Ausgabe 
4.3.1911 Viertes Blatt
 
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161. Jahrgang

viertes Blatt

Erscheint IL-Nch mtt Ausnahme des 8-nntag».

und

rie: nuf demselben Standpunkt steht unser

D7t

'*" Rheinische* , , . ,

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®ieOietznttr ZaMillenblätter" werden dem flnjeifler' viermal wöchentlich beigelegt, daS Krebblott fii den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich -wennal.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Die verschiedenen, sctztlPr oa ra mm seiner eigcnen Partei abge wichen I und hat sich uns genähert.

Kandidat, der diesen Gedanken auch in rein landwirtschast- lichen Versammlungen schon längst ausgesprochen hat. Tos Programm der fortschrittlichen Volkspartei verlangt aber ollmäblichen Abbau der Zölle, um schließlich zur Frei^ handelspolitil zurückzukehren.

4. .Herr Dr. Strcsemann hat Taten der nationallibe-- raten Partei für den Mittelstand besprochen Er hat er­zählt, daß sic für die gewerblichen Gesetze, die Treu und Glauben fördern sollten, gestimmt hat, für die Einschrän-- kung der Warenhäuser und stonsumvereine, für den kleinen Befähigungsnachweis, der den geprüften Meistern besau dcre Rechte verleibt, für die Regelung der Verhältnisse im Baugewerbe (Sicherung der Bausordcrungeu der Hand­werker) 'n. dergl. In allen diesen Fragen steht Prvs. föi-

sevius auf dem gleick>en Boden. .

in der Fortschritts. Volkspartei vereinigten ltntsltbcralcn (Gruppen lzaben fast stets gegen diese Gesche gestimmt, rtnc| s,c auch früher gegen die Börsensteuer, die Wuchcrgesetzc, die Einführung der gewerblichen Schiedsgerichte, die Kauf­mannsgerichte, gegen die Tantiemesteuer, die Zigaretten- steuer, die Ehampägncrsteuer und viele andere Gesctzesvor lagen, die das Mittelstandsintcresse vertraten, gestimmt

Vie notionalliberokn im (Siebener Wahlkamps.

Don dernationalliberalcn Partei werden wir üm Aufnahme des folgenden Aufsatzes gebeten:

Nachdem die Fortschrittliche Volkspartei sich schon feit längerer Zeit bemüht lmt, durch Material, das ihr von den sonst von ihr so wegwerfend behandelten Antisemiten zur Verwendung gegen uns zugesandt worden war, sowohl unsere Leitung als auch unseren Kandidaten anzuschwärzen, ihn äls in seinem Programm abhängig vom Bund der Land­wirte it. dergl darzustellen, hat man jetzt noch zu inem neuen Aahlmittel gegriffen: man versucht die Wi'kung der glänzenden Rede des Reichstagsabg Dr. Strcsemann für oic Kandidatur Gisevius abzuschwächen durch die Be­hauptung, diese Rede sei eigentlich eine solche für Pfarrer Morell gewesen, da ihr Inhalt den Ansichten von Professor Gisevius nicht entspreche. Aber wie man in den obigen An­griffen schrittweise zurückgehen müßte, und noch weiter zurückgeheu muß, so liegt die Sache auch hier, wie nach­stehende Ausführungen erweisen werden; denn es ist unbestreitbare Tatsache, daß die program m a t i s ch e n A n s ch a u u n g e n u n d Fo r d e run g cn des Pros. Gisevius sich, mit dem n a t i o n a ll i b c- ralen Programm decken.

1. Herr Dr. Stresemann betonte, wie Prof. Gi­sevius das Wortn a t i o n a V' : Herr Pfarrer st d* reit und seine Leute halten diese Betonung für über flüssig. Man hat sogar zum Vergleich, die allmähliche Begrlffsverengung des Wortes direkt herangezogen (Hess. Lib. Wochenschrift).

2. Herr Dr. Stresemann will falls neue Stenern trytz großer Sparsamkeit notwendig wurden, d i r c l t e, die wohlhabenden Kreise belastenden Steuern. Herr Prof. Gi-- sevius verlangt dasselbe.

3. Herr Dr. Stresemann will Erhaltung der fetzigen Schutzzollpolitik für Landwirtschaft

Air Nationallibcralc haben bisher getreu dem ge­gebenen Worte sachlich und ruhig gekämpft >?cm Pros. Gisevius erwähnt in seinen Reden die anderen bür­gerlichen Parteien laum, um nicht zu verletzen. Wir müssen aber mit Bedauern fcftftcHcn, daß Redner der Fort« schrittlichen Volkspartei und die hiesige Vertretung in den Zeitungen den sachlichen Boden verlassen und das Gebiet persönlicher Kampscsweisc betreten haben

Obwohl Herr Stresemann auf Grund der Kenntnis des Programms von Prof. Gisevius die Unterstellung eine3 programmalischen Zwiespaltes energisch zurückgewiesen undl auch der sog. Wormser Ecke, die freisinnige Z-lensburger Ecke gegcnübcrgestellt hat, wo die freisinnigen sich mit dem Bund der Landwirte verbündet hatten, um einen Ratio-« nalliberalen zu verdrängen (keinen hessischen!^, und der Vorsitzende des hiesigen Nationaltibcralen Vereins die An­griffe der freisinnigen Redner ebenfalls kräftigst zurück^ gewiesen har, treibt eine gewisse freisinnige Presse dieses Unwesen weiter. Tie Berichte der Zrks. Ztg., der I-rcis. 3tq. und der hiesigen freisinnigen Presse sind toafyre Muster" von parteitcndenziöscr EntltcUuug, denn sie unte r drücken alles, was den fieifinnigen Rednern er- widert wurde. Ist das noch ehrliche, sachliche Kampfes, weise? 3- ^ley.

haben.

5. Herr Dr. Stresemann hat warm für die Schaffung eines Privatbeamteiwersichcrungsgesetzes als selbständige Einrichtung gesprochen. Herr Pros. Gisevius will dasselbe .vterr Rcichstagsabg. Dr. Pothoff, Mit­glied der Fortschritt!. Vollspartci, will dagegen Anschluß an die Arbeitergcsctzgebung.

H. Herr Dr. Stresemann ist für maßooNcn, besonnenen Ausbau der Sozialgesetzgebung Er hat die s?( b ft i m - nt ix tilg seiner Partei gegen die Zulassung der gcwerk-- schastlichen Sekretäre zu Vertretern der Arbeiter in den Arbeitskammcrn verteidigt. Herr Prof. Gisevius will gleich­falls vorsichtigen und besonnenen Ausbau der erwähnten Gesetze, keine übermäßige Belastung von Industrie und Gewerbe. Die T-ortschrittl. Vollspartci, die früher gegen die staatliche Sozialpolitik war, fordert jetzt ein viel rascheres Tempo Sie hat beispielsweise für die Zulassung der Gewertfchaftssckrctäre gestimmt.

7. Herr Dr. Strcsemann hat die Sozialdemo­krat i c^g e t ad e lt, weil sie jüngst gegen die Wcrt- z uwachSsteuer Vorlage gestimmt habe. Die Fort' s ch r i t t l i ch e V o l! s p a r t e i hat f a ft geschlossen wie die Sozialdemokratie, gestimmt. Herr Prof. Gisevius denkt wie Dr. Stresemann.

8. Herr Dr. Stresemann ist mit seiner Partei gegen die Einführtrng einer parlamentarischen Regierungsweise. Die Fortschritt!. Volkspartei will eine solche.

Diese Auslese durste zeigen, daß Herr Dr. Stresemann, ohne, es direkt auszusprcchen, eine ganze Reihe von Hand­lungen unserer Partei und von programmatischen For^ derungen vorgetragen hat, die denen der Fortschrittlichen Volkspartei entgegengesetzt sind; aber er hat keine einzige prinzipielle Forderung der natwnaUiberatcn Partei voi> getragen, in der unser Kandidat anberö denkt

Es hat bisher niemand ein eit Widerspruch des Pro­gramms von Pros. Gisevius und dem der nationalliberalen Partei nachgewiescn, und es kann niemand einen solchen nachweifen, weil er nicht existiert. Die Herren, die etwas behaupten, kennen offenbar die Programme nicht.

Wenn .vierr Pfarrer storell, wi» man sagt, in der Schutzzollsrage auf einem ähnlichen Boden wie die Ratio­nalliberale Partei stehen sollte, so ist er eben von dem

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