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Erlchevü MßNch mit WutRtfcme M 6emüegl, frtt w#ief$rner LarnttiendlSNer" werden dem ,ttn4fiflere otermal roöchenlltcb bdfltleflt, bat „Mrdsblal! für bti Kreil Hießen" jroctmal «ocheiullch. Die „randwtrlfchaltiichen Seit* fragen" erid)einen monatlich zweimal.
Drittes Blatt 160. ZHn,<mg
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesjen
Samslag, |0. Vezemder W
Rotettonibrucf unb Verlag bet BrühNch« UnwersuälS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Rebahion, Exveditton itnb Druckerei: Schul- ftrabe 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießeu,
2l*»> Stadt und Land.
Sieben, lu. Dezember 1910.
** Die Maul- und Klauenseuche hat gegenwärtig in Deutschland folgende Ausbreitung: Preußen! Reg.-Bez. Königsberg 76 Gemeinden (109 Gehöfte); Reg.-Bez. Gumbinnen 54 (77); Reg.-Bez. Alienstein 63 (123); Reg.-Bez. Danzig 17 (30); Reg.-Bez. Mariemoerder 146 (305); KreiS Berlin 1 (15); Reg.-Bez. Potsdam 52 145); Reg.-Bez. Frankfurt a. d. O. 18 (40); Reg.-Bez. Stettin 10 (19); Reg.-Bez. Köslin 48 (194); Reg.-Bez. Stralsund 1 (1); Reg.-Bez. Posen 620 (1355); Reg.-Bez. Brom berg 322 (625); Reg.-Bez. Breslau 29 (71); Reg.-B.z' Liegnitz 37 (96); Reg.-Bez. Oppeln 23 (51); Reg.-Bez. Magdeburg 38 (111); Reg.-Bez. Merseburg 18 (77); Reg.- vez. Erfurt 2 (2); Reg.-Bez. Hannover 2 (6); Reg.-Bez. hildeSheim 4 (12); Reg.-Bez. Lüneburg 1 (1); Reg.-Bez. Stabe 4 (8); Reg.-Bez. Arnsberg 1 (1); Reg.-Bez. Kassel 2 (2); Reg.-Bez. Düsseldorf 1 (1). Bayern: Reg.-Bez. Oberbayern 5 Gemeinden (30 Gehöfte); Reg.-Bez. Niederbayern 2 (3); Reg.-Bez. Pfalz 32 (149); Reg.-Bez. Oberfranken 29 (215); Reg.-Bez. Mittelfranken 6 (19); Reg.» vez. Unterfranken 1 (1). Sachsen: Kreishauptmann- schäft Bautzen 82 Gemeinden (81 Gehöfte); Kreishaupt- Mannschaft Dresden 23 (79); Kreishauptmannschaft Leipzig 1(1); K-eiShanutmannschaft Chemmtz' 9 (18); KrelShauplmann- schäft Zwickau 17 (33). Württ emberg: Reckarkrris 3 Gemeinden (16 Gehöfte). Baden: Kreis Freiburg 1 Ge- membe (3 Gehöfte), Kreis Karlsruhe 3 (6); Kreis Mannheim 2 (4). Hessen: Provinz Starkenburg 1 Gemeinde (15 Gehöite). Sachsen-Memingen: 3 Gemeinden (26 Ge- Hüfte). Sachsen-Altenburg: 5 Gemeinden (7 Gehöfte). Sachsen-Koburg-Gotha: Koburg 11 Gemeinden (49 Gehöfte). Anhalt: 13 Gemeinden (41 Gehöfte). Schwa rz- burg-Rudolstadt: 1 Gemeinde (4 Gehöfte). Neus; älterer Linie: 2 Gemeinden (2 Gehöfte). Neuß jüngerer Linie: 5 Gemeinden (15 Gehöfte). Lippe: 2 Gemeinden (2 Gehöfte). E l s a ß - L o 1 h r i n g e n: Bezirk Unteretsaß 1 Gemeinde (1 Gehöft); Bezirk Oberelsaß 3 Ge- memben (3 Gehöfte). — Neue AuSbrüehe der Seuche find gemeldet aus Bruck, Regierungsbezirk Mittelfranken
- WeihnachtSsonderzug nach Berlin Pots- damer Bahnhof. Am 22. Dezember wird von Frank- furt a. M. Südbahnhof über Elm—Fulda em Sonderzug gefahren, für den Rückfahrkarten mit 2monatllchcr Gültigkeit verausgabt werden. Preis ab Frankfurt a. M.-Süd: 2. Kl. Mk. 38.20, 3. Kl. Mk. 24.90, ab Hanau-Oll
2. Hl. Mk. 36.70, 3. Hl. Btt. 23.90, ab Fulda 2. Hl Mk. 30.20, 3. Kl. Mk. 19.80. Abfahrt ab Frankfurt- Tüd 840 abends. Ankunft Berlin Potsdamer Bahnhof 825 vormittags am 23. Dezember.
•• Ueber ,die Frauenschönheit im Spiegel der «un st" sprach Dr. Alfred Koeppen aus Ak.-Schreiberhau in der neuen Universikäls - Aula auf Veranlassung des Rauf- m ä n n i s ch e n Vereins und des Orlsge werbevereins. Einleitend bemerkte der Redner, wie die Schönheit als Verklärung der Wirklichkeit und Vergänglichkeit die Zeiten überdauert, Tie Frauenschonheit ist von jeher Gegenstand der Huldigung durch den Mann gewesen, dessen Wohlergehen in den tausendeilei zanen Auf- merksamkenen der Frau mubedingt ist. Die Dichter aller Zeiten Ünb ihre Lobsänger geivelen. 'Dialer und Bildhauer Haden sie nül Viusel und Aleiiel ^darzimellen gesucht. Man darf schon weit zurück- gehen, bis in die Siemzeit hinein, und man wird fniben, da» man beiirebt war, allerdings in noch roher Weise, Frauengenallen in ^-lein auszuhauen. Eril das Volk der Griechen hat es verstanden, m echt künstlerischer Schönheit die Frauengefialt zur Darslellung zu bringen. Die Pallas Athena des Phidias, die Artemis des Volyklei, die Venus von Knidos des Praxiteles sind vollkommene Dk-illeiroerfe der Bildhauerkunst, die im Ebenmag der einzelnen Körperteile und Körperformen kaum zu Übertreffen sind. Welche aicheigeivöhnliche Schulung des Auges mußte vorhanden sein, da der Pleister nur auf die Beobachtung im össentlichen Leden, m den Gymnasien und Theatern angewiesen war! Tas Volk der Römer blieb in der Kunst weit hinter den Griechen zurück, und die ersten Fahrhlinderte des Christentums, das in der Abtötung des Fleisches sein Endziel sah, können für die Darslellung der Frauenschönheu nicht in Betracht kommen. Erft die Zeit der Renaissance führte auch hierin eine Aenderung herber. Die antike Form paart sich mit christlich-nationaler Auffassung und die verschiedenen Radierungen und Kup'eriliche lassen erkennen, wie sich das Parrsuneil im Laufe der Zeiten änderte, wie sich aber auch immer mehr die Erkenntnis durchringt, da» nur eine Verbindung von physischer und psychischer Schönheit ein vollkommenes Schönheitsbild schassen kann. Die erwachende Kultur hat die Körpersormen verhüllt, aber das Kleid sollte nur Schönheilsrelief sein und keinesivegs dazu dienen, das Ebenmag der Korperformen zu stören und so der Schön- t.eil Abbruch zu tun. Gerade der Frauenschönheit ist durch d,e Lyrannin i’lobe im Laufe der Jahrhunderte biS auf unsere Zeit arg mitgefpiell worden. Es sei nur an das Nürnberger Trachtenbrld Albrecht Dürers erinnert, wo das Erhabene m das Komisch-Groteske übergeht, sowie an tue Renrockzeil und öie heute noch nicht über- lüunöene Wespentaille. Der Künuler gibt sich vieliach mit der Darstellung deS Wirklichkeitsbildes nicht zufrieden, er sucht es zu heben und zu oerklären, indem er es nach dem Gesetze dec Gegensätze malensch- bekoraliv belebt. Er konstruiert sich ferner aus der Zusammen- iassring der Emzelmerkmale fern Ideal. Auf diese Weise entstehen typische Schönheiisbilder, als welche die matronale Auffassung, die volkstümlichen Schönheristypen und das mystisch-erotische Ideal zu nennen sind. Er erhöht das Weib zum Heros. Er vergöttlicht es, indem er voransfetzt, daß die Engelsgestalt nur in der Schönheit des Weibes dargeslellt werden könne. Die Ausführungen des Redners fanden bei der zahlreichen Zuhörerschaft wohlverdienten Bei'all und wurden durch zahlreiche Lichtbtlder künstlerisch illuflriert.
LanotreiS Gieren.
Reiskirchen, 8. Dez. Heute nachmittag fand die Prüfung der Haushaltungsschule des Kreises Gießen in der Gundrumschen Wirtschaft ihren Abschluß. Anwesend war Negierungsrat Wclcker als Vertreter des Kreisamts, der hiesige Orts- und Schulvorstand, Pfarrer Lic. Gombel, die Lehrer S<l)af und Grün, sowie sämtliche Eltern der Schülerinnen. Frl. Mutschler prüfte ihre Schülerinnen über Koch- und Huushaltungsarbeit und Dr. Gengnugel über Krankenpflege. Man konnte sehen, daß sie in der kurzen Zeil nicht müßig gearbeitet hatten, daß hier vieles geleistet worden war. Allgemein wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß am Haushaltungskursus noch mehr Anteil genommen werden möge. Regierungscat Welcker dankte den Schülerinnen namens des Kreises für ihre Leistungen, hauptsächlich für die schönen ausgelegten Handarbeiten. Straßenwart Schön lobte die gute und praktische Einrichtung des Kreises und sprach Frl. Mutschler und Herrn Dr. Gengnagel den Dank aus. Nach der Prüfung ließ man sich Kaffee und Gebäcke, die pon der Schule hergestellt waren, recht gut munden.
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