a i f e r unb den König von England wurden begeistert auf genommen Von dem (Mene- ralgouverneur von Irland, Lord Aberdeen, war ein Telegramm eingelaufen, in iwldicm er bedauerte, am Er- fd)einen verhindert zu fein. Die gervechfelten Richen trugen ben herzlidssren (Slrornftcr.
Dabei stellte bie amtlid) beeinflußte „Köln. Ztg/< gestern erst roieber fest, baß Englmib unser mißgünstigster Widersacher sei und fulir bann fort:
Allem Anschein nach wirb Englaiids Streben, bie bribnt großen Festlandsmächte aneinander zu Hetzen, auch dieses Mal an dem gesunden Sinne der Bctriligte'i ichritrrn Wie tiefgehend die Eilttäusäning hierüber ist, kaun man daran ermessen, daß ber Zorn einen ber rngften AkolMhen des britischen Staatssekretärs des Auswärtigen, einem Mann von hoher diplomatischer Stellung, die Selbstbeherrschung so weit vergessen ließ, daß er sich in öffentlichen Invektiven gegen bie beutsche Politik erging.
Unter diesen Umständen darf man wohl vermuten, baß die gestern gcmelbete große kohlonbestolliing gloidftalls eine Einschüchterung Deutschlands zur Folge haben sollte.
Der Fall Carlwrighl.
Sehr uneiiffcknedeii und dimkel sind die Aufklärungen, die ber englische Botschafter Carttvright inzwischen gegeben haben soll:
München, 12. Sept. Der britische Botschafter in Wien, Eartwright, hat dem Wiener Mitarbeiter her „Münchener treuesten Rachridften" gegenüber sich über das Interview geäußert, das er in Marienbad einem Vertreter der „Neuen Freien Presse gewährt hat Der Botschafter war verhindert, den Mitarbeiter persönlich zu .mp- fangen, er betraute aber ein Mitglied der Botschaft bannt, sich in feinem Sinne zu äußern Carttvright be bauert zunächst bie Beröfsentlichungen feines Interviews in ber „Neuen Freien Preffe", weil dieses weder beabfich- tigt gewesen sei, noch in ber wiedergegebenen Form überhaupt ftattgefunben habe. Er weist auch ben Borwurf, Antipathie gegen das Deutsche Reich zu haben, ciitjd>icbcn zurück. Eartwright erklärt, er habe eines Morgens fein Marienbilder Hotel verlassen und sei vor diesem von Herrn Dr. Münz begrüßt worden. Die Unterredung habe dann auf dem Weae vom Hotel zu einem acht Minuten entfernten Haufe stattgefunden. Gartwrigtyt wurde von Herrn Dr. Münz befragt, was er von bem damaligen Stand der Marokkvffage halte. Der Botschafter verwies den Frager auf die ■Neußerungen bes Staatssekretärs des Aeußern, Sir Ebwarb Grey, unb auf bie Rede bes Schatzkanzlers Lloyb George hin. Die einzige Ztzritik, bie Cart^ wright am Deutschen Reid) geübt hahen will, sei bie gewesen, baß er bas Verlangen ber Allbeutjchen in der Entschädigungsfrage als übertrieben bezeich-
Erster Blatt 161. Jahrgang Mittwoch, 15. September I9fl
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tens mit modernen Erscheinungen, bem „Florian Geyer" Gerhart Hauptmanns unb ben groteskm Tragikomöbicn ®ebcfinbs, mürben aufgebedt. Einige feiner Tranten, ber Napoleon, bie Hohenstaufen, „Scherz, Satire unb Ironie" würben mit großem Beifall wieder aufgeführt.
Grabbe ist für uns ber Typus beS tragischen Genies, ban zwischen Wollen unb Vollbringen kein Ausgleich gelungen Bon ihm hat Freiligrath in einem schönen Gedicht auf lernen Tod das Dort geprägt: „Das Mal der Dichtung ist rin Kain-stempel, feine Gestalt ist von Berthold Auerbach uno Rudolf Bunge zum Trarnenhelden gemacht worden " Am schönsten hat wohl Wilhelm Raabe m einer Episode von „Pfisters Mühle" ben Schatten bieses bizarr granbiosen Bettlerkönigs der Poesie heraufbeschworen aus dem Muter bämnternben Reich, da es wohnt, „bas ruhelose, unglückselig-selige Zwischenreichsvolk".


