Ausgabe 
21.11.1910 Drittes Blatt
 
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Was hat die gestrige in Steins Garten tagende foziaLdemokrMfche-freisinnige Verbrüderung ge> zeitigt?? Sie spricht uns die Berechtigung ab, unsere Interessen selbständig wahrzunehmen! Sie verlangt vielmehr von uns, bedingungslose Unterwerfung unter ihre Partei-Prinzipien. Solche Anmaßung weisen wir mit Entrüstung zurück! Sie sollen sich in ihrer Verbrüderung wohl fühlen.

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Bezirksvereinler, Handwerker, Gewerbetreibende und Beamte, gebt die rechte Antwort auf solche Mache! Man hat uns als ziel- und planlos znsammeugewürfclte Gesellschaft beschimpft. Das wagt uns jetzt schon die Sozial­demokratie, unter Assistenz des freisinnigen Vereinsvorstaudes, zu bieten.

Zeigt Euch als aufrechte, bürgerliche Männer und wählt die von uns vorgeschlagenen Kandidaten. Sie bürgen Ms für eine ehrliche und treue Vertretung unserer Interessen im Stadtparlament. D.l/u,

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Wähler ! M StllitötrorhllftflllMlll.

Die fteisinnige Kanditatenliste ist von 61 Personen gemacht und das noch durch einen Gewaltakt bei der Ab­stimmung. Die Kanditatenliste der Bürgerschaftsvereinigung ist von 60 Männern gemacht, die die Beauftragten von etwa 2000 Bereinsmitgliedern waren. Und da wagen es freisinnige und sozialdemokratische Redner die Vereine, ihre Vertreter und die von ihnen erwählten Kanditaten

als * uiiil planlos zosawwenpitt Misti

zu verhöhnen.

Bürger gebt am Dienstag diesen hochmütigen Spöttern die richtige Antwort!

Wiele Baar ff er.

Fabrikanten!

Handwerker!

Die freistnnige Partei offeriert Euch gemein­sam mit der Sozialdemokratie einen Herrn Privatbeamten (??) Schnell'. Ist Euch dieser Herr Privatbeamte (??) aus den Streiks der Zigarrenfabriken usw. nicht bekannt?

w viele Bürger.

In der Donnerstagnummer Ihres geschätzten Blattes wurde voneinigen nicht Politik treibenden Wählern" in einer Annonce von einem parteipolitischen Vorgehen bei den dem- nächstigen Stadtverordnetenwahlen gesprochen. Die Wahl zweier verdienstvoller, seitheriger Stadtverordneter, der Herren Eichenauer und Helm sei nicht empfohlen worden aus partei- polltischen Gründen.

Es ist Tatsache, daß erstens der Freisinnige Verein in seiner Mitgliederver­sammlung am letzten Montag drei verdienstvolle, seitherige Stadtverordnete (die Herren C. Brück, Jan« und Helferich) für seine Kandidatenliste überhaupt nicht znr Abstimmung zugelassen, sie also zuerst ausgeschlossen hat, weil sie der nationalliberalen Partei angehören. Herrn Helm reihte sie erst heute ein. Es ist dagegen unrichtig, daß Herr Eichenauer nicht in die Kandidatenliste des Bürgerschaftsausschusses aus­genommen wurde, weil er Mitglied des freisinnigen Vereins Ist. Er stand vielmehr, wie alle seitherigen verdienstvollen, bürgerlichen Stadtverordenten zur allgemeinen Abstimmung, erlangte allerdings nicht die notwendige Stimmenzahl, um in die Kandidatenliste des Bürgerschaftsausschusses ausgenommen zu werden. Daß keine Parteipolitik bei dieser Abstimmung mitbestimmend war, geht klar daraus hervor, daß z. B. ein langjähriges, verdientes Mitglied des Stadtverordnetenkolleg Iums, das der nationalliberalen Partei angehört, nicht gewählt wurde, während ein anderer Stadtverordneter, der der frei­sinnigen Partei angehört, in die Liste des Bürgerschaftsaus­schusses ausgenommen wurde. Diese Liste enthält sogar sechs Angehörige des freisinnigen Vereins. * D«\,

F est st e l l u n g: 1. Parteipolitik hat zuerst und allein die freisinnige Partei bei der Nominierung ihrer Kandidaten obwalten lassen. 2. Parteipolitik war bei der Ausstellung der Kandidatenliste des Bürgerschastsaus schusses ausdrücklich ausgeschlossen. G.