Nr. 164
Erstes Blatt
Samstag 16. Juli 1910
Bezugspreis:
Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
160. Jahrgang
den üblichen Neuigkeitserfolg bei den zahlreichen Provinzlern hatten, mit denen Paris gegenwärtig gefüllt ist.
Die große Ueberraschung kam erst des Abends, als der junge Aviatiker Guillaume Busson an Bord eines Bleriot-Monoplans aus Port-Aviation bei Juvisy aufstieg itnb auf einem kleinen Umwege über Arcueil, Bandes und Jssy nach dem Eiffeltürme flog, diesen umkreiste und dann auf das Bois de Boulogne lossteuerte, wo er auf o»er Wiese vor dem Schlosse Bagatelle zu landen gedachte. Da der Apparat aber vortrefflich funktioierte, machte Busson Idehrt und flog in fast gerader Linie nach Port-Aviation Mrrück, nachdem er die 52 Kilometer lange Strecke in 46 Min. mb in §iner Durchschnittshöhe von 400 Metern zurücb- gxlegt hatte.
Der allgemeine Eindruck, den man von dem letzten Nationalfeste in Paris empfängt, ist der, daß die Beteiligung, die in den letzten Jahren erheblich nachgelassen hatte, wieder eine viel lebhaftere war, wozu allerdings das Gefühl der Befriedigung darüber beigetragen haben mag, daß der Sommer endlich mit einer mehrwöchentlichen Verspätung feinen Einzug gehalten hat.
Leitung des Kriegsministers General Brun erfolgte, der von einem glänzenden Generalstabe und den fremden Militärattaches umgeben war, verlief mit der gewohnten Prä- e und dem üblichen Enthusiasmus der Zuschauer, denen .al Gelegenheit geboten wurde, auch den Marinetruppen ihre Huldigungen darzubringen, die sich während der letzten großen Wassersnot in Paris in so hervorragender Weise an den Nettungsarbeiten beteiligt hatten. Die vierhundert Marine-Füsiliere, die eigens aus Lorient zu der Truppenschau nach Paris gekommen waren, wurden für die lange mühevolle Fahrt reichlich durch die stürmische Kundgebung entschädigt, die ihnen in Longchamp bereitet wurde. Die
Berlin, 15. Juli. Wie der Pariser Professor Masclaux dem „Journal d'Allemagne" mitteilt, ist es dem leitenden Arzt der dermatologischen Abteilung am Birchow-ükrankenhause, Dr. Wechselmann, gelungen, das Ehrlichsche S Y'V h i l i s - H e i l - mittel, Ehrlich Hata 606, derartig zu verändern und in der Weise anzuwenden, daß die bisher sehr heftigen Schmerzen der Injektion gänzlich wegfallen. Das Mittel wurde in dieser Form schon an mehr als 50 Pattenten mit bestem Erfolg erprobt.
London, 15. Juli. Der Forschungsreifiende Filchner batte gestern in Edinburg mit Dr. Bruce, dem Leiter der schottischen antarktischen Expedition, eine Unterredung. Das Ergebnis der Besprechung war, daß der zwanzigste Längengrad die Grenze beider Expeditionen bilden soll. Filchners Ge- biet ist die Weddellsee, Bruce wird östlich hiervon vorgehen. 3x Ehren Filchners gab Bruce heute ein Frühstück, wobei die bedeutendsten schottischen Geographen und andere Gelehrte anwesend waren.
Das französische Nationalfest.
O Paris, 15. Juli.
Das französische Nationalfest verlief diesmal in Paris mit ganz besonderem Glanze, wozu in erster Linie die Anwesenheit des belgischen Künigspaares und dann wohl auch die Tatsache beigetragen haben mag, daß die Pariser endlich durch volle vieruudzwanzig Stunden von dem zur Landplage gewordenen Regen verschont blieben und sogar die Sonne in ihrer sommerlichen Pracht zu sehen bekamen. Ter Morgen war allerdings noch etwas nebelig, allein das hinderte nicht, daß ungezählte Tausende schon gegen sieben Uhr die Tribünen des Rennfeldes von Long- chämp belagerten, wo um neun Uhr die große Truppenschau in Anwesenheit der Staatsoberhäupter Belgiens und Frankreichs stattfinden sollte. Punkt neun Uhr verkündete ein Kanonenschuß die Ankunft des Präsidenten der Republik, der mit seiner Gemahlin die königlichen Gäste vom Aüs- wärttgen Amte abgeholt hatte. Die Staatsoberhäupter und ihre Gemahlinnen nahmen die Revue in den ä la Daumont bespannten Wagen ab und dann erfolgte die Dekorierung der Fahnen des 1. Kolonial-Jnfanterie-Regiments und der Standarte des 1. Kolonial-Artillerie-Regiments mit dem Kreuze der Ehrenlegion, das diesen Regimentern von der Regierung verliehen worden war. Entblößten Hauptes trat Präsident Fälliges auf die gesenkten Fahnen zu und hielt dabei folgende Ansprache:
„Durch die Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion an die Fahnen des ersten Kolonial-Jnfanterie-Regiments und die Standarte des ersten Kolonial-Artillerie-Regiments gibt die Regierung als treuer Dolmetsch des einmütigen Gefühles des Landes der gesamten Kolonial-Armee ein glänzendes Zeichen von Gerechtigkeit und Dankbarkeit. Seit den fernsten Zeiten bis auf umere Tage, auf allen Punkten des Erdballes, wie auf dem mit Krieg überzogenen Landesgebiete hat der Heldenmut der Kolonial-Truppen unvergängliche Blätter für unsere glorreiche Militärgeschichte geliefert. Mögen diese edlen Abzeichen, die ich mit Stolz der Hut zweier ihrer Regimenter anvertraue, für alle die Bürgschaft Jahrhunderte alter Tugenden sein, die die Stärke unserer Waffen ausmachen und der Stolz unserer Nation sind."
Diese Ansprache des Präsidenten wurde nur von den Umstehenden vernommen, als aber Herr Fallieres mit sichtlicher Bewegung die Fahnen küßte, an die er das Kreuz der Ehren
j)olitische Wochenschau.
Gietzen, 16. Juli.
Int Zeughaus der inneren Politik klirrt es noch von den Schwertern erhitzter Parteimänner und Wahlkämpfer, von den Rüstungen, die für die künftige Gestaltung der Dinge herbeigeschleppt werden. In das laute Rücken der Ministersessel ist die Rücktrittsverkündigung des Erbprinzen zu Hohenlohe-Langenburg noch hineingeschallt. Wir können oiesem Rücktritt aus dem Präsidium des Reichstags beim besten Willen keine besondere Bedeutung bellegen. Auch wir möchten das polittsche Leben in Deutschland vor der Vorherrschaft des Zentrums bewahrt wissen — einer Partei, die in dem Wein staatspolitischer 'Arbeit nur immer die Würze einseitiger konfessioneller Interessen schmecken will — aber wir können es nicht für eine Großtat halten, wenn ein Erwählter auf hohem Sitz in allzu rührendem Einklang mit Vollsstimmnngen — die nicht erst von gestern sind — seine Laufbahn mit einer praktisch doch nur wenig wirksamen, papiernen Kundgebung beschließt. Solche Knalleffekte lösen sich am Ende lautlos auf, wie Schaum, der nichts zurück- läßt. Der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg ist nie, etwa wie Dernburg, ein Mcmn von unbeugsamem Willen und festen Zielen gewesen.
Ueberall horcht man auf die Anzeichen der nächsten Zukunft, sieht man nach den Fäden, Die für die nächsten Reichstagswahlen gesponnen werden sollen. Tas P'ä schern des roten Meeres vor den Stufen des Reichstagsgebäudes hat viele ein wenig zur Besinnung gebracht. „Sind sie nicht unser, diese Saaten, diese Ulmen, von Reben umsponnen, sind sie nicht Kinder unserer Sonnen?" Die „von der Sonne rötlichem Untergang" aus dem „Meerschiff" auf- gestiegenen „Genossen" sollen nicht mehr gastlich ausgenommen werden; nur einige Wasserstiefler linksliberaler Großblockfreunde waten ihnen willkommend entgegen. Mer auf der Rechten ist man sich noch lange nicht einig. Das Parfüm des päpstlichen Hirtenbriefes ist noch nicht verduftet, und Die verlegenen Zentrumskämpen ringen in ihrer Presse mit dem sie beklemmenden Gedanken, daß sie bei der allgemeinen Abwehr der sozialdemokratischen Gefahr nicht voll in die Front ausgenommen werden sollen. „Für die. christ- ttch-monarchische Ordnung im . wahrhaft paritätischen Staate!", so ruft die „Köln. Bolksztg.", und sie versichert, es gelüste das Zentrum keineswegs, „tn der Politik Pas ganze Reich zu tyrannisieren". Wenn die Parole für eine solche starke Armee posittv schaffender Kräfte ihre rechte Zugtraft erhalten solle, Dann müßten die Regierenden sich auch zu ihr bekennen, sie dürften es Dann nicht Dem blinden Zufall überlassen, ob das Gute sich Bahn bricht oder nicht.
Während so das rheinische Zentrums!) latt dem Reichskanzler, der sich, über seinen Kurs nach den Ministerwechseln noch immer in Schweigen hüllt, gute Ratschläge und Ermahnungen erteilt, hallt es aus der gesinnungsverschwisterten „Germania" von lauten Schreckschüssen. Im Eisenbahnwagen erster Klasse sollen reisende Zentrumsabgeordnete, durch lautes Politisieren „aktiver und inaktiver Minister" aus süßem Schlummer erweckt, schwarte Plane Der Regierenden erhorcht haben. „Herr v. Bethmann-Hollweg und sein Generalstabschef, der neue Landwirtschaftsminister von Schorlemer-Lieser" sollen übereingetoatmen sein, Den Riß im Zentrumsturm künstlich zu erweitern, nämlich Die gou- vernementalen Elemente Der Zentrumspartei für sich zu
„Charge" Der gesamten aufgebotenen Kavallerie, mit der Das militärische Fest seinen gewohnten Mschluß fand, wurde diesmal mit tadelloser Präzision durchgeführt, und der Jubel wollte gar kein Ende nehmen.
Von sttirmischen Hochrufen begleitet verließen die Staatsoberhäupter die offizielle Tribüne, nachd-em sie sich von den vollzählig erschienenen Mitgliedern des Diploma- ttschen Korps verabschiedet hatten.
Eine, allerdings gründliche Enttäuschung wurde dem Publikum dadurch bereitet, daß diemitBestimmtheit erwarteten Lenkballons und Aeroplane bei der Revue fehlten. Der Morgennebel war anscheinend zu dicht, als daß die Lenker Der Luftschiffe nnd Flug- apvarate es wagen tonnten, die Fahrt nach dem Manövcr- seloe zu unternehmen. Vielleicht trug auch Die noch frische Erinnerung an Die Katastrophe des „Erbslö h" und das tragische Ende mehrerer Aviattker dazu bei, um in Der letzten StunDe diesen „elou" der Parade auszuschalten. Eine kleine Entschädigung wurde den im Bois de Boulogne Zurückgebliebenen und den per pedes nach den Boulevards Heimkehrenden dadurch geboten, daß der Lenkballon ,Lo- diac III", geleitet von dem bekannten Luftschiffer de la Baulx, der die Uniform eines Gouie-Leutnants trug, kurz nach 11 Uhr oberhalb Des Rennfeldes von Longchamp erschien, das Bois de Boulogne durchquerte, über Don Arc de Triumphe hinweg nach dem Elysee-Palaste lossteuerte, wo der König der Belgier seinen Bttvegungen mit großer Auf-
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gewinnen und die süddeutschen Zentrumsdemokraten abzu?- stoßen. „Regierung, Scharfmacher und Hansabund arbeiten sich stark in die Hände, um das Zentrum zu reinigen, das heißt zu sprengen". Eine wundervolle Mär, Die ein noch wirrer, schlaftrunkener Zentrumsmann in so MenDenDe Form gegossen hat! Ob Dieses Ergebnis einer nächtlichen, abenteuerlichen Eisenbahnfahrt Die Leute um Spahn und Erzberger nun von Herrn v. Bethmann-Hollweg völlig abtrünnig machen wird?
Man erkennt auch aus diesen Schmerzen des Zentrums die Unsicherheit unserer ganzen politischen Lage. Einige Blätter, so die „Hamburger Nachrichten", haben den Kanzler aufgesordert, endlich etwas Programmatisches verlauten zu lassen. In der Tat, es ist Die höchste Zeit, Dttß Die gegenwärtige Regierung allgemeine Klarheit schafft über Die Wege, Die fortan gegangen werden sollen. Man hat Herrn v. Bethmann-Hollweg bisher schon überreichlich der Schwäche und Tatenlosigkeit geziehen, hüllt er sich noch iveiter in Schweigen und läßt er auch ferner die Dinge gehen wie sie gehen, so werden der allgememe Mißmut unb Die Unzufriedenheit mit Der Leitung Der Reichsgeschäfte noch weiter um fisch greifen. Vielleicht gibt. Fürst Bülow Dem jetzigen Kanzler bei ihrer Zusammeniuwft den Rat, endlich geschickte Verhandlungen mit den PartÄsührern anzuknüpfen, das Eisen zu schmieden, solange es noch warm ist. Nicht das konservativ-ultramontane Bannsr darf das Siegeszeichen der Zukunft werden, sondern „die christlich-monarchische Ordnung", von der die „Köln. Volksztg." sprach, müßte auch einer gemäßigt liberalen Auffassung Raum und Luft geben. Es läge jetzt an Der leitenden Stelle, naues Vertrauen zu erwecken, eine positiv arbeitende Mehrheit zusammenzuschweißen, Die Den bedrückenden Staub Der vergangenen Tage endlich hinwegfegt. Die Parteiführer der Rechten wie oer Liberalen müssem sich sagen, daß starrer Eigenwille nicht zum Ziele geholfen hat und nicht zum Ziele führen wird. Die Zeit scheint geiommen zu sein, wo ein Staatsmann von Energie und Temperament über müde Parteipolitiker hinwegscyreiten tonnte. Das Volk will nur Gewißheit, daß nichr starre, rüdEftiänbige Tendenzen die lebendige Kraft liberalen Wollens einschnüren. Harr von Bethmann-Hollweg, Der schon manche Sympathien einyebüßt hat, müßte sich rasch und entschieden aufraffen, um dem Volke endlich einen überlegenen und entschiedenen Willen zu zeigen. Rasch und tapfer, denn bald stehen die Wahlen vor der Tür.
Die Ereignisse draußen gruppieren sich um Das russisch-japanische Abkommen, Das im Anfang Dieses Monats abgeschlossen worDen ist. Der Statusquo soll in Der Mandschurei aufrecht erhalten werden, und in den veröffentlichten Grundlinien des Verttages wird noch von einer Verbessettung der Verkehrswege gesprochen, bei der sich die beiden Staaten gegenseitig unterstützen wollen. Wahrscheinlich ist also der Vertrag darum entstanden, um amerikanischen EinmischuriHs- aelüsten und „Neutralitätsvorschlägen" ein Ziel zu setzen. Das junge Japan erhält eine neue Befestigung seiner Macht, weitere Antriebe, seinen Machtbereich auszudehnen. Die Russen haben die kleinen Mongolen fürchten gelernt. Was die übrigen Mächte von Der Wirkung Des neuen Vertrages zu erwarten haben, liegt wohl hauptsächlich auf dem Gebiete des Handels und Verkehrs. Es ist zu besorgen, daß Ru,ß- land und Japan die offene Tür in der Mandschurei in ihrem Angeln eingeölt haben, so daß sie öfter geräuschlos auch geschlossen werden kann. Von freundschaftlichen Zusicherungen, die von Den Diplomaten Petersburgs und Tokios
etwa abgegeben werden solllen, darf ntan .sich nur wenig versprechen. Die phantastischen Perspektiven, die für die Aenderung in den Beziehungen der Weltmächte von dem Vertragszeitpunkt gezogen worden sind, haben noch weniger auf sich. Mit großer Weisheit wird da gedeutet und kombiniert, beinahe ebenso zuverlässig, wie um den Gesundheitszustand der Frau v. Schönebeck-Weber. Rußland soll sich jetzt mehr als bisher wieder Der Westmächte-Polittk zu- wenden können. Die Wien-Petersburger Beziehungen sollen daher wieder gespannter werden. Vielleicht wird int Gegenteil das neue Vertragspapier ein Anlaß werden, daß Die Russen argwöhnisch auf der Lauer sitzen müssen, ob Die Japaner an den schwankend bemessenen Tagesrationen im Statusquo sich begnügen werden. Die gegenseitige „Unterstützung" im Ausbau der Verkehrswege könnte sogar leicht neue Keime des Mißtrauens und Der Streitigkeiten erwecken.
Der Abschied des Herrn v. Aiderlen Wächter von Sntarest.
Der neue Staatssekretär von Kiderlen-Wächter scheint auf seinem bisherigen Posten in Bukarest sich Beliebtheit und Achtung erworben zu haben. Davon zeugen Die Trinksprüche, Die bei seinem Abschied gewechselt wurden. Indessen enthalten diese Trinksprüche keine Anhallspunkte dafür, welche Richtlinien dem Staatssekretär für Die große auswärtige Polllik vorschweben:
Bukarest, 15. Juli. Der Minister des Aeußern D j u- vara aab ein Frü.hstück zu Ehren Des scheidenden Deutschen Gesandten v. Kiderlen-Wächter, an Dem Der deutsche Militärattache Major v. Massow, Der deutsche Konsul, Legationsrat Dr. Jentzsch und hohe Beamte tellnahanen. In seinem Trinkspruch sagte Der Minister:
„Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Deutschen Kaisers. Wir hegen die auftichtigsten und herzlichsten Wünsche für fein Wohlergehen, für eine lange Dauer seiner Regierung, sowie für das Wohlergehen der Kaisettn und Der kaiserlichen Familie. Sie aber, Herr Minister, bitte ich zu glauben, daß das Gefühl Der Trauer über Ihr Scheiden ausgelöscht wird Durch die mächtigere Empfindung der Freude über den neuen Betteis hohen Vertrauens des Kaisers, der Sie zum Staatssekretär Des Aeußern ernannt hat. Wir wünschen Ihnen aufrichtigen Herzens Die Gesundheit und Arbeitskraft, welche nötig ist, qm Ihre bereite so glänzende Laufbahn weiter fortzufetzen. Wir sprechen Ihnen nochmals unser lebhaftes Bedauern über Das^ Scheiden eines so sympathischen Vertreters eines großen und mächtigen Reiches aus, dessen Freundschaft uns so wertvoll ist, und hegen die Hoffnung, daß-die langen Jahre, welche Sie in unserer Mitte verbracht haben, ein herzliches Gedenken hinterlassen, das wir tief im Herzen bewahren. Dieses Band wird zur Verknüpfung der Vergangenheit mit der Zukunft dienen, als Unterpfand für Ihre, für uns und unser Land so wertvolle Freundschaft. Ich trinke auf die Gesundheit des deutschen Staatssekretärs des Aeußern v. Kiderlen-Wächter!"
v. Kiderlen-Wächter antwortete, nachdem er zunächst feinem Danke für Die dem Kaiser gewidmeten Wünsche Ausdruck gegeben hatte:
„Ich bin von den liebenswürdigen unb gütigen Worten tief gerührt. Ich habe in Rumänien zehn Jahre verlebt und bin dessen aufrichtiger Belounderer und ergebener Freund. Ich .lernte hier viel kennen: Meses junge Volk/ dessen politische Einrichtungen ganz aus eigener Kraft aufgebitui sind. Ich konnte den Fortschritt bewundern, den das Land dstrch seine unablässtge Arbeit und durch die Entwicklung seiner natürlichen Reichtümer gemacht hat, ebenso die beständige Vermehrung seiner moralischen und geistigen Kräfte, die es den leitenden Klassen der gaiizen
legion geheftet hatte, ertönten von allen Seiten stürmische» merksamkeit folgte und dann nach Jsys-les-Moulineaux zu- Hochrufe auf die Armee, die Kolonialtruppen, auf Frankreich rückkehrte. Im Laufe des Nachmittags zeigten sich auch oie und Herrn Fallier es. Das Dsflle, das nunmehr unter der Lenkballons „Ville-de-Bruxelles" und „Ä)lonel-Renard", Die
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