Zweites Blatt
M. Jahrgang
Nr. 242
Erscheint tSgllch mit Ausnahme des Sonntags.
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Die „Siebener Zamttiendlätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „«reirblaN für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „tandwirtschastlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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) I
Geringere Atast- und gute Saugkälber 47—52 geringere Saugkälber 40—45 « ch a se.
wandern und Reisen.
X Bad-Nauheim, 13. Oft. Mit einem Konzert der Hanauer Ulanen s ch l i e 81 am Sonntag d i e 0 f i i z i e l l e S a i - s 0 n. Tie Murfayelle wird bereits morgen abend zum lebten 9Jia( , vielen; der Abend gilt zugleich als Abschiedskonzert des zweiten Kapellmeisters Steinmann, der im Winter in Koblenz tätig ist und im Frühjahr die Leitung der Kurkapelle in Ems übernimmt. Für den Sonntag ist das Winderstein-Lrcheiler bereus für eine Liszt-Feier in Nauheim engagiert; am Montag gibt es dann noch ein Konzert in Marburg und am Mittwoch nimmt cs schon wieder seine Wintertätigkeil in Leipzig auf. In letzter Zeit mutzten die Konzerte zumeist im Konzenhaus abgehalten werden. Bei der für diese Jahreszeit hohen Zahl von IdOO bis 1600 Kurgästen, die jetzt iwch anwesend srnd, erfreuten srch die Veranstaltungen der Kurkapelle auch nach dem 1. Oktober noch eines guten Besuchs. In den letzten Wochen stand aus dem Konzertprogramm einige Mal ein Friedberg er K 0 rnp 0 nick: Hermann Haustein mit einem Walzer „Herbstblumen", den ein Mitglted der Kapelle inftrumcntiert hat. Tie stimmungsvolle Komposition sand viel Anklang und lebhaften Beifall.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: fcO 5L Redakiwnte^ 112. Teh-AdruAnzeigerGleben.
Samstag, 14. Oktober 1911
Rotationsdruck und Verlag der vrüblichen Unioersiläts - Buch- und Eteindruckerei.
9t Lange, Gießen.
Ausland.
Es verlautet, daß die -iurtei jcijn Schwadronen Kavallerie zur Verstärkung des G r e n z d i e n ste s in die okkupierten persischen Gebiete entsandte.
Tie deutsch-nationalen Abgeordneten Marckhl und Wastian sandten dem alldeutschen Abgeordneten Malik wegen eines beleidigenden Zwischenrufes in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 13. d. M. ihre Zeugen.
Grotzer Erdbeben in Mexiko.
Nach Neuyorler Depeschen fanden bei einem Erdbeben in M e x i k 0 und Südkalifornien an 700 Personen teils in den Fluten, teils in den Trümmern den Tod. Vier Städte sollen zerstört sein. Viele Bewohner wurden von den zurücktretenden Gewässern lebend ins Meer geschwemmt, wo sie von den Haifischen aufgefressen wurden. Tausende find obdachlos und leiden große Not infolge Mangels an Nahrungsmitteln.
Arbeiterbewegung.
Barmen, 13. Ltt. 'Die Spruchkammer des Gewerbegerichts verurteilte 7 5 Metallarbeiter dreier Firmen zum Ersatz des Schade ns, der ihren Arbeitgebern durch den seit zwölf Wochen andaueritden Ausstand entstand und noch entstehen wird. Tie Höhe des bisherigen Schadens wurde aus 75 199,28 Mark festgesetzt; die rückständigen Lohnforderungen der Arbeiter betragen 2218,10 Mark.
Altere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und parsen 32—36
Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 28—31 54—62 K ä 1 b ec.
Mobilisierung in Rumänien.
Bukarest, 14. Lkt. Fast alle Blätter fordern wegen der Ädobilisierung zweier türkischer Armeekorps an der Grenze sofortige Mobilisierung, sowie b: 2 Kriegserklärung an die Türkei.
Feinste Mastkälbec 60—62
Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 53—56 89-93
Schweine.
'Tollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 52—53
'L-ollfleischige Schweine über 2 Zentner, Lebendgewicht 52—53
Lollfleischige Schweine über 21/, Zentner
Lebendgewicht 51—00
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht . 52—00
die Araber sich nähern und sich bemühen, sich nützlich zu zeigen. Mit Ausnahme des 84. Infanterie-Regiments, das auf Vorposten steht, erhielten die Soldaten die Erlaubnis,in der Stadtspazieren zu gehen. Militärkapellen spielen und Bersaglieri bewachen das Palais des Gouverneurs. Tas Leben in der Stadt spielt sich ruhig ab. Die Türken sind nach dem Scharmützel in der Nacht vom 9. Oktober nicht mehr erschienen. Man versichert, daß sie wenig Munition besitzen, und daß Krankheit in ihren Reihen wütet. Strategisch halten sie eine ausgezeichnete Stellung besetzt uttd zwar auf den Hügeln im Süden von Tripolis.
„Giornale d Italia" erfährt aus Tripolis: Wie verlautet, haben sich die Türken etwa 100 Kilometer von der Küste zurückgezogen. Munir Pascha versuche, seine Truppen mit der arabischen Bevölkerung von Lrsella, Fesren und Tarhuna zu vereinigen und bemühe sich, sie zum Widerstande gegen die Italiener zu reizen. Seine Bemühungen schienen bisher erfolglos. Munir Pascha verfüge nur über etwa 1000 Soldaten und einige Gebirgsbatterien.
Tripolis, 13. Oft. (Agenzia Stefani.) Ter erste Teil der gelandeten Truppen bestand aus einem starken Detachement Infanterie, mehreren Eskadrons, einer Pionierkompagnie und einer Trainabteilung, die stark genug sind, um den gelandeten Truppen der Lage entsprechende Operationen zu gestalten. Tie Munitwnskolonncn sind mit Munition, Gewehren und Geschützen reichlich versehen. Tie Versorgung mit frischen Lebensrnitteln ist aus viele Tage sichergestelllt. Eine große Menge Rc- servclebensmittel steht für alle Fälle zur Verfügung. Em Sani t ä t s d i e n st ist vollständig organisiert. Tie Ausschiffung wurde ivescntlich erleichtert dadurch, daß man von der Insel Lapcdusa cingelaufene Fischerbarken vorfand, die man ohne weiteres benutzen konnte.
Italienische Flugschifie.
Mailand, 14. Ott. (Einem hiesigen Blatte zufolge wurden vier neue F l u g s ch i f f e, die a u s F r a n t - reich in Rom angeioninleu sind, zusammen mir sieben Flug- inaschinen, die der militärischen Aviatiker-Schule gehören, naa) Tripolis entsandt. Elf Offiziere, von denen einige an dem Wettslug Bologna-Veiieoig teUgcnomnien haben, werden die Apparate lenken und Bomben aus ihnen werfen.
Karlsruhe, 13. Okt. Tas Luftschiff „Schwaben" passierte 9 Uhr 40 Min. die Stadt. 10 Uhr Bruchsal und 10 llbr 5 Minuten Wiesloch in der Richtung auf Heidelberg, überall von der Bevölkerung lebhaft begrüßt.
Heidelberg, 13. Okt. Tas Luftschiff „Schwaben" passierte auf seiner Fahrt von Baden-Baden nach Düsseldorf heute vormittag 10 Uhr 25 Min. Heidelberg in etwa 100 Meter Flughöhe, längs der Bergstraße. Tie Propeller waren schon zwei Minuten früher hörbar, bevor das Luftschiff bei dem nebligen Wetter in Sicht kam.
Darmstadt, 13. Okt. Tas Luftschiff „Schwaben" hat auf der Fahrt von Heidelberg nach Frankfurt um 11 Uhr 15 Min. Darmstadt überflogen. ~
Frankfurt a. M., 15. Okt. Tas Luftschiff „L-chwaben" erschien um 11 Uhr 45 Min. über Frankfurt und fuhr in langsamer Fahrt dem Flugplätze zu, wo um 12 Uhr die Landung glatt erfolgte. Tie Weitersahrt wird wahrscheinlich in einer halben Stunde angetreten werden.
5-rantiurt a. M., 13. Okt. Tie „Schwaben" ftieq um 12 Uhr 35 Min. zur Weiterfahrt über Wiesbaden und Bingen nach Düsseldorf aus. ,
Wiesbaden, 13. Okt. Die „Schwaben" panierte die Stadt um 1 Uhr 5 Minuten.
Köln, 13. Okt. Tas Luftschiff „Schwaben" passierte 2,25 Uhr Koblenz, 2,30 Uhr Neuwied und 2,55 Uhr in sehr schneller Fahrt Königswinter. ~ ., . , ,
Düsseldorf, 13. Okt. Tas Luftschiff „Schwaben" panierte 3,10 Uhr Bonn und landete um 4,10 Uhr glatt vor der Halle in Düsseldorf.
Die Schwabeiisahtt nach Düsseldorf.
Tie „Schwaben", Cic um 8,57 Uhr in ^aden-Oos aufge- ftiegen war, ist nach einer kurzen Zwischenlandung m Frankfurt a M nach prächtiger Fahrt um 4,10 Uhr in Tün'eldorf glatt gelandet, lieber den Verlaus der Fahrt erhielten wir folgende Nachrichten: ..... „
Baden-Baden, 13. Oft.. Tas Luftschiff „Lchwaben ist heute vormittag 8 Uhr 57 Min. zur tfaljrt nach Frankfurt am Main—Düsseldorf ausgestiegen, j
Deutsches Aeech.
Am geftripen F.tt.a , ijiuuui in e r 11 n die r e ch t s ste he n- b en Parteien ihre Versammlung zur Vorbereitung der l 0 m m c n b c n Reichstags Wahlen ab. Hauptredner war der koniervalive Laiidl.igsabgeordnete General von Titsurth, der das Thema „Aus zur Rcichstagsioahl" dehandelie. Ter Redner wandte sich im wesentlichen gegen die Fortichrittliche Volts- partei. Er sagte, sie habe sich der Sozialdemokratie derartig an den Hals geworfen, daß jede Grenze zwischen bürgerlicher Partei und Sozialdemoirarie verwischt morden sei. Damit sei es säst unmöglich geworden, siir einen sortschriulichen Kanoidaten yu stimmen, und es bleibe die alle Wahrheit bestehen, daß der schlimmste Sozialdemolrat immer noch sympathischer sei als der Bürgerliche, der mit ihnen fraternisiere. Es bleibe nur die Möglichkeit, von Fall zu Fall Enticheioung darüber zu treffen, ob mau mit Rücksicht auf die einzelne Perjöiittchteü trotz alledem für einen liberalen Kandidaten eintreten könne, abgesehen von denen, die sich aus Miiarbeitern und Gesinnungsgenossen des „Berliner Tageblatls" botumenriert hätten. — Ferner sprach u. a. der Führer der christlich-sozialen Partei Lic. Mumm über „Ehristenturn und Schutz der Landwirtschaft".
In 78 Versammlungen wird am 17. Oktober, am Abend des Zusammentritts des Reichstags, von den Sozialdemokraten in Groß-Berlin gegen die Steigerung sämtlicher Lebensmittel protestiert werden. Der „Vorwärts" lädt besonders zum Massenbesuch an Frauen ein.
Bei den L a n d t a g s w a h l e n in Oldenburg wurden gewählt fünf Fortschrittler und vier Sozialdemokraten. Im ersten Wahlkreis siegten die Sozialdemokraten mit geringer Mehrheit gegen die Fortschrittler.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesfen
Ostend.
LMWL Äff »uWiesec! “iw*****’: Lehrgang in SWÄ sW f-LZW «6en 2
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»rin der Hauptrole, f den ersten Blek e ihrer Schaust,
\e ihr Möglichst zu vollenden, daß ’ir Plame wird bei
(6551 sondern ein Werk, uns überhaupt in eseigt wird iS Programm!
Die nach- A sind am Sonntag, den 15. Okt.,
stehenden üvl lilv von 12 linr mittags b,s 12 Lhr nachts nur lur dringende Fülle sicher anzutreffen: D 14/10
l>r. Klein, Ost-Anlage 37. — Dr. Schliephake, Goethestr. 44.
B^oeDbong'auni >uil feinster irab. 6unr.ni Smulfu : rnii :
Schake 36, Schweine 262.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine schleppend.
Preis Durch- pro 100 Pf0. schnittsprei! redend- Sl-iach:- pro 100 tzfund k. ♦ webend- Lchla icn-btSvon-bir
Lollflelschige, auSgemäftete, höchsten
Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 48—51 Junge, fleischige, nicht ansgemäslete und
ältere auSgemäftete 44—47
Uugejochte 50—53
B u11 en.
Pollfleischige, ausgewachsene, höchsten
Schlachtwertes 43—47
Farj en, Kühe.
Pollfleischkge ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes...... . 43—48
Pollfleischige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtweries bis zu 7 Jahren . . 38—41
Märkte.
Gießen, 14. Lkt. Marktb cricht. Auf heutigem Wocbeu- markte kostete: Butter pr. Pfd. 1,30—1.40 Hühnereier 1 St. 9—10 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Psg^ Käsematte pr. St. 5—6 Pfg., Lauben pr Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mr., Valuten pr. Stuck 0,80—1,80 Aik., Enten pr. St. 1,80—2,20 Mk., Gänse das Pfd. 68—70 Pfg., Ochs en fleisch pr. Pfd. 82—90 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 84—86 Pfg., Kuhfleisch 70 Pfg^ Schiveine- sleisch pr. Pfund 70—90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 74—78 Pfg., pammelsleisch pr. Pid. 60—80 Pfg., Kartosfeln pr. 100 Kg. 7.00 bis 8.50 Weißkraut das Stück 15 bis 30 Pfg^ Zlviebeln per -str. 10,00—12,00 i'lf., Milch das ifiter 22 Psg., Aepsel per Pfd. 8 bis 15 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk., Bohnen per Pfd. 25—40 Psg., Birnen das Pfund 10—20 Pfg., Zivelschen der Ztr. 10-15 Mk. Marktzeir von 8—2 Uhr.
F.C. Wiesbaden. D iehhos -Dl ark tberi ch: vom 13. Okt. Auftrieb. Rinder 91 (Ochsen 24, Kühe 67, Bullen 0), Kälber 110,
iinal4!ebertran 150,0, prima Glyzerin 50,0, unter plioepLon 'lurt; Jiitron ifi, jvir. Tragant L/, 2. . W ast er IM JO, LUohol ILO. Hrerzu aromatst«' 2cL- uno ^.'Ultäenaöl le 2 awtfau
Der italienisch-türlische Krieg.
Eine entscheidende Wendung wird vielleicht die türkische Kammer hcrbeiführen, die am heutigen Samstag ihre Beratungen eröffnen wird. Wie es heißt, wird der Widerstand gegen Italien fortgesetzt werden, und wenn es richtig ist, datz die Türken in Tripolis am 11. d. M. einen Erfolg über die Italiener davon getragen haben, wird der Kriegszustand aller Voraussicht nach noch eine Weile fortgeschleppt werden.
Ter Zusammentritt der türkischen Kammer.
Konstantinopel, 13. Lkt. Die Mitglieder der Nehrheitspartei traten heule in der Kammer zusammen und entschieden ^’it 47 von 56 Stimmen, Ahmed Riza-Bei bei dem Präsidium zu halien. Da aber die Fraktion nicht vollzählig vertreten war, beschloß man, morgen unmittelbar vor dem Zusammentritt der Kammer nochmals abzustimtnen. Sowohl in der Opposition wie in der Mehrheitspartei ist die Stimmung entschieden für energischen W i d e r st a n d gegen Italien, so daß die Wammer nur ein Kabinett unter st ützen wird, das die von Italien geschaffene Lage nicht annimmt. Das Kabinett Said hat seinerseits die Tendenz, die Verantwortung auf die Kammer abzuschieben, aus deren Händen man die Entscheidung über Krieg und Frieden fordern will.
Eine Schlappe der Italiener?
Wie wir in einem Teil unserer gestrigen Auflage noch mit- ttilen konnten, hat die „Franks. Ztg." eine Meldung aus Konstantinopel gebracht, wonach es am 11. d. Mts. bei einer Rekoguos' Aicrung starker italienischer Detachements in der Umgegend der r iiibt Tripolis zu einem heftigen K a m p s c z w i s ch en d e n türkischen Truppen, die eine Höhe besetzt hielten^ und om Italienern gekommen sei. Die Italiener sollen 1600 Tote und Verwundete gehabt haben. Tie Verluste der Türken seien relativ klein gewesen.
Tazu erhalten wir heute folgende Meldung:
Rom, 13. Okt. Tie „Agenzia Stesani" schreibt: Die Nachricht aus Konstantinopel, die auch deutsche Blätter n icdergegeben haben, und die besagt, daß um die Anhöhe bei Tripolis ein heftiger Kampf zwischen Italienern und Türken fkittgcjunben habe, wobei die Italiener 1600 Tote und Verwundete g'habt hätten, ist unrichtig.
Etwas Wahres wird aber doch dran sein, wenn die Konstantinopeler Meldung auch etwas übertrieben haben mag.
Em Verein des Hasieö gegen Italien.
Konstantinopel, 13. Okt. Hier wurde unter dem Namen'„Verein des Hasses gegen Italien" ein Lpcziallomitee zur Organisierung des schärfsten antiitalic- nischcn Boykotts und zur Erziehung der Jugend zum Hasse gegen Italien gebildet. Tas Komitee vcröfsentticht m „Tanin" einen Appell, in dem alle Ottomanen zur Teilnahme aufgefordert werden. Tas Komitee beabsichtigt, binnen kurzem einen Kongreß abzuhalten.
Ausweisungen aus Konstantinopel.
Konstantinopel, 13. Okt. Heute wurden die Korre- spondenten der Blätter „Eorriere della Sera", „Tribuna" und „Giornale d'Jtalia" sowie der Vertreter der italieni schcn Telegraphen-Agentur aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Sie werden morgen abreisen.
Wie im Ministerium des Aeußern verlautet, erklärte die Pforte auf die Anttvorten der Mächte bezüglich einer Vermittlung, daß Verhandlungen nur aus der Grundlage der türkischen Souveränität über Tripolis möglich seien. Die Gerüchte, daß die Aufnahme einer Kriegsanleihe beabsichtigt sei, werden von den Blättern dementiert.
Beschlagnahmung italienischer Schifte.
Konstantinopel, 13. Okt. Wie aus Smyrna gemeldet wird, wurden in dem Hafen und in der Bucht | von Smyrna bisher 65 italienische Fahrzeuge mit Beschlag belegt. Die Eigentümer erhoben gegen die Beschlagnahme Einspruch, da sie gegen das Völkerrecht ver- * stoße. Auch in Konstantinopel selbst wurden kleinere Fahrzeuge, sogar private Motorboote beschlagnahmt. Bei My-- 'i ibilene wurde ein italienischer Segler mit einer Schwefelladung aufgebracht.
Kriegerische Erregung in Bulgarien?
Paris, 14. Okt. Der „Temps" lägt sich aus Sofia melden, daß dort kriegerische Erregung herrsche. Wenn die bisher vergeblich erwartete Antwort der Pforte den bulgarischen Wünschen nicht genügt, ist dus Kabinett in Sofia entschlossen, zu mo^bilrsieren. Es i ollen dann zwei Divisionen, eine in Stara Zagora und eine in Sliwiro mobil gemacht werden. Der bulgarische Generalstab erklärt, die türkische Mobilmachung trage einen offensiven Charakter. Tie Kvnzenttierung der Truppen geschehe nach dem Plan des Freiherrn von der Goltz. Hinter der Offensive stehe wahrscheinlich eine be- s r e u n d e t e M a ch t, die eine Intervention Europas pro- J dozieren will.
Die letzten Sätze hat natürlich der „Temps" erfunden, ; dem es sehr darum zu tun ist, Deutschland zu verdächtigen.
Berlin, 14. Ott. Der „Vosfischen Zeitung" wird aus : Sofia gemeldet, daß man im Kriegsministerium alles vor- ,bereite, um etwa 70 000 Mann an der füdbulgarischen Grenze zu mobilisieren.
lama Renie Carl Collen Jean Aynie tarne Dorly e. Pauline Boyer erinnen.
Wer leicht zu Erkältungen neigt, tut gut, vor Eintritt der rauherM Jahreszeit durch den Gebrauch eines Kräftigungsmfttels seine Miderstandsfähigkeit zu erhöhen. Als ju* verlässiges Krästigungs- und Borbmgungsmittei gegen Erkältungm ist
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bem stfdjet - Jahrzehntm bewahrt. Ver,uchen Sie daher des Sccil'cheo nicht lange andere Präparate, sondern greifen »erfahrens. 5U ber echten ©cottS Emulsion, derm Erfolge unbestritten sind.
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Wie es in Tripolis aussieht.
Rom, 13. Ott. Die „Tribuna" miloet aus Tripolis:
>ie Stadt ist von italienischen Solbaten angefüllt, denen
Die türkische Antwort an Rußland.
Petersburg, 13. Ott. Tie Petersburger Telegr- Agentur meldet aus Konstantinopel: Dem russischen Botschafter ist die Antwort der Türkei z u g e st e l l t worden, in welcher den für neutrale Häfen bestimmten neu- Avei'^^W"' traten Getreideschiffen freie Durchfahrt ge-
^Preii^ währt wird. Kornladungen sedoch, die für italienische
innh'l iiriegshäsen und für italienische Truppen, Behörden und 5ieu*, i.wwiU italienische Lieferanten bestimmt sind, ist die Durchfahrt nAlnlCP.no verboten.


