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6.5.1911 Zweites Blatt
 
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Gießener Anzeiger

tri^eint ISgllch mit Ausnahme beS Sonntags.

Seneral-Anzeiger für Cberhessen

Liefiefcfner ZoinlllenblStter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, dar Krtisbloti fflr bei Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. TieLanbwirtfchaftllchei Seit« fragen" erscheinen monatlich jroeunoL

Samstag, 6. Mai (9((

Rotationsdruck und Verlag der Vrühk'fchen UnwersilätS - Buch- und 6teinbrudeteL R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51-

Redalliome^si 12. Tel.-Adru AnreigerGießen.

Vie Beisetzung des Dürften Georg zu Schaumburg-Lippe.

Bückeburg, 5. Mai. Die Teilnahme der Bevölkc runfl an den heutigen Beisctznngsfeierlichkoiten für den ver­storbenen Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe ist unge­wöhnlich groß. Am Morgen brachten Exkrazüge Tausende von Besuchern aus dem ganzen Fürstentum und darüber hinaus nach der Residenz, die reichen Traucrschmuck ange­legt Hal Zahlreiche Vereine und Korporationen erschienen mit umflorten Fahnen, um bei dem Trauerzuge Spalier zu bilden.

Von den an der Beisehungsfeier teilnehmenden Fürst­lichkeiten traf Prinz Eitel Friedrich von Preußen, der den K a i s e r vertritt, heute morgen um 9 Uhr 48 Miu. auf dem hiesigen Bahnhöfe ein, ivo sich Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe zum Empfange cinge- funbeit hatte Mit deni Prinzen Eitel Friedrich trafen auch der Großherzog von Sachsen, Prinz Johann Georg von Sachsen und Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen ein. Ferner sind von regierenden Fürsten im Laufe des Vor mittags noch eingctroffen der Großherzog von Oldenburg, Fürst zu Waldeck-Pyrmont r>nd Fürst zu Lippe. Vertreter entsandten der >:önig von Dänemark die blönigin der Nieder­lande, der König von Württemberg, der Großherzog von Baden, der Großherzog von Mecklenburg Schwerin, der Großherzog von Meckleiiburg-Strclip, der Hcrzogrcgcnt von Braunschweig, der Herzog vou Sachsen Kvburg-Gotha und bei Herzog von Anhalt. Außerdem sind zahlreiche Prinzen und Prinzessinnen aus der weitverzweigten Verwandtschaft des Bückeburgischen Hofes zur Bcisehungsfcier eingetroffen.

Im großen Saale des Residenzschlosses, wo die Leiche des Fürsten Georg im geschlossenen Sarg inmitten einer prächtigen Trauerdckoration ausgebahrt war, begann um 11 Uhr die Trauerfeicr, an der neben der Fürstensamilie nur die zur Beisetzung erschienenen Fürstlichkeiten teilnaymen. $ad> dem EhorgefangChristus der ist mein Leben!" hielt Losprediger Müller eine kurze Trauerrede und fcgrietc die Leiche ein. Nach Beendigung der Feier wurde der Sarg von den Söhnen des Serftoebenen zu dem sechsspännigen Leichenwagen getragen. Unter Glockengcläutc und Traue» falut bewegte sich der Trauerzug durch die'Stadt nach der Stadllirche, wo die Fürstin Mutter und die übrigen Fürsiendamen den Zug erwarteten. Ter Fürst zu Schaum- burg-Lippc führte seine Mutter, Prinz Eitel die .Herzogin Max von Württemberg beim Eintritt in die Kirche. Ter Sarg wurde vor dem Altar ausgestellt. Nach dem Ge- mcindegesang:Jesus meine Zuverfichf." hielt Landessuper- intenbcnt Tyueruau die Leichenrede über:Ich bin das Licht der Well'." und segnete die Leiche ein. Ter Sarg wurde in die Salristei getragen und dort vorläufig bci- flefci.u. Mit Gesang, Gebet und Segen schloß die kirch­lich^ Feier. Nack, der Trauerfeier sand für die fürstlichen Gaste im Nesidenzschloß Frühstück statt.___________________

Au; den Reich;tag;au;schüffen.

: Berlin, 5. Mai.

Der SchiffahrtsabgabenauLschutz

fefeh* heute bic gestern begonnene Beratung über den Tarif fort. Es liegk eine Reihe von Anträgen vor, die eine zweckentsprechende Verteilung der Güter in die Tarifklassen vornehmen und weiter Garantien schaßen wollen, um einer künftigen willkürlichen Er- Höhung der Tarife durch die Verwaltungsausschüsse vorzubeugeu. Man damit emverstanden, daß der Personenschiffsverkehr und Vkr Flößereibetrieb mit Abgaben nicht belaUei werden sollen.

Tie Abstimmung über die Anträge wird im Laufe der Voll­sitzung am Spätnachmittag erfolgen.

Ter Ausschuß für ben PatentauSfuhrnngSzwang genehmigte heute bic Vorlage mit einer unwesentlichen Aende rung aus Grund eines nationalliberalen Zusatzantrages. Man will auf eine möglichst baldige Verabschiedung der Novelle in der Vollversammlung hinwirken, da binnen kurzem die Ver Handlungen in Washington über die Revision des Unionsvertrages bciinnen sollen.

Die Wiederherstellung der Ruhe in Hlcrifo.

c u 1) o r t, 5. Mai. Tas Rcuicrschc Bureau meldet aus Mexiko : Der Kriegsminister General Conzales Cosio und der Führer der Aufständischen in der Provinz Guerrero, Figueroa, einigten sich über die Friedensbe- dingungcn. Figueroa erklärte, er und seine Anhänger seien durch die versprochenen Reformen befriedigt, befou ders durch die Neubesetzung der Gouoerncurstellcn und anderer Aemler.

Washington, 5. Mai.Associated Preß" meldet: In dem Bericht des Botschafters Wilson an das Staats­departement heißt es: Tic größte Beunruhigung herrsche unter den Amerikanern in der Stadt Mexiko, die ein Schei­tern der Friedensverhandlungen und die A n a r ch i e b c f ü r ch t e n. In amtlick>en Kreisen wird zu­gegeben, daß es ein Fehler gewesen sei, seinerzeit den Be­fehl, daß Kriegsschiffe die merikanischeu Häfen besuchen sollten, zu widerrusen. Tas Staatsdepartement dürfe den Ausgang der Friedcnsverhandlungcn abwarten, ehe Sck)ifse nach Acapulco und Mazatlan entsandt werden. Mehrere Meldungen erklären, daß verschiedene Schlachten bevor­stehen, so ein Angriff bei Saltillo. Bei Acapulco wurden zwei Amerikaner von Banditen ermordet.

Tas mexikanische Kricasminist'erium versichert den Bot­schafter Wilson, das; die Amerikaner bei Acapulco geschützt würden. Es verlautet, daß Präsident Taft bereits eine Verständigung mit den Parteiführern im Kongreß in der Frage einer Intervention erzielt habe.

Aus sta-t und (anO*

Giegen, 6. Mai 1911.

3um 6 0. Geburtstag Adolf Harnacks. Sonn­tag den 7. Mai feiert Geheimrat Professor Tr. Adolf Harnack in Berlin seinen 60. Geburtstag. Bon seinen Schülern, Freunden und Verehrern ist zu diesem Tage ein Kapital gesammelt worden, das der Wissenschaft zugute kommen soll, und dessen näheren Zweck zu bestimmen Harnack überlassen bleibt. Namens e.ncs größeren Ausschußes werden Geh. Kirchenrat Professor Tr. Krüger und Prioatdozent Lic. (Staue von hier am Sonntag dem Gefeierten in seiner Wohnung die Spende überreichen. Harnack war 1878 bis 1886 an unserer Landesuniversität als ordentlicher Professor der Kirchengefchichte tätig.

** Kunst verein. Die seitherige Ausstellung, die noch vor acht Tagen durch eine Kollektion des Malers Gebhard-Karls­ruhe bereichert wurde, ist nur noch morgen, Sonntag, zu sehen. Für die Ausstellung, bie allgemeines Interesse fand und durchweg gute Bilder aufzuweisen hat, fei ber Besuch nochmals angelegentlich empfohlen. Von Montag an bleibt die Ausstellung ipegen voll­ständigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschloffen.

Slberne Hochzeit feiern am Sonntag, 7. Mai, Wagenmeister Gg. Orth und Ehefrau, geb. Schwarz.

DerHassia* -Bezirkstag Gießen ist wegen deZ BlumcntageS auf Sonntag, 14. Mai, fdigelcgt worden.

*Um einem tiefgefühlten Bedürfnis ab ;iub elfen." Man schreibt uns Bci der bekannten Vor­liebe des Dcutsck>en fürs Verein-sleben löst febe Nachricht vou einer derartigen neuen Gründung ein gelindes Lächeln aus uud man geht ost genug noch mit Spott darüber hinweg, lveil ic das große Publikum nicht interessiert. Eine Gründung aber, die berechtigterweise hiervon eine Ausnahme machen fann, ist der kürzlich zur Tatsache gewordene Zusammen- chluß aller im Reichsgebiet wohnenden Erfinder. Zu diesem Zwecke wurde nut dem Sitz in Frankfurt a. M. eine Vereinigung gegründet, welche die Interessen der Erfinder bei Anmeldung zum gesetzlichen Schutz und bei Verwertung ihrer Erfindungen vertreten wird. Tie Klagen über Aus­beutung von gewissen Spelulanten häufen fich in beängsti­gender Weise. Tie vermittelnde Tätigkeit des Vereins wird hierin Abhilfe zu schaffen suchen. Alles Nähere ist durch den Vorsitzenden, Herrn A. Busch, Frauksurt a. M.-Rödel­heim, oder .Herrn A. Erhard, Gießen, Bahnhofstr. 61II. zu erfahren.

In Amerika verstorbene Hessen. Maria Margareta Meyers geb. Kramer aus Butzbach, 55 Jahre alt, in Syrakufa; Kalh. Stciglcbcr aus Ulrichstein in Allegham;; Frau Marg. Koell, 68 Jahre alt, aus Wall­bach, in Allegham;; Frau Torothca Heck, 77 Jahre alt, aus Taueruhcim, m Linkoille.

Landkreis Gicßcn.

Klein-Linden, 5. Mai. Für den Blumentag, der hier am Sonntag abgehalten wird, haben sich 50 Mädchen als Verkäuferinnen gemeldet. Es gelangen zum Verkauf Maßliebchen, Posttarten und die Blunrcntag-Zeitung. In dankenswerter Weise haben der Gesangverein Eintracht rmd daS Zuherkränzchen für den Abend ein Konzert angesagt. Dabei findet cm Vortrag des Pfarrers Rieder überBe- dentung dcS Blumentags für bic Säuglingsfürsorge" statt. Bei dem allgemeinen Interesse, daS hierorts dem Unter­nehmen entgegen gebracht wird, ist cm zahlreicher Besuch zu zu erwarten. Ter Beginn deS Konzertes ist auf 8% Uhr festgesetzt. DaS von den Verkäuferinnen erworbene Blümchen ist der Ausweis für freien Eintritt.

:/: Heuchelheim, 4. Mai. In unserer gestrigen Notiz über den Blumcntag war eine Namensverwcchselung vor­gekommen. Die beiden Gesangvereine gehen bei schlechtem Wetter nicht zu Friedr. Volkmann, sondern zu Aug. Rinn. Auch werden nur während des KonzertesMaßliebchen" feil­geboten und brauchen nicht als Eintritt gekauft zu werden.

Lich, 5. Mai. Gestern abend wurden die für den Bl unten tag zum Verkauf bestimmten Blumen, Blumentags, jcitungcn und die Sammelbüchsen an die Tarnen verteilt. Tie Stadt wurde in elf Bezirke geteilt. Ta die Preußisch-Hessische Eisenbahnverwaltung das Betreten der Bahnsteige ohne Karten nicht erlaubt, ist ein Verlauf an den Eisenbahnzügen nicht beab­sichtigt. Der Verkauf findet wohrcirv des ganzen sonntags außer der Zeit des Gottesdienstes statt. Nachmittags von 12 Uhr konzertiert bic hiesige LtnfiÜapelle im fürstlichen Sthloßgarten^ Um 3'- Uhr ziehen bic Vcrlaufsdamen von Musik begleitet vom Rathaus zu dem Fcstplatt nächst dem fürstlichen Schloß­garten, der sog. fürstlichen Bleiche, woselbst ein Volksfest mit er Mitwirkung der beiden Gesangvereine, des Turnvereins mib der Musikkapelle stakkfindet. Das von den beiden hiesigen Brauereien/ zum Besten des Blumentags gestiftete Bier lammt hier zum Ausschank. Abends 8'.- Uhr beginnend findet in Steins Saal^ Konzert statt unter Mitwirkung von Fräulein Minni Leopold,

ölumcnfcicr.

(3 u m hessische» Blunrentag im Mai 1911.) Goldner Mai, du Fürst der Blüten! Sieghaft strahlend kehrst du wieder. Mit den lieblichen Vasallen, Licht und Lust und Lieb' und Lieder, . Weckest Rosen, Tulp und Flieder, Laßest Jubelhr;mncn schallen Und zu seligem Frohlocken Läutest du des Glückes Glocken.

Goldner Mai, du sonnenstoher! Deine würzcdust'gen Schleier Webst du über Flur und Auen, Russt, ein König, em Besreicr, Zu des Lebens SiegeSseier, Läßt der Wunder Heer unS schauen Und entsachst in unser» Herzen Heil'ger Freude Flammcnkcrzcu.

Maienzcit, du gnadenvolle!

WaS auS dunkler Schollen Hülle Tu erhebst zum Tagesstrahle, Deines Segens 3auberfüllc All' des Lebens froher Wille, Auf de» Höhen, wie im Tale, Auf dem sonnbeglänzten Pfade Alles, alles nur ist Gnade.

Und so trägst du gottgesaudtcr Sonnenfohn aus ew'ger 3one, Um die lichte Stirn gewoben Gnädigen Erbarmens Krone Ihm zum Preis, der hoch vom Throne Aus dem Sterueureiche droben UnS das Herz entflammt in Liebe, Daß Barmherzigkeit eS übe.

Ja zum Werke der Etbarmung In den goltmen Maienslunden, Freunde, sind auch wir berufen. Und im Geiste uns verbunden, Stets an Treue reich erfunden. Grüßt von hohen Thrones Stufen In der Hoheit Glanz zu schauen Uns die gütigste der Frauen.

Preis und Ruhm dir, Hessens Herrin, Reich an echter Frauentugend, Die mit frommgemuten Sinnen, Edles nur und Hohes suchend, Durch den Dienst froh-holder Jugend Du die Seelen willst gewinnen, Daß in Mitleid sie erwärmen Für die Schwachen, für die Armen. Und ein schlichtes Kind des Lenzes Kürtest du als Jauberzeichen Margaritha, sie, die holde, Soll die Herzen uns erweichen, Soll zu Trost und Heil gereichen In der Liebe frommem Solde, Müttern euch, die einsam meinen, Euch, den unschuldSvollen kleinen.

Preis und Ruhm dir, Hessens Fürstin, Tie du suchst des Volles Jammer, Tic du trocknen willst die Tränen, Wenn der Sorgen harter Hammer Pocht an der Bedrängten Kammer, Die sich gottverlaßen wähnen, Preis dir, die voll Muttergüte Schirmt die zarte Menschenblüte!

Drum deS Ew'gen Segen kröne, WaS voll Huld du unternommen, Eins mit deinen Heßenkindern, Daß es werde Heil und Frommen, Denen, die in Schmerz beklommen, Daß die Not es möge lindern, Daß des Nlitlcids Sternenblume Ewig blühe dir zum Ruhme.

Preis und Heil dir, HeßenS Jierde! Du der Heimat Sonn' und Segen, Leucht' mit deiner Tugend Strahlen Deinem Volk auf lichten Wegen Wahren Glückes 3^1 entgegen, Und c5 wird dir reichlich zahlen Mit des Dankes heil'gem Triebe, Treu' um Treu', und Lieb' um Liebe!* Nidda, Mai 1911. Roemheld.

*

23 ie Wagner in ben Zirkus kommen sollte. Es dürfte nur wenig bekannt sein, daß Richard Wagner sich mit der Absicht getragen hat, mit seiner Nibclungen-Tettalogie in den Zirkus zu gehen. Tas war um das Jahr 1879. Bothp, von Hül>en hatte die Erwerbung der Tetralogie für daS König­liche Opernhaus abgelehnr, und der alle Renz, ein leidenschaftlicher Musikfreund in feiner Art er fchäyte Wagner, lveil dessen Musikpiöcen so schönen Lärm machten und sich daher besondere für den Zirkus eigneten" erfuhr vou der Schwierigkeit, ein paffendes Bühnenhaus für die Wagner-Aufiührung zu beschaffen, und bot Wagner durch Verniiulung eines Belannten ieinen Zirkus an. Tiefer Vermittler war der mit aller Welt, alfo auch nur Wagner bekannte alte Ballettmeister Fricke in Tcffau, der Feuer und Flamme für die Idee war und alles aufbot, um Wagners Zustimmung zu erlangen Auch Wagner war nicht! abgeneigt, ja, der Gedanke, die Tetralogie im Zirkus aufzuführen, wurde ihm, wie der diescrhalb gesührie Briefwechsel ausroeift, täglid) sympathischer. Aber noch ehe die Verträge mit Renz abgeschlossen wurden, kam Tircltor Eers mit feinem Viktoria- Theater, und 2Bagner zog die Bühne der Manege vor.

* Die Heiratsglocke. Wir lefen imNeuen Wiener Tagblatt": Ter fromme Glaube, daß das Läuten einer bestimm­ten Glocke die Erfüllung eine_> Wunsches mit fich bringe, ist in den österreichischen A l p e n l ä n d e r n ziemlich ver breitet, und an gewissen Tagen kommen die Leute oft von weit her, um durch eine folche^ Wunschglocke dem Ziel ihrer Sehnsucht näher zu kommen. Im Turm dec Wallfahrstskirckje von Groß- gallenberg in Krain hängt oder wie man beute leider sagen muß hing eine solche Glocke, deren Geläute der Legende nach heiratslustigen Akädchen den Freier verschaffte^ Am letzten Ostermontag ging ^biefe, begreistichcrweise sehr in Anspruch genommene Glocke in 2 r ü mjn c r, so stark und heftig zogen bie herbeigecilicn Jungfrauen am Strange. Tie gute Glocke!, Früher genügte ein leifeS Bimmeln, und der erfehnte Freier kam. Heute scheint selbst der stärkste Krariau'wand nicht mehr bic ersehnte Wirkung zu erzielen. ES ist ein Glück, daß dieser Brauch nur in einzelnen Gegenden gcübtjvirb und an gewisse Tage gc Erunben ist; sonst würden wohl Tag und Nacht die Glo^n klingen. >

Kurze Nachricht en aus Kunst und Wissen-« schäft. Anm.'ldungen zu dem Wilhelm Raabe-Bund, Hauptsitz Berlin, über den wir kürzlich aussührlich berichteten, aus dem Großherzogtum, Hessen nimmt Herr Rechtsanwalt Dr. Max Strauß in Worms entgegen, der auch zu jeD-er weiteren Auskunft gern bereit ist. Der Mathematiker, orb. Honorarprofessor an der Universität Heidelberg, Geh. Ho^ rat Tr. phil. Moritz (Senior feiert am 6. Mai fein 60jähriges Toktorjubilänm. Er ist am 23. August 1829 zu Mannern ge­boren. Seit 1853 gehört er dem Lehrkörper b-ir Ruperlo-Earola an. In Leipzrg ist am 4. b. M. der Tirektor der dortigen Königlichen Baufchulc 23mirat Professor Engen Kayser: un 63. Lebensjahre gestorben.