Nr. 242 Zweites Blatt
160. Jahrgang
Samstag 13. Oktober 1910
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „»'.rtzener ZamMendlStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblott für den Kreis Elchen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erschemen monatlich zweimal.
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen UnwersuakS - Buch- und Stetndructerei.
R. Lange. Dießen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: «48)51. Redatlwm«4KH2. TeÜ-Adr^AnzelgerGleßen.
Line Aaffernrevolte in Südwestafrita.
Sfrtm Dahn bau bet WilhelmStal sind die Kaffern aufsässig ^worden, weshalb militärisch gegen sie eingeschritten tverden mibtt. Das Reuter-Bureau hat darüber einen sensationellen Gericht veröffentlicht, dem bereits die wichtigen Darlegungen dcs
Deutschen Gouverneurs gegenüber gestellt werben können:
u Dem Reutersä)cn Bureau wird au- Swakopmund vom
I d. M. gemeldet: Lohnabzüge bei den beim Bahnbau bei I Iilhelmstal beschäftigten Kaisern für nicht geleistete Ar-
<it an Sonntagen bezw. in Krankheitsfällen veranlaßten die kaffern -um Aus stand. Daraus verweigerten die Bauunter - ichmer die Lieferung von Wasser und Nahrungsmitteln, die die lästern sich nunmehr von den benachbarten Farmen verschafften, ha die Poli-eibeanrten, die die Führer der Ausständigen verhaften
■ oNren, schlecht behandelt wurden, wurde eine Kompagnie Soldaten gen die Kaisern ausgeschickt, die man Der Räuberei mit Waffen in der Hand bezichtigte. Bei dem Angriff ,ebrauchten die Soldaten zuerst das Bajonett, dann machten ie von der Feuerwaffe Gebrauch. Vierzehn Käfern wurden getötet, viele verwundet. An Ort
! mb Stelle hält man daL Auftreten gegen die Kasjern für ge -
1 echtfertigt.
'n Aus Deutsch-Südwestafrika meldet ein telegraphi- ' cher Bericht des stellvertretenden Gouverneurs, ? -atz der bedauerliche Zusammenstoß von Soldaten und J xranskeikaffern durch das Fussässiae Verhalten der letz- C| eren gegen die Sahnbauleitung veranlaßt wurde. Die Ange- ! tellten baten die in der Nähe befindliche Truppe um Unter* r tfl&ung, worauf die Kaisern, mit Keulen und Mes- u er bewaffnet, sich zusammenrotteten und die Öffentliche Sicherheit bedrohten. Infolgedessen war 0 ,a« Einschreiten der Truppe nötig; diese machte erst von den
Vasten Gebrauch, als die Kaffern zum Angriff übergingen. Sßict- ||| ebn Kaffern sind tot, die Vcrwmrdeten befinden sich in guter a, Zü^orge.
lt Der lladinetlswechsel in Griechenland.
A Athen, 14. Oft. Es heißt, der König werde den !!Präsidenten der Nationalversammlung Hoeßlin mit der «Bildung des Kabinettes betrauen.
j Der König hatte heute eine Besprechung mit M a v r o - ^ttichalis und Venizelos.
Auch nrit den Parteiführern Jößttn, TheotottS und sthallus hatte der Könia Besprechungen.
Konstantinopel, 14. Ott. „Tani n" erklärt, falls >a8 Kabinett Venizelos gebildet würde, werde die ^ßfortc ihren Gesandten in Athen abberufen . md die diplomattjck)en Beziehungen zu Griechenland ab- e! )Taf)en.
n Die (Einigung mit den Werftarbeitern.
ö Hamburg, 14. Ott. In der heutigen Sitzung des SerhandlungsausselMsses über die Einstellung und Aus- cahme der Arbeit srnd befriedigende Fe st legunaen -rsolgt. Die Sicherung des Akttnüstlberfchüsjes an Akkor- । »en, die durch den Ausstand unterbrochen wurden, wurde gleichfalls anerkannt. Der Ueberfchuß soll sämtlichen Arbeitern ausgezal/lt werden. Auch über diesen Puntt wurden besttmmte, schriftlich niedergelegte Regeln geschaffen.
llus Wunsch der Arbeitervertretung sind in diesen Bestim- liungen jedoch noch einige Aenderungen erfolgt, und deshalb I'ann erst nach einer zustimmenden Erklärung ber Werst- lesitzer dieser Angelegenheit für beide Teile verbindlich ab-
4 geschlossen werden. Deshalb wird der Verhandlungsaus- .! chuß morgen nochmals zusammentteten, um die Ent- Schließung der Werftbesitzer entgegenzunehmen.
* $ine Tagung"der Verbandes für Zugendsürsorge in varinstadt.
rl SIS. Darmstadt, 14. Okt. Der Verband für -^Jugendfürsorge in Darmstadt versammelte sich heute gnberU) tm Ratl>aussaal zu feiner Jahressitzung, der auch die I Protettorin Prinzesjin Ludwigvon Battenberg, bei* I wohnte. Der Vorsitzende, Beig. Müller, begrüßte die Ver- 5 sammlung und berichtete dann über die Versammlung pes Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit, die jüngst in Königsberg stattfand. Er wies dabei besonders mit lebhafter Anerkennung auf das neue, die Jugend- ' fürsorge betreffende Werk des Bürgermeisters Dr. S ch m i d t '• in Mainz hin, das eine Fülle wertvollen Materials ent* ' halte und allen Freunden und Förderern der Sache zum Studium empfohlen werden könne. Besondere Anerkennung auf der Königsberger Tagung habe auch die Tättgkeit des -Pfarrers D. Schlosser-Gießen und dessen Forderung ll auf Trennung der Jugendfürsorge von der Armenpflege if gefunden und nicht minder interessant sei ein Vortrag des i) Berliner Stadtrats Dr. Münsterberg über die Frage einer । Reform des englischen Armenpflegewesens gewesen. Die * Armenpflege gipfele in England vornehmlich in dem Um* A stand, daß man die Leute nicht erst arm werden lasse und “ dann an fange, ihnen zu helfen, sondern daß man die Haupt* - Ursachen der Verarmung bekämpfe, sowohl in der Kindheit
und bei Krankheit, wie im Alter und namentlich bei Arbeits* 1 lojigleit.
& Nach dem Bericht erstattete Amtmann Krapp einen Bericht über das Thema: „Internationale Beziehungen im (Zwangserziehungswesen", wobei er^besonders auf den Verlauf der Tagung des Verbandes für private Jugendfürsorge in Frankfurt nutzer einging.
Allgemeinen Beifall sand eine von Oberstaatsanwalt tl v. Hessart eingebrachte Entschließung, nacl) welcher die Vorlage eines Reichsfürsorgegesetzes gefordert wird. Darauf berichtete der Vorsitzende noch über eine Be- ri sichtiaung des von der Stadt Worms erbauten i Ferienheims für arme ttänkliche Schullinder, das geradezu als ideal zu bezeichnen sei. Der Redner empfahl, ein solches Heim nach demselben Muster auch für Darmstadt zu errichten. Da Aussicht vorhanden ist, die hierfür erforderlichen Mittel aufzubringen, tvill der Vorsitzende Baw- Pläne für ein solches Heim anfertigen lassen und einen g e* 1 eigneten Platz dafür im Od enwald aussuchen. , Zum Schluß empfahl der Redner noch die Gründung eines ? Zentralkrüpvelheims für Hessen; es gäbe im Grobherzogtum t etwa 1500 Krüppelkinder, von denen na'ch ärztlichem Urteil • 7U Prozent geheilt werden könnten.
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Au» Stabt utxb Land.
Gieben, 15. Oktober 1910.
*♦ Ordensauszeichnung. Der Großherzog hat dem Lehrer Heinrich Walther zu Schwarz aus Anlaß feiner Ruhestandsversetzung das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Eine neue Schnellzugslinie von Hannover über Hameln, durch das Edertal nach Frankfurt am Main wird, so schreibt uns der Handelsverein zu Hameln, von dort aus im Anschluß an das neue Eilzuaspaar Hannover- Altenbeken angestrebt. Die Linie kürzt den Weg nach Frankfutt gegenüber dem über Kassel für Hannover um 20 Kilometer ab und für Hameln und alle über Altenbeken verkehrenden Stationen, also für Paderborn, Soest, Herford, Detmold, Minden und Bielefeld sogar um 48 Kilometer. Der Weg führt von Altenbeken ab über Warburg, Arolsen, Corbach, Hcrzhausen und Frankenburg nach Marburg, wo für diesen 12.46 aus Hannover über Hameln fahrenden Eilrug der Anscl-iuß an den 12.43* von Hannover über Kassel verkehrenden Eilzug Nr. 72 erreicht wird, der 8.61 in Frankfurt a. M. eintrifft. In umgekehrter Richtung wird an den 8.50 Dorrn, von Frankfurt abfahrenden Eilzug Nr. 71 angeschlossen, welcher über Kassel 5.06 in Hannover ist, während Hamwver über W.arbura, Marburg, Altenbeken, Hameln 5.29 erreicht werden würde. Auf der 108 Kilometer. langen Nebenbahn-Strecke Warburg—Marburg halten die Züge jetzt aus 29 Stationen. Der Eilzug dagegen braucht nur aus den wenigen oben genannten Stationen zu halten, und dadurch wird die Fahrtzeit so erheblich verkürzt, daß die Anschlüsse in Marburg erreicht werden, ohne daß die für Nebenbahnen zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten zu werden braucht. Da die Strecke Hannover— Frankfurt über. Kassel im Sommer stets sehr überlastet ist, so dürfte angesichts der großen Vorteile, welche diese Verbindung ür eine ganze Reihe von Städten bringt, die Eisenbahnverwaltung diesem Plane freundlich gegenüberstehen. Es kommt binzu, daß dadurch auch das landschaftlich so überaus schöne Edertal dem Fremdenverkehr mehr und mehr erschlossen wird und daß der Bau der großen Edertal sperre, je mehr er fortschreitet, als vielleicht das interessanteste Bauwerk, welches seit Bestehen des Reick?es geschaffen worden ist, erheblich auf die Verstärkung des Fremdenverkehrs wirken wird.
Eine wichtige Entscheidung wurde am gestrigen Freitag über die Erwerbung des .Unter st ützungswohn- itzes von dem Kreisaussckwß Mainz erlafscn. Der zweijährige Interstützungswohnfitz ist in der neuen Novelle um ein Jahr verringert worden, so daß ein dreijähriger AufeMhalt an einem Orte genügt, um den Unterstützungswohnfitz zu erringen. Die Novelle trat am 1. April 1909 in Kraft. Es handelte sich mm darum, ob sie rückwirkend sei. Das Ministerium hatte sich auf den Standpunkt gestellt, daß bei den diesiäl-rigen Wahlen noch nach dem alten Modus des vierjäl)rigen Aufenthaltes zu verfahren fei, überließ aber die Entsck-eidung den Verivaltungsgerichten. Bei einigen Wahlen, so in Weisenau und anderen hessiselien Orten, wuroe bei den vor einigen Tagen statt gefundenen Gemeinderatswahlen nack) dem 3 jährigen neuen Modus verfahren. Auch die Bürgermeisterei -Bretzenheim hat auf Grund des 3 jähr. Unter- stützungswolmlivgesetzes ihre Wählerlisten zum Gemeinderat aufgestellt. Ter Fabrikarbeiter Wendelin Karl Schneider und zwei Genossen haben, weil sie in die Wählerlisten nicht aufgenommen wurden, rechtzeitig Rekurs beim Kreisausschuß eingelegt. Schneider und die beiden anderen Arbeiter hatten vorübergehend in anderen Orten der Umgegend gewohnt. Der Kreis- ausfck)uh entschied, daß Schneider in die Wählerliste aufzunehmen fei, wahrend der Rekurs der beiden anderen Arbeiter als mibe-» gründet abgewiesen wurde, weil sie keine vollen drei Jahre am Ort seßhaft gewesen seien. Nach Ansicht des Kreisausschusses kommt eine vorübergehende Abwesenheit eines Bewohners nicht in Betracht, es'-gfenüge ein 3jahriger Aufenthalt und auf Grund der neuen Novelle müsse ein solcher Wähler in die Wahlliste zum Gemeinderat ausgenommen werden! Der 4 jährige Aufenthalt komme nicht mehr in Betracht und sei auch nicht mehr notwendig!
*♦ Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ist gemeldet aus: 1. Neubarnim, Kreis Oberbarnim, Regierungsbezirk Potsdam, bei Händlervieh; 2. Bodschw-ina- ken, Kreis Goldap, Regierungsbezirk Gumbinnen, bei Häno- lervieh; 3. Kottmitz, Kreis Breslau, Landgerichtsbezirk Breslau, bei Händlervieh; 4. Limbach (Schlachthof), Amtshaupt- mannschast Chemnitz, Königreich Sachsen, am 12. Okt. 1910.
4 Lich, 14. Ott Die Er g ä n z un g s w a h l zum Gemeinderat ist auf den 18. d. Mts. festgesetzt. Außer den drei ausscheidenden Gemeinderatsmitglieoern sind noch drei weitere Kandidaten aufgestellt worden.
ck. G r ü n b e t g , 14. Okt. Wegen des in der Tonnerstag- mrmmer bereits telegraphisch gemeldeten Brandes auf dem Wart - hofe , hat vergangene Nacht die Feuerwehr wieder eine Feuerwache von 20 Mann mit 1 Spritze auf die Brandstätte gesandt, da bei dem herrschenden Sturm Gefahr für die anderen Gebäude entstehen fonitie. Verbrannt find die große Hossck>cuer mit etwa 200 Fudern ungedrosck>encm Korne, dem größten Teck der Grummeternte, 2 Waggon Thomasmehl, sowie einer Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen und Pflüge. Auch der große Pferdestall ist bis auf die steinernen Mauern niedergebrannt. Vieh ist nicht verbrannt. Es liegt sicher Brandstiftung vor. Bereüs im Dezember vorigen Jahres brannte die große Feldsckxuer infolge Brandstiftung ab. Ter Packst er Fritz Sohrmann ist versichert.
n. Schlitz, 14. Okt. Gräfin.Marie, genannt von Görtz, die dritte Tochter des Grafen Emil von Schlitz, hat sich mit dem Grasen Heinrich vonLuxburg, kgl. bapr. Hauptmann im Generalstab in München, verlobt.
g. Büdingen, 14. Okt. Es könnte auffallend erscheinen, daß Zar und Großherzog [ämtiiaje Standes- herren Oberhessens mit ihrem Besuck) beehrt haben mit fast alleiniger Ausnahme unseres Fürsten. Man wird nidjt fehl gehen, wenn man den Grund in umfangreichen baulichen Veränderungen im hiesigen Sck)losse sucht, die eine würdige Ausnahme hoher Gäste fast unmöglich macksen. Daß keinerlei Verstimmungen obwalten, geht sck)on daraus hervor, daß die Fürstin-Mutter Bertha aus morgen nach Schloß Friedberg zu Gast gebeten ist.
= Bad-Nauheim, 14. Okt. Bis zum 13. Okt. sind 3 28 48 Kurgäste angefommen, wovon an genanntem Tage noch 1558 anwesend waren. Bäder wurden bi6 znm 13. Oktober 432 600 abgegeben.
X Bad-Nauheim, 14. Ott Unsere Kurkapelke (Win- derstein-Orchester) gab gestern abend im neuen Konzerthaus ihr Ab schied s ko nz er t, wobei besonders Kapellmeister S t e i n m a n n, der im Laufe des Sommers die meisten Konzerte dirigierte, geehrt wurde. Heute und morgen sind nochmals Konzerte der Hanauer Ulanenkapelle, und damit schließt morgen offiziell die Saison.
Doch bleiben viele Badehäuser und der Lesesaal im Kur.» haus vorerst noch geöffnet Auch das neue Kolonaden^ Kaffeehaus soll erst un Dezember geschlossen werden. Man kann das als einen allmählichen U eher gang zur Winterkur betrachten, die auch bei uns nicht mehr lange ausbleiben wird.
# Wetzlar, 14. Dftbr. Das bekannte Hotel Kalt wasser stand schon lange unter dem Zeichen deS Zwangsverkaufs. Belastet ist eß mit 35 000 Mk. an erster Stelle für die Kreißfparkasfe Wetzlar, 65 000 Mk. für die Sparkasse Niederkleen an zweiter Stelle und 37 000 Mk. an dritter und vierter Stelle, darunter zur letzten Stelle für die Brauerei Waldschmidt nut 15 000 Mk. Diese bot heute im ZwangSversleigerungSteruün als Höchstbietender für daS Anwesen 100 000 Mk., jo daß 37 000 Mk. Hypotheken glatt ausgefallen sind.
X ForsthauS Winter st ein, 14. Ott Der Gro ßh. Förster Frank, ein Veteran von 1866 und 1870/71, der in Touristen kreisen weit und breit bekannt ijt, ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Sein Nachfolger wurde Forstwart Bormuth-Bad-Nauheim.
(ßcrid)tsfaaL
München, 14. Ott. Das Oberkriegsgericht Pest Ersten Armeekorps verhandelte heute als Berufungsinstanz gegen ben Infanteristen Ludwig Hoegerle, den das Kriegsgericht am 9. August wegen Raubmordes an der Gesck)äftsinhaberül Vierer zum Tode verurteilt hatte. Das Oberkriegsq gericht hob das Todesurteil auf und erkannte nur wegen Verbrechens schweren Raubes und Todschlages zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Eisenbahnunfälle.
Lindau, 14. Okt. Der in der vergangenen Nacht von München kommende Schnellzug 12 6 ist auf den Güterzug 2125 aufgefahren. Die Lokomotive und der Postwagen des Schnellzuges, sowie sechs beladene Güterwagen und der Packwagen des Güterzuges wurden beschädigt. Fünf Per- onen wurden leicht verletzt, konnten jedoch die Reise ortsetzen. Der Sck)nellzug hatte eine dreistündige Ver- p ä t u n g. Der Verkehr wird aufrecht erhalten. Eine Unter* suchung ist eingeleitet.
Frankfurt a. b. O., 14. Ott. (Amtlich.) Am Freitag früh lUhr überfuhr in Wellmitz der Eil g üterzug 6 05 5 das Haltesignal; er fuhr auf den Güterzug 7 7 3 9. Der HllfSbreinser Treschenschi aus Frankfurt a. d. O. war tot der Packmeister Kitzler aus BreSlau wurde schwer verletzt. Die Lokomotive und zwölf Wagen wurden zertrümmert. Der Betrieb auf beiden Gleisen wurde auf acht Stunden gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten.
Kleine Tagcschronik.
Der „Lokalanzeiger" meldet aus Warschau: In Kokhlki im Kreise Rylek sind qegenL 0 Oföebäubeniebergebrannt Bei einem weiteren in Palowka ausgebrochenen Feuer fanden lü Personen den Tod in den Flammen.
Die Blätter melden aus Petersburg: Der intern nationale Hochstapler Margulin, der demnächst der Berliner Polizei ausgeliefert werden wird, hat dem Chef der russischen Geheimpolizei ein umfangreiches schriftliches Geständ- n i s zugeschickt. Darin gibt er eine große Reihe von Schwindeleien zu, die er in mehreren Städten Europas, insbjesondere auch in Berlin, begangen hat. Margulin versichert, daß seine Begleiterin, Fräulein Fröhlich, nur fein zufälliaes Opfer und keine Helferin sei. Sie habe ihn für einen reichen Amerikaner gehalten, und seine Vergangenheit nicht gekannt.
Aus St. Nazaire wird gemeldet: Der Dampfer „V i l l e d e R o ch e) o r t" ist bei der Insel Noirmoutier gesunken. Von der 2 tMann starken Besatzung des Dampfers konnten nurdreiMann durch den spanischen Dampfer „Peveril" g e - r e t te t werden. Der Untergang des Dampfers wurde durch Zusammenstoß mit dem spanischen Dampfer „Peverll" bei* ur sackst.
ßanfccL
Verein Deut scher Eisengießereien. Die Niederrheinisch-westfälische Gruppe der Handelsgießereien hat sich infolge außergewöhnlicher Heraufsetzung bet Rohmaterialienpreise gezwungen gesehen, die Gußtvarenpreise wenigstens einigermaßen Damit in Einklang zu bringen. Sie hat beschlossen, eine sofortige, Preiserhöhung für zunächst Mk. 2.— pro 100 Kilogramm oder 10 % auf die Stückpreise eintreten zu lassen.
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