Nr. 297
Der •frontet erscheint tSstltch, nutzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamiliendlätter, zweimal wöchentl.Nkeir- blatt fürden Kreis Hießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Lanb- wirtschastltche Zeitfra-en Ferniprech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Spedition M Adreffe für Depeschen:
Anzeiger «ichen. Annahme von Anzeigen für bte Tagesnunnner bis vormittags 9 Uhr.
Blatt 160. Jahrgang Montag, 19. Dezember 1910
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GietzenerAnzelger«
»y < politischen Teil: August
General-Anzeiger sur Cberheffen
Notattonr-ruck tmöVerlag -ervrühl'schoi Univ.-Vuch and Steiir-nttkerei 8. fangt. Re-aktion, Expedition und Druckerei: Sdjulltrafte 7. .*» Ä«
Lxpt-iti»n ffir vü-inge«: Sahnhosftraht 16a. - Leleptzon Nr. 50. Anzeigenteil: H. Beek.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Gilt Angriff auf die selbständige innere Verwaltung Hessens.
Der „Franks. General-Anz." Hatte dieser Trüge einer Hessisch-Preußischen Gemeinschaft bezüglich der Organisation und Slusübung der inneren Verwaltung das Wart geredet; diese Anregung ist so undenkbar und aussichtslos, dog gewiß niemand daran denkt, sie könnte irgendwo Wurzel fd)tagen. Auch wir würden an dieser Sache vorübergegangen sein, wenn in dem Frankfurter Blatte nicht mit der Unzufriedenheit hessischer Demut en kreise gerechnet worden wäre, die allerdings nicht geleugnet werden kann. Der Verfasser der Frankfurter Artikel, offenbar ein hessischer Beamter, war wahrscheinlich der Ansicht, ein Notschrei in dieser Form werde besser wirken, al£ etwas andres. So lebhast auch wir den Wunsch hegen, die Lebenslage der hessischen Beamten mochte recht bald besser gestattet werden, so sehr bedauern wir den Geist, der aus den Llufsätzen des Frankfurter Blattes spricht. Wir geben daher gerne der folgenden Zuschrift Raum, deren Feststellungen durchaus .das Richtige treffen. Man schreibt uns:
Der Gießener Anzeiger hat bis jetzt zu den sehr dreisten Artikeln des Frankfurter Generalanzeigers, welche sich mit „einer zukünftigen Verwaltung Hessens durch Preußen" befaßten, geschwiegen. »
Cs dürfte aber nötig sein, mit aller Schärfe den Gedanken: die Verwaltung Hessens an Preußen cruszuliefern, z u r u ckz u w ei s e n und das aus den einfachsten Gründen:
1. Gin solcher Gedanke grenzt für einen hessischen Staatsbürger an den Begriff von Landesverrat.
2. Hessen wird sein sich selbst auferlegtes gänanzmisere auch sellft zu tragen und zu überwinden wissen.
3. Preußen wird zweifelsfrei niemals Neigung haben, die hessische Verwaltung zu übernehmen, es wird auch niemals in die Lage kommen, einen solchen Antrag von der hessischen Negierung und den hessischen Ständen zu erhalten.
Damit entfällt alles Weitere. Die hessische Regierung und die hessischen Kammern werden schon die richtigen Wege und Mittel zur Sanierung ihrer Finanzen zu sinden wissen und auch dann an die Regulierung der Beamtengehalte, soweit solche nötig sein wird) herantreten. Um dieses Ziel du erreichen, kann man verschied ' Wege einschlagen, — Darüber zu befinden ist Sache der Regierung und der Stände.
Ganz nebenbei sei daran erinnert, daß
1. eine Anleihe ein allbekanntes Staats-Sanierungsmittel ist, wenn sich solche nicht vermeiden läßt, um „inzwischen" entsprechende Ersparungsmaßregeln durchgreifender Art, deren Wirkung erst in einigen Jahren voll u. ganz zur Geltung kommt, einfübren zu können. Kann eine Anleihe vermieden werden — umso besser
ferner zweckmäßig fein Tann:
2. Die Generalverpachtung der Bäder Bad- Nauheim, Salzhausen, wenn dadurch bedeutende Mehreinnahmen für den Staat erzielt werden können. Die lieber tragung aller Versicherungen gegen Feuersgefahr anPrivatgesell- fchaften gegen Zahlung einer jährlichen größeren Summe an den Staat. (M. W. besteht ähnliche Einrichtung auch in Preußen.)
4. Alsbaldige Aushebung der bis zu 90 Proz. und mehr betragenden Pensionssätze der Beamten, unter gleichzeitiger Erhöhung des Witwengeldes auf 40 bis 50 Prozent.
5. Aushebung der Kulturinspektionen und Uebertragung der bezüglichen Geschäfte an die Hochbauämter.
6. Hohe Besteuerung der Auto^und der Luxuspferde, ev. auch der teuren Flaschenweine — als gerechter Gegensatz zu der die Minderbemittelten hart treffenden Zündholzsteuer.
7. Prinzipielle Ablehnung der Unterstützung von Eisenbahnlinien (insbes. Nebenbahnen), wenn solche nicht von der preuß.-hess. .Gemeinschaft übernommen werden.
8. 9. usw. —
Wenn auch zurzeit eine Finanzmisere in Hessen besteht, so ist doch kein Zweifel darüber, daß Hessen ein in jeder Hinsicht vorzüglich eingerichteter Staat ist, der in den großen Fragen des Verkehrs (Eisenbahn, Post) ebenso weise, als patriotisch, sich dem großen Naclchar Preußen untergeordnet hat; in den inneren Fragen der Verwaltung (Schulen, Universität, Polytechnikum, Kunst, Straßenbau, Städtewesen usw.) wünscht Hessen selbstredend selbständig zu b leib en, zumal es in dieser: Einrichtungen manchem größeren Staat als Muster gelten fanh.
*
In einem Bad-Nauheimer Blatt wird inzwischen auch schon in Mißstimmung gemacht und angebeutet, der Großherzog habe in der letzten Woche mit dem früheren Finanzminister Gnauth verhandelt. Man spreche schon von einer Berwaltungsgemeinschast, „wenn Preußen, welches im Großen die Kosten des Verfahrens zu tragen hätte, darauf ein ginge". Wir glauben denn doch, daß Herr Gnauth mit so unsinnigen Ideen sich nicht identisizieren würde.
Soeben erhalten wir zum gleichen Thema noch folgende Zuschrift, die Geldsammlungen vorschlagt und bann fort- sährt:
Ich bin der Ansicht, der Patriotismus in Hessen ist doch ein so starker, daß jeder echte Hesse und besonders die Gutsituierten, die stolz auf ihr Hessenland sind, sicher gern dazu beitragen werden, hier, wo es gilt, ihrem geliebten Helsenlande auf die Beine zu helfen, damit der vorbildliche Fortschritt, den Hessen, burd) das rege Interesse seines kunstsinnigen Landesfürsten auf allen Gebieten errungen hat, nicht stockt.
Denn wenn der Staat finanziell gut da steht, geht es auch seiner Bevölkerung gut. Alles gedeiht und kommt vorwärts. Schulden sind ein übet Ding, ein böser Hemmschuh! Hier gilt es nicht zu zaudern, sondern abzuhelfen. Was für einen moralischen Erfolg, würde gerade eine solche Tat für den Staat bebauten.
Man könnte ja auch an allen Otten Hessens Basare usw. abhalten, deren Ertrag eben dem Allgemeinwohl des Staates dient.
___________Carl Fries, Kunstmaler, Ortenberg lHessen),
Der Arbeitsnachweis in der Provinz Sfctrfcnbiirg.
Darmstadt, 18. D^. Die Frage der Regelung des öffentlichen Arbeits- und Tienstnachweises für die Provinz Starkenburg wurde in einer gestern nachmittag auf Veranlassung der Großh. Provinzialdirektoren nach dem Rathaus einberufenen Versammlung, an der sich Vertreter des Ministeriums, der Bürgermeisterei und zahlreiche Kreis- und Kommunalver- treter beteiligten, einer eingehenden Beratung unterzogen. Der Vorsitzende der Versammlung, Provinzialdirektor Geh. Rat Fey, betonte einleitend, die Entwickelung der letzten Jahre habe immer mehr zu der Erkenntnis gefühtt, daß für zahlreiche Fragen des modernen Wittschaftslebens nicht die einzelnen Kommunalver- bände, sondern die Provinz als größeres und wirtschaftlich selbständiges Gebiet eine bessere Lösung herbeizuführen geeignet sei. Auch der Arbeitsnachweis leide zu sehr an Zersplitterung, cs müsse eine einheitliche Zusammenfassung für die Provinz erstrebt werden; eine solche Organisation sei notwendig zur Vermeidung vieler Sckzäden und Ersparung vieler Kosten und liege zugleich im Interesse einer gesunden HeimatsPolitik. Der Mangel an gemeinnützigen Arbeitsnachweisen auf dem Lande und die ge
ringe Ausdehnung der städtischen Arbeitsnachweise auf das Land habe für Stadt und Land gleich nachteilig gewirkt. Das hätten namentlich viele Städte und besonders auch ^rtmtfurt a. M. erkannt und deshalb suche jetzt auch der Mitteldeutsche Arbeitsnachweise erb and diesem Uebel entgegenzuarbeiten. Man habe schon in Starkenburg den großen wirtschaftlichen Nachteil, daß die Arbeitsvermittelung für die Provinz allzusehr in Frankfurt konzentriert sei und müsse deshalb ebenso wie Frankfurt und andere Städte auf eine bessere Zusammenfassung der Tätigkeit bedacht fein. Ein wichtiger Grundsatz einer gesunden Heimatpolitik sei, daß die einheimische Stelle in erster Linie den einheimischen Arbeitern Vorbehalten bleiben müsse und nur dann, wenn kein Einheimischer da fei, dem Fremden überlassen werde; für Wanderer usw., blieben immer noch namentlich Stellen mit vorübergehender Tätigkeit Übrig.
Nach diesen Ausführungen legte Herr Dr. Schlotter- Frankfurt Zweck und Einrichtung des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes näher dar, wobei er besonders die überlivkalen! Beziehungen der Städte untereinander über Angebot und Nachfrage betonte. Der Versuch der Städte, auch das flache Land mit in den Nachweisbereich der Städte einzubeziehen, fei leibet gescheitert. Dagegen habe der Verband mit Erfolg die Landwirt- schafts- und Handelskammern mit in seinen Wirkungsbereich ein* bezogen und namentlich ipit dem ländlichen Arbeitsnachweis in Friedberg gute Früchte gezeitigt.
Nach den gemachten Erfahrungen empfehle sich in jede« Provinz die Schaffung einer Zentralstelle, für Starkenburg Darmstadt und Offenbach, sowie eine Anzahl anderer Städte als Nebenstellen. Besondere Kosten mürben dadurch nicht entstehen, da die Telephon- und sonstigen Auslagen vom Mitteldeutschen Arbeitsnachweis getragen würden. Nach einigen statistischen Mitteilungen des Herrn Ku l lman-Fciedl- berg wurden verschiedene Nebenstellen, neben Darmstadt und Offen» bach die Otte Bensheim, Gernsheim, Seligenstadt, Erbach u. Groß- Umstadt vorgeschlagen, während sich Beigeordneter Müller- Darmstadt bereit erklärte, den Ausbau der Zentrale Darmstadt zu unterstützen.
Deutsche Schadenersatzansprüche an England.
Die ,,Novdd. Allgem. Ztg." meldet: „Die britische Re-' gierung äußerte sich nunmehr in der Frage derdeutschen Schadenersatzansprüche aus dem britisch-südafrikanischen Kriege. Sie lehnt ein Eingehen auf alle Reklamationen ab, die seinerzeit der in Brittsch-SüL». afrika eingesetzten britischen Kommission unterbreitet wurden, und ist hinsichtlich dieser Reklamationen auch nicht bereit, dem deutschen Antrag auf Ueberweisung dieser Angelegenheit an den ständigen Schiedshof-in Haag zu entsprechen. Nur für einige Fälle, welche der Kommission in Brittsch-Südafrika nicht Vorlagen, anerkennt sie, daß es sich dabei um eine Rechtsfrage handelt und will diese dem Haager Schiedshof unterbreiten. Das Auswärtige Amt versah die beteiligten Deutschen mit dieser Nachricht. Es gedenkt, die Angelegenheit bei der britischen Regierung weiter zu verfolgen und teilt näheres darüber mit, sobald die englische Regierung von den beabsichtigten Schritten unterrichtet fein wird."
Die Wahlen in England.
London- 17. Dez. Bis 1.30 Uhr heute nachmittag wap der Stand der Wahlen folgender: 267 Liberale, 270 Unionisten, 42 Mitglieder der Arbeiterpartei, 69 Redmondisten und 9 Obrio- nisten. Die Liberalen gewinnen 23, die Unionisten 27 und die Arbeitspartei 14 Mandate. Jones (Unionist) wurde in Vkont- gomery mit 1522 Stimmen gegen Owen, der 1468 Stimmen erhielt, gelvöhtt. Fiennes (Liberal) wurde in Benbury mit 3629 Stimmen gegen Brasset), der 3538 Stimmen erhielt, gewählt.
Der Journalist G a r v i n, der nach einem Gerücht der Urheber der Balfourschen Referendumvorschlage sein soll, und den Lloyd George in seiner in der letzten Woche gehaltenen Rede als den Mann bezeichnete, der die konservative Partei mit Ideen versorge, dringt in dem „Observer" in die
Geetzener Staditheater.
Die Mäusekönigin oder: Wie der Wald in die Stadt kam, ein Weihnachtsmänchen von F. A. Geißler, mit Musik von Georg P it t r ich.
Am Samstag nachmittag fand die erste diesjährige Weih- nachtsvorstettung für die Kleinen statt. Das Theater hallte wieder von den munteren Stimmen und manches besonders lebhafte. Kind, griff zur gesteigerten Freude aller, tätig in die Handlung ein. Es war aber auch „gar su fön". König und Königin, Ritter, ein paar richtige, luftige Kinder, die auch tolle Streiche machten, zwei Prinzen, ein Besenbinderbub, der immer so schrecklichen Hunger hat, ein Junge, der immer Prügel kriegt, eine schöne Fee, nette weiße Mäuschen, Katzen und Ratten, die einen reizenden Tanz aufführen, ein dicker, grausiger Menschenfresser, der von feinem einstürzenden Haus begraben wird, ein eisgraues Tann- mäiutlein, der Knecht Rupprecht und Frau Holle, die in bunten Schlitten heran komm en, jund sogar ein leibhaftes Rehlein. Es war gar so schön. Und em kleines Mädchen hat gefangen und ist dann eingefperrt worden. Und ganz zuletzt, da war die ganze Stadt voll Bäumen und die haben gebrannt und die Fee ist gekommen und ist in die Luft gestiegen und hat alle gesegnet. Die Kinder, die fortgegangen waren, sind wieder gekommen, und die Königin hat gemerkt, daß das Heine Mädchen ihr Kind war. Es war so schön. Und auch ein Lehrer war da, der hat den armen Bub immer gehauen, wemi der eine Prinz nichts gewußt bat, aber er hat sich ein dickes Kissen nntergelegt gehabt. Es war wirklich sehr schön. Und ganz viel bunte Lämpchen waren da und gleschneit hat es auch. Einmal ist auch ein Krug geflogen gekommen, und da haben sie draus getarnten, wie sie in dem dunkel en Turm waren. Ach!
So hat mir ein Kind erzählt^ N.
Der „Uram'a-Meqer"
Der Begründer der Berliner Urania, Prof. Wilhelm Meyer, ist im Alter von 58 Jahren am Samstag früh in Meran einem Nierenleiden erlegen.
M. Wilhelm Meyer, der „Urania"-Meyer, wie er populär hieß, war am 15 Februar 1853 in Braunschweig geboren, smdiettc tn Göttingen, Leipzig und Zürich Astttmomie, habiUtictte jich
1876 in Zürich als Privatdozent, wurde 1877 Observator an der Sternwarte in Genf, siedelte 1883 nach Wien und später nach Berlin über und wurde dott 1888 Direktor der Gesellschaft „Urania für populäre Natuttmssenschsft", bereit Zeitschrift „Himmel und Erde" er 1889 begründete; 1897 legte er diese Stellung nieder. Er schrieb il a. „Die Entstehung der Erde und des Irdischen", „Miißestunden eines Natnrfreimdes", „Das Wekt- gebäude", „Die Naturkräfte". In den letzten Jahren gab er mehrere Bändchen der Kosmos-Gesellschaft in Stuttgart heraus. Eine klare, immer interessante Schreibrveise fesselte auch den asttonomifchen Laien; selbständige Gedanken zeickmeten den Verstorbenen aus.
Prof. Meyer war einer der ersten, die ifire populär-wissenschaftlichen Vorträge mit Lichtbildern anschaulich machten. Seine Borlesunaen an sich in Form uni) Inhalt reizvoll, gewannen dadurch für das Publikum besondere Anziehungskraft und die Berliner verbanden bat Begriff bes gerade für derartige und besonders für seine Vorträge geschaffenen Vottragshauses so eng mit feinem Gründer, daß sie ihn selbst den „Urania-Meyer" nxnntten.
Vor einigen Monaten schon verlautete von einer sehr schweren Erkrankung Meyers; dann bessette sich sein Zustand wieder, aber leider mir auf kurze Zeit. Er ist dahingegangen, von einer großen Gemeinde von Naturftemrden aufrichtig betrauert.
— Ein neuentdeckter Golfstrom. Aus Petersburg wird berichtet: Eine Entdeckung von weittragender Bedeutung ist der russischen Forschungsexpedition gelungen, die unter der Leitung des Geologen Rusa noff im nördlichen Polarmeer und an der NordAste Sibiriens wissenschaftliche Beobachtungen vorgenommen hat. Bei diesen Arbeiten konnte sestgestcklt werden, daß ein to arm er Golfstrom nm d i e nördliche Seite der Insel Nowaja Semlja herumfühtt, nicht aber durch die Enge des Karisä-en Meeres im Süden, wo man bisher vergeblich diesen warmen Meeresstrom gesucht hatte. Eine Reihe früherer Forschungen, an denen sich auch Nansen und englische Polarfahrer wie der Kapitän Wiggins beteiligten, suchten stets bte nordöstliche Durchfahrt im Süden der Insel Nowaja Semlja und stießen regelmäßig auf große Eisgesahren. Die Entdeckung der russischen Expedition bedeutet die Möglichkeit, künftig auch im Winter mit beit Mündungen bet großen sibirischen Flüsse ben S chi f f a hr tsv erke h r aufrecht zu erhalten.
m ß einem niedlichen Idyll auf einer
Nebw-aü», Jue das 6abitee jÄatefcwi berührt, wafe «n £t(a
der „Schwetzmger Zeitung" das folgende zu berichten: Auf der Station B. gab es unerwartet Aufenthalt. Als das Zügle etwas gar zu lange anhält und die Passagiere bereits unruhi.q zu werden beginnen, setzt es sich eben in Bewegung, aber nach rücftvarts. Trotz eifrigen Spähens ist fein Wagen, der anaehängt werden soll, oder sonst ein Grund des Rückwattsfahrens ersichtlich. Da hält das Zügle mit einem Ruck und nun klart sich die Sache aus: Auf der untoeit gelegenen Anhöhe steht ein — Photograph, der aus Leibeskräften ruft und winkt: „Halt!" Das. Zügle sollte doch nicht weiter zutückfahren, als es für eine wirklich' schöne Aufnahme notwendig war. Inzwischen war auch der Stationsvorsteher mit Familie im Sonntagsstaate auf dem Bahnsteig erschienen und die Bediensteten nehmen im Zuge möglichst vorteilhafte Stellungen ein — der Photograph ist noch nicht zufrieden. „Dhun Se Ihm dicke Kopp uff de Seit, Se g'heere net zum Personal!" also ruft er väterlich einem vorwitzigem Reisenden zu. Jetzt aber klappt es. Beftiedigt schmunzelnd, packt der Photograph den Apparat zusammen und winkt ganz wie /in Zugmeister zur Abfahrt, worauf das Zügle abdampft.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u.WissensHaftt Die Akademie der Inschriften zu Paris hat den Professor deSs Sanskrit in Göttingen, Oldenburg, und den Konservator des Dresdener Museums, Trew, zu korrespondierenden Mitgliedern ernannt. — Der Kaiser-Wilhelm-Gesell schäft zur Förderung der Forschungs-Wissenschaften in Berlin, deren Gründung beim Jubiläum der Berliner Universität vom Kaiser verkündet wurde, überwies der Fabrikant Oetker ein Geschenk mm 100 000 Mark. — Das 60jährige Doktorjubiläum feiert am! 21. Dezember der Historiker, lcmgjabttge früfanv Direktor am? Breslauer Staatsarchiv, a. o. Professor an der bnrtigatt Unwerfttät, Geh. Archivrat Dr. Colmar Grün Hagen DcE Gttehtte steht nn 83. Lebensjahre. - In Wien ist der ehemalig^ wngiaHrige Direktor der dortigen Handelsatedemic Ho trat ÜtJ Rudolf Sonndorfer ,im Wter von 72 Jahren geft orbenJ 77 Stuttgart ist am 15. d. M. der aner. vrd Professor für technische Mechanik an der dortigen Technischen Hochsckmte^ Oberbaurat Edmund v. A u t e n r t e t b im Alter von 68 flabrai geltorben. — In Wien bildete sich unter dem Vorsitze deS Professors Er seldb er g eine ö ste rr eichi sche Gesel l s chaft zur Bekämpfung der Kr eb s kran kheit. Die schüft schließt sich der Internationalen Gesellschaft für forfchung «M,


