Nr. 285
tr1d)ftnl tägNch mit Au-nahm« bei Sonntag».
General-Anzeiger für Oderhesjen
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die Herstellung einer einhciLidjcn technischen Anlage Han- delt. In jedem anderen Falle ist die Arbeit, Leistung oder Lieferung in Teile (Lose- zu zerlegen, die gesondert zur Ausschreibung gelangen.
stellen nur ist die Wand durch den aus ihr lallenden Tauf verschoben. Alle Wobngemächer des Golbschrniebhauics haben bemalte Wände, und die vauptiarben dabei sind rot, blau, gelb, grün und idupari. Tas eine Gemach zeigte an allen vier Wänden Bilder, die wrllausend die Lebensgeschichte eines Mannes, ossen- bar eines Hirten, darstellten.
Professor Niven schätzt das Alter der Kultur, die ec hier entdeckt Hal, aus viele Jahrtausende und vermutet, sie sei gleichzeitig mit der Blütezeit von Ninive a,i zu setzen oder gar noch älter. Tas reiche Ausgrabungsgebiet voll- ständig zu erforschen, wäre eine Ausgabe, die Millionen kostete.
Zreitag, Dezember fysi
Rotationsdruck anb 8n1og der Srüblichen llmectfudti - B.ich- und 6tetnDrudertl flt Senge, Gießen.
RebaftUn. Expedition und Druckerei> Schul- ftraße 7. Expedition und Vertag: fcüb &L Rtba(non:e=esill. Del.-Ädr^Anzeiger«ie,ei^
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— Iour», alistische NrieqSlist. In der „Clinton" wird erzählt, zu welchen Listen in den ersten Wochen des türkisch- italienischen Krieges die in Italien lebenden ausländischen Jour- naltficii greifen mußien, uni über die wirkliche Lage cur dem Knegsschauvlay möglichst authentische und ungefärbte Nachrichten an ihre Blauer gelangen zn lallen. „2113 der Krieg gegen und um Tripolis begann," so lieft man in der erwähnten Bettung, ,qe- langien die von Italien on$ an die Presie beider Welten gesandten Tepeschen immer nur in jämmerlich verstümmeltem ^ufianCe an ihre Arrest en. Was tun? In Kriege-weiten must man auch Kriegslisten anivenDen. Tie in Rom, in Biailand usw. lebenden Beri ul- eviaiter der ausländischen Leitungen widmeten sich ganz plc:;itd) groben HandelSoperatwnen. Nach Paris, Le
au,gen lange Telegramme mit zahlreichen Einzelheiten über Die Ankunft von Lausenden von Ballen Baumwolle, über die un- sai'Uc’en Kilogrammen Bologneser Mortadella oder von Tmnen- ben von florentinischen Llrohhüten. Ter Handel Italiens ven mit einem Schlags sich in gerade-,
jii haben. Las war so schön, so außergeivöhnllch ia-bn, da,, ... Zensoren Verdacht zu schöpfen begannen. Sollte e-3 sich da nicht nm bo>e Boriemachenscha'ten handeln? Rach langen guniDlLL en öotid'imgen gelang es Den Zensoren iestzusielleii, dast in Den von cen Berichlcrnauern nach allen Himmclsrichtungen hin gesch dien cpeichen Die Ballen Baumwolle nach Afrika auSreifenbe Re i- mentet DaifteUten, die stziliichen Apfelstnen Truppen, die <?> ’oi- mieiicn, um lich von Der si^ilijchcn Hüne aus nach Tripolis einzn- ichisjen. Die Wurst und Die sliohhutc aber ölmten und Kanonen ... 3eit Dieser Enlbelluug ist der italienische Handel wieder nierflidi jurüdgegaiigen.
Die ^Elesteaer KamlllesdlStter- «erden dem ettnieipere oiermal wöchentlich beig-legt, daS „Kretsiletl fBr be» Kreit Eletze," iroeimal «-chentlich. Die „kandwlrtschastllch«» Lett» fragen*' erscheinen monatlich zweimal.
italoge gratis | in
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demokratische Fraktion des Reichstages diesen P.an zu durchkreuzen und gegen eine Turchpcit.chung der Bor.age energisch Front zu machen. Bisher Haven die Sozialdcmv- traten zu diesem Gesetz 14 Abänderungsan trage g.- stellt, die darauf hingehen, anßuüdine B.rbe.serungen der Regierungsvorlage herbcizusühren, so vor allen die Beiträge zu ermäßigen.
Tcm Reichstag ist folgender Antrag Rieseberg- Raab zugegangen, der auch vom Abg. Tr. Werner- Gießen unterzeichnet worden ist.
Ter Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, zum Schutze uno zur Stärkung namentlich der kleineren und mittleren gewerblichen Betriebe Gesetzentwürfe vorzulegen oder entsprechende Verordnungen zu erlanen, auch Die genaue Durchführung bereits etlaiiencr Bee orbiiungen zu sichern, wobei zunächst folgende Forderungen durch- zuführen teuren: 1. Zeitgemäße Ausdehnung des gewerblichen Befahigungsnachiveiscs. 2. Heranziehung Der JabriFbetricbe und Der juristiichen Personen zu der Lehrlingsausbildung, . schulen und der HanDiverlslammern. 3. Rur volliuhrigen Personen ist Die selbständige Ausübung eines Geweroes zu gestatten. 4. Tie Anwenoung Des ganzen Gesetzes zur Sicherung Der Bausorderungen ist reimsgesetzlich zu regeln. 5. 'Munherung des tz 100 q oer GewerbeorDnung. 6. Ausbau des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. 7. Einführung einer Itafselweis auiflcigenDen Reichsumsatzneuer für Warenhauier und Filialgeschäfte b. Verbot von Wanoerlagern und Wanderauklio- ncn. 9. Bekämpfnug deS versteckten Warenhandels. 10. Ber- schärfnng des Gesetzes über Abzahlungsgeschäfte. 11. Reichsgesetz- liche Regelung des BerDingungswesens. 12. Beschränkung der Handwerlsarbeiten in Militarwerkstätten, tunsichste Z^we.sung von Aufträgen für Das Reich in kleineren Losen und an xianDiverler- organiiationen. 13. Weitere Elnschrantung der Gejängnisarbeit. 14. Fernhaltung ausländischer Hausierer.
(iüic reichsgesetz 1 ichc Regelung des Sub- m is s i o n s w e s e n s verlangt ein vom Abg. Bass ermann, unterstützt von der gesamten nativnaliioeralen Reichstagssrallion, unter dem 27. November im Reichstag cingebrachtcr Antrag:
Der Reichstag wolle beschließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesetzentwurf, betreffend die Regelung des Submisiionswciens im Deutschen Reiche, unter Berücksichtigung der befestigten Grundzüge, dem Reichstag vorlegen zu wollen.
Im § 1 der beigegebencti Grund «ätze wird bestimmt, daß Behörden gcljalten sind, alle Arbeiten, Leistungen und Lieferungen, Die sie nicht in eigenem Betriebe ausführen, auf dem Verdingungswege zu vergeben mit folgenden Ausnahmen:
Die Vergebung kann nach § 2 freihändig erfolgen: 1. bei einer Arbeit oder bei Lieferung von Waren derselben Gattung, wenn der überschlägliche Wert solcher Gegenstände, die nur in nicht handwerksmäßigem Betriebe hergestellt werden können, 5000 Mark, sonst 1000 Mark, nicht übersteigt: 2. ohne Rücksicht auf die Höhe des Objekts bei Bedarf Der Heeres- und Marineverwaltung, Der Eisenbahn, Post und Telegraphenverwaltungen, wenn die Interessen der Landesverteidigung oder die Sicherheit des Verkehrs es erfordern, ferner bei plötzlich eintretendem Bedarf, bei Gefahr im Verzug oder für den Fall, daß während der Ausführung Der Arbeiten unvorhergesehene Leistungen oder Lieferungen dringlicher Art notwendig werden: 3. bei Leistungen künstlerischer und kunstgeiverblicher Natur oder solchen, zu bereit Lieferung die Ausnutzung eines Patents oder eines sonstigen gesetzlichen Schices enorderlich ist; 4. wenn hinsichtlich der ge- wrdenen Leistungen, der notwendigen Materialien oder zu liefern- den Waren eine Berechnung der Kosten nicht möglich ist.
Die beschränkte Verdingung soll nach § 3 eintreten bei Arbeiten, Leistungen oder Lieferungen, die eine Projektbearbeitung erfordern oder bereu Ausführung besondere technische Befähigung oder technische Einrichtungen verlangt. Für den Fall, daß die unbeschränkte Verdingung ergebnislos verlaufen ist, soll ebenfalls eine beschränkte Verdingung stattjindett. In allen übriaen Fällen greift die unbeschränkte Verdingung Platz (§ 4). Tie Vergebung von Arbeiten an General unter nehmer soll nur nach § 7 dann gestattet sein, wenn die ausschreibende Behörde ein nachweisbar dringendes Interesse an der Fertigstellung des Werkes zu einem bestimmten Termine hat und ohne die Einhaltung des Termins der Zweck der Ausschreibung vereitelt werden würde: ferner wenn es sich um
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Die Schwiegermutter.
Ter Landwirt O. Sch. von Heimertshausen ist vom Schöffengericht in Alsfeld zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er feine Schwiegermutter mit einem Stallbesen körperlich mißhandelt habe. Ter Angeklagte gibt die Mißhanbluna zu, bittet aber um Umroanbtung in eine Gelbstrafe, ba er schwer gereizt worben sei. Es wurde festgestellt, baß Der Angeklagte seiner Schwiegermutter zweimal mit Dem weichen Teil eines Besens in Den Rücken geschlagen und sie unbebeutenD verletzt hat. TaS Gericht sprach den Angeklagten nur der einsachen Körperverletzung schuldig und setzte bie Strase auf eine Woche Gefängnis herab, indem es ausführte, daß die von dem Angeklagten der alten Frau gegenüber betätigte Roheit die Zuerkennung einer Freiheitsstrafe bedinge.
Ter böse Nachbar.
Ter Laiidwirt I. St. von Bernsham'en lebt mit feinem Vtady bar auf sehr gespanntem Fuße Ter Zufall will es nun, daß die beiderseitigen Hofreiten nachbarlich so zusammenliegen, daß jeder den Hoiraum des andern mitbenutzen muß. Ties hat zu verschiedenen, ieindlichen Zusammenstößen der Nachbarn geiubrt, die mit gerichtlichem Nachspiel endeten. So hat der Nachbar im Herbst 1910 Anzeige erhoben, weil St. ihn im Mai 1910 mit einer Peitsche um die Cbren geschlagen und mit einem Stück Holz nach ihm geworsen habe. Tas Schöffengericht in Schlitz
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Die oftaf(ifanifd]e Dan. Vorlage im Ausschuh.
.. Berlin, 80. Rar
In der heutigen Sitzung des B u b g e t a u s > ch u i s c s des Reiw.tagcs nagle bei ber Beratung des Geieyenuvuries bctresicnd Die euaibabnbauicn im Oilairi..ull|chen suuygeinet ein Zen- trumsmitglicD an, was eS mit der in der Preise ausgestellten Vchauptuiig, bie Regierung scheue sich. Den nachften Etat vorzulegen, da wieder ganz erhebliche Anleihen notwendig seien, auf sich habe. limcriiaauictrctär Herz Dum Reicys- ,a atzamt erwiderte, der Bundesrat habe über Den nächsten Glut noch nicht beichlossen, aber es liege teilt Grund zu irgendwelcher Scheu vor. Tic Finanzen bviänten sich ui sortgesctzter Vanierüng, kem Rüchchritt, sondern ein gesunder Fomcknüt [unne lonnaiicrt ivcrDcn. u» öurie angenommen weiden, tetz Der nächstjährige Ei ar mit etwa 50 U'iuitonen Mark Ailleiheit auskoinmen luitce, das bedeute aber eine ganz erhebliche Besserung, nebenher liefen icdvch itoljnialnnlcifren Irn weiteren Verlaus cer Beratungen crtiartc Herz noch, das lausende Etatsiahi iverDc vorausachtlich mit einem beträchtlichen Ueberichuß adichließen. Vor Ueberraschungen sei man nie ganz sicher, aber Die Fehlbeträge vorn Jahre 1909, Deren Deckung bei Erledigung Der Finanz- resonn bts zum Jahre 1913 ins Auge gesaist worden unD, roürDeit noch im Lauie des jetzigen Etatsjahres erledigt werden.
Zum Schluß genehmigte Der Ausschuß gegen Die Stimmen ber Sozialbemolraten b.e beantragten Erweuerungsbauien. Ferner wurden zwei ZciUrumsemschließungen einstimmig angenommen. Den Reichskanzler zu eriua>cn: 1. In den Schutzgebieten £rgaiu- lationen nach Art des heimischen EueichahnraieS behuss Mu- luirtung bei Der Festsetzung ber Eisenbahn- unD schiss- tahrtstarife zu errichten. 2. Irn Imeresse Der Deutschen Industrie bei Den noch mit Frankreich infolge Der Vlbtummen über Marokko unD Aeauatorial-Afrika zu schlicßeit- Den Verträgen m VerhanDlungen über zweckeiitsprechcnbc Acn- Derungen Der neuen franzöflschen Tarabestimmungen vom 27. August 1911 einzutreten.
Lin deulscher Mchiergesctz.
Bon der Geschäftsstelle des deutschen Richterbundes erhalten wtr folgende Zuschrift:
Tie politische Vergangenheit Deutsa)lanbs hat es mit sich gebracht, daß erst in den 70er Jahren des vorigen. Jahrhunderts an die Schaffung gemeinsamer Iustizgefctzc »edacht werden konnte. Vorgelegt wurde damals Dem IcichStag u. a. der Entwurf eines GerichtSocrfa,fmigs- gesetzeS, das die Crganiiation der deutschen Geria-te regelt. ES enthielt nichts über die Steilung der Richter, weck dadurch nach Anfick)t der Reichsregierung in die Justiz- Hoheit der Einzelstaaten eingegrisfen würde.
Erst auf das Trangen jämilicyer Parteien des Reichstages sanden einige Vorschriften ^'lufnahme, die zur Sickerung der unabhaitgigen Stellung der Richter als nbjolut nouvendig erachtet ivurdcit. Sie gipfelten in dem Hauptsatz, daß die richterliche Gewalt durch unabhängige, nur Dein Gesetze unterworfene Gerichte ausgeubl roetuc und bestimmten u. a. folgendes: Die Ernennung der Richter muß auf Lebenszeit erfolgen; den Richtern muß ein festes Gehalt unter Ausschluß von Gebühren gewährt ivcrden; die Enthebung der Richter vom Amte und ihre Versetzung an eine andere Stelle oder in den Ruhestand dars nur traft richterliclfer Entscheidung und unter den Formen, welche die Gesetze bestimmen, zulässig sein.
Auf diesein Grunde erfolgte in den Einzelstaaten der Ausbau der richterlichen Äeamtcngesetze, verschiedenartig und oft durchaus nicht den Grundlagen entsprechend. So wurde z. V. in Preußen in fünftliajer Ausdehnung der Stellvertretung ein der Vorschrift der lebcnslänglichcu Anstellung widerspreck)enDes A s f e s f o r e n - R i a) t e r t u m herangebildet, durch das namentlich die Arbeit in den Strafkammern leidet. Ferner stehl es nicht mit dem Sinne des zweiten Programmpunltes in Einklang, wenn, wie nament- ltch in Süddcutschland das Einrücken in höhere Gehaltsklassen durchweg von der Beförderung abhängig ist. Endlich sind von den IustizverwalMngen wenn auch nicht direkte Anweisungen, so oder so zu handeln, doch nicht selten im Tienstausfichtswcge Verfügungen und Maßnahmen getroffen, die dem Hauptsatz der richterlichen Unab- hängigteit ztiwiderlcmfen.
Solche Erwägungen veranlaßten den deutschen Richter- bunt), den Ausbau des Gerichtsoerfassungsgesetzes als Verhandlungsgegenstand auf den diesjährigen R i ch t e r t a g zu setzen, und einstimmig wurde beschlossen, daß die Justizverwaltung zwar nach wie vor Sache Der BunDesstaaten bleiben solle, daß aber Durch Reichsgesetz Die Grundsätze der Anstellung und Besoldung der Richter und Die Grenzen ihrer Verantwortlichkeit gegenüber der Iustizver- nxdtung festgelegt werden sollen. Daraus würde sich der Fortfall des Hilfsrichtertums, das schon jetzt z. B. in Bayern unbekannt ist, für alle Staaten ergeben. Es würde ferner an Stelle bcS1 noch z. T. verbreiteten Befördcrungs- systeins, das die Richter durch Bitten um Berücksichtigung ihrer Wünsche in die Gefahr der Abhängigkeit von ber Justizverwaltung bringt, überall das Zeitavaneement, wie es in der Hauptsache z. B. bereits in Preußen besteht, ,Platz greifen.
Endlich würde unter einheitlicher Regelung des Dis- ziplinarrechts insbesondere festzusetzen sein, daß die diensl- ausjichtlichcn Verfügungen einer richterlichen Nachprüfung Unterliegen.
Ter Beschluß bei Richtertabes ist politisch als Zeichen der Einheit von Nord und Sud überaus beachtlich, und srühcr oder sväter wird bie Nachwirkung hiervon sicherlich sich auch in der Gesetzgebung tundgeben.
Ein amerjlanijchez Pompeji.
In der neuen Welt ist jüngst eine archäologische Entdeckung Von solcher Tragweite gemacht worden, daß bie Bezeichnung „ein amcrikaNijl.,.s Pompe, i' . Die Der (iiuoeder Dem «yuiiD- vrte gegeben hat, nicht zuviel zu sagen fcheint. Der Vergleich mit Pompeji ttiift roiiloinm.a zu, crnii cs yanbclt sich um eine Siabt in Rkexiko, bie in längst verschollenen Zeiten von einem Der mexikanischen Vulkane verschüttet ivorben ilt
Prosessor William Niven, MitglicD Der Neuvorker Akademie D.i Wissenschaften, veröftentlicht im „Neunork American" einen ausführlichen Bericht über ferne außerordentliche Eiub.ckung. Tas Tal zwischen Texcoco und Tlalnepantla enthalt in der obersten Sckiicht, die unter bei bünnen Lage sruchtbarcn Bobens hegt, Tonwarenrcste unD W a i 1 c n st ü ck c. Prosenor Niven stieß nun beim tieferen Graben in Drei bis vier Meter Tiefe zunachn auf eine Schicht vulkanischer Asche. Unter D.cfei "Aichcmchicht war eine Lage von Erbe und Geröll, in Der übetbauot^ leine archäologischen Reste gefunden wurden, unterhalb Dieier <dnaU aber endlich stieß er auf etwas gan.; auRcrorbentlitbc-?, nämlich eus Gebäudeteile, Die niizwcisclhaft einer sehr vollkonun.nen Stabt angchöitcn. Profcffor Niven hat an etwa hunDcrt stellen in Tongruben ber Gegend Nachiorfchungen in gleicher 4.icre an* gestellt und ist überall auf ©ebaubcreite gestoben, ’o baß es sich unzweifelhaft um eine ausgedehnte Stadt haiideln muß, die er ciuDcdt hat. Gin: ganz genaue Unterfuchung hat Projenor -'uDen erst an einer Stelle ausgcsührt, aber er war habet von außerordentlichem Glücke begünirigt. Tas Haus, das er unterluaite, war aus Ziegeijleiiieu ecr.chtet. T.r wtor-xi zivi'chen Den «njelncn Steinen ift heutzumge härter als Die steine lelbn. An Dein Hause selbst war nichts Auffälliges, abgelegen von Der Tür, Die ein Ornament aus gebogenem H o l; enl.nelt. Innerhalb des Hanfes selbst waren Die Räume beinahe^ völlig mit vulkanischer Asche angefüllt. Das Dach war durch die schwere ter Darüber lastenden <.ujia..ji CühKDruett, aber Die cuita- uischc A s ch c hat den Inhalt des Hauses v o r Zerstörung gcschüßt. Tie Mnocbenreite der Bewohner, tnc in beni Hause h.rumlagcn, verfielen bei ber bloßen Berührung zu Staub. Der WohnungsinhaA jedoch war recht gui erhallen.
In dem Hau': hat ein Goldschniieo gewohnt. Zuent wurd^ ber Schornstein und ein Schmelzoien auigciunven, daraus jeuie Äoldschmiebe werk statte mit einer Menge von ^.on-
.Gießener Strafkammer.
)( G i e ß e n, ben 26. November. Kein Freunb der Arbeit.
Ter Taglöhner A. H. von Lanacnschwarz ist vom Schössen- gericht in Vilbel wegen Bettelns, Bannbruchs und Straßenver- unreinigung zu vier Wochen Hast verurteilt worden: außerdem ist auf llcberweisung an bie Lanbcspotizeibehörbc erkannt worben. Ter Angeklagte ist der rechte Sohn der Landstraße. Er zieht heimatlos umher. Geregelte Tätigkeit kennt er nicht. Er hat eine ganze Anzahl Bettclstrasen erlitten, zweimal ist er schon zwangs weise dem Arbeitshaus überwiesen worben. Es muß ihm aber Da schlecht gefallen haben. Tenn feine Berufung gegen das schösiengerichtliche Urteil bezweckt im wesentlichen die Aushebung Der Uebermeiiung, obwohl er selbst bie Aussichtslosigkeit seines Rechtsmittels einsieht. Seine Berusung würbe als unbegrünbet zurückgewiesen.
Zweiter Blatt sich Jahrgang
Gießener Anzeiger
1 Tie Fraktionen des Reichstags haben, Ivie uns aus
B Berlin geschrieben wird, vereinbart, bei der ziveiten Lesung
■Ä/egfifl des Privatbeamtenpenfionsgesetzes ein:Haup.- jgllSlw ;; oussprache abzuhalten uno hieraus den Gesetzentwurs en bioc " anzunehmen. Wie wir hören, beabsichtigt die sozial-
Modellen und Goldivaren. Nwen hat über 200 Modells aus Ton gefunden. Der steinhart geworden ilt. Einige dm er Modelle batten eine Ticke von wenig über einen Millimeter, so daß sie ali'o eigentlich Dem Goldblech entsprachen, -taiiachhcb haben sie auch als Vorbilder für Gold, Silber- unb Miu>icr- stücke gebient, Die als Bekleidung für Arm, Brust und Mnöthel in Form von Ornamenten gedient haben. Die Tonmodelle hatten alle einen Ueberjug von Eisenoxyd, der wabncheinlich bas .'Inhalten bes Goldes beim Guß verhindern sollte. Goldwaren selbst, die genau die Form der Nksdelle hatten, hat Professor Niven im Hause in vielen Exemplaren aufgefunben. ttcms ber Stüde erinnert an die arllzaologischen Funde aus Mllla: es handelt sich überhaupt um eine Kulturstufe, bie allen übrigen amerikanischen Funden überlegen ist, unb besonbers aunalltg ilt bie Achnlichkeit ber Funbc mit den Erz eugmi 1 en asiatischer Kultur. Ta unb Köpfe, bie bte größte Aehn- lidfeit mit den Werken der altägyotischcn Plastik haben; andere, die Den Stunümeugniiien der füdafiatischen Völker, dnneiud)en und iapaiiisd.cn Mumiroerfen, Arbeiten aus Borneo, au» Indien ähneln, ja selbst Köpft, die dem Ainotypus gleichen unD wieder andere, die arabischen Typus zeigen. s
Profeisor Niv.n ich . . i, • * cuuchen Arcyaalogin GDuarD Seiler von seinem Funde Miltellung gemacht ;u haben, und Seiler soll dies „amerikanische Pompeii" für bie^„rounberbar|ie Sluine" erklärt hüben, die er je gesehen habe, xas vaus des Golbichmiebes enthielt nicht nur Gegenstände, die ju Kinern eigenen Gewerbe gehörten. Unter der Wcrkitatt war B. em Grab. Cfienbar war der Tote ermordet worden, denn in einem Schabelknodicn ivar eine Kupseraxt eingeschlagen. Um das Grab selbst waren 125 gebrannte Tonfiguren au« gen ent. Es waren
. kleine Figürchen, und gerate bei diesen in die A .
fclt mit den lüDaiiatiicfaen Plastiken am größten. Ein Götterbild das Professor Niven abbiltet, zeigt eine Geitalt, die mit gefreu ten Beinen wie ein Buddha bauet, xer Kops trägt semitischen Tvvus; übrigens in er hob. unb abnehmbar. Tie Freilegung ber Innenwände bes^ vauies tes GoldiLmiebes en.hül.te w.ed.r etwas er^.aunlid es. ie/ü anbe waren nämlia? m i t al er c i b e De.d t b;i e a vlt « m u rv- Derb ar üc erhalten lind. Augenichcuilich i-: die Wandmalerei im. einer Lachfchichl überzogen, ter ihre gute Gr.jiltung Ui rerdanien ist. Tie Farben sehen oolljtanDig iruch aus, unb Die Zeichnung ist aufs teutüchfte zu erkennen; an cuiäeinen
brand, Kerblast ik, Samt- . und gemalte I ilügst. Brenn-


