*
und Westfalen
epidemische
Die
Rheinisch-Westfälische
Motor-Luft
fortgeführt oder
noch unverbundenen Verletzten, die von außerhalb mit der ; Bahn hierher verbracht wurden, mit Notverbänden zu versehen und in ein Krankenhaus zu verbringen. Um 7.25 Uhr ' nachmittags wurde das Postamt um Alarmierung der Ko- : (onne durch das Telephon ersucht und bereits 7.37 Uhr : trafen die ersten Mannschaften im Depot ein. Sektions- führer Kraushaar rückte sofort mit den zuerst eintreffenden Mannschaften unter Mitnahme eines Ewald'schen Krankenwagens und des nötigen Verbandzeuges nach dem Bahnhofe ab, wo er um',7.45 Uhr anlangte und alsbald mit der Anlegung der Verbände begann. Der Hauptteil der Kolonne traf mit einem weiteren Krankenwagen und einigen Krankentragen um 8.05 am Bahnhofe.ein, worauf die Lagerung der bereits verbundenen Verletzten auf den Tragen, das Herausschaffen derselben aus dem Eisenbahnwagen und der Abtransport in Angriff genommen wurde. Um 8.45 Uhr war die Hebung beendigt und der letzte Verunglückte geborgen. — Die Kolonnenleitung hat aus dieser Üebuug die Heberzeugung gewonnen, daß die Kolonne auch im Ernstfälle rasch zur Hilfeleistung bereit ist, wenn die Alarmierung zu einer Zeit erfolgt, zu der das Telephon benutzt werden kann. Dagegen erfüllt sie der Gedanke mit großer Sorge, wie es werden soll, wenn die Alarmierung zur Nachtzeit erfolgen muß, zu der das Telephon nicht zugänglich ist. Die Ausführung der von der Stadtverwaltung für die Feuerwehr längst geplanten Ringleitung und Anschluß der Kolonnenmitglieder an sie würde auch zur Nachtzeit eine rasche Alarmierung ermöglichen.
** Die Leitung des „Biograph" schreibt uns: Die außerordentliche Anziehungskraft des neuen, gestern zum erstenmal vorgeführten Programms bewies das bei der Abendvorstellung voll besetzte Theater. Ohne Uebcrtreibung kann auch wirklich gesagt werden, daß jeder der vorgeführtcn Films ein Schlager, bau jede Nummer ihre Eigenart und ihren besonderen Reiz hat. Besonders hervorzuheben sind von den Dramen „Der Herr von Schwarzenberg" und „Intriguen eines Modells", ferner die Humoresken „Die beiden Rendezvous" und „Die Nebenbuhler", von denen die letzte hauptsächlich infolge ihrer selten frischen und zündenden Komik die Besucher andauernd in fröhlichster Stimmung hielt, Gründe genug, um auch heute ein volles Haus erwarten zu dürfen.
•* Die Slra enbabn beförderte nu Juli 120815 Personen, darunter 1647 städtische und 756 Postbeamte. Die rote Linie benutzten 73 530 und die grüne 47 285 Fahrgäste. Die durchschnittliche Tagesfrequenz betrug für den abgelaufenen Monat 3897, seit der Betriebserüffnung (253 Betriebstage) 3591 Personen.
** Im städtischen Freibad an der Lahn badeten im Juli 2281 Personen gegen 2178 im gleichen Monat des Vorjahres.
AQneckborn, 2. Ang. Die neue Pumpanlage, die Dingler-Ziveibrücken für das Gießener städtische Wasser- lverk liefert, ist vor einigen Tagen im Werk angekommen.
Aufstellung und Montage wird 8 Wochen in Anspruch nehmen. Die Leistungsfähigkeit des Werkes ivird nach In- betriebuahme der neuen Pumpe stündlich um 324 Kubikmeter Wasser vermehrt.
burger Werften und an die Reedereien mit eigenen Reparaturwerkstätten die Forderung um Einführung einer ein- stündigen und Samstags einer zweistündigen Verkürzung der Arbeitszeit. Ferner wird verlangt eine erhebliche Lohnaufbesserung, die Einführung fester Einstellungslöhne für die einzelnen Berufe und die Zusicherung eines Miudestverdieustes von 33Vj Proz. bei Akkordarbeiten. Der Verein deutscher Seeschiffswerften, dem die Reedereien sich hierin anschließen, lehnte die Forderungen ab, erklärte sich jedoch bereit, in eine Besprechung einzutreten.
In iErfurt ist der frühere freikonservative Reichstags- und Landtagsabgeordnete Geheimer Kommerzienrat Lueius gestorben. Lucius war am 10. Mai 1830 geboren.
Internationale Mäöchenhändler vor Gericht.
m k ry . n -- . < Berlin, 2. August.
Vor der Ferlenstrafkammer des Landgerichts Berlin I begann beute ber Prozeß gegen die internationalen Mädchenhündler und ihre Helfershelfer, deren Festnahme seinerzeit der Polizei durch das. geschickte Vorgehen einer einfachen Aufwartefrau geglückt Lü uc,r otc ^nHagcbanf sitzen fünf Personen und zwar der an- gebliche Pferdehändler Kiewe Sil b e rreich , der Kutscher Moritz ix/0? C Lrc c\-ll bfcr Gastwirt Chaim Oberländer und dessen Ehefrau Ceeckie sowie die Köchin Mania Gedeinska. — Die Angeklagten stammen aus Galizien bezw. Russisch-Polen und
Konst au tinopcl, 3. Ang. Der Ministcrrat beschloß gestern definitiv den Ankauf der 2 deutschen Kriegsschiffe.
»Stockholm, 2. Aug. Der internationale Friedenskongreß hat heute folgende Entschließung angenommen:
„Der Kongreß ist glücklich, daß die Periode der aktiven militärischen Operationen Frankreichs und Spa- n i e ns in M a r o k k o aufgchört hat. Er erinnert daran, daß die Algeciras-Konferenz eine Einschränkung der eiiek- tiven Ueberwachungstruppen beschloß und hofft, baß die Entwickelung friedlicher, normaler Beziehungen zwischen den Europäern und der marokkanischen Bevölkerung eine progressive, baldige Zurückziehung der Truppen erwög- ncht."
21115 Stabt uitö Land.
Gießen, 2. August 1910.
•• Erledigte Leh rerstellen. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule 31t Lützel-Wiebelsbach. Mit der Stelle ist Organistendienst verbnnden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule 311 Eckartshausen. Mit der Stelle ist Orqanistendienst verbunden. Dem Grafen zu Psenburg lind Büdingen in Meerholz steht das Präsen- tationsrecht zu.
** Provinzialdirektor Dr. Usinger hat heute einen mehrwöchigen Urlaub angetreten.
•• Der Dünsbergverein hat das Maueriverk des dem Wetter und Sturm ausgesetzten Tünsbergturmeß mit einem Kostenaufwand von 500 Mk. ausbessern und gründlich sichern lassen. Der Verein, der seit seinem Bestehen auf dem gern besuehten Dünsberg manche gute EinrichtlUlg für Touristen- und Bchssenbesilch getroffen hat, wird noch in diesem Jahre oben eine Halle errichten, unter der zivei Pferde untergebraeht werden können. Wenn es die Finanzen gestatten, soll im kommenden Jahre in der Nähe des Turmes eine Quelle ge- schürft und gefaßt iverden.
** Operette 11 v 0 rstelluiig im Stadtthcater. Auch die 10. und letzte Abonnement-Vorstellung im Stadt- theater gestern abend bedeutete für die Direktion einen Erfolg, sowohl lvaS den guten Besuch anlangte, wie auch die Aufnahme der Leistungen. „Die Förster-Christl", Operette in 3 Akten von Bernhard Buchbinder, Musik von Georg Jarno, ist so recht ein Volksspiel, das vor allem rührsam angelegt ist! Die urwüchsige Jörstevchristl in halb unbewußter Hinneigung zum — Kaiser Josef, der auf den Brettern beinahe noch weicher und süßer spricht als Karl Heinz in dem vielgeliebten „Alt-Heidelberg" Was aber die „Försterchristl" anziehend und. vergnüglich macht, das ijt das anmutige, stellenweise überaus einschmeichelnde musikalische Gewand. Alle Vorzüge des Stückes wurden gestern von den Gästen des Emser Kurtheaters unter dem Dirigenten W e i n a ck und dem Regisseur >H e l s i n a mit großer Lösche und Eraltheit hervorgezogen. Hauptsächlich machten sich verdient Frl. Walle als Christl, die Munterkeit, Unschuld, Eigenwillen und Drotcric aus frischesten Quellen spielen ließ, Frl. Werten als Komtesse Josefine und Herr Melzer als der ungarische Liebhaber der Christl. Das Emser Kurtheater verfügt außerdem über eine Anzahl sehr ckuter Komiker. Auch „der den König spielt, soll willkommen sein; seine Majestät soll Tribut empfangen": Herr Schön feldcr spielte seine Rolle als Kaiser gut, und sein hoheitsvolles Auftreten machte sichtlich Eindruck auf das Publilum. Cs war überhaupt äußerst dankbar und jubelte den DarsteNern mehrfach zu.
** Um die für die Sanitäts-Kolonne aus- gearbeitete Alarmierungs-Ordnung einer Probe zu unterziehen, wurde gestern eine unvermutete Alarmierung vorgenommcn, die in ihrem Ergebnisse voll befriedigte. Es war, wie angenommen wurde, das telegraphische Ersuchen cingelaufen, eine größere Anzahl von
Koblenz, 3. Aug. In Rheinland greift unter den Schulkindern die r . v Haarkrankheit weiter um sich. Auch Erwachsene bleiben von ihr nicht verschont.
. M a i 11 z, 2. Aug. Das vor kaum zwei Jahren neu eröffnete Cafs de Paris, dicht beim Stadttheater gelegen, ba§ vor längerer Zeit schon in Zahlungsschwierigkeiten geriet, ist nun zwangsweise versteigert worden und ging nm den Betrag der ersten Hypothek an den Baumeister Stadtverordneten Hock über. 100 000 Mark, die für weitere Hyptheken gegeben waren, sind verloren. Den Verlyst tragen hiesige Bauhandwerker und mehrere Brauereien.
können teilweise nicht deutsch sprechen, |o daß zwei Dolmetscher für russisch bezw. „jüdisch" herangezogen worden sind. Die Anklage lautet auf Verleitung zur Auswanderung mit dem Endziel, die betreffenden Personen der Unzucht zuzuführen. Die Vorgeschichte der Anklage reicht in den Monat März zurück. Eines Tages erschienen bei dem Angeklagteii Oberländer, der in der Grenadicrstraße 32 .das Hotel „Warschauer Hof" betreibt, der Angeklagte Silberreich und mit ihm der Kutscher Wollerstein. Der „Warschauer Hof" ist ein kleines Absteigequartier für russische und polnische Juden und erfreute sich schon längere Zeit der besonderen Aufmerksamkeit seitens der Polizeibehörden, da man in verschiedenen Gästen Mädchenhändler vermutete. Anfang April wurde eine Frau Maschke von der Köchin Gedeinska in das Hotel bestellt und ihr dort mitgeteilt, es sei ein reicher Jude eingetragen, von dem sie viel Geld verdienen könne. Der Jude suche hübsche junge Mädchen, um sie nach Amerika zu verkaufen. Die Frau Maschke solle für den Gast vorläufig zwei junge Mädchen besorgen, die dieser gut bezahlen werde. Die Frau Maschke ging auch scheinbar auf den Plan ein und versprach die verlangt« „Ware" zu liefern. In Wirklichkeit benachrichtigte sie aber die Kriminalpolizei, die den Mädchenhändlern eine Falle stellte. Zwei Polizeiagentinnen erhielten den Auftrag, sich durch Vermittlung der Frau Maschke dem Silberreich vorzustellen. Die beiden Agentinnen fanden aber vor den Augen des Mädchenhändlers feine Gnade: er erklärte sie für zu alt und jede höchstens zwei Mark wert. Was er brauche, seien junae Mädchen bis höchstens 19 Jahre, für die er dann gern 150—200 Mark zahlen wolle. An Stelle der zurückgewiesenen Polizeiagentinnen brachte nun die Frau Maschke ihre 17jährige Nichte und eine jungverheiratete Frau — immer auf Anweisung der Kriminalpolizei — zu Silberreich, der diese „Ware" akzeptierte. Sie sollten als Hausmädchen zunächst nach | Paris gehen und Wollerstein erhielt den Auftrag, sie dorthin I zu begleiten. Als er sich mit den beiden Mädchen auf dem Bahnhofe befand und gerade den Pariser Zug besteigen wollte, I griff die Polizei zu und verhaftete ihn. Außerdem wurde wfort im „Warschauer Hos" Haussuchung gehalten. Dadurch erhielt der Sohn der Oberländerschen Eheleute von der Verhaftung Wollersteins Kenntnis, der nun rasch Silberreich benachrichtigte, so daß dieser flüchten konnte. Er wurde aber einige Tage später in Pankow bei Berlin entdeckt und verhaftet.
Die Vernehmung der Angeklagten gestaltet sich sehr schwierig, da fortwährend die Hilfe der Dolmetscher in Anspruch genommen toerben muß. — Der Staatsanwalt hatte für die Verhandlung bezw. einen Teil den Ausschluß der Oefsentlichkeit beantragt, doch gab der Gerichtshof diesem Anträge nicht statt. — Die An- 1 geklagten beschuldigen sich bei ihrer Vernehmung gegenseitig. Silber re ich will Pferdehändler in Buenos Aires sein und nur hierhergekommen sein, um seinem verstorbenen Vater ein Denkmal setzen zu lassen. — Die Angeklagte Gedeinska behauptet, daß bei der Unterhaltung mit der Frau Maschke nur von Hausmädchen die Rede gewesen sei.
Das Urteil gegen die Angeklagten lautete: gegen Silber- r er ch auf 272 Jahre Zuchthaus, gegen Wollerstein aulf 2 ahre Zuchthaus und je 3 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen Gedeinska auf 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Nionaten auf die erlittene Untersuchungshaft. Die angetlagten Eheleute Oberländer wurden wegen Mangels eines ausreichenden Beweises freige- fprochen.
imrst Albert Delpit folgendes Bild: Sein feuriger Blick verrate sowohl Tatkraft und Entschlossenheit: am klarsten aber komme Hinterlist, Lug und Trug zum Ausdruck. Seinen Schnurrbart vergleicht er mit den Borsten des Wildschweines. Des- a r a n g e s behauptet, Bismarck . habe dem Könige von einem Berge aus das schöne Frankreich gezeigt und dessen Eroberung in sichre Ausficht gestellt — er war also der leibhaftige Satan' Daß Bismarck an beibeit Beinen aufgehängt werde, daß ein Geter ihm die Augen aushacken und die Leber und die ratichendeit Eingeweide herausreißen und endlich ihn die Hölle verschlingen möge, diesen frommen Wunsch eines Sterbenden macht der Dichter fkrupellos zu dem )einigen. Nicht minder frivol sind die Ver- läfterungen des deutschen Heeres: Da begegnen wir häufig tn den Liedern Anklagen wegen angeblicher Grausamkeiten an Kindern unb ?yraucn, wegen Beschädigung französischer Sßerbaniv vlatze, der Bibliothek unb Kathedrale von Straßburg -- auf bent einen Turm hatten die Franzosen während der Belagerung mn Observatorium eingerichtet — und der Leichenstein^ auf den Frtedhosen. Wte vorauszusehen, wurde die großmütige Schonung die von den Deutschen geübt wurde, indem nur ein kleiner Bruch- tcit oer Truppen (30 000 Ni amt) in Paris entrückte und dieser Dte Nacht vor dem 1. März nicht innerhalb von Paris, sondern in der Nähe der Stadt zubrachte, als erbärmliche Schwäche und Feigheit ausgelegt. Ter bereits genannte Dichter, zugleich Mit-
der Akademie, Laprade, schwelgte im folgenden Bilde: r'.n stlßeii Traumen versunken ermattet das blonde deutsche Gretchen .. Hlnwtehr ihres Schatzes. Eben hat sie den langen, mit allen möglichen klaßifcheii Zitaten gespickten Liebesbrief beendet und fragt nun das Gänseblümchenorakel, ob ihr Fritz ein wenig oder jrtel, oder unermeßliche Beute, Batisltaschentücher oder Spitzen usw
werde. Daraus die Folgerung: deutsche Frauen fUeWn den Mannern an Habgier und können an Adel der tltA1n}Ur ^ari,cnini('n wetteifern . . . Pariser Grisetten hlf ihnen getragene Kleider zum Geschenk anboten, diese empört .ns Gesicht schleudern...
beheut?ameVbQ französische Kriegslvrik, die als
vebeutfames .Zeichen der Zeit" von bleibendem Interesse ist.
2ht5lait0.
Auf Grund der Ergebnisse der Haupt- und der Stichwahlen veröffentlicht bas französische Ministerium des Innern folgende Zusammenstellung über die Ergebnisse der Ge n er al rats Wahlen in Frankreich: Konservative und Nationalisten 210 (gegen bisher weniger 49), Progressisten 139 (gegen bisher weniger 24), Republikaner der Linken 351 (gegen bisher mehr 19), Radikale und Sozialistische Radikale 658 (gegen bisher mehr 23), Sozialistische Republikaner 28 (gegen bisher mehr 11), Geeinigte Sozialisten 56 (gegen bisher mehr 21) unb Revolutionäre 1 (gegen bisher 0). Drei Ergebnisse sind noch nicht bekannt.
Aus Peking wird gemeldet: Die an Deutschland zu entrichtende Entschädigung für die durch den Aufst a n d in Ts ch a n g s h a verursachten Verluste ist auf 50 000, bie für Frankreich auf 40 000 Taels festgefetzt. Die Entschädigungen für die anderen Nationen werden noch berechnet.
®riainai»Dral)tmeI0un5en.
Noch ein Bankkrach.
Dortmund, 2. Aug. Wegen schwerer Bilanzverschleierungen wurde heute abend int Gebäude der Niederdeutschen Bank der Direktor der Lünener B a n k, Q u a n tz, verhaftet. Es ergab sich, daß die Lünener Bank total verschuldet und Bankier O h 11t an den Verschleierungen beteiligt ist. lieber das Vermögen der Bank wird Konkurs eröffnet.
Wolkenbrüchc.
Düsseldorf, 3. Aug. Gestern nachmittag ging hier ein.Wolkenbruch nieder, der in Gärten, Felbern und Häusern erheblichen Schaden anrichtete.
Christiania, 3. Aug. Auf der Kroeter Eisenbahn in Norwegen brachen gestern früh die Schienen, die infolge der w 0 l k e n b r u ch a r t i g c n Regengüsse unterspült waren, unter einem aus Vickesund kommenden Güterzug zusammen. Der Z u g f i e l d i e m e t e r h 0 h e B ö s ch u n g hinab. Zwei Bahnbeamte wurden getötet, der Lokomotivführer und der Heizer erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Auf mehreren anderen Eisenbahnlinien mußte der Verkehr ganz eingestellt werden.
Die französische Ernte.
Paris, 3- Aug. Laut amtlichen Nachrichten dürfte ein leichtes Nachlassen der Preise von Weizen und Mehl erfolgrn, die Aufwärtsbewegung hat ihren Höhepunkt erreicht. Angesehene Landwirte find der Ansicht, daß die Ernte noch 8 2 Millionen Zentner ausmachen und damit noch um 14 Millionen größer sein werbe als die vom Jahre 1897, wo ein Kriscnjahr war. Es ist also kein Grund zur Beunruhigung vorhanden und die hohen Brot- pretse, die in Paris festgestellt sind, werden nur von kurzer Dauer sein.
Märkte.
ke. Frankfurt a. 9)1. S ch weineinarktbericht vom 3. Aug. Ausgetriebeu waren 1131 Schweine. Vollfleiiclnge .Schweine bis zu 2 Zenlner Lebenbgew. 55-56.50 Alk., Schlachtgewicht 7O-O0Mk. Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 54-57 Mk., Schlachtgewicht 68— < 1 Alk. Vollfleischige Schweine über LO-'Zentnei Lebendgewicht 56. 0—57 Mk., Schlachtgewicht 70.00—72 Mk. Fctt- schweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 56.5-'-57.50 Alk., Schlachtgew 71 — 73 Alk. Fleischige Schweine Lebendgenncht 53.00—55.50 Mk. Schlachtgewicht 68.00-71 Mk. Sanen Lebendgewicht OO-GO Mk. Schlachtgewicht 00—00 Mk. Geschäft langsam, bleibt lieber!tanb. ,1
Wetteraussichten in Hoffen am Donnerstag dem 4. August 191u . Warm, vielfach Gewitter und liegen, nur zeitweise heiter.
29. tNittelrheinisches ttreisturnsest.
_ ,r ch- Bad Kreuznach, 2. Aug.
Großes Interesse zeigte das zahlreiche Publikum für das ^nbermslaufen, an dem sich eine große Zahl im Lausen geübter ..'cannschaften beteiligte. Flott und sicher wurden von den gewandten Läufern die Hiuderniffe, bestehend aus einem Pserd weiterhin einer über zwei Meter hohen Bretterwand und fchließ- lich einer Hürde, die nacheinander, das Pferd in eleganter Flanke, bie Wand mit gewaltigem Anfprung und lleberschwi-iigen, bie Jbürbc mit einem mächtigen Freihochsprung genommen wurden.
der Bühne zeigten sich, später die geübteren Turner, bcö Kreises und führten den vielen Zufchauern Hebungen vor, Öic das Staunen und die Bewunderung in reichem Maße verdienten. Auf der Bühne in der Festhalle wurden dann noch von verschiedenen auswärtigen Vereinen, wie dem Gießener Turnverein 1846, dem Männerturnverein Gießen und der Turngemeinde Gonsenheim Sondervbrführungen im Fechten und zwar mit Florett, im Stoßfechten (Spade) und mit dem deutschen Säbel amgeiubrt, die großes Interesse und starken Beifall fanden, ^rauhen aber auf dem Rasen herrschte ein frisches unb fröhliches
« cin Danzboden ging es lebhaft zu, der Juxplatz war überfüllt, kurz es war ein Leben und Treiben, wie es ans einem nötigen Volksfest zu sein pflegt. Heute früh nahm das Wettfechten seinen Ansang, ferner das Wettschwimmen, Hebungen, bie Heb ben ganzen Vormittag hinzogen unb des Interessanten und Schonen in Fülle bem Auge boten. Von 11 Hhr ab ;fanb Konzert natt am Nachmittage waren das Wettringen, Wettspiele und Spielvorführungen. Wieder sammelten sich die Zuschauer um baö große Viereck und sahen mit Spannung dem sich entwickelndrn Schauspiele zu._____________
Die §ahn -es I». VI.
Regensburg, 2. Aug. P. 6 passierte 12.5 Uhr unsere otabt. Es T)errfrf)t Gewitterneigung.
Landshut, 2. Aug. Der „Kurier für Niederbayern" meldet i Nachdem das Luftschiff P. 6 um 12.5 Uhr Regcns- burg überflogen hatte, mußte cs gegen 1 Uhr bei Alteglofsheim der Bahnlinie Regensburg-Landshut wegen eines P r o p e l 1 c r b r u ch s n i c d e r g c h e n.
Regensburg, 2. Aug. Das Luftschiff P. 6 ist nach, mittags gegen 4V., Uhr vom Landungsplatz bei Alteglofsheim wieder aufgestiegen und überflog um 5 Uhr Landshut in der Richtung München. Die Zmischenl'andung ist nicht wegen Propellerbruchs, sondern wegen Bruchs einer Leiste erfolgt. '
München, 2. Aug. P. 6 ist gegen ßi/, Uhr über München crngetrofsen und um 6.43 Uhr vor der Ballonhalle im Ausstellungspark glatt gelandet.
*
schiff gesellschaft beruft auf den 8 August eine außerordentliche Mitgliederversammlung zw ecks Entscheidung der Frage ein, ob die Gesellschaft " ’ "" '
aufgelöst werden soll.


