Ausgabe 
24.10.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfafot 10 Seiten.

Teheran meldet, überreichte die per

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Der Sturz des Kabinetts venizelos.

Der kretische Agitator Venizelos hat sich seiner Er­hebung zum griechischen Ministerpräsidenten nicht lange erfreut Er muß sogleich Mieder zurücktreten, da er uu Parlament keine Mehrheit finden kann. Das Kabinett Venizelos scheint von der Pforte ausdrücklich vor dem entscheidenden Schritt des" Königs anerkannt worden zu sein, denn aus Konstantinopel kommen heute Meldungen, wonach die türkisch-griechischen Beziehungen Mieder um einen Grad freundlicher sind.

Athen, 23. Ott In der Kammer stellte um 1 Uhr nachts Venizelos nach lebhafter Aussprache die Ver­trauensfrage. Die Ralliüen und Mavromichalisten hatten den Saal verlassen, so daß nur 160 Deputierte an­wesend waren und die Sitzung wegen Beschlußunfähig- keit ausgehoben werden mußte. Nach der Sitzung er­klärte Venizelos seinen Freunden, er sehe in diesem Ausgang den Mangel an Vertrauen und habe die Absicht, zurückzutreten.

K o n st a n t i n o p e l, 22. Okt. Heute nachmittag wurde der griechische Gesandte Gr y Paris vom Sultan in Abschiedsaudienz empfangen. Gryparis stellte den Geschäftsträger Alexandropolos dem Sultan vor, der dem König feine Grüße entbieten ließ.

Gegenüber der Darstellung eines Teiles der türkischen Presse über die Haltung der Pforte gegen das Kabinett Venizelos erklärt die Pforte in einem Zirkular an die türkischen Vertreter, daß sie gegen die Ernennung

chreibt:

Frankreich hat nichts zu bedauern. Es hat sich in weitest­gehender Weise versöhnlich und gefällig gezeigt, aber es hat pflicht­gemäß die gegenwärtigen und lünftigen Interessen seiner Sparer verteidigt. Das Vorgehen der Regierung ist über alles Lob er­haben, da durch dieses mäßige Anleihegeschäft von 150 Millionen ein gefährlicher Präzedenzfall gefchasien worden wäre, welcher Frankreich seiner Waffen zur Veriewigung seiner Jniereßen ui Zukunft beraubt hätte. Für diese kluge und ehrliche Politik wird die öffentliche Meinung dem Ministerium dankbar fein. Die Enttäuschung der Finanzkreife, welchen aus der Anleihe ein Ge­winn erwachsen wäre, wird aber eine lediglich vorübergehende sein. Tie Türkei wird an Frankreich wieder herantreten.

DasJournal des Deoats" meint, daß man zweifellos versuchen werde, die Anleihe heimlich in ^aris unterzubttugen. Bankiers und Privatleute könnten elbstverständiich ihr Geld nach Belieben jedermann borgen, aber das französische Publikum müsse darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Weigerung der französischen Re­gierung, die türkische Anleche zur Dotierung zuzulassen, eine endgültige sei und daß diese Weigerung auch für alle Anleihegeschüste gelte, welche etiva dazu bestimmt wären, mittelbar oder unmittelbar die gescheiterte Anleihe zu

S^Mi^cheint die Parteistellung aber nur dann als die richttge^ wenn iie in ihrem inneren Kern erlaßt wird. Die Mittel linie bekommt dann wirtschaftlich wie national eine viel weiter- 8efcnbe Sebnxtung Mittelstellung der Partei leinen

B-ruisstand von ihr^ Unterstützung au3. Insbesondere um- saßt die Mittelstands Politik alle arbeitenden Stande, oenen ich selbst ia nicht nur als Universitätslehrer, sondern als au^übeiider Landwirt angehöre. Alle Stande kämpfen ums Dasem und fann foie mittlere Linie am leichtesten ^en Aus­gleichs der Interessen aller Berufsstände (Handwerk, Industrie, d'anüwirtsckaft Handel, Beamte im Staat- und un Pr^atdienst, auch unsere Arbeiter, denen wir die Sozialfürsorge i.uteü wer- den lass n) herbeisühren. Schutz und Stärkung dcr wittschasllich Grfihnrfipn finb der Mittelpartei am naheliegendsten.

Tas Ruhige Geradcausgehen schützt auch am, besten vor Schwan, kunaen des Ganzen und die mittlere Linie ist der sicherste Hort ruh?gen Fortschritts im heutigen Vaterlande und in unser

« Grundsätze in sicherer dau^nder Acisisi lind hier sinden wir auch die Grenzen für unsere uL.aktil wie für unser Zusammcnsasscn mehrerer Parteien sür bestrmmtc ^D-r heutige Zeitpunkt schwerer politischer, aichi nur wi?tsch°,tl.cher Krisis svrdert eure solch Politik mittlerer Linie M't beionder^ Notwend gkeitz l^ so^ert aber auch das Jndenvordergrundschieben nationaler tpe

®°6sm;r nn rinem politischen Wendepunkte, bei ein Zu- "?»*««."

ersetzen. Ä m

Paris, 23. Okt DerTemps" meldet aus Konstanti­nopel' Die Pforte habe den Staatsanwalt von Beirut beauf­tragt, das arabische BlattRai el Am" wegen eines gegen Frankreich gerichteten beleidigenden Artikels strafrechtlich zu ver- ^sionft antinobel, 22. Okt. WieDein Gazetta" meldet, erklärte der F i n a n z m i n i st e r gestern dem s r a n- zösischenBotschaster,er könne keine mit der W ü r d e der türkischen Regierung unvereinbaren An - leihebedingungeu annehmen und höchstens einen französischen Fachmann zur Einführung einer gründlichen Reform des Finanzdienstes im Finanzministerium zulassen. Es verlautet, wenn die französische Regierung aus ihrem Standpunkt beharre, so werde die Pforte die sehr vorteil- haste Alileihe-Osferte einer anderen Gruppe berücksichtigen.

ruug heute dem englischen Gesandten ihre Antwort auf die Note der britischen Regierung. Die Antwort entspricht den bereits telegraphisch gemeldeten Grundzügen. Die Note weist auf die dem neuen Regime zu verdankende Verbesserung der Verhältnisse hin. Wenn die persische Regierung auch selbst eine zehnprozentige Er­höhung der Zotleinnahmen im Zusammenhang mit der beabsichtigten Anleihe angeregt habe, so könne sie doch nicht die Anwesenheit britischer Offiziere im Lande gestatten. Die Note betont den allgemeinen Aufschwung des Handels, und ba^er hätten die ausländischen Kaufleute fein Recht, sich z« beklagen.

2luslan0.

Das schweizerische Volk hat bei der Abstimmung am Sonntag mit 262 066 gegen 238 928 Stimmen das von 142 000 Bürgern oMfLellte Jnitiativbegehren betreffend die Ein­führung der V e r h ä l t n i s w a h l für die Wahlen zum National­rat v e r wo r f e n. , .

Bisher wurden in Frankreich über den Eisenbahnausstand von Abgeordnetneten verschiedener Parteien 25 Anfragen ange- füribigt Die Gruppe der geeinigten Sozialisten hat eine gemein­same Anfrage eingebracht, die hauptsäästich von Jaurös vertreten werden wird. Um ein endloses Hinausziehen der Aussprache zu verhindern, beabsichtigt der Ministerpräsident gleich in der ersten Sitzung das Wort zu ergreifen.

Im Elyseepalast sand heute unter dem Vorsitz des Präsidenten Falliör es ein M i n i st e r r a t statt. Ministerpräsident Briand verlas einen Brief, in welchem der bisherige Ackerbauminister R u a n sein Abschiedsgesuch einr eicht und mit Gefundhcits- rücksichten begründet. Seine Stelle: wird nach Erledigung der Inter­pellationen über den Eisenbahnausstand wieder besetzt. General Maunoury wurde zum Müitürgouverneur von Paris ernaniU an Stelle des Generals Dalstein, dessen Abschiedsgesuch bewilligt wurde Falliöres unterzeichnete einen Erlaß, durch welchen die technischen Ausschüsse der verschiedenen Waffen, ausgenommen bei den Pioniertruppen, aufgehoben werden. Der technische Pionier- ausschuß wird neugebildet und eine dauernde Luftschiff ahrts- insp ektio n geschaffen. v .

Aus Paris wird gemeldet: Die Bediensteten der verstaatlichten West bahn, welche dem MobilisierungS- befehl keine Folge geleistet hatten und von der Militärbehörde mit zwei- bis achttägigem Gefängnis bestraft worden waren, bc-

nationalliberale Reichstagskandidatur für Giehen-Grünberg-Ridda.

Im Lenzschen Felsenkeller hier fand gestern nachmittag ine, hauptsächlich aus den ländlichen Bezirken sehr gut esuchte Bertrauensmännerverfammlung der Nationallibe> alen Partei des 1. hessischen Reichstagswahlkreises Gießen- )rünberg-9ttdda statt, die sich vornehmlich mit der Auf- rlluna eines Kandidaten für die zukünftige Reichstags- ,iahl oeschäfttgte. Nach einem einleitenden Bericht des rften Wahlkreisvorsitzenden, Rechtsanwalt Kaufmann, bil- igte die Versammlung einmütig die Schritte, die der sahlkreisvorstand seither in dieser Frage unternommen ,atte. Nachdem verschiedene Redner aus Stadt und Land ,ie von dem Wahlkreisvorstand vorgeschlagene Kandidatur oarm empfohlen hatten, beschloß die Vertrauensmänner- ^ersammlung einstimmig, Herrn Pros. Dr. Gi- evins, Direktor des land-wirtschaftlichen Instituts zu Hegen, als nationalliberalen Kandidaten für die nächste teichstagswahl aufzustellen. Da gerade dieser Kandidat besonders geeignet erscheint, den leider in unserem Wahl- reis bestehenden Gegensatz zwischen Stadt und Land aus- ugleichen und das nationalgesinnte Bürgertum gegenüber er Sozialdemokratte zusammenzufassen, da er weiter hin- ichtlich seines politischen Programms auf mittlerer Linie teht und deshalb alle Eigenschaften besitzt, den, Wahlkreis jein Bürgertum zu erhalten, wurde weiter beschlossen, Hi en bürgerlichen Parteien des Wahlkreises Mit- ttlung von der Aufstellung dieser Kandidatur zu machen ind sie zu ersuchen, die Kandidatur des Herrn Prof. Gisevius mch ihrerseits zu unterstützen.

Während über die anderen Punkte der Tagesordnung, nsbesondere die Einteilung der Agttationsarbeit für den Sinter, noch gesprochen wurde, erschien Pros. Dr. Gise- >ins, von der gesamten Versammlung stürmisch begrüßt, m Saal. Der Wahlkreisvorsitzende stellte den Kandidaten )er Versammlung vor und teilte ihm das Ergebnis der Zerhandlungen mit Prof. Dr. Gisevius entwickele da- CAif sein Programm in ruhiger, sachlicher, oft von ebhaftem Beifall unterbrochenen Rede und führte dann twa folgendes aus: , . , _

Für das mit durch bat heutigen Beschluß bewiesene Vertrauen ann ich nur meinen wärmsten Dank aussprechen. Ich knüpfe >ie Hoffnung daraus an, daß es gelingen wird, den Sieg im Wahlkampfe zu erringen, der dem Optimisten sicherer zusallt Ü4 den Pessimisten. Ich verspreche Ihnen, auch nach dem Steg rach besten Kräften darnach stteben zu wollen, Ihrem Bet­rauen gerecht zu werden. , ., _, .

In ernster Zeit stelle ich mich Ihnen snr gemeinsames Wirlen zur Verfügung. Da habe ich den Wunsch, mit Ihnen nuch. nals unser Prvgramm durchzugehen, um eine seste und ilcherc Vaiienbrüderschast zustande zu bringen. Es scheint mit das urnw- aiehr notwendig zu sein, als ich den Wunsch habe, gegen die andere Aussassung meiner Kandidatur von vornherein Pro est zu er­heben, wie solche Aussassung heute schon durch du Blatter geht.'

Die letzten Monate haben in besonderer Weise die allgemeine Nusmerksamkeit aus die Vorgänge in der natwnalliberaleii Partei gelenkt Bei dem aufmerE|amen Verfolgen der Pretzstimmen, i. A. der Stimmen über die Kasseler Tagung, war ich erjtaunt Darüber, daß man bei der nationalliberalen Partei immer nur Deren äußere Stellung und äußere Taktik unter die Lupe nahm, m äube rliche A usfassu N g der Patteistellung erstatt ruck die mancherlei unberechtigten Angriffe.

^Daß die diationalliberalen äußerlich auf bei mittleren Sime marschieren, macht ben Anschluß von unb links möglich, sobald der Wunsch nach einem Zusammenschlutz rege wird. Dattn liegt eine Stärke der Partei und tue Möglichkeit, je nach den imtzeren Umständen sich den verschiedenen^Au sassungen anzu. oasfen Andererseits hegt in dieser äußerlich ausgefatzten Mittei- lüiie auch eine Schwäche, welche die Gegner ausnutzen wollen.

Man wirst den Mangel an fester Baus ^r, weil die ver­schiedenen Ansichten zusammengeführt erscheinen. Man kann von lherlosigkeit und von Mangel an Grenzen fprechen^ wal a u v e r lich der Zusammenschluß tatsächlich bis zu den äußerlten Grenzen

>rr. 249 Erstes Blatt 460. Jahrgang Montag 24.Oktober 1010

Der Gießener Anzelaer » . a.ä vezngsvreis:

scheint täglich, außer Gj W monatlich75Pf.,viertel-

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-E Generalanzeiger für Gberhessen MW

Annahme von Anzeige« V «ir » m Land" undGerichts-

bis oo'nunags'g'uh" votaNonrdniS und Verlag derSrühsschen Unlv.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange, «edattion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. ^zi'ig-nt-il-^H^B-ck.

Die Neuordnung in Portugal.

Lissabon, 23. Ott. Das Amtsblatt wird morgen einen Erlaß veröffentlichen, der die vollständige Ver­weltlichung der Schulen anordnet. Tie Verfügung des Ministers weist den Staatsanwalt an, das Strafgesetz­buch gegen die' Priester, welche die neue Regierungsform und die Behörden angreifen, zur Anwendung zu bringen.

Die konstituierende Nationalversamm­lung wird vor Ablauf von sechs Monaten zusammentreten können, obwohl der Zeitpunkt für die Wagten noch nicht estgesetzt ist. ,

Den Blättermeldungen zufolge sand man in Cintra in den Gemächern der Königin Amelie zwei große Koffer in verschiedenen Papieren aus dem Justiz­ministerium.

Rom, 23. Okt. Der katholische ,(Sorriete d'Jtalia" veröffentlicht eine Note, in der es heißt, daß die Abbe- rufung des Nuntius aus Lissabon zunächst einen Drovisorischen Charakter trage, indessen sei die von der lortugiefischen Regierung bisher gegenüber der katholi- cben Religion beooachtete Haltung nicht derart, daß man betreffs ihrer künftigen Beziehungen zum Heiligen .Stuhl optimistische Erwartungen hegen könnte.

DieAgenee Havas" veröffentlicht folgende Note: Die französische Regierung verständigte sich mit Eng- land und Spanien, um bei den Mächten zu bean­tragen, von jetzt ab die provisorische Regierung Portugals als tatsächliche Regierung anzu­erkennen und sie ferner als endgültige Regierung anzu- erkennen, sobald Iie die versa,sungsmätzige Bestätigung er­langt haben wird. England, das die Jnttiatioe zu dem Vorfchlaa ergriffen, brachte ihn zur Kenntnis der Mächte. Man weiß bereits, daß Deutschland seine Zustimmung dazu erteilte.

Deutsches Reich.

Zum Geburtstag der Kaiserin am 22. b. M. zahlte der Deutscye Kriegerbund an hülssbedu.rstige Witwen' verstorbener Kameraden 41 000 Mark Unterstützungen aus. Der Kronprinz brachte ber Kaiserin als Geburtstagsgeschenk ein Oelgemalde bar, das Prinzeß in Viktoria Luise in der Uniform des zweiten Leibhusarew-RegimrMs barstellt. Als erster Gratulant ist ben Blättern zufolge balb nach 8 Uhr Prinz Joachim von Preußen eingetroff^n; ihm schlossen sich ber Kronprinz und die Kronprinzessin mit ben Prinzensöhnen, bie Prinzen Eitel Friedrich und August Wühelm mit ihren Gemahlinnen an, sowie die im Neuen Palais selbst wohnenden Fürstlich^iten. Abends 9 Uhr sand im Neuen Palais eine Konzettaussührung statt.

Wegen des Moabiter Aufruhrs wurde bereits gegen 17 Perfonen Anklage vor der Strafkammer und aegen 9 Per­sonen Anklage vor dem Schwurgericht erhoben. Voraussichtlich werben sich etwa 4 0 Personen vor der Strafkammer and etwa 20 vor dem Schwurgericht zu verantwottenf haben.

Venizelos zum griechischen Ministerpräsidenten nichts einzuwenden habe, obwohl er ftüyer seine Agitation auf Kreta betrieb. Da Venizelos in der letzten Zeit eine besonnenereHaltung einnehme, werde die Pforte die Handlungen des neuen Kabinetts abwarten. Die Pforte habe die Beziehungen zu Griechenland nicht abgebrochen, ondern nur den Urlaub des türkischen Gesandten in Athen verlängert.

Die persische Antwort auf Englands Drohung.

London, 22. Ott. Wie das Reutersche Bureau aus

Die Gegensätze müssen heute sckMeigen, die Streitenden sich zu fester Wasfengemeinschaft vereinigen. Der Tritt ist nach dem mittleren Zuge zu nehmen, und die führende Mittelpartei hat ihre Aufgabe zu erfüllen, diesen Tritt anzugeben.

Wir haben uns nicht so zu verhalten, als ob bas Vater­land sich in Gefahr befindet, sondern dasselbe steht schon in Gefahr, und wir alle müssen den Zeitpunkt wahrnehmen und dürfen nicht zögern.

Hat eine mittlere Partei, wie bie nationalliberale, ihre Auf­gabe nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich erfaßt, so hat ie heute eine ebenso große wie wichtige Ausgabe. Sie hat )ann auch eine große und schöne Zukunft.

Ich stelle mich ber Partei in diesem Sinne als ihr Kandidat gern zur Verfügung und dankbar bitte ich Sie, in den Ruf ein­zustimmen : Die nationalliberale Partei lebe hoch.

Im Anschluß daran dankte der Vorsitzende für die Ausführungen und schloß die Versammlung mit einem Apell an die Anwesenden zu treuer Mitarbeit und mit einem Hoch auf das Vaterland.

Der Bruch zwischen Frankreich und der Türkei.

Paris, 23. Ott. Eine amtliche Note besagt: Da die Türkei die von der französischen Regierung zum Schutze der Interessen Frankreichs ge st eil­ten Bedingungen abgelehnt hat, ließ Minister Pichon gestern abend den französischen Botfchaiter Bom- pard telegraphisch verständigen, daß die Verhandlun­gen abgebrochen sind. Mehrere mit dem Quaie d'Orsay in Verbindung stehende Blätter fügen hinzu, der türkische Finanzminister Djavid Bey soll die Absicht haben, sich an Finanziers Mitteleuropas zu wenden. Diese Eventualität wird von der französischen Regierung ohne jede Bitterkeit ins Auge gefaßt. Ueberdies wird be­tont, Frankreich müsse trotz des Abbruchs der Anleihe- Verhandlungen nunmehr mir aller Entschiedenheit darauf bestehen, daß die Pforte die Stellung der in der Türkei lebenden Algerier und Tunesier den ' französischen Forderungen gemäß anerkenne.

Die französischen Blätter billigen rückhalt­los die von der französischen Regierung in der Frage der türttschen Anleihe beobachtete Haltung. DerTemps"