Zrettag, September I9U
Erstes Blatt
161- Jahrgang
Nr. 205
Wietzener Anzeiger H
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SLS-r General-Anzeiger für Vberheffen
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Die Fortsetzung der Marokloverhandlungen.
Inr Zeiten des Lebantagcs werden die deutsch-französischen Marokkoverhanblungen in Berlin stncder ausgenommen, nachdem sie, weil es unmöglich erschien, zu einer bestimmten Grundlage zu gelangen, seit Mitte August gestockt hatten. Für Herrn Cambon mag die gegenwärtige Lage in (Erinnerung an den Ledantag feine angenehme sein; für jeden Deutschen aber gewinnt die Wiederaufnahme der Äarofkoverl/andlungen im schatten des großen Triumphes über Frankreich eine ganz besondere Nuance Wir wollen Frieden mit Frankreich, aber nur einen ehrenvollen. Und wenn Herr Earnbon in seiner Brieftasche uns nur Vorschläge über Kompensationen mitbringt, die Deutschlands Prestige gegenüber Frankreich berabfehen, so wird Herr v. Kiderlen- Wächter lieber einem Abbruch der Beziehungen ui Frankreich und dem hinter ihm stehenden England das Wort reden, der den Krieg bedeutet, als daß er sich weiter in langatmige Verhandlungen einläßt, durch die die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland noch vergrößert wird
DaS ist aber das Schlimme, daß Frankreich trotz aller Großsprecherei im Gefühl seiner militärischen Schwäche alle Weisungen für seine Stellung zu den Kompensation*' fragen auS London erhält, es im britischen Interesse liegt, die Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland au verschärfen, und man jeder Annäherung zwischen beiden Mächten Steine in den Weg legt, weil England Frankreich auf dem Kontinent braucht, will eS überhaupt je die Hofs nung haben, den Rivalen Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet durch einen Krieg mattzusetzen. Der Artikel des englischen Botschafters in Wien, dessen Autor schäft durch kein Dementi erschüttert werden kann, weist zur Genüge darauf hin, wie England gegen Deutschland arbeitet, und die Tatsache, baß der englische General Fr euch, der wohl zum Führer der englischen Landungsarmee ausersehen ist, gerade jetzt die f r a n * ö f i f d) e 11 Befestigungen an der Ost grenze inspiziert, sowie der Umstand, daß England im Firth os Forth eine große Unterseeflottille zusammcnziehr und mit Proviant für einen Monat auSstattct, beivcifen — im gleichzeitigen Hinblick aus die militärische Haltung Belgiens und Hol- land* und die mannigfachen Spionageafsären — daß die Möglichkeit eines Krieges keineswegs ausgeschlossen ist,
Frankreich ist jedenfalls entschlossen, einen solchen, ipenn Äangängig, zu vermeiden. Das zeigt nicht nur fein r Wille, durch Wiederaufnahme der Verhandlungen zu einer endgültigen Einiaung mit Deutschland in der Marokkosrage zu gelangen, sondern aud) die Tatsache, daß es den höchsten Preis zahlen will, wenn Deuts chlandseine Machtstellung in Marokko anerkennt. Die deutsche Regierung ift dazu bereit. Wenigstens tveiß die „Wiener Allgemeine Zeitung" zu melden, daß man in Berlin die französischen Vorschläge nicht alS unannehmbar bezeichnet habe. So könnte eine Einigung zwischen und und Frankreich, da cs sich bei den jetzigen Verhandlungen im ganzen nur noch um Einzelheiten handelt, leicht zustande kommen, wenn nicht England sich bemüßigt suhlte, den weiteren Wünschen Deutfchlands in der Marokkofrage entgegenzutreten, und wenn nicht die übrigen Algecirasmächte diese Gelegenheit benutzen wollten, um auch Kompensationen einzul-cimsen. Werden sie also dem deutsch-französischen Abkommen zustimmen, falls dieses überhaupt zustande kommt?
Dir glauben, haft die eigentlichen Schwierigkeiten der Marokkofrage erst Dann beginnen werden, wenn Eng- and für seine Zustimmung zum deutsch-französiscben Äb- kommen Tanger verlangt, wenn Spanien die bisher widerrechtlich besetzten Gebiete noch zu erweitern trachtet, und Italien, sowie Oesterreich-Ungarn mit ihr en Komvensationscmsprüchen, von denen ja schon jetzt die Rede st, bervortreten. Darm kann cs nur zwei Möglichkeiten ür die Aufrechterhaltung deS Völkerfriedens geben. Entweder ziehen sich die Mächte insaesamt wieder auf den Boden ocr AlgeciraSakte zurück, oder Marokko wird aufgeteilt. Deutschland »oürde wahrscheinlich für den ersten Weg stimmen, weil der Kaiser bei feiner Tanger- ährt dem marokkanisd-en Sultan ausdrücklich die Intcari- tat Marokkos garantiert bat, und zweitens, weil e* sich nicht den Islam zum Feinde machen will, auf den c* im Falle eines Krieges mit Frankreich und England, sowie and) Rußland, angewiesen ift. DaS französische und eng- lische Afrika, daS britische Indien, Die iSlaimitische De- völkerung in Aegypten, Indien, Persien und Rußland ist mit diesen Reichen nicht so eng verknüpft, als daß sie nicht im Kriegsfälle sich gegen ihre bisherigen Herren und Schützer erheben würde.
Rüstungen Belgiens?
Die belgische Heeresverwaltung entfaltet seit einigen Tagen eine ungewöhnliche eifrige Tätigkeit, lieber ihre weiteren Maßnahmen zur Instandsetzung der Landesverteidigung berichtet ein Telegramm des Berliner „Lokalanz." wie folgt: Der „Central News" in London wird aus Brüssel telegraphiert: Tie belgische Regie- aing fährt fort, Befehle für Truppenbewegungen zu erteilen. Im Oktober soll die zweite Kavallerie-Division von Gent und) Mons verlegt 1 verben. Zugleich wird der gesamte Stab der dritten Kavalleriebrigade von Tournay nach Mons versetzt werden. Gestern nachmittag fand beim .uricgi>minifter zu Lüttich eine Konferenz statt, an der der Militärgouverneur, Generalleutnant Heimburger, die die Befestigungen kommandierenden Generale und die wichtigsten Militärbehörden teilnahmen. General Helleband führte den Vorsitz. Die Beratungen wurden geheim gehalten. Währenb der letzten Tage sind Patronen und andere Munition an die belgischen Forts verteilt worden und die Kommandeure erhielten versiegelte vertrauliche Instruktionen vom Kriegsminister.
Der französische Minis.errat.
Rambouillet, 31. Aug. Der Mini st errat genehmigte die dem Botschafter Cambon erteilten Instruktionen. General Archinard, Kommandeur des Armeekorps der Kolonialtruppen, wurde zum Mitglied des Obersten, Kriegsrats ernannt an Stelle Burands, der die Altersgrenze erreichte. General Lautier, Kommandeur der 4. Infanterie- divifion in CompiSgne, ersetzt Archinard.
Ein Telegraphendirnst in Fez.
Aus VersailleS ist eine weitere Genieabteilung nach Marokko abgegangen, um in Fez einen T e l e g r a - phendienst einzurichten.
Der besuch der türtischen Thronfolger;.
Berlin, 31. Slug. Zum Empfang des türkischen Thronfolgers hatten fid) Der Reichskanzler, Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter, die Generalität, die Herren der türkischen Botschaft, der türfifd)e Generalkonsul
und der Polizeipräsident von Berlin cüigcfunbcu Dcr Taifer erschien in Der Uniform eine# i^cncralseldmar- challS mit dem türkischen Ordensband. Eine Ehrcnkom- >anie deS dritten Gardc-RegimentS zu Fuß erwies Die HonneurS. Der Kaiser geleitete den Thronfolger nach dem königlichen Schloß, wo der Prinz Wohnung nahm Bald nach seiner Ankunft frattete der Thronfolger dem Reichskanzler und dem Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter Beuche ab. Der jkaiser verlieh dem hirfifchen Botschafter >aS Großkreuz deS Roten Adler-OrdenS, dem türkische» Thronfolger den Schwarzen Adler-Orden
Verl in, 31. Aug freute abend ianb bei den Majestäten im Elisabetdfaal de* Königlichen Stblofici eine Tasel statt, an der die hier bereit* jur Parade cingctroffcnen Fürstlichkeiten mit Gefolgen teilnahmen Der K ö n t g von S ach fen führte Die Kaiserin, der Kaiser Prinzessin Ettel Friedrich, der türkische Thronfolger Prinzessin Viktoria Luise Rechts neben dem Kaiser saß der König von Sachsen, link- Prinz Yhifflr Iziedin, gegenüber dem Kaiser die Kaiserin, zur Rechten Der Kaiserin die Prinzessin Eitel Friedrich, zur Linken der Grou- her zog von Baden. Weiter nahmen an der Tatet teil der Kronprinz, Prinz Ettel Friedrich, Prinz August Wttbetm Prinz Oskar, Reichskantter v. Bethmann frollweg und LtaatS- sekrctär v. Kiderlen-Wächter.
Darmstadt, 31. Aug. Der Grobberzog ist heute vormittag zur Teilnahme an der Parade deS GardekorpS nach Berlin abgereist.
Dem „Berl. Tagebl." zufolge nimmt Prinz Georg von Bayern als Protektor deS bayerischen Landesverbände,) deS deutschen Flottenvereins aus Einladung des Kaisers an der großen Flottenvarade in der Kieler Bucht teil und wohnt auf der Kaiserjacht „frohcnjollern".
Der Grobherzog von Baden und der Fürst zu Waldeck statteten am Donnerstag nachmittag dem Reichskanzler in Berlin Besuche ab Später cmviing der Reichskanzler den Besuch deS türkischen Thronfolgers.
Konstantinopel, 31. Aug. Bei der Ueberrcidjung deS Schwarzen Adlerordens an Den Sultan hielt der deutsche Geschäftsträger eine Ansprache, der Kaiser verleihe zum Zeichen der Freundschaft und als neuen Beweis für die Achtung, die er dem Sultan gegenüber hege, ihm die Insignien des Schwarzen und de* Roten Adlerordens Es sei der lebhafte Wunsch des Kaisers, daß die zwischen den beiden Ländern bestehenden freundschaftlichen Beziehungen, die immal» eine Trübung erfuhren, weiter andauerten und sich immer inniger gestalteten. Ter Sultan entgegnete, er danke dem Kaiser iiir die ihm bewiesenen Gefühle der aufrichtigen Fr.undschaft, und bat den Geschäftsträger, feinen Dank dem Kaiser zu übermitteln.
Vie Teverungsunruhcn in zranttcich.
Paris, 31. Aug. Die in vcrsdstedenen Städten Nordfrankreichs rochen der teuren LebenSmittelprcise vorgekom- menen Ruhestörungen nehmen immer mehr einen fek walttätigen Eharakter an. In Douai) trafen gestern nachmittag mehrere Hundert Weiber und Männer aus dem benachbarten Dorignics ein und zogen, bic Internationale und andere revolutionäre Lieder singend, vor das Stadthaus: vom Gemeiudcrat verlangten sie, daß er wirksame Maßnahmen gegen die Preissteigerung der Lebensmittel ergreife. Der Gemeinde- rat nahm einen Beschlußantrag an auf Abschaffung der Zölle auf Fleisch und andere Nahrungsmittel. Tie Menge gab sich damit aber nicht zufrieden und marschierte unter dem Rufe „Es lebe die Sabotage!" durch die Stadt. Das Zuchtpolizeigericht von Aoennc bestrafte mehrereFrauen, die vorgestern auf dem Markte von frautmont Ruhestörungen verübten, mit Gefängnisstrafen von 2 bis 4 Monaten.
von
Kurz und blutig ist bei Kampf: als der französische Heerführer den Befehl zum Rückzug gibt, sind bereits Taufende Of'izleren gefallen. Und bin er Rückzug vollzieht sich in der fürchterlichsten Unordnung, ohne Ziel, ohne genau angegebene Richtung, es kommt zu unzähligen kleinen Einzelkämpicn im Salbe unb auf den Straßen, kraftvoll bringen die xeutufcn nach und lassen nicht ab von ben Resten des unglücklichen fron- zösischen Korps. Und nun denkt General de craülo an feine Kavallerie: sie soll Luft schaffen, soll den Rückzug decken. „Ter Adjutant des Generals, Kommandant i?aüLct, trint bei der ftavanmebrigabe Borille ein uno bringt ben Befehl, ba* Vordringen des Feindes zu hemmen und d,e am Mouzon zurück- aedenben Truppen zu decken. General de BooUle bestehlt dem 6 Kürasfierregiment die Attacke. Der Ebern Martin, Kornman- bair ber 6. Kürassiere, antwortet in Gegenwart mehrerer Zeugen seinem Bnqadcgenera!: „Ich kenne Sie nicht wer hnb -u?
hübe Sic nie gcscocu." Unb er fügt hinzu: „Wir smd nicht an der wchc, anjujansen," D.a* 6; Kürassierxegiment hlcibr
zranzöstsche Erinnerungen an die Tage von Sedan und an die Kämpfe, die die Umzingelung des französischen Heeres in Sedan einlciteten, veröffentlicht Baron 2Ubert Vcrln im Gaulois unb gibt babei ein kritisckics Bild von dem milttärifchen Genie, der iii jenen Tagen bei großen Entfcheibung in dem höheren Offizierskorps der französischen Armee waltete. .
Am 3U. August 1870 ließ Napoleon III. aui bem Wege nach Mouzon an ber Mühle von Pon^an fralt machen: „Müh- sam unb von zwei Dienern gestützt stieg er vom Pferbe und ging mit langsamen Schritten, auf ben Arm bes Baron* Verl o gestützt, ein wenig auf unb ab. Die Statt bauerte kaum 20 Minuten : bann ritt ber Kaiser gegen Mouzon und Baybel weiter, während hinter ihm und zu seiner Rechten die Kationen durnp' unb zornigOfummten. T e F a l l l y war in Beaumont ^überrascht worden: der Vorhang des großen Dramas von •seban rollte empor, unb ber Prolog hatte begonnen. Napoleon |uch:c eine Stelle, die ihm einen Ueberblid über das Gelände gewähren und ihm Aufschluß über den Stand bes Kamvies geben könnte. Bei dem Gutshose von Baybel machte er micbcr fralt; hier wurde ein Frühstück gebracht, doch der Katter rührte keinen Bissen an unb blieb taub gegen alle Vorstellungen, lemer Umgebung. Nachmittags zwischen brei unb vier Uhr trat Macmahon mit bem 12. Korps hier ein: noch immer hörte man au* per Gegend von Beaumont die Kanonen herüberbröhnen, unb endlich brachte der General Pajol, den Napoleon um Nachrichten aus- gesandt hatte, die Botschaft, daß bas 5. Korps nch aur Mouzcn zurückzogc. Da* war ber Augenblick, in bem Macmahon, frcrzog von Magenta, bem Kaiser vornellte, daß „balb bie ganze Armee da* rechte Ufer ber Mosel erreicht haben würde, daß er, Macmahon, biet bleiben wolle, bi* die Bewegung vollendet sei, aber, ba alle* gut gehe, bäte er den Kauer, sich nach Carignan zu wenden, wo da* erste Korbs beretts eingerrosten sein müyte unb wo bas Hauptauariier errichtet würbe." Unb so verließ denn Napoleon Baybel: cs war nachmittags 4 Uhr, er war voll Vertrauen auf ben Ausgang des Tages unb wandte sich nach Cangnan, ohne zu ahnen, welche Katastrophe bereits begonnen batte, unb baß ihn nur noch 48 Stunden von bem enbgültigcn Zusammenbruch trennten. Denn währenb Macuiahon dem Rauer sagte, daß „alles gut gehe" unb ibn »um Weiterreisen überrebete, hatten in Beaumont bie Tinge bereits die Wendung zum Schlimmsten genommen. ~
Um 1 Uhr morgen* war General de Failly mit jeincn völlig erschöpften unb lebensmittellosen Truppen in Beaumont ringel rossen. Eine Rast war unabweisbare Notwendigkeit, bie Soldaten mußten ruhen unb essen. Tie Umsicht hätte geboten, das Lager um 9 Uhr morgen* lieber aufzuheben, aber Der General de Failly setzte den . bmarsch erst auf 1 Ubr mittag* feit, ließ seine Tnippen in wirrer Gruppierung m Aeaumonl
Quartier nehmen, versäumte cs, die umliegenden Höhen besetzen zu lassen, vergaß es, Rekognoszierungsvatrouillen auszusenden, und verachtete alle Schutzmaßregeln., Die Soldaten wuschen ihre Wäsche, reinigten Gewehre, bie Pferde waren abgesattett, die Artillerie ausgcspannl, die Cffijiere suchten sich stille Winkel zur Ruhe, die Generäle frühstückten, und de Failly ließ der Küche des Bürgermeister* von Beaumont, M. Jaiffon, alle Ehre widerfahren. Unb boch tarnen von allen Seiten Warnungen unb Ankündigungen, flüchtige Bauern, bie burdj bic vorbringenden Deutschen von ihren freien oenneben waren, kamen nach Beaumont, warnten vor bem Vorbringen ber Gegner unb beschworen bie Qssiziere, Schutzmaßregeln zu tressen. Tie aber antworteten: „Tas geht uns nichts an, sagen Sie das dem General." Ta bringt endlich eine wackere Bäuerin in bas frau* be* Bürgermeisters, sie erzwingt sich Eingang, wie nn Sturm bricht sie in das Gemach: „Tie Preußen kommen, in einer Stunde sind sie da." ,,6H bien, wir werden sie empfangen", erwiderte der General und bleibt ruhig am gedeckten Tische sitzen. Fünf Minuten später stürzt ein zweiter Bote ins Zimmer und beschwört den General, Maßnahmen zu treffen, die Deutschen seien in wenigen Minuten da. Aber im Bürgermeisterzimmer nimmt ba* Frühstück ruhig feinen Fortgang. Bi* plötzlich eine beutt'che Granate in bas iranzöfifche Lager einfchlägt, eine ganze certcibigung5lofc Armee überrascht unb eine furchtbare Panik herausbeschwört. Tre deutschen Batterien haben sich mit aller Ruhe 400 Meter von unserem Lager eingerichtet, und unter dem Schutze ihres Ge- schohhagel* bringt bic Jm'anteric jetzt vor. Ein Teil be* Iran- ;öfi|chen Armeekorps rafft sich zusammen unb wiberueht dem Angriff, während General be Failly enblich seinen FrühstückStifch verläßt ■ « ."
ruhig in Teckung stehen. Kommandant fraillot wendet sich nun mit dem gleichen Befehl an das 5. Rürafficrregimcnt. „Än- gräfen? Was angreifen?" fragt der Oberst von Eouiensou. „Ta" antwortet der General de Salignac-Fänölon, unb deutel auf bas von Infanterie unb Artillerie iiberzogene Bergrlatcau. „Sie schicken uns in ben Tob, gehen wir," antwortet ruhig ber wackere Lberfl. Unb wie bei ber Parabe, Offiziere vor ber Front, setzen sich bie 5. Kürassiere in Trab, unb mit bcm Ruse: „Es lebe der Kaiser!" beginnt ber Galopp. Ein Enenhagel empfängt ba* wackere Regiment: noch ein paar Sekunbcn. unb ber Oberst, neun Offiziere unb bei jebft Eskabron an bie 50 Mann gefallen. Um bic völlige Vernichtung zu vermeiden, muffen bic traurigen Reste abfchwenken, wenden fick zur Mosel, unb ba alle Brücken abgeschnitten find, «oersen sich bte letzten Kürassiere *u Pf erb in bic Fluten, unb bic meisten von ihnen gehen in ben Wetten unter . . ."
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— Ein unbekanntes Napoleonbild. Aus London nrirb berichtet: Bei der Durchsicht und Ordnung einer Sammlung alter Papiere und Toiumente, bic fidi im Maidstone-Museum befindet, hat man jetzt eine interessante Entdeckung gemacht: man fand eme bisher unbekannte Bleistiftzeichnung, die Napoleon auf seinem Sterbebette in Longwood darstettt und wenige Stunden nach dem Tode des großen Morsen hergestellt wurde Tas interessante Bildnis stammt von der Hand des berühmten Kapitän Marry at, dessen phantasieoolle unb spannende Abenteurerromane den britiftben Marineoffizier zu den bekanntesten und meistgelesenen Antoreu seiner Zen machten. Kapitän Marryat wettte m den kritischen Maitagen, in denen Napoleon verschied, als Kipitän der Schaluppe „Bleaoer" auf dem einsamen Felseiland, und er hat die Zeichnung de? toten Napoleon auf besondere* Verlangen des Gouverneurs Hudson Lowe angefeNigt. Das Blatt zeigt folgende Inschrift: „Skizze von Bonaparte, wie er auf feinem Feldbett von Austerlitz au'gebahrt war, gezeichnet von uapitän Marryat von der britischen Manne, 14 Stunden nach jeinem Tode auf Verlangen von Sir frubfon So rot. — Mai 1821."
— Ein Lincoln-Denkmal in Washington. Der langgehegte Plan der Amerikaner, bem Anbeuten um* großen Präs io ent en Lincoln in ber Bunbeöhauptstadl ein Ehrenbenkmal zu errichten, das durch Pracht unb Größe Lincoln* würdig fein sott, ist nunmehr endgültig gei unb nicht weniger al* 40 Millionen Mart stehen ,.ic oen d.eL zzSuicpln-SÄcmojial" zur Verfügung. Tic xom-


