Schule
der
Wetter
8,4 6C«
Meteorologische
der
«Ziehen.
Sonnenschein Bem. Himmel Bed. Himmel
Nummer trägt das Datum: 30. Oktober 1870; der Ballon, mit dessen Hilfe die Exemplare aus Paris geschasst wurden, landete in Tours. Auf dem Streifband sieht man noch die Abonncmcnts- bedingungen, in Paris sollten je 10 Nummern 2 Frs. und in der Provinz! 4 'Frs. kosten. Die Zeitung erstattet genauen Bericht über die Ereignisse, die in jenen kriegerischen Zeiten in der französischen Hauptstadt stattsanden, witzig geschriebene Lokalnotizen fehlen nicht. Unter anderem findet man in dem Blatte einen Bericht über einer: „Protest des Institut de France gegen die Beschädigungen, die die französischen Kunstsammlungen durch die Belagerung erleiden könnten", und einen „Beschluß betreffend die 'Anwendung eines Barrikadenspstems, das Paris mit einem zweiten Befestigungsgürtel umgeben soll". Was die Aufregung des Tages brachte, wird verzeichnet, und so liest man auch in jener Nummer, daß das Personal der Omnibusgesellschaft sich zu einem Lpezialbataillon der Nationalgardc formiert hebe.
Aber auch ^;hr lieben Kinder vergeßt es nicht, daß Euere Eltern, Euere Lehrer und Lehrerinnen und Euere Vaterstadt, dre alle zusammen gewirkt und gearbeitet und große Opfer gebracht haben, um Euch diesen Festtag, diesen Freuden- und Ehrentag zu bereiten.
Und dafür sollt ihr von Herzen dankbar sein.
Und tiefen Dank könnt und sollt ihr beweise!: durch Gehorsam Fleitz und gutes Betragen. Gehorsam, freiwilligen Gehorsam, gegen aUe Menschen, denen Ihr cs schuldig seid.
rNeißig sollt Ihr sein schon in der Jugend, denn Arbeit
dic Aufgabe des Lebens und wer diese in rechter Weise -erfüllt, der ist ein Meister, gleichviel an welcher Stelle er sein Werk erfüllt, ob in geistiger oder körperlicher Tätigkeit, immer ^p,ocr Gedanke in Euch lebendig bleiben, daß Ihr auch schon WiUchten zu erfüllen habt und jedes von Euch muß sprechen: Aus diesen Platz hat mich mein Gott gestellt und den muß ich stuchen auszufüllen.
Endlich drittens sollt Ihr Eueren Dank beweisen durch g u te s Betragen. Ihr sollt anständig und brav sein im Elternhaus, in der Schule und in der Stadt.
Und heute aukch sollt Ihr zeigen, daß Turnen und Spielen veredelnd w:rken und Euch zum Gehorsam, zur Verträglichkeit, zum Fle:s; und anständigen Betragen erziehen.
Wenn Ihr lieben Kinder so Euere Pflichten erfüllt und immer gehorsam, brav und fleißig seid, dann werden aus Euch gute
- rc und nützliche Glieder der menschlichen Ge
sellschaft.
Wer aber diese Mahnungen nicht beachtet, sondern ungehorsam und träge ist und sich schlecht beträgt, aus denen werden arme, mnorauchbare, verachtete Menschen, .die im Strome des Lebens glntergehen.
Darum saßt heute wieder von neuem den Entschluß, daß ,'^.hr gute Menschen sein und werden wollt.
Dann könnt Ihr sprechen:
Mein Arm wird stark und groß mein Mut, Nehmt mich an Eueren Herd, Verachtet nicht mein junges Blat, Ich bin der Menschheit wert.
Und daß aus Euch brave Menschen und gute Bürger ifür Stadt uiw Staat werden mögen, das sei unsere Hoffnung heute -am 26. ^ugeichfest und in dieser Hoffnung lasset uns ausrufen:
Unser Vaterland und in ihm unsere liebe Stadt Gießen -sie leben hoch! hoch! hoch!
Dann verteilten sich die einzelnen Klassen an ihre Spielplätze, während die Jüngsten, soweit sie nur den Zug Mitternacht hatten, mit ihren Geschenken zu den Angehörigen trollten. Bald hallte der Wald vom fröhlichen Spiel der Jugend wieder. Ball-, Reif-, Tanzspiele, Drittenabschlagen, ■ Hasch-tzasch, Katz und Maus, Wurstschnappen, die Rolle usw. erfreuten die Jüngeren und mit ihnen die Festbesucher, die in
^kirchliche Nachrichten.
Evangelische Äememoe.
10. Sonntag nach Trinitatis, den 31. Juli: Gottesdienst.
3n der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlaffer.
Zugleich Ehristenlehre für die Neukonsirmierten aus Matlhäusgemeinde.
Vormittags 91/o Uhr: Pfarrassistent Hanstein.
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.
Die elektrische Straßenbahn hatte ihren Be- trreb zwischen Marktplatz und Schützenhaus verdoppelt und machte glänzende Geschäfte. Sollen doch einmal in einem Wagen 76 geduldige Menschen zusammen gewesen sein. Im ganzen wurden von der Straßenbahn 6900 Leute befördert.
Das Jugendfest gehört zu denen unserer Einrichtungen, die rn der gesamten Bevölkerung am volkstümlichsten sind und es ist zu hoffen, baß es in seiner seitherigen Weise weiter bestehen wird.
i W:r müssen dem Körper und Geiste der Kinder die zur Erfüllung der Lebensbedürfnisse notwendigen Kräfte beibringen, da- 'm:t sie zur Ueberzeugung gelangen, daß sie Glieder im vicl- verzwe:gten Organismus des Lebens sind und durch Erfüllung ihrer Pflichten ihre Daseinsberechtigung und Existenz ermöglichen.
Das alles, hochgeehrte Festversammlung, kann aber nur erreicht werden, wenn dieselben Faktoren, die durch einmütiges und tatkräftiges Zusammenwirken das Jugendfest ermöglichen, auch mit Hand ans Werk legen, unsere Jugend zu bilden, zu lehren^ und zu erziehen; und das sind: Elternhaus, ' und Stadt.
<ßerid?tsfaal.
. . 3. SRarburg, 28. Juli. Das Schöffengericht verurteilte d:e Studenten, die nut entern Handkarren in den Straßen wr Stadt Wettfahrten gemacht hatten, zu je 10 Mk. Geldstrafe. Die polizeilichen Strafmandate hatten auf jc 20 Mark gelautet.
„ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
* um 9 Uhr: 'Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Ehristenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen.
Freitag vormittag um 6 Uhr ist Segensmesse.
E Die WutzendsröhUNeit mitzufeiern und teilzunehmen an der edlen Freude, wie sie das Jugendfest bietet.
Und wahrlich, Ihr Eltern, Lehrer, Lehrerinnen und Freunde
N'Uder, wer heute sicht, wie sic — unsere Hoffnung und Zukunft f:ch freuen und ihrer Freude Ausdruck geben durch Singen, Turnen und Spielen, der muß cinschen, wie gut es ist, wenn linserc fügend körperlich, sitllich und geistig ausgebildet wird, damit s:e allen schädlichen Einflüssen — von innen und von Nutzen — kräftig Widerstand leisten können.
, Aufgabe muß cs darum sein, die materielle und
unseres Volkes zu erkennen und mit Hand ans Werk zu legen, unter Einsetzung aller unserer Kräfte, durch unterricht und Erziehung unsere Jugend so heranzubilden, daß Hie imstande ist, den Wettkampf im Kulturleben der Völkc 'bestehen zu können.
Vernnychtcs.
* Zu b er Verhaftung der Leipziger Erpresser wird noch folgendes mitgeteilt: Durch die Ergreifung des Kellners Koppius sind noch andere früher begangene Verbrechen aufgeklärt worden. Nach den vom Staatsanwalt Dr. Mühle veranstalteten Untersuchungen handelt es sich bei dem Verhafteten unter anderm auch um den Attentäter, der 1906 den Geldbriefträger Rübner überfallen hat. Koppius hat bereits einge- tanden, daß er die Postanweisungen an den Rechtsanwalt in Deutrichshof damals geschrieben hat. Ferner ist jetzt estgestellt worden, daß Koppius auch mit dem Mörder der Frredrichschen Eheleute identisch ist. Nach Vergleichung mit seinem Taschenbuch sind nämlich einige Post- anwetsitngen, die die Unterschrift Paul Schlegel und Ewald Schäfer tragen, von ihm geschrieben. Auch der Ueberfall auf die Frau W a g n e r in der Gottschedstraße in Leipzig dürfte auf sein Konto zu fetzen sein. Ein Stiefbruder des Verhafteten hat fehr belastende Aussagen gemacht, die auch von anderen Personen unterstützt werden.
* Die „Ballonpost" von 18 70. Das Pariser Armeemuseum ist durch c:ne interessante Gabe bereichert worden- dem Museum wurde ein Exemplar der ersten und zweifellos einzigen 'Nummer jener einzigartigen Zeitung überwiesen, die in den stür- mischeit Tagen des Jahres 1870 unter dem Titel „Die Ballonpost ' in Pa.xis begründet wurde. Die Zeitung wurde von Gabriel
Pfarrer O. Schlosser.
Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrassistent H a n st e i n.
3it der Iohannerkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer B e ch l o l s h e i m e r.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus derLickas- gemeinde.
Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Adolph.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemcinde.
Pfarrer Adolph.
Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal der Johanneskirche: Versammlung und Bibelbesprechung.
katholische Gemeinde
Gottesdienst.
Samstag den 30. Juli:
Nachmittags um 5 Uhr mid abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Casten bei ihren Spielen schon ernstere Aufgaben, Stangen- und Tauklettern, Hoch- und Weitsprung, Barrenturnen und (verwerfen usw. Ueberall herrschte froher Eifer, es den anderen zuvorzutun, und es zeigte sich, daß die Gießener ^ugend noch ihrer Kindheit sich freut und sich gerne dem Turnen und Spiel hingibt. Nach einer Pause nahm das frohe Treiben seinen Fortgang. Freudestrahlend nahmen die Kinder ihre Preise und Geschenke in Empfang, Hrst nach / Uhr erfolgte der Heimzug der allerdings stark ge- lichteten Reihen, da die meisten inzwischen von ihren Angehörigen in Empfang genommen waren.
Das Publikum, das sich nach richtiger Volksfestart aus allen Kreisen zusammensetzte, hatte außer dem Zusehen bet den Jugendspielen noch Konzert von drei Musikkapellen 5U) einer Unterhaltung. Für Erfrischungen war ausreichend gesorgt und es verdient hervorgehoben zu werden, daß Milch, alkoholfreie Getränke und Obst nicht allein zu haben waren, sondern auch sehr viel begehrt wurden. Aber auch die Bierwirtschaften und das Cafe machten gute Geschäfte, so daß wohl alle zufrieden waren, die bei dem Feste geschäftlich beteiligt waren.
Erst die sinkende Nacht machte dem Volksfest ein Ende, wenn auch der Wald bis zur späten Abendstunde von frohen Menschen belebt war.
Sonntag den 31. Juli, 11. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichu
v um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.
Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes"' I. V.: A ugust Goetz.
drNen die LpteAlaHe umstanden, sich an ^‘etn Richard und einigen ^stNarbeitcrn in der Rue des Mariprs rein-
-?en ergötzten und dabei der eigenen Jugend giert unb durch besondere Ballons während der Belagerung von
und ihrer Kinderfreuden gedachten. Der größeren Schüler Baris in die Provinz geschickt. Tie im Armccmnseum ausgestellte
Höchste Temperat» j am 27. bis 28. Juli
Niedrigste , , 27. „ 28.
Juli
1910
Barometer 1 auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
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Windrichtung
Windstärke
<Brat> der DersöNlung in Zehntel der lichtd. Himmelsfl.
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