Ausgabe 
7.3.1911 Erstes Blatt
 
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?luSgabeu für kulturelle Zwecke von 229 auf 368 Million en * . r v - ' _ r_____t____ . .. 'YrtPwöM IfW

Pfarrer während der letzten Wahlkämpfe irgendwie zu

Vorführungen oder Wettspiele ist.

Der Aufstand in Marokko.

Auch über meine Beziehungen zu der (Gemeinde König- städtcn, die Gründe, die mich bewogen haben, nicht nach Griesheim zu gehen, war von einem unserer Redner eine völlig unrichtige Darstellung gegeben worden, die ich gleich­falls bedauere. Adolf Morell.

haltende Brisallsäußerungen laut. ____ .

Die Kammer nahm die von dem Radckalen Chmttemps und Genossen rinqebrachte Vertrauens-Tagesordnung nut - * 150 Deputierte, darunter sämtliche

Eine Erklarnnr, drs Pfarrers Poren.

Wir werden um Abdruck folgender Erklärung ersucht:

liche Turnvorführungen undTurnwett spiele dar- getan werden soll. Zugleich stifte ick für jeden Ort, wo eine oder mehrere Mittelschulen sich befinden, eine Medaille, die je für cm Jahr als Ehrenpreis derjenigen^ Anstalt oder Anstalts­klasse zufallen soll, die bei dem Schulfest 2 . ritt der turnerischen

angewachsen, das sei eine Zunahme in vier Jahren um 61 Prozent, während die Ausgaben der ailflcmcmcn staat­lichen Verwaltung und für die Landesverteidigung nur um 50,6 Prozent gestiegen seien. Indem er werter d.q Afcfamtiiifern der Budgets der vier vorhergehenden Jahre und das Budget für 1911 mit demjenigen von 1908.ver­glich, da« zu den pessimistischen Prophezeiungen Anlatz ge geben habe stellte der Minister fest, daß man nicht von einem Anwachsen des StaatsbedürfnisscS reden könne. Es liege kein Grund vor, von einer Steuererhohung

Die russischen Manzen.

In der russischen Reichsduma hat der Finanzminister -okowtzow in der erfolgreichenSanierung" der russi­schen Finanzen auch in diesem Jahre wieder lebhafte An­erkennung gefunden:

mcner, Helse, Rieschke und Wulfcs usw. In den letzten Tagen findet noch eine Anzahl weiterer Versammlungen statt,, in denen besonders der Kandidat Dr. Werner sein Programm entwickeln wird.

Kuriere aus Fez treffen nicht mehr ein.

Nach einer von Quais d'Orsay stammenden Mitteilung ist das französisch-maroktanische Anleiheabkom men, über welches El Mokri seit fünf Monaten hier verhandelte, noch nicht unterzeichnet. DerTemps" bedauert in einem Artikel

Petersburg, 6. März. Die Reichsduma be­gann mit der Beratung des Staatsbudgets für 1911. Die Vorlage deS Finanzministers sieht einen Ueberschuß von 11 376 384 Rubel vor. Nach dem Bericht des Budgetaus- schufses balaneicren die Gesamteinnahmen und Ausgabe-.t mit 2 712100 100, wobei die Einnahmen die Ausgaben um 43400000 Rubel übersteigen. D-er Ausschuß schlägt vor, den Ueberschuß zur Tilgung der Staatsschulden zu verwen­den. Die für das laufende Jahr erwarteten ordentlichen Einnahmen übersteigen die ordentlichen Ausgaben um 178 Millionen In dem Ausschutzbericht stellt der Bc^- richterftatter Alcxeicnko beim Haushalt des Kriegsrnini- steriums fest, datz das Ministerium bei den Kreditfordc- rungen ohne feststehenden Plan gehandelt habe, vom vor- gezeichneten Programm abgewichen sei und die Kredite nicht bestimmungsgemäß verwendet habe. Das erkläre ,tch wohl durch die große Arbeit an der Reorganisierung der Armee, immerhin sei das Vorgehen der Verwaltung inkorrekt.

Der Fin a n z m i n i st e r Kokvwtzow führte in zweistündiger Rede aus: Seit dem Jahre 1909 würden sämt­liche Staatsbedürfnisse nicht nur ohne Anleihen aus den ordentlichen Einnahmen gedeckt, vielmehr ergäben die Ge­samteinnahmen einen Ueberschuß gegenüber den Aefomt ausgaben Diese Gegenüberstellung rechtfertige keineswegs den üblichen Pessimismus, sowie die ewigen Hinweise aus die unbefriedigenden finanziellen Zuschüsse Rußlands, xcv Finanzminister verglich darauf den Voranschlag für dis Jahr 1911 mit dem Haushalt des Vorjahres und wies

Am letzten Samstag und Sonntag sind 25 Wählerver sammlungen abgehalten wordeti, die sämtlich cuttm ehr günstigen Verlauf nahmen. Die glänzendste Verlammlung war die in Gies-.cn, zu der ca. 1500 Besucher aus Stadt und 2anb erschienen waren, die den RetchstaaSabgeorb- neten Liebertnann v. Sonnenberg und Lattmann slurmilck>en Beifall zollten. Insgesamt sprachen in eigenen Versamm ­lungen für die Kandidatur Dr. WernerS, außer dem Kan didaten selber, die ^geordneten Liebermann v. ^vnner:- berg Behrens, Bii'.dewald, Lattmann und Raab, weiter Lehrer Dem-Reu Isenburg, Lanidwirt Dorsch Wölfersheim, Generalsekretär .Hemnng.en. Außerdem aber nahmen Red ner für die Kandidatur Dr. Werner tn 18 Versammlungen der fortschrittlichen Volkspartei das Wort, größtenteils zu HumuLun Ausführungen, so die Herren: Stadtverordneter Nippel, Landwirt Dorsch, Schriftleiter Thomas Reuther,

übec die Lage in Marokko, daß die Umgestaltung des scheri- fischen Heeres, für welche ein Teil der geplanten Anleihe verwendet iu. roerben solle, so sehr verzögert worden sei; denn ob man wolle

wemm^aewalttÄiger Handlung en und' anarchistischer Umtriebe be- oder nickt, die französi'che Militärmission werde für fttrft wurden und wird die Anwendung dieses Systems auch von den Erfolg der kriegerischen Mop.nahmem welche der Sultan zur Yen Eisenbakngesellsckaften fordern, deren Vertrage nach Unterdrückung des unter vmckiedencn stammen ausgebrochenen aeaenseüiger Vereinbarung einer Revision unterzogen werden Aufstandes angeordnet habe, moraluch verantwortlich ge­rönnen um die Verbesserung des Verkehrs sicher zu stellen, ohne macht werden Die Mmmer Erupvr), Eatllaur und Verteau den Aktionären zu schaden. Die Regierung wird sich bemühen, mühten dieser Angelegenh.it unverzüglich ihre Aufmerksamkeit zu die Anwendung des ArbeiLgrversick-erungsgesetzes vom 3. Juli wenden.

durchzusetzen. Sie wird ohne Sckwäche, aber auch ohne Härte ' --- -- A K

die Gesetze über die Kongregationen und die Trennung , ebenen,

ber Kirche vom Staate zur Anwendung bringen, die Laien- Aus dem Wahlkreise Alsfe l d- Lauterbach wird schulen vor Angriffen schützen, und das Werk der Der Welt« mitgeteilt, daß der nationalliberalc Kandidat, Guts- lichung der Schulen verteidigen, nötigenfalls durch neue besitzer Haberkorn von feiner Kandidatur zuriickgetreten Gesetze. ist- ImLauterbacher Anzeiger" veröffentlicht Haberkorn eine

Bei der Eröffnung der Kammer waren Haus und Tribünen Erklärung, in der es heißt:

dicht besetzt. Bei der Deriesung der ministeriellen Erklärung! Allen denen, die sich für meine geplante Kandidatur für durch den Ministerpräsidenten Monis nahm das Zentrum den« den Reichstag interessierten und sich in meinem Inter aste bc<

vom prlnzregenlen von Sayern.

München, 6. März. Der Prinzregcnt ernannte an­läßlich seines bevorstehenden 90. Geburtstages seinen Urenkel, den Prinzen Luitpold, zum Leutnant a ffa suite des ersten Feldartitterie-Regiments, ferner den Herzog von Ealabrien zum Inhaber des 6. Feldartilleric-Reat- ments, das fortan6. Feldartillcrie-Rcgirnent Prinz Ferdi­nand von Bourbon und Herzog von Calabrien" heißt, ferner beförderte er den General der Kavallerie z. D. v o n X y l a n - der zum Generalobersten der Kavalleme, verlieh einer größeren Anzahl von Offizieren und 'Sanitätsoffizieren^ die an den Feldzügen reilgenommen haben und aus dem aktiven Dienst bereits ausgeschieden sind, den Charakter einer höheren Charge und überwies den beiden, seinen Namen tragenden Feldartillerie-Regimentern zu den früher von ihm gemachten Stiftungen je 25000 Mark, dem 58er- j band der Prinzregent Luitpold-Kanoniere in München 4000 Mark, und dem Verein ehemaliger Prinzregent-Luit- pold-Kanoniere in Augsburg 1000 Mark.

Den Ministern v. Miltner, v. Wehner, von Frauendorfer und v. Brettreich ließ der Prinz- rezent als Erinnerungsgabe zu seinem 90. Geburtstag je eine Plakette mit seinem Bilde überreichen. Weitere Aus­zeichnungen wurden an die obersten Hofchargen verliehen.

Der Prinzregent bestimmte, das; die Summe von 25 000 Mark, welche die Pfälzische Hypothekenbank in Ludwigs-

, ...... ~ . Hafen als Jubiläumsgabe ihm zur Verfügung stellte, zur

)ß$ Programm der neuen sranzostschen Regierung. Unterstützung von Winzern, die durch Mißwuchs

Paris, 6. März. In der Erklärung des Mini-' oder Schädlinge unverschuldet in Notlage gerieten, ver- stcriums/die in beiden Kammern verlesen wurde, heißt es: wendet werden soll.

Unoeränderlick, wie die großen Interessen, worauf sie beruht. Der Prinzreoent richtete an den Kultusminisber D.r. wird unsere auswärtige Politik dafür Sorge tragen, unsere Al- ö. Wehner nachstehendes Handschreiben:

I^anzen und Ententen zu pflegen, die Frankreich bereits gestatten,Mein hohes riistiaes Alter danke ich nächst Gott vor all an

wirksam zur Erhaltung des Friedens beizutragen. Da I ytTäftiqv.na und Stählung meines Körpers von früher Jugend

wir von denselben Empfindungen getragen smd, welche ine Re-1 Es ijr inexit Wunsch, daß der reiche Segen, der aus der qicrungcn der anderen Mächte beseelen und wir cbenio wie ste körperlichen Ausbildung erblüht, auch der Jugend meines Landes in der zuverlässigen militärischen Organnalwit eine der Wick- z^eil werde. Um in dieser Hinsicht die bereits bestehenden Ein- tigften Friedensgarantien erblicken, werden wir unsere ^treib rwitnngen wirksamer Weise zu unterstützeli, bestimme ich, daß f r ä f t e zu Lande und zu Wasser zum Gegenstand unicrer b c» Qtt j)Cn Mittelschulen alljährlich zur Abhaltung eines Schulfestes sonderen Fürsorge macken. _ . im Sbmmerhalbjahr ein Tag vom Unterricht frrigegeben wird,

Was die innere Politik anbelangt, fo tft die Regierung I dem der Erfolg der körperlichen Ausbildung durch öffent- entschlossen, alle republikanischen Errungensckmften zu behaupten, - - - - ~ ....

in ihrer Entwickelung forrinfahren und ihr Vorgehen zu konzen­trieren, um eine größere Wirksamkeit zu erzielen. Das Kabinett wird im Senat die Hauolzüge des in der Kammer angenom­menen Eintommenfteuerentwurfs und das Wahlge­setz schnell zur Abstimmung bringen, wobei sie den Entwurf in der Ausschußsassung zur Grundlegung der Erörterung machen irirb Tie Regierung wird die Absllmmung über das Budget beschleunigen und unmittelbar darauf die Vorlage zur Unter­drückung her Sabotage und des eigenmächtigen Verlassens des Dienstes zur Abstimmung bringen, außerdem die Vorlage, die ber Pensionierung von Eisenbahnbeamten rückwirkende straft verleiht, ebenso die Vorlagen betteffend die Kollettiv- l ertrage und das Statut für d ie Beamten undArbeiter derStaatsbahn sowie das Vermittlungs- und Schiedsgerichts­verfahren. Das Kabinett wird mit Güte und Duldsamkeit die Verwaltung der Staatsbahnen leiten, die bereits den größten Tell ihrer wegen ber Vergehen während des Ausstandes gemaßregelten Leute wieder angestellt haben. Sie wird die Prüfung der Akten fortsetzen und dieienigen ausschließen, welche von den Gerichten

Passus über die Einkommensteuer mit Hohnlacken auf, wahrend die Linke lebhaft applaudierte. Ebenfalls mit Hohnrufen wurde, die Versicherung der Regierung, oaß die Aktionäre der Elfen- bahnen keine Einbuße erfahren sollten, von ber Ressten und dem Zentrum begrüßt. Der Ankündigung ber neuen Gcsttzc gegen die Kongregationen zollle die Linke Beifall. Bei der Erklärung über die auswärtigen Beziehungen mürben allgemein lang an-

Die Agitation im IDaMireis Siehen-Grünberg-Nidda.

Welch große Anstrengungen in den letzten Tagen vor -der Wahl noch gemacht werden, geht aus folgenden partei­amtlichen Berichten hervor:

Nationalliberale Lersammlvogen.

Die Agitation der nationalliberalen Partei nähert sich bem Abschluß. Rur wenige Orte im Wahlkreise bleiben nock zu besuchen. In den letzten Tagen fanden in der Um­gebung von Grün berg zahlreiche Versammlungen statt, die ohne Ausnahme so stark besucht waren, daß wiederholt die Zahl der Erschienenen die der Wahlberechtigten über­stieg. In allen Srten, Zeilbach, Ermenrod, Wettsaasen, Ober- und Rieder-Ohmen, Ruppertenrod, Merlau, Flensun­gen, Groß- und Klein-Eichen, Stockhnusen, Ilsdorf, Wei­ckartshain, Lauter, Lueckborn usw. sprach der Kandidat selbst unter starkem Beifall. Wiederholt kam es in den letzten Tagen zu Zufammenstvßen mit dem Freisinn, weil .dieser mchrfach zu derselben Zeit und in den gleichen Lo-

HanShait. Des '4>orianrc9 unu wny längeren

darauf hin, daß ein solcher Vergleich große Berulfigung Nippel, ^uiiuiun-i «vi|---------

hinsichtlich der Richtigkeit der Einnahmen bringen rmn)c. ^eneralsefretär Henningsen, die Parteisekretäre Allerts- Auch das Ausgabebudael müsse bas Gefühl vollster Befrie­digung Hervorrufen. Zn den Jahren 1907191 l^seicn die

Hr 56 etfks Blatt 161. Zahrgang Bk"sta9

W Gießener ÄmeiaÄW

8D General-Anzeiger für Gderhesfen MW

Än BolationsönH und Derlag »er vrüh>'schen Univuch- und Steinbruderei N. Sange. Bebaftion «rpebrtton unb »mdetel: StSuIffrafje 7. M i.«

v- iSSJjTrK Bübingen: Zernsprecher Nr. 50 Seschästsfte-e Bahnhasftratze i6a. H. -----

Paris, 6. Mürz. Die Agenee Havas meldet aus Tanger Der Aufruhr gewinnt unter den Stämmen, die die Abreise des Sultans von Fez verhindern wollen, an Ausdehnung.

kalen seine Versammlungen hatte ankündigen lassen. In W e tt s aasen tonnte der nationalliberale Redner die unter Bauern einigermaßen gewagte Beliauptung des frei- finnigen Redners, die Eaprivivertraae feien das Sprung brett unserer gesamten wirtschaftlichen Eiitwickclung ge­wesen, nach Gebühr beleuchten, rote denn auch anderwärts die Zugkraft des sreisinnigeii wirtschaftlichen Programms auf bie"<?anbbcü;?lfcrung sich nicht gxradc als uberwattigend erwies im Laufe der Woche werden in allen größeren

.

mann, Heinze unb Paafche zurba en. £ßrm M ÖCt tÜrfifdlCIt KOfitltlCr.

muneu^ mitten «onstantin-p-l. 6. Mär> Inder Kammerwachte

AZ dH,PL^.aberäl. einen starken und

haltigen Eindruck zurucklaßt. aufgefaßt wurde, als hätte Memal angedeutet, die Regie-

Dkrfammlnnsten für Dr. Werver. rung habe für die Erteilung von Eisenbalinkonzeffionen

-Der Wahlausschuß für die Kandidatur Dr. Werner Geld genommen. Der Großwesir ging erregt auf st em al zu und forderte ihn mehrere Male auf, die Aeuße-

- *-1 - - r:-k I rung zu wiederholen. Um Kemal hatten sich in der Zwilchen­

zeit zahlreiche Deputierte versammelt. Der Großwesir versetzte Kemal einen Schlag m i t d e r H a n d, worauf dieser rief: Ihr Organ behauptete, daß ich für die Affäre, für die die Regierung nichts gibt, Geld geuommeii habe. In diesem ^Dcomcnt gab ein Deputierter der Majori­tät Kemal eine Ohrfeige, was heftige rnr- szenen verursachte. Rach der Sitzung berieten die Mi­nister und die hervorragenden Abgeordneten der Mehrheit über den Zwischenfall, der den peinlichsten Eindruck hervor- gerufen hat. Wie verlautet, verlangte die Regierung, daß tn ber morgigen Sitzung zunächst Kemal der Regierurug Genugtuung gebe, worauf der Abgeordnete, der Kemal die Dhrfeige versetzt hat, Mbitte leisten soll.

Wie mir mity-stellt wurde, hat einer der Herren, die am Somttag für mich im Wahlkreise gesprochen haben, an die Rachoicht (sie war ihm ohne mein Zutun zu b^ren gekommen', baß man mich mit ber Vertretung eines er­tränkten .Kollegen in der Nachbarschaft betraut habe, die nicht mißzuveritehenbe Frage geknüpft, ,wb das wohl einem orthodoxen Pfarrer Korell passieren würde".

Ich erkläre, daß ich nicht den geringsten Anlatz habe,

°U Ucb^rgehend zur Frage deS freien B arb estandes, I________ _____ v,

diesem eigenartigen der Mehrzahl der westeuropailchen Buo^ Sachlichkeit und Gereckstigleit des Großh. Ober-

getS unbekannten Etatteile, erklärte der fzrnanzmintster, I f^^sistoriums gegenüber der politischen Betätigung hessischer dieser Teil bilde keineswegs einen Nachteil, fonbern einen -- 55 --------- ----

großen Vorzug des russischen Budgets Gegenwärtig sei der freie Gelbbestand, der bis zum striegsiahre auf 381 Mil­lionen angewachfen und an dessen Stelle tm Jahre IJOn ein Defizit von 158 Mlionen getreten sei, aber auf 325 bis 330 Millionen gestiegen (Beifall). Der frell Gelb­bestand müsse alS Hilfsquelle tn schweren Zeiten des staats- lebens dienen unb der Vergrößerung der Staatsschulden Vorbeugen. Der Staat, ber tm Verlause dreier Jahre seine Sckfulden um drei Milliarden vermehrte, inüsse sich bis zum Aeußersten weiterer Anleihen enthalten. Mit dem Budget- auSschus; stimme er überein, daß es wünschenswert sei, vor Äblauf des Termins einen Tell der Staatsanleihen zu amortisieren. Notwendig sei, für wenigstens 100 Millionen während des Kriegsjcchres ausaegebener 4proz. Staatsfchatz- fcheine dem Umlaufe zu entziehen. Bei der Besprechung der wirtschaftlichen Seite des Budgets wies der Minister auf die stetig wachsende Bewertung der russischen Papiere sowie den Uebersluß der Geldmittel und den niedrigen Diskonrosatz hin. Bis Ende deS Jahres 1910 trat eine große Entwickelung ber aktiven Operationen der Staads- und Privatbanlen ein. Rußland schreite auf dem Weg^ der FestigungdesGeldshstem * immer weiter fort, «eine Geldvorräte überträfen das Ernissionsaesetz von 189y u-rti 550 Millionen und erreichten 1810000Ö00 Rubel (Beifall). Der Geldumlauf fei im Verlaufe zweier Jahre um die Summe von 241 Millionen angewachsen, baoon habe sich der Geldumlauf um 81 Millionen vergrößert. Am Schlutz seiner Rede wies der Finanzministcr darauf hin, daß die -Finanzpolitik, die sich die Wahrung des Gleichgewichtes des Budgets zur Aufgabe gestellt Hobe, die einzige Politik fei, die man die richtige nennen dürfe und die Rußland auf den Weg der Festigung und des Gedeihens führen könne. (An­haltender stürmischer Beifall.)