Ausgabe 
6.1.1911 Drittes Blatt
 
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Drittes Matt

161. Jahrgang

Nr. 5

Erscheint ttgNch mit Au-nahme deS Sonntags.

DieGiehener ZamttiendlStter" werden dem viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich iweunal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger flir Vberheßen

Zrettag, 6. Januar 19Q

Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universlläts Buch- und Sieindruckerei.

3L Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:«^ 112. Tel.-Ad r.:AnzergerGießen.

Au; dem hessischen 8inanzau;schuh.

R.B. Darmstadt, 5. Ion. In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses wurde in Gegenwart der Regierung sStaatsminister Ewald, Minister des Innern v. Homberg k, Gel-eimeräte Süs fe r t, Dr. B ecker, Dr. Weber und Will- brand, sowie Oberschulrat Block) verhandelt. Zunächst wurde das Kapitel Weinbaudomänen duvchgesprock-en, bei welchem für das Jahr 1911 ein Miirder erlös von 50 000 Mk. in dem Budget vorgesehen ist. Gcheimerat Dr. Becker gab Aufschluß dalnn, daß ein höherer Betrag nickst ^eingesetzt werden könne, weil 1909 und 1910 schlechte Weinjahre gewesen seien.

sodann wurde das KavitÄ Bundesverhältnisse be- sprock>en: mit Rücksicht auf Meinungsäußerungen der Presse, welche dahin gingen, daß der Posten eines hessischen Gesandten in! Berlin erspart werden solle, nachdem der bisherige Jnhaberl Herr von Gagern gestorben sei. Aus hem Finanzausschüsse wurde darauf hingewiesen, daß es sich hier weit weniger um den Ge­sandten, als um den Bundesratsbevollmächtigten; haiidele und daß Hessen unter keinen Umständen den Bundesrats­bevollmächtigten in Berlin entbehren körrne. Die Verl)ältnissck Hessens zum Reich, die Reichsgesetzgebung haben einen solchen Einfluß aus Hessens Verhältnisse, daß bei der Größe Hessens ein Bevollmächtigter'für alle diese Tinge in Berlin unumgänglich notwendig sei. Staatsminister Ewald bestätigte dies in vollem Umfange, wies auch darauf hin, daß .Bayern 5, Sachsen 3, Württemberg ebenfalls 3 ständige Bundesratsbevollmächtrgte in Berlin habe, selbst dvenn Wan absehe hon dem militärisck>en Bundes­rat sbevollmächligten. Baden habe 3 und Hessen zurzeit nur einen Bundesratsbevollmächtigten. Hessen sei in einer Reihe der wichtigsten Ausschüsse vertreten, und es ent­stehe die Frage, ob weiterhin überhaupt mit einem Bundesrats- bevollmächtigten ausgeiommen werden könne. Nach dem Tode des Herrn von Gagern sei zunächst |Gch. Staatsrat von Krug zur einstweiligen Versetzung der Stelle nach Berlin abgereist und iljm als Hilfskraft Oberrecherungsrat Dr. Weber mitgegeben worden. Eine definitive Besetzung der Stelle werde erst stattfinden, wenn Finanzyrinister Braun aus seinem Urlaub zurückge- felyrt sei.

Bezüglich des BraunkohlenwerksLudwigshoff- n u n g" gab Geheimerat Willbrand dahin Auskunft, daß eine Brikettsabrik mit einem Elektrizitätswerk dort errichtet wer­den solle, dann werde die Preßsteinfabrik rentabler werden. Das Elektrizitätswerk werde durch Bürgschaft mit der Provinz Ober­hessen gestützt und das von der Provinz Oberhessen in Aussicht ge­nommene Elektrizitätswerk in Lißberg dann fallen gelassen werden. Die Verhandlungen mit der Provinz Oberhessen seien dein Anschluß nahe, und dann werde eine Vorlage dem Landtage zugehen.

Eine längere Auseinandersetzung erfolgte sodann bei dem Kapitel Gymnasien und Bad-Nauheim, an welcher sich Geheimeräte Süffert, Willbrand und die Mitglieder des Finanzausschusses beteiligten. Nächste Sitzung: Freitag früh 9 IUjt-

CanStvirtfcbafL

** Darmstadt, 5. Jan. Der erste Vortrag am drillen Tage des Vortrags kursus der Landwirtschafts-z

gehört werden.

2600

63-00

Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzcn.

Wetter

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Schneeflocken

0 8 v

3638

29-00

Jan.

1911

Mk.

60-64

54-59

50-53

76-78

68-00

-S

Mk.

100-107

9210 .'

85-90

Levens» Schlacht gewicht

Märkte.

ke.Frankfurt a.M. 93i e h b ot- W a r f t b e r t cfit oom 5. Jan. Auftrieb: 138 Rinder, darunter 15 Och!en, 1 Bulle, 122 Kühe und Aärkn, 718 Kälber, 230 Schale, 1439 Schweine.

.nach 'bestimmten Grundsätzen und werd die bestimmungsmäßige -Verwendung durch die Obstbaubeamten, insbesondere der Landes- infpektoren überwacht. Muster- und Versuchspflanzungen sind

r n ch t m a r k t. Singer 15.6000.00 -)>'k. Alles ftir 100 Kilo.

Tendenz: Kälber sehr lebhaft, ausverkauft, Schale ruhig, ou5- verkauit, Schweine ruhig, ausverkauit. Preis ftir 100 Pkd.

Bauernsekretär ...

und Beratung auf Grund der Buchführung" ge­halten. Einleitend erläuterte der Redner die Zwecke und Aus­gaben der landwirtschaftlichen Buchhaltung, um ferner die ver- schidenen Systeme näher zu beleuchten und darzulegen, auf welcher Grundlage sie aufgebaut sind und welche Fragen sie beantworten. Er schilderte die Bedeutung der Buchhaltung für die einzelnen Betriebe und Betriebsleiter und zeigte an der Hand von Zahlen, daß in der Schweiz durch die langjährige, segensreiche Tätigkeit des Bauernsekretariats gefunden wurde, wie die Ergebnisse der Buchführung für die einzelnen Betriebe und für deren Gesamtheit auszubauen und zu verwerten sind. So gab der Vortragende Zusammenstellungen der Ergebnisse vieler Buchhaltungen in bezug auf Berechnung der durchschnittlichen Ertragswerte nach den Bodennutzungssystemen, der Höhe der Gebäudebelastung und der Betriebskapitalien nach den verschiedenen Betriebsgrößen, der Reinerträge nach den Betriebseinrichtungen, der Produktionskosten lanbro. Erzeugnisse, der Erträge der Betriebe bei verschiedener Intensität und anbei-en interessanten Zahlen, die auch zum Teil deutschen Verhältnissen vergleichbar sind. Ter Vortragende legte weiter bas Preisinteresse dar, das die Betriebe verschiedener Größen an den Preisen für Getreide, Milch und Molkereiprvbuk- ten und an Fleisch und Vieh haben. Er sprach zum Schlüsse den Wunsch aus, daß auch hier durch die allgemeine Ernfülirung der Buchführung endlich Klarheit in diesen Dingen werden möge und die hieraus gerichteten Bestrebungen der Landwirtschafts- fammer auf Einführung eines einheitlichen Buchführungssystems und auf Gewinnung statistischen Materials auf Grund der Buch­führung von Erfolg gekrönt sein möchten. Landesinspektor Reb- holz-München berichtete über die Maßnahmen, die zur För­derung des Obstbaues und der Ob st Verwertung in Bayern in den letzten Jahren durchgeführt wurden. Nach einem Rückblick auf frühere Förderungsmaßnahinen die mit dem starken Baumsterben im Winter 1879 einen harten Schlag erlitten hatten, würben die neueren Einrichtungen besprochen. Der bayerische Obstbau wurde zunächst durch eine Organisation nach oben in bestimmte Bahnen gelenkt, inbem ein Lanbesinspektor direkt unter dem Ministerium, sodann Kreisobstbaulehrer für die einzelnen Kreise ernannt würben Sodann wurden weitere technische Organe zur technischen Durchführung der einzelnen Arbeiten, wie Bezirks- Obstbautechniker, Bezirz- und Gemeindebaumwarter angegliedert. Tie Kreisobstbaulehrer stehen direkt unter dem Lanbesinspektor unb ihm unterstehen sobann die Bezirksbaumwärter, während diesen die Gemeindebaumwärter untergeordnet sind. Mit diesen teck.lnisch gebildeten Organen wurden sodann die zunächst wich­tigsten Arbeiten wie: Ergänzung bc5 sehr lükenhasten Baum­bestandes durch Neupftanzungen, Umpfrovfen der schlechten Sor­ten, Abhaltung von Baumpftege-, Obstpflück- und Verpackungs­kurse, Abhaltung von Obstmärkten unb späterhin Errichtungen von Obstverkaufsstellen usw. durchgeführt. Alle diese Maßnahmen erfolgen nach einheitlichen Grundsätzen. Die Lehrorgane stehen in beständiger Verbindung und in stetem Meinungsaustausch. Die Staats- und anderen Mittel finden einheitliche Verwendung

Fammer wurde von Prof. Dr. Laur, dem schweizerischen, an sielen Oyen geschaffen worden und neuerdings ttrirb bie Heber die W ir t s ch a f t s o r g a n i s a t io n i genossenichaftluHe Anlage unbjöttmrtfcbaftu^ neuer gro^r Aw- - - - 1 lagen, namentlich auf verobetem Wernbergsland, nach Kräften

unterstützt. Tie erfreuliche und außerordentlich rasche Entwick­lung des bayrischen Obstbaues ist nach diesen Ausführungen vorwiegend auf die vortreffliche Organisation uni> das harmonische feingegliederte Zusammenarbeiten aller Organe unb Körperschaften zurückzuführen. Ties zeigt sich nicht nur auf bem Gebiete bei Obstprobuktion, sonbem noch mehr auf bem neuerdings besonders gepflegten Gebiete der Obstverwertung. Ein ausgedehntes, ar­beitsfrohes Vereinsleben hat sich als starker Rückhalt für alle. Obstbaubestrebungen bewährt und dies nicht zum wenigsten deshalb, rocil die Obstbauorgane sich Vertäuen erworben haben unb gerne

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»o S-E"?

Höchfte Temperatur am 4. bis 5. Januar

Niedrigste . 4. 5. .

Kälber.

Reinste Maft- (Dollnutchmast) u. befte Saugkälber

-JJhttlere Mast- und gute Saugkälber ....

Geringere Saugkälber.........

Schate.

Maftlämmer und jüngere Mafthammel

'.Meliere Mastbanuuel und gut genährte Schake

Mäyig genährte Haminel und Schafe (Merz- schatel...............

Schweine.

Voll fleischige Schweine über 2l/2 Zentner Lebendgewicht........53.^055.00 68.0070.00

Aetticbiueme über 3 Ztr.Lebendgew. . 54.0055.<X) 68.0070.00

Fleischige Schweine ... ... 51.0053.00 65.5068.00

ko. Wiesbaden, 5. Jgn. Heu- und Strohmarkt.

Angeiahren waren 16 Wagen Heu und Stroh. Man notierte: Öen 6.40-7.2o Mk., Stroh (Rlchtstroh) 4.605.10 Alk.

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Saison - Ausverkauf

behufs Räumung sämtlicher Bestbestände der sich noch am Lager befindlichen

Winter- sind Sonnmerware

Mittwoch den II. Januar

Pi eislisten folgen.

Modewarenhaus Carl Nowack

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