160, Jahrgang
Viertes Blatt
Nr. 60
Samstag 12. März 1910
Erscheint tii-Nch mtt Ausnshme btl Genntsgi.
Die „Siebener Zamlliendlätter" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das '.«rei,blatt für teil Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Lanöwtrttchattlichen Seit- fragen" erfchemen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
8!otahon«brurf und Verlag der vrüblichen UnwersilätS - ®ud>- und GtcmbrudercL R. Lange. Gießen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- strotze 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 113. Tel.-Adr^2lnzeigerGietzen.
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Aus eine Eingabe des Bürgervereins wegen einer anderen Regelung der Schulferien hat das Ministerium mit- geteilt, daß es ohne weiteres und ohne Befragung der bc> teiliglen Kreise nicht angängig sei, die 1903 mit Zustimmung des übergroßen Teiles der Eltern beschlossene Gießener tfcneip- ordnung wieder umzuändern. Die Gleichstellung der Volks- schulen mit den höheren Schulen bezüglich der Fertendauer könne nur durch besonderes Gesetz ersolgen. Die Verfammlung nimmt diese Mitteilungen zur Kenntnis.
Verschiedene?.
Eine Anzahl von Arbeiten und Lieferungen werden gerne',; den Ausschußvorschlägen vergeben, z. T. freihändig. Die Traßlieserung für die Kanalisation erhält der seitherige Lie- seranl zu den gleichen Preisen wie seither. Auch die Fuhr- leislungen werden, soweit dieselben Angebote Vorlagen, den seit- heiigen Fuhrleuten wieder übertragen, während im übrigen Ausschreibung erfolgen soll. Die Ausbesserung des Asphaltbelags wird zu den seitherigen Preisen an K. Rübsamen vergeben. Ebenso wird die Lieferung der Röhren, Schachtkasten usw. |ür die Kanalisation den seitherigen Lieferanten übertragen.
Dem Gesuch des jetzt 76 Jahre alten Feldschützen Wenzel um Versetzung in den R u h e st a n d wird vom 1. April d. I. ab unter Anerkennung seiner langjährigen (42 Jahre) treuen Dienste und Geivährung von 1440 Mk. Ruhegehalt entsprochen.
Die zahlreichen vorliegenden Gesuche um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb werden, da zum Teil persönliche Angelegenheiten der Gesuchsteller zu besprechen sind, in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen.
11. 2" ii.
12. । 7**1
Sitzung der Stadtverordneten.
(Schluß.)
Gießen, 10. März.
Die weitere Besprechung über die
Wiederherstellung von Straßen
nahm folgenden Verlauf:
Stadtv. D a b e n i ch t tritt für die Herstellung der West-Anlage zwischen der Gailsuß'schen Besitzung und der Neustadt ein.
Stadtv. Wallenfels teilt die Wünsche der Stadtvv. Troß unhsDr. Biermer, möchte aber aus finanziellen Gründen den vorliegenden Plan angenommen wissen.
Stadtv. W i n n spricht sich ebenfalls für die Herstellung der Rodbeimer Straße und der Wolkengasse aus, fordert ferner die Befestigung der großen Mühlgasse und Besserung des Zustandes vor dem Eisenbahnübergang nach der Friedrichstraße. In der Lonhstraße solle man wenigstens den Bürgersteig Herstellen. Man solle in Zukunft den Stadtverordneten vor der Beratung ein Verzeichnis der geplanten Arbeiten geben, damit sie. sich unterrichten könnten. Eventuell könne die Herstellung der Süd-Anlage noch einmal zurückgestellt werden.
Stadtv. Gabriel empfiehlt die Befestigung des nördlichen Bürgersteiges der Rodheimer Straße mit Gail'schen Klinkern oder Zementplatten. Die Lausanschlüsse für die spätere Kanalisation können jetzt schon angelegt werden. Auch seien die Zustände an dem Lagerplatz an der Friedrichsstraße zu verbessern.
Der Vorsitzende teilt mit, daß letzteres schon in nächster Zett geschehen werde.
Stadtv. Sann tft ebenfalls für die Verbesserung der Rodheimer Straße und will weiter den Schissenberger Weg zunächst des Eisenbahn-Ueberganges verbessert haben.
Beig. Georgi führt aus, man sei gewiß allseitig damit einverstanden, daß alljährlich mit einem gewissen Betrag für Stroßenherstellungen gearbeitet und der vorgesehene Betrag nicht erhöht werde. Es seien heute Wünsche laut geworden, die durchaus berechtigt seien. Da es aber nicht angängig, jetzt kurzer Hand über neue Straßen zu beschließen^ beantrage er, chie Sache xur nochmaligen Beratung an den Ausschuß zu verweisen. Mit der Verbesserung der Rodheimer Straße dürfe nicht bis nach Fertigstellung der Kanalisation gewartet werden.
Stadtv. Plank hält die Herstellung der Hammstraße mit Kleinpflaster angesichts des dortigen starken Verkehrs nicht für zweckmäßig, tote der Zustand des jetzt schon gepflasterten Stücks beweise. Er halte für die Hammstraße die Platten, wie sie in der Bahnhofstraße verwendet wurden, für zweckmäßiger.
Der Vorsitzende führt die schlechten Stellen in der Hammstraße aus den schlechten Untergrund zurück und bemerkt, daß die Plattenpflasterung dreimal mehr koste wie Kleinpflaster.
Stadtv. Em melius tritt für Rückverweisung an den Ausschuß ein und begrüßt es, daß der vorgesehene Betrag geringer als im lausenden Jahre ist. Mit Rücksicht aus die bevorstehende Kanalisation solle man sich b^üglich der Rodheimer Straße noch behelfen.
Stadtv. Krumm beantragt, für dieses Jahr die Süd-Anlage, die Licher Straße und den großen Steinweg zu streichen und dafür die Rrchheirner Straße, die Wolkengasse und die Lony- straße herzustellen.
Stadtv. W i n n will den vorgesehenen Betrag heute bewilligt und die herzustellcnden Straßen später festgesetzt haben.
Stadtn. Gabriel tritt für den Antrag des Berg. Georgi ein und hält für die Hammstraße das vorgesehene Kleinpflaster für zweckmäßig.
Der Vorsitzende meint, man solle die bestehenden Mißstände nicht übertreiben. Was jetzt als besonders schlecht geschildert werde, sei noch vor 6 Jahren der normale Zustand gewesen.
Stadtv. Heichelheim tritt für die Süd-Anlage ein, die bei Regenwetter in geradeso schlechtem Zustande sei wie die Rodheimer Straße.
Nach Annahme eines von Stadtv. Emmelius gestellten Schlußantrages spricht Stadtv. Simon für alsbaldige Verbesserung der Rodheimer Straße und Stadtv. Habenicht nochmals für die West-Anlage.
Stadtv. H a u b a ch will die Senckenbergstraße für dieses Jahr gestrichen haben und in der West-Anlage längs den Häusern einen gepflasterten Fußsteig angelegt haben.
Der Vorsitzende bittet, von letzterem Vorschlag abzu- sehen. Es sei beabsichtigt, die Fahrbahn an die Häuser zu verlegen, was 50 000 Mk. erfordern werde. Die Herstellung der Fahrbahn in der Süd-Anlage, die 31 500 Mk. erfordert, könne vielleicht noch einmal zurückgestellt werden.
Beig. Georgi meint, man solle mit der West-Anlage noch bis zum nächsten Jahr warten und sich einstweilen mit einem guten Sandbankett begnügen.
Hieraus wird beschlossen, daß sich der Ausschuß unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Änderungen noch einmal mit der Sache befassen und entgültig darüber beschließen soll.
Es sollte also zurückgestellt werden die Fahrbahn-Befestigung in der Süd-Anlage und dafür eingestellt werden: Wolkengasse xNeupflasterung und Herstellung des Bürgersteiges, 13 000 Mark), Rodheimer Straße (Bürgersteige auf beiden Seiten) und West-Anlage (Kies-Bankett zwischen den beiden Eisenbahnübec- gängen).'
Gesamtbetrag: 65 000 Ml.
Die Herstellung eines Verbindungswegs zwischen Ebel- und Stephanstraße erfordert 12 000 Mk. Durch den Bahndamm der oberhessischen Eisenbahn wird ein 2,30 Meter hoher und 3 Meier breiter Durchgang angelegt. Die Versammlung ist damit einverstanden.
Dazu kommt noch die Herstellung der Lonystraße von der Bleichstraße aus, wofür die Koitenberechnung noch nicht vorliegt.
Auf die Frage des Stadtv. Gabriel, wodurch die Herstellung der Lahnstraße sich so hoch stelle, erwidert dec Ober- bürgermeifter, daß die Straße hochwasserscei gelegt werden soll, weshalb bedeutende Erdbewegungen erforderlich sind.
Wettere Ltraßen- und Grundllncks-inaele^enheitkn.
Es liegen einige Anmeldungen zum Anschluß an das elek- trischeKabel vor, die in Straßen liegen, bei denen die Garantiefrist Air die kürzlich erfolgten, Neuherstellungen der Bürgersteige noch nicht abgelaufen ist. Da die Anlieger der betr. Straßen vor der Aussühruna der Herstellungsarbeiten wegen etroaiger Elektriziläts- und Gasanschlüsse aesragt wurden, wird für jetzt in Gemäßheit eines früheren Beschlusses beantragt, die Anschlüsse abzulehnen. ,
Stadtv. Krumm führt aus, daß sich die Verhältnisse gegen früher geändert hätten. Man dürfe nicht so rigoros vorgehen und in bestimmten Fällen die Anschlüsse genehmigen.
Die Stadtvv. Gabriel, Löber, Ebel, Troß Petri, sowie Beig. Georgi sprechen sich ähnlich aus. Auf Antrag des Beig. Georgi wird schließlich beschlossen, die jetzt 5 Jahre betragende Ausschlußfrist aus 2 Jahre herabzusetzen und für besonders gelagerte Fälle die Möglichkeit offen zu lassen, daß durch Beschluß der Stadtverordneten auch bei kürzerer Zeit Dispens erteilt werden kann.
Da die Einfahrten über die Bürgersteige in die Hofreiten oft durch das Befahren mit schweren Lastwagen beschädigt werden, wird ein Zusatz zu der Polizeiverordnung zum Schutz der Bürgersteige beschlossen, wonach beim Fehlen bejonderer Uebersahrten Randsteiglatten anzulegen und die Bürgersteige durch Bohlenbelag zu schützen sind.
Zu dem Bebauungsplan für die Schwarzlach und das GartsÄd ist ein weiterer Einspruch wegen der nach der Main-Weier-Bahn zu beabsichtigten Vorgärten eingegangen, der nach kurzer Besprec^tng abgelehnt wird.
Schulan^legenhettea
Für die Vorschule des Gymnasiums wird entsprechend der Erhöhung des Schulgeldes an den staatlichen Anstatten das Schulgeld vom 1. April ab auf den staatlichen Satz erhöht. Für die Oberrealschule und das Realgymnasium wird das Schulgeld vom Staat festgesetzt. Bei der höheren und erweiterten Mädchenschule soll das Schulgeld unverändert bleiben.
Die Rechnung des Realgymnasiums und derOber- real sch ule für 1908 wird genehmigt. Hauptsächlich bei den Besoldungen ist eine Mehrausgabe von 18 244.49 Mk. entstanden, die — abzüglich der Mehreinnahmen am Schulgeld — zur Hälfte von der Stadt getragen werden müssen.
Für die elektrische Einrichtung im Realgymnasium wird der bereits früher bewilligte Kredit um 600 Mark erhöht, da bei der Arbeit sich die Notwendigkeit einiger weiteren Einrichtungen ergeben hatte.
An der Volksschule ist mit dem neuen Schuljahr die Errichtung von zwei neuen Klassen erforderlich geworden, da die 5. Knabenklasse und die 4. Mädchenklasse in Zukunft in 4, statt in 3 Abteilungen unterrichtet werden müssen. Man stimmt dem zu mit der Maßgabe, daß für diese Klassen zunächst zwei provisorische Lehrer angefteHt werden. Von den beiden neuen Lehrkräften soll eine katholisch sein. Seither betrug die Zahl der katholischen Lehrkräfte drei, durch die steigende Zahl der katholischen Schüler hat sich jetzt daS Verhältnis so geändert, daß ihr entsprechend auf eine Anregung des kath. Pfarramtes hin etn weiterer katholischer Lehrer anzustellen ist.
Für die Beschaffung von Schulbänken werden für Realgymnaimm und Oberrealschule, sowie für die Volksschule die nötigen Kredite bewilligt und der freihändigen Vergebung der Lieferung an die Frankenthaler Schulbankfabrik wird zugestimmt.
Der Keller im Schultz aus an der West-Anlage war seither für 20 Mk. Jahresoacht an Gärtner Schmitz vermietet. Da er öfters für Schulzwecke in Anspruch genommen werden mußte, wird dem Gärtner Schmitz ein entsprechender Pachtnachlaß gewährt. Für die Folge soll der Keller nicht mehr vermietet werden.
Im Soinmer 1910 sind 7 Lehrer stellen definitiv iu besetzen, davon eine mit einem katholischen und eine mit einem jüdischen Lehrer (letztere Bestimmung wird neu eingeführt). Zwei dieser Stellen sollen mit den seitherigen Schulverwaltern besetzt werden, während die übrigen ausgeschrieben werden. Auch die städtische Präsentationsstelle wird wahrscheinlich frei und wird dann ebenfalls ausgeschrieben.
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An Straßen-Neubauten werden beroilligt: Fußweauntersührung unter der Oberhess. Eisenbahn im Zuge der Ebelstraße . . . .
Ausbau der L a h n st r a ß e zwischen Verbindungsstraße Dammstraße—Lahnstraße und Rodhei-
Göldisah
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Sie beim Einkauf von Malzkaffee nie vergessen sollten, heißt:
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„Kathreiner". Wenn Sie nur „Malzkaffee" riokiercn Sie, an Stelle des echten Kathreiners eine minderwertige Nachahmung zu erhalten, die Geschmack noch an Bekömmlichkeit mit dem seit bewährten Kathreiners Malzkaffee zu vergleichen
verlangen, Malzkaffee weder an
20 Jahren ist. Ver
langen Sie daher stets ausdrücklich Kathreiners Malz- kaff'ee l V* Palet gibt etwa 20 Tassen und kostet nur 10 Pfg.
Kathreiners Malzkaffee ist nur echt in geschlossenen Paketen mit Bild des Pfarrer Kneipp und der Firma: „Kathreiners Malzkaffee-Fabriken*.
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