Ausgabe 
14.10.1911 Fünftes Blatt
 
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sich, daß die Durchzugsba zmn Teil hatten sie iick; auf etwa 30 cm in der M

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L. F.

Mach

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um Gedächtnis für die späteren Geschlechter, als Gruß

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Die Wiederherstellung der Alrselder Rathauses.

Aus Alsfeld, 13. Lkt-, wird uns von sehr geschätzter

Samstag, H. Gttoder 1911

RoianonSdruck und Verlag der Br üblichen UnwersuätS - Buch- und Sterndruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Erpedition und Tnickerei: bchul« straße 7. Expedition unb Verlag: Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen»

Die" Stadtbach.

Dem ehemaligen Stadtbach, einem nun verschwundenen Stückchen Alt-GießenS, widmet ein Gießener Bürger die olgenden humorvollen Verse, die der Vielseitigkeitder Bach" ein lustiges Lob fingen. Wir veröffentlichen das Gedicht

Tieeittftner LamillendlStter" werden dem Anzeiger" viermal roödienthd) beigelegt, baS Krcublan für de« Krds Stehen" iroeimal wöchentlich. DieLandwtrUchaitlichen Seit» trage«" erlchemen monatlich zweimal.

yeuenwe? »v,

PFAFF- Mähmaschinen,

Studiums aus der Universität. Tic Lehrkräfte bestehen aus Pro- feileren, Afsislenzproscssorcn und Assistenten. Tcr Professor lann alles, was ihm seine Wissensckmft zur Pflicht macht, üortragen. Alle Lehrer bekommen ein Gehalt, der junge Lehrer soll von Aniang an ein Gehalt beziehen, von dein er leben kann. Dir tu Amerika stehen noch im Stadium des Versuchs und betrachten unsere Versuche noch nicht als gelöst. ^Tic amerikanischen Universitäten stehen tief in der Schuld der Teutschen. .

In der Aussprache führte Proscsior Tr. Max Weber Weibel berg) aus: Tas wichtigste was mir an amerikanischen Hochschulen ausgefallen ist, ist der Umstand, das; das Kolleg pflichtmäßig besucht werden muß. Tas Ideal des deutschen und des amerikanischen Studenten ist verschieden. Wenn ein preußischer Professor an eine auswärtige Universität berufen werden soll, so fragt man beim preus ischen Ministerium an und auf dessen Auskunft wird der größte Wert gelegt. Ministccialdircltor Alt hoff war ein roeit- siel tiger Mann. Ob man das von dem jetzigen preußischen Kultus miniiter sagen kann, steht noch dahin. Es ruht ein Fluch am den preusischen Universitäten und im preußischen Kultusministe­rium weht eine unsaubere Luft.

Professor Krüger (Hannover): Tie Aeuserungen über den preußischen Kultusminister mußten uns doch ein wenig verletzen. Ich Halle bei Professor Weber etwas Milderung gewünscht: er wird mir das nicht Übelnehmen. (Professor Weber: Gott bewahre.)

Prosessor B i n bin g (Leipzig): Die Errichtung neuer Universitäten in Teutschlatib müßten erleichtert werben. Wenn die Stabt Frankfurt und ihre Bürger, wie es ge id-eben, sämtliche Mittel für ihre Universität aufbringen, so hätte sie doch auch mindestens das Recht auf völlig s.lbüändige Besetzung der Lehrstühle. Tie preußische Unterrichtsverwaltnng habe aber ni.ber einmal bewiesen, daß sie keinen großzügigen Eharakter nage, denn sonst würbe sie der Universität Frankfurt lief cd Recht zugestanden und einmal den Versuch gemacht haben, wieweit eine volle Selbstverwaltung der Universitäten auf deut sch cm Boden möglich sei.

Professor Lamprecht (Leipzig): Tie Ausivrache nt lehr weit abgeschweift. Tie Frage ist doch die: Können wir etwas'von der amerikanischen Verfassung auf die deutschen Universitäten übernehmen oder nicht ? Rach meiner Ansicht können wir die amerilanischc Verwaltung mit der unserigen nicht vergleichen.

Prosessor Papp en heim (Kiel) erhebt Einspruch gegen die Rede Webers. _ r

Prosessor Max Weber (Heidelberg) führt zum Schluß aus, er müsse aus dem bestehen bleiben, was er gesagt habe. Er hätte in Preußen genau dasselbe gesagt wie hier. Ter Ausdruck, daß unter Afthosf im Preußisckzen Kultusministerium eine Luft ge­herrscht habe, die nicht ganz rein war, sei vollständig gerechtfertigt gewesen. Tie Aussprache war damit beendet.

Professor B i n b i n g erwähnte noch, daß man nicht in der Lage sei, der Versammlung Vorschläge für die Wahl des Vor­standes zu unterbreiten. Er bitte daher dem Ausschuß nach dieser Richtung hin freie Hand zu lassen. Als Vorsitzender ist Exzellenz B a ch in Aussicht genommen.

Hierauf wurde die Tagung geschlossen.

4. Deutscher Hochschullehrertag.

n.

(Fortsetzung aus dem 3. Blatt.)

4 Dresden, 13. Lkt.

In der heutigen Sitzung sprach Professor Full er ton (tatiorl) überTie vom Durchschnitt abweichenden Einrichtungen an. nordamerikanischen Hochschulen". Die amerikanische Universität ist historisch betrachtet, das Ergebnis ihrer Entwickelung. Der einzige Zweck der mobernen amerikanischen Universität ist der, die Jugend des Landes für irgend einen Beruf vorzubilden. Der Giaai hat mit der <sad)e wenig zu tun. Das amerikanische College liegt zwischen Schule und Universitär im eigentlichen Sinne des Wortes. Es ersetzt fast genau die letzten zwei Jahre des deutschen (^mnajiums. und etwa die ersten zwei Jahre des philosophischen

Co war es einst! Jetzt is die Bach Begrawe morde nach un nach Vom Magistrat, dem schnöde! Hall' netl de Gerber drin gegerbt ? Hall' nett de Färber drin gefärbt? Vom Brauer nett ze rebel

War nett bei einer Feuersbrunst Des Lösche trüber gar fei Kunst, Wenn m'r die Bach benützte?

Tieweil vor Schauder und vor Graus D's (teuer ging von selwer auS, Noch eh' m'r kam un spritzte?

Co gab' es hunnert Fälle noch

Der Bach zur Ehr! Ich will jedoch Mil uiemaud druvwer streite. Es liegt dem Gießener int Blut, Daß alles, was en Annrer tut, Er einmal nett kann leide I

Doch das is' sicher, daß die Stadt

Hier etivas gut zu mache hat: E Denkmal laßt uns baue Ans Vogelberger Schustertreund, Aui erc Platt, hübsch emgezäunt, Tie Worte eingehaue:

Hier floß bereiuft die Gießer Bach Se is' kaputt, die lange ach Die Bürjerschait hiniede Mil ihrem Taseiii hall' beglickt; Ter Cladtrat hat se bot gedrückt!

Se ruhe sankt in Friede/

Heber Seeminen.

Der so plötzlich hereingebrochene italienisch-türkische Krieg hat die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Massen unb Kampfmittel zur See gelenkt: unter denselben nehmen die Seeminen wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit eine besondere Stellung ein. Im nachstehenden möge ganz kurz das Wesentlichste über die verschiedenen Konstruktionen gesagt werden.

Tie allgemeine Einsührung und h.utige ÜBcbeutung verdanken die Seeminen dem amerikanischen Bürgerkriege, in welchem sieben Monitors Panzerschiffe) und elf Holzlriegsschiise der Rordstaaten durch die Konföderierteir völlig vernichtet wurden, während sieben andere starke Havarie erlitten. Man benutzte damals Pfahl- minen, welche in seichterem Wasser auf eingerammten Pfählen angebracht waren, ferner verankerte Bojenminen, Treib-- oder Faßminen, elektrische Beobachtungsminen und Kohlenminen. Letz­tere i'inb mit dem Sprengstoff gefüllte gußeiserne Kasten, welche mit Teer und Kohlenstücken beklebt sind. Man suchte sie unter die Heizkohlen des feindlichen Schiffes einzuschmuggeln, bevor diese eingenommen waren; sobald sie in die Feuerung gelangten, explodierten sie natürlich. Auf diese Weise wurde das Kriegsschiff Greyhound zum Sinken gebracht.

Faßminen haben die Oesterreicher bereits im Jahre 1813 angewendet, um die französischen Brücken über Elbe und Donau zu zTfrören. Die prinnt v !en war n Bierfässer mit einer Pulocr- ladung von 80 bis 120 Psund, welche durch entsprechenden Ballast etwas unter der Wasseroberfläche schwammen. Man ließ diese Minen auch im Strome dem feindlickien Geschwader zutreiben.

Auch in der preußischen Kriegsgeschichte haben die Seeminen eine, wenn auch nur unbedeutende, Rolle gespielt. Tie Dänen hatten nämlich im Jahre 1864 längs der Küste von Als n und Fünen Minen gelegt, von denen die größeren durch Elektrizität entzündet werden konnten. Gegen das Brückenschlägen und die Tootstandungen im Alsensunde war ein Zündungssystem gewählt, bei welchem das Fahrzeug eine Schwefelsäure enthaltende Glas­röhre zerbrach, woran' die Zündmasse explodierte. Diese Röhren ragten aber bei niedrigem Wasserstande etwas heraus und ver­rieten sich dadurch selbst. Tie in Abständen von 6 bis 12 Fuß durch angebundene Steine sestgehaltenen dänischen Minen tarnen nicht zur Wirkung, da der Uebergang nicht an dieser Stelle er­folgte. Sie wurden entweder vorsichtig aufgefischt oder durch Taue zum Explodieren gebracht. Ganz ähnliche Minen, also Kontaftminen mit chemischer Zündung, haben die Russen in bet Nähe von Kronstabt angewendet, um die Reede gegen die Franzosen und Engländer zu sperren.

Tie gebräuchlichen Scemincn mit Äontaktzünbung haben fol­gende Konstruktion: Tie Mine ist von h.rzförmiger Gestalt und im Innern in zwei Teile getrennt. Ter untere größere Raum ist des erforderlichen Austriebs we,en mit Lust gc ül.t, der ollere enthält die Schießbaumwolle und den Zündstoff. Hier stecken auch noch fünf Bleikapseln derartig, daß die Schifte gegen sic. fairen. In denselben ist je ein zugeschmolzenes Glasgefäß mit Chromsäure eingeschlosscn. B.i der Berührung mit einem Schifte verbiegt sich die Kapsel, worauf das Gesäß zerbricht und die Säure in das darunter befindliche kräftige Kohlenzinkelement fließt. Ter in der Momentbatterie entstehende elektrische Strom wird durch zwei Trähte dis zur Sprengkapsel geleitet und er­zeugt hier zwischen den beiden getrennten Drähten einen elek­trischen Funken, welcher die Explosion herbeiftihrt. Zum Schutz gegen vorzeitige Zündung wird der Strom über einen außerhalb der Mine befindlichen Ausschalter geführt, mit welchem man also den Strom unterbrechen oder Herstellen kann. Derartige Minen nennt man mechanisch-elektrische. Außer diesen wären noch die mechanischen Minen zu nennen, bei welchen durch den Anstoß des Fahrzeuges ein Mechanismus ausgelöst wird, der seinerseits einen Schlag auf die Sprengkapsel ausübt unb da­durch die Explosion verursacht. Tiese beiden Arten von Minen können auf beliebige Distanzen vom Lande und unabhängig von­einander verwendet werden. Auch ungeschultes Personal vermag diese Minen, die billig und einfach sind, auszulegen: doch können dieselben auch den eigenen Schiffen gefährlich werden, da sie bei ihrer leichten Verankerung unschwer vertrieben werden. Des­gleichen ist das Wieder auffinden unb Aufnehmen dieser soge­nanntenSfteuminen" sehr gefährlich.

Ferner wären die Elektrokontaktminen zu nennen, welche durch Kabel mit einer Beobachtungsstation am Lande in Lei­tungsverbindung stehen In diesen wird durch den Anstoß des Fahrzeuges der erforderliche Zündstrom automatisch eingeleitet. Elektrische Beobachtungsminen werden von einer Station am Lande in dem Augenblick zur Explosion gebracht, in welchem sich ein feindliches Schiff in ihrer Nähe befindet. Bei diesen letzten beiden Gruppen ist also die Explosion völlig vom Willen des Ver­teidigers abhängig, weshalb die eigenen Schiffe das Minen- tertain beliebig passieren können Auch kann man schwächere Fahrzeuge des Feindes schonen, um nachfolgend stärkere zu zer­stören. Tiefe Minen, die aber ohne Gefahr nur von geübten Leuten ausgelegt werden können, erhalten solide Verankerung und starke Ladung. Mit Hilfe der Kabel sind sie leicht auffindbar; aber sie sind sehr kostspielig.

Schlepvminen werden von einem gejagten Schifte im Kiel­wasser nachgefchlevvt und durch eine geschickte Wendung vor den Bug des verfolgenden Schiffes gebracht. Blockademinen unterbinden den Verkehr eines Hafens unb verhindern die gegnerische Flotte am Auslaufen. Ausgelegt werden die Minen in mehreren Treffer? hintereinander, Jo daß die nächste Reihe auf bje Lüche her toox*

alten Zeit.

Tie Bach, die Bach, die Gießer Bach, Tie's Lewe hott nut Ach und Krach Ce is' nu leider schiewes!

Doch, Bürjer, sichlsie nett im Herz Co etwas, wie en leise Schmerz Um was verlor'nes Lteives?

Da hinne, bei der Möser'sch Miehl', Ward se geborn in aller Still Tie Lahn war ihre Blutter.

Bom Vatter fehlt e jede Spur, Doch nach d e m Kinuche war er nur En trauriger Quadutter.

Un wie e armes Waisekind, Das nirgendwo e Obdach find't, Benehmt, vergrämt, verdrösse, Kei' Munterkeit, fei' Eleganz, Grad ime en lahme Lämmerschwauz, So kam se a'geslosje.

M'r meint, se hätt's vorausgewüßt, Was se jetz all' erlerne müßt, Bei ihrem Laus durch Gieße! Toch was se sah, fei Lexikon Gibt Kunde un Bescheid devon, Sonst hätt' ich drauf verwiese.

Schon in de Bachgaß, Groß und Klei' Schoß meuchlings in die Bach cnei Mit allerhand Geschosse:

Mil Dippe, Küwwel, oltem Blech- Geschirr, und über alles weg Is' se doch sortgeflossel

Wohin sie kam, die arme Bach, Wart man ihr Schuh un Stiwwel nach, Tie Spengler ahle Kennel, Die Schnaiizeieger ihr Gekrätz, Tie Wirtsleut: Scherwe, Kaffeesatz, ^!ie Geisbäck: Lapp' und Bennel!

Un jeder in de ganze Stadt

Sei Scherflein beigetrage halt;

Sogar die Küh un Wuzze.

Tenn jeder, der am Cladtbach lag, Un dem's an Platz füru Mist gebrach, Ter daht die Bach benutze.

In jedein Winkel, jedem Eck, Empfing se Unrat, Kot un Treck Es is nett zu erzähle.

Die Waffersucht je längst schon hätt, Wennr dazu des Wasser nett, Das nötige, helft kehle.

So fant se bann, schwarz, wie en Mohr, Am Gerwerhäus'che scheu epor. Mr weiß es nett genauer, Cb die Kouleur, die in der Welt Kein Chemiker für unächt hält, War Aerger, oder Trauer.

Kei' Wunner, daß am Viadukt Ihr Bas', die Wieseck, ausgespuckt, Vor ihr, der schier uerpeftte. .

Doch wusch sie sie un führt' sie dann Zu ihrer Mutter hin, der Lahn, Die nahm sie mit nach weste.

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Seite geschrieben:

Die Wiederherstellungsarbeiten an unferm schönen Rat­haus gehen ihrer Vollendung entgegen. Zu Beginn des lominenben Jahres soll es wieder in Benutzung genommen werden Vierhundert Jahre sind bis dahin vergangen, seit der Grundstein zu diesem Gebäude gelegt wurde. Vier ; ähre lang haben die Alsselder seinerzeit an ihrem Rathaus gebaut, das sie an der Stelle des alten, wahrscheinlich 1386 erbauten, errichteten. 1516 ist es erst fertig geworden.

Tie Wiederherstellungsarbeiten waren durchaus nicht einfach. Der Bau war tatsächlich dem Einsturz nahe. Als man int Innern das Balkengerippe des Hauses durch Lcrausschlagen der Decken und Gefack>e freilcgte, zeigte es sich, das; die Durchzugsbalken zum Teil gebrochen waren, ~ ** " " " 25 em starke, eichene Balken

Mitte durchgebogen. Es zeigte sich freilich auch, daß schwere Fehler in der Baukonstruktion gemacht worden waren. Eine Säule im 2. Stockwerk z B., die mit die Hauptlast des Dachstuhls tragen half, stand auf einem freitragenden Turchzugsbalken. Ter war natür­lich gebrochen. Aber: quandoque bonus bormitat Homerns im übrigen hat der Meister Zimmermann, der das Gebälke des Hauses aufrichtete, ein wunderschönes Werk geschaffen. Gor mancher Sachverständige hat schon mit Wohlgefallen das prachtvolle Fachwerk des Hauses mit seiner ganz eigen­artigen Konstruktion schauend auf sich wirken lassen. Ein glücklicher Zufall hat uns übrigens den Vertrag über die Zimmermannsarbeit an dem Rathaus erhalten: er fand sich vor einigen Jahren an einer Stelle, wo man ihn gewiß nicht vermutete, in einem alten Gerichtsbuch aus dem Jahre

AuSkiichtühL.

Knaggen und ^attelholz, die Durchzüge, die Türrahmen, alles trug eine präcytig dekorative, frisch und flott hin- geworfene Bemalung, auch figürliche Darstellungen. Durch­weg in den Formen her Renaissance, was in dem gotischen Bau besonders reizvoll wirkt. Ein hübscher Beleg dafür, wie die thinft der Renaissance bei uns in der Dekoration schon die Herrschaft hatte, als man noch gotisch baute. Tas alles wird jetzt wieder getreulich rekonstruiert. Mit unendlicher Mühe und Sorgfalt hat man nämlich vor Beginn der Wiederherstellungsarbeiten alle noch reichlich vorhandenen Reste der Bemalung auf- genommen, in Pausen, in Photographien, auch in farbigen Naturaufnahmen, ja man hat sogar einige größere Stücke mit dem Malgrund von dem Strohlehm glücklich abziehen können. Der Künstler also, der die Ausmalung über inimmt (er ist noch nicht bestimmt), kann die ganze Pracht der malerischen Ausschmückung getreulich wieder erstehen lassen. Dazu kommt bann noch in allen Räumen eine reid)£ Vertäfelung ber Wände; die vielen Schränke, die nötig sind, werden alle eingebaut, die sonstigen Möbel alle be­sonders entworfen, kurz und gut, unser Rathaus kann sich sehen lassen, wenns einmal fertig ist. Heute betrachtet ja zwar noch mancher echte, biedere Alsfelder Bürger, der stolz ist auf seine Vaterstadt, den Bau mit mißver­gnügtem Kopfschütteln: das viele Geld für so ein altes t>aus! Es mag ja früher wohl mal ganz schön gewesen sein, aber es ist doche ahl Haus" unde schi n au Haus" wäre doch viel besser gewesen. Na, wenn dereinst einmal das Lob des wunderschönen Alsselder Rathauses in allen * Zungen erklingen nnrd, dann werden auch sie nicht etwa bekehrt sein, Gott bewahre, aber sie werden sich vielleicht trösten mit dem alten Sprüchlein, das der Meister -Steinmetz seinerzeit über ber Spitzbogentür bes Rathaus- Gingaugv in kunstvollen gotischen Buchstaben eingemeißelt tat: Rerum irrccuperabilium summa felicitas eft oblivio, oder, wie ber Volksmund so schön sagt: Glücklich ist, wer vergißt, was einmal nicht zu ändern ist.

Gebrauchsmuster

Warenzeichen

Wirkung und Vertretung ihn Kaiserlichen Patentam- ig. H. Brinkmant Bahnhofstr. 56.

u Referenzen Streng diikn

1508/09. Er ist datiertuff montagk na cantate" 14. Mai) 1514, nennt uns aber den Meister leider nur mit seinem Vornamen: Meister Johann. Ter Meister Johann betaut für feine Zimmerarbeit laut Vertrag 110 Gulden und ein Staatskleid: außerdem die Späne und vom Mfallholz noch 11 Klafter, das übrige bekam die Stadt

Jetzt hat ein neuer Baumeister nach langwieriger und mühevoller Arbeit mit geschickter und schonender Hand die vielen Schäden gebessert. (Regierungsbaumeister Kuhl­mann ist von dem Ministerium mit der Durchführung bei Wiederherstellungsarbeiten beauftragt worden.) Die gerochenen Balken wurden durch neue ersetzt, die durch geschlagenen einer nach dem andern gehoben der alt fijrnmrbigc Bau krachte unb stöhnte in allen Fugen, aber tc ließ es sich gerne gefallen. Heute steht er wieder stolz urb aufrecht da. Außen ist er denkbar einfach gehalten. Das Zalkenwerk ist mit der Stichflamme schwarz gebrannt und b.mn geölt, die Gefache haben die helle, freundliche-Natur­farbe des Putzes: ein reizender Kvntrast in der Farben­wirkung, und vor allem: dauerhaft. An der Ausstattung des Innern dagegen ist nicht gespart worden.

Die Stadt Alsfeld hat tief in ihren Säckel gegriffen. Rund 60 000 Mark kostet die Wiederherstellung ihres Rat­hauses, davon trägt der Staat ein Drittel. Etwa die Hälfte dieser Summe ist für die Innenausstattung be­stimmt. Mehrere tausend Mark erfordert allein die Aus­malung des Obergeschosses, das das Standesamt unb den großen Sitzungssaal für ben Stabtrat enthält. Diese Räume waren nämlich in dem alten Rathaus reich be­malt: die Wände, die Decken, die Säulen einschließlich

!k. 242 fünftes Blatt 161. Jahrgang

Ctldtetnl Hjlld»mitMuSnabme be»Connlaa».

General-Anzeiger für Oberheffen

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