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14.5.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

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Daraus folgt -- aus die mathcrnatnchc Begründung Mfur kann icl) hier nicht eingehen, daß die Bewegungen der Hirnmels- körper nur in fturven erfolgen tonnen, die man negetfcpmtte nennt.

Denken wir uns die Mantelfläche eines geometrischen Kreis- kegels von einem beliebigen Punkt aus parallel der Grundfläche durchschnitten, so erhalten wir eine KretS- Itnic. Ter Kreis ist also ein Kegelschnitt. Denken wir uns von demselben Punkt aus einen Schnitt schräg nach unten gelegt |o erhalten wir eine langgcftrcdtc geschlossene Knrve, die bekannte E 1 - lipfe, die also ebenfalls ein Kegelschnitt i|L Es ist lercht etn;u,ehen, daß durch den einen Punkt viele solcher schräg nach unten ge­richteter Schnitte gelegt werden können unb deshalb viele Ellipsen möglich sind. Je schräger der Schnitt geführt wird, um io langgestreckter werden die Ellipscit. Geht man bannt immer weiter, so kommt man enblich zu einem Schnitt, bet parallel zu der dem Punkt gegenüberliegenden.Seitenlinie verläuft Dadurch

u. a. die Minister Sydow, Dr.Beseler, v. Arnim.v H^rmgen und v Breitenbach, die etaatdirfrctarc Delbrück und ^rnvurg, außerdem Graf Zepvelin unb eine Aniabl von Mitgliedern des Reichstags unb des Abgeordnetenhauses teilnahmcn Der Reichskanzler erwiderte nachmittags in der ameritannchen, Botschaft den Besuch Roosevelts.

Theodore Roosevelt begab sich heute vormittag in Begleitung des Oberbürgermeisters Kirschner nach Buch, wo, er die U ad- tischen Los vitaler, die siechenhauser und die 3 r r c n a n ft a 11 besichtigte.

Vie Kometen unb ihre Erforschung.

Bon F. Markert.

I. _ .

Die Wiederkehr des Hallcyschen Kometen unb das überraschende Erscheinen eines neuen großen Kometen Ende ^anuar, meie^ Jahres haben das große Interesse, bas man d'eftn merkwürdigen Himmesskörpern von jeher entgegengebracht hat, mächtig seitetgert. 55 erscheint darum wohl angebracht, an dm er «teile einmal, eine Zusammenstellung dessen zu geben, was wir z. Z. von der ^orm and der Natur der Kometen wissen, unb bie Hilfsmittel zu be­sprechen, bic der modernen Astronomie zu ihrer Erforschung zur Verfügung stehen. Ich batte mich dabei im wesentlichen an meinen am 11 Mai d. I. in der Oberhesnfchen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde gehaltenen Vortrag, nur muß ich hier.leider auf die dort gebotene Attfck>auung durch Lichtbilder und Vorführung einiger einfacher Apparate verzichten.

Td) aebc bei meinen Betrachtungen von der Erscheinung des Januarkömeten, des sog. Kometen 1910a, aus, weil ich annehme, daß alle, oder doch die meisten, die sich dafür mtere)fierten, ihn gesehen unb beobachtet haben.

Die erste Frage, bie sich und bei feinem plötzlichen Erscheinen aufbrängte, war wohl bic : Wie kommt es, daß man bie,en Kometen nicht ebenso voraussagen konnte wie ben Dalleyschen, beffen er­scheinen schon vor vielen Jahrzehnten für ben Anfang des wahres 1910 angetünbigt worden war? .

Durch das Gravitationsgefetz, das Newton im Jahre 1681 veröffentlichte, «wissen wir, daß alle Bewegungen der Himmels­körper durch ihre gegenseitige Massenanziehung bestimmt und ge­regelt werden. Die Körper ziehen sich gegenseitig im Verhältnis ihrer Massen unb im umgekehrten Verhältnis zum Quadrat ihrer

Roosevelt und kein Ende.

Der.Dekan der philosophischen Fakultät in Berlin hat . sich bei der Roosevelt-Feier die humoristische Feststellung nicht entgehen lassen, daß der frühere Präsident ein ,^L.emo- trat vom reinsten Master" sei und dennoch dem sreund- schastlichen Veriehr mit einem Monarchen zuneige. In der Tat, der amerilanische Demokrat hat sich auf feiner Reise als ein Hofgänger großen Stiles gezeigt In seinem von uns ausführlich mitgeteitten Vortrag hat er nach den Berichten in der Berliner Presse auch ge­jagt, baß es Tags zuvor bei der Truppenbetfchtigung unter freiem Himmel dememinentesten aller Pro- THforen" gehört und über das Tun unb Dassen seines kaiserlichen Freundes fast wöchentlich Berichte ent- aegengenommen habe. Diese plumpen Schmeicheleien sollen nach denselben Berichten mit Heiterkeit hingenommen wor­den fein. Ter Kaiser hat dem Amerikaner allerdings die sichtbarsten Zeichen seiner Freundschaft erteilt: er hat ihn mein Freund Roosevelt" genannt und ihm nach der Vor­lesung 4 Bilder des Geschichtsmalers Knötel geschenkt. Roosevelt hat, wie der Ansprache des Berliner Rektors zu entnehmen war, eine be,andere Vorliebe für bie Ge- schichte. Man höre, wie er als Ehrendoktor gefeiert wird. In dem Diplom heißt es im wesentlichen:

Theodore Roosevelt, der, von Ahnen abstammend, die an der Mündung des Rheines saßen, auf amerikanisch.m unb beutschen Schulen vorgebilbet, ein ausgezeichneter schiller bcr Harvard Universität wurde, dec, nicht nur ein Jäger, sondern auch em Naturforscher, die Landschaft und die Fauna ferner Heimat wifsen- schaftlich genau unb künstlerisch schön schilberte, der als patr^ otischer Bürger und unbescochmer Richter die Einrichtungen, Litten und Helden'seiner Nation mit geschichtlichem öinn und praktischem Blick erfaßte und vortrefflich darstellte, demrauhen Retter , der tapfer gegen die äußeren Feinde, tapferer gegen die inneren Ausbeuter zu Felde zog, dem unparteiischen, unbeugfan^n, wahr- heits- unb barum wissenschaftsliebenben Manne, dem Besorberer des Gelehrtenaustaufches, bem innerhalb und außerhalb feines Vaterlandes höchstgeschätzten ehemaligen Prafidenten der Ver­einigten Staaten verleiht die philosophische Fakultät der Uni­versität Berlin die Doktorwürde h. c."

Inzwischen sind bic F c st es f en fortgesetzt worben, tote folgende halbamtliche Meldungen besagen:

Heute mittag fand bei dem amerikanischen Bot­schafter zu Ehren Roosevelts ein Frühstück ftatt, an dem

Sternwarten. .

Leider lassen aber die iFernrohre ben Astronomen bei ber Kometenforschung wegen ber im allgemeinen geringen Lichtstärke ber Kometen meist im Stich. Es ist Ihnen ja bekannt: yc stärker bie Vergrößerung bei einem optischen Instrument, sei es Felbstechcr, Mikroskop ober Fernrohr, befto geringer ist bic Lichtstärke. Aus biesem Grunbe finb bei ben sehr großen und hellen Kometen starke Vergrößerungen anfvenbbar, aber bei ben kleineren nicht. Man verwendet hierzu deshalb ganz besondere Fernrohre, die man Kometenfucher

Sie haben bei mäßiger Vergrößerung eine möglichst große Licht­stärke, und aus ber daburch bebingten Art ihres Baues, große, Linsen unb kurze Brennweiten, erklärt fick ihre kurze unb bicke Form, bie sie sofort von ben gewöhnlichen Fernrohren unter-, scheibet.

Viel wichtiger ist das Fernrohr bei ber Kometenforschung in Verbinbung mit ber Photographie, unb bic großen Erfolge der letzten Zeit find in erster Linie biefer Verbinbung zu uerbantea., Die Vorteile ber photographischen Platte bestehen darin, daß sie vor allem viel lichtempfindlicher ist, als das menschliche Auge und z. B. gewisse Lichtstrahlen zu erkennen vermag, die das Auge überhaupt nicht wahrnimmt.

Weiter hat die Photographie den großen Vorzug, daß sie; die einmal gemachten Beobachtungen im Bilde festhält unb so noch nach Jahren gestattet, sie nachzuprüfen unb mit anderen, zu vergleichen.

Tie Lanbhabung ist ziemlich einfach. Es wird an dem vor-, deren Ende, dem Okularende, eines lichtstarken Fernrohres, eine

Pfingsten.

Gtetzen, 14. Mat.

Das Pfingfterlebnis ber Apostel ist int Laufe ber kirch lidfen Geschichte mit vielerlei Auslegungen bekleidet toor den, unb es würde kein Schaben sein, wenn bas über wuchernbe Geäste toicber beseitigt würbe. Die reine Lehre der christlichen Tat steht uns höher als abstrakte Unter­suchungen über bie göttlicheDreieinigkeit". Mit ber Ge­dächtnisfeier ber Ausgießung bes heiligen Geistes feiern wir auch bas alte heibnische Frühlingssest, unb bie gütige Natur, bie uns mit Pfingstwunbcm umgibt, erneuert auch die guten Triebe im Menschen selbst. Es brängt uns nicht danach, bic wissenschaftlichen Grundlagen ber Apostel­geschichte eifervoll zu roenben unb zu betasten, wir lassen eS uns genügen, baß bic christliche Gemeinschaft burch bie Jahrhunbcrte siegreich geblieben ist unb baß die Hoffnung auf ihre innerliche Läuterung heute sich freudiger erheben darf als je. Daß heute religiöse Fragen im Volke mit großem Ernste, ohne die Leidenschaftlichkeit bes zerstören­den Unglaubens, allenthalben erörtert werben, ist kein schlech­tes Zeichen der Zeit. Es war nicht der unbedeutendste Ge­danke in bcr Berliner Rede Roosevelts, daß er mit einem Achselzucken überunfruchtbare, intell.ktuellc Verflachung" theologischer Systeme der Vergangenheit meinte, nie hätten mir ein höheres unb feineres religiöses Bedürfnis gehabt, als in ber Gegenwart. Wenn wir heute burch bic neu erwachten Frühlingögesildc gehen, verkündet sich uns her lyciligc Geift nicht mehr mit feuriger Zunge, weit eher ist cs ein stilles Bekenntnis, das uns wieder zu neuem Glauben e rmuntert. Die Vielseitigkeit unserer Weltkultur, bie Roose­velt lobte, bcr beständige Ausgleich durch bie geistigen unb materiellen Verkehrsmittel, hat in bie düsteren Mauern kirchlicher Gewaltpolitik Breschen gelegt: wir sind alle, ob wir' gewollt ober nicht, in kirchlicher Hinsicht etwas toleranter geworben. Daß eine gewisse wissenschaftliche Orthodoxie dagegen weite Felder besetzt hat, ist freilich eine weniger erfreuliche Gegenseite.

Auck) wir glauben es, mit Roosevelt, nicht, daß unsere Qnltur untergehen wird, aber wir hoffen auf ihre Fort- bilbung, die weniger in der Richtung mechanischer Hilfs- mittel, als in der Abkehr von versteinerten Theorien liegen muß. ' Wir können mit unserem menschlichen Geiste die Dinge nur in Beziehungen zueinander setzen, den Urgrund jefttft werden wir nie aufrollen und uns aneignen können. -Rephiftos Wort muß uns zur Besinnung bringen:Ich lag es dir, ein Kerl, ber spekuliert, ist wie ein Tier, auf dürrer Heide von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt, unb rings umher liegt schöne grüne Weide." Nie werden mr dieser Wahrheit uns. inniger bewußt werden, als gerade u Pfingsten. Unmittelbar aus unserer Sinne Wahmeh-

ntungen und aus Regungen des Gemütes haben wir Wahr­heit unb Erkenntnisse zu "schöpfen, bic wertvoller für unsere Kultur finb als bürre Abstraktionen.

Wie könnten wir je burch einen logischen Schluß bie Meisterkraft ermessen, bie in wenigen Tagen aus des Win­ters Armen all die Wunderpracht des Frühlings weckt? Was können des menschlichen Verstanbes kleine Schritte gegen bas Gefühl bcr Ehrfurcht, bas sich in uns regen muß, bei bem Gedanken, wie wenig wir doch in diese Schöpferwerkstatt hineinblicken können? Doch ist diese Welt der Blüten unb Düfte, des Grünens und Jubilierens nicht danach geschaffen, uns verzagen zu lassen. Mit dem frommen Schauder vor höherem Wa.ten empfangen wir auch die Verheißung neuer Freuden, neuen Glückes! Der Pfingst- geist im Maien redet in lieblicher Sprache, er ist ein Sieger über alle Schatten der Vergangenheit unb erfüllt mit neuem Vertrauen für bic Zukunft.

Die Preiserhöhung für Tabak in Frankreich.

O Paris, 13. Mai.

Der Preisaufschlag aus Tabak und Big ar- ren der vom Samstag an zur Herstellung des Gleich­gewichts im Budget nach-den vom Parlamente genehmigten Vorschlägen des Finanzministers Coch er v in Kraft tritt, hat eine "kleine Revolution hervorgerufen, da dadurch wieder tief eingerissene Gewohnheiten in unangenehmer Weise ge­stört und die kleinen Ausgabe-Budgets der Einzelnen sehr stark erhöht werden. Alle T a b a k s - F a b r i k e n w er­den feit Tagen geradezu geplündert da sich jeder vor der Preiserhöhung noch nut möglichst großen Vorräten versehen will. Die Tabak Manufakturen liefern aber, entweder, weil sic es nicht können, oder vielleicht auch aus Berechnung, weitaus nicht hinreichend für den plötzlich gesteigerten Bedarf, so daß in den ^aval- unt Zigarren-Sorten, die von der Erhöhung besonders betrof en werden, wirklicher Mangel herrscht. Die allerbilligsten Arten für den ganz kleinen Mmm werden allerdings un­berührt gelassen; aber schon die Tabake und Zigarren, die für den bescheidensten Mittelstand zum Verkaufe gestellt werden, müssen sich Erhöhungen von L> bis 25 Proz. gefallen lassen. Das will etwas heißen bei dem so wie so schon hohen Preisstanbe der Rauchprodukte des Monopols. Der Fiskus wirb allerdings die ersten zwei Monate nicht nur keine Einnahmen-Erhöhuna, sondern sogar eine Ver­minderung zu verzeichnen haben, da, tote bemerkt, das Anlegen von Vorräten seitens der Raucher in groBtem Maßstäbe erfolgte. Und ob später die erwarteten tfnschnssc zur Deckung des Fehlbetrages im Budget sich ergeben wer den, bleibt auch noch recht zweifelhaft, da höchst wahr­scheinlich viele Personen, die bisher bessere horten rauchten, zu denen von der neuen Preiserhöhung nicht betroffenen Arten greifen werden.

Inzwischen suchen aber alle hohen Beamten der Tabaks monopol-Vcrwaltung dem Rancherpubülum durch gefällige Interviewers den neuen Stand der Tinge mundgerecht zu machen. Man erfährt da manches Interessante. So u. a., daß die Regie ungefähr fünfzehn Sorten französischer Zigarren, dagegen zweihundert Typen fremder Zigarren verschleißt. Diese letzteren führen oft bic außergewöhn- lichsten Namen, deren sich der Volkswitz bemächtigt hat, der das hochtönende Spanisch oft sehr treffend verspottet Dia teuerste Sorte, die in Frankreich von Havana Zigarren auf ben Markt komml, ist diePrincc de Monaco" betitelte, von ber das Stück sechs Francs tostet. Im vorigen Jahre sind davon sechstausend verkauft worden. Von den Typen 1 in Preislagen von zwei vis fünf Francs gibt es ein gutes Dutzend. Die Monopol-Verwaltung läßt lockend vertunden, ; daß sie auch Neuerungen bei dieser Gelegenheit eiiiführt, . so eine in Frankreich hergcstellte Zigarre aus reinem Havanatabak, die 40 Centimes kosten soll, daß sie ferner . für eine trotz ihrer Güte vernachlässigte kleine Zigarre LReinita" den Preis statt zu erhöhen, sogar um » Sen«

Kennt man die Länge ihrer elliptischen Bahn unb bie Geschwindigkeit des Kometen, so kann man den Zeitpunkt ihres Wiedererscheinens Voraussagen. Bei Parabclbahn ist das natürlich ausgeschlossen.

In der Fläche, bie eine Ellipse umschließt, gibt es zwei be- sonbere Punkte, bie man Brennpunkte nennt: eme Be­zeichnung, bic aus der Optik stammt. All- Punkte einer Ellipie haben die Eigenschaft, baß ihre Entfernu. gen von ben beiden Brennpunkten zufammengenommen, tzets bicielbe Grötzc haben.

Die elliptische Bahn eines Himmelskörpers, z. B. eines periodischen Kometen liegt nun stets so, daß bie -sonne ben einen ihrer Brennpunkte bildet. Dabei ist leicht einzu,ehen, batz das Gestirn einmal der Sonne ganz nahe kommt, in allen übrigen Punkten aber Wetter von ber Sonne entfernt ist.

Auch bie Parabel hol einen Brennpunkt, in dem die Sonne

Der Punkt der größten Sonnennähe heißt P c r i h e l s. Seine Bestimmung ist für die Berechnung der Kometenbahnen von be­sonderer Wichtigkeit. . , ,, ,

Am Januarkomet 1910a fiel zunächst der lange, ichmale und nicht sehr Helle Lichtstreif, der Kometenschweif auf, bcr, von einem Hellen Lichtpunkt ausgehend, lieft nach oben er- streckte und zuletzt allmählich am Nachthimmel vnlor.

Ter Helle Lichtpunkt, der ioaenanntc Kometenstern, mar nicht scharf begrenzt, sondern verschwommen und außerdem noch von einer nebdigen Hülle umgeben. Ein Vergleich mit der nahe dabei stehenden Venus, dem Abendstern, lieh deutlich den Unterschied zwischen dem Nebelkern und einem Stern erfnmen. I Die meisten haben denn iwohl auch wahrgenommen, daß der Komet

kann nun keine geschlossene. , -

bie beiden Schnittlinien auf dem Kegelmantel zuletzt mit der er­wähnten Seitenlinie unb daher unter sich parallel verlaufen. Dieser eigenartige Kegelschnitt heißt Parabel und ist dem Kreis und der Ellipse gegenüber, wie schon erwähnt, dadurch ausgezeichnet, daß er nicht geschlossen ist, sondern mit zwei parallelen log. Schenkeln in die Unendlichkeit verläuft. Dreht man die Schnitt- ebene durch den oben erwähnten Punkt noch weiter, so erhalt man eine offene Kurve, deren Schenkel sogar audeinanberlaufcn; diesen Kegelschnitt nennt man Hyperbel. Von diesen Kegelschnitten kommen für bie Himmelskörper im wesentlichen nur bie Ellipien und Parabeln in Betracht, Hyperbeln finb nur äußerst selten, Kreise gar nicht beobachtet worben.

Tic meisten Kometen, wie z. B. ber Januarkomet 1910 a, laufen in Parabeln, b. h. sie kommen aus bem fernen Weltenraum, umkreisen bic Sonne und verschwinden auf ber anderen -seite wieder auf Nimmerwiedersehen im Weltenraum. Nur wenige, von den 500 bekannten Kometen etwa 20, sind mit Sicherheit als solche mit elliptischen Bahnen bekannt. Man nennt sie periobnto-

Kurve mehr entstehen, well ja I sehr erhebliche Veränberungen in seiner Helligkeit zeigte. Wer bas Glück hatte, ihn schon am Samstag, dem 22. Januar, zU ehen, wird sich der ziemlich bedeutenden Helligkeit des Kometen erinnern. Er stand da näher am Horizont und war bcr Venus an Glanz viel ähnlicher als später. Am Montag hatte er schon ehr viel von seiner Helligkeit eingebüßt unb später nahm er barin sehr rasch ab, um schon Ende ber Woche dem Auge ganz zu entschwinden. . . _ . _

Seine Ortsveränberung war lehr auffällig, da ia die daneben, stehende Venus einen geeigneten Vergleichspunkt dafür bot. Er stand an jedem folgenden Abend wesentlich höher und roetter, links als am vorhergehenden. Scharfe Beobachter haben wohl auch herausgefunden, daß der Schweif des Kometen von ber Sonne abgeroenbet war. Die Sonne war im Westen rechts unter« gegangen, der Schweif war nach links oben gerichtet.

Ehe ich auf bie Beschaffenheit der Kometen näher eingehe> möchte ich kurz die Hllfsmittel besprechen, bic ber modernen Astronomie zur Verfügung stehen. .

Wenn man von Hilfsmitteln bcr Astronomie hort, so benlt man zunächst an bie Fernrohre, insbesonbere die modernen Riesen« inftrumente der mit reichen Mitteln ausgestattcten amerikanischen

Nr 111 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 1^. Mai 1810

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bis vormittags 9 Uhr. ____________ __