Ausgabe 
3.5.1910 Erstes Blatt
 
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Preßgesetze verlangen.

Der Rückzug der aufständischen Albanier.

Der Hailer in Wiesbaden.

aa Sommerkur für

»Nerven

R. Spitzner & Cie., Frankfurt a. M., Opernplatz 2. ss/s]

Großen-Linden, 2. Mai. Der Wetterau- Lahntal-Sängerbund begeht aus Anlaß des Gesangs- lvettstreites des BundesveretnsGermania" am 2. Pfingst­tag sein Bundesfest.

h. Lang-GönS, 3. Mai. In einigen Ortsstraßen ist man immer noch mit der Ausführung der Wasserleitungs­arbeiten beschäftigt. Es koinmen immer noch Erdrutschungen vor, infolgedessen sind die Arbeiten sehr erschwert. Der kürz­lich dadurch verunglückte italienische Arbeiter befindet sich auf dein Wege der Besserung.

O Nidda, 2. Mai. Der Sängerbund Nidda, der am verflossenen Sonntag hier im Saale des Gambrinus seinen Sängertag abhieli, hat eine Einrichtung gelrofien, die zwar zum erstenmal erprobt wurde, aber trotzdem verdient, in Sänger- f reifen bekannt zu werden und Nachahmung zu finden. 'Nicht dem Vergnügen, sondern der ernsten ülrbeit sollte der 1. Sänger- tag gewechl sein. Den Bnndesvereinen war im Laufe des Winters ein gemeinsames Lied ausgegeben worden, das sie heute nach­einander vortrugen, um ihr Können zu zeigen. Zur Beurteilung der einzelnen Gesangsvorträge war der in weiten Kreisen aus dem Gebiet des Männergesanges anerkannte Komponist Ä. Ness aus Psungsladt gewonnen. Nach der Begrüßungsansprache durch den Bundespräsidenten, Lehrer L e n tz - Geig-Nidda, wurde ein Begrüßungschor, von Neff komponiert, von sämtlichen Vereinen gemeinsam vorgetragen. Mächtig rauschten die Töne aus 200 Kehlen durch den Saal. Hieran schwisen sich die Vorträge des ausgegebenen Chors: Elslein von Caub. Die Kritik war nicht öffentlich, die Beurteilung des Sachverständigen wurde jedem ein­zelnen Dirigenten unter vier Augen mitgeteilt. Die Vereine brachten noch verschiedene Lieder zu Gehör, unter denen ganz be­sonders die Vorträge des Gaswereins Ober-Lais gefielen. Auch einige von Herrn Nesf komponierte volkstümliche Chöre wurden gesungen und sanden reichen Beifall.

* Schotten, 2. Mai. Die Feuerschale aus dem Bismarckturm auf dem Taufstein wird eben montiert und im Lause dieser Woche fertrggestellt sein. Falls die einschlägigen Arbeiten zur angenommenen Zeit vollendet sein sollten, wird möglicherweise am nächsten Mittwoch abend mit Eintritt der Dunkelheit aus der Feucrschale des

Prospekte franko.

Dr. M. Schulzc-Kableyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus.

Ehrenzeichen nut dec InschriftFür treue Dienste" verliehen.

Studentische Unterrichtskurse für Arbeiter

Kranke. (Geisteskranke ansgeschlos Bohagl. eingericht. kl. Anstalt Spezia» Heilanstalt. Neue Gesellsrh. - Räume offene u. geschloss. Liegehalle. Kühle schattiger Park. Sorgsame Behänd lung und Verpflegung. Diätkuren (Dependance für Minderbemittelte.)'

ungen Gebrauch zu machen. Als Spieltag wird nach Möglichkeit der Dienstag ücibehalten. Vorstellungen, die letztes Jahr gegeben wurden, sind für die diesjährigen Abonnemenlsvorslellungen grundsätzlich ausgeschlossen. Die

Konstantinopel, 2. Mai. Die jungtürkische Kam- merpartci beschloß ihren am Mittwochs gefaßten Beschluß, die Pensionen der Schwiegersöhne des Sultans zu streichen, wieder rückgängig zu machen. Damit ist die Gefahr einer M i n i st e r r r i s i s beseitigt.

Ausland.

Aus Kopenhagen 'toirb gemeldet: Der frühere Präsident Rv o s e v c l t'ist am Montag nachmittag hier cingetrofsen, vom Kronprinzen, dem amerirantichen Gesanoten und dem Minister des Auswärtigen empfangen. Nach dec Begrüßung fuhr der Kronprinz mit Roosevelt zusammen im Wagen ins Schloß.

Der englische Premierminister Asquith und der erste Lord der Admiralität Mc Kenna find auf der JachtEuchan- rrcß" m Lissabon cingetroffen. Sie werden heute dem König einen Besuch abstatten und morgen nach Givraltar weiterfahren.

Aus M a n cy e st c r wird gemeldet: Die Vertreter der Organi­sation per B a u m w o l l f p i n n e r e i b e s i tz c r und des B au mwollarbcitcr-Verbandes hielten am 2. Mai eine Besprechung über die von den Arbeitgebern beabsichi.gte fünfprozcntige Lohnherabsetzung ab. Eine Einigung wurde nicht erstell. Der Ausschuß der Arbeitgeber wird morgen zusammcn- rrctcn, wo, wie man vermutet, den Arbeitern mit vierwocl-cntlicher Frist gekündigt werden wird.

In Barrow in Furneß fand die Kiellegung des PanzerkreuzersPrinzeß Royal" statt, der ein De­placement von 2b 400 Tons, eine Länge.von 700 Fuß erhalten und acht Zwölfzollgefchütze führen wird, und 30 Knoten machen soll. Das Schiff soll in zwei Jahren fertig sein.

Aus Madrid wird gemeldet: Im ganzen sind 114 Ab­geordnete, also mehr als ein Viertel der Mitglieder der Kammer, aus Grund des Artikels 29 des Wahlgesetzes, das heißt: weil sie keinen Gegenkandidaten hatten, als gewählt erklärt worden; sie verteilen fich folgendermafzen auf die einzelnen Par­teien: 69 Liberale, 34 Konfervative, 2 Republikaner, 3 Carliften, 2 Unabhängige, 1 nationalistischer Republikaner und 1 Jntegrist.

Aus Stadt unö Land.

Gießen, 3. Mai 1910.

** Anwaltsgchilscnversammlung. Die Be­zirksvereinigung Hessen des Verbandes deutscher Rechtsanwalts- und Notariatsbureanbecunten (Sitz Wies­baden) hielt am Sonntag hier ihren 2. Bezirkstag unter überaus guter Beteiligung ab. Vertreten waren die Orts­vereine Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms, Bingen, Friedberg-Bao-t'tauheim, Hungen und Gießen. Ferner nahm an den Beratungen ein Vertreter des Verbanosvorstandes .aus Wiesbaden, ein solcher der Bezirksvcreinigung des Ober- landesgerichtsbezirks Frankfurt a. M. und eine Anzahl Acit- -glieder der Ortsvereinc Frantfurt a. M. und Wetzlar teil. Aus dem Jahresbericht ift besonders hervorzuyeoen, dafj 'die verschieoenen Eingaben an die Anwallstammer die ersten Erfolge gezeitigt haben. Durch Beschluß der Hess. Anwalrs- kammer sind den Angestellten unbedingte Sonntagsruhe, neunstündige Arbeitszeit, Mindest,erienurlaub von acht Tagen und einheitliche Kündigungsfristen gewährleistet. Hin- 'sichtlich der weitergehenoen Wunsche der Angestellten wird der Vorstand der Bezirlsvereinigung bei der Kammer erneut vorstellig werden. Auch die gesetzliche Regelung der Dienstverhältnisse der Angestellten bei Rechtsan­wälten und Notaren ift nun ernstlich ins Auge gefaßt. Im ' Januar hat im Reichsf.ustizamt die erste Besprechung zwischen Vertretern der Regierung und Angestellten der Rechts­anwälten stattgefunden. Gegenstand der Besprechung bildete , der regierungsfeitig zwecks Veranstaltung edier Erhebung zu versendende Fragebogen. Die Kafienverhaltnifie der Be- ^zirksvereinigung sind geordnete und gute. Bon den Be- i schlössen ist bemerkenswert, daß der Bezirkstag der Grün­dung einer Kr a n k en zu s chu ß k as s e grundsätzlich zuge- jstimmt hat, die jedoch nicht nur dann eingreifen svit, wenn idas Mitglied selbst erkrankt ist, sondern auch dann, wenn die . Ehefrau eines Mitgliedes ertrankt. Leitend Ivar hierbei der , Umstand, daß in einem Krancheiksfalle immer erhöhte Aus- ' gaben an die Familie herantreten. Zur Sammlung und

Deutjches Aeich.

Die Blätter melden aus Berlin: Nach den dem deutschen Arbeitgeberbuude für das. Baugewerbe ^gegangenen Akel- duugen hat sich die Zahl der entlasse nenorganisierten; Bauarbeiter in den letzten Tagen der vergangenen Woäw noch um tausend vermehrt und beträgt nunmehr 187000.

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Wiesbaden, 2. Mai. Heute abend begannen die diesjährigen F e st v o r st e l l u u g e n im hiesigen König­lichen Theater. .Gegeben wurdeFidelio". Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise wohnten der Vorstellung bei. Die Kaiserin und die Prinzessin reisten gegen 11 Uhr nach dem Neuen Palais ab.

Heute nachmittag unternahm das Kaiserpaar und die Prinzessin nebst .Gefolge eine Automobilfahrt nach dem Ehausscehaus und machten von da aus einen Spaziergang bis Georgenborn, von wo die Rückfahrt erfolgte.

Berlin, 2. Mai. Der Reichskanzler begibt sich morgen in das kaiserliche Hoslager nach Wiesbaden.

und Unter beamte. Der Arbeitsplan für das Sommer- Semester ist folgendermaßen festgesetzt: Montags: Deutsch (Rechtschreiben), Aufsatz (Geschichte); Dienstags: Buch­führung (einfache), Französisch (Oberstufe); Mittwochs: Bruchrechnen, Zinsrechnen; Donnerstags: Englisch, Geo­graphie; Freitags: Stenographie, Französisch (Unterstufe). Lehrmittel können an den Unterrichtsabenden im Universitätsgebäude zum Selbstkostenpreis entgegengenommen werden. Anmeldungen können in den betr. Kursen erfolgen.

Stadttheater. Unter Hinweis auf die heutige Annonce sei auf das Abonnement für die sommerlichen Operetten-Gastspiele hmgewiesen. Namentlich das Voll- abonnement auf 10 Vorstellungen bedeutet gegenüber dem Einzelpreis eine ganz bedeutende Ermäßigung. Für die, die im Laufe des Sommers verreisen wollen, werden Teil- abonnements für die 1.5. ober 6.10. Abonnements­vorstellung ausgegeben; da außerdem Gutscheine für sämtliche Abonnements, also auch die Teilabonnements gelten, ist weitesten Kreisen Gelegenheit geboten, von diesen Ermäßig-

<Bcrid?tsfaaL

W. Berlin, 2. Mai. In der Berufungsverhandlung gegen den Redakteur desVorwärts", Barth, wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze durch Ausgabe der Parole zum Wahlrechtsjpaziergang im Treptower Park am 6. März erkaimte die 8. Strafkammer auf Verwerfung der Beru- ung. Tas Schöffengericht hatte den .Angeklagten zu einem Monat Haft verurteilt.

Lustschiffahrt.

D a r m st a d t, 3. Mai. Gestern hat der Leutnant von G o r« r i f e n den höchsten Erfolg einer deutschen Flugmaschine auf einem Eulerschen Apparat errungen. Er stieg vom Truppen Übungsplatz Griesheim auf und blieb 39 Minuten und 49 Sek. in der Luft.

Paris, 2. Mai. Graham White teilte dem Londoner Aeroklub mit, daß er mit dem Ergebnis der zu seinen Gunsten eingeleiteten Sammlung eine vollständig englische Flug - maschine erbauen werde, mit der er einen Flug von London nach Paris unternehmen wolle.

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Bank mache seit den letzten Jahren in Aegypten mehr Ge- Sichtung des Materials, sowie zum Entwurf der Satzung schäfte als irgend eine andere Bank, woraus deutlich her- wurde ein ö gliederiger Ausschuß gewählt, der möglichst noch vorgchc, daß Deutschtund zunächst Kontrolle über die ägyp- vor dem im Jahre 1911 stattfindenden Bezirkstage dem tischen Märkte zu erhalten suche. y Vorstände Vorlage zu machen hat, damit aus dem Bezirks-

Wenn an diesen Dingen nur etwas Wahres wäre, tag die Angelegenheit spruchreif ist. Der Vorstand wurde Wir Deutsche könnten ia froh darüber sein. Gleichzeitig unter dem Ausdruck des Dankes der Versammlung ein­veröffentlichen die englischen Zeitungen eine aus Kairo stimmig wieder gewählt. Als Ort für den Bezirkstag 1911 "kämmende Nachricht, in welcher es heißt, daß der wurde Mainz bestimmt.

«'hebwe anaesickts der Lage beschlossen habe, ein encr- ** Die 14. Plenarversammlung der hessi- aisckeres und strengeres Regiment in Aegypten einzn- scheu Handwerkskammer findet Mittwoch, 2o. Mai, führen, zunächst werde er eine strengere Durchführung der vormittags 11 Uhr zu Darmstadt im Rathmrs statü Die ~ - - - Tagesordnung umfaßt Mitteilungen, Bericht über die Tätig­

keit des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Rechnung des Etatsjahrcs 1909, Feststellung des Haushaltsplans für - - ,, . r 1911, Errichtung neuer Gesellenprüfungsausschüsse und Be-

Halb und halb erscheint der albanische Ausstand schon ^^gUng ^cr Neuwahl der Mitglieder aller Prüfungs-Aus- unterdrückt: . - . .. schüsse für 1910/12, Arbeiterschutz und Unfallverhütung bei

Sal o ni k, 2. Mar öch eske t iot gu t Pascha setzte sgailten, Reichsversicherungsordnung, Vergebung öffentlicher seinen Vormarsch auf beiden Seiten des Passes von Kat- ^Heiken und Lieferungen an Handtoerkervereinigungen, Be­schämt fort, wobei es zu mehreren Kämpfen mit Jiebellcn li(^t üfecr Tätigkeit im Ausschuß des deutschen .Hand­gekommen ist. Diese wichen immer weiter in die halber ^rks- und Gewerbekammertags und Verschiedenes.

und das Hochgebirge zurück. Der Engpaß von Cr an o l- ** Kreisamtspersonalien. Der Gro ßher- j e w a wird auf der Straße nach Prizrend noch von 3000 hat dem Kreisamtmann bei dem Kreisamt Ätainz Arnauten besetzt gehalten, gegen welche die Truppen nun & Schön und dem Kreisamtmann bei dem Kreisamt vorrücken. Das Wetter in Albanien ist kalt und regnerisch. ^ec,en Zangermann den Charakter als Regie- Salo nik, 2. Mai. Die bei Preschowo und Kuma- ^osrat erteilt

nova kämpfenden Arnauten find von Ulemas, Notabeln und ö., Nuhestan dSversetzung. Der Großherzog hat Beamten aufgefordert worden, ihre Massen mederzulegen Bahnhofsaufseher in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- L Ämui "'bfnebrTur9em,W Lnr Li gerbet |u <tain».e.».n °us die beschädigten telegraphischen Leitungen wieder her. Die Anlaß seiner Versetzung in den rnuheiland das Allgemeine Verfolgung der fliehenden Albainer wird fortge- ...............

setz t.. Die Maschinengewehr- und Gebirgsgcschützabteikun- gert zwingen die Arnauten überall, ihre Stellungen mit schweren Verlusten zu räumen.

erste Vorstellung im Abonnement bringt Dienstag, 17. Mai: Die geschiedene Frau." Das Theaterbureau ist von Freitag ab täglich von 101 Uhr geöffnet.

** Der Zirkus Schumann hat auch in seiner gestrigen großen Sportvorstellung bei einer sehr großen Zuschauerzahl lebhaften Beisalk gesunden. ES wurden vor­wiegend Pserdedresturen vorgesuhrt, die ausnahmslos mit großer Leichtigkeit ausgeführc wucden uno einen sehr hüb­schen Anblick boten. Der Marstall weist einen bewunde­rungswürdigen Reichtum an schönen Tieren auf. Daneben sind die Leislungen der Ätrobacen, Clonms und des Ballets gleichfalls auf guter Höhe. Mittwoch den 4. Mai und Donnerstag den d. Mai (Himmelfahrt) finden täglich 2 große Vorstellungen statt. Die Nachmittags-Vorstellungen, zu den t .Kinder aus allen Plätzen halbe Preise zahlen, sind ebenso reichhaltig wie die Abend-Vorstellungen.

** Submissions-Ergebnis. Dieser Tage er­folgte die Bekanntgabe der geforderten Preise für die Lino­leum-Lieferung für die neue Irrenanstalt. Sie hatte das bemerkenswerte und für unsere Geschäftswelt erfreuliche Ergebnis, daß die von 11 verschiedenen hiesigen und auswärtigen Firmen cingercid)ten 21 Angebote ver­hältnismäßig nur wenig von einander abwichen, woraus zu entnehmen ist, daß das erste Erfordernis für einen Ge­schäftsmann, richtig rechnen zu können, allgemeiner ver­breitet ist, wie man nach den öfters bekanntwerdenden : Submissionsblüten annehmen sollte. Die billigsten An- . geböte machten die Finnen Brück mit 22 719,54 Mark, Nenn- , sriel mit 22 883,58 Mark und Stückrath mit 22 965,60 Mark.

Der geforderte höchste Preis war 27 066,60 Mark.

Bismarckturms das erste Feuer abgebrannt werden. Demnächst wird das Gerüst entfernt werden.

chf Bad-Nauheim, 2. Diai. Die Vorsaison vom 16. April ab hat sehr gut abgeschnitten. Das günstige Wetter brachte die Kurgäste in großen Scharen, so daß jetzt schon bald 1000 hier anwesend sind. Der volle Saisonbctricd hat allerdings erst gestern eingesetzt, das kann man überall hier beobachten. Die Badehäuser find jetzt alle geöffnet, nur in dem letztgebauten Badehaus 7 ist man noch mit der Fertig, tellung der ursprünglich für die Brüsseler Weltausstellung bestimmten Fürstenzelle beschäftigt. Gestern morgen haben die Frühkonzerte am Kurbrunnen begonnen und gestern nachmittag spielte die Kurkapelle unter Leitung von Han- Winderstein zum erstenrnale auf der Terrasse; seither gab sie ihre Konzerte im neuen Konzerthaus. Das erste Militär- konzert werden am Himmelfahrttage die 168er veranstalten, während das erste Sinfonie-Konzert (Beethoven-^lbend) der Kurkapelle am darauffolgenden Samstag ftattfinbet. Das Kurtheater (Gießener Stadttheater) wird am 9. Mai mit ShakespearesSommernachtstraum" eröffnet, und das erste Künstlerkonzert wird am 14. Mai unter Mitwirkung von May Harrison-London (Violine) veranstaltet.

= Darmstadt, 2. Mai Heute nacht starb hier der Leutnant a. D. Joy. Hch. Kesting, der einer der wenigen aus dem Unteroffizierstand hervorgegangenen Leute ist, die bei ihrem Abgang vom Militärdienst den Offiziersrang er­hielten. Herr Kesting, der mehrere Feldzüge mitgemacht hat, war lange Jahre Feldwebel der hessischen Garde-Unter- offizierkompagnie und als solcher wohl einer der am meisten mit Orden bedachten Angehörigen der Armee.

Kleine Tagcschronik.

In der Nacht auf Montag ging im Fuldatale starker Schneefall nieder. Die Baumblüte ist strichweise v e r^ n i ch t e t.

Nach einer Lloydmeldung aus Baltimore ist der deutsche DampferR o l a n d" auf der Fahrt von Calveston nach Bremen bei Currituck, 30 Meilen südlich von Kap Henry, gescheitert. Die See ist ruhig. Es liegt bereits ein anderer Dampfer zur Hilfe längsseits. Man hofft, daß der .Dampfer wieder frei- kommt.__

QanOck mhO Verkehr, Volkswirtschaft.

Darmstadt, 2. Mai. Die 20. ordentliche General­versammlung der Z e n t r a l g e n o s s e n s ch a s t der Hess, l a n d w. K o n s u m v e r e i n e e. G. m. b. H. zu Darmstadt tinbet' am Montag, 9. Mai l. I. in Darmstadt, Bahnhofshotcl, statt.' Wir entnehmen dem zum Versandt gekommenen Geschäftsbericht ür 1909, daß der Genossenschaft am Ende des Jahres 139 glieder, und zwar 130 Bezugs- und Absatzgenossenschaften und 9 Einzelpersonen angchören. Der Gesamtwarenbezug im Jahre 1909, bestehend aus X)ilfsbüngcr, Mtaftiuttcrniitteln, Kohlen, Sä­mereien, Torsstrcu, Schwefel, Kupfervitriol üsw. betrug 534410,9 Zentner im Werte von 1 678 726,39 Mk. Der. Warenbezug ist auch gegen das Vorjahr nicht unerheblich gestiegen, besondere) bei Dünger und Sämereien. Der Reingewinn cin|d)l. dem Vor­trag aus 1908 beträgt 58 301,19 Mk. Hiervon sollen nach den Anträgen des Aussichtsrates und Vorstandes für die verschiedenen Reserven 3000 Mk. verwendet werden, die Geschäftsguthabeir. sollen mit 5 Prozent verzinst und als Rückvergütung^ auf du verschiedenen Warenbezüge sollen 46 913,83 Mk. ausgeschüttet ioer-' den. Die Geschastsguthaben von 210 Geschäftsanteilen betrugen am Ende des Jahres 20962 Mk., die entsprechende Haftsumme 105 000 Mk. und die am 31. Dezember 1909 vorhandenen Reserven 103 500 Mk.________________________________________

Allgemeine Wetterlage seit gestern früh: Tas südliche Tief­druckgebiet hat sich noch verstärkt und zieht langsani nordoslivarls Dabei fallen in Südostenropa außerordentliche Regenniengeii (Wien 41) mm). In Mitteldeutschland, wo sich gestern vorüber­gehend ein Auslauser des westlichen Hochdruckgebietes bildete, haben die Niederschläge vorübergehend nachgelasseii. Doch dehnt nun ivieder die Südznklonc ihren Bereich über unser Gebiet ans.

Wetteraussichteii in Hessen am Mittwoch dem 4. Mai 1910: Trüb, Regen, starker Nord, kühl.