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Als Herr Prof. Gisevius vor 7 Jahren die Leitung des hiesigen landwirtschasllichen Instituts übernahm, war kein einziger landwirtschaftlicher Student da, nur Forst- sludenten.
Jetzt sind GO Landwirtschaft Studierende vorhanden. Dazu gehören ferner mehrere Assistenten. Der Nus seiner Tätigkeit an dem Institut und seines Wirkens für die Ausgestaltung des ländlichen Fortbildungsschulwesens hat wiederholt zur Abhaltung von Kursen für hessische, andere reichsdeutsche Lehrer, sogar Oesterreicher, hierhergeführt. Was das für Gießens gewerblichen und kaufmännischen Mittelstand, für Vermieter von Wohnungen bedeutet, ist leicht einzusehcn.d®/3
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Samstag, II. März 1911 im
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Abfahrt 8* abends.
Zahlreiche Beteiligung drinscnb erwünscht. Der Boriranb.
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gegeben sind. Denn das Gesetz aber vorhanden ist. wonach man seine Klientin verurteilen kann, dann könne Nicht aus Mord oder Todschlagsversuch erkannt werden. Auch das 9tcub8gcrutn hat wiederholt in diesem Sinne entschieden. Sollten aber die Geschworenenseiner Ansicht nicht folgen können, so sei höchstens ein Todschlagsversuch vorliegend und der Angeklagten bie mildern den Umstände zuzubilligcn.
Tie Geschworenen gaben durch den Muhlenbesitzer Zimmer' Lich ihren Wahrspruch aus T o d s ch l a g s v e r s u ch ab und be jalsten auch die Frage nach mildernden Umständen.
Staatsanwalt Dr. Brill beantragte auf drei Jahre Ge sangnis zu erkennen. Rechtsanwalt Kaufmann bat um eine wesent lich niedrigere Strafe für die Angeklagte. Der Ekrichtshos erkannte aus eine Gefängnisstrafe von zwei Jahrein und begründete die Hohe damit, daß weitere Milderungsgrunde, als die welche die Y>eschworenen schon bei ihrem Spruch berück ichtigt haben, nicht gegeben seien. Es mußte aber bei der Strase berücksichtigt werden, daß die Angeklagte durch ihre herzlose -iai das Kind an dm Rand des Todes gebracht Hal. Die Angeklagte nahm die Strafe sofort an.
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Sonntag, den 12. März 1911 nachm. 31/, Uhr
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von Karl Schonherr. Anfang 3% Uhr. Ende 5'/, Uhr. Unter Mitwirkung der Savelle des htef. Jnf.-Regt. Stauer Wilhelm' sJir. 11b
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KrelS Alsfeld.
8 Flensungen, 9. März. Unser seitheriger Lehrer Decker, der über 20 Jahre hier in einer Schulklasse mit über 100 Schülern und in letzter Zeit mit nahezu 100 Schülern al« Lehrer tätig war, ist bis zum 1. November an? Gesundheitsrücksichten beurlaubt worden. Es wurde ihm em Gehilfe, Schulverwalter Hermann Roth, seither in Dannenrod, gegeben. Heute wird Herr Roth in seinen Dienst eingesührt. Die hiesige Schulklasse, die bis jetzt noch in tTOfi Klassen getrennt von einem Lehrer untcrr.chtet werden muß, weil eine Trennung in zwei Klassen wegen Ermangelung emes SchulsaaleS unmöglich 'st, zählte bis zum Jahre 1891 etroa 124 Schüler. Durch die Abtrennung dec Gememde Stockhausen im Oktober 1891 verminderte sich die Schüler- zahl auf etwa 100 Schüler. Ale am 1. Oktober 1910 auch Ilsdorf, das sich mit SolmS-JlSdorf zu einer Schulgemeinde vereinigte, sich von Flensungen loslösle, sank die Schülerzahl auf 85 Schüler. — Tie Gemeinde Flensungen will im Jahre 1913 mit dem Neubau eines z we ik l a s s ig e n Schul- Hauses beginnen, damit eS im Jahre 1915 feiner Bestimmung übergeben werden kann.
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 8. März. Gestern abend am 6 Uhr 20 M in. entgleiste der um 7 Uhr 16 Min. in Sauter» bach-Neu fällige Personenzug vor der E'nsabrt in den Bahnhof Ilbeshausen, in der Nahe des Hochbehälters der Jlbeshäuser Wasserleitung. Die Entgleisung soll durch Gegenstände, welche unbesugterweise auf das Giers gelegt waren, verursacht worden sein. Der um < Uhr 13 Min. in Ilbeshausen ankommende Lauterbacher Pec- foneiuug konnte die Fahrt nach Stockheim nicht fortsctzen und fuhr um 7 Uhr 45 Min. wieder nach Lauterbach zurück. Gegen 9 Uhr kam ein Hilsszng von Fulda in Jlbesyausen an. Von Gedern kam ebensalls eine Maschine, um die Wogen des stillliegenden Zuges abzuholen. Gegen Vs 12 Uhr 11011)10 war die entgleiste Maschine wieder au,s Gleis gebracht: heute morgen konnten die Zuge wieder fahrplanmäßig verkehren. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. (Saut. An-.)
KretS Schotten.
r. Schotten, 8. März. Bei der heutigen Reife- Prüfung der höheren Bürgerschule durch Schulrat Block erhielten alle 10 Prüflinge, 1 Mädchen und neun Knaben, die Einjährigen-Berechtigung, nämlich: Ilse Hoffmann, Karl Strauch, Hein- Seidel, Alfred Strauß, Albert Keil Georg Meiski, Hermann Duchardt, Otto Schlörb, Heinrich Eberheim, Karl Kromm; die vier ersteren wurden aus Grund ihrer schriftlichen Arbeiten von der mündlichen Prüfung dispensiert.
Slitrteuburg und Rheinhessen.
w. D a r m st a d t, 8. März. Der Einjahrig-Freiwillige Otw Reich ardt, der mit seiner Eulerflugmaschine zum Slistungsseil seines Korps nach Heidelberg flog, kehrte heute morgen wieder auf dem Luftwege nach Darmstadt zurück. Der Abflug in Heidelberg erfolgte um
vvoniöi u. veiichw. ,. Wouro ob. Geichästühaus j. Branche, Billa, Landbaus, Holet, Gasthaus, Dinich^ Muhle, Sägewerk, Gut, Bicfldci, toiiruu, Gelände uert.ro., tchr. u. F. K.l. 1101 z. Wenerbei. an Rud. Moste, Frankfurt a. M.
________Iss' J______________ Olöfoj Korbe u. Studie werd. fchn. u. bitt gestowt. I. Glückte, oorm. Parchier, LeUersweg 81._______
Schinsiuugeu für Llub. slL Seßclfdunc erb. teegem. AuSrüst. u. Aust. Prosv. arai. M.Grobue, Uir*/»/Altona lU/E. Breite,rr.MIl.
Zenttalbureau für Freitag: „Kaiscrhos" (1. Etage) Abends von 8 Uhr ab Bekanntgabe der Wahlresultate im D., Caf6 Ebel (unterer Saal)
Montag den 13. März, aveuds S1/« Uhr
in Steins Saalbau
Aunlcr Vorlragsaöcnd des Kgl. Hojschauspielers Max Hvspauer, München. Donnerstag de« 83. März, abends 8% Uhr in der neuen UnioersitätS-Aula (v9/3
IX. öffentlicher Vortrag
Herr Prof. Brockmanu - Offenbach:
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mit zahlreichen LichtbUdern.
EintrittSkaNen sind zu 1 'Ulf. an der Kaste zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hälfte. Garderobe 10 Pfg.
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♦ Ter Brand in dem Kinematogravhentbea ter su Bologoje entstand in einem im hohen Grade feuer- qeiährlichcn Holzhause, das hart an einem großen See liegt. Tas Gebäude hatte nur eine schmale Tür; die Fenster waren mit Läden verschraubt. Nach der Beuzinerplosion vlatzte der Gasbehälter und sofort stand das Gebäude in Flammen. Don 2 45 Besuchern, die von der Billettkontrolle angegeben we» ben, sollen sich kaum 60 bis 70 gerettet haben. D i e ü 6 r i g e n fanden den Tod in den Flammen, da sich am Aus gang die Menschen flauten und Die meisten im Rauch erstickten.. Bon zwei oder drei Familien sind alle Mitglieder verbrannt, viele verloren Frauen und Kinder. Die Ausräumungsarbeiteu förderten entsetzlich rerstümmelte Leichc-n. In großen Körben werden einzelne Leichenteile gesammelt. AlS auf Befehl des Gouverneurs von Nowgorod die Bergungsarbeiten bis zu seiner An lauft eingestellt werden sollten, drohte nach einem Prwattelegramui der Frkt. Atg. $-te Menge die Polizisten zu lychen, so daß diese flüchteten. Bei der Bergung spielten sich furchtbare Szenen ab. Mehrere verfielen in Wahnsinn, Die Hauptursackx der Katastrophe ist die unglaubliche Nachlässigkeit der O r t s P o l i z c i, die die Vorstellung zuließ. Der Leiter des Kiirematographentheaters, der gewesene Hofschauspieler Dawydow, und drei feiner Gehilfen verbrannten.
Kleine Lageschrontt.
Im Tunnel von Vincennes wurden mehrere Streckenarbeiter von zwei entgegengesetzt kommenden Zügen überrascht. Zwei davon wurden getötet und sieben schwer verwundet.
In T o u 1 wurde der Hauptmann L e r eu x von seiner Geliebten, der 20jäbrigen Kellnerin Marie Bcae, e r schossen. Das Mädchen verletzte dann sich selbst burdi einen Schuß lebensgefährlich.
Kmuiüicr iueueroerid)t.
Verlaus der Witterung seit gestern früh: Unter der Herrschaft des flachen Hochdruckgebietes, das sich nach Zentraleuropa verlagert hat, dauert das trockene, ivollige Wetter fort. Ueber dem Kanal lagert em Teillief, das aber keinen Einfluß am unsere Witterung ausüdt. Es ist Fortdauer der trockenen Witterung mit Nachtfrost zu erwarten.
WeiteranSlichten m Hessen am Freitag dem 10. März 1911: Wolkig, trocken, licht, nachts leichter Froiu
11.10 Uhr, nachdem Reichardt fn Gegenwart seiner Freunde, i der Heidelberger Garnison und zahlreick>er Zuschauer einige Rundflüge mit Gleitfluglandungen ausgeführt hatte^ Die Landung auf dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt ging ( um 12.5 Uhr glatt von statten. ,
Schwurgericht.
th. Gießen, 9. März.
Gestern verbandelte das Schwurgericht gegen das 20 Jahr: alte Dienstmädchen Veronika Bretzigbermer von Groß-Heul'ach bn Miltenberg wegen Mordversuch an ihrem 12 Tage alten Kinde Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Kaulmann. Es waren 15 Beugen in der Verhandlung ju Aren von denen aber nur ein Teck vernommen wurde. Als Sachverständiger war Assistenzarzt Dr R i e s ch von der Frauen kl mit geloben.
Di/'Angeklagte gestand, daß sie die Absicht hatte, sich ihres Kindes zu entledigen, weil sie sich rwr ihrem sehr strengen Vater fürchtete, unb weil sie glaubte, das Kuid würde eine Last für ne nflgtc, zuletzt in der Heilanstalt Waldhof-Elgers-
hausen als Dienstmädchen beschäftigt war, leugnete dort entschieden, in gesegneten Umständen zu sein sie bestritt dies sogar noch als sie Ende Januar in die Frauenklinik in Ghefeen unter- gebracht wurde, wo sie am 30. Januar ein Mädchen bekam. Mutter unb Kinb wurden am 9. Februar im Säuglingsheim untergebracht. Hier kam das Dtädchen aus Gedanken das Kind vor der Stadt auszusetzen. Sie habe das Kind sellstt nicht umbringen können: sie habe gebaut, eS werde m der Kaltt einschlasen und sterben. Am 12. Februar erklärte die Angeklagte der Oberschwester, sie wolle mit dem Inde rn ihren Eltern reifen. Sie trug barm ihr Kind nach dem Schissenberger ^al und Ie<rc es, nachdem es lUllftänbig entkleidet war, abseits Dom Wege auf die Eisfläche eines Wiesengralx-ns. Sie entfernte sich dann eiligst. Die Angeklagte »oar aber von mehreren Frauen au5 der Ferne beobachtet worden; fie bullten ba5 schon aflarrtc Kind in einen Mamel unb mit Litte ber Poll-e« wurde es zur Frauenklinik gebracht. . _ ,
Assistenzart Tr. Riesch crHarte als Zeuge und Sachverständiger, daß sich das Heine Wesen nahe an der Grenze des Todes befunden habe, unb es bedurfte einer zweistündigen Tättgkcit, um es am Leben zu erhallen. Ob es durch die Schuld der Mutter einen Schaden genommen hat, läßt sich letzt noch nicht beurteilen. __ . , , w t ,
Die Schuldsragen lauten auf Mordversuch. Auf Antrag deS Verteidigers, Rechtsanwalt Kaufmann, für den Fall der Verneinung dieser Frage, auf Todschlagsversuch oder gegebenenfalls auf Kindesaussetzung. Außerdem wird die Frage nach mildernden Umftänben aufgeworfen. .
Der Ankläger, Dr. Brill, plädiert auf Beiahung der tftagc wegen Dtordoersuch. Er wendet sich Dagegen, bau man der Angeklagten, wenn die Geschworenen zu einem Schuldig wegen Totschlagsversuchs kommen sollten, mildernde Umstände zugesteht. Die AngeNagte habe sich in feiner Notlage befunden, als sie die rohe Tat ausfuhrte, sie habe mit kalter, ruhiger Ueberlegunng gehandelt, unb nur einem Zufall sei es zu danken, wenn das Kdnd von dem Tode gerettet wurde.
Der Verteidiger, Rechtsanwalt Kaufmann, erHärte, DaU die Angeklagte bestraft werden muß, für das was sic, getan. Gewiß sei jeber Dtensch im Saale empört über bie beilinelloä herzlose Tat der AngeHagten, aber ber Richter müsie sich los machen davon und eingehend prüfen, was der Angeklagten zur Last fällt. Die Bretzigheimer fei schuldig der Kindesaussetzung unb könne nur aus § 221 des St. G. bestraft werden. Im Absatz 3 dieses Paragraphen ist eine Zuchthausstrafe bis zu zehn : Jahren angedroht, wenn durch die Handlung eine schwere Körperverletzung des Mndes verursacht worden ist, und wenn durch die : Handlung der Tod verursacht wurde so ist auf Zuchthaus nicht ’ unter drei Jahren zu erkennen. Man ersehe, daß in dem 8 221 alle Bedingungen, welche die Tat der Angeklagten kennzeichnen,
M V.H.U.
Zweig-Verein Giessen.
Die für ben 12. März geplante Verein »Wanderung kann auS venchiedeueu Gründen erst am 19. März uattfinöcn. (vti„
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D. u. Oe. A.-V.
Sonntag,
*-3 12. uuarz: Stockhausen— ui <4 3he Dereu auf en— v Almerstovs— Mehrenderg—Deilbura- ö Std. Abfahrt 1010 Uhr vormittags nach Srockhaufen. (vu/i
Verlchiedenr


