Nr. 134
Erscheint täglich mü Ausnahme des Sonntags.
datier' $ -
äer Insel Dsedom Schönstes [C1/, • Ostseebäder.
tel M m üb. b. Tl Aernbl. Ammern
tret. 2cL -20. M
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Ervediuon und Verlag: e^5L Redaktion:112. reß-Adr^AnzeigerSieben,
2lns Hessen.
Tic Kammcrausschüffe.
N. B. D a r rn it a d t, 9. Juni In bcr nächsten Woche werden wieder zwei Ausschüsse der Zweiten Kammer Beratungen abhalten. Am Dienstag, den 13. Juni, kommt der Ausschuft zusammen, der sich u. a. mit der Porst eil UN g der Privatarchitetten betreffs der Vergebung der Privalarbcircn, ferner mit der Vorstellung von Landwirten in Ulrichstein betreffs der dortigen Aufforstungen und mit der G r s a tz w a h l f ü r die P r o v i n z i a t ha u p t st a d t Gies; e n beschäftigen wird.
Ter erste (Finanz-) Aus-sch u ß hält am Mittwoch, 11. Juni, ebenfalls eine Sitzung ab. Zur Beratung kommt u. a. die Vorstellung der Militäranwärtcr, betr. die Vermehrung ihrer Stellen, die Vorstellung der staatlichen Unter- beamten, betreffend die Gewährung.einer Teuerungszulage, die Vorstellung der Kreisstraß emn erster um Gleichstellung mit den übrigen mittleren Beamten, ferner die Anträge Bach, betr. die Pensionierung von Staatsbeamten und betreffend die Reliktenversorgung der Volksschullchrcr, der Antrag Tr. Ssann, betr. Wasserschäden, der Antrag Finger, betr. Landwirtschaftsbahnen, und die drei Anträge
läufcr trippeln hart am Ufer im seichten Wasser herum. Darüber schwirrt der schöne schwarzweiße Arausischer. Senkrecht hilf er plötzlich den Schnabel nach unten, und blitzschnell taucht er zu Wasser. Große wie kleine Schlangenhalsvögel sitzen im Schilf mit ausgebreiteten Flügeln sich sonnend. Ta hockt einer ui gleicher Position ans einer kaum inetergroßen schwimmenden Arasim et und läßt sich mit dieser treiben. Stolz und <rhabcn throni oben, aus dürrem A>t ober Baum der schöne weißhaliige Schrerseeadler, Geier und andere große Raubvögel kreisen in den Lüften In schier unglaublichen Mengen fliegen klein.' Finken über den Fluß, so pfeilschnell, daß man kaum erkeniien kann, was e- .ngeinlich ist. Wunderbar rot gefärbte Bienenfresser sitzen in geschloi-enen Gruppen in Sträuchern und Bäumen. Und dann die anderen Tiere alle, die am Flusse leben Wo eine kleine, ichikileer^ Userltelle ilt oder eine kaum wahrnehmbare Sandbank, da entdeckt das geschulte Auge etwas Graues; der ungeübte Blick hält es wohl für geborstene, fchlammbcdeckte alte Baumstämme und Ae)tc, so unbeweglich wie diese liegen sie da die Krokodile vom 4—a Meter langen bis zum allerkleinsten. Gin ganz alter tierr hat seinen unheimlich langen Rachen direkt gen Osten ge- streckt und läßt sich die warme Morgensonne in ihn hineinsche new. So lang, wie er ist, sitzt auf seinem bemoosten Rücken, hartj aneinandergedrangt, eine ganze Reihe kleiner brauner Guten, den Mopr alle nach einer Richtung gewendel. Wüßte man nicht daß er all diese Burschen zu seinem geselligen Leben auf der Sandbank braucht, so könnte man beim Anblick solcher Situation glauben, der nächste Augenblick sät' all die Guten vom kiiesen- tier verschlungen Aber nein, es schnappt nicht zu, selbst dann nicht, wenn ein Kiebitz sich erdreistet, in seinen, Rachen seinen Appetit zu stillen: denn hätte das Krokodil in einem solchen Falle die Gewohnheit des Zuschnappens, so gäbe es eben nicht das gesellige Zusammenleben, wie man es hier zu sehen Gelegenheit hat. Auch Großwild kommt in manchen Gegenden des Landes zahlreich vor; so sah man häufig Wasserböcke unb Weißohrantilopen.
Gin mannigfaltiges, farbiges Bild bietet ein großes Rud-l Weißohrantilopen in offener Svene. Die Böcke vom schönsten Lrangeocker bis zum tiefsten Blauschwarz. Je älter, desto schwärzer werden diese Tiere. Ter Bock, an Größe ein Mittelding -Zwischen unserm Rot- und Damhirsch, ist schon gebaut und trägt sich stolz. Ferner gibt es b c große Roan ober Pserbeantilove, JÖtrrtebeeit, Ticmg in zum Teil recht großen Rudeln. Große! und kleine Ga^llen, Tucker stehen mehr vereinzelt im lichten Baumbestände.
An Dickhäutern fehlt der Elefant nicht. Je nach der Gegend trifft man viele Giraffen, Büffel und Strauße. Also ein weidgerechter Jäger kommt hier schon auf seine Kosten. Dafür, daß nicht „geaast" wird, sorgt das Gesetz. Es gibt absolut gesperrte Reservate, wo überhaupt nicht geschossen werden darf, und andere, wo die Jagd zwar erlaubt, aber Die Zahl der ab:ufchießenden Stücke genau seügelegt ist. Jedes Mehr oder andere Uebertrctungen werden unnachsichtlich bestraft. Löwen und Leoparden find auch vorhanden, crforbcrn aber zur Erlegung Ausdauer utw besonders
Samstag, tO. Juni M
Rotationsdruck unb Verlag der Gröblichen Untocrfitäts - Buch- und Sleindruckerei, R. Lange. Gießen.
diesen UebertzNssen entgegenzutreten, soll die Grenze gegn die portugiesische Kolonie genauer festgelegt werden und auch im übrigen das Amboland zmn ersten Male vermessen werden. ES sollen ferner Versuche mit der Anwerbung von Svambos als Arbeiter gemacht werden und später durch Expedition Feststellungen gemacht werden, ob auch das Amboland D i a m antenselde r enthält Wahrscheinlich dürften auch später im Äinboiande einige Garnisonen der Schutztruppe errichtet werden.
Die ..Lietzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchcnllich beigelegt, da- Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Peitffcbc Kolonien.
— Zur Aufschließu n g des £ ü a m b o g e b i c > les i n Teutsch - Südwestafrika wird uns geschrieben: Der demnächst nach Südwestafrika zutiicttelirende Major Franke luirb int Auftrage des Kolonialamts die Ovantbosrage einer endgültigen Lösung entgegenführen. Nachdem bisher die Ovambosrage als ein noli ine tangere der südwestafrikanischen stoloninlpolitik betrachtet worden ist, besteht jetzt die Absicht, dieses Gebiet aufzuschlieften. Bisher war ein Betreten des Ambolandes den in der Kolonie ansässigen Deutschen verboten, weil befürchtet worden war, daft ein Eindringen in dieses Gebiet neue Aufstandsgefahren herbeiführen lönntc. Bereits im Vorjahre haben mit einigen Svatnbohäuptlingen Verhandlungen stattgefnnden, die einen berricbigcnbcii Verlauf nahmen. Tie Aufschließung des Landes ist durch die zahlreichen portugiesischen Uebcrgriffe nöHvcnoig geworden' Um
Kongreß für Rechts- und Virtschastrphilosophie.
. R.B. Darmstadt, 9. Juni.
A-n heutigen letzten -läge des Kongresses der Jniern nionalen Vereinigung nir Rechts unb Wirtschaftsphilosophie samt den Gefetzgebungstragcn imib zunächst eine Besprechung über Den gelingen Vortrag Des Staatsanwalts Z e i l er - Zweibrücken stau, in bcr sick' Rcckitsanwalt S 1 äbel - Darm stabt besonbers über bie Kompetenzauslegung äußerte.
Magistralsrat Paul W ö l d l i n g - Berlin sprach dann über die Regelung bcr Akkordarbeit. Er führte aus, daß die Entwickelung bcr beutscheu Jnbustrie unb die Bestrebungen per önbuiiriearbcitf, stets von bcr Attorb-Lohnfragc begleitet feien. Mait suche überall Die Aikorbvcrträge burch Tarife nno Arbeilsorbnuiigen fortzubttden und cs sollte deshalb dieser wich iigcii (Trage von den Juristen ein größeres Interesse zugewendet werden, -tic große Verbreitung der Akkordarbeit rechlserlige da» Verlangen nach gesetzlicher Regelung. Ter Dienst, Atkorb- unb Werkvertrag müssten gegenfeilig ergänzt unb einer gründlichen Revnion unterworfen wetoen Verschiedene Einzelgesetze, wie bas Handelsgesetzbuch, Secmannsordmuig, Binneni'cknffahrtsgcfetz und Gewerbeordnung, sowie bic lunbesrechtlichen Berggesetze, weisen Vorschriften auf, die sich für das AUorblohnsnstcm verwerten lassen. Entsprechend bcr beiteheuben Vorschrift bes preußischen Bcrgrecksts lollie anck' bei nur teilweiser Arbeitsleistung eine Tcilvergütstng gewahrt werden. Ten Heimarbeitern sollte Zug um Zug mit Ablieferung ihrer Arbeitserzcugnisse bcr Lohn gezahlt werden. ~ie rechtliche Ausgestaltung des Askordlohnvcrtrages, die bereits ben Tcutschen Juristentag 1903 beschäftigte, gehört zu ben wich- tmitcu Fragen bcr Gesetzgebung unb deshalb wäre ihre baldig' Regelung sehr erwünscht. In der Aussprache betont Geb. Rat Kohler, bai; bcr Alkorbvertrag besonbers nach bcr gesellschaftlichen ecitc wesentlich ausgestaltet werben könne.
Weiter sprach Privatbozcnt Tr. Hans Dorn-München über btc d-rauenermerbdarbeit und ihre Probleme für die Gcietzgebung.
Zu ui Schluß hielt noch Prof. Tr. 01 r u cbe r München einen Vortrag über bie Vorbildung der Juristen, worin er leine ablehnende Stellung gegen bas gestern angeregte Zwifchcn- cpaincu für Juristen näher bcgrünbctc. Gr ist bcr Meinung, daß ein solches zweckmäßiger durch andere Maßnahmen ersetzt werden lönntc, j. P durch Ausdehnung des Zwangscharaklers bcr Uchungen im bürgerlichen Reckst, unb bcr juristischen Anfängerübungen.
Am Nachmittag würbe ein Ausflug nach Jugenheim Unternommon.
2litd Stadt und Land,
Gießen. 10. Juni 1911.
Vertaufstag bcr Großherzogin.
Tie Arbeiten in Steins Garten sind in al leit Icilert heute beendet worden und zeigen ein farbcnprächliges, herrliches Bild, das noch gehoben werden wird, wenn die Gin* richtung der Verkaufsstände erfolgt ist Ttc gaiiK* Anlage ist iit jeder Beziehung sehenswert uüd cs sollte niemand versäumen, sie sich am Verkaufstag anzuseheu. Jrn Glanz der elektrischen Lichter wirkt, wie die Ptobebelenchtung gezeigt hat, die ganze Anlage ebenso malerisch wie interessant. Ter Zutritt zu den Verkaufsräumlichkeiien im Saal und int Garten ist von nun ab verboten Tie Mit wirkend eit •vollen am Montag den Eingang von der Bergstraße aus benützen, da der an der Garkenstraße an diesem Tage geschlossen bleibt Am Berkaufstage selbst kann der Zugang von beiden Straften ans erfolgen.
•* R u n ft ü cr e in. Tic Gemälde-AuSstcllung am Brand, bie wegen Wechsels bcr Gemälde 5 Tage geschlossen war, ist von morgen, Sonntag, an wieder geöffnet. Tic neue Ausstellung hat recht interessante und hervorragende Bilder aus- zuweisen. Eine Kollektion dc§ verstorbenen Darmstädter Malers August Wondra wird auch hier, wie c5 in Sorin- ilnöt bcr Fall war, eine bcfonbcrc Anziehung auSübcn. Wenzel Hablik, der gewiß noch mit seiner kleinen Kollektion, die vor 3 Monaten hier war, in Erinnerung sicht, hat wieder die Ansstellnng mit sechs seiner neuesten Arbeiten beschickt, von denen das große Bild „Gin Maientag" besonderes Inter- essel beanspruchen wird. Mil sc zwei Bildern sind die Düsseldorfer Künstler Will). Schreuer unb Ernst Paul vertreten unb bcr bekannte Dachauer Maler Karl Felber hat zwei sehr schöne Landschaften ausgestellt. Auch der hier gern gesehene Friedberger Maler Karl Barnas hat eine Eaminlnng seiner Werke ausgestellt. Ferner vcroollslänbigen ii. a. bie Ausstellung W. Bader-Darmstadt. Th. v. Brack- Husen - Berlin, Enrique Scrra-Rom und Tew cs-Paris. Ans bcr voranSgcgangcncn Ausstellung verblieben ans Wunsch das »Porträt deS (tzroßherzogs von Hessen" von Mct;er- Elbing-Wiesbaden unb Bluinenstnckc von Sophie Ley- KarlSruhe ausgestellt. Das große Schlachtcngcun-!de »Tie Erstürmung der Fann Ehainpcnois" von Prof. Röchling bleibt ebenfalls noch bis zum Schluß dieser Ausstellung auS- gestellt.
£ b ft --1 u it b Gartenbau. Ta in den Gärten unserer Stadt und Umgebung die Plage des Ungeziefer 5 und das Auftreten von K r a n k l; c i t e nand c iiGartcn - pflanzen in diesem Jahre besonders groß ist, wird bcr Tbcrßessische Sbstbauverein, bie £rtsgrüppe Gießen, eine praktische Vorführung aller der Bekänipfungsmittel veran- stalten, bie wirtlichen Wert haben. Tiefe Vorführung rindet
ZusüinffutMa. riniem^tE-. nn in Giehen, .
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Mit dem König von Sachfen in die Zagvgefilde öcs Suvan.
«i Der bekannte Tiermaler Wilhelm Kuhnert liefert in bcr „Leipziger Illustrierten Zeitung" eine interessante, mit hiib- l'cheii Bildern versehene Darstellung bcr Jagbsahrl bey Königs /friebrich August von Sachsen in ben Suban. Kuhnert buritei den König begleiten, unb wir entnehmen seinem Aussätze eine sesfelnbe unb anschauliche Stelle über bic Nilfahrt auf bem Dampfer „Cmburinan".
„Jcbclcin, ein kleiner Ort am Nil, bcssen Hütten grasbebecktc Dächer tragen, würbe gegen Mittag des 14. Februar erreicht. 2ie Lailbfchaft zeigt hier fchon mehr Steppencharatlcr, Helles gelbes Gras, dazwischen viel unburchdringlicke Dornen. Uuvcr- mittel! au-5 bcr Steppe steigen einige säst lahle Fclscnbcrge aus. Am Nachmilttige würbe von diesem Orte aus eine Pirsch unternommen, die aber nur einiges Flugwild brachte. _ Ich halte bas Glück, bic «erste, "höchstens zwei Nächte jiltc, starte Löwenspur zu fiuden unb, nicht weit bavvn, zweimal Spuren von Leoparden. Ich folgte bcr Spur, aber ba bcr Tag fchon stark zur Rüste ging, so mußte ich schließlich bic weitere Verfolgung der Fährte unterlassen.
Abcnbs einhalb neun Uhr ging unsere Fahrt bei herrlich Ulfgel',eubem Monb weiter: unb am nächsten Morgen (15. Febr.) cinhnlb zehn Uhr legten wir sobann in Renk an. Welche Ueber- raschung bot sich da unserem Auge! An bcr Anlegestelle^ harrte eine große Menge festlich gcUcibcter Leute, Darunter viele Frauen, bic uns mit Trillern, wie cs Lanbesbrauch beim Empfang von vornehmen Gästen ist, begrüßten. Trommeln ertönten. Dieses interessante Schauspiel üerbantte Sc. Majestät bem Sirbar, welcher am Morgen ben Ort passiert unb bei bem Gouverneur von Kcbvk, Mr. O. Gullivan, biese Ovation veranlaßt Halle.
Sah nuiit sckwn vorn Dampfer aus eine unübersehbare M enge von S ch iv a r z c n, so bot sich bann beim Verlassen des Schisses ein geradezu großartiges, eigenartiges Voltstyp.'nbild dar. Auf einem freien Platze waren etwa taufend T i n t a s nn b Schilluks in ihrem Kriegs schmück versammelt, fast durchweg hohe, schlanke Gestalten von 1,80 bis über 2 Meter Lange. Die Tinläs, ein mir schon bekannter Neger- ftamm aus dem Hiuterlandc von Renk, sind besonders bemerkenswert durch ihre sehr langen Lanzen, an deren Enden in Abständen sck-avarze Straußenfebern befestigt finb. Tie Lanzenfpitze ist ziemlich breit. Als Kleidung tragen diese Leute nur einen grauen Wappen, viel Perlenschntuck nm Kops und Hals in der Art der breiten, fest anliegenden Halskette unserer Damen. Brette Men'ing- armbiiiider vom Handgelenk bis zum Ellbogen, Kupfermünzen auf der Stirn, Federn im Haar und eigenartige Bemalung int Gei ich t und zum Teil auch (am Körper erhöhen .ben malerischen Reiz ihrer Gestalten unb geben ihnen ein wildes, kriegerisches Aus leben. Ihr Scheich, „Sachet1", ein hagerer, etwa 2,20 Meter großer Mann, mit weißem Turban und langem, feuerrotem ara- bi'chcit Mantel, an bcr Seite ein Schwert, sühätc seine Leute, ch>e hohe Gestalten wie er selbst, in filtern Kriegstanz vor. In riner Fronllbrcitc von brei bis zwölf Mann .und einer Tiefe,
toffel.
111^.1,681
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Stück 10 Bü ob Salernos.
urigeidmittencv Hch ii Fci/eiMMcheii ■.nn. im M. 1.1» ts Hlillö. (2H tt, LoÜar.
viettes Blatt 161 Jahrgang
Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen •
die in bau heulenden unb wpgenbeu Wirrwarr staum zu bestimmen war, aber zwanzig bis breißig Mann betragen mochte, •vögle bic geschlossene Masse in rhythmischen Schrillen .vorwärts Tabei mürben bic langen Lanzen nach vorn gefloßen unb mit' ben langen Schilbern Bewegungen gemacht, bie bas .Aufsangen seinblicktcr Pscilc Darfteilcn sollten. So plötzlich roie bie Dar steiler dieses Tanzes auf dem Plan erschienen ptaren, mitten aus dem anderen Volle heraus, so plötzlich waren |ic Dann in diesem auch wieder vcrschwnndeit.
Ebenso interessant wie dieser Stamm waren die 'Sck'illuks, die besonDers wegen ihrer sehr eigenartigen Haartracht auiiallcu. Die älteren Männer dieses Stammes tragen einen aus ihren eigenen Haaren geflochtenen Kamm, der von Ohr.zu Ohr über den Kopf geht und breit ab steht, wogegen das jüngere Geschlecht einen ausgezackten Haarkamm trägt, Der sich von vorn nach hinten über den Kopf legt. Straußenfedern, Perlkcttcn und Gehänge, ein 'Lappen, ^Schilder und Speere geben auch diesen schön gewachsenen, großen Gestalten malerisches Gepräge. Auch dieser Stamm führte einen seiner Kriegstänze auf.
Wohl das interessanteste Schauspiel aber boten die berittenen Araber vom Stamme der Selims. In ihren weißen Burnussen mit langen Lanzen, von. denen mehrere Exemplare in einem .stocher auf der rechten Seile des Sattels hingen, boten sie aus ihren schönen, aber kleinen sehnigen Pferben mit reicher Sattelung unb Kopfzeug einen wundervollen. Anblick.
Nachdem die Tänze der Dinkas und Schilluks vorüber waren, ließ der Gouverneur eine breite Gkiffe bilden, worauf die Selims im schärfsten Galopp Reiterspiele aufführten. Ihre langen Lanzen schwingend, ritten sic in Karriere auf den König zu und Datierten unmittelbar vor ihm. Das wiederholte fick einigemal. Kaum war dann dieses reiterliche Sckauspiel zu Ende, so begannen wieder die Negerkrieger mit ihren Kampf- spielen. Ein Neger, mit einer alten Flinte bewaffnet, stellte sich ihnen entgegen und markierte die Abgabe von Schüssen. Bei jedem Sckmß sielen die Angreifer aur den Rücken, trieben aber schließlich mit Speer und Sckilb ben feindlichen Schützen zurück. Tiefe Schauipiele fcheinen fick endlos fortictzcn zu können: die Neger werden nickst müde, sich immer wieder "bon neuem zu produzieren. Ter König sah den Kampfspiclcn etwa eine Stunde lang zu. Dann wurde in Begleitung des Gouverneurs an Bord der „Cmburman" zurückgekehrt, wo die Verabschiedung von Mr. Gullivan.crsolgtc und dann die Weiterfahrt den Weißen Nil aufwärts angetreten wurde."
lieber Die Tierwelt, die der Reisende von Gbartuni ab südlich bis zum Kehrpunkt der Jagdfahrt, im Bahrcl Ghasak, vorfand, pttiudert der Maler sehr stimmungsvoll:
„Tic Tierwelt, um auch von ihr einige Worte zu sagen, ist hier so mannigfaltig, so großartig, daß des wirklickcn TJr- sreundes Entzücken kein Ende nimmt. So atm das landschaftliche Bild, so überaus reich sind die Kreaturen, die diesem Bilde Leben geben, an erster Stelle die Vogelwelt. Zu Taufenden und Wcr- tausenden beleben die Vögel bic Ufer, bas Gras unb Schilf, den Fluß. In unzähligen Mengen alle Arten Kraniche, vom größten Riesen- bis zum kleinsten weißen KuhrcikKw. Unenbliche Flüge Nil-, Sporen- und andere Gänse und Gitten. Vielartige Strand-
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her Abgg. M olthan,Neh unb 111 rich, bcir. den Eisen b a b n - G c ine ins chaftsv ertrag; endlich soll auch noch die Reqierilngsvorlage über den Verkauf des B o p h e i m c r Hofes zur Erledigung gebracht werden.
Tic ältefkn Mitglieder der zweiten Kammer.
T a r ni st a d t, 9. Juni. _ Ter Präsident der Zweiten Kammer, Geheimrat Will). Haas, beging am gestrigen ^.agc die Feier seines 30jährigen Jubiläums als Mitglied öcl\. Srocitcn hessischen Sländekainmer. Er wurde am 8. Juni 1881 an Stelle des Fabrikanten Büchner in Pfungstadt für den Wahlkreis Tarmstadt-Gernsheim-Zwingenberg gewählt. Tas älteste, d. h- das am längsten der Zweiten Hammer anqetzörcnde Mitglied der Kammer ist feit dem Ableben der Abgeordneten Möllinger und Reinhart der Aba. Schönberger, der nahezu 33 Jahre in der Kammer ist und seit dem 26. September 1878 den Wahlkreis Reinheim Groß-Umstadt vertritt. Herr Schönberger, der am 5. November 1838 in seiner Heimatstadt Groß Bieberau geboren ist, begeht dem Vernehmen nach nm Tienstag, 13. Juni, das Jubiläum seiner goldenen H o ch z e i t. Weiter gehört and) der Abg. Pennrich über 30 Jahre der Zweiten Kammer an, in die er am 27. März 1879 als Vertreter seiner Heimatstadt Bingen an Stelle des damaligen Bürgermeisters Altmann gewählt wurde. Tas nn Jahren ältestc Mitglied der Zweiten Kammer ist der ebenfalls dem Zentrum angchörendc Abg. Horn-SeUgenstadt, geboren am 12. Dezember 1832.
Die deutschen Aktiengesellschaften im |. Vierteljahr |9|I.
Nack: ben Ermittelungen Des Kaiserlichen Statistischen Amtes aus Grund der Betauntmachimgcn der Gerichte im „Rcicks.inzcigcr" Würden in Den Monaheu Januar, Februar und März 1911 33 Gesellschaften mit einem nominellen Aktienkapital von 48,11 Millionen Mark gegründet. 10 Gesellschaften hiervon mit 17,74 Millionen Mark Kapital wurden unter Einbringung bestehender Uiuecnchiiumgcu gegründet: für bic Sacheinlagen bei biefen Umlagen würben 10,71 Millionen Mark in Aktien gewährt. Bemerkt fei, baß bas Kaiserlich^ Statistische Amt nur biejenigeu Sacheinlagen feststellen kann, welche unter Beobachtung bcr Sckutz- Vorschriften bes S 186 Äbs. 2 bes Handelsgesetzbuchs eingebracht sind.
Kapitalcrhühungen erfolgten im 1. Vierteljahr 1911 bei 89 Gefellickaften um 162,39 Millionen Mark. 28 Gesellschaften nahmen .st avitalhcrabfctzmigcn um 12,83 Millionen Marl vor. Im selben Zeiträume traten 21 Gesellfchaften mit einem Aktienkapital veui 21,74 Millionen Mark in Liguibation. Bei 3 Ge- sell schäft en mit 2,80 Millionen Mark stapital würbe bas Konkursverfahren eröffnet.


