Nr. 257
Zweites Blatt
161. Jahrgang
Erltbemi tL-Nch mit Ausnahme de- Sonntag«,
£ie „»leheaer KamittendlSNer- werden dem .Anzeiger* viermal roödientltrf) beigelegt, das „MrtUblah f&r den Krell «letzen" irofimal öödxnlhd). Die ..laadwlntchaslltcheii Lett» trage»" erschemen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheften
Mittwoch, 1. November (911
9<oianon«bnicf und Verlag der Br üblichen UniverülälS - Buch« und 6teinbnitfcreL R. Lange, Greven.
Redaktion, Erpedition und Tmdcreti 6*ul* straße 7. Eroed Non und Verlag: 5L
Redaktion:«^-112. Tel.-?ldr.: AnzeigerLieben,
Kinder*«,
KratikBkgst
die
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Verlag der Siebener Anzeiger
Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene
Kinder.
Bestbewährte gesunde und magen- darmkranke
Die privatbeamte^versicherung im Ausschuß.
:: Berlin, 31. Eft.
"p Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung
Um den größeren Anzeigen für die Smnstag^numi ' eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt C5 sich dringend, die Ausgabe em bis zMei Tage vorher zu b - tuitlen. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei
rb Darmstadt, 30. Ekt. TerAlice-Frauenverein für Krankenpflege hatte für heute vormittag un itäd- rischen Saalbau feine 20. Mitgliederversammlung einberuien. Sieben der Präsidentin des Verein-, Prinzcinn Viktoria von Battenberg, waren Finanzminisler Braun, Minister v. Hornbeigk, Ächcimcrar Best, die Gcheimeräte 5ep und Dr. Breibett, eine An^hl äreisräte und Lürgermniter, Generalmajor Deinhrrd, Ebermedizinalra: 2t. Neiühari, G nera.o.cr r,t Dr. Eia,«!' ferner Frau S.aatsminister Ro.h., 5tau tili WolsSkeh^ u.a.m. evttgimtn. 5m Auitrag der Präsidentin leitete der Generariekretar, Ge- deimerar Best die Verhc iviungen, oct die erschienenen (rhrongäne und die Mitglieder begrüßte und dann einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereins in den beiden Fahren vom 1. Ektooer 19JU bis dahin 1911 erstattete, der zum Teil auch schon im Druck oorliegt. Aus dem Borrrag ist zu erwähnen, day die S?aurtau;gäbe des Vereins, dm Bcnano bei Kranken^-weiicrn Möglichst zu vermehren, nach Krallen gc ärocri würde, obgleich
t a d t-Gießen. An der Aussprache beteiligte sich von eiten der Sozialdemokratie Herr Faber. Da der sozial- rcmokratische Redner die Parteistellung des Kandidaten in Zweifel gezogen hatte, so erklärte dieser, daß er im Falle einer Wahl der fortschrittlichen Volkspartei beitreten werde. Professor Urstadt zog dann noch die Grenzlinie zwischen einer Partei und der Sozialdemokratie.
Aus Stadt und Land.
Gieren, 1. Rovember 1911.
** Bauernregeln für November. November bell und klar, ist übel fürs nächste Jahr. November trocken und klar, bringt wenig Segen fürs nächste Jahr. Wenns zu Allerheiligen (1.) schneit, mache deinen Pelz bereit. Zu Allerheiligen Reis, zu Weihnacht weiß und steif. Allerheiligen klar und hell, sitzt der Winter guf der Schwell. Ist der November kalt und klar, ist mild und trüb der Januar. Wenn im November Donner rollt, wird dem Getreide Lob gezollt. Wenn int November Bäume blühn, wird sich der Winter lang 'nausziehn. Fällt der erste Schnee im Treck, bleibt der ganze Winter ein Geck. Am Martini (11.) Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein. Jst's um Martini hell und falt, dann auch der Winter lang anhalt. Wrnn um Martini Nebel sind, so wird der Winter meist gelind. Wenn die Gänse zu Martini auf Vern Eise stehn, müssen sie zu Weihnachten im Kote gehn. Hocken die Hühner in den Ecken, kommt bald des Winters Frost und Schrecken. Zieht die Spinne ins Gemach, kommt gleich der Winter nach. St. Elisabeth jlö.) Jagt an, was der Winter für ein Mann. Katharinenwinter (2o.), Plackwinter. Wie's um Katharinen trüb und rein, so wird auch der nächste Hornung sein. Haben die Hasen ein sehr dickes Fell, so wird der Winter ein harter Gesell.
* Männer- Turnverein. In der am letzten SamLtag abgehaltenen Mitgliederversammlung erstattete der erste Sprecher zunächst den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Daraus war zu entnehmen, daß der Verein in stetem Vorwärtsschreiten begriffen ist. Tie Mitglieder- zahl einschließlich der Schüler- und Militärableilung, beträgt nahezu 600. Daß in turnerischer Arbeit viel geleistet worden war, ergab der Bericht deS TurnwartS. Die Prüfung der Rechnung hatte zu ganz geringfügigen Anständen Anlaß gegeben, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Bei der Neuwahl deS ersten TurnwartS wurde K. Fise einstimmig gewählt. TaS Amt des zweiten Schriftführers wurde P. Ritsert übertragen. Tie Winterfesilich- leiten wurden wie folgt festgesetzt: Am 18. Nov. Winterfest, am folgenden Tage AuSstug nach dem Windhof; am zweiten Weihnachtsfelertag LSeihnachtSfeier; am Fast- nacht-TienStag IastnachtSkneipe. Im Dezember und Januar sollen Turngänge, im März ein kriegSspiel statlfinden, un April das An turn en. Rach einer AuS- spräche über das un nächsten Jahre dahier stattfindende Gauturnfest wurde die Versammlung mit einem auf den Verein auSgebrachtcn Gut Heil geschlossen.
Starkenburg unö Rhein heften.
der Zentralstelle namentlich auch die Mithilfe der Zweigvereuie erwünscht wird. Ter Betrieb im Alice Hoipual bat eine wesentliche Erweiterung erfahren. Man beabsichtigt. auch eine Bei icherung für den Verein einzurichten und hofft die Mittel dafür durch eine demnächst zu veranstaltende Lotterie ui erhalten W»e notwendig cs sei, Kranlenfchwestern für den Kriegsfall auSzu- bilbcn und theoretische und praktische UnterrichtSkurse für Helu rinnen abzuhalten, beweise gerade die gegenwärtige unruhige Zeit. ES müsse wieder eine größere Werbetätigkeit cinfetzen, wozu Iw
onderS auch die Zwcigv reine mxtitelten sollten Ten zadlieiären Unterstützern der Dereuisbestrebungen und den Spendern von Stiftungen und Vermächtnissen 'prach Redner zum Schlw'- wärmsten Tank aus. An Stelle b:» verstorbenen Ex;. Buchner ist Generalleutnant a. T. Kormann zum Leiter des LandeSvereittS vom Roten .strcuz ernannt worden. Tiefer gab mit dem Tank ür die Begrüßung die Versicherung ab, daß er stets bestrebt sein werde, im Geiste der großen Fürstin zu wirken, deren Namen der Verein traae. Tarant berichtete Bürgermeister Müller über den freiwilligen ErziehungSbeirat für schulentlassene Waifen usw. LegationSrat Dr. N e i b b a 11 über die Erganifation der Kranketi pflege usw. in den Zweigvereinen und deren Tätigkeit Tic Zahl der Zweigvereine ist um zwei gestiegen und beträgt letzt 19, davon 3 in Starkenburg, 9 in Eber helfen und 7 in Rhein Hessen. Ter Zweigverein Mainz zählt 24 Schwestern und zwei Hilfsschwestern, die Zahl der Mitglieder betrug 1910: 517. Tie Schivestern hatten 1910 2664 Tag- und Nachtpflegen, 2662 Tagpflegen und 1164 Nachtpflegen. Besondere Tätigkeit entfaltete auch der Zweigverein Gießen und der Zweigverein Offenbach. Im Anschluß au diesen Bericht berichtete dann Direktor Tr. R eb en 11 s ch - Offenbach über die Schwelt ernfckia't des Stadtlrankenhaufes zu Offenbach und Frau Bürgermeister Tr. Kayser-Bad -Nauheim über das „Biltoriaheim", Kur- und Erholungshaus für Rote-Kreuz-Schwestern zu Bad-Nan beim Aus die vön der Rednerin gegebene Anregung sagt Geheime rat Best zu, daß der Zentrale des Alice-Frauenvereitts für dieses schone Werk ein cntspreckw'nder Beitrag beioillig.n werfe — Nachdem darnach vom Vereinsrechner erstatteten Kassenbericht stellte sich 1909 bie Gesamteüinahme inkl. Bestand von 7600 M k. auf 59 117 Mk., 1910 auf 60111 SOZI., wovon 7118 Mk. Voi trag waren, so daß die Einnahme 52 993 Mk. beträgt, der eine Mehrausgabe von 677 Mk. gegenübersteht. Herr Generalarzt a. T. Tr. Lindemann hielt daraus noch einen längeren Vortrag über „Die kulturgeschichtliche Entwickelung des Krlegsheilwesens" und dann folgte nach llebcrreidiung von Schwesterndiplomen durch die Präsidentin, Prinzessin Viktoria, die Beratung über Satzungsänderungen,
Der Reichsversicherungsausschuß setzte nach zweitägiger Paule ... Beratung des Angestelltenversicherungsgesetzes heute nachmittag fort. Er beschloß einstimmig die freiwillige Fortsetzung der Versicherung schon nach Entrichtung von seck)s statt sechzig Monatsbeiträgen zu ermöglichen. Zur Verhinderung der Ausnützung des Gesetzes wurde beim Paragraphen 47 beschlossen, daß mindestens sechzig Beitragsmonate auf Grund einer ver- icherungspslichtigen Beschäftigung zurückgelegt fein müssen, sind weniger versicherungSpflichtige Beitragsmonate nachzuweisen, so erhöht sich die Wartezeit für das Ruhegeld bei der Hinterbliebenenrente auf 150 BeitragSmonatc. § 50 wurde dahin geändert, als Beittagsmonate auch, die berufliche Fortbildung in einer staatlich anerkannten Lehranstalt gelten soll. Ter Wschnitt „Schiedsgerichte und Oberschiedsgerichte", in dessen Beratung man am Samstag schon cingctrcten war, wurde einstweilen ausgesetzt. Tie Höhe brr Beiträge wird nach den Vorschlägen der Regierungsvorlage unverändert genehmigt: die Monatsbeiträge betragen in den neun Gehaltsklassen 1,60 bis 26,60 Mk. Der Zeitpunkt ür die erstmalige Vorlage einer versicherung-technischen Bilanz wird, um ein fichereres Bild zu bekommen, um zwei Jahre hinausgeschoben auf den 31. Dezember 1919. Damit wird auch bet Zeitpunkt für die in der neulich angenommenen Entschlie- jung über Einführung einer Kinderzuschußrente um zwei Jahre auf diesen Termin vertagt. Nach § 175 erhöht der Bundesrat die Beiträge entsprechend, wenn die Bilanz einen Fehlbetrag ergibt; umgekehrt können bei einem Ueberschuß bie Leistungen erhöht werden. Anträge der Volkspartei und der Sozialdemokraten, hierbei die Zustimmuna des Reichstages vorauszusetzen, werden von der Regierung entschieden bekämpft und finden nicht
bie Mehrheit.
Ter Ausschuß beschloß -u dem 8 207 eine Bestimmung, wonach die Beiträge, bie in einer irrtümlichen Annahme bet Ver- icherungspslicht entrichtet wurden, in einem Zeitraum bi- zu 10 Jahren zurückgefordert werben können.
Tie Beratung geht weiter. Morgen, Mittwoch, fällt wegen des katholischen Feiertags die Sitzung aus. Trotzdem ist an- zunchmen, baß bie erste Lesung im Ausschuß schon am Freitag beendet wird. Dann wird bis zur zweiten Lesung eine mehrtägige Pause eiutreten, während der bie Beschlüsse erster Lesung zusammengestellt werben und bie Mitglieder zu weiteren .Vorbesprechungen und Verhandlungen mit dm Interessenten Zeit erhalten.
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der Zugang geeigneter junger nur mcmgeiyar iu. <5:n währlcistet toerben,
wichtiges Arbeitsgebiet büre: auch die aünorge mr uoertuIme* I
kranke, sowie für Säuglinge uno ÖÖQuacmnen, wozu aus Wunsch ।
Herr Klingspor und die Schulfrage.
Herr Klingspor sendet uns folgende Zuschrift:
Auf wiederholte Anfragen erkläre ich, nach Prüfung der mir von fachmännischer Seite gewordenen Auskunft, daß ich der Aufsassung des Abgeordneten Bach in der Schul- srage beitrete.
Gießen, den 1. November 1911.
Adolf Klingspor.
Nus dem Wahlkreis Großen Linden—Heuchelheim.
Garbenteich, 31. Ott Gestern abend sand in der Wirtschaft zum Weißen Roß hier eine gut besuchte Wähler- Versammlung statt, in der Landtagsabg. Leun über seine bisherige Tätigkeit berichtete. Ter Redner ging dann auf die Angriffe in den gegnerischen Flugblättern ein und wies nach, daß er bereits im Jahre 1900 im Landtage zur Sparsamkeit im Interesse der hessischen Steuerzahler ermahnte, und mit seinen Freunden gegen die Errichtung der 14 neuen Eberförstereien stimmte. Der Redner besprach dann ba£ neue Gemeindesteuergesep und bemerkte, daß der Schuldenabzug bezüglich der Gemeindesteuer aus Einkommen gestattet sei, nicht aber bei der kapital steuer und Steuer aus Grundbesitz. Er führte aus, daß gerade die kleinen Leute durch Erhöhung der Einkommensteuer getroffen würden, wenn auch beider Steuer aus Grundbesitz der Schulden- abzug gestattet sei. Ter sozialdemokratische Abgeordnete der badischen Voliskammer, wölb, habe dort ausgcsuhrt, daß es nach seinem Dafürhalten die schlimmsten Folgen in den Gemeinden gäbe, wenn man einen solchen Schuldenabzug znlassen würde: die Interessenten befänden sich in vollständig falschem Fahrwasser. In ganz Deutschland existiere lein Staat, der bei Objektsteuern einen Schuldenabzug zuläßt. Die sozialdemokratische Fraktion habe hiernach gegen den Schuldenabzug gestimmt. Der Kandidat Leun brachte ferner vor, daß die Sozialdemokraten behaupten, der fünfte Wahlkreis sei zu seinen Gunsten ttirechtgeschnitten. Er konnte dagegen durch Vorlage der Drucksache Nr. 175 der Regierungsvorlage nachlvcistn, daß die Orte Leihgestern, Garbenleich, Hausen, Watzenborn und Steinberg abgetrennt werden sollten und daß es die Bauernpartei war, welche diese Orte dem Wahlkreis Großen Lindcn-Heuchclhe.m reicher einverleibte. Endlich stellte Herr Leun durch das amtliche Sitzungsprotokoll fest, daß er nicht für Artikel 6 (Pluralwahlrecht) gestimmt hat.
Leihgestern, 31. Eft. Am Samstag, 28. Oktober, fand eine Wähleroersammlung zu Gunsten der Kandidatur Kreiling statt. Ter Kandidat beipraa) die roimiigi.cn Arbeiten des verflossenen und die Hattp.aufgaben des tom- menden Landtags. 2er Hauptredner tu ar ^rojvjfor ür -
Aus Hessen.
Die LandlagSwahl in Gießen.
D i eseck, 1 Nov. Im Saale von Adam Ziegler fand gestern übend eine gut besuchte Wählerversammlung der nationalliberalen Partei statt. Zunächst entwickelte der Kandidat, Fabrik. A. Kling- spor sein politisches Programm, das in allen feinen Teilen als echt liberal gelten kann. Tas allgemeine direkte Wahlrecht, durch welches die LandtagSabgeordneteii am 3. November zum erstenmal gewählt narben, hält er für einen entschiedenen Fortschritt, bedauerte aber, daß so manche Schönheitsfehler, wie daS Plural wahlrecht, nicht zu beseitigen gewesen wären. In der sozialen Gesetzgebung und Wirtschaftspolitik geht seine Aniicht dahin, datz nicht einem Stande in einseitiger Weise geholfen werden dürfe, sondern daß die Interessen gegenseitig abgewogen werden müssen. Deshalb sei eS notwendig, daß alle Kreise der Bevölkerung un Landtage vertreten sein müßten, und er habe nur deshalb der Bitte, zu kandidieren entsprochen, weil er der Meinung sei, daß auch, ohne einseitige Interessen zu fördern, der Handwerker und Kaufmann berücksichtigt werden müßten. Ter Mittelstand fei, hauptsächlich auch durch die Teuerung, in eine dkotlagc gekommen. Ihm müsse geholfen werden. Eb das aber durch das bedingungslose Eeffnen der Grenzen und durch die Bcseittgung der Etnsuhr- cheinc möglich fei, wäre sehr fraglich, da die hierdurch ent- tebenben Nachteile größer als der etwaige Nutzen wären. Be- onderS hart treffe die Teuerung den an einen beftimmten Gehalt gebundenen Beamten- und Lehrerstand. Ihre materielle Besser- Itellung, hauptsäckilich die ihrer Witwen und Waisen, halte er für seine vornehmste Pflicht, denn gerade mit Bezug auf sic wäre bet Ausspruch berechtigt: Zum sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Tie gerechten Wünsche könne der Staat erfüllen, wenn er eine weise Lpariamkeit in allen Zweigen ber Verwaltung entführe unb die Einnahmen erhöhe burch einen besseren Ausbau ber Einkommen- und Vermögenssteuer, denn es müsse immer noch mehr ber Grundsatz zur Anwendung kommen, baß bie Lasten von ben schwachen Schultern auf die starken, leiiningsfähigen gelegt würben. Eine Revision des preußiich-hessischen Eisenbahn- Pirtragß hält er für bringend nötig. In der Schulftage steht er streng auf dem Boden der Simultanschule, er ist also für vollständige Gleichberechtigung aller Konfessionen.
Nach ben mit Beifall auigenommenen Ausführungen be8 Äanbibatcn sprach Professor Lnlcy über hessische Politik unb rechtfertigte bas Verhalten der nationalliberalen Partei im hessischen Landtag. Er betonte, daß eine Partei nur für bie Gesetze verantwortlich gemacht werben könne, die ihrer eigenen Initiative enN'prungen roären und nicht für bie, welchen sie infolge der politischen Lage hätte zustimmen müssen. Der verflossene Landtag könne da» Vorrecht für sich in Anspruch nehmen, Gesetze zur Verabschiedung gebracht zu haben, die schon jahrelang die Kammern beschäftigt hätten Weitn nun auch noch rückschrittlick>e Bestimmungen in diesen Gesetzen enthalten wären, bie man leibet um des Ganzen willen nicht habe ausschalten können, so werde eS sich seine Partei angelegen fein lassen, in einem folgenden Landtag diese Bestimmungen zu beseitigen. Er verbreitete sich dann noch ui längerer Rede über die Geschichte, bie Vorteile und die wünschenswerte Revision des preußisch-hessi- jchcn Eisenbahnvettrags.
Nach einer Pause von fünf Minuten entspann sich eine lebhafte Aussprache, die sich bis lange nach Mitternacht hinzog, da die sozialdemokratischen Redner von der,ihnen eingeräumten Redefreiheit reichlichen Gebrauch machten. Kassenkontcolleur Beck mann suchte nachzuweisen, daß ber Üanbibat Klingivor mit seinen wirklich liberalen Ideen im Widerspruche mit den Anschauungen der nationalliberalen Partei stehe. Er, sowie Stub. Jos. Munk vertraten die Ansicht, daß ber schwarzblaue Block, zu welchem auch die Nationalliberalen gehörten, bie Ursache ber rückschrittlichen Gesetzgebung in Hessen sei. An der Hand von Belegen gelang es Prof. Luley in seinem Schlußwort, die beiden sozialdemokratischen Redner zu widerlegen, unb er schloß . nut der Aufforderung, am 3. November den wahrhaft liberalen, nach jeber Seite hin unabhängigen Kandibaten Klingspor zu wählen.
Hessen-Nassau.
() Marburg, 30. Eft. Die von den städtischen Körperschaften beschlossene Ordnung, roelche die Heranziehung der Mieter zu den Quartier- und Naturallei st unaen vorfieht, hat nunmehr, nachdcin ber Einspruch des Mietcrvereins verworfen wurde, die Genehmigung der Regierung gesunden.
Märkte.
Limburg a. d. Lahn, 31. Eft. Fruch tmarkt. Turch fchnittSpreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,20 Ml., weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,70 Alk., Siow 13,70 Ml., Gerste: outtergerste 00,00 Alk., Brangerste 13,50 Mk., Hafer Alk. 9,00, Qrbfen 0,00 Mk. Kartoffeln 7.60—8,-,0 Alk.
Auch eine Großmacht,
bereu Einfluß und Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschavt werden kann, ist heutzutage das Buch. Natürlich ist hierbei nur an das gute Buch gedacht, das unterrichtet und bildet, das unterhalt und anregt, kurz, in mannigfachster Art nutzbringend nnrtt, und nicht mit Unrecht ist habet ausgesprochen worden, daß dein Buche geradezu eine kulturelle Bedeutung zukomme. Gilt das mehr oder weniger von allen Büchern von Gehalt, so trifft bas Wort in bc sonders ausgiebigem Maße zu bei einem Werke, dessen Wert uttd Bedeutung schon seine weit über eine Million Exemplare betragende Verbreitung kennzeichnet. Und das ist Meyers Großes KonversattonS-Lexikon, das unfern Lesern burch den ber heutigen Nummer beiliegenden Prospekt ber „Kultur", Institut für Literatur und Kunst, G. m. b. H, Berlin SW. 48, Wilhelm straße 37 zu bequemen Zahlungsbedingungen angeboten wird. Tie neueste Auslage dieses erstklassigen und hinsichtlich innerem Wert und äußerer Ausstattung unerreichten Lexikons ist eine Fundgrube des Wissens und ber Belehrung für jedermann und bietet eine erschöpfende lieber sicht auf allen Gebieten des gcisttgcn unb praktischen Lebens. Tie unüber hoff en e Reichhaltigkeit und Korrektheit der Artikel sowie die einzig dastehende Ausführung der Farben- und Schwarzdrucktaseln, ber Karten- und Textbeilagen im „Großen Meyer", der zurzeit unter allen gleichartigen Werken seiner Art das neueste und auch das wohlfeilste ist, stchern ihm dauernd bie erste Stelle. Wir empfehlen es unseren Lesern an gelegentlich als das Buch der Bücher. Wer cs sich lauft, ist wirklich auch ein „Ganzg ichener".
Allgemeine Neuerung ilt nneoer einmal das Losungswort d.s Tages! Am meisten davon bettofien ist wohl, infolge ber anhaltenden Turre dieses Sommers, bie Butter. Geradezu un erschwinglich sind bie Preise, die in den größeren Städten h^ui? schon verlangt werben und die im Lame dieses Winters aller Voraussicht nach noch weiter steigen dürften. Für die weitesten KreifeDes Prchlikums wirb es immer mehr zu einer unabwendbaren Forderung, sich nach Ersatzprodntten umweben. Erfreuliche wette stehcn solche in hoher Vollkommenheit zur Verfügung in Palmin >Pflanzenfettj und Palmona 'Pslanzen^Margann: , cie lief) ja seit vielen Jahren ständig steigender Beliebtheit in Ul besseren unb bürgerlichen Küche erfreuen. Dabei tollet Palm in nur 75 Pfennige, Palmona 90 Pfennige pro Pfund. ss- ,«


