Zweiter Blatt
Nr. 131
161 Zahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
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Tie „Eichener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für Den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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400 m ü. d. M. st. Moritz) /en-Kurort.
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Die Kamms" mi dringend ländischer Arbeiter
Mittwoch, I. Juni 19N
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea UnwersitälS - Buch» und Cleindruckerei.
R. Lange, Dießen.
Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul« srraße 7. Expedition und Verlag: eO&L Redaktion: ^OllL Tel.-AdruAnzeigerDießen.
Idsteiner BW
Friihjahr^!^
Telephon <1.,
Aus der Mainzer handelskaiiimer.
Tic Mainzer Handelskammer lut in ihrer Sitzung vom 26. Mai einige intercijame Beschlüsse und Kundgebungen in die Teffentlichkeir dringen lassen. Zunächst ist bemerkenswert die Stellungnahme der Kammer zu dem Entwurf über die Echissahrtsabgaben In dem uns zugegangenen Bericht hierüber heißt es:
i>tachdein die vom :l!cid?ätag cingesetzle Kommission mit der ersten Lesung des Lchisiahrtsabgabengeseyentwuries zu Ende ge kommen ist, haben die ucccmigicit Arbeitsausschüsse für den :Jilnin, die Elbe und die Weser erneut zu den von der Rcichstagskom Mission g. faßten Beschlüssen in einer Sitzung am 24. Mai in Berlin Stellung genommen. Es wurde die Veröffentlichung fol gender Erklärung beschlossen:
,,Tie Arbeitsausschüsse bedauern, das; cd in der Moni Mission man gelungen ist, bcn_ g t u u d f ä tz l i ch e n B e d e n k e n gegen die Einführung von Schifsahrtsabgaben aus den natür liehen Wasserstraßen Geltung zu verschaffen.
Bezirks Bensheim Tie Mapelle der 23. Dragoner konzertierte und begleitete auch die Mommerslieder.
Tie L e h r m i t t e l a n s st e l l u n g, die die Firma I Ehrhardt u. Co. aus Bensheim im evangelischen Gemeindehaus vor-
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhesien
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»HESSEN
hessischer Lehrertag.
£ Auerbach, 6. Juni.
Wohl an 1500 Mitglieder des Hessischen Landeslchrervcr.ins waren zur Vcrtreterverfammlung hierhergekommen, um eine über aus wichtige Tagesordnung zu beraten Es hatte sich ein trls ausschuß zum Emvfang gebildet, dem die Spiken der staatlichen und städtischen Behörden angcljörtcn.
Ter große Saal „Ter Bergstraße" lonnte am Tienötag nicht alle Lehrer fassen, so stark war der Andrang Um 1 10 Uhr «öffnete der Tbmann, Hanvtlehicr öuiCTaimftabt die Berhand hingen, zu denen sämtliche Bezirksvereine ihre Vertreter cm sandt hatten. Cbmann Huff erstattete den Wahres- und Rech- jtungsbericht Hauptvereins und des Unterstübungsvereins Ter Verein blickt auf sein 42. Vereinsjahr zurück und zählt 3506 Mitglieder Tie Einnahmen betragen 18 360 Mk., die Ausgaben 13 300 Mk., das Vermögen 3260 Mk. Ter Unter - stützungsverein zählt 764 Mitglieder und 173 Ehrenmitglieder. An Untcrstüvungcn wurden 5148 Mk. an Schulverwaltir aus bezahlt. Tas Vermögen dieses Vereins beträgt 18 076 Mk., die Einnahmen in 1910 belaufen sich auf 9912 Mk. Tetn Rechner Heck-Zwingenberg wurde Entlastung erteilt. Im Anschluß an den Jahresbericht fand folgender Antrag des Offenbacher Vereins einftiimuigc Annahme: „Tic Vertreterversamnilung des Landeslehrervcreins begrüßt es, daß der Canbtag diesmal die Stelle des L a n d e s t u r n i n s v e t l o r s nur am bi n iringen Inhaber bewilligt hat, da die Lehterschail grundsätzlich jeden spezialinsveklor ablehnt. Nachdem das Turnen über cm Menschen alter in Seminar und Volksschule ein geführt ist, sind Kreis- schulinsvektoren und Lehrer befähigt, das Turnen zu lehren und au beurteilen. Tic Art, wie in den letzten Monaten Turnvereine In diese reine Schulfrage eingegriffen haben, ist entschiedet zurü.! zulveisen." Tcr Voranschlag des Vereins wurde in Höhe von 14 953 Mk. genehmigt. Tcr Betrag zum Lehrerheim „Vogelsberg" wurde aus WO Mk. herabgesetzt, aber eine baldige Ci hühnng in Aussicht gestellt. Tann erfolgte die Beratung des neuen Satzuiigscntwurfs, dabei trat überall der Geist bei Versöhnung zwischen Stadt- und Laiidlehrerit zutage. Mit nur I geringen Abänderungen wurde der Entwurf des Vorstandes am |genommen. Tic Beratung der neuen Satzungen dauerte iünf 'etunben. Tcr Antrag des Bezirks Windhausen^Oberheisen, einen Berufsredalt cur ohne Staatsstellung für den „Schulbolen" anzustellen, wurde abgelehnt. C'it einem Ort darf nur ein Be- zirisvcrcin bestehen. "Tic Hauvtversammlung findet alle zwei Jahre statt. Tic Beiträge des Bezirksvereins dürfen nur sür Jivcctc im Interesse des Gesamtvcrcins benutzt werden. Tic Satzungen wurden schließlich insgesamt angenommen und sollen mit dem 1. Januar 1912 in Mrait treten. Tcr gesamte Vorstand wird nächstes Jahr vollständig neu gewählt und zwar muß die Halste der Vorstandsmitglieder ans den Land orten sein, die andere Hälfte tann ans den Städten mit besonderer Gehalts- Mala jein. Bet der Ergänzungswahl für 1911 wurde gewählt: Ltitz-Tarmstadt als Schrtitiührer, ferhee als Beisitzer Stcnncr- Mainz und Hoffart-Steinbach. — Tann begann die "Beratung der wichtigsten Frage: Tcr Verstaatlichung der Volk s- schulc. Hierzu lagen Anträge von 12 Bezirlsvereinen und em Antrag der CbmänncrDcrfammlintg aus Oberhessen vor. Unter allgemeiner Spairnung rechtfertigte Hauvllchrer Bach-Mainz seinen Standpunkt und seine Aeußerung als Landtagsabgeordneter nt der 2. Mammcr. Es sprachen ferner hierzu Lehrer Meib Heibeshcim, Jmtg-Tarmstadt u. a. Tie Aie.-rhcu der Versammlung sprach sich lür die Verstaatlichung der Vollsschule aus.
"Tcr ,3" c u c r ü c r i t d) c r u n g y v c r b a n b hessische r Lehrer hielt unterdessen im Parkhotcl seine Hauptversammlung ab. Lehrer Tern erstattete den Zahresberidu, der einen günstigen "Abschluß zeigt, wurde bod) ein Reingewinn von 464j Mark erzielt. Tcr Reservefonds beträgt 36 990 Mk. und Itieg mit Einfluß des Reingewinns auf 40 600 Mk. Tie 1856 Mitglieder versichern einen Wert von 548 220 Mk. Im Berichts- iahr kamen 21 Brandfälle mit 1394 Mk. schaden vor. Tcr Ludwig- und Alicestiftung wurden 500 Mk. überiutefen. Ter Verein blickt auf fein 1 Ijähriges Bestehen zuruck. L.ic Etn- rldnung einer Einbr n ch s d i cb st a h lv c rs t ch eru n g in beabsichtigt und zwar ohne Erhöhung der Prämie. 4.er Vorstand wild nächstes Jahr darüber Vorlage machen.
Ein Festkommers madrtc am Abend tm Gosthaus^zur .Aergstraße" den Abschluß des 1. Tages. Der große Saal war überfüllt. Vrofessor Tr. Ylegler - Bensheim hielt die Festrede Ansprachen hielten noa> Vertreter der Lradt und des
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er. der Seit, it&itill unb ■baarim ■ iciiigemhnes, äijib J lohlenes
Sie erkennen dagegen an, daß die Kommission sid) um die Verbesserung des Gesetzentwurfs bemikht und burd) eine Reihe wertvoller Beschlüsse wichtige Bedenken praktischer Art beseitigt hat: hierdurd) hat der Entwurf zweifellos eine verkehrsfreund lidjerc Gestalt gewonnen. Als zwedinäßige Acnderun- gen der Vorlage betrachten die Arbeitsausschüsse insbesondere die folgenden: 1. die Ausgestaltung der in Art. II •j 2 g.nannten Vroicltc zu einem großzügigen Programm für den Ausbau der deutschen Wasserstraßen; 2. die Beseitigung der Lil. u des 8 3, Art. 2, betr. Verwendung der Abgaben auch zur Unterhaltung älterer Anstalten, wodurch nunmehr der gesamte vlbgabencrtrag für den weiteren Ausbau der Wasserstraßen verfügbar wird; 3. bezüglich der Organisation der Strombcträte Art. II tz 7 die durch Erhöhung der^Mitgliederzahl ermögliaste bessere Berücksichtigung der an der Schiffahrt beteiligten streu': nach Maßgabe ihres Interesses; 4. bcjüglid) der Befugntste c:r Strombciiätc die beschlietzeuo. Mitwirkung bei Verletzung von Gütern in eine höhere Tarifklasse Art. II § 8 Abs. 3 ; 5. die in Art. II § 8 geschaffene größere Garantie gegen eine üuer- mäßige Erhöhung der Einheitspreise buburd), daß zu einer Erhöhung am bas Doppelte ober mehr außer der Besdilnßsanung der Ausschüsse und Beiräte ein Reichsgescv erforderlich ist; 6. die Ersetzung des $ 9 Abi. 2 ^Art 11 her Vorlage Jrnrd) eine Bestimmung, die eine Schuldenwirtschaft in den Stromkasten zu verhüten geeignet ist; 7. die zu 11 Art. II beschloßene Hinaus- idjubung des Beginns der Abgabencrhcbung brs^zur (yerugj stellung wesentlicher Teile des Bauprvgramms. ^te Arvcits- aussd)üst'e bitten die Rcichslagskommission dringend, an bicien Verbestcrungcn unbedingt festzuhallen. .
Gleichzcilig luciicn aber uie Ausschüße nad)drüdlid) bar aut hin, daß wichtige Wünsche und Bcdcnten noch ber B e r ü ll s i ch l i g n n g bedürfen Ties sind namentlich lol- genbe: 1. Tic Befugnisse der c trombeira e > Art. II § sind da hm auszudehnen, daß sic mit zu beschließen haben mindestens über: die Höhe der a:iznrich!ie;i:e:i aibju- imö ItnicrDaiiiingöioltcn;
lyabgi cn cinid lief lich der gen treuen i Jcüpunu des Beginns der Abgivenerhebung. sind die -ctrombeirätc, nach denen die Ein-
3. Tie in Art. II
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lieber die Beschäftigung a......... .
batte die Großberzogltdic Minister.alabt ilung für üanbmtrnmart, Handel und Gewerbe am 27. Avril in der Zentrasttcllc für bic (steirerbe eine Besprechung abnchutcit Es hanoclte fid) haupnam lim darum, ob riir die in Hessen beschäftigten au-Mänbrrtwn Arbeiter m gleicher Weise ein ZnlanbslcgMinationszn'ang cing> führt werden soll, wie er in Preußen und der Mehrzahl J>er norddeutschen Bundesstaaten besteht. Von verschiedenen Seiten ist ein derartiger Andrang an die Großh Regierung gerichtet worden, weil bic Gmnde, die in Preußen zu der Maßnahme geführt haben, zum wesentlichen Teile and) in Hessen zuträfen, -tie
2. In Art. II § - ..... _
heiissätze ab gestuft werden sollen, auf 511 nehmen. . . _
§ 8 vorgesehene Freilassung von Sa;: icn bis zu uOO -toniien im ylbciiigcbiit Le.'.eutct eine Bevorzugung Cti auc1.1 nbi 1 dicndi;tt- sahn; ber sozwlpolnische jro.-l einer Befreiung gewisser ^chtsts- gro.'.en würve für ^nlano und Ausland nur cfrerdn werden bei einer Befreiung von Gefäßen bis zu^630 Tonnen; cbcnio ist aus Gründen der Gleia^ehandlitng von In- uno Ausland jeiizulegen daß der Turd;fuhrcerlehr nicht begünstigt wird. 4. In Art. 1 § 10 ist z.i bestimmen, daß die Tariic und Tariferhöhungen erst sechs Monate n ui) Venündigung ui straft treten. 5 In Art. VII iii zur Verhütung einer Verschiebung in den Welt- bcwerbsoer'-älmifseit ber einzelnen Stromgebiete zu bestimmen, dast die 'eiogabcii in allen Gebiet en z 1 gleicher Zeil eiiigetührt
Die Romantik öcr englischen Königstronen.
Tic beiden Kronen^, die König Georg und seine Ge- Nrahliit bei der Krönungsfeicr auf dem Haupte tragen, haben nicht nur durch die kostbaren Edelsteine, mit denen sie geschmückt sind, einen unbcrcd)cnbarcn '•b.'crr, sondern fie find auch als die Shrnbole von Englands Vf acht und Herrlichkeit mit einem romantischen Glanze umgeben, der sie vielleicht noch wundersamer und fasziniereiidcr umspielt, als der Schimmer der Edelsteine ^nnd Brillauten. Tie beiden Kronen sind jetzt auf schönen Lamttiisen, nntcr sdiützenden Glasbehälterlt, bei bcn Hofjnweileren Garrarc u. Eie. in London ausgestellt und locken den von so viel Kostbarkeit geblendeteit Blick in die magischen ^unlel der Veraanaenheit, mit der die Königskrone und die einzelnen Steine so innig verbunden sind. Tic Rctchskrone, die Äöniq Georg tragen wird, ist zwar noch nickst hum cu Zähre alt, uitd die Krone für die Königin i|t sogar ganz neu altgefertigr, aber die Kleinodien, die den .^auptichniuck und die eigentlichen Reichsinsignien bilden, haben ihre gewaltige historische Bedeutung. Tie Königskrone hat gegen die Form, die sie bei der Krönung König Eduards bciaß, nur einige Aenderungen erfahren. An der vorderen ^eitepiamji fetzt der wundervolle Eullinan-Tiamant, der „-tern von Afrika", in dem die Macht des britischen Reiches über die so Eiewaltige Schätze bergende Erde von ^üba-nfa versinnbildlicht ist. Ter herrliche, ungewohnlick) groize ^aphir, der früher an der Vorderseite der Krone Drängte, hat fetzt seinen Platz, an der Rückseite erhalten. Aua> die Große der Krone ist ctiuad geändert worden, um sie [ur den Kopf des neuen Herrschers passend zu machen.
Eine große Menge von Mrouen haben aus den Haarn lern britischer Herrscher geruht, seitdem Wilhelm der Er oberer sich den schmalen goldenen Reif des Herrschers um die Stirn wand. Ein Teil dieser wundervollen Kron- insignien wird int Londoner Tower ausbewahrt, der größere Teil von all dieser historischen Herrscherpracht in ^ellich durch den Sturm der Jahrhunderte rur immer _vcrrociu und verloren. Tic Krone des hl. Edward, die anstelle der alten, zerbrochenen, für dir Krönung Karls 1!., angefertig wurde und wahrend des Bürgerkrieges vertäust war, ruy dort neben dem alten Zepter der englischen Kornge imo zahlreichen Kronen und Zeptern der Königinnen. Jin
,. Viktoria die . c neue Krone zu schmücken, dieselbe, die König Georg tragen wird. Sie stellt sich dar als ein strahlendes Sternem-eer von Saphiren, Rubinen, Smaragden, von ric.igcn Tiamanten, Brillanten und großen Perlen, die in reicher Crnamennt verarbeitet sind. Tic Vogen setzen sich aus Eichenblaitern und Eicheln, aus Rosen, Tiftcm und Klee, den englischen Wappenblumen, zusammen, wahrend im Reif Maltheser- kreuze und Litten antlingen. Tie Krone ist nut m ehr aly 3000 Tiamanten und 300 Perlen geschmückt. Unter diesen ragt der Saphir in dem Kreuz der Spitze hervor, der einst von Edward dem Bekenner in seinem Ring getragen wurde. Tcr überaus herrliche Rubin, der vorn in der Mitte eines Malthesertreuzes aus 2.1a-- manten leuchtet, trägt den Namen Edwards, des „fchwarzen Prinzen". Zm 14.' Jahrhundert lag er einst unter ben Schätzen des Königs von Granada. Pedro ber Grausame ioIL um seinetwillen ben Herrscher von Granada ermordet haben Als er im Kampf gegen feinen unehelichen Bruder Heinrich- den schwarzen Prinzen zu Hilfe rief und dieser ihm die Schlacht von Na;era gewann, schentte er ihn dem englischen Helden, aus dessen Besitz er zu den UTomuroelcn Britanniens kam. Er leuchtete dereinst von dem Helm Hein-, ?,chs V. in ber großen Schlacht von Agineou. Der riesige Saphir,' ber sich jetzt an der Rückseite der Krone befindet, hat cl-enfally seine romantische Geschichte. Er berand lich unter den Kroninsignieii, die Iatob II. mit aur die erliiajt uad) Frankreich nahm. Trotz aller Rot der Verbannung hielten die Stuarts dieses Zuwel heilig, weil fie glaubten, öäfe mit ihm ihr Recht auf die Krone innig verknuvtt sei. ^L.-t Qi.-, alle Hoffnung verloren war, daß je em Stuart den britischen Thron noch besteigen werde, gab um der icEtc des Geschlechts, Henris Kardinal ^)ork an Georg IV. Zeit der Krönung Karls II. ick es Litte geworden, das; für die Königin >eoesmal eine neue Krone angcrcrtigt inirö Ti-:-, iit auch für Königin Mary geschehen, und nun itcht ihre, von den Hoiiuwetteren Garrard entroorjcnc und gefertigte Krone neben der des Königs, wie etwa ent öuuigtr rZrühlingsmorge.i neben ber glühenden Pracht eines heißen Sommertages. Während die prunlooll schwere Ko- nigAfronc volle drei Pfund wiegt, vt bic Krone der Königin faum ein Trittcl so schwer. Alles an ihr ist
Leichtigkeit und Anmut. Bon dem biamantenbefe^ten Reif teigen die diamantenen Bogen in schlankem Schwünge auf und lügen sich mit anmutiger Biegsamkeit zusammen, um bie diamantene Kugel mit dem Kreuz zu tragen Wundervoll heben sich die diamantenen Rosen und Kreuze von dem Djoietten Samt, während ben unteren Abschluß ein breiter Hermelinstreifen hübet. In ber Mitte au der Vorderseite befindet |ich wohl der berühmteste unter den englischen Ürcncbelfteincn, ber Eohinoor oder „Berg des Lichts". Seine Geschichte verliert sich im fernen Tunfct der Vergangenheit. 1304 gewann ihn Allah-ed-Tin von dem Radjah von Malva, in dessen Familie er schon vorher lange gewesen war. Zwei Jahrhunderte später finden wir ihn in den Händen der Großmoguls; er bildete eines jener großen Pfauenaugen, mit denen Aurengzeb feinen berühmten Thron schmückte. Turcks eine Kette von Raud und Mord und tragischen Verwicklungen ging der Stein ton Fürst zu Fürst, bis er schließlich im Smatz von Lahore bewahrt wurde. Wie der Herzog von Argyll im Windsor Magazine erzählt, kam er aus merkwürdige Weise in die Hände des britischen Residenten Lord Lawrence. Als in Lahore große Unruhen herrschten, schien dem Nesidenten- diescr unvergleichliche, einzigartige Stein in dem Schatzhause nicht sicher, er steckte ihn daher zu sich, wickelte ihn in einen alten Strumpf und legte ihn beiseite, um ihn bis zu ruhigeren Zeiten aufzubewahren. Als diese tarnen, hatte Lawrence den Stein vergessen. Bei einem großen Tur-- bar, bei dem die Kostbarleiten der Schatzkammer gezeigt wurden, vermißte man den Eohinoor. Allgemeine Aus- regung. Ter Schatzbewahrer versicherte, Sahib Lawrence hatte ihn genommen. Ter konnte sich aber nicht mehr daran erinnern und erklärte die Sache für unwal-r. Zu Hause fliegen ihm aber doch Bedenken auf, er sucht nach, 'und richtig, da liegt der Eohinoor, cingcroidelt in den alten Strumpf, oben auf einem schrank, wie er ihn auf- achoben hatte' Run vergaß Lawrence das Wiedergeben, und fvätcr tarn der Stein in ben Besitz der Königin Viktoria. Er ward bann 1851 neu geschliffen und verlor an Größe, erhielt aber badurw einen höheren Glanz. Ein Wort erzählt von dem Eohinoor, der nun der Königin Krone schmückt: „wer den Eohinoor besitzt, besitzt Zudien".
auslänsi'a en Arveiker unterlägen bisher nur ungeitügcnber Kontrolle, da iic vielfach nur in der Heimalfprachc abgefaßle Vapicr-.' besäßen, die den hiesigen Behörden nicht verständlid) seie», wo- durd) die Fübruug doppelter und geiälsdster Papiere möglich iväre. Begünstigt 1 jerburdi hätten unter den ausländischen Arbeitern angcblM Unoormäßigkcitcn, Gewalttätigkeiten und vor allem Kon- leattbeuch in bedenNichee Weise lugeiwimnen. Abgesehen von politischen und gcsundheitspolizcilichen Gründen, die den Zuzug ausländifchee Arbeiter als unerwünscht erscheinen ließen, sprächen und) wirtschaftliche Erwägungen allgemeiner Art gegen eine, ohne zwingeilde Gründe, erfolgende Heranziehung auslandi'cher Ar-
Ministerium tvüusditc deslialb eine Erörterung der hie'' in Redi? stehenden Fragen mit jachvernändigeil Vertretern der Landwirtschaft, der Zndnstrie und des Handwerts in der vorgenannten Konferenz. Tie Erhebungen in Mainz ergaben, daß in verfchiedenen Industriezweigen des Bezirkes, 10 in der 3emenlfabrilation, Ziegelei, bei Erdarbeiten, im «ticp nnb Hochbau und Beton Baugesd an fowie in der Korkuopien- sabrilation ausländische Arbeiter beidstisligt sind. ES kommen lorwicgend Ftattener, Polen, Ruthenen und Galizier in Betracht, für die Korlstovfcn'abrilatioii ausschließlid) Spanier. Mimtande haben sich uaä) den Enahrungen ber hiesigen Firmen im all gemeinen nicht ergeben, nur eine Firma, weld)c ruthenische Arbeiter verwendet, i,at über Kontratlbrud) zu llagen, indem von 69 burd) b;e cciuid-c Feldarbeiterzentrale in MySlonntz Dcrmutcitcn Arbeitern nur 17 ihre lontraktlichen Verpsttchumgen, nämlich von Anfang April bis Mitte Tezember zu arbeiten, einhielten, wahrend die üoeigen 52 schon nad) kurzer Zeil unter Zurücklassung ihrer Papiere wieder vcrid)wanden. Tic Besprechung ergab Ueber- cinstimmung für eine Verschärfung d er Melde- vorfchriften, sowie für bic Ein ubrung eines vsiilanblcgüt^ rnationszwanges zur Vermeidung der vorgeloinmenen Kontrakv- trnd’c. Eine Beschrünlung der Arbeitszeit, sowie der Beicha^ ugungsart wurde nicht für zwe.'kmußig craentcl.
Hauptversammlung der Deutschen Vereins für Schulgesundheitrpflege.
~ Dresden, 6, Juni.
Unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder sowie von Vertretern der staatlichen und stäbii'chen Behörden bcgaiut heute hier in der Aula der 2. Stäötifdjcn Realschule btc Hauptvenamm- lung des Deut scheu Vereins für Lchulgesundheitspflege, an bte fich bic 3. Versammlung ber Vereinigung ber Schulärzte xcutich» laiiby anschließen wird. — Nach ben üblichen Bcgrümingsaliwrachen nahm als erster Voriragende Geh. Mcd.-Rat Vroi. Dr. Leu- dusch er-Meiningen bas Wort zu seinem Vortrag über:
Schulärzte an höheren Lehranstalten.
Der Redner legte seinen Ausführungen folgende Leitsätze zugrunde:
.1 Die Anstellung von Schulärzten an den höheren Lehr anstalten ist im Fntcresse von Schute und Schülern erforderlich und ebenso wichtig wie an ben Volksschulen.
2. Tie Tätigkeit des Schularztes hat |id> zu erstrecken: aj Aut eine Kontrolle der Bautichaeiten und der inneren Einrichtung; b) Auf die gcsundheitlich/e Ueberwachnng der Schuler; c) Aus cme beratende Mitwirkung bei Fragen ber Untcrrichtshygienc; u Ai.s lncilung hiigicnischen Unterrichts an bic Schuler ber oberen Klassen und einer Belehrung in sexuellen Fragen an die Abiturienten. . . . . ..
3. Eine wirksame schulärztliche Tätigkeit enorbert die Mitwirkung des Lehrers. Letzteres ist nur bei Vorbildung ber Lehrer in den Grundlehren ber vygtene möglich. ,
Als Gegeuvortragendce 'prach _bcrlehrer Prof. xr. Xoelh : München unter Vorlcgu - ü 'er Le 11fnve:


