Ausgabe 
26.2.1910 Drittes Blatt
 
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Samstag 86. Februar 1910

Drittes Blatt

160. Jahrgang

Nr. 48

Erscheint »glich mit Au-nahme des Sonntag».

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Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen.

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DieSiebener ZnmiUendlatter" werden dem Slnteifler* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweunal.

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Rotationsdruck und Verlag bet VrühNchem Universität» - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

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Die Streitfrage um öab Nauheim.

h. Bad Nauheim, 23. Febr. Als im Jahre 1904 die hessische Staatsregierung

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedttion und Verlag: e^5L Redaktion:«-« 112. TeU-Adru AnzeigerGießen.

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Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Gberhcssen

neivoimhctien Vreisen: »Roverl unb Bertram." Ende gegen 10'/, Ubr. Dienstag den 2. Aiärz, abends 8 Ubr: 17. Dtenslags- Abonnements-Vorstellung:Renaissance.^ Ende 10 Ubr. Mitt­woch den 2. März, abends 7 Uhr: 17. Mittwochs-AbonnementS- Vorstellung:Salome." Hieraus:Der schlechte Rus." Ende 9',, Ubt. Freitag den 4. März, abends 8 Ubr: 18. Freitag-- Abonnements-Vorstellung:©tranbfmbec/ Ende gegen 11 Ubr.

I n Vorbereitung:Tie Hochzeit^ »Role Robe" (Irene Driesch)Das Konzert"Vasanlafena.*

großzügigen Plan zur Umgestaltung, Erweiterung und teil­weise fast vollständigen (Erneuerung der Badeeinrichtungen unseres Weltbades dem Landtag vorleate, entschlossen sich beide Kammern nach sorgfältiger Prüfung aller Verhält­nisse zur Zustimmung, weil sie wohl einsahen, daß damit die Zukunft dieser Perle Hessens als Badeort allerersten Ranges fortan gesichert fein würde. Die ganze An­lage sollte 61/2 Millionen kosten und aus Staatsanleihen Beitritten werden, für deren Verzinsung und Tilgung die Einnahmen des Bades selbst dienen sollten. Bis jetzt ist der Bauplan, der aus acht Jahre berechnet war, eingehalten worderr, und die neuen Anlagen bilden das Entzücken Aller, die als Gesunde oder Kranke nach dem lieblichen Badeort kommen. Nur ein Schönheitsfleck ist noch vorhanden, die südlich der Parkstraße zunächst der Dankeskirche liegende jhirfrrunnenanlage nebst der Trinkhalle für die Frühtrink- Turen. Die jetzige, sehr einfache, weniy schöne und auch räumlich nicht ausreichende Anlage gehört zu den ältesten Badeeinrichtungen Bad Nauheims. Sie wurde 1857, also noch zur kurchessischen Zeit, von den französischen Spiel­pächtern errichtet. Damals überstieg die Zahl der jährlichen Badeöesncher noch nicht die Ziffer 3000, während sie jetzt mehr als das zehnfache beträgt.

Die Neugestaltung der Trinkkureinrich- tungen sollte den Schlußstein der neuen Badeanlagen bilden. Der jetzt in seiner äußeren Erscheinung fast häß­lich zu nennende Kurbrunnen sollte eine moderne Fassung und eine dem Charakter der übrigen Badebauten entspre­chende lieberbauung erhalten. Ferner sollte der vorhandene Musiktempel beseitigt und an anderer Stelle in massiver 7501m neu errichtet werden. Um den fturfcrunnen herum sollte in Hufeisensorm der Kolonnadenbau errichtet werden, der außer einer Anzahl V e r kau fsl ä d en das Tennis- caf 6, eine M ilch tr in kh alle und eine große Wan­bei Hal le enthalten sollte. Letztere sollte bei schlechter Witterung den Kurgästen eine geschützte, gedeckte Prome­nade bieten. Für diese Anlage waren im ganzen rund 670000 Mark vorgesehen. i

Aus wirtschaftlichen Gründen man befürchtete, daß am Tag über an diesem etwas vom Badetreiben abge­legenen Platz das Cafö und die Läden weniger Ertrag einbringen würden entschloß man sich später, die Kolon­nade und das Cafö wieder an der Parkstraße an der Stelle des alten Kolonnadenbaues zu errichten. Dieser Bau ist im letzten Herbst begonnen und inzwischen im Rohbau vollendet worden. Er soll im Mai in Benutzung genommen werden. Neben dem Tenniseafö enthält der neue Kvlon- nadenbau rechts und links zusammen 16 Läden. Auch die dahinter liegenden neuen Tennisplätze sind fertig und kön­nen vom Frühjahr ab benutzt weröen.

Der Plan der Kurbrunnen-Neugestaltung wurde dieser Ämderung entsprechend umgestaltet. Der Umbau (die Wandelhalle) soll mit einer Milchtrinkhalle und dieser gegen­über mit einer Gurgel Halle verbunden werden. Da diese Anlage naturgemäß kleiner wird als der ursprünglich geplante sogen. Kolonnaoenbau, würden die Baukosten beider Neuanlagen (Wandelhalle und Kölonnadenbau) den ur­sprünglich vorgesehenen Betrag nicht wesentlich übersteigen. Der noch zu errichtende Teil wurde im Staatsvoranschlag ! für 1910 mit 650 000 Mark angefordert. Mit Rücksicht auf : die Lage des Staatshaushaltes unb um den Anleihebedarf des Staates möglichst herabzudrücken, schlug die Regierung vor, diese 650000 Marl dem Erneuerungsfonds des Bades

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das Stück verkauft werden.

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Zu haben in den einschlägigen durch

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7 zu entnehmen. Dieser Fonds ist aus den Ueberschüsseu des Bades angesammelt worden und soll hauptsächlich auch 0 SunftfioN für schlechte Jahre (z. B. Kriegsjahre) als Reserve Dienen. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer hat nunmehr *n s^nem an sich gewiß berechtigten Bestreben, die ge- forderte Steuererhöhung auf ein erträgliches Maß zurück-

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Dienstag den I. Härz Beginn meiner

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Ich werde an diesen Tagen ganz besonders preiswerte Artikel, welche einen bedeutend höheren Wert haben, zum Verkauf bringen. Ausführliche Preisofferte wollen Sie gefl. in der Montags-Nummer beachten.

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Briefkasten der Redaktion.

(Auonvme Anfragen bleiben unberücksichtigt.»

H. 100. Ausziehen können Sie, wann Sie wollen. Dagegen können Sie nur beim Quartalswechsel aus ein Vierteljahr kündigen. Wenn Sie innerhalb des Vierteljahrs ausziehen, kann der Ver­mieter die Hinterlegung der Miele verlangen.

Rasenröte. Wenden Sie sich an einen Arzt.

Nach Ricder-vhmeu. Ort und Zeit der nächsten hessischen Landwirtschaftlichen Landesausstellung steht noch nicht fest. Sie sollte in diesem Jahre hier ftattfinben, dies soll aber mit Rücksicht auf die diesjährige allgemeine deutsche landiv. Ausstellung unter­bleiben. Die nächste hessische Ausstellung wird also voraussichtlich im nächsten Jahre sein und zivar entweder hier oder in einem Orte der Provinz Starkenburg.

B. L. in Gießen. Zusendungen, gleichviel welcher Art, deren Verfasser oder Absender uns ihren Namen verschweigen, können unter keinen Umständen Berücksichtigung finden.

Spidplan der Neuen Eichener Stadttheaterr.

Direktion: & ermann Steingoetter.

Sonntag den 27. Febr., nachm. S/2 Uhr, bei kleinen Preisen: Romeo und Julia." Ende gegen H Uhr Abends 7'/, Uhr, bei

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zusüyren, den Vorschlag gemacht, oieje ujO 000 Mark für allgemeine Staatszwecke zu verwenden und die Ausführung der beabsichtigten Neubauten zurückzustellen, vorläufig für ein Jahr. HÄenn. diese Absicht verwirklicht wird, werden die Interessen von Bad Nauheim empfindlich geschädigt. Tenn es ist zu befürchten, daß aus dem einen Jabr Auf­schub mehrere werden. Die Staatsfinanzen werden bis zum nächsten Jahr nicht schon so gekräftigt sein, daß der noch fehlende Schlußstein des neuen Bad Nauheim, der dann naturgemäß wieder aus Staatsanleihen bestritten wer­den müßte, bald zur Ausführung kommen wird und die Konkurrenzbäder werden dies sicher mit Freuden begrüßen. In der Nauheimer Bürgerschaft wird es daher mit Befrie­digung ausgenommen, daß der Finanzausschuß der Zweiten Kammer bei seiner Besichtigung am letzten Freitag sich von der Notwendigkeit der baldigen Inangriffnahme der Ar­beiten überzeugt Hal; man hofft unter die en Umständen auf die Zustimmung des Landtags, daß der Bad Nauhelmer Erneuerungsfonds seinem ursprünglichen Zweck erhalten bleibt und damit die Vollendung der neuen Badebauten bis zum Jahre 1911 gesichert ifk

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Leipzig, 25. Febr. Wegen UnterschkagungimAmte war am 20. yöovember v I vom Landgerichte Graudenz der frühere Amtsvvrstchcr Hermann Freiherr v. Keyserling k zu fedjd Monaten Gefängnis oerurteilt worden. Das Landgerickst hatte ^>vei Falle vvn Amtsuntcrsckstaguitg festgestellt. Der Gras hatte die Jagdpackstgelder, j)ie an die Jagdinteressenten verteilt werden füllten, zwar eingezügen, aber nickst abgeliefert. Erst, nadjibem ihn der Landrat dazu auf gefordert hatte, verterlte er das Geld. Im nächsten Jahre wiederholte sich der Vorgwrg. Um den Betrag es handelte sich um 375 Mark verteilen zu können, muffle der Angeklagte sich das Geld erst leihen. Die Revision dcs Angeklagten wurde gestern vvm Reichsgericht als unbegrünbet verwürfen. Stur bezüglich des KüstLirprurktos wurde das Urteil zugunsten des Angeklagten abgeändert.

Paris, 24. Febr. Vor dem Kriegsgericht in Chalons für Marne begann heute der Prozeß gegen ben Unteroffizier Faroca des 8. HusarewRegimentZ in Verdun, der in die Suppe feiner Kompagnie Zyankali geworfen Halle, um fick) eines Sol­daten, der ilM 200 Franks geliehen hatte, zu ent lebigen. Das Kriegsgericht verurteilte Fanoca zu 20 Jahren Zwangs­arbeit und Degradation.

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* Praktischfrohen Sie beim von Ihrem seligen ersten Mann gar feine Photographie?"Nein, deshalb habe ich ja dann seinen Snuber geheiratet, weil er mich immer sv an ihn erinnert."

*'Eine komische Auskunft.Ter junge Kraffler be­absichtigt, sich mit meiner Schwester zu verloben. Kennst du chn genauer ?" ,Za, das ist ein sehr leichtsinniger Herr." Wi-esv?"Erst vorige Woche hat er mir 1000 Mark geborgt!"

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