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4.10.1910 Erstes Blatt
 
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160t Jahrgang

Rr. »32

Dienstag 4. Oktober 1910

Erstes Blatt

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£ HofrffoitsMn» mid Verlag der vrühl'schen Univ.-Such, und Steindruckerei B. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7.

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Var türkische Vorgehen in Mazedonien.

£ London, 3. Oktober.

Der Vertreter derTimeS" in Athen drahtet, daß der außerordentliche Ernst der auswärtigen Lage von den leitenden Kreisen in Griechenland voll und ganz erkannt werde. Man wisse, daß die türkische Regierung nicht mehr über Krieg und Frieden entscheiden könne, sondern daß das ganz und gar von den unverantwortlichen jungtürki- schen Komitees abhänge, die die Armee vollständig in der Hand hätten. In jedem Augenblick könnten sie einen Ein- sall nach Griechenland beschließen. Man glaube, daß der Plan bestehe, Thessalien zu besetzen und als Pfand KU behalten, bU die kretische Frage in der von den Türken gewünschten Weise geregelt worden sei. Tie scharfen MaßregelninMonastir werden als ein Zeichen dafür angesehen, daß man einen Krieg vom Zaun brechen wolle und daß die Jungtürken wahrscheinlich einen Einfall machen dürsten, ohne vorher Befehle von Konstantinopel auch nur abKuwarten. Die Haltung Rumäniens vergrößere die rl Sorge sehr, llm die Jungtürken des letzten Vorwandes für lg einen Krieg Ku berauben, erließ der König von Griechenland n am Freitag bereits ein Dekret, durch welches die Neu- 01i mahlen für die Aurückgetretenen kretischen Abgeordneten aus den 27. November angesetzt werden. Weiter spricht der i Korrespondent die Hoffnung aus, daß die Machte noch ein- j mal versuchen möchten, in Konstantinopel ihren Einfluß Pg auszuüben, um wenigstens die Zurückziehung der Truppen mi erreichen, die, wenn auch nicht direkt an der Grenze, so doch bedenklich nahe daran ständen.

Eine Meldung des Vertreters derTimes" in Konstanti- "r nopel besagt, daß einer der Minister bei dem gestrigen Mi- - nifterrat den Großwesir um nähere Auskunft über die Be- 3 Ziehungen Kwischeu der Türkei und Rumänien hat. Der i Korrespondent sagt, daß die offiziellen Kreise erklärten, an ei, das Bestehen eines Abkommens zwischen den beiden Ländern n nicht -u glauben, wenigstens vorläufig nicht. Der Äotre* eil fpondent derDaily Niall" in der türkischen Hauptstadt tele- graphiert endlich, er könne nunmehr erklären, daß kein |QI Vertrag bestehe, der Großwesir habe definitiv gesagt, daß ,cr er keinen solchen Vertrag unterschrieben habe, und daß ec n überhaupt den rumänischen Gesandten gar nicht gesehen )a habe, weil er sich auf Urlaub besinde.

!ei Konstantinopel, 3. Okt. Nach Blättermeldungen ist ifl es an der türkisch-montenegrinischen Grenz: zu einem sechsstündigen Fenergefecht gekommen. Die Bewoh- ner des auf türkischem Gebiet gelegenen Dorfes Vetisca, die 1 an dem Kampfe teilnahmen, flüchteten nach Montenegro, nm nicht , zur Ablieferung der Waffen gezwungen zu werden. Die Pforte 5 erhob bei der montenegrinischen Regierung Einspruch.

Lin^halbe Million Arbeiter aurgesperrt!

2 Hamburg, 3. Okt.

In der aus heute aberrd anbercyrmten Versammlung der :al Mitglieder desDeutschenMetallarbeiterverban- JJ b e §, die von über 5000 Personen besucht war, berichtete der is. Bevollmächtigte, Otto Franz, über den Gang der Ver- Handlungen mit den Arbeitgebern. Er teilte mit, daß die Verhandlungen ergebnislos verlaufen seien. Der Vor- aj stand des Deutschen Metallarbeiterv erb an- o' des hat nunmehr beschlossen, die vom 23 er* 2 band der Industriellen angedrohte Aussper- br rung anzunehmen, sodaß die Aussperrung von 400 000500 000 Arbeitern bevor st ehe. Die 1h Versammlung nahm den Beschluß mit lebhaftem Beifall auf Und genehmigte einstimmig die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen, wie Ausschreibung eines Ex- = ,'trabeitrages von einem Tagelohn für alle noch in Arbeit verbleibenden Mitglieder und Verzicht der von der Aus­sperrung Betroffenen auf jede Unterstützung während der 0 ersten vierzehn Tage der Aussperrung. Ferner verzichten die Angestellten und Beamten des Verbandes aus ein Mo­natsgehalt.

H a m b u r g, 3. Okt. Die Verhandlungen zur Beilegung der Streitigkeiten in der Werstindustrie wur­den heute (in den Räumen des Arbeitgeberverbandes für Hamburg-Altona fortgesetzt. Der Standpunkt der beiden Palleten, sowie die Materie selbst wurden noch einmal durch- -- gesprochen, jedoch «an dem Ergebnis der bisherigen Ber­it Handlungen nichts geändert. Ob eine neue Zusammen- J tun ft stattfindet, hängt von der für heute abend anbe- raumten Versammlung der Werftarbeiter ab, in der die Vertreter der Arbeiter Bericht erstatten werden.___________

Englische Wehrmachtsorgen.

- £ London, 3. Oktober. Wie in einem der jetzt in den

englischen Zeitungen veröfsenllichten ausführlichen Berichte über die Armeemanöver zu lesen steht, soll es sehr spaßhaft gewesen fein, zu sehen, wie sich die höheren Offi­ziere und besonders die G e n er al e zudrücken" pflegten, sobald sie in die Nähe eines militärisch aussehenden Herrn in Zivil kamen, der von einer der Anhöhen zu der anderen zu fahren und von dort aus die Uebungen mit großer Aufmerksamkeit und gelegentlichem Kopsschütteln zu be- obachten pflegte. Dieser Herr in Zivil war nämlich nie- vrano anderes als Lord Kitchener.

London, 3. Okt. Premierminister Asquith erklärte Lord Beresford in seiner Antwort auf dessen offenen Bries, 4 die englische Regierung sei vollständig durchdrungen von der ia Notwendigkeit, die Oberherrschaft Englands zur See aufrecht zu erhalten. Sie werde nicht unterlassen, alles, was für diesen Zweck notwendig erscheine, unverzüglich vom Parlament 7i (W fordern, 3

2luslaii0.

150 000 Arbeiter aus Wien und Niederösterreich zogen am Sonntag vormittag in einem riesigen Zuge über die Ringstraße in Wien, nm gegen hie Fleiichtenernrrg -u ßiote*

Heev und Flotte.

Parts, 3. Okt. Tas neue Gefchwaderuntersee- boot ,Archimede", das kürzlich eine llebungsfahrt von 1056 Seemeilen, allerdings bei spiegelglatter See, erfolgreich zurück­gelegt hat, soll in den nächsten Tagen eine noch größere Fahrt und zwar angeblich von Cherbourg nach Toulon oder sogar von Cher­bourg nach New-Pork unternehmen. Man will feststellen, ob der .Archimede' tatsächlich imstande ist, einem Geschwader zu folgen.

wieder eine Reichstagsersatzwahl.

Königsberg i Pr., 3. Ott. Dec Reichstagsab-geord- nete Amtsrat Arendt, der konservative Vertreter des Wahlkreises Königsberg 2, Labiau-Wehlau, ist gestern in Spannagel bei Pölkeu gestorben.

Herr Lebrecht Arendt war 1507 mit 11 575 konservativen Stimmen gewählt worden. Daneben waren 3179 sozialdemo­kratische und 1760 freisinnige Stimmen abgegeben worden.

hessischer Anwaltstag in Giehen.

Gießen, 2. Oktober.

Die HauptversaUrmlung der hessischen RechtsanwÄTe nahm nach Erledigung des Jahresberrchts und Voranschlags einen mit großem Beifall aufgenommenen 23ortrag des. Rechtsanwalls Dr. Licht en-Mainz über die hessische Gebührenordnung für Rechtsanwälle entgegen. Der Vortragende erklärte, daß erhebliche Bedenken über die Rechtsgülligkeit dieser lediglich vom Großherzoge erlassenen Verordnung bestünoen, da die Materie mir im Wege der Gesetzgebung geordnet werden könne. Jnhalllich sei diese Verordnung unklar und schwer verständlich, auch für die Anwälle nachteilig. Die Rechtsanwälle Hirschhorn und Grünewald-Gießen erklärten ihre Zustimmung Ku dem Bericht und beantragten eine konforme Aeußerung der Kammer, die auch einstimmig erfolgte.

Vom Vorstande wurde sodann über dessen Tätigkeit hinsichtlich der Mllwirkung an der Redaktion der hessischen Rechtsprechung" und wellerhin wurde über die Schrille be­richtet, die gegen die Auswüchse des Rechtskonsu-^ lentenwesens geschehen und noch beabsichtigt seien. 2Zon den Rechtsanwälten aus Offenbach wurde lebhaste Klage über die dortigen Zustände geführt, Gericht und Ministerium müßten dem Auftreten der Rechtskonsulenten, die vielfach bedenkliche Persönlichkellen seien,, energischer entgegen^ treten.

Rechtsanwall Grünewald-Gießen, unterstützt von 12 Anwälten, Halle folgende Fragen Kur Erörterung gestellt:

1. Ist der Rechtsanwall berechtigt, auf die Gebühr des § 87 der Gebührenordnung für Rechtsanwälle zu verzichten?

2. Welche Maßregeln gedenkt der Vorstand zu ergreifen, seine wiederhol: ausgesprochene Mißbilligung von Verein­barungen zwischen Amts- und Landgerichtsanwällen, welche Mandatsüberweisung und Kostenteiümg betreffen, wirksam durchzusühren?

3. Wann und in welcher Weise gedenkt der Vorstand die durch eine Kommission im Jahre 1909 bewirkten Arbeiten be­züglich der Fürsorge für die Gehilfen fortzusetzen'?

Die Versammlung trat, nach zustimmenden Erklärungen von Hirschhorn-Gießen und Ha ll wach s-Darmstadts sämtlichen Anträge:: bei. Wegen der sozialen Lage der Gehilfen beantragte Grünewald -Gießen Fortsetzung der seit Jahresfrist ruhenden Kommissionsarbeiten im Sinne der Errichtung von Fachschulen, des Abschlusses von Dienst- unb Lehrverträgen und machte darauf aufmerksam, daß der Vorstand einen Beschluß der Versammlung vom Frühjahr 1909, beim Reichskanzler wegen Vorlage eines Gesetzent­wurfs, betr. Fürsorge für die Hinterbliebenen der Privat- angestellten, vorstellig zu werden, noch nicht ousgeführt habe. Der Vorsitzende, Geh. Justizrat Dr. Gut fleisch, sagte Fortsetzung der Arbeiten zu und versprach, die Ein­gabe an den Reichskanzler, die mau vergessen habe, alsbaA nachzuholem

Die erste Sitzung des chinesischen Parlaments.

Peking, 3. Oll. Bei der Eröffnung des Vor­parlaments erklärte der Regent, daß in dieser Versamm­lung die Meinung des Volkes zum Ausdrucke kommen solle. Obwohl hiernüt der erste Schritt auf dem Wege Kum Ver­fassungsstaat getan sei, so verkörpere sich doch in dieser Versammlung die Hoffnung auf eine große Zukunft des Landes, indem China zeige, daß es im Einklang mit dem Fortschritt der garten Well die Notwendigkeit erkannte, die ae aller Bevölkernngsllassen und das gute Einvernehmen scheu ihnen zu verbessern. Die Anträge, die beraten werden sollen, beträfen innere Angelegenheiten.

Trotzdem der nur beratende und nicht gesetz­geberische Charakter der Versammlung von den Rednern der Regierung ausdrücklich betont wurde, gab ein Volksvertreter der großen Freude darüber Ausdruck, daß der Wunsch, eine konstitutionelle Regierung zu erhallen, we­nigstens zum Teil erfülll worden fei.

Wie aus Pittsburg gemeldet wird, ist der Bethlehem- Steel-Company der Bau zweier chinesischer Schlachtschiffe zum Preise von 15 Millionen Dollars übertragen worden.

Aus Hejsen.

Der Ortsvorstand zu Lamperrhiim hat an die Zweite Kammer der Stände folgendes Gesuch gerichtet:

Lampertheim wird bei der nächsten Voltszählung (1. De­zember 1910) 10 000 Einwohner gewiß überschreiten und nach öfr derzeitigen Gesetzgebung gezwungen, die Städteordnung ein­zuführen. Wer auch nach dem Entwurf einer neuen Städte­ordnung wird dies nichi anders werden bei dessen in Aussicht genommener Fassung. Ter Ollsvorstand bittet es zu ermög­lichen, daß unsere Gemeinde von der Einführung der Städteordnung noch lange bewahrt bleibt, denn:

1. Trotz der hohen CiiUvohnerzahl und großen räumlichen Ausdehnung hat Lampertheim noch sehr ländlichen Charak­ter; meist kleine landwirtschaftlicl>e Betriebe und noch mehr Arbeiterbevölkerung.

2. Die wirtschaftlichen Verhältnisse, mäßige Steuerkräfte, der größte Teil der Einwohnerschaft sind Arbefter, die in badischen Fabriken ihr Brot suchen und ausgermtzt im Aller der Gemeinde zur Last fallen. Diese und noch andere Lasten, zu denen die badischen Arbeitgeber nicht heran­gezogen werden können, sind die Ursachen unseres hohen Steuerkoeffizienten und bedingen äußerste Sparsamkell.

3. Eine bessere zeitgemäßere Verwaltung wird auch bei Bei­behaltung der Landgemeindeordnung gewährleistet bei gleich­zeitiger Reorganisation der ganzen Verwaltung mit dem Polizeiwesen. So könnte z. B. durch Aimahme eines Po­lizeiwachtmeisters der Bürgermeisterei viel Arbell abge­nommen werden.

Die Gemeinde bittet daher hohe Zwecke Kammer, die StLdbe- ordnung dahin zu ändern, daß die Grenze, bei der die Städte­ordnung notwendig eintreten muß, auf mindestens 15 000 Ein­wohner hinaufgesetzt wird; dagegen bittet sie, die Landgemeinde­ordnung dahin zu ändern, daß von einer gewissen Einwohnerzahl (etwa 3000 Einwohner) ab die Wahl eines besoldeten, entsprechend befähigten Berufs-Bürgermeisters durch den Gemeinderat obli­gatorisch gemacht wird, ohne besondere Ollssatzung^

stieren. Von her Kundgebung war die Polizei vorher ver- ftänbigt worden. Der Umzug, der fast vier Stunden dauerte, verlief ruhig und in Ordnung. Die organifierten Arbeiter ver­sammelten sich gegen i/jlO Uhr auf dem Schwarzenbergplatz und zogen an der Hofburg und dem Parlament vorbei zum neuert Rathaus, wo die sozialdemokratischen Abgeordneten Wler, Schuh­meier und Winarsky an die Menge Ansprachen hielten, in denen gegen die agrarische Politik der Regierung protestiert, unb die Oeffnung der Grenzen für die freie Vieh -und Fleischeinfuhr ge­fordert wurden. Den Sozialdemokraten hatte sich ein kleines Aufgebot von Bürgerlichen, vor allem die Reichsorganisation der österreichischen Hausfrauen, von der etwa 200 Damen er­schienen waren, angeschlosfen. Vor dem Rathaus sprach zu ihnen Frau Marianne Hämisch, die bekannte Vorkämpferin der österreichi­schen Frauenbewegung.

Wie Reuter bestätigt wird, erfolgte die Entlassung des preußischen Leutnants Helm aus der Haft, nachdem zwei englische Bürger je eine Kaution von 500 Pfund Sterling gestellt haben.

Aus London wird gemeldet: Die Schritte, die zur Rege­lung des Konflikts der Baumwollindustrie unternommen wurden, sind gescheitert, da die Arbeckgeber die Vorschläge der Arbeitnehmer ablehnten.

Der König und die Königin der Belgier sind am Montag nachmittag in Wien eingetroffen und vom Kaiser, der Kaiserlichen Familie und den Spitzen der Behörden am Bahnhofe empfangen worden. Die Fürstlichkeiten fuhren in die Hofburg, wo sie von den Erzherzoginnen, ben gemeinsamen Ministern und den Ministern der beiden Reichshälften, sowie den obersten Hof­chargen empfangen wurden. Abends fartb ein Familienessen statt.

In Paris beschlossen mehrere tausend Maurer sich vom 3. d. M. ab entsprechend dem von ihnen geforberten Neun stunden- tag auf den Bauplätzen anstatt um 6Vs Uhr um 7 Uhr einzu­finden und falls die Unternehmer sie zur Rede stellen sollten, sofort zu streiken. Der Polizeipräfekt hat umfassende Vor­kehrungen getroffen, um etwaige Ausschreitungen der Ausstän­digen gegen Arbeckswillige zu verhindern.

In Kopenhagen wurde am Montag die ordentliche Par- lamentssession eröffnet.

Wie dieAgence Havas" aus Colom Bechar vom 27. September meldet, fand -wischen Eingeborenen und französischen Truppen und räuberischen marok­kanischen Berbern, welche mit Mehrladern bewaffnet waren, bei Krebdel Laharada ein heftiger Kampf statt. Die Marok­kaner flohen mck Hinterlassung aller Beute, zweier Täter und unter Mitnahme von drei Verwundeten. Auf französischer Seide wurden drei Mann verwundet.

Die persische Regierung teilte gestern der englischen und der russffchen Gesandtschaft mck, sie habe erfahren, daß der frühere Schah die turkomanischen Stämme ju einer Revp-l lution aufzureizen suche.

Deutsches Reich.

Der deutschsoziale Parteitag findet vom 8. bis 11. Oktober in Kassel statt. Er wird am 9. Ollober, vormittags 11 Uhr, im Saale desStadtpark" durch den Abg. Liebermann von Sonnenberg eröffnet Danach folgt Berichterstattung über die Arbeit im Reichsverbande u[rt>. Besprechung der politischen Lage und der kommenden Reichs­tagsmahlen. Den einleitenden Vortrag daztk hält Reichs- tagsabg. Bürgermeister Herzog. Nachmittags find öffent­liche Vorträge: 1. Die staatsbürgerliche Erziehung unseres Volkes. Lehrer Kr e b e d ünkel-Kuxhaven. 2. Schutzzoll und Freihandel Professor Henkel-Göttingen. Darauf Schlußwort des Abg. Lattmann. Am Montag vormlltag sind Vorstandswahlen, Beratung vorliegender Anträge usw., abends össentliche Vorträge: 1. Die Reichsgesetzgebung und die Forderungen des selbständigen und unielbständigen Mittelstandes. Reichstagsabg. Fr. Raab. 2. Die Kriegs­veteranen und die Weyrsteuer. Reichstagsabg. Bi n de­ck) a ld. 3. Von Bismarck bis Dernburg Kolonialpolllische Grundsätze und Ziele. Reichstagsabg. Amtsgerichtsrat Lattmann. 4. Schlußwort: Reichstagsabg. Liebermann v. Sonnenberg. Am Dienstag findet bei genügender De- telligung eine Weserfahrt statt.

Die Kreisregierung vonMittelfranken hat, nach einer Meldung aus Nürnberg, an die Verwaltungsbehörden und Schulinspettionen eine geheime Verfügung gerichtet, worin diese aufgeforbert werden, der Verbreckung der un Berliner Vor- wälls-Verlag erscheinenden HalbnwrratsschriftArbeiter-Ju­gend" eifrig entgegenzuwirken und den Schülern den Kauf dieser Zeitschrift und den Verkehr in Vereinen, denen die Arbeiterjugend zugänglich ist, zu verbieten. Die Verfügung weift ferner die Polizei an, der öffeittlichen Aufforderung zum Abonne­ment auf die Arbeiterjugend entgegenzutreten.

London, 3. Okt. Das Kriegsmini ster ium kündigt eine Reorganisation unt> Erweiterung dermilitärischenLuft- schiffer schul e in Farnborough Mir intensiveren Aus­bildung in der Flugtechnik an; geplant ist auch die Errichtung eines besonderen Flie gerkorps.