Ausgabe 
8.11.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 265

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General-Anzeiger für Oberhesjen

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Meteorologische Beobachtungen Ser Station Kienen.

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Sonntag 5 Uhr

Mittwoch, 8. November 1911

Rotanonlbrucf und Verlag bet Vr üblichen UntDcrfuälS - Buch- und StctnbnideteL R. Lange, Gießen.

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Arbeiterbewegung.

Tie Lohnbewegung der Tabakarvtiter.

Bremen, 7.)ü. za die in dch Sympathiestreik für die ausstänbiscyen Tabaiarbcitcr in Westfalen und Lippe eingetretenen Arbeiter der hiesigen Tabakfabriken die Arbeiten bis zum 4. November nicht wieder ausgeiwm- men haben, ist sämtlichen organisierten Arbeitern in den Firmen, bei welchen nicht gestreikt wird, gekündigt worden, um sie nach 14rägiger Frist zu entlassen, bezw. auszu- sperrcn. Daraufhin haben die organisierten Arbeiter, denen gekündigt worden war, die Arbeit sofort niedergelegt. Die Zahl der Ausständigen ist ziemlich groß.

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SALEM ALEIKUM SALEM. GOLD (Galdmundstijck-Ciga rette)

Für Feinschmecker?

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Märkte.

fe. Frankfurt a. Dl., 7. Nov. Heu- und St rol, markt. Angefahren waren 5 Wagen Het, und 4 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.bU5.0u Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2.603.00 Atk, Wirrstroh 0,000,00 Alk. AllcS hir 50 Kilo, lveschält langsam. Tie Zufuhren waren auS dem Kreise Dieburg, Oberhesjen und dem Taunuskreis.

Dufltfifnet $amilltnbiatkr" roctben dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, bat Kreliblati fflr de» Kreis Sichen" «roeimal wöchentlich. Dierandwinschattlichen Seit» tragen" erscheinen monatlich groeimaL

Redaktion, (hrpebihon und Druckerei: Schul- ftroße 7. Exped lion und Verlag: 6L

Redaktion: 112. TeL-Sldr^AnzetgerGieiren.

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8.

6 , 7.

Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bant vor Gericht.

4 Dortmund, 6. Nov.

Zum heutigen sechsten Vcrhanolungslage sind 25 Zeugen ge­laden, die aber bis auf acht wieder entlassen werden. Ter Fall Alexander gewinnt eine immer größere Bedeutung und scheint ausichlaggebend für die Schuldfrage werden zu sollen. Der Ver­teidiger Rechtsanwalt Frank richtet nach Eintritt in die Ver­handlung an den Prokuristen Schüddekopf von der Berliner vandelsgesellschaft die Frage, ob er eine Aeu^rung des Direktors der Berliner Handelsgesellschaft Fürstenberg, gehört habe, die dahin ging: Wenn der Niederdeutschen Bank etwas passierte, würden er und Direktor Arendt dernrnissionieren. Ter Zeuge SäMdekopf erwidert, daß er eine solche Äeußerung nie gehört habe. Auch von einer angeblichen Äeußerung der sogenannten Heinen Untenudrungstomminion, die zwecks Sanierung der Nieder­deutschen Bank eingesetzt war,letzt sind ja Ohms Todfeinde zu­sammen und sein Fell ist bereits verteilt", habe er nichts gehört.

Direktor Arendt von der Berliner HaiidelsgeseU schatt be­kundet, daß er zu Ohm großes Vertrauen habe. Allerdings habe er ihn vor einer allzugroßen Ausdehnung des Geschäfts gewarnt und besonders geraten, die Verbindung mit der Industrie etwas einzufchränken. Es sei bet seiner Bank durchaus Sitte gewesen. Die Verpfändung eines Kur es bereits durch Blankozession als perfekt zu betrachten. Sines Tages habe ihn aber ein Bekannter von der Deutschen Bant ixtr^u; aufmerksam gemacht, daß die Deutsche Bank diese Art der Ucbenragung nickt mehr für voll­gültig erachtet. Er, Zeuge, habe sofort angeordnet, daß man sich den Gepflogenheiten der Deutschen Bank anpassen solle, was auch geschehen sei. Der Zeuge erklärt dann weiter, dag das Ansehen Cer Niederdeutschen Bant im Laufe der Zeil gestiegen war, bis man horte, daß sie ein Gcichäfl mit Thynen jun. gemaajt feilte. Wenn ihn Ohm über dieses Geschäft betragt Hane, wurde er chm davon obgeraten haben, denn Lyöisen bciaß keinen guten fKur. 2a Tfehisei: Aktien der Niederdcutschcn Bank an der Börse za lon.baiOrren sucht:, wollte fick die LiandASgesellschaft von tkr Bank langsam zurückziehen. Denn versuch: werde, Aknen cin.r Lank an der Börje zu lombardieren, so untergrabe das daS Aniehen der Bank. , L , m. . . .,

Banwirektor Fil cher, der jruher bei der Niederdeutichen Dank tätig war, war mit der Versendung der Wertpapiere betraut. Er hat einmal eine Prüfung der BerfugungLberechtigungen vor­genommen und festgeiteltt, daß eine große Anzahl davon in der Deiresfenden Mappe fehlte, Rechtsanwalt Frank: zaä beronit noch nicht, daß sie überhaupt nicht da waren. Wir haben unter Beweis gestellt, daß rtr-anebene VernigungSberechtigungen tm Müll gefunden wurden. Von dem Direktor der Filiale in Münster, Uaue, wird bekundet, daß Lhm -'charf auf das Drpotgesetz geachtet habe. Ter Angeklagte Lfem laß: nch von dem Zeugen beftätigen,

der Bank von venchiedenen in- und auslandnchen Firmen große Mittel zur Vernigung gestellt worden feien. Ferner bekundet der Zeuge noch, daß der lliiteriuchungsrichter in große durregung geraten sei als er ihm ferne Annan äubette, daß eine Blanko- zen'ion der V<rfügungsverechtig.ing gnichkomme. Tie Verteidiger buten hierauf, mu 'jaufna;: auf den Gesundheitszustand des An­geklagten Schmm, der m der letzten Wocpe 8 Pfund aogenommen habe, um Beendigung der Sitzung, was auch geschieht.

4- Dortmund, 7. Nov.

Zu Beginn der Sitzung wird der Zeuge Taelen, Tirekwr der Neußer Eisenwerke, in eine Geldura.e von 200 Mark ge­nommen, weil er nach Menlone abgeteilt ist. . ,

Zeuge Bankier Louis Lvolsf ^'auiburg- verbrci.er na) uoer die Firma Gebr. Alexander und übet ihre Verotndung mV. bet Niederdeutschen Bank.

donnertztag:

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von 9 Uhr an: jh mit Kraut. Adam Hopseld. J

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^oristischen Ul«, lebe 1i vorzüglich lrausnahme.

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Vie i.coolution in China.

Ein politischer Mord.

Peking, 7. Nov. General B>u, der kürzlich neu ernannte Gouverneur der Proviriz Schansi, ist heute morgen in seinem Schlajzelt bei Schibliachwang von dreißig Mandschus ermordet worden. Bei ihrer Verhaf­tung erklärten die Mandschus, Wu habe im geheimen den Rebellen angehört.

Höchste Temperatur am

Niedrigste ,

Ter Zeuge Hartwig bekundet, daß Cbm sich um Einzel- heiien dcs Geschäfts überhaupt nicht gekümmert habe, für ihn wären lediglich das Zahlenmaterial und die (Snblumnun maß­gebend gewesen. Von Benner glaubt er nicht, daß er sich irgenb- wie selbständig betätigt hat. Schmitt hat die Leitung deS Dort­munder Instituts obgelegen und er ist lediglich aus seine An- gesteUten angewiesen gewesen.

Ter Vertreter der Petersburger Internationalen Handelsbank, Filiale Paris, Baum, bekundet, daß er der Niederdeutschen Bank einen Kredit von 300 000 Mark gegen Wechsel eingeraumt habe. Tie Wechsel sind am Fälligkeitstage prontpl emgeiiejert worden. Ta bai Geschäft so prompt erledigt wurde, wurden weitere Verbindungen mit der Bank angeknüpft, die ihre Ver­pflichtungen sämtlich glatt erledigte bis auf einen kleinen Rest von 6000 Mark, die bei Eröffnung deS Konkurses noch auS- tanben.

Zeuge Bankbeamter Gerich war bei der Bank alS Buck- baltcr tätig. Er bekundet, daß es unmöglich gewesen sei, alle Briefe, die zu untkrschreiben waren, auch zu lesen.

Korrespondent Marx bezeichnet das Verhältnis zwischen Schmitt und Benner alS recht gut.

Expedient Menke betundet, daß in der sogenannten ,Füche" der Dank eine sehr große Unordnung herrschte. Angekl. Obm: Daraus ersieht man ja, daß bei der Bank eine große Bummelei herrschte. Bors, .erstaunt): Wo? Ohm: Nun, in meiner Bank. ^Große Heiterkeit.) Bert. R.-A. Franck: Derr Ohm wollte damit nur sagen, daß er sich nicht so um die Bank kümmern konnte, toje er cS gewollt hätte und daß die Besorgung der Bcr- fügungSberechligungen verbummelt wurde.

Darauf werden die weiteren Verhandlungen auf morgen vertagt.

Telegramm mit, in dem berichtet wird, daß in der Nacht auf den 28. Oktober ein Bataillon türkischer Infanterie mit vier Kolonnen Senoussi Terna angriff. Auf tür­kischer Seite wurden 80, auf italienischer Seite 500 getötet. Die Türken erbeuteten 18 Kanonen. Ein italienisches Kanonenboot bombardierte drei Tage lang den Hafen und dasTelegraphenamt, ohne Schaden anzurichten. Alle eingeborenen Stämme sind zum Heiligen Krieg bereit 18 Scheile nahmen an dem Angriff auf Terna teil. In >em Telegramm wird erklärt, die Gerüchte von einer Ein­nahme Ternas durch die Türken seien unzutreffend.

Ein amtlicl>es Telegramm des WaliS von Syrien licftätigt die Beschießung von Porta lad as durch einen italienischen Kreuzer und die Zerstörung eines türkischen Kanonenbootes.

Konstantinopel, 8. Nov. Terna ist nach amt- ichen Quellen noch nicht von den Türken genommen, da­gegen bcstäligen sich die von der Agence Ottomane gemachten Details des &ngrif|d. Enver Bei mit den Senus|i hat acht­zehn Kanonen erbeutet. 500 Italiener sind ge­fallen. Terna ist ganz umzingelt. Es wird ein See­turm erwartet.

Eia Zwischenfall in Xuni!.

Tunis, 7. Nov. Z.^i,a,en Arabern und Italienern brachen heute morgen hier ernste Streitigkeiten aus, die ein Eingreifen von Polizei und Militär notwendig machten. Auf beioen Seiten gab es mehrere Tote und Verwundete. Auch von den Po.izUoeamlen wurden mehrere verwundet, ein Wachtmeister so schwer, daß er bald verstarb.

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Gerlchtssaal.

h Marburg, 7. Nov. bjeme u.'iajjitigte sich daß Schwur­gericht mit einer Anklage wegen Körperverletzung mit tätlichem Erfvlg gegen den 36 Jahre alten verheirateten Maurer El/rist- Starck ans Allendvrf im Kreise Biedenkopf. Ihm wurde zur Last gelegt, am Abend des 12. Juli den Einwohner Christ. Hust mit einem Messer so verletzt zu haben, daß dessen Tod eintrat. Wie aus der Verhandlung heroorging, hatte sich Starck an dem Abend mit einem großen Schlachtmesser nach seinem Arbeitgeber Bergmoser begeben, um diesen bei der Schlachtung eine- Pferdes behilflich zu lein. 2luf dem Rückwege hörte er den Einwohner Christ. yuft, der mit seiner Schwicgertoclster in Unfrieden lebte, gräflich lärmen und schimpfen. Er ging nun auf dessen Hof, um ihn zu beschwichtigen, worauf Huft ein Stück Holz ergriff und auf ihn einschlug. Starck lief fort und Hust hinter ihm her. Unterwegs goto mm zwischen den beiden Mannern ein» Balgerei, die damit endete, daß Starck einen »erbrochenen Arm und Hust einen liefen Stich in den Leib davontrug, an dessen Folgen er in der Marburaer Klinik starb. Starck, der einen Monat in Untersuchung aesessen hatte, wurde freigesprochen, da die Geschworenen die Schuldsragen verneinten.

Zweites Blatt 161. Jahrgang

Gießener Anzeiger

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Der italieni|d):türfi;d}e Krieg.

Daß die Lage in Tripolis für die Italiener ernst ist, darüber können auch die neuesten amtlichen Berichte aus Rom nickt hinwegtäuschen. Es wird darin wieder viel von unaufhörlichen tleiiieii Angriffen" und Gegenangriffen ge­sprochen, aber auch die tripvlltanischen Lügen haben kurze Beine. Dieselben Gerüchte über die friedfertige oder ver­zagte Haltung der Araber untreu von den Italienern schon früher verbreitet worden, und dann hat sich das gerade Gegenteil als richtig erwiesen. Aus Ma.ta wird denn auch gemeldet, daß dort die Besorgnis herrscht, bei einer Erstür­mung von Tripolis durch die Türken, mit der bei der ernsten Lage gerechnet werden müsse, werde kein Europäer am Leben bleiben. £b England mit seinen Kricgcschifien dcn türkischen Vorstößen in den Rücken [allen wird? Es ist ja sruher schon gemeldet worden, dag der türkische yttm- mandant die Konsuln ausgesordert habe, dafür zu sorgen, daß die Europäer, Frauen und Kinder, die Sladt verlassen. In Terna l/aben die Türken offenbar einen entschiedenen Erfolg gehabt und dort scheint es um die Sache der Italiener gleichsaiis verzweifelt schlecht zu stehen.

Tie Lage in Tripolis.

Tripolis, 7. Nov. (Agenzia Stefani.) Der vor­gestrige Angriff hatte keine weiteren Folgen. Tic ein­zelnen, kleinen unaufhörlichen Angriffe be­zwecken vielleicht, die italienischen Arbeiten für die end­gültige feste Stellung zu hindern. Tie Ankunft neuer Verstärkungen ließ es opportun erscheinen, die weiter vor­geschobene Linie in der Oase zu besetzen, um den in der westlichen Lase verborgenen Feind zurüctzutreiben. Nach­mittags 2 Uhr ging die ö. Brigade unter dem Befehl des Generals Teschaurand von der italienischen Verteidi­gungslinie schnell gegen die Batterie Hamidie vor und nahm sie ein und besetzte sie mit einer Batterie Gebigsgeschützen und einer Batterie Schnellseuerkanonen Tie Ordnung und Schnelligkeit des italienischen Vorrückens machten es dem Feinde unmöglich, bemerkenswerten Widerstand zu leisten. Tie Türken und Araber bemühten sich, mit Infanterie und Artillerie einen Gegenangriff zu machen, aber die fünfte Brigade hatte bereits eine so starke Stellung eingenommen, daß der Versuch mißlang. Gegen Einbruch der Nacht zog fid) überall der zurückgeworfene Feind in großer Unordnung und mit nicht geringen Ver­lusten zurück, während die Italiener nur sieben Verwun­dete hatten. Durch die Besetzung der Batterie tz a rn i d j e hat die italienische Linie die Form einer Zange und Truppen, die einen Angriff gegen die östliche Front versuchen würden, würden sich aus der rechten Flanke be­droht sehen. Während der Operation feuerte die feind­liche Artillerie einige Schrapnells gegen die südwestliche Front der Italiener, vermutlich zu dem Zwecke, eine Front- änberung heroorzurufen; dabei hatten die Italiener einen Verwundeten. Weiterer Schaden wurde nicht angerichtet. - Tie italienischen Truppen sind mit der Herrichtung der endgültigen Stellungen beschäftigt. Tie Einwohner be­kunden nunmehr ein größeres Gefühl der Sicherheit. Sie nahmen mit vollem Vertrauen die gewohnte Beschäftigung wieder auf, so daß der Handel wieder aufzuleben be­ginnt, wie auch die Tätigkeit des Zollamtes in Tripolis dies ausweift.

Gestern lieferten die Araber, die sich in der Gegend von Zahzur befinden, den Italienern ihre Mausergewehre und Munition aus. Tie Cholera herrscht noch immer im Lager Tinzara. Vorgestern wurden 40 arabische Ge­fangene freigciaffcn, denen man nichts besonderes vor- werien konnte. Auch vorgestern wurde aus einigen Häusern der Oase auf die italienischen Soldaten, als sie gegen Ha- inibge vorrückten, geschossen. Tic|er Vorgang beweist, daß Milde unangebracht ist. General Briceola teilt aus Benghasi mit, daß Ansammlungen von Arabern und Türken über 60 Kilometer von Bengyasi entfernt fest- gestellt wurden. Eine kava.lerieschwadron unternahm in der Nackt vom 5. tum 6. eine RckognoszierunL bis auf eine Entfernung pon drei Wecutundcn von Bcnghafi, tvobei sie zwei Geschütze und viele Munition, die die Türken auf ihrer Flucht auf die Hochebene zurückgelassen hatten, er- beuteteTL

Tie Italiener erhielten Mitteilungen, nach denen die Häuptlinge der Araber in der welligen Lase eine Versammlung obgchaltcn hätten, in der )ic beschlossen, dem Befehlshaber der türkischen Streitkräfte erklären zu müssen, daß sic auf Ersuchen der Türken zum heiligen Krieg herdeigceilt, aber gesunden hätten, daß die Türken sie allein gegen die Italiener kämpfen ließen. Lbwohl- nun auch die Erfolge nicht derart wären, daß sie auf eine Besserung der Lage in Zukunft hoffen könnten, so wurden sie dcnnocy bereit sein, weiter zu kämpfen, vorausgesetzt, daß die Tür­ken voran in die Front giiigen. Der gegenwärtige Zustand könne nicht länger aufrechterhalten werden. Er erheische entweder, die italienischen Stellungen unverzüglich anzu­greifen oder das Feld zu räumen. Falls die Türken den zuletzt genannten Weg eiuscylugen, )o wären die Häupt­linge der Araber erbötig, sie bis zur benachbarten tuneftschen Grenze zu geleiten. Ties wollen angeblich die Häuptlinge. Aber die Araber fangen schon an, sich zu zerstreuen und in ihre Heimat zurückzukehren. Ein Teil von ihnen soll die Absicht geäußert haben, nach der Stadt Tripolis zu deser­tieren. Die Türken müssen den treu gebliebenen Arabern, um diese an sich zu fesseln, außer Lebensmitteln auch eine tägliche Löhnung von 45 Centimes geben.

Berlin, 8. Nov. DieDeutsche Tagesztg." meldet aus Wien: Nach einer Meldung derZeit" aus La Va- letto auf Malta liegen dort mehrere britisch e^K r i e g s - schiffe bereit, jeden Augenblick nach Tripolis abzudampfen, da die Lage der Stadt als s^ehr kritisch betrachtet loird. Man befürchtet, daß im Falle einer Erstürmung durch die Türten und Araber kein Euro­päer am Leben bieiben wird. Die Lage der Italiener loll nach bei der Admiraliiät eingegangenen Nachrichten sehr ernst fein.

Em türkischer Sieg bei Terna.

Konstantinopel, 7. 'Nov. Der Minister des In­nern teilte gestern abend den Journalisten ein amtliches

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