"cfeinen Srfte, rohlis
Rotationsdruck und Verlag der Brühllfchoi UniversuätS - Buch- und Stembruderel 9L Lange, Dießen.
D.e „etcgroet $«etitenblätttf werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich bcigelegt, das '.Kreis* *tott für fei Kreis Lietzen" jroeimal wöchemltch. Die „Landwirtichastlichen Seit» frage«" erscheinen monatlich irocimaL
Redaktion, Expedition und 2ruderet: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaklion:«^v112. rel,-Adr_-An-eigerGießen.
vie RuMzierung in den westlichen öezirienRutzianöz.
Wte man in Petersburg bic sinnlänbischc Selbständig- : eit vernichtete, so rückt man jetzt auch mit neuen Vernxrl- rnngSgesetzen den Polen im Westen #u Selbe. Die russische Legierung fand für dieses Vorgehen bei der Kammerrnehr- neit stürmischen Beifall. Die AuSsich-rungen des Herrn Stolypin sind auch für uns Deutsche von großem Interesse, metf er dargelegi hat, daß Nachgiebigkeit den Polen gegen- aber zu nichts sichre: ,... - m .
Petersburg. 20. Mai Die rus, ische Ne ichsduma begann die Beratung über die Gesetzesvorlage ans Ei n f ü b tun g von Semstwos für die Gouvernements Witebsk. Kiew, Wo! ivnien. Minsk, Mobilem und Podolien. Ministerpräsident Sto : t) ö i n befürwortete die Regierungsvorlage, indem er am die mstorischc Entwickelung des westlichen Gebietes binwies. Xie Rcoicrmig sei nickt berechtigt, die Dcrfttarten ichwachen «4,utz- Dunftc nissischen Staatsbewußtseins im Kampfe gegen die fc,t- icfügtc Zitadelle der Polcnkultur sich selbst zu Überfällen, und bie Regierung könne nicht in der Rolle eines richigen Zuschauers verharren und den Wettkampf zweier wirtschaftlicher polttiicher Faktoren zulassen. -Beifall rechts und in einem Teil des Zen rums Nickt von abftrafter Doktrin, iandern von Tatsachen qcfeitet, sei die Regierung zu dem Schluß gelangt, daß in den ocstlichen Olouverncmcnts felbe Maßnahmen nu^ gefährlich letcn Tic Regierung habe von der Einführung der -semstwos in den -rei i^nivcrnements des Wilnaer Generalgouvernements nur des- ".alb Äbttand genommen, weil dort kein Raum für bte trete land- iftfiaftlidr Sclbfttätigfeit unter der Wahrung der 3 n ter en en der truffifefen Staatsidee fei. Die Bevölkerung werde, wenn auch nicht rrrit einem Male, so doch schnell, gewahr werden, dak das Gebiet im SBeftcn anfange, einem Königreiche P o l e n i, u ; u n c t q e n , wenn es die russische Regierung nicht verstehe, ns materieller Schwäche oder wegen Fehlens des Staatsgü)ankens -5 in seine fränfe zu nehmen (Anhaltender Beifall rechts und bei einem Teile des Zentrums.)
Der Ministerpräsident wies dann an der Hand von Bei- 'vielen auS der Geschichte nach, daß das Bestreben der russischen Herrscher, den Einfluß der Polen der Staatsidee nutzbar zu machen, zum (fegenteü geführt hätte Die Regierung sei genötigt gewesen, den im Jahre 1906 ausgearbeiteten Plan falten »u lassen und eine auf einer proportionalen Vertretung basierende ,ud cur den Schutz der russischen Staatsinteressen gerichtete Vorlage auszuarbeiten. Der Zweck der Regierungsvorlage fei, nirfit die Reckte der Polen in den westlichen Gebieten emzu- ckränken, sondern den Schutz der Rechte der fertigen Russen • u wahren. Die Vorlage gebe allen Schichten der fertigen Bevölkerung eine gesetzmäßige Vertretung und setze Jahrhunderte eilten politischen Standeskämvfen ein Ziel, indem sie dabei macht- oll die Grundlagen des russischen Staates schütze^ Dte Betätigung dieses Grundsatzes durch die Duma werde vielleicht -nc Illusionen und Hoffnungen zerstören, andererseits aber werde ie einem nicht geringen Unglück und Mißverständnis vorbeugen, .ufern sie öffentlich und ohne Heuchelei sesttege. daß das west- .che Gebiet heute und immer russisches Gebiet fei. "Anhaltenfei stürmischer Beifall und Bravorufe rechts und fei einem Teil des Zentrums Bei Unterbreckmng der Sitzung er- ■ enter stürmischer Beifall. Ein Teil der Mitglieder der Rechten -und der Nationalisten nähert sich der Ministerloge und drückt dem Ministerpräsidenten die Hand.i
Die Unruhen in Thina.
O Paris, 20. Mai
Ernste Ereignisse in Chrna kündet im .^radikal" ein Brüsseler Korrespondent des Blattes an, der von einem chinesischen Revolutionär, einem einen angesehenen Posten ch einer Gesandtschaft des Himmlischen Reiches bekl^>enden Manne, folgende Aufklänutgen erhielt. „Sie dürfen darüber nicht erstaunt Jan, daß die chinesische Regierung in einem fremden Lande von einem Revolutwnär vertreten wird, da »ch natürlich meine Meinungen nicht alter Welt an die Rase gehängt habe. Ucbrigeitd sind alle tn Guropa am -chsigen Chinesen Revolutionäre oder wenigstens Refor- nnften; das Personal der Bosichaften und Gesandtschaften
und betrieb als reicher Bauernsohn neben der Landwirtschaft in seinen Mußestunden eifrig Sternkunde und Botanik. Die Instrumente, deren Zahl und Feinheit die Bewunderung der Besucher erregten, fertigte sich Palitzsch selber. In seinem Garten zog er viele ausländische Gewächse und lieferte deren Erzeugnisse: einer Apotheke in Dresden. Als er in der Nacht des 25. Dezember 1758 den Kometen gefunden, den Pariser Astronomen: erst einen ganzen Monat später sichteten, wurde et von den, Akademien zu London und Petersburg zum torrctoonbicrcnfeti
Mitglied ernannt. Trotz vieler Ehrungen blieb Palitzsch immer
ein „frugaler teutfefer Biedermann", mochten ihn Fürsten unk Barone besuchen, mochte selbst der Herzog von Braunschweig sich den merkwürdigen Bauer in nächster Nähe besehen, mochte er unangemeldet jederzeit Zutritt fei feinem Landesherrn, dem Kurfürsten, Hafen, Palitzsch verlor darüber nicht das seelische Gleichgewicht. — Einen Vorgänger hatte er aber in^bem sächsischen Landsmann Christian Arnold, der, in Sommerfeld fei’ Leipzig geboren, bereits im siebzehnten Jahrhundert mehrer- Kometen entdeckt und sogar zuerst einen Vorbeigang des Merkur vor der Sonnenscheibe beobachtet hatte Dieser Arnold lebte ooit 1650—95, entdeckte 1683 und 1686 Kometen und veröffentlichte Abhandlungen in den Leipziger „Acta erubitorirm''. besonders erscheinen ließ er die Schrift „Göttliche Gnadenzeichen in einem Sonnenwunder vor Augen gestellt", — dies bezog sich auf die Beobachtung einer Haloerfcheinung an der Sonne. Arnold ftanfr mit den berühmtesten Gelehrten seiner Zeit im Briefwechsel. Di« von ihm ausgezeichneten, vieljährigen Beobachtungen vermachte er, teils einem Fachastronomen, teils der Leipziger RatsbibliotfeL. Ter Rat der Stadt Leipzig, stolz auf solch einen Mitbürger ber nächsten Umgebung, ehrte ihn durch ein Geldgeschenk und befreite ihn lebenslang von allen Abgaben. Ter Astronom Schröter benannte nach Arnold drei Täler des Mondes. Es verdient noch besonders fervorgehoben zu werfen, daß der eine bäuerische Korn etencntdecker nach fern Dreißigjährigen Kriege lebte, also in einer der verkommensten Epochen der deutschen Geschähe, der andere während des Siebenjährigen Krieges und obendreintz im Bereich ber kriegerischen Vorgänge Auch heute gibt e-5 Bauern, die Astronomie treiben. Frenssev berichtet von einem, solchen im „Jörn Uhl", ber Dichter hatte bie Liebenswürdigkeit^ der Kosmos-Redaktion seinen wahren Namen, Reimer Mollhiefen. in Wesselburenkoog im bithmarfischen Holstein, mitzuteilen. Der englische Biograph S m i l e s berichtet von einer langen Reife astronomisch beflissener Leute tn den untersten Ständen: dieser Smilesfche Aussatz ist wohl ber interessanteste Beleg, wieviel Geist und Willenskraft in bet breiten Schickt fes Volkes zu finden ist.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u W i s s e n s ch ast. Der 1 Deutsche Dogelfchutztag wird am 27. und 28. Mai im Festsaale des Charlottenburger Rathauses abgehalten werben. — Der 15. internationale Kongreß für 6ntene und Demographie findet nach einer neuerlichen Meldung der Leitung vorn 23. bis 28. September in Washirrg to-n statt.
rasche Aufstieg, der fen B T A. letzt m die allererste Reife der nationalen Verbände gestellt bat, kemi.teuhnct nck besten tn folgenden drei Ziffern Zuwachs 190, runb 1000, 1908 runb 1900, 1909 rund 4200 neue Mitglieder. Ter Zcrcin ickwtz bad &nd)tiia1>r mit etn« Z-Hl ron 42 660 Mugkkd-rtt 4X- Zahl der Crtägruppcn routfe von 289 aut 312, ferne cinnabmen betrugen bei fen Ortsgruppen 205 929, beim oauptvormuife unmittelbar 39 869 Ml.: sein Vereinsoermögen wuchs von 2nt>(- Mk auf 264 308 Mk Tic Zahl der Städte, die fern Verein regelmäßige Beiträge zahlen, stieg auf 251 Bon fernen zur Unterstützung aufgewandtcn Mitteln tut das Auslandfeut chtum gingen runb 58 Proz. in bas wichtigste deutsche Unter-« stützungsqcbiet. nad> Dcftcrrcidt. Ta«, JBmtn banebat bic anbenm Gebiete nickt vernachlässigt, zeigt bic Tatfachi, fetz allein seine Hamburger Ortsgru v pe 60 deutfchc schulen in Südamerika und 3 in Britilck^-Sübairika unterstützte i^lie große Anzahl bedrohter deutscher Gemeinden tenntc mit feilenfen Volksbüchereien versorgt werden, und 20 feutiefe, xcfe- frähe wurden durch die Ledrervermiltlungsstcllc fes Berems im
Der neue Reichriaal.
Aus Regensburg wirb uns geschrieben: Die ehemalige •freie Reichsstadt imb derzeitige Hauptstadt desba drisch en Re- merungsfezrrks Oberpfalz wirb von fen Fremfenftromen, bte Üdi mit Anfang fer schönen Jahreszeit über bic alten fub- ideutschcn, besonders die bayrischen Kunst- und Kulturstätten, über Nürnberg, Rothenburg, Augsburg und anfere ergießen, ziemlich oernaclüaiiigt - iic ist aber an alten Denkmälern ebenso reich rov eine non ihnen, mir gerade fer eigenartige, mirocrer ocr itänbHefe (Sharatter ihrer Kunst ist.es, der fes weitere -ii? anaelockl fet: Aus fer romanischen Epoche stammen Regens- mrgs .v>auptbciihnäler, und diese schwere melanchfeische und meist finstere Kunst 1 prüfe nur zu ganz nötigen. Arn, bieser Zeil beit Ren wir wahre Prachtstücke, wie bic Kirche fes tschotteiv llosters St. Jakob unb fes St. Emmerankirchlein, ober auch manche Dauien mis ifetcrer Zeit sind, wenn auck kunstgeickickt- iich keine Musterbeispiele, boch nicht zu verachten. Da ist^vor allem der fe»d) über bas Donauuser ragende ipatgotifcfe zom und das Rathaus.
In seinem Hauptsaal, fern berühmten Reickssaal, tagte von 1645 fes zur Auslösung fes heiligen römischen Reiches oeuticher Nation fer „immerwährende Reichstag". <oeit fem Auszug fes alten Rcickstags war fer ichöne Saal einem stetig fortschreitenden Verfall ausgesetzt, bis man vor einigen Jahren mit der sehr notwendigen Ausiriickung begann. Diese ist letzt endlich noilcnM rntb die mittetallrtlufr Pracht b«; roeiten Sa-l» er- ftinhlt in neuem Glanz. Ein imrklrck kunstverständiger Ausickutz bat bafuv gesorgt, daß nicht blind daraus los erneuert wurde, man hat vielmehr aus das noch vorhandene Alte geachtet unb baA Neue m nicht ausdringlichet Weise angebracht. So würfe fer alte Verputz der Wönfe zum größten Teil erhalten unb fern vierten Teil ber Wandflächen, fer neu bemalt werden mußte, das Korn und btc Unebenheiten fer alten Arbeit gegeben, xte von Melchior Bocksbcr acr (1561, stammenden Malereien, fee im 17. unb 18. Jahrhunbert in grober Barock-Art übermalt worfen waren, würben zum Teil roiefer hergestellt : ebenso würfen bic Reste von alten gotischen Zierformen, bie ehemals einen iogenannten Wolkenfries bildeten, wieder auigefrn'du. An fer Südwand dcs Saales wurden zwei schmale Rundbogentenster neu auigefedt und fec im 17. Jahrhundert vermauerten Nischen fer bcifen westlicken Fenster neu aus gebrochen: die m ihnen fehlenden Meßwerte wurden, ersetzt, wobei bte nn brüten Wette fenster wohterdaltcnen als Bester bienten. Erneuert würfe auck fec nörblicbc Erngangsture. Tie aus Föhrenbohlen bestehende berühmte Decke verlangte besondere Vorsicht: da icfe technische Behandlung hier geschadet härte, wurde sie lediglich gereinigt unb so schimmert sie, btc ehedem in tiefem Dunkel lag, in wunderschönem goldenem Braun.
Ter neue Haupt schmuck aber sind köstliche, aus dem 14. und 15. Jahrhimdert flxnnntenbe Gobelins. Sie stellen farbenprächtige
einbegriffen. In den Zielen unters^ewen fick) Revolutio- i näre und Reformisten dadurch, daß bie ersteren die Bef eilt- 1 gung ber Monarchie unb bic Errichtung einer Republik nach ’ rem Muster der Vereinigten Staaten erstreben unb ba^u gewalttätige Mittel anroenben wollen, währenb bic Reformisten eine Verfassungs-Monarchie an Stelle der absoluten etzen unb bas englische parlamentarische Regime ein führ eit wollen. Auch sie würben im Notfälle von ber Geioalt nicht zurückschrecken, aber sic hoffen, mit friedlichen Mitteln zu ihrem Ziele zu gelangen. Tarin täuschen fie sich nach meiner Ueberzcugung Eine sozialistische Bewegung nach europäischer Auffassung gibt es in China nicht, bic Bewegungen sinb rein politisch. Die konservative Partei, gegen bie wir anzukämpfen Haden, wirb von ben Thtglicbern ber firifer» Häfen Familie, ben Beamten unb ben Manbarinen geleitet. Ter Regent, Prinz Tschun, ist ein schwaches unb unentschlossenes Wesen, er wirft mit Versprechungen um sich, hält sic aber nicht, mehr aus geistiger Faulheit als aus Feindseligkeit. Man Tann ihn mit Ludwig XVI. vergleichen emb er tonnte leicht, wie dieser französische König, bas Opfer ber revolutionären Bewegung werden. Man hat fchon zwei Bomben auf ihn geworfen Charakteristisch ist die lat; fache, daß bic Schuldigen bekannt und verhaftet sind, datz aber bie Regierung die Todesstrafe aus Furcht vor Repressalien gegen sic nicht zu verhängen wagt. Tte Meldungen ber europäischen Zeitungen, sie wären cnthaitotct worden, sind falsch. Sie wurden nur zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Tic Konservativen sinb ben Fremden feinblich gesinnt. Wir dagegen wollen herzliche Beziehungen mit ben Völkern weißer Rasse anknüpfen. Wir wollen bie wirtschaftliche Macht Chinas entwickeln. Wir sind auch gern geneigt, den Ausländem Bergwerks- und Eisenbahn- Dmzessionen zu erteilen, aber natürlich unter bestimmten Bedingungen. Denn China besitzt nicht die hinreichenden Kapitalien, um selbst feine Bodenschätze auszubeuten. Tte Ereignisse werden sich jetzt schnell folgen. Die Provinzial- oerfammlungen verlangen sofort ein Parlament. Alles hangt von der Armee ab, um die Regierung zur Einlösung bes Versprechens des verstorbenen Kaisers Ku zwingen. Die Arnnec wirb ber Regierung mir treu bleiben, wenn diese sie gut bezahlt. Da es bie]er aber sehr schwer fallen wirb, ihre Forderungen zu befriedigen, hoffen wir, daß das Heer sich bald auf bie Seite der Revolutionäre stellen wirb, um so mehr, als es biefc Absicht bereits bekundet hat. Unter) ben Führern sind viele für unsere Sache gewonnen; die Stimmung unserer Armee gleicht ber in der türkischen kurze ßcit vor der Absetzung Abdul Hamids. Die „Reuter"- Depeschc, die vor einigen -tagen bie Eröffnung des Parlaments für den 31. Oktober d. I. ankündigte, ist tendenziös, wie alle Meldungen aus dieser Quelle über bie Ereignisse in China. Seien Sie versichert, so schloß der Chinese, daß ernste Ereignisse in der Vorbereitung begriffen sind und daß man bald sehr Erstaunliches aus Ostasien zu hören
Berichtsjahre kosteiilos vermittelt. _
Ter zahlreich besuchte Bertretertaa erledigte in tncrftimbigct* Sitzung eine Reife wichtiger interner Vereinsgeschäftc, genehmigte bie Recknungsablegung des letzten Jahres unb fen Voranschlag des Hauptvorstanfes für 1910 unb vollzog burck Zuruf fec Wieferivahl bcs verbienten Vorstanfes, an fer Spitze fec fes ersten Vorsitzenden Staatsministers z. T. Heutig. Os murfe beschlossen, bic Werbetätigkeit noch weiter auszubauen und insbesondere auch auf die Gründung von weiteren Frauenortsgruppen hinzuwirken.
Aus Stadt und Cattd,
Gießen, 21. Mai 1910.
** Lehrerpersonalten. Ernannt wurde ant 17. Mai d. I. die Hilfslehrerin an dem Seminar für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt Luise Willenbücher #ur Lehrerin an dieser Anstalt unter Belassung ber Kategorie der Vollsschullehrerinnen. Erledigt ist die mit einem evaug. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemcinbeschule zu Blofeld. Mit der Stelle ist Organistendicnst verbunden.
" Die 12. Hauptversammlung dcS Verbandes Hessischer Finanzbeamten wird am Samstag dem 28. unb Sonntag, 29. Mai, hier abgehalten. Begrüßungsfeier unb Festessen finden im Hotel Schütz, bie Hauptversammlung im große Hörsaal ber Universität statt.
•• Turnerisches. Am Sonntag, 22. d. M., 8^/z Uhr vormittags, findet in der Turnhalle des TurnveremS Gießen Bezirksvorturner stunde des zweiten Bezirks des GaucS Hessen statt. Geturnt werben bie Pflichtübungen für bas Gaufest in Grünberg. Zugleich ist auch eine Kampsrichter- Unterweisungsstunbe. Nach dem Turnen find die Wahlen der BezirkSturnwarte.
♦* Tie gestrige Aufführung der „D o l l ar p r in- zessin", die im vergangenen Jahre schon in einer sehe: guten Darstellung bie hiesigen Theaterfreunbe entzückte, hat auch gestern ihre Wirkung nicht verfehlt. Die liebliche, flüssige Melodie, der sanfte sentimentale Einschlag unb bie paar Lieber mit ihrem schmeichelnden Fluß haben ihre Wirkung nod) nicht verloren, obwohl sic auf jedem Leierkasten und von jedem Harsenmädchen gedudelt werden. Die Aufführung, die auch diesmal wieder von Richard Heising geleitet wurde, war im großen unb ganzen nicht nur gut vorbereitet, sondern auch gefällig eingerichtet worden unb es war bebauerlich, daß tn dem gesprochenen Teil bes dritten Aufzuges einige - allerdings geschickt parierte — Entgleisungen Dort amen, btc den Cinhelfcr zu allzustarkem Slimmaufwand veranlaßten. Karl Melzer verstärkte mit ■ seiner schönen Darstellung des Fredy den günstigen Eindruck, ben er seither gemacht hat, um ein beoeutenbes. Die klare, gesättigte Tonfärbuna, mit der der Sänger seine Stimme ,yi gebrauchen versteht, siel auch gestern wieder angenehm auf unb brachte ihm mehrfach tebhasteu unb ehr-
Jaqbbilbcr unb Szenen aus bem Minnelcben bar: Tristan unb Jsolfe, Frau Venus im Hörselberg, wie sic Tannhäuser empfängt. Der älteste btefer einzigartigen Teppicke hat allein einen Wert von 600 000 Mark. Der Dank fei für, baß bic Wiebcrherstelluug biescs Schmuckstückes unserer Donaustabt so trefflich gelungen ist, gebührt vor allem Karl Wähler, fem Professor an fer Kgl. Kunstscfeile München, imb Gabriel von Seibl, ber nicht nur einer ber ersten Architekten unb Neuschöpfer, sondern auch einer Der ersten Bewahrer ber schönen alten bayrischen Kunst ist.
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Hk. Stiftung. Das Testament bes in Lonbon verstorbenen Chemikers Dr. Monb ist jetzt bem Wortlaut nach bekannt gegeben worden. Danach erhält die Universität Heidelberg — eine Million Mark — zur Förderung ber naturrein eite schaftlichen Forschung vorzugsweise, boch nicht ausschließlich auf physikalischem unb chemischem Gebiet. Tie Summe bezre. bic Zinsen sollen zu Preisen für neue Entbeckungen und zu persöiilichen Unterstützungen auch in der Form von Stipendien, zur Anschafiung von Apparaten und Observatorien verwendet werden, kurz zu allem, wodurch die Universität Heidelberg bie wissenschaftliche Forschung auf ben genannten Gebieten am besten zu fördern glaubt.
— Hebung versunkener Ladungen durch Elektromagneten. Eine Reihe erfolgreicher Versuche, versunkene Schiffsladungen durch Elektromagneten wieder zu heben, hat fer iwrbamenfaniKfe Stahltrust gemacht, und dieses Mittel soll in Zukunft häufig angerocnfei werfen, wenn es sich um wertvolle Eisen guter handelt, bic »er hinten sinb. Man benutzt dazu einen Elektromagneten, der 3i;2 Fuß Durchmesser hat und 3000 Pfund wiegt. Er wird in die Oberfläche des Wassers getaucht unb bann der elektrische Strom angestellt. So gelang es vor kurzem bet Rew Orleans eine ganze sckisfslabung von Faßnägcln, von einem untergegangenen Mmissivvidampser, zu bergen. Es war habet möglich, 5 ober 6 Fässer auf einmal aus einer -tictc von <0 Huß empor zu heben mtb zwar völlig unversehrt. Etwa ^85 bis 95 v. H. fer versunkenen Labung, deren Wert sich nur 4o Dollars für die Tonne stellte, konnten auf diese Weise gerettet werden, während bei jeder anderen Art fer Bergung größere Kaften entstanden wären und die Fässer außerdem alle unbeichädigt
roiefer herausgebracht werden können.
— Bauersleute als Kometenentdecker. Hierüber bringt Heft 5 fes .LosmoS", Handweiscr für Naturfreunde folgende interessante Zeilen: Mehr als rrgenfeine andere Wissenschaft ist vielleicht gerade die Astronomie reich an ichätzenswerteii Leistungen von Laien unb Dilettanten gewesen Ver^icknct biete Geschichte doch sogar zwei berühmt geworfene Bauern die sich als Kometenentdecker bekannt machten. Ms an Jai 1758, zur Zeit des Siebenjährigen Krieges, die Gelehrten bas des Hallenichen Komeren angekündigt hatten, da war Der beii Kometen entdeckte, der Bauer Palitzsch t bei Dresden, ein heller Sachse also. Er lebte von l<4o—88,
bekommen wird.
Ia!)r§;sersamm!ung ües verein5 für öas Deutschtum im Ausland zu Regensburg.
In fer Pftngstwoche trat fer Verein für das Deutschtum im Ausland dieses Mal aus bayerischem Boden in fen Mauern der alten Reichsstadt Regensburg zusammen. Ein Degrüßungsabend, der sich zu einem echten nationalen Volksfest gestaltete, ging den Tagen ernster Arbeü voraus, die am Mittwoch vormittag mit fer Sitzung fes Vertretertages tn fern altehrwürdigen Rat hause begannen Ter Hauptgeschäftsführer Geiser erstattete fen Jahresbericht für 1909. Der Berickst gibt in Gestalt eines stattlichen Hckstes zuerst eine umfassende Uebersicht über die Lage bes gesamten Auslandfeutschtums >m verflossenen Jahre, sobann ausführliche Rechenschaft über bie Unterstützungsarbeit fes Vereins zu gunften bicses TeutsÄtums unb enblich eine Darlegung seiner eigenen inneren Entwicklimg. .Düse ist eine hock-ersrculiche. Der
Nr. Zweites Blatt 160. Jahrgang * Samstag 31. Mai 1910
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