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10.1.1911 Drittes Blatt
 
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16|. Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 8

Gießener Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag-.

General-Anzeiger für GberWen

TieGießener ZamiilenblStter" werden dem ,21nAeiflcr* viermal wöchentlich beigelegt, vaS Kreisblatt für den «reis Gießen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Dienstag, 10. Januar 1911

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Unwerslläls - Buch- und Steinbruderet.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Trllckerei: Sckml- straße 7. Expedition und Verlag: e^r öl.

Redaktion-. 112. Tel.-?lbr..AnzeigerGi eßen.

dachloien die geforderte Arbeit verweigert und erklärte einer die junge Frau nach solchen Mißhandlungen endlich mit ihren der Obdachlosen im Namen aller, daß sie Sonntags nicht! beiden Heinen Kindern wieder zu ihren Angehortgen zuruckührN, -betten'ÄZ > wurden nu all? verfügbaren'Schutz- i ÄS??e S «ÄÄ wenn teilte mobil verpacht, es weigerten sich bann norf) neun | c^en^cd^=i(^, C6r^^citc schaffe. Ja, er ging, um einen Leute, die ausgetragene Arbeit zu erledigen, -tajie autf)j 3^ nnÄaruni) ,u haben, so roci , einen seiner Bekannten in die

Scotts Emulsion anstatt Lebertran

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ist. Es verstärkt die antiseptischen Eigenschaften des Spei­chels und der Schleimhäute, stellt also leinen gewaltsamen Eingriff her, sondern lehnt sich an die Naturiraft an. unt sie zu verstärken und in ihrer Abwehr zu unterstützen. Das ist ohne Zweifel der richtige Weg zur Bekämpfung- .... «- <- OT

unter dieWohltäter der Menschheit" einreihen. Und an erster Stelle steht das Formamint, das von Aerzten und Autoritäten der Wissenschaft freudig anerkannt worden

In der Form von Saotls Gmiilfion nehmen die Kleinen den Lebertran nicht nur gern, sondern vielfach sogar mit großer Vorliebe. Dies ist einer der vielen Vorzüge von Scotts Emulsion gegenüber gewöhnlichem Lebertran. Außerdem ift aber ScotlS Emulsion dank dem Ccoltschen Verfahren so letcht verdaulich gemacht, daß alle, Kinder sowohl als auch Erwachsene, sie in Zeiten von Entkräftung mit stützen gebrauchen.

Emulsion sieht, streckt er ferne beiden Händchen darnach au5." gcz. Adoli Wüst und Frau.

töcridnsjanL

R. B. Darmstadt, 7. Ian. Vor der hiesigen Straf­kammer sollte heute eine Anklage gegen den B. St. aus Bad- Nauheim verhandelt werden, der s. Zt. durch die Strafkammer Gießen wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt worden war und dieses Urteil angefochten hatte. Durch das Reichsgericht wurde der Fall zu neuer Ver- sie Huben die Gestalt mikroskopisch kleiner Lebewesen an­genommen, die der Forscher Bazillen, Kokken usw. benennt.

Die erste Etappe auf dem Wege dieser Erkenntnis wurde erreicht, als die Heilkunde sich mit dem wichtigsten Werkzeug des menschlichen Körpers, den Zähnen, zu b schästigen be­gann. Da ernannte man, daß die bösen Geister, denen die stahlharten Zähne zum Opfer fallen, sich aus den Speise­resten entwickeln, die nach jeder Mahlzeit im Munde Zu­rückbleiben.

Ten zweiten viel bedeutsameren Schritt auf dem Wege der Erkenntnis tat die Wissenschaft, als sie entdeckte, daß in der Tat, wie unsere Altvordern glaubten, böse Geister uns stets und ständig umlauern und durch unseren Mund in uns eindringen. Das sind die unheimlichen winzigen Lebewesen, die in der Luft uns umtanzen, die an jedem

müssen die Aufgenommenen für die Stadt eine dreistündige Arbeit leisten. Am Sonntag vormittag wurde von 35 Ob­

gesetzt werden. . .

z£ Bayreuth, 8. Ian. (Die Schwiegermutter.) Ein höchst trauriges Dasein führte eine junge Bäuerin seit dem ersten Tage ihrer Ehe, mit dem Bauer Johann Schrüser in saugen- dorf bei Waischenfeld. Der Mann war ein roher Patron, der sein junges, 18 Jahre altes Weib bei jeder QWegenfcit schlug, als sei es ein Stück Vieh. Noch schlimmer aber trieb es die Schwiegermutter, eine 66 Jahre alte Iran. Sie fchlug mit allem, wos ihr gerade in die Hand fiel, auf die bedauernswerte junge Frau. Als sie einmal die Mitch überkochen ließ, schüttete ihr die ireuii^ Liebe Schwiegermama die kochend heiße Milch ins Gesicht. Daß

Leute, die aufgetragene Arbeit zu erledigen, großen Skandal verübten, kamen die neun Persvilen in Hast und werden sie heute .dem Schöffengericht zur Ab­urteilung wegen .Arbeitsscheu vorgeführt.

Hessen-Nassau.

)( Marburg, 9. Jan. Der Voranschlag der Stadt Marburg für das Rechnungsjahr 1911 schließt in Einnahme und Ausgabe ab mit 1387 400 Mark gegen 1310130 Mark im Jahre vorher. An Steuern sollen 675 830 Mark erhoben

-MESSMER5.

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Srühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstrahe 7

werden,

Starkenburg und Rhemhessen.

F. C. Darmstadt, 8. Jan. Die Gemeindejagd in Rothenqerg i. Odenw., die mit Hochwild und sonstigem W'ld gut bestanden und seither für 2000 Mk. jährlich oer- pachtet gewesen ist, wurde aus 9 Jahre aus freier Hand für 6500 Mk. jährlich an den seitherigen Pächter, Oberleutnant Sommerhofs-Bruchsal, wieder vervachtet. ___________

Verbands-AiiSstellung für 1911 wurde dem Verein Lützel­linden übertragen. Die erste Wanderoersammlung findet am 26. März in Großen-Lmden statt. Nach Erledigung verschiedener Einträge wurde der Aufhebung der hessischen und preußischen Bezirkseinteilung zugestlnnnt,

* Vom Kolosseum hat zur Abwechselung der Zuschauer einmal ein moderner Magier Besitz ergriffen, und zwar der hol­ländische Hof- und Zaubert ün st le rChambly. Seine Dar­bietungen sind in der Tat zum größten Teile recht geheimnisvoll. Bei allen Vorsührungeii, die raich vor sich gehen, weiß Chambly unterhaltend unb launig zu plaudern. Im ersten Teil des Abends njerben verschiedene merkwürdige Wunder der ägyptischen Magre und überraschende Zauberkünste der indischen Fakire gezeigt. Ob Chamblh nun feine eigenartigen Ringe, die Schöpfung der Blumen crus dem Nichts, den fliegenden Ball und die orientalilchbu Wundertauben vorführt, oder auf dem Gebiete der magischen Rechenkunst und des Kartenspiels mit Erfolg tätig tst,^überall bleibt er seinem Wahlspruch treu:Nur der ist ein Künstler, der wirklich gewandt Wunder verrichtet mit blitzschneller Hand!" Alle diese Vorgänge werden aber noch übertroffen durch die ,stille Straft" der Madame El-Karma. Eine magische Hand- beiuegung ein Totenschädel setzt Schellen in Bewegung, er gibt auf Fragen des Publikums verständnisvolle Antworten, kann sogar Gedanken erraten und was dergleichen Dinge noch mehr sind lieber die Erklärung dieserüberirdischen Mächte" haben sich schon viele den Kopf zerbrochen, auch über das Geheimnis des siebenmal versiegelten Briefes, das den Höhepunkt des Un­begreiflichen bildet. Zur Abwechselung gibts eine spiritistisch« Sitzung, bei der allerhand Geister ihr unsichtbares Wesen treiben.

Kreis Friedberg.

L. Bad-Nauheim, 8. Jan. Um unsere auch den Winter über hier bleibenden gefiederten Sänger während der strengen Jahreszeit Nahrung zu bieten, hat der hiesige Shtrüerein, wie auch die Kurverwaltung Bogelfutter- h ä u s ch e n im Parke ausgestellt. Dadurch werden Hunderte von Vögeln unseres Parkes erhalten.

X Bad-Nauheim, 9. Jan. Die Damenriege des hiesigen Turnvereins führte auf allgemeinen Wunsch hm, dem am zweiten Weihnachtstage zur Darstellung gekommenen WeihnachtsreigenDie Bedeutung der Blumen", ein reizendes Liederspiel mit Reigentanz, gestern nachmittag und abend nochmals auf, beidesmal vor ausverkauftem Haust, Jo daß der Besuch anderer Veranstaltungen, wie z. B. em GaMptel des Clever Stadttheater-Ensembles, dasDie gelbe G e f a h r im Thalysienhof spielte, sehr darunter gelitten hat. ^as über Nacht eingetretene Tauwetter hat die Rodelbahnen, die heute noch fleißig benutzt wurden, noch nicht beschädigt.. Aut der Johannis- bergbatm ereignete sich gestern ein Unglückssall, der auf Unvor­sichtigkeit zurückzuführen ist. Eine wnge Dame erlitt einen Schenkelbruch, sie mußte ms städtische Krankenhaus verbracht

Handlung an die Strafkammer Darmstadt verwiesen. Da eure Hauptzeugin nicht erschienen war und ihr AufenttM noch Nicht ermittelt ist, mußte die Verhandlung im Einverständnis oer Staatsanwaltschaft und der Verteidigung bis auf weiteres aus-

Scok'S Emulsion wird von UN« au6fd>lte6lt<6 hn «rotzen verlaut! und »war nie lose nack lÄcw.cbi oder Matz londcra nur In vernegelten Ortg.no Iflatchen in flarton mit unfcier Schutzmarke (Sucher mit dem Dorsch). Scott & -tiorone, ®. m. b $., infter Medizinal-Lebertran 150/). vrima «Iniettn 60X),

unterptzosovortgsaurer Kall 4,3 untervd°Sp!io tgmure« Natron 2X) vu o Traganr 3X) feinster arad Gummi pule 2,o, 'iuass^r iz9X> Jifohol lio. «netju aromat'ichc Emulsion mit .Rtmr., Mandel- uno Gaulib-riaoi i> ^.looicn

nt. Offenbach a. M., 10. Jan. Bezüglich der Durch- sührung des Beschlusses der bürgcrlidjcn Protestversammliuig gegen die nächtlichen sozialdemokratischen Demonsttationen, in bc_r die Verstaatlichung des Offenbacher Polizeiwesens gefordert wurde, zirkulieren im Auftrag der bürgerlichen Parteien Listen, die den Zweck haben, Namensunterschriften für die an- geftrebte Maßnahme zu sammeln. Der Bauaus schuh be­schloß, daß die Arbeitslosen bei dem Straßenbau Beichäst tigung erhalten Jollen.

d. Mainz, 8. Jan. Infolge eines Vertrages verweist die städtische Verwaltung die Obdachlosen in das Asyl der Heilsarmee. Für Nachtessen, Ucbcmaehtcn, Frühstück und Bad

Aus Sradt unO Land.

Gießen, 10. Januar 1911.

Der Mitteldeutsche Kaninchen- unb Ge­flügelzüchter-Verband hielt am Sonntag in der Stadt Marburg seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Eckhardt aus Leimbach hielt eine Ansprache, in der er be- sonders aufforderte, im neuen Jahre dem Verbände treu zur Seite stehen zu wollen. Die .'»rwestlsi-i-lSliste ergab 250 Mitglieder. Kassierer Fran z - Lützellinden erstattete sodann Rechnungsablage. Der Jahresabschluß ergab eine Einnahme von 203,24 Mk. und eine Ausgabe von 140,64 Mk. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Es erfolgte die Vor- standSwahl. Gewählt wurden Karl Eckhardt als 1., Fr. Hartmetz-Alten-Bnseck als 2. Vorsitzender, Adolf Rau-Wieseck als 1. und H. Stöcker-Alten-Buseck als 2. Schriftführer, Joh. Franz-Lützellmden als 1. und W. Artzt-Großen-Linden als 2. Kassierer, sowie von jedem Verein ein Beisitzer. Die

Frankstirt a. M., Werrastr. 3 part., 30. Nov. 1909.

Unserm Söhnchen Peter war vom Arzt zu seiner .Kräftigung Lebertran verordnet worden. Ter Widerwille des Kleinen gegen den gewöhnlichen Tran ließ sich jedoch nicht iiberwmden, und wir er-sttzten diesen daher durch Seolts Lebertran-Emutnoii, die unter Söhnchen so'oit gern nahm. Tie gewünschte Wirkung war auch bald zu bemerken, weil Geivickst und Aussehen sich so'ort zusehends besserten, der Appetit gegen früher em viel regerer wurde und das vorher mit Beschwerden verbundene Zahnen jetzt volliiandig schmerzlos vor sich geht. Ter Kleine begann bald, stch au'zurichien und Gehversuche zu machen. Heute laust er allem herum und bat im ganzen 16 Zähnchen. Sobald er nur die Flasche mit ecottS

Sport.

Cron berg i. T., 8. Jan. Tas Rodelrennen auf dem Feldberg über 1250 Meter hatte folgendes Ergebnis: Erster Preis silbernes Schild von Ober reifenberg und goldene Medaille Hehner- Wiesbaden 2 Minuten 234/5 Sekunden; zweiter Preis silberne Medaille Scheuch-Frankfurt 2 Minuten 314/s Sekunden; dritter Preis broncene Medaille Tintelmann-Hanau 2 Minuten 382/5 Sekunden. Den Tamenpreis, gestiftet vom vorjährigen Sieger Hensler-Wiesbaden, erhielt Frau Burckhardt-Franksurt a. M. 2 Minuten 492/5 Sekunden.

Gegenstand hasten.

Es wäre falsch, die Menschheit in eine übertriebene Ba­zillenfurcht hineinzuhetzen, wie es tatsächlich seinerzeit ge­schehen ist, aber andererseits darf man sich auch nicht darauf verlassen, daß jeder normale Körper die Schädlinge aus eigner Kraft überwindet. Daß dies nicht immer geschieht, erfahren wir ja täglich am eignen Leibe. Wir besitzen eben nicht mehr die robuste Gesundheit unserer Vorfahren oder der wilden Völker, die noch in enger Fühlung mit der Natur leben. Wir haben alle durch Verstöße gegen eine naturgemäße Lebensweise mehr oder weniger von unserer Widerstandskraft eingebüßt.

Daher kam die Zunahme der Erkrankungen in unfern Atmungsorganen, die sonderbarer Weise von vielen Men­schen noch "immer leicht genommen werden, obwohl die Wissenschaft uns täglich predigt, daß Schnupfen und Husten Anfangsstadien einer Erkrankung sind, die von den Schleim­häuten der Nase und des Rachens Vordringen kann und leider ach so oft zur Lunge vordringt.

Wenn man nicht wüßte, wie schwer sich jeder Fortschritt durchsetzt, wie langsam die Erkenntnis sich in den Willen umsetzt, die Schäden zu vermeiden und zu bekämpfen, dann . könnte man fast verzweifeln. Aber dazu ist kein Grund! Das i|t ohne Zwersel der rrchttge Weg vorhanden. Hat doch auch die Wissenschaft nach der Ent-s und Ueberwindung derbösen Geister",

ffWUS, bei Seite schaffe. Ja, er $ing, um einen

Scheidungsgrund zu haben, so wesi, einen seiner Bekannten in die Schlaffammer seiner Frau einzulasien. Kurze Seit, nachdem ihn die Frau verlassen, starb der Mann an den Folgen einer Er­kältung, nachdem er, um das Anwesen nicht m den Bmtz seiner Frau gelangen zu lassen, das Gut, auf dem lediglich lo -00 ..lart Schulden bestehen, für 15 000 Mark an seinen Schwager ver­kauft hatte. Dabei brachte er sogleich seine beiden Kinder um ihr ganzes Erbteil. Die Mutter dieses Gemütsmenschen soll c ihrer Besttafung indes nicht entgehen. Ein Verwandter hatte gegen sie Anzeige gemacht und so wurde ite wegen fortgerbter körperlicher Mißhandlung ihrer Schwiegertochter vom -Lchvlien- gericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt, ^hre Berufung wurde jetzt von der hiesigen Strafkammer verworfen.

deckung der Bazillen Jahrzehnte gebraucht, b s sie daraus verfiel, daß es möglich sein könnte, die Schädlinge an der Einbruchsstelle im Munde mit einem Abwehrmittel zu emp­fangen. Hier kann man auf das Tabakkauen der Seeleute und das Betelkauen der Orientalen Hinweisen. Sie üben ohne Zweifel eine disinsizierende Wirkung aus. Gleichzeitig aber zeigen sie, wie solch ein Abwehrmittel nicht beschaffen sein darf. Tenn sowohl der Tabak wie die Betelnuß reizen nicht nur aufs heftigste die Schleimhäute, sondern auch die Speicheldrüsen und rauben dem Körper die wertvolle Flüssigleit, die in der Verdauung eine sehr große Rolle spielt.

Glücklicherweise ist die Wissenschaft so weit, daß sie imstande war, der Hvgiene alsbald nach Erkenntnis des Zieles, die Bazillen schon in der Mundhöhle zu bekämpfen, ein wirksames Mittel an die Hand zu geben. Es ist das Formamint. In Form wohlschmeckender Tabletten wird es von jedem Menschen, auch von Kindern, gern genommen, lieber die alte Methode, Krankheiten nach ihrem Auftreten zu heilen, sind wir längst hinaus. Die Hygiene hat uns gelehrt, daß es im Interesse der Gesundheit und auch der Volkswirtschaft besser ist, Krankheiten zu verhüten, indem man bereits den Ursachen, die eine Erkrankung Hervorrufen können, zu Leibe geht. Es läßt sich nicht mit Zahlen ausdrücken, wieviel Arbeitskraft, Schaffensfreudigkeit und Frohsinn, mit einem Wort: wieviel Glück durch die recht­zeitige Abwehr einer Krankheit erhalten wird. Aber das läßt sich zahlenmäßig beweisen, daß durch eine vorbeugende Sbtjgiene die Erkrankungen der Atmungsorgane und ihre bösen Folgen von Jahr zu Jahr an Häufigkeit abnehmen.

Die Mittel, die uns dabei helfen, kann man getrost

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werden. _ .

F. C. Frankfurt a. M., 9. Jan. Der sozmldemokrattichc Slbgeotbnctc Fl adung in Frankfurt a. M.Hausen, der zum Stellvertreter des Bezirksvorsteh:rs und Lehrer Sommer in Eckenhcim, der als Bez i r k s v o r st e h e r durch die Stadt­verordnetenversammlung designiert war, erhielten vom Magytrat die Bestätigung nicht, ohne Angabe der Gründe. Es ist der erste Fall einer Nichtbestätigung in dieser Art

Wandern und Wintersport, Reisen und väder.

0 Friedberg, 9. Jan. Der Taunusl'lubW e 11 e r a u" unternahm gestern bei guter Beteiligung aus Friedberg und Nau­heim feine Winterwanderung auf den Feldberg, wo sich schon feit vielen Jahren immer am ersten Sonntag nach Neujahr sämt­liche Settionen des Gesarnttaunusllubs ein Stelldichein geben. Der Weg der Wetterauer ging von Friedrichsdorf aus in füni- ftünbigem Marsch über die Sanlburg, den Heiden stock und den Sandplaken nach dem höchsten Taunnsgipfel, zumeist dem Pfahl­graben entlang. Oben herrschte ein buntes Leben und Treiben. Rodler und Schneeschuhläufer, die gute Schneeserhältnisse fanden, huldigten zu vielen Hunderten ihrem Sport. Lustig ging es m den drei Gasthäusern zu, die alle bis zum letzten Platz gefüllt waren. Die Wetterauer kehrten nach dem sehr anstrengenden. Aufstieg beiSturm" ein. Das Endziel der Wanderung war Homburg v. d. H., das nach beschrverlichem dreistündigem Ab- marfd) über die Elisabethenschneise und die Lange Allee erst in den Abendstunden erreicht wurde.

0 Butzbach, 8. Jan. Unsere Ortsgruppe des Vogels­berger H ö h c n k l u b s hat sich in dem Jahre ihres Bestehens schon günstig entwickelt. Das zeigt am besten die rührige Be­teiligung an den Wanderungen. So waren an der heutigen Tour, die von Friedrichsdorf auf den Feldberg unb von da nach Hom­burg unternommen wurde, rund 60 Personen beteiligt, darunter eine größere Anzahl Tarnen.

Böse Geister!

Von Dr. Fritz Skowronnek.

Aber, Lieschen! Schäm'dich! Wenn du gähnst, mußt du die Hand vor den Mund halten!"

Weshalb denn, Mama?"'

Weil es unmanierlich ist, den Münd so. weit zu öffnen.' Weshalb ist es unmanierlich?"

Ach frag' nicht so dumm!"

Damit war die weitere Erörterung abgeschnitten. Lies­chen schlich betrübt hinaus, stellte sich im anderen Zimmer vor den Spiegel und öffnete den Mund so weit, als wenn sie gähnte. Dann schüttelte sie nachdenklich den Kopf.

Schön sieht es nicht aus, aber unmanierlich? Nein! Meine Zähne sind so schön weiß und haben keine Lücken."

Die Fragen des Kindes hatten auch die Mutter zum Nachdenken gebracht. Sie fand aber auch keine andere Erklärung, als daß man seinen Mitmenschen den unschönen Anblick des verzerrten Gesichts ersparen müsse.

In Wirklichkeit hat diese uralte Sitte einen ganz anderen Ursprung als dieses ästhetische Bedenken. Sie beruht auf dem durch die ganze Welt verbreiteten Aberglauben, daß böse Geister uns umlauern und nur auf die Gelegenheit warten, durch den weitgeöffneten Mund in den Menschen hineinzufahren . . ., böse Geister, die dem Menschen Krank­heit bringen .... Und so allgemein ist dieser Aberglaube verbreitet, daß es wenige Völker auf der Erde gibt, hie es nicht für nötig halten, den Mund beim Gähnen zu verdecken.

Ist es nicht wunderbar, daß unter diesem Aberglauben eine tiefe Erkenntnis verborgen liegt, die uns modernen Menschen erst durch die Wissenschaft zuteil geworden ist, daß der Mund in der Tat die Eingangspforte für böse Geister ist, die den menschlichen Körper mit Krankheiten, wie Diph­therie, Masern, Scharlach, mit Siechtum und Tod bedrohen? Allerdings sind auch die .Geister modern geworden. . . .