Nr. 275
Erschein! KgNch mti Ausnahme beS Sonntags.
S)te ^Gtetzevn Familtendlätter" werden dem .tHnaeigcr' viermal wöchentlich betgelegt, bat „Kretsblotl ffti de» Kreis Sietzen" groetmal wüchentttch. Die .Landwirtschaftliche» Lett- frage»" erscheme» monatlich groennaL
Aus Stadt und Land.
Bietzen, 21. Vlooember 1910.
- Vortrag über Troubadourmelodien. Am Mittwoch, 23. November, abends, wird im großen Hörsaal der Universität Dr. Theodor Gerold auS Frankfurt a. M. einen Vortrag über Troubadourmelodien (mit Gesang) halten.
-Der landwirtschaftliche Lokalverein hielt tm Lenzschen Felsenkeller unter dem Vorsitze deS Landwirts I. Kaiser eine Versammlung ab. Es wurde über die Flerschteuerung verhandelt und zu den Ausführungen in der Stadtverordnetenversammlung vom 10. November Stellung genommen. Während die große Mehrheit deS Stadt- Vorstandes entschieden die Oeffnung der Grenze forderte, er- Harte die Versammlung sich für den seitherigen Schluß der Grenze, an den hohen jetzigen Fleischpreisen trüge in erster Linie der Zwischenhandel die Schuld.
" etabttbeater. Die zweite Aufführung d-S erfolg, reichen Schauspiel? .Taifun' am Mittwoch, in ber Herr Goll den Dr. Takeramo spielen wirb, ist bnrch Streichung einiger Längen u. a. m. auf eine Spielbauer von 2’/. Stnnben zurückgeführt worben. EZ ist baburch auch ben auswärtigen, namentlich Wetzlarer Abonnenten Gelegenheit geboten, baS Slück zu ®nbe zu sehen unb noch ben 10-Uhr-Zug erreichen zu können. Aus ben pünktlichen Anfang bei bieser Vorstellung wirb ganz besonders hingewiesen.
Kreis Lauterbach.
»ie MyrrllOUnreife entspricht selbst den weit' rtn . < , . . lebendsten Anforderungen
E ^tzne bymenlsche Toiletteseife und besitzt durch den Myrrholm höchst wirkungsvolle koSmet. Eigenschaften, dle wohl anderweiug nicht wieder anzutreffen sind. bM/s
Montag, 2\. November |9|0
Rotationsdruck und Verlag ber Brühlffchen Unwersiläts - Blich- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^6L Redaktion: 112. Tel.-Ad ruAnzeigerGießen.
^£0^ Jbtaüer Ul der Zeitschrift „Der Aar" im AusMa wredergibt, sichen m den Sonnenstrahlen, die bei ihrem Passieren ber Luft eine Schwächung erfahren, einerseits die blauen und violetten, andererseits die roten und gelben Strahlen in der ersten time, wahrend die ultraroten Strahlen, die von der Luft auf> pcjaiigt werden, und die grünen Strahlen, die tp der Mitte des sichtbaren Spertrumsteiles liegen, jenen Strahlen gegenüber zurück- treten. Die grünen Organe der Pflanze erscheinen in einer Färbung, welche jich aus den Farbentönen zusammensetzt, die zn den im zerstreuten Himmelslicht vorherrschenden Farliengruvvcn komplementär sind. Die grünen Strahlen, die der Pflanze in geschwächterem Zustande zukommen uni) überdies bei unmittelbarer Einwirkung des Soniienlichtes zu starke Erwärmung verur- sacheii wurden^ absorbiert die Pflanze nicht. Der an die Chlorv- pyyllkorper (^arbstoffträger) gebundene grüne Farbstoff ist in Form zähflüssiger Tröpfchen oder Körnchen in einer farblosen protoplasmatischen Grundlage vorhanden. Dieses Korn wird von einer Plasmahülle umgeben. Die grünen Chlorophyllkörper sind imstande, ihre Lage zu veränderli. Im zerstreuten Lichte liegen diese Farbstofftrager den der Oberfläche des Organs parallelen Wanden an, bet starker Intensität lagern sie sich an die Seiten ■ wände. Bei zu starker Beleuchtung ballen sich die Chlorophyll- körper tn Klumpen zusammen. Die Farbsioffträger nehmen diesen Lagerungswechsel unabhängig von der Plasmasirömung vor Die Energiequelle hierfür liefert die Kohlensäuro-AssimUation' Bekanntlich ist der gn'ttie Farbstoff der Pflanze durchaus kein ein- facher, emheitlicher Farbstoff, denn seine Lösung in Alkohol gibt nach Zusah von Benzin Rohchlorophyll iind Xanthophyll, die in ehr verschiedener Menge und Konzentration nebeneinander erlernen, wie ja auch das Grün in der freien Natur die vielfachsten Nüancen zeigt. In dem Grün ist der Pflanze ein Drittel gegen zu große Absorption der Strahlen, besonders der thermischen, gegeben und ui gegen)eih0cr Abstufting beider Bestandteile de- fo.nn W die Pflanze den verschiedenen Beleuchtung-! ^ verhültnilsen aiipaflen. Zu starke Belichttmg und zu starke Be- schattmig haben, eine Abnahme des Pigments zur Folge. Der Gefahr der Bersengung sind die Kakteen unb andere Sukkulenten gajp besonders «ausgesetzt. Sie sind daher durch ihre schwachgrüne gelbgrune Färbung, durch die Säulenfoim, die den Mittagsstrablen lmr eine kleine Flache darbietet, durch Haarschöpfe geschützt.
cm Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft Maxim Gorki hat nach einem Berichte der Revue ein neues Drama vollendet, das als Titel den Namen seiner Heldin Sava e c äm 0 v.a" Erägt. ©eenen und Gestalten bei nlnnften rusilschen Vorgänge sollen hier auf die Bühne gebracht werden
viert« Blaff 160. Iahramig
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
wollmi, so daß sie dann drei Mandate besäßen. Heute, am Totenfeste, war die Stadtkirche zum ersten Mai beherzt. Die Anlage funktionierte gut, was auch bei
Kargte, bei der das Kreisamt, die Stadtvn?waltung und der Kirchenvorstand vertreten Werren
.X Bad-Nauheim, 20. Nov. Unsere Kurkapelle, dre jetzt wieder in Leipzig tätig ist, wird im nächsten Früh- lphr, kurz vor dem Wiederbeginn der Saison, jedenfalls eine O rr en tr ei se unternehmen. Sie wird zunächst in Prag und Wren, darm in Belgrad und Konstantinopel Kvn- zerte veranstalten.
Hessen-Nassaru
( ).M arb ur g, 20. Nvv Ein neuer Ko mmunak- Berern hat sich hier anläßlich der bevorstehenden Stadt- verordneten-Ersatzwahlen gebildet. Er trägt die Bezeichnung „Vereinigung der Wähler 3. Klasse" und verfolgt den Zweck, bei städtischen Wahlen nur Kandidaten der eigenen Wählerklasse zu unterstützen und sich um die vom sog. vereinigten Komitee gemachten Vorschläge nicht mehr zu kümmern. Bei der letzten Wahl hatte man auf diese Weise gleich zwei Kandidaten durchgebracht.
m .nt"m?eioe Versuche mit der Dr e h b ü h n e hat Bildhauer Viof. Max Kruse, von dem bekanntlich die erste plastische Dekoration zu der Inszenierung von Wilde's „Sabine* im Deutschen ^Ijeater beriührte neuerdings fortgesetzt. Im Gegensatz zu den Bestrebungen, die seitdem auf eine größere Prachtent'altung auf der Buhne hmzielten, dringt er auf die möglichste Vereinfachung der Dekoration. Sein Prinzip ist hier, das Licht in seine natürlichen Funktionen eintreten zu lassen. Das Licht soll auf bad Relief das btc plastische Dekoration darstellt, von einem Punkte aus treffen unb sich bann der Tageszeit entsprechend bewegen. Glicht nur da° durchs daß es Heller oder dunkler wird, sondern auch im Steigen und Linken wird da die Lagerung der Schatten verändert, ein belebtes Bühnenbild geschafseu. Dem Uebelftanb, daß plastische Kunst am besten auf ber Drehbühne zur Geltung kommt und diese m ihrer jetzigen Gestalt den Nachieil besitzt, feine tiefen, sondern nur kurze Bilder zu bieten, will Prof. Kruse durch die Erfindung einer neuen T r e h b ü h n e n a n o r d n u n g abhelfen. Diese laßt es zu, daß für jedes Bild die ganze Tiefe der Bühne zur Ibttfung kommt. Prof. Kruse hat namich in einer bereits als Patent angenommenen Bearbeitung zwei Drehbühnen nebenemanber angeordnet, bie sich gegenseitig ergänzen.
„ ~~ 53 aub färbe und Himmelslicht. Seit mehr als hundert Jahren haben toir davon Kennttris, daß die Pflanze in ihren grünen Decken im Sonnenlichte Kohlensäure aus der Lust auszunehmen und in Produktion organischer Substanz Sauerstoff auszuscheiden vermag. In neuester Zeit Hal Stahl eingel^nd untersucht, in welchem Zusammenhänge die assimilatorische Tatig- kett der Pflanze und die Natur des Lichtes, Laubsarbe und Himmelslicht zuLllianper steheii. Nach leuum, Eigednicken, die
.. r. Lauterbach, 19. Nov. Die seit 1907 hier be- ^yende Beamtenvereinigung hielt gestern abend tm Burgerbrau ihre dritte Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete den Rechenschaftsbericht, aus dem zu entnehmen war, daß die Mitgliederzahl von 87 im vorigen Jahr auf rund 100 angewachsen ist und fast sämtliche hier ansässigen Reichs- und Staatsbeamten der Ver- angehören. Der Warenumsatz betrug nahezu Mark gegen 6300 Mark im Vorjahre. Die Hälfte des Umsatzes ist den hiesigen Geschäftsleuten zugute gekommen. Von dem Grundsätze, die Waren am Platze zu beziehen, mußte verschiedentlich abgegangen werden, da die Preise manchmal so hoch waren, daß sie von auswärts bedeutend billiger bezogen werden konnten. Die Tatsache, baß einheimische Produzenten ihre Waren nach auswärts billiger abgeben als den Einwohnern am Platze, trägt gewiß nicht dazu bei, an dem erwähnten Grundsätze fest- zuhalten. Der Ko^lenkasse gebären zurzett 57 Mitglieder an. Die Kasse wird am Ende ihres laufenden Jahres aufettva 4000 Mark angewachsen sein. Der seitherige Dor- tand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Die vorgeprüfte Jahresrechnung wurde voraetragen und dem Rechner Ent- lasttrng erteilt. Der Kassebestand beträgt zurzett 109 Mk. Auf allgemeine Anregung wurde noch beschlossen, Scrms- tttg, 26. November, abends 8 Uhr, den GekmrtStag deS ^roßherzogs im Burgbräu zu feiern. — DaS Theater des R Hein-Ma in-V er band es gab gestern abend tm vollbesetzten Saale der Spießturnhalle seine zweite Wintervorstellung. Zur Aufführung gelangte „M a r i a S t u a r t" Das Stuck wurde sehr gut gespielt und erntete reichen Beifall.
Kreis Friedberg.
.£• Friedberg, 20. 9boc. Zwei hiesige Vereine be- schafttgni fich zetzt öffentlich mit der bevorstehenden Stadt- ^tenlüa.^L ^er Bund der Handwerker ladet seine Mitglieder sowie alle Gewerbetreibende und Jnnunas- nntglieber zu einer öffentlichen Versammlung behufs Besprechung der Wahl ein. Auch der Grund- und Hausbesitzer- Verein hat die Stellungnahme zur Stadtverordnetenwahl auf die Tagesordnung einer Versammlung gesetzt. Die Sozialdemokraten sollen zwei neue Kandidaten aufstellen
polUijd^e Tagesschau.
Mülheim (Ruhr) Hafenstadt!
DekannMch konzentrierte sich in Mülheim (Ruh'r) einst ein recht bedeutender Schiffsverkehr. Ein großer Teil der Nubrschiffer war hier zu Hause. Von hier aus wurde noch m den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhimderts der größte Teil der Kohlen aus den benachbarten Zechen ruhrabwärts zum Rhein befördert. Mit dem Niedergang der Ruhrschiffahrt hörte das auf und die benachbarten Rheinhäfen m Duisburg und Ruhrort schlossen zunächst jede Neuentwickelung in dieser Richttrng aus. Hierin wird nun in absehbarer Zeit eine Aendertma eintreten. Die Rtthrsttom- verwaltung hat, so lesen wir in der „Rhein.-Westf. Ztg.", einen bedeutenden Plan Mlsgearbeitet, der nichts weniger uill, als den ganzen unteren Ruhrlauf bis Mülheim (Ruhr), insgesamt etwa LI Kilometer, regelrecht zu kanalisieren und so auszubauen, daß er als neuer großer Jndustriehafen verwendbar wird.
Die Ausführung wird der vorauszusehenden künftigen lleberlastung der Duisburg-Ruhrorter Häfen rechtzettig Vorbeugen uird obendrein den großen Gebieten Mülheim (Ruhr) ^-Oberhausen durch unmittelbaren Anschluß an den Wasser- Verkehr neue Möglichkeiten erschließen.
des Zrttmannschen Dekoktes identisch ist, keinesfalls in diesem für Goethe belastenden Sinne gedeutet werden kann sondern daß es sich wahrscheinlich um einen mit dem erwähnten Komödrensviel im Schönkopffchen Hause zusammenhängenden Ulk handelt. Der Aussatz, der auch die Aeuße- rungen der Goethe kennenden und behandelnden Aerzte (Huseland und Vogel) heranzieht und sich, gewiß mit Reckit, auf Goethes Wahrhertstiebe beruft, wie er auch mancherlei sonstiges aus seinem Leben und Charakter anführt, das völlig einer derartigen Verheimlichung, die doch sitttaehabt batte, widerspricht, sollte nicht in der außer dem engen Kreise der Fachärzte wenig gelesenen Zeitschrift begraben bleiben. Es sei deshalb wenigstens mit den vorstehenden Zeilen auf ihn Mtfmerksam gemacht. £,
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter bieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Saas en, ben 19. Nov. 1910.
Auf das Eingesandt in Nr. 271 des Gießener Anzeigers den Verkauf des alten Schuthauses auf dem Beitsberg betreffend, erwidern wir, daß es uns von Herzen freut, bafc nod? ein Dritter da ist, welcher den Schulmeister Justus geehrt wissen will Auch uns ist an der Erhaltung der Stätte und des Schulhauses sehr mel gelegen und ist darum nicht gesagt, daß mit der fraglichen Versteigerung bte Wohnstätte eines so berühmten Schulmeister- und Astroiwmen dem Erdboden gleich gemacht werden soll dafür wird sich in dem V ersteigern ngsprotokoll ein qeeia- neter Passus einschalten lassen.
Der ober die Einsender möchten gerne wissen, was die Gemeinde Saasen veranlaßt, diese ehrwürdige Stätte in andere Hände zu geben. Dieses hat seine verschiedenen Grütrde, die wir nicht alle aufführen können. Gerade durch diese Versteigerung findet sich wohl ein oder mehrere Käufer, die mit dem Geld Nicht so sehr wie unsere Gemeinde rechnen müssen, und darin etwa ein Heimatmuseum, wovon ja heute so viel geredet wird, errichten könnten, was sich unsere Gemeinde, welche noch mit ben Kosten der Feldbereinigung zu kämpfen und in dem letzten Jahrzehnt zwei neue Schulhäuser erbaut hat, außerdem die Erbauung einer Wasserleitung mit Kanalisierung, Erbauung von Straßen nsw. nicht umgehen kann, nicht in leisten in bei Lage ist.
Wir sind jedoch gerne Bereit, gegen ebtt entsprechende Ber- gjtung sei es von Setten des Einsenders ober irgend etneS Interessenten, baS Gebäude m Gemeindeeigentum $n be- unb erhalten.
Der OrtSvorstand war in fernem Beschluß umsomehr gestärkt, LS die Kirche und das Pfarrhaus auf dem Wirberg, von welchen ebenfalls eine berühmte Vergangenhett geschildert wird, unb welche »urgeU dem Hessischen Staat, unserer Regierung, gehören, gleichfalls aus sicherer Hand gegeben werden sollen.
Grvßhermögliche Bürgermeisterei. Schepp.
ve§ jungen Goethe schwere Kranfljeit.
, Dus dem Leben Goethes ist bekannt, daß er als Seit)» Mr Stad ent einen schweren Blutsturz hatte, bei dem I™) auch eine Schwellung des Halses zeigte. Wir wissen aus seiner eigenen Lebensbeschreibung, daß er sich davon mir langsam erholte und noch nach der Heimkehr ins Vater» haus eine ausfällig lange Zeit bei schlechtem Aussehen und abgeinagerten Backen seiner Rekonvaleszenz leben mußte. Wahrend auf Gruich der meist gelesenen Goethe- Btoaraphien toohl die Meinung am weitesten verbreitet 'st, daß es sich um eine Erscheinung von Lungentuberkulose llnd bei der Geschwulst am Halse um eine verkäste Hals- druse gehandelt habe, wie denn auch Goethe mit Napoleon it. a. schon immer als Beispiel der Möglichkeit der Heilung dieser Krankheit hingestellt wurde, hat sich im engeren der Forscher eine Aussprache darüber entsponneit, ob dieses nicht vielmehr Zeichen von Syphilis gewesen flnen. Ein unglücklicher Zufall trug namentlich zur Stär- kung dieser Meinung bei. In dem Schönkopffchen Hause lvurde oft Theater gespielt, und da scheinen sich die Mit- spielenden einmal die Namen der Bestandteile des gegen Ehphilis gebrauchten Zittmannschen Dekoktes beigelegt zu haben. Wir kommen noch darauf. In der jetzt erschie- Iicmen, von der Goethe-Gesellschaft herausgegebenen schönen und billigen Volksgoetheausgabe macht der Herausgeber, Geheimrat Professor Dr. Erich Schmidt, in der Einleitung eine Bemerkung, die diese sicher noch ftreitige Frage zu Sethes Ungunsten in das Volk zu tragen geeignet ist. Nicht der Arzt, wohl aber der Laie könnte in der angegebenen Tatsache, daß Goethe sich mit Syphilis infiziert habe, etwas un > er en Großen Herabsetzendes seheii. Deshalb hat es der Berliner Laryngologe Geheimrat Professor B. Fränkel, der sich dabei als ein wohlbelesener Goethe- Kenner zeigt, unternommen, in der „Zeitschrift
ur Tuberkulose" (Band 15, Heft 4) in einem
Auffatze: Des jungen Goethe schwere Krankheit" Mit ärztlichem Auge alle die Stellen, namentlich ber Goethe- scheu Briefe, aber auch der seiner Freunde, darauchin nach^ zuseben, oo diese Meinung haltbar fei. Namentlich zeigt er, daß der gravierende „Don Sasjasraß", auf den sich Goelhe mehrmals üezieht uni) der mit einem Bestandteile
Die Stadt Mülheim, die mit einigen industriellen Werken schon jetzt am Ruhrlauf gelegen ist, hat die Bedeutung des Planes sofort erkannt und Schrttte getan, um sich die für die Zukunft wertvollen In d ustri egelän d e bei Mül- Yeim-Speldorf zu sichern. Es handelt sich hier um etwa COO Morgen, die von der Stadt erworben werden s ll'n Mit der Aufschließung dieses Gebietes würde der heute noch aus vier unzusammenhängenden Stücken bestehende große Stadt- korper. Duisburg-Ruhrort-Mülheim-Obernhausen, dessen Hauptteile schon jetzt au der Ruhr augesiedelt sind, noch mehr zusammengeschlossen, was vom Standpunkte des Städtebaues nur erwünscht sein kann, wenn auch Einzelwünsche Duisburgs vor den Hoffnungen Mülheims dabei augenblicklich Hurückgesetzt werden müssen.
. Um am Zusammenschluß der einzelnen Gebietsteile auch durch Sttaßen und Straßenbahnen arbeiten zu können, beabsichtigt die Stadt Mülheim ferner eine neue große durchgehende Verbindung von Maden nach der Monninq mit Drucke üb er d i e R u h r. Es wäre damit einem großen ^.eile der Bevölkerung zum ersten Male eine direkte Geleaen- heit zur Benutzung der großen Waldungen auf der linken Ruhrsette erschlossen.
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»Mr VttBmrck dar heMgar
Der Amtmarm von Horstmar bittet mrS tnn Aufnahme folgender Berichtigung:
, Der schatt beß Artikel« »Für BKmarck ben heiligen Nepomuk' Hirn $ •»a"? t>?n Ja Grruwe liegenden Berichte des , '^ünsterischen feiger*' über btt geplante Errichtung eine« Yenhnate to (Whnar unwahr. Insbesondere ist mebet die An- inge tmrt Golbftschteiche«, noch bie eine« BlSmarckbenkmalS, noch ernes Nepomukbenkmai« jemals in ber ©emeinbeDertretung ober an sonst einer maßgebenben Stelle auch nur erörtert worben. Ter 6?nze Bericht ist lebigtich Ausfluß ber Phantasie eines müßigen Spaßvogels. p 9
Wir hatten bie Notiz des .Münsterischen Anzeigers- übernommen, nachdem sie unwidersprochen in eine ganze Anzahl von Zeitungen übergegangen war. Es ist erfreulich, daß die ganze Geschichte erfunden ist, denn eine solche Tatsache märe doch unerhört gewesen. Dcr »Spaßvogel- braucht sich aber auf seinen »Witz^ nichts einzubilden; hoffentlich ist das Münsterische Blatt in der Lage, ihn zu fasten und ihn seinen dummen Streich büßen zu lasten.
Spielplan -er vereinigten ikranArter Sta-ttheater.
Gpernhaur.
Montag, 21. Nov., abends 7'/, Uhr: .Prima-Ballerina.' Dienstag, 22. Nov., abend? 7 Uhr: »Susannen? Geheimnis/ Voraus: »Der Schleier der Pierrette.' Zum Schluß: »Fottunio?
Schauspielhaus.
Montag, 21. Nov.: »O diese Leutnants.- DienStaa, 23. Nov.: »Medea.- Anfang jedesmal abends 7 Uhr.


