rcüs sind zahlreiche Anmeldungen eingelaufen.
an
bereitwillig erteilt.
Die Beteiligung an der
Ausstellung vei-'
der
Grube
der ersten Hälfte Fahrgäste oder Den Weg über die grüne Linie
4.— für sonst im
Mk. das
der lich
das Stück angeboten, d. i. ein Unterschied von jedes Los, ein Aufgeld auf den reellen Preis, Bankgeschäft nicht gefordert wird.
(!) Trais-Horloff, 17. Juli. Auf
wird aus' Erzeugnissen des Freistundenkunstfleißes der werktätigen Bolkskreise bestehen. Es soll durch die Ausstellung ein Bild darüber gewonnen werden, wie die Leute, die unter angestrengter körperlicher Berufsarbeit ihre Tage verbringen, über den Kreis dieser Berufsarbeiten und -Pflichten hinaus durch Betätigung von Liebhabereien aller Art, durch Lektüre und Studien ihrem Geist Erholung und Kräftigung zu gewähren suchen. Das höhere Bildungsbedürfnis in unseren werktätigen Volkskreisen soll augenscheinlich nachgewiescn und versucht werden, die Bahnen klarzulegen, die zu einer ausreichenden Befriedigung dieses Bildungsbedürfnisses führen können. Als Ausstellungsgegenstände fommen in Betracht: Erzeugnisse künstlerischer Betätigung auf den Gebieten der Malerei und der Plastik, sowie der schriftlichen Darstellung, kunstgewerbliche Erzeugnisse, naturkundliche Sainmlungen^aller Art, sonstige wissenschaftliche Sammlungen, sogen. Bastelarbeiten und sonstige Erzeugnisse der Freistundenbetätigung. Es stnd natürlich nur solche Ausstellungsobjekte erwünscht, durch die sich besondere geistige Neigungen und Fähigkeiten der Aussteller erkennen lassen. Rein mechanische Kopien von Bildern etwa, Gedichte, die nicht über das Niveau der Nachahmung hinausgehen usw. werden ausgeschlossen sein. Be-
pflichtet zu keinem Kostenbeitrag.
** Von der Straßenbahn. In des laufenden Monats benutzten 55 059 täglich 3670 Personen die Straßenbahn, die rote Linie inachten 32 609 und über
15. Ruderregatta auf der Lahn. Regatta des Lahn Regatta-Verbandes.
th. Gießen, 18. Juli.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 18. Juli 1910.
Freisturrden-Äuust u. Freistmlden-Arbeits-Ausstellung.
Im Herbst wird in Frankfurt a. M. eine eigenartige Ausstellung statlstnden, die der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung mit dem Frankfurter Ausschuß für Volksvorlesungen veranstalten wird. DaS Ausstellungsmaterial
Die gestrige sportliche Veranstaltung aus der Lahn war von Gunst des Wetters getragen und hatte sich eines außerordent- , starken Besuchs zu erfreuen. Bedauerlicherweise geschah den wassersportlichcn Kämpfen dadurch Abbruch, daß der Kölner Ruder- Verem 1877, der Limburger Ruder-Verein und der Frankfurter Ruder-Club, die ihre Mannschaften mitftarrten lassen wollten, am Samstag noch vor den Vorrenncn absagten. Die einzelnen Rennen nahmen folgenden Verlauf:
von 12,7 in 1866/70 auf 7,8 in 1871/75, berechnet auf 100 Geborene überhaupt. Das Fallenlassen gesetzlicher Ehehinder-i nisse hat diesen Umschwung veranlaßt. Im naturgemäßen Gegensatz hierzu wurden in 1866/70 33,5 Prozent der unehelich Geborenen von ihren Vätern anerkannt, jetzt nur noch 20 Prozents Ein ähnlicher Umschwung vollzog sich bei der Legitimation.
Mit großer Regelmäßigkeit stellen sich die Mehrlings- kindcr ein. Die Zahl der Zwillingsgeburten erreicht die Höhe von einem halben Tausend. Drillingsgeburten sind sehr selten, durchschnittlich jährlich 5 im Großherzogtum. Vierlingsgeburten wurden in den letzten 50 Jahren überhaupt dreimal verzeichnet. Auf 1000 Niederkünfte kommen ungefähr 13 Niederkünfte mit Mehrlingslindern.
Die Zahl der Knaben übersteigt die der Mädchen stets. Kein einziges Jahr zeigt eine Ausnahme. Auf 100 geborene Mädchen kommen 105 bis 107. geborene Knaben. Auf 100 totgeborene Mädchen kommen 123 bis über 130 totgeborene Knaben. Ein Drittel der ehelichen Mederkünfte entfällt auf die Altersklasse von 25 bis 30 Jahren, die Hälfte der unehelichen Niederkünfte kommt auf die Altersllasse von 20 bis 25 Jahren. Wenn man betrachtet, wieviel Niederkünfte auf je 100 verheiratete Frauen in den einzelnen Altersklassen kommen, so überrascht es nicht, zu sehen, daß die Niederkünfte mit zunehmendem Alter der Frauen an Zahl abnchmen. Bei den jung verheirateten Frauen (im Alter bis zu 25 Jahren) ereignet sich regelmäßig alle 2 Jahre eine Geburt. Durchschnittlich kommen auf je 100 verheiratete Frauen im Alter bis zu 25 Jahren ungefähr 50 Niederkünste. Deren Zahl sinkt 1901/05 in der Altersklasse von 25 bis 30 Jahren auf 37,0, in der Altersllasse von 30 bis 35 Jahren auf 25,0 und so weiter. Frauen im Alter von über 50 Jahren erleben bekanntlich nur in den allerseltensten Fällen noch Mutterfreuden. Im Großherzogtum ereignen sich im Jahre ungefähr nur 5 solcher Fälle. Schon in der Altersklasse von 45 bis 50 Jahren sind Niederkünfte sehr selten. Auf je 100 Ehefrauen dieses Alters entfällt im Jahre etwa eine Geburt. Die Fruchtbarkeit der jungen Ehefrauen (bis zu 25 Jahren) ist fast unverändert geblieben. Sie beträgt ungefähr 50 Prozent. Bei ben über 25 Jahren alten Ehefrauen ist jedoch in den letzten 25 Zähren die Zahl der Niederkünfte stetig zurückgegangen. In der Altersklaße von 30 bis 35 Jahren ist die Fruchtbarkeit gefallen von 30,7 1879/82 auf 25,0 1901/05, in der Altersllasse von 35 bis 40 Jahren von 22,4 auf 16,7. Faßt man alle Ehefrauen unter 50 Jahren zusammen, so ist deren eheliche Frucht- • barkeit in den gleick)en Zeiträumen von 24,4 auf 22,3 gesunken. Erfreulicher ist es, daß auch die uneheliche Fruchtbarkeit zurückgegangen ist, besonders in den höheren Allersllasfen von 25 Jahren an. Gering ist der Rückgang in der Altersklasse von 20 bis 25 Jahren. Zugenommen haben sogar die unehelichen Geburten in den beiben jüngsten.Altersklassen, bei den unter 20 Jahre alten Mädchen.
zweiten Wagens setzte er seinen 7i/sjährigen Sohn. Der Knabe siel untertoe^ aus unbekannter Ursache unter die Räder und wurde so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. Dieser Fall liefert wieder den Beweis, wie gefährlich es ist, mit zwei Wagen ohne die genügende Aussicht zusammen zu fahren.
§ Nom oberen Vogelsberge, 17. Juli. Bei einem verflossene Woche über den südöstlichen Teil des Gebirges niedergehenden Gewitter wurd" eine Wasserhose sichtbar, welche in einem langen Streifen in der Nähe des preußischen Dorfes Völzberg niederging. — Die Heuernte ist jetzt hier in vollem Gange und werden unsere Landwirte einigermaßen für das seitherig schlecht eingebrachte Heu entschädigt, — Großen Schaden richten in diesem Jahre die massenhaft vorhandenen Hasen auf Dickwurz- und Kohlrabenäcker an. Manche Aecker, die an junge Fichtenbestände angrenzen, haben am meisten durch den Hasenfraß zu leiben.
R. B. Darmstadt, 17. Juli. Die Großh. Zentrale für Mutterschutz und Säuglingsfürsorge hielt gestern eine Mitgliederversammlung ab. Minister v. Hombergk begrüßte die zahlreich aus allen Landesteilen Herbeigekommenen namens des in England weilenden Großherzogspaars freundlich und teilte mit, daß der bisherige Vorsitzende, Minister Braun, vom Großherzog zum stellv. Vorsitzenden ernannt worden fest Raa, einer Satzungsänderung, wonach der Ausschuß in Zukunft vftsvlln bestens 15 (anstatt 12) Mitgliedern bestehe und mindestens Aerzte oder Damen sein sollen, fanden Ersatzwahlen zum Ausschuste statt. Es wurden gewählt: Provinzialdirektor Dr. Brei- Osrt und Bürgermeister Dr. Schmidt-Mainz, Oberbürgermeister Dr. Glaßing-Darmstadt, Direktor Dr. Rebentisch-Offenbach und Oberbürgermeister Köhler-Worms. Der Titel der Zentrale soll von letzt ab lauten: Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglings- Nachdem Regierungsrat Dr. P i st 0 r den Jahresbericht für 1909,10 erstattet und der vorgetragene Rechenschaftsbericht genehmigt worden war, gab Finanzminister Braun verschiedene Anregungen und Erläuterungen zu dem Voranschlag. Dann wurde noch die Aufnahme einer Hypothek von 50 000 Mk. beschlossen, die zu baulichen Zwecken diene', 1 soll und aus dem Fonds des Ministeriums des Innern für öffentliche und gemeinnützige Zwecke zu einem mäßigen. Zinssatz überlassen werden wird.
w. Wetzlar, 16. Juli. Ein sehr verschiedenartiges Bild geben jetzt die Steuerverhältnisse unserer Kreisgemeinden. 13 davon waren in der angenehmen Lage, weder Zuschläge zur Staatseinkommensteucr, noch Realsteuern erheben zu müssen. Keine Einkommensteuer- zuschläge, aber Realsteuern, erheben 7 Gemeinden. Bis zu 50 Prozent wurden in 6 Gemeinden, 50—100 Prozenten 23 Gemeinden erhoben. Höhere Sätze, nämlich 200 Prozent, kommen in 13 Gemeinden und über 200 Prozent in Bellersdorf (280) und Oberlemp sogar (300) in Ansatz. — Was die Realsteuern anbetrifft, so wurden 200 Prozent und mehr in 25 Gemeinden erhoben und zwar in 17 200 Prozent, in 2 220 Prozent und 2 230 Prozent, in je einer 240, 250, 255 (Oberlemp) und Edingen 300 Prozent. Alle anderen erhoben weniger als 200 Prozent.
+ Hohensolms, 17. Juli. Das erste Fest wurde heute unter den uralten Bäumen des durch seine weite Fernsicht bekannten „Hals" gestiert. Dank der Zuwendung des Großkausmanns Arthur Locb-Singapur (Ostindien) konnte unser Gesangverein nach kaum zweijährigem Bestehen eine Fahne anschaffen. Es waren 14 auswärtige Vereine zur Fahnenweihe erschienen. Viele kannten Hohensolms nur dem Namen nach und waren daher nicht wenig überrascht von dem entzückenden Festplatz in unmittelbarer Nähe des Schlosses. Nach dem Umzug durch die festlich geschmückten Straßen begrüßte Lehrer Kanß die vielen Gäste, indem er auf die hohe Bedeutung des Männergesanges hinwies. Fräulein Spieß sprach einen gut gewählten Prolog und übergab die prachtvolle Fahne. Die Vorträge der auswärtigen Vereine wurden gerne angehört. Viele mußten schon früh an den Ausbruch denken. Die Jugend hielt bis spät in die Nacht hinein beide Tanzplätze besetzt.
gemeldeten Gegenstände geben bereits ein interessantes Bild dessen, was an Freistimdenkimst und Freistundenarbeit in unserem Gebiet vorhanden ist. Es ist aber sicher, daß noch viele der „Stillen im Lande" existieren, die ihre freien Stunden mit künstlerischer Betätigung, mit naturwissenschaftlichen Sammelarbeiten, mit dem Sammeln volkskundlich und geschichtlich interessanter Gegenstände zur Heimatkunde oder mit Studien aller Art verbringen. Alle diese sollen aufgefunben und veranlaßt werden, sich an der Ausstellung zu beteiligen. Es ergeht deswegen hiermit an alle nochmals eine Einladung zur Beteiligung an der Ausstellung. Es werden aber auch alle die, die vermöge ihres Berufes Kenntnis von derartigen Leuten haben, gebeten, sie auf die geplante Ausstellung aufmerksam zu machen, oder die Geschäftsstelle des Nhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung, Frankfurt a. M., Stiftstraße 32, zu benachrichtigen, damit sie von hier aus Anregung zur Beteiligung an der Ausstellung erhalten. Jeder, der dies tun will, ist dem Verbände als Helfer willkommen. Auskünfte werden von der Geschäftsstelle des Verbandes
Datz die Sterblichkeit der unehelichen Säuglinge größer ist als ök der ehelichen, kann von vornherein erwartet werden. Im ^abre 1908 kamen auf je 100 eheliche Geborene 11,9, auf je 100 Geborene aber 21,0 Gestorbene im ersten Lebensjahre.
Für das Großherzogtum ist es eine sehr charakteristische Erscheinung, daß die Sterblichkeit der Säuglinge in den Städten im S ommer anschwillt, während sie auf dem Lande von der Jahreszeit fast, u n a b h ä n g i g ist. Hier ist das Leben der Säuglinge im Winter sogar vielfach gefährdeter als im Sommer. Ungefähr der vierte Tell sämtlicher gestorbenen Säuglinge stirbt schon vor Vollendung des 1. Lebensmonats, im 2 und 3. Lebensmonat stehen 21 bis 23 Prozent, so daß fast die Halste aller gestorbenen Säuglinge ihren 3. Lebensmonat nicht überlebt. Auf den 4. bis 6. Lebensmonat entfallen 25 Prozent, auf den 7. bis 9. Lebensmonat 17 Prozent und auf den 10. bis 12. Lebensmonat 13 Prozent der gestorbenen Säuglinge. Die Sterblichkeit im 2. und 3. Lebensmonat ist bei den unehelichen J^Wingen viermal so groß wie im 10. bis 12. Lebensmonat Ino oox bei den ehelichen dagegen nur zweimal so groß (16,8:8,2).
Was nun das Verhältnis von Hessen zu seiner nächsten Umgebung anlangt, so kann sich Ob er Hessen rühmen, zu den Gegenden Deutschlands zu gehören, welche sich durch niedrigste Säuglingssterblichkeit auszeichnen. Von solchem gleichartigen Gebiete ist auch Oberhesfen rings umgeben, nämlich von der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Einen Gegensatz hierfür (auch räumlich) bildet das südliche Nied mit seiner hohen Säuglingssterblichkeit. Es geht in die badischen und bayerischen Gebiete lWemheim, Mannheim, Heidelberg, Bruchsal, Ludwigshafen und Speyer) über, welche durch gleich hohe oder noch höl)ere Sterblichkeit gekennzeichnet sind. Gleick-e Sterblichkeit wie das südliche Ried besitzt die Umgebung von Main', und in geringerem Maße auch die von Worms. Die übrigen Telle von Hessen zeigen mittlere Sterblichkell ähnlich wie ihre benachbarten Gebiete. Dabei ist jedoch nosch hervorzuheben, daß sich der Odenwald durch niedrige Säuglingssterblichkeit gegenüber den .Grenzgebieten auszeichnet.
Hessen bildet demnach mit seiner mittleren Säuglingssterb-, lichkeit in den zwei südlichen Provinzen . Starkenburg und Rhein- Hessen und mit der niedrigen Sterblichkeit in Oberhessen den Uebergang von Süddeutschland mit hoher Säuglingssterblichkeit zu dem nordwestlichen Deutschland mit niedriger Sterblichkeit.
22 450 Personen. Die Durchschnittseinnahme für jede seit dem Bestehen des Unternehmens beförderte Person betrag: etwa 9,05—9,06 Pfennig.
** Stadttheater. Nochmals sei auf die Dienstagaufführung der Neinhardtschen Operette „Das süße Mädel" hingewiesen, das in Frl. Grete Brill und Fcl. Henni Logcs zwei erstklassige Vertreterinnen der weiblichen Hauptpartien bringt. Sehr zu wünschen ist, daß die letzten Operettenaufführungen erhöhten Besuch aufzuweisen hätten, damit das finanzielle Ergebnis der Opcrettengastspicle der Direktion die Möglichkeit eröffnet, diese Einrichtung in den nächsten Jahren weiterzuführen.
** Freiburger (Kanton) 15 -Frcs.-Lose von 190 2. In letzter Zeit werden auch in die hiesige Gegend Zirkulare versandt, durch die obige Lose dem Publikum zum Kauf angeboten werden. Wir müssen vor dem Ankauf nachdrücklich warnen, weil der Vertrieb in Deutschland verboten und strafbar ist. Das Gesetz verbietet nämlich den Handel in ausländischen Jnhaberpapieren mit Prämien, sofern sie nicht bis zum 15. Juli 1871 zur Abstempelung eingereicht worden waren. Daß ein Los, das erst im Jahre 1902 ausgegeben worden ist, nicht mehr gestempelt werden kann, ist demnach klar. Trotzdem tragen diese Lose den neuen deutschen Essektenstempel, der aber in keiner Weise den Handel sanktioniert, denn er ist von dem alten Losestempel zu unterscheiden und wird von der Stempelbehörde ohne Prüfung der vorgelegten Papiere aufgedruckt. Die Lose sind tn der Schweiz zu ca. Frcs. 12.— == Mk. 9.75 das Stück erhältlich und werden durch die Zirkulare zu Mk. 13.7511
„Friedrich", Schacht 3, ereignete sich gestern nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Der Bergmann Karl Brumbach von hier, Vater von 3 Kindern, stürzte beim Verlassen der Arbeitsstelle von einer Leiter aus einer Höhe von ca. 20 Meter herab und trug so schwere Verletzungen davon, daß er, nachdem er herausgebracht worden war, starb. Einige ihm nachkommende Bergleute konnten sich noch rechtzeitig festhalten, so daß der Verunglückte über sie hinwegfiel.
s. Helpershain, 16. Juli. Dieser Tage starb hier die Witwe Marie Korell im Alter von 72 Jahren. Die Frau, die im letzten Mai in Helpershain zugezogen war, lebte in den denkbar ärmsten Verhältnissen. Man nahm allgemein an, daß die alte Frau, wenn sie mir auf sich angewiesen wäre, vor Armut Hungers sterben würde. Beim Auskleiden der Leiche fand nun der Leichenbeschauer, daß die Frau in einem Bund, den sie um den Leib trug, 360 Mk. in bar bei sich trug. Es wurde sodann noch festgestellt, daß die Verstorbene bei zwei Sparkassen Einlagen von 1600 Mk. und 900 Mk. stehen hat. In ihren letzten Tagen äußerte sie gegenüber Bekannten, daß sie jetzt nur noch 2 Mark 50 Pfennig habe.
? Schotten, 17. Juli. Zn den zwei schon bestehenden Sängervereinigungen im Vogelsberg („Vogelsberger Sängerbund" — Sitz in Ilbeshausen und „Vogelsberger Sängervereinigung" — Sitz in Gedern) hat sich eine dritte Vereinigung dieser Art, nämlich der vorige Woche in Nainrod gegründete „Oberer Niddatal-Sängerbund" gesellt. Ihm gehören bis jetzt die Vereine der Orte Nudingshain, Nainrod, Eichelsdorf und Ober-Schmitten an. Bundespräsident ist Lehrer Spieß-Nainrod.
P. Schlitz, 17. Juli. Ein tödlicher Unfall ereignete sich aestern in dem Dorfe Hemmen. Der Landwirt Eifert hatte beim Einfahren des Heus, zwei belaßene Wagen aneinandergekoppelt, apf die sogenannte Säuere des
1. I c a n - K i r ch - G c d ä ch t n i s - V i e r e r, offen für die Vereine des Lahn-Regatta-Verbandes: Erster Weilburger Ruder-Verein in 6,583/5. Gießener Ruder-Gesellschaft gab das Rennen auf.
2. Junior-Achter: Erster Ruder-Verein Hellas- Offenbach a. M. in 6,08 gegen Gießener Ruder-Gesellschaft 6,llVo- Vach scharfem Kampfe mit 1'Längen Vorsprung ging Hellas durchs Ziel.
3. Lahn -Pokal-Einer: Erster Mainzer Ruder- Gesellschaft 19 0 2 (Ernst Maschmann) 7,56 gegen Frankfurter Germania (Otto Müller) 8,121/5. Maschmann siegte überlegen, er wechselte dabei etwa 800 Meter vor dem Ziel den Platz und zeigte, daß er gewann wie er wollte.
4. Prinz - Eitel - Vierer: Erster Hanauer Ruder- Gesellschaft 1879 in 7,05 gegen Mainzer Ruder-Gesellschaft, die nach einer Fahrt von etwa 800 Meter das Rennen aufgab,
5. Zweier ohne Steuermann: Erster Gießener Rud e r-G esell schäft (FritzSchlüter und August Wehn) gegen Ruder-Klub Bamberg. Nach zweimaligem Start brach dem Bamberger Boot ein Ruder und mußte infolgedessen das Rennen aus- geben.
6. Zweiter Vierer: Erster Offenbacher Ruder- Gesellschaft Undine 6,381/5, Ruder-Verein Ems 6,49, Hanauer Ruder-Gesellschaft 1879 7,81/5. Undine führte von An- ang an. Die Offenbacher waren ihren Gegnern in jeder Weise überlegen. Die Emser und Hanauer stritten heftig um den zweiten Platz. Die Boote gingen mit je 2 Längen Abstand voneinander durchs Ziel.
.7. Junior-Vierer, erstes Vorrennen: Erster Ruder- Verein Hellas-Offenbach a. M. 6,42, Zweiter Gießener Ruoer- Gesellschaft 6,49. Der ausscheidende Dritte war die Offenbacher Undine, die von Gießen mit i/2 Meter überholt war. Zweites Vorrennen: Erster Frankfurter Ruder-Gesellschaft Sachsenhausen 6,372/5. Ruder-Verein Ems 7,00 schied aus. Entscheidungs-Rennen: Erster Ruder-Verein Hellas-Offenbach 6,42 mit 3 Längen Vorsprung gegen Gießener Ruder-Gesellschaft 6,49-/5 Die Sachsenhäuser hatten die Fahrt in der Mitte der Strecke auf- gegeben.
/rc 3yniDT^incr: Erster Mainzer Ruder-Gesellschaft (Ernst Maschmann) 8,05 gegen Ruder-Verein-Ems (Willy Wiede- Pann) 8,10V5. Maschmann sührte und behauptete auf der ganzen ' Strecke die Spitze. 'Der Emser Skuller gab sich zwar alle Mühe, mußte aber, den kräftigen Schlägen des Gegners nachgeben
9. Akademischer Vierer: Erster Ruder-Gesell- cha ft Heidelberg 1898, Zweiter Gießener Ruder-Gesell- fchaft. Heidelberg erkämpfte einen leichten Sieg.
10. Do ppel - Z we i e r ohne Steuermann fiel aus, da c£ M Konkurrenz fehlte^
Im Zeitraum 1863/65 kamen im Großherzogtum auf je 100 Lebendgeborene 20,7 Gestorbene im er ften Lebens- j a hre. Jedes fünfte Neugeborene starb also im Lause des ersten Lebensjahres. .Diese Sä n g l i ng s st erb l i chkei t ist allmählich zuruckgegangen auf 12,6 im Jahre 1908 und 13,0 1909. Es bedeutet dies einen Rückgang von über 30 Prozent, beziehungsweise bei der heutigen ^Geburtenziffer einen jährlichen Gewinn von 2000 bis 3000 Säuglingen; daß aber die Säuglings- sterblichkeit noch toeiter herabgemindert werden kann, unterliegt keinem Zweifel. Warum sollte Hessen nicht die geringe Säuglingssterblichkeit fremder Staaten, zum Beispiel von Dänemark mit 10,9, von Schweden mit 8,1, von Norwegen mit 6,9, von Silanä mit 9,2 (sämtlich für das Jahr 1907) erreichen können? Die Säuglingssterblichkeit der jüdischen Bevölkerung Hessens ist bereits auf diesem günstigen Stand angelangt. Denn auf je 100 jüdische Lebend geborene kamen im Jahre 1907, nur 6,4 und im Jahre 1908 6,9 gestorbene jüdische Säuglinge. Hier ist also ein Vorbild, dem nachzustreben ist.
Die Säuglingssterbeziffern; lassen erkennen, daß im allgemeinen das Leben der Säuglinge in den Städten (Gemeinden mit 2000 Einwohnern und. mehr) gefährdeter ist als in den ländlichen Gemeinden. Es fiitbet dies wohl hauptsächlich darin seine Erklärung, daß die Kinder auf dem Lande noch gestillt werden, während in den Städten die künstliche Ernährung über- wiegt. In den Städten starben im Jahre 1908 im erften Lebens- jabre 13,9, auf dem Lande nur 10,6 Säuglinge. Am ungünstigsten treten fedoch keineswegs die größten Städte Hessens hervor, sondern vielmehr die städtischen Gemeinden, welche in der Mhe der großen Städte liegen und von einer zahlreichen Arbeiterschaft ^Volkert iw’rben, wie Kostheim, Bretzenheim, Hechtsheim, Fintheir, Bürstadt, Lampertheim und Lorsch. Vor Verallgemeinerungen hat manjtd) ledoch zu hüten. Ist die Säuglingssterblichkell in Hessen aur dem Lande geringer als in den Städten, so trifft in vielen Gegenden Deutschlands das direkte Gegentell zu.
Die S ä u g l i n g s st e r b l i ch k e i t d e r M ä d che n ist immer kleiner als die der Knaben. Sie betrug im Jahre 1908 für die Knaben 13,9, für die Mädchen fitur 11,2. Setzt man die Säuglingssterblichkeit der Knaben gleich 100, so ist die der Mäd- chen nur 81 Die Mädchensterblichkeit im ersten Lebensjahre war also um 19 Prozent kleiner als die ^labenfterblichkeit. Der Unter- fchied zwisck)en Knaben- und Mädll-ensterblichkell hat im Laufe der Zeit zugenommen.


