Ausgabe 
17.9.1910 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 218

Drittes Blatt

160. Jahrgang

Samstag 17. September 1910

Gietzener Anzeiger

Wcschetnl täglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberhessen

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub« straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:^^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen«

Die«tefientt ZamilienblLtter" werden dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, dar Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

'] . Die Wahlen in Südafrika.

; £ London, 15. September.

Das geeinigte Südafrika wählt heute sein erstes Un i o n- . Parlament. Zwei Hauptparteien streiten um den Vor­rang, auf der einen Seite befinden sich die Unionisten ; unter der Führerschaft des Dr. Jameson, auf der an­deren die Nationalisten unter der Leitung des Gene­rals Botha. Allgemein wird jedoch die Anschauung ver­treten, daß die Nationalisten den Vorrang erringen werden. Me Regierung Bothas hat die kompakte Masse des Buren- 'polkes hinter sich, was sie an Anhängern noch gewinnen ' kann im Randgebiet, in Natal und in anderen englischen ' Zentren, ist wirklich reiner Gewinn. Das Hauptinteresse der Wahl liegt darin, in welchem Ausmaße Bothas Mehr­heit den Gegnern der Regierung wird entgegentreten können, i' d. h. ob Botha in der Lage fern wird, sich eine bedeutende Mehrzahl von Anhängern zu sichern. Ties ist allerdings jein sehr fraglicher Punkt, da selbst ein führendes Organ der Bothaschen Politik unlängst der Meirrung Ausdruck gab, .daß eine Anzahl von einflußreichen Freunden Bothas in der Provinz nicht sehr zuverlässig sei.

Die paar letzten Tage waren oemerkenswert, mit Rück­sicht auf die eifrige Tätigkeit des Generals Botha und Amuts's, Werst in Natal und dann in Johannesburg. Die Weben verfolgten natürlich nur den einen Zweck, Propa­ganda für die eigene Partei zu machen, vielmehr um An­hänger für die Labour-Partei zu gewinnen, die ja für Wahlzwecke als derRand"-Flügel der nationalistischen Partei betrachtet werden kann. Natürlich war die Stim- znungsmache eine ausgeprägt tendenziöse und die Frage der Chinesenarbeit und die 30 Millionen Pfund Kriegs­anleihe und andere veraltete Streitpunkte wurden bereits getreten und mißbraucht.

Die Unionisten hingegen haben eine ganze Reihe " '.eher Schlußversammlungen veranstaltet und ihre auptsächlich auf die Bekämpfung der Unterrichts- r 'onzentriert und auf den steten Hinweis, daß Botha n Mann sei, um den reaktionären Ansprüchen seiner ei Anhänger in gebührender und wirksamer Weise

; ei itreten. Die Unionisten halten es nicht für der

i. M t, sich mit der Frage der Chinesenarbeit zu be- ; sch sie erachten diese Frage mit Recht als zumindest un rnd interesselos. Die Anhänger Bothas anderer-

; seit sen sich lebhaft, die Hertzogsche Unterrichtsfrage

als in lokale und demnack) unwichtige Streitigkeit !unz die von der gegnerischen Partei ohne die ge- - ring ründung zu einer wichtigen Streitfrage aus-

- geba *rbe.

f. na t ist bereits gewählt worden. Die Ver- - tretu einzelnen Staaten im Abgeordnetenhaus, das

Heute t wurde, verteilt sich auf die einzelnen Pro-

ornze? )lgt:

r guten Hoffnung . 51 Abgeordnete, ° aal..... . 36

..... ... 17

d Freistaat. .... 17

Freistaat ..... 17

t llngesc on den Abgeordneten sind ohne diegeringste Opposi dergewählt worden, 30 davon sind Anhänger . der Bo Regierung.

*

Die Mall .Gazette" schreibt über die süd- . üfrikani fahlen:

j Die t Südafrika stattfindenden Wahlen entscheiden!

' = übet die ^u,ummensetzung des südafrikanischen Union-Parlamentes, welches der Herzog von Connaught in kürze im Namen Seiner

> Majestät, des Königs, eröffnen wird. Die 40 Senatoren für i das südafrikanische Oberhaus sind bereits gewählt worden und zwar 15 für die Dauer von 10 Jahren, d. h. in anderen Worten, dasß tfn reaktionärer nationalistischer Einfluß auf die Dauer von . 10 Jahren sich geltend machen und die Gesetzgebung des Landes L bestimmen wird. Und wie die Dinge gegenwärtig stehen, so . kann man mit Sicherheit annehmen, daß General Botha von den J* 121 Mitgliedern des Unterhauses 70 zu seinen Anhängern wird Men können. Aus allem geht klipp und klar hervor, daß die - Reaktion von ausschlaggebendem Einfluß auf alle Maßnahmen der Regisrung sein wird, und wenn General Botha auf beiden Seiten Anerkennung findet, so wäre die Anerkennung fast einer , besseren Sache würdig, d. h. es wäre zu wünschen, daß Botha an i der Spitze einer besseren Partei stünde. Hoffentlich wird das

nächste Union-Parlament anderer Art sein und den Forderungen n des Fortschritts und imperialistischer Politik mehr Rechnung tragen.

8 Johannesburg, 16. Sept. Bis 8 Uhr abends waren . gewählt: 52 Nationalisten, 36 Unionisten, 4 Mitglieder der Ar- beiterpartei und 10 Unabhängige. Die Ergebnisse aus 19 Wahl­kreisen fehlen noch. Das Gesamtergebnis ist voraussichtlich fol- . gendes: 66 Nationalisten, 38 Unionisten, 4 Mitglieder der Ar- J beiterpartei, 15 Unabhängige, von denen jedoch neun den Unio- rätzen zuzusählen sein würden.___________________________________

Die neue gelbuniform.

g , Die Vorschriften für die Felduniiorm der Mannschaften, wie He im Karjermanöver von allen Waffengattungen getragen worden

- sikd, finden sich in einem dritten Anhang zum zweiten Teil der 5 ^ekleidungsordnung niedergelegt, die jetzt erschienen ist. Die Vor- ichrift giU für die preußischen Truppenteile und für die unter preußischer Verwaltung stehenden Kontingente, mit Ausnahme der g Großherzoqlich mecklenburgischen und der hessischen Truppen, für die besondere Bestimmungen bestehen. Bayern, Sachsen und Württemberg haben eigene Bekleidungsordnungen, es ist aber selbst-

' verständlich, daß die Felduniform für das ganze Reichsheer ein­heitlich geregelt ist und in den einzelnen vorerwähnten Kon- fingen len nur geringe Abweichungen, besonders in den Abzeichen, : vorgesehen sind. In der neuen Vorschrift ist auch die Uniform und die Ausrüstung der Unteroffiziere bezeichnet, die beim Eintritt

' oder während der Mobilmachung mit einer Offizierstelle belieben _ und zu Offizier-Stellvertretern bestimmt werden. Die Riet a ll- i lei le an den Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken, sowie letztere selbst und das Schuhzeug werden im Felde nicht blank geputzt, dagegen wird das weiße Lederzeug, wie es von den Grena- dieren aitb den berittenen Truppen getragen wird, für den Feld-

2 gebrauch geschwärzt. Der Waffen rock mit Klapp­kragen ist für Infanterie, Pioniere, Verkehrstruppen, Artillerie

t und Train feldgrau, für Jäger, Schützen und Maschinengewehr- I Abteilungen aber von graugrünem Tuch. Emen W a s f e n r o ck mit

Atehtraqen haben Kürassiere und Dragoner von feldgrauem, i 2äger§u Pferde und Stabsordonnanzen von graugrünem Tuch, Husaren

tragenfieldgraue Attila mit Stehkragen und feldgrauem Perlschnur­besatz, Ulanen eine feldgraue Ulanka mit Schulterklappen, so daß die Epauletts für die Felduniform der Ulanen fortfallen. Alle Schulter­klappen ausgenommen bei den Jägern zu Pferde und Stabs­ordonnanzen sowie bei der mit dem Großen Hauptquartier aus­rückenden Leibgendarmerie sind zum Abnehmen eingerichtet und dienen im Felde zugleich für den Mantel. Zum Waffenrock mit Klappkragen ist ein Halstuch mit grauem Baumwollstoff neu eingeführt, das tn einen einfachen Knoten verschlungen wird; für den Waffenrock mit Stehkragen ist die Halsbinde beibehalten, aber nicht nach Art der alten Schnallbinden, sondern nach Art der neueren sogenannten Zugbinden. Tuch- und Reithosen sind für Jäger. Schützen, Maschinengewehr-Abteilungen, Stabsordonnanzen und Jager zu Pferde von graugrünem, für alle übrigen Truppen­teile von feldgrauem Tilch. Eine besondere Stiefelhose ist nur für die Maschinengewehr-Abteilungen vorgesehen; sie ist aus grau­grünem Tuch und unterscheidet sich von der Tilchhose besonders durch ein stark emgearbeitetes Knie sowie durch eine Binde- Vorrichtung an jedem Betende. Litzen und Abzeichen auf den Schulterklappen, wie Namenszüge mit und ohne Krone fowie Nummern, werden wie bisher getragen, alle Knöpfe sind matt mit Krone. Die verschiedenfarbigen Vorstöße gewähren namentlich bei der Kavallerie eine genügende Unterscheidung der Regimenter, bei denen sich anßerdem Waffenrock, Attila und Ulauka noch in be­sonderem Maße hervorheben. Die neue Felduniiorm soll zunächst jedesmal beim Kaisermanöver getragen werden; sie hat diesmal die Anfklärnng und Erkundung wesentlich erschlvert.

* BlöriotsAerodu s". Blöriot, der erfolgreiche franzö­sische Flieger, der mit seinem flinken, zierlichen Eindecker so schnell seinen Weltruhm begründet hat, bereitet sich gegenwärtig zn einem interessanten Versuche vor, der in der Geschichte der Flugkunst eine neue wichtige Etappe bedeuten soll: er hat einen großen Eindecker gebaut, der außer dem Sitz für den Lenker drei bequeme Plätze für Fahrgäste enthält. Ter Apparat erhält einen Alolor von 100 Pferdekräften, der ihn befähigen wird, 40 englische Meilen in der Stunde znruckzitlegen. Blenots englischer Impresario hat einige interessante Angaben über dies neue Lnstfahrzeng gemacht. Die drei Passagiere werden in der Maschine so bequem sitzen wie in einem Aiitoni.'bil. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß die Maschine in der Lnft schwankt oder schleiidert; Blöriot hat Gewicht und Dlotorkrast so gennti berechnet, daß der Apparat artet) bei widrigem Winde ruhig und sicher dahingleiten miifj. Die Fahr­gäste werden die Bewegilngen des Fallens oder Steigens über- Haupt nicht wahrnehmen ; alles, was sie empfinden, wird em rasches Tahingleiten durch die Lüfte sein, während ihre Blicke die Land­schaft in der Tiefe verfolgen. Bleriot ist von seinem neuen Bau­werk so sehr überzeugt, daß er nicht daran zweifelt, daß reiche Leute sich künftig eine solche viersitzige Flugniaschine halten werden wie ein Autoniobil. Stal! des ^Chauffeurs" werden sie ihre2iift- viloten" haben, erprobte Techniker, unter deren Führung sie ihre Familie und ihre Freunde ruhig der Jlilgmaschine anvertrauen können. In der Regel wird man größere Ueberlandstüge in Höhen von über 3)0 m anssühren. Wenn durch einen Ziüall der Motor versagt, so hat der Pilot noch genügend Zeit und Gelegenheit, eine Stelle auszusnchen, an der er eine Gleitlandung bewerkstelligen kann. Llber die Diotore sind so vervollkommnet, daß solche Zwischenfälle nicht häufiger zu erwarten sind als etwa bet einem erstklassigen Automobil" Dieser neue Eindecker bedeutet den Anfang der Passagierfahrten in Jlugmaschinen. Wie weit sich biefe ausdehnen lassen, ist nur eine Frage der Kraft der Alotore. Darum ziveifelt auch Bleriot nicht daran, daß in kurzer Frist auch eine größere Anzahl Passagiere aitfgenommen werden kann. Tie großen Flugmaschinen sind sogar leichter zu steilem wie die kleinen.Der achtsitzige Eindecker, der Omnibus der Lüfte, ist in Sicht."

D e r E i n f l u ß d e r N i l st a n u n g aus die Baum­wollernte. Die ägyptischen Ingenieure stehen vor einem sehr schwierigen, unerwarteten Problem, das sich als eine Folge der großen Nilregulierung durch die ©tauungen herausgestellt hat. Ter Wasserstand der Kanäle in Unterägypten ist durch die Nil- sperren erhöht worden, nm die früher durch mechanische Aiittel be­wirkte Beivässerimg zu erleichtern und ständig das notige Wasser für die Sommerknltnren zur Verfügung zu haben. Die gewaltigen Bassins, die ehemals nur zu Zeiten des Hochwassers überschivemmt waren, gaben mir eine Getreideernte im Winter, während sie heute im Sommer Baumwolle und Zuckerrohr produzieren. Der Boden Hal dadurch eine außerordentliche Wertsteigerung erfahren. Bald mußte man indessen eine bedeutende Verminderung im Erträgnis der Baumwollenpflanzungen feststellen, und im Jahre 1909 war eine vollständige Mißernte zu verzeichnen., Man erklärt dieses Er­gebnis durch die Erhöhung des Grundwassers, die eine Zuliahme der Feiichtigkeit des Bodens herbeiführt, mid der Chefingenieur Audebeau Bey hat diese Ansicht nun auch durch eine Anzahl Ver­suche begründet. In den Jahren 1908 und 1909 wnrden in Kora- chieh in einem großen Besitztum fast in der Mitte des Delta genaue Experimente angestellt. Man pflanzte Baumwolle in der gewöhnlicheii Weise an der Oberfläche von Gräben an, in denen man das Niveaii des Grundwassers auf verschiedenen Höhen von 1/8 bis 3 in hielt. Der Ertrag stand in genauem Verhältnis zu der Tiefe des Grundwassers und das 2lbfallen der Kapseln nach der Blüte fand in genau umgekehrtem Verhältnis statt. Diirch Beobachtungen an anderer Stelle aber erwies es sich, daß in der Tat das Niveau des Grundwassers von der Erhöhiing der Kanäle beeinflußt ist.

*Verdächtig. Wirt (zum Gaste):Ihre Frau ist draußen und wünscht Sie zn sprechen. Ich möchte Ihnen aber raten, hierzubleiben; den rechten Glacehandschuh hat sie schon abge­zogen!"

Börsen-Wochenbericht.

--- Frankfurt a. M., 16. Sept.

Die Unsicherheit über die Entwicklung der Geldverhält­nisse hat der Börse einen Dämpfer gegeben. Wenn auch die Grundstimmung festgeblieben ist, so fehlte dem' Geschäft zeitweise der Schwung, da die Spekulation im Eingehen neuer Engagements sich größere Zurückhaltung auserlegte. Mancherseits hatte sich ein Erleichterungsbedürfnis geltend gemacht, was nach den Preissteigerungen und besonders nach den seitherigen um­fangreichen Käufen erklärlich ist. Durch das Anziehen der Geld­sätze, besonders durch die Erhöhung des Privatdiskoicks auf 3^/16 Prozent wurde die Börse erinnert, daß der Geldmarkt möglicherweise noch Störungen bringt. Das Angebot von Wech­seln war ziemlich erheblich, die Haltung der Geldgeber aber reserviert und da die Hypothekenbanken begonnen haben, ihre dem Markt seither zur Verfügung gestellten Gelder zurückzuziehen, um für die Einlösung der Kupons genügende Mittel bereit zu haben, so hat sich der Geldmarkt etwas versteift. Ist hierin auch kein ungewöhnliches Anzeichen zai erblicken und steht auch zu erwarten, daß Geld für die Ultimoregulicrung reichlich vorhanden sein wird, so ist doch damit zu rechnen, daß die Reichsbank erheblich in Anspruch genommen wird, zumal der Privatdiskont die offizielle Rate streift und dadurch die Nachfrage nach Geld noch mehr auf die Bank hingelenkt wird. Es ist also möglich, daß die Reichsbank gezwungen sein wird, ihre Barvorräte durch eine Diskonterhöhung zu schützen, selbst wenn die Bank von .Eng­

land von einer solchen Maßnahme Abstand nehmen sollte. Vor­erst wird diese Befürchtung allerdings noch keine Rechtfertigung erfahren, da der günstige Stand der fremden Wechselkurse größere Geldentziehungen ausschließt, immerhin kann die Börse das An­ziehen der Geldsätze nicht ignorieren. Auch die unsicheren Ver­hältnisse in Amerika veranlaßten die Spekulation zur Zurückhaltung, wenn man sich auch durch die schwankenden Kurs­bewegungen in Wallstreet und die wenig anregenden Berichte aus dem Wirtschaftsleben der Union seine Kreise nicht stören läßt. Seitdem durch den Rechnungsabschluß des Phönix ein Beweis dafür erbracht ist, daß unsere Eisenindustrie sich in einer erfreulichen Entwicklung befindet, glaubt die Börse an eine lang­dauernde glänzende Konjunktur und die Phönix-Attien bildeten auch in dieser Woche wieder das Objekt, an dem der Optimismus lursmäßig zum Ausdruck gebracht wurde. Die Aktien standen im Vordergründe des Interesses und erfuhren eine weitere Kurs­steigerung von 7 Prozent. Von anderen Montanpapieren haben Deutsch-Luxemburg auf Gewinnrealisationen 5y3 Prozent eingebüßt. Kaliwerte lagen fest. Auf dem Gebiet der Elek­trizitätswerte ist nach der in der Vorwoche eingetretenen Ernüchterung wieder eine Befestigung gefolgt, die durch den günstigen Abschluß der A.-E.-G. hervorgerufen wurde. Fester lagen auch wieder Chemische Werte, während Maschinenfabrik- Aktien teilweise schwächer lagen. Die Aktien der Textilbranch« erzielten meist größere Avanzen, Holzverkohlung stellten sich 7 Prozent höher. Etwas fester lagen auch Banken, ebenso Bahnen, nur Lombarden schwächten sich ab. Schiffahrts­aktien behauptet. Am Rentenmartt waren heimische Fonds Bruchteile niedriger, auch Ungarn abgeschwächt, Portugiesen und Russen dagegen befestigt.

Märkte.

Gießen, 17. Sept. A'carktbericht. Auf heutigem Wocben- maiTte kostete: Butter pr. Pfd. 1.251.30 Mk., Hühnereier 1 St. 89 Vfg,, Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte pr. St. 56 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Wik., Ochfenfleisch pr. Psd. 8492 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 8084 Pfg., Kuhfleisch 70 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8688 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6084 Pfg. Kartoffeln (neue) pr. 100 Kg. 7.00 bis 8.00 Mk., Zwiebeln per Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Birnen per Pfd. 8 bis 12 Vfg., Aepfel per Pfd. 6 bis 12 Pfg., Zwischen per Pfd. 1015 Pfg., Nüsse 100 Stück 50 bis 00 Pfg., per Ztr. 000 Mk., Bohnen per Pfd. 1400 Psg., Weiß­kraut das Stück 20-3 ) Pfg. Marktzeit von 82 Uhr.

Die nach- Ä sind am Sonntag; dem 18. Sept

stehenden Aül IjIv von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nacht? nur für dringende Fälle sicher anzutreffen: [D 17/3

Dr. Ploch, Asterweg 34. Dr. Schliephake, Goethestr. 44.

Auszug o. d. Standesamttregifteni der Stadt Sietzen.

Aufgebote.

September. 10. Georg Spatz, Großh. Geometer 2. Klaffe, mit Johanna Deibel, beide in Gießen. 10. Wilhelm Reitz, Metzger, mit Elise Schmidt, beide in Gießen. 12. Karl Gaul, Kaufmann in Lollar, mit Emma Waag in Gießen. 12. Bernhard Spahn, Schreiner in Schönderling, mit Thekla Zibaner in Gießen. 12. Ernst Heß, Redakteur in Gießen, mit Frieda Dorn in Wiesbaden. 13. Peter Sann, Schlosser in Weitershain, mit Margareta Velten in Göbelnrod. 14. Heinrich Jughard, Schreiner, mit Etisabethe Schmidt, beide in Gießen. 15. Wilhelm Conrad, Weichensteller in Gießen, mit Margarete Schmidt in Climbach.

Geborene.

September. 7. Dem Schuhmacher Jakob Reufchling eine Tochter. 8. Dem Kaufmann Siegmund Hammerschlag eine Tochter, Charlotte. 8. Dem Schutzmann Karl 2llsred Thormann ein Sohn, Karl Johannes Alfred. 10. Dem Postboten Adam Ritz eine Tochter, Karolme. 11. Dem Bahnbediensteten Heinrich Bögler ein Sohn. 12. Dem Kaufmann Eugen Fuchs ein Sohn, Wilhelm Georg. 13. Dem Schlosser Jakob Enkirch ein Sohn, Johann.

Gestorbene.

September. 15. Marie Hebberich, geb. Seuling, 73 Jahre alt, Landgrafenstraße 4. 1b. Karl Roth, Taglöhner, 59 Jahre alt, Robheimer Straße 50.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.

Sept.

1910

p a S

d XD = C S

= 5? ZK to «

ÜO

Wetter

Liiederschlag: 0,0 mm.

15.

15.

Höchste Temperatur am

Siiebrigste ,

bis 16. Septbr. = 4- 19,6*0. 16. --- + 8,9 °C.

16.

2*6

753,6

19,7

7,9

47

E

4

0

Sonnenschein

16.

9'b

1754,9

11,0

8,8

90

NE

2

5

Bew. Himmel

17.

7«

756,7

7,3

7,0

91

w

2

10

Bed.

Sehr nützlich

ist es, in der Kinderstube Scotts Emulsion nie ausgehen zu lassen. Die Kleinen nehmen das Präparat gern, oft sogar mit solcher Vorliebe, daß sie selbst darnach verlangen. Scotts Emulsion ist ein ganz vorzügliches Stärkungsmittel und ein sicherer Schutz gegen die so häufigen Erkältungen unserer Kleinen.

Scans Emulsion wird von uns ausschließlich tm großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Ortginalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch). Scott & Bowne, G. m b. H., Frankfurt a. M.

Bestandteile: Feinster Medizinal-Lebertran 150,0, prima Glyzerin 60A untcrphoSphorigsaurer Kalk 4,3, unterphoSphorigsaureS Natron 2,0, pulv. Tragant 3,0, feinster (trab. Gummi pulv. 2,0, Wasser 129,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und Gaultheriaöl je 2 Tropfen.

Verlobten

empfehle Kücheu-Einrichtungen in bekannt tadelloser Ausführung je nach Auswahl zu besonderen Vorzugspreisen und franko jeder Bahnstation. Zusammenstellungen von Ausstattungen in der Preis­lage von Mk.50.bis zu Mk.900 erhallen Interessenten kostenlos und stehen viele Referenzen auS ersten Kreisen gerne zur Verfügung.

Ludwig Kröll

.Spezial-Geschäft für HauS- und Küchen-Artikel -- Blockstraße 10 4039 Telephon 655

La Caoba66

Fehlfarben,vorzüglicheQualitätsziaarre,nur 10Psa. G.C Volk

Giessen. Lismarckstraße 16 (Ecke Ludwigstraße). ' 4950