Drittes Blatt
16L Jahrgang
Nr. 260
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Zahn-Creme
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Sdiwüchen bcS anderen Teile- abzufinden. Es ist daher cm crcbl- fchluß, ans- tcm Manqcl des Villen- zu fünihgcm u n b c h t M - t en Wohlvcrbaltcn in der cheliden Gemcinichast und au» der vcrmcintltdi nblcnbtn Gewähr tür ein solche» Verhallen bat Mangel de» Stilen» zur ehelichen Gemeinschaft überhaupt herzuleiten.
Sehern in klaren, lcichtsaßlichen Schi.derun,',eit erft.h t, verm.tte t er bau Leser nicht nur ben Genuß an der Höhe, aus ber wir gerade ongclangt sind, sondern weist unfern Amen schon wieder neue, höhere Gipfel. Und ob er über die Geheimnisse bc* 9hl tum» bericht«, ob er in bi? Naturgeschichte des Genies cinjubriitgen versucht ober die ästh tischen Ausgaben in der modern en Technik erwägt, immer wahrt er den gan-.cn Zusammenhang mit unserer gröstten Lehrmeisterin und Freudenspenderin, der Natur.
gezogen werden können.
— Artur Fürst, Die Wunder um uns Neu? Einblicke in Natur und Technik Mit 103 Tafeln und Illustrationen «Vtta, Deutsches V r agshaus, Bec.in-Eh ) Artur Fükji, der Berliner Fem.ietonist, Hot hier ein Werk gcicha fen, da. von
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Frauen-FeuiUeton.
ff. Was vornehme Damen früher lasen. Tarnen von Welt, die sich heute einem Hang für Literatur hingeben, pflegen sich gewöhnlich mit der Lektüre von Romanen zu begnügen. In vergangenen Jahrhunderten ist es wesentlich anders gewesen; damals roaren die Vücher, die Frauen in ihre Bibliothek aufnahmen, vielfach wissenschaftlichen Inhalts. Katharina von Medici, die mit ihrer ganzen Familie eine Neigung für schöne Bücher teilte, besag eine Sammlung von 776 Werken, unter denen nicht weniger als 58 medizinische Abhandlungen in griechischer und 1- in lateinischer Sprache waren. Geographie und Mathematik, Geschichte, Rechtswissenschaft, Theologie unb — Hexenweien waren ebensalls vertreten Wie Bücher waren prachtvoll eingebunden und mit Arabesken unb allegorischen Bildern verziert Tic Herzogin von Balcntinois bevorzugte ebenfalls, wie auch Margarete von Navarra und noch viele andere hochgestellte Tarnen der da maligen Zeit medizinische Lektüre. Tic Marauise von Pompadour las mit großem Eifer politische und staatswissenschoffliche Werke, während die Du Barrv nach Ausweis ihrer Bibliothek eine Bor- liebe für schöne Einbände hatte, im übrigen aber alles mögliche nebeneinander stellte. Marie Antoinette, die eine hervorragende cjro^e Bibliothek besaß, stellte sich eine vorwiegend naturwissen- ichaulicke und medizinische Sammlung zusammen. Madame von Lamdalle bevorzugte landwirtschaftliche Werke: die Gräfin von Provence las chemische Abhandlungen und beschäftigte sich eingehend mit der Anatomie des Menschen.
Die „•teVner ^OTdllenblätttr* m erb en dem vttnjeiger* viermal wöchentlich beig»legt. bat „Xrtliblati ftr bee Kreti «leben* zweimal wöchentlich. Die „laudwirtlchaftlichen tett- frage»" erscheinen monatlich zweimal.
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Vstchertisch.
— ReichSversichcrungSordnung in Einzel- b ändert. Tie Vcrwalmngsdircktorcn der Bavr. Baugeiverks- Bcr11ssgcnossensck>asl, Tr. H. 5 ti cgi er unb Fr. Lctprecht, R A , haben bei Eugen Reut sch Verlag G mbH in München bie Rcitt'svcrsicheruugSordnung bei auSgcgcbcn, die nadi den drei grof en Ber t.hcrungSzwcigen Kraitketwersicherung, UiHallDcrhdK- rung unb Invaliden- unb Hmterbliebcnenocrfichcrung) gegliedert — in drei Bänden, von denen jeder in sich abgcidüoiien unb einzeln lauflidi ist, erscheint. Jeder Band enthält neben dem speziellen G.setzeStert nidit nur die „Gemeinsamen Vorsduiftcn", fonbcrn aud) alle anderen Bestimmunaen ber R -V.-L) unb anderer Geseke, bi.1 für den betreffenden Vcrsickrerungszweig einschlägig sind. In jebem Bande sind außerdem die zahlreichen Verweisungen abgedruckt, ferner die lorresponbiercnden alten Gesetzes- stellen angeführt unb cnblich sind den Gesetzesvaragraplwn die Paragraphen des Eiitwurfs beigesetzt, so baß auch bie Motive unb Beratuugsmaterialien zu jeber Bestimmung ohne Mühe heran-
Äebaftton «ypebitton unb Druckerei: Schul- ftraRe 7 frrpeötnon unb Verlag: bL
Rebafiiotve^lia. Del^Abr^AnzcigeriLieße»
Geduld." Am folgenden Tage befahl der Marschall seinem Stoch, eine Sauce nach demselben Rezept zu bereiten, aber vergebens: der Hofkoch mußte sich unfähig 6efennen, dem Wunsche seines Herrn nachzukommen Man ging also wieder zu dem alten Gastwirt, und dieser bereitete nun vor den Augen des gedemütigten Koches eine neue Auslage seiner Sauce, bie ben Beifall ber gesamten Umgebung Richclieus hatte. Das Rezept wurde später nach 'Frankreich gebradjt unb kam dort bald in bie Mode Zur Erinnerung an ben Steg bei Mahon wurde die Sauce Mahonaise genannt, was des Wohllauts wegen später in Mayonnaise umgewandelt wurde.
ff. Kurze Nachrichten aus ber Frauenwelt. Am 23. Eftober hat der erste weibliche Dozent der Universität Kopenhagen vor zahlreich erschienenen Zuhörern bie Antrittsvorlesung gehalten. Frau Lis Jacobson, Dr. der Philosophie, eine junge Tarne, behandelte das Thema „Dänische Wörter für Frauen unb Männer", einen rein philologischen Gegenstand. — Heber die Anzahl der Aerztinnen in Tcutschland gibt die „Deutsche mckizinische Wochenschrift" eine Zusammenstellung, aus der bie Zunahme der Aerztinnen ersichtlich ist. Im Jahre 1910 gab es in Deutschland 102 Aerztinnen gegen 69 unb 55 in den beiden Jahren davor. 28 Städte Teuttchlanbs haben nur je eine Aerztin, 10 je 2; Hamburg hat 4, Dresden, Frankfurt a. M. und München je 6, und in Berlin sind 32 tätig. Auch ber Nachwuchs ber Aerztinnen muß im Zunehmen sein, denn die Anzahl der Medizin studierenden Frauen ist von 371 im Wintersemester: 1909/10 auf 512 im Sommer 1910 gestiegen — In Frankreich sind in ber letzten Zeit der Akademie viele wissenschaftliche Arbeiten von Frauen vorgelegt worden. Der Chemiker y aller hat ;. B. der Akademie ber Wissenschaften eine Arbeit von gräulein Fevtis vvrgelegt, die über den Magnetismus und komplcre Salze handelt. Frau Fabre hat der Akademie eine Arbeit örcr Cie Behandlung rabioaftmer Stoffe mit eisenhaltigem Schlamm corgelegt; Fräulein S. Ledebt hat gemeinsam mit Herrn T<le- zenne die Wirkung des ftobragiftes auf Psmdeserum untersucht, während Frau GruMvska Unteri'uchungen über bcz 3t er ferne ht roher Kartoffeln ausgeführt hat und zwei Stoffe, Ämviche und Arnylopectin in ber rohen Kartoffelstärke nachweisen konnte. — Bon einem interessanten Plan aus Südamerika weiß bie Zeit- d.rift „Süd- unb Mittekamerika" zu erzählen: die Regierung on Uruguahgebenft eine Frauenuniversität eirz- ^urichten. 2lls Ort hierfür ist Montevideo auserseheu.
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Samstag, 4- November 19ff
Hotenenfbrud uni Vertag ber Srüdllchev Untorrfuäil • Buch- und Steindruckerei.
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejftn
taucht werden konnte. Die Sitte hat sich bis ins 17. Jahrhundert erhalten, wurde dann aber, da sie scheinbar durchaus nicht bessernd auf die Frauen wirkte, sondern nur ben Zuschauern manches zum Lachen reizende Schauspiel bot, allmählich aufgegeben.
— Eine kleine Sensation hat in London ein Buch ber Mrs. Billington-Greig erregt worin diese Tarne, bisher eine rüstige Vorkämpferin in den Reihen der Frauenrechtlerinnen sich in aller Form von ihren bisherigen Parteifreundinnen los gesagt hat. Tie Gründe, die die Tarne für ihren Schritt an gibt, sind auffallend verständig. Sie beklagt es nämlich, daß die englischen Fraucnstimmrechtlerimien sich immer cinfcmgcr auf die Stimmrechtsfrage beschränkten Liber, so fahrt Mrs. Billington-Greig fort, das Wahlrecht ist doch nur ein Mittel zum Zweck. Was die Frauen erreichen wollen, das sind nicht neue Gesetze oder Zwangsmittel, sondern eine wirkliche neue Stellung der Frau, Und die kann nut Däninnen heraus erobert werden. Eine neue Stellung der Frau tu der Ede, in ber Jndurstie, im Leben überhaupt. Darum brauchen die Frauen nach ihrer Äm'icot zurzeit weniger das parlamentarische Stimmrecht — gefdüveige denn, daß es nbtig wäre, für dies Ziel auf die von den englischen Frauenrechtlerinnen beliebte D:ise zu kämpfen: was sie gebrauchen, das ftnb, wie die Dame sich ausdrückt, Prediger, also Leute, bie das Teufen der Frau aurflären, üerliefen, entwickeln. Sie will von dem Instrumente des Fort- schritts auf den Fortschritt selbst zurückgehen. Es begreift sich, daß diese offenherzigen Darlegungen einer bisherigen Führerin der Frauenstimmrechtssalhe hi England allgemeines Aufsehen
ff. Das Badderbösen Frauen. In der französischen Stadt E a b o r s wird ein großer Käfig gezeigt, in dem in früheren Ja Iw hundert en untreue Frauen eingeiDcrrt wurden, um in diesem Gefängnis zur Abkühlung ihrer heißen Leidenschaften in i>ie_ Wogen des vorbcifticßcnden Stromes getaucht zu werden. Tie Sitte, auf diese feuchte Weise erzieherisch auf arme Sünder einzuwirken, geht in sehr frühe Jahrhunderte zurück und ist über fast ganz Deutschland verbreitet gewesen. Vor den Frauen waren es die Gotteslästerer, denen ein solches Bad zugedacht wurde, und in London wurden nicht Ehebrecherinnen, sondern Xanthippen in den Strom getaucht. Die Einrichtung, die dort bestand, unterschied sich übrigens wesentlich von ber sonst all- gemein üblichen. Kein Käfig wurde gebraucht, sondern zwischen zwei großen Balken, die durch einen Querriegel verbunden waren, wurde ein Stuhl angebracht, in den die Büßerin gesetzt wurde.
alt und jung ircubtg begrübt roerhn wird. Lite -icamtr gut per Höhe der Zeit, die Erkenntnisse in der Naturwissenschaft w in er mit plastischer Eindringlichkeit und mit meisterhaftem Stil zn schildern Wenn er von der Maschine des Automobils, von den neuen Turbodpnamos, von brab loser Telegraphie unb Fern-
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so benehmen sie sich recht wunderlich Zum Eintritt bc- nutzen sie die Fenster, machen sick>s beuqem, häng’n ihre Siebenfachen an der Decke des Wagens auf unb lochen ihre M.chlzeiten. Man glaubt in ein Chaos zu blicken, sieht man in einen solchen vollgepfropften Pi'g'rwaggon der Hedschasbahn. Frauen sind in geringer Zihl vorhanden ; sie sind meistens uralt und Haven ihr Gesicht verhüllt. Mincker Fromme sieht sehr streng daraus, daß feine Weiber von der Allgemeinheit getrennt sind: er reserviert sich ein Eckchen, indem er einen Vorhang ausspannt, oder «vumtiomu um m« tu.
sucht sich sonst einen Winkel für feine Gattinnen. Zur ^ib jung freudig begrüßt werden wird. Die Technik auf der ^oetszeit hält der Zug auf freiem Feld, a.le strömen aus - .... ~ ...
den Wagen und verrichten ihre Andacht, kochen dabei auch auf freiem Felde ihr Gffen. Nachts liegen die Taufende eng aneinander gedrückt auf dem Boden, und der Schaffner tritt über sie weg, stößt sie mit dem Fuß beiseite. Sie aber rühren sich nicht, sondern träumen vom Segen des Propheten und ihrem heiligen Ziel.^
Line Mctlasahtt mit öer hedschasbahn.
Die jährliche Pilgerfahrt nadi Mekka, diese älteste religiöse Zeremonie, die heute noch besteht, und die ihr eini genbe* Band um die Welt des Islams schlingt, ist mehr denn je in Blüte und hat mit Hilfe ber modernen Kultur einen ungeahnten Aufschwung genommen Die Hodschas- bahn bietet den Pilgern ein verhältnismäßig bequeme? Mittel, die heilige Stätte des Propheten zu erreichen W.i 1' hohen Wert die Pilgerfahrt für die Straft unb geschlossene Wirkung des MoharnrnedaniSmus besitzt, führt William L Ellis in einem Aufsatz von Harpers Magazine au?, der sich mit den neuesten Formen dieser uralten heiligen Reise beschäftigt
Für uns erhält diese Rolle Mekkas gerade jetzt, da die Welt des Islam in Gärung begriffen ist unb allenthalben zum heiligen Krieg gegen bie Ungläubigen gerufen wird, ihre besondere Bedeutung Obwohl eine ber unzngäng ((äfften Städte der Welt, wird Mekka doch jährlich von einer solchen Menge Fremder besucht, daß es in dieser Hinsicht sogar über London und Neuyork steht. Es ist bie religiöse Hauptstadt unb das Ziel ber Sehnsucht für 225 Millionen Moslems, für ein Siebentel ber ganzen Menschheit. In drei Erbteilen wenden sich alltäglich Un zählige zum Gebet nach dieser Stätte. In Rußland breiten Mohammedaner ihre Gebetteppiche nach Süden g^gen Mekka, in Sansibar bliefen sie nordwärts nach ber heiligen Stadt, in Kiagsu und Seitensi verrichten Millionen chinesischer Mohammedaner ihre Andacht, nach Westen gewandt, unb im weiten Sudan blicken sie östlich zur Kaaba, wo der schwarze Stein ruht, den einst der Engel Gabriel dem Erz oater 'Abraham gab und der schwarz ist von ben Tränen AdamS.
Tas wunderlichste Völkergemisch wirbelt in den Straßen Mekkas durcheinander. Da erscheint der türkische Gffcnbi im elegantesten Pariser Rock; neben ihm der halbnackte Beduine der Wüste, der stolze afghanifdK Bergbewohner, der russische Händler, der indische Gelehrte; Perser, Somalis, Haussas, Javanesen, Aegppter, Kobhlen unb Mauren. Die Pilger- fahrt bringt all diese,Vertreter der islamischen Welt in enge Berührung, hält sie zusammen und wird so zum Herde jenes Fanatismus, der jetzt wieder in Afrika emporlodert. Unb bie mobente Kultur schürt unabsichtlich dieses Feuer, tnbent sie immer mehr Schwierigkeiten für die Fahrt aus dem Wege schafft. Früher brauchte man von Damaskus nach Mebina 30 Tage in beschwerlicher Karawanenreise, heute nur vier in ber bequemen Eisenbahn Der Fortschritt, den die Lehre des Propheten in der letzten Zeit gemacht hat, spiegelt sich in dieser gewaltigen Steigerung der Pilger.zahl, die im Jahre 1880 92 000, 1904 2ÖOOOO unb 1907 281 000 betrug. Die Mei^e ber „Hadschis" wird im Jahre 1910, wo amtliche Angaben bisher fehlen, noch viel beträchtlicher eingeschätzt. Von den 281000 Pilgern des Wahres 1907 waren 113 000 türkische Untertanen, 40 000 iJnder, 17 000 Mauren, 16 000 Russen, 15000 Perser, 13000 Sudanesen. Die Macht des ottomanischen Reiches über den Islam, die hier auch zahlenmäßig zum Ausdruck kommt, gründet sich hauptsächlich auf den Besitz von Mekka und des Kalifats, das einst der Prophet errichtet. So gilt der Sultan noch immer dem gläubigen Moslem als der Statthalter deS Propheten auf Erden.
Der Bau der Hedschahsbahn hat übrigens die türkische Regierung vor ein wichtiges Problem gestellt. Früher wurden den Beduinen große Beträge gezahlt, damit sie die Jfcrraroanen unbehelligt ließen. Die Türkei gab in einem Jahre mehr als 2 Millionen Mark. Diese xribute wurden nun eingestellt, aber die um ihre beste Einnahmequelle gebrachten Beduinen unternahmen Angriffe gegen die Züge, unb es bedurfte eines starken Aufgebots von Militär, um die Eisenbahnlinie zu sichern. Eine ungeheure Menschenansammlung strömt beim Beginn der Pilgerfahrt in und um Damaskus zusammen. Ji; großen Lagern kampieren die malerischen Gruppen aus allen Weltteilen und warten geduldig auf die Karten, bie ihnen von ben „Franken" versprochen sind. Es ist ein Glück, daß dem Mohammedaner
Gcrichtssaal.
Hamburg, 1. Nov. Tas hiesige Landgericht hat heute gegen mehrere Veranstalter von sogenannten Losgesell- Ichaftcn empiindliche Strafen verhängt. Der Veranstaltung einer össentlid.en Lotterie ohne obrigkeitliche Erlaubnis und des Betrugs waren Rettig, Klockow, Heile und Butt angeklagt. Tie Angellagten hatten in den Jahren 1908 und 1909 eine Reihe von Losgesellschaften unter dem Namen „Glückstern", „Hansa", „Harmonia", „Ham'caiii'che Losgesellschait" usw. gegründet. Sic forderten in Prospekten, die etwa 130 Zeitungen und Zeitschriften beigefegt wurden, hauptsächlich an kleinen Crten mit ländlicher Bevölkerung in Süddeulfchland zum Beitritt zu diesen Gesellschaften auf In den Prospekten wurde die Tatsache, daß sich an jedem Prämienlos 100 Personen beteiligten, verschwiegen: es heiße nur, es handle sich um eine gesetzlich zulässige Lotterie mit außerordentlichen Okwmnchancen. Jeder Teilnehmer hatte, wie die Franff. Ztg. mittcilt, für einen Anteil 6 Mark monatlich, ober für einen halben Anteil 3 Mark monatlich zu zahlen imb erhielt nach Leistung der Zahlung ein in der Form einem Staats- titel nad geahmtes Mitgltedsdolumcnt. Tic Verhandlung ergab, daß bie Angellagten allein in den Gescllschaften „Hansa", „Glückstern" und „Harmonia" insgesamt 38 770 Mark verdient hatten. Turd) eine umfangreiche Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß die Teilnehmer durchweg der Meinung gewesen waren, daß sie nach Einsendung des Betrages alleinige Eigentümer ber betreffenden Lose werden würden. Es wurden verurteilt: Rettig (ber vor kurzem erst in Trier wegen des gleichen Vergehens bestraft worden ist) zu drei Monaten Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe, Heise zu zwei Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe, Klockow zu 500 Mark Geldstrafe und Butt wegen Beihilfe zu 150 Mark Geldstrafe.
— Das Wohlverhalten in der ehelichen Ge-- m ei n f d) a f t. lieber eine interessante Entscheidung des Reichsgerichts berichtet die „juristische Wochenschrift": Tic eheliche Lcbensgemeinichaft hat keineswegs zur Voraussetzung, daß die Eheleute zueinander unausgesetzt ein vorwurfsfreies Verhalten beobachten. Mißhelligkeiten, Meinungsverschic- denheften, gclegcntlid) auch Ausschreitungen pflegen in den meisten Ehen vorzukommen. Tas die Lebensgemeinschaft der Eheleute beherrschende Sittengebot macht jebodj die Ueberwindung ber artiger Störungen des ehelichen Friedens zur imbebingten Notwendigkeit, verlangt gegenseitige Nachgiebigkeit unb den festen beiderseitigen Willen, sich mit der Eigenart und auch mit den
erregen.
If. Ter Ursprung ber Mayonnaise, dieser berühm testen von jeder Hausfrau geschätzten Sauce, geht auf die in der Kriegsgeschichte wohlbekannte Stadt Mabon auf Menorca zurück Bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges zwischen England unb Frankreich gelang es den Franzosen unter Marschall Richelieu im Jahre 1756 die Engländer nach tapferem Widerstande in dem Fort Saint-Philippe zu vertreiben unb sich selbst an dem wichtigen Platze festzusetzen. Eines Tages ging der Marschall durch die Stadt unb trat, da er Hunger verspürte, in ein kleines Gast- h<ms ein, wo er fick bas Frühstück vorseyen ließ. Der biedere Wirt war auf so hohen Besuch nicht gefaßt unb wenig vorberntet Er mußte al io auffragen, was er gerade im Hause hatte. Er brachte also kaltes Fleisch in einer von ihm selbst bereiteten ... w. _..u. W1UW., Sauce herbei. Richelieu schmeckte die Sauce und neugierig fragt
Dies Gestell wurde am Wasser fo über einen Block gelegt, baß er nach dem Rezept. „Um sie zu bereiten," entgegnete ber bei Stuhl mit Leichtigkeit je nach Bedürfnis in die Fluten ge- Wirt, „braucht man nur CeL Eidotter^ etaa^ 3tarnte und —
eine Lehre Fügung in das Schicksal und besonder' auf der heiligen Pilgeriahrt Vermeidung jedes Streite- anbesieh.t, sonst würde sich unter diesen bunt zusammengewürfelt n Massen viel Streit und Verwirrung erheben So aber ist alles ruhig, eintönia durchdringen am Morgen und Abend die musikalischen Ruse zum Gebet das weite P Igerl g r, und alles harrt aus den großen Augenb.ick, da dec ricf;g- Zug zur Abfahrt bereit sticht Nur wenige vornehme Herren und Nabobs. reisen erster K asse unb bei. gen für iili und ihren Harem gewöhnlich einen ganzen W rggon. Tie Ueberzcchl her Hadschis fährt dritter Käse Aber auch bimit nimmt man es nicht so genau Da sie alle g'wohnt sind, auf bloßer Erde zu sitzen, so ziehen sie die Bi h:v gen viel a h vor und werden hier zusammengepfercht, meist sogar in zwei Stöcken.
Das Eisenbahnfähren sind gar viele nicht g wohnt, und
Magenstörungen, Verstopfung.
ES ist allgemein anerkannt, daß durch eine mehrwüchentlichc Behandlung mit Dr. Wcacncr'o Dec die harmäckigsten Fälle beseitigt werden. .... ,
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