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Die Zuspitzung der Nretafrage.
Aus Paris und London wird nun wieder behauptet, es sei durchaus unrichtig, daß die französische Regierung eine
2lus dem Strasprozehaurschuh.
:: Berlin, 14. Juni.
Der Strafprozeßaussckuß traf heute zmrächst die in einer früheren Sitzung ausgesetzte Entscheidung über die Ein- s ch r ä n k u n g des L e g a l i t ä t s p r i n z t p 5. § 153 nnubc durch Annahme eines Antrags der N a t i o n a l l i b e r a l e n, K o n s e r- vativen und Fr e i kon s c r v a t i v e n in folgender Fassung beschlomn.^EVertretungen kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des zuständigen Gerichts von Erhebung der Klage absehen, wenn die Verfolgung des Verdächtigen durch das öffentliche Interesse oder wegen Geringfügigkeit der Verfehlung nicht geboten erscheint. Von dieser Entschließung ist der Anzeigende in Kenntnis zu setzen. Wird die Verfolgung von bemjentgcn beantragt, der ein berechtigtes Interesse an chr hat, .so darf der Antrag nur abgelehnt werden, weil die tatsächlichen Unterlagen nicht 'ausreichcn. Ist die Klage bereits erhoben, so kann das Gericht auf Antrag der Staatsanivaltschaft das Verfahren ein- stellert: war die Verfolgung vom Verletzten beantragt, so bedarf es seiner Zustimmung. oo ... ,,3 ... .. k ...
Die Aenderungen bet den §§ 154 bis 159 stnd nicht H^Mit 8 160 beginnt der zweite Abschnitt des zweiten Buchs, über das E r m i t t l u n g s v c r f a h r e n e r st e r F n st a n z. Anzeigen strafbarer Handlungen, sowie Anträge auf Strafverfolgung können bei der Staatsanwaltschaft, den Behörden der Polizei und des Sicherheitsdienstes und den Amtsgerichten von jedermann angebracht werden. Ein Antrag G r o c b e r hierzu ist nur redaktionell, da von der Regierung erklärt wird, das; die Anzeige und. der Antrag bei jeder Staatsanwaltschaft gestellt werden kann. ! Die Worte „Anträge auf Strafverfolgung" werden aus dem Paragraphen gestrichen. Bei § 164 wird cm Antrag Gr oeber (Ztr.) angenommen, wonach bei Verbrechen und Vergehen wichtigere Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft selbst vorgcnommen werden sollen. Weiter wird, vorbehaltlich der Redaktion dieser Bestimmung, folgender vom Abg. Groeber lZtr.i beantragte § 164 a angenommen2
Zeugen und Sachverständige, welche nach den Bestimmungen des ersten Buches zur Verweigerung des Zeugnisses oder Gutachtens gegenüber dem Richter berechtigt sind, können das Zeugnis oder Gutachten auch gegenüber der Staatsanwaltschaft sowie gegenüber den Behörden des Polizei- odcr S i ch e r h e i t s d i e n st e s verweigern. Sie sind vor ihrer Vernehmung darauf hinzuweisen. Zwangsmaß- I regeln gegen Zeugen und Sachverständige stehen der Staatsanwaltschaft sowie den Behörden des Polizei- und Sicherheits- I dienstes nicht zu.
Nach § 164 wird die Beratung vertagt.
Ans Hoffen.
R.B. Darmstadt, 14. Juni. Der Sonderausi schuß für die V e r w al t u n g s g c s c tz r e v i s io n begann heute mit der Beratung des Gesetzentwurfs, die Land- gemcindeordnung betreffend, sür welche die Abgg. K o r e l l und U e b e l den Bericht übernommen haben. -Liefe zweite der sechs Vorlagen zur Vcrwaltungsgesetzrevtston umfaßt noch einige Artikel mehr, als die Vorlage über die Städteordnung, nämlich 225 und r,'t ebenfalls bereits aus dem vorigen Landtag vom Ausschuß nahezu fertiggestellt gewesen, so daß deren jetzige Ausschußbcratung nicht rnctyr allzu große Arbeit verursachen dürfte. _ Der Ausschuß beschäftigte sich heute mit den Artikeln 1—50 der Vorlage, wobei die Abschnitte über die Einrichtung der Gemeindever^ waltung, die Gemeindcverfassung, die Bildung, Umgestaltung und Auflösung der Gemeinden, die Ortssatzungen, das Ortsbürgerrecht und d<ls Wahlrecht der Gemeinden durchberaten und durch Abstimmung erledigt wurden. Bet dem Abschnitt über die Bildung und Auflösung von (Gemeinden sind neue Vorschriften erlassen worden. So ist vom! Ausschuß statt der Genehmigung durch den Landesherrn die Bewilligung der Slaatsregierung bei der Trennung' und Neubildung von Gemeinden in Antrag gebracht worden. In der Landgemeindeordnung soll nach dem Vorschlag des Ausschusses in Zukunft auch die Bildung von Ausschüssen möglich sein. Bei dem Ortsbürgerrccht ist das besondere Wahlrecht zur Gemeinde, das seither mit dem Ortsbürgerrecht verbunden war, gestrichen worden. Es soll auch über die gänzliche Aufhebung des Ortsbürgernutzens ein besonderes Gesetz in Anregung gebracht werden, in lvelchem bestimmt wird, unter welchen Voraussetzungen d.ie Ablösung des Nutzens möglich ist. Bei dem Kapitel über das Wahlrecht zur Landgemeinde wurde die Regierungsvorlage angenour- men, in welcher als Voraussetzung für die Wahlberechtigung vorgesehen ist erstens das vollendete 25. Lebensjahr, zweitens die Reichsangehörigkeit, drittens ein dreijähriges Wohnen in der Gemeinde und viertens die Gemeindesteuerpflicht. Diese vier Voraussetzungen wurden vom Ausschuß genehmigt; ein Antrag, der dahin geht, daß auch diejenigen ihr Wahlrecht zur Gemeinde ausüben können, die durch Beschluß der Gemeinde von der Steuerlcistung befreit sind, wurde abgelehnt. — Die Fortsetzung der Beratung erfolgt morgen.
R.B. Darmstadt, 14. Juni. Tie Zweite Kammer der Land'stände wird sich zweifellos gleich in den ersten Tagen ihrer Sommerberatung mit mehreren wichtigen Anregungen aus dem Hause zu beschäftigen haben. So vor allem mit der von den Abgg. Dr. O s a n n und Genossen beantragten Erklärung gegen den Borro- mäus-Hirtenbrief des Papstes und den beiden Anfragen, betr. die Veruntreuung des Notars Hubert in Oppenheim. Für beide Punkte wird bestem Vernehmen nach die Dringlichkeit beantragt und damit deren sofortige Beratung in der Vollversammlung beschlossen werden, die nach unserem Dafürhalten auch durchaus notwendig ist, jedenfalls notwendiger, als die Schnaken- Anfrage der Abgg. Molthan und Dr. Schmitt, die von der Regierung zu wissen wünschen, ob sic gewillt sei, staat- licherseits Maßnahmen zu ergreifen, um eine einheitliche Bekämpfung 'dieser Plage durchzuführen. — Der Antrag in betreff des päpstl i ch c n H i r t e n b ri e f e s ist, roic an dieser Stelle noch ausdrücklich betont sei, von sämtlichen nationalliberälen Mitgliedern der Zweiten Kammer, auch den katholischen, unterzeichnet worden. Man dars I wohl einigermaßen gespannt darauf sein, wie sich das Zentrum bei der Erörterung in der Kämmer zu dieser Mn» gelegenheit verhalten wird.
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Hauptwahl am 25. Januar
1907.
Stichwahl am 5. Februar 1907
Ersatzwahl am 14. Juni
1910
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Gambach düauberg Griedel Groß-Karben Hainchen Hain-Gründau Harheim Hausen mit Oes Heegheim Heldenbergen Himbach vitzkirchen Hoch-Weisel Holzhausen Höchst a. d. R. Ilbenstadt Ilnhausen Kaichen Kefenrod Kirch-Göns Klein-Karben Kloppeiiheim Langenbergheim Langenham in. Ziegenberg Lindheim Lorbach Maibach Massen heim Melbach Merkensritz Michelau Mittel-Gründau Münster (Kr. Friedberg) Münzenberg Nieder-Erlcnbaeh Rieder-Eschbach Rieder-Florstadt Rieder-Mockstadt
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Rieder-Mörlen Rieder-Rosbach Rieder-Weisel Rieder-Wöllstadt Oberau Ober-Erlenbach Ober-Eschbach Ober-Florstadt Ober-Mockstadt Ober-Mörlen
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Ober-Rosbach Ober-Wöllstadt Ockstadt Okarben Oppershofen Orleshausen Ossenheim Ostheim Petterweil Pohl-Göns Reichelsheim Rendel Rinderbügen Rockenberg Rodenbach Rodheim Rödgen (Kreis Friedberg) Rohrbach Rommelhausen Schwalheim Södel Staden Stammheim
Steinbach, P. Weißkircher Steinfurth Stockheim Trais-Münzenberg Vilbel Vonhausen Weckesheinr Wenings Wisselsheim Wohn b ach Wols
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siakomnieß Vertrieb unserer Abgaben, keine Betriebskapital, auch als Neben- ford. 4-500 ML iVogl«A..G.
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Mittwoch 15. Juni 1810
160. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 137
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheffen
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Die „Gießener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleg:, daS „Krtisblatt für ötn Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seid fragen" erscheinen monatlich zweimal.


