Ausgabe 
14.4.1910 Zweites Blatt
 
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Unfallversicherung:

46

82

73-80

41

76

7275

37

73

76-79

43

77

72

70-75

37

83

82-84

41

70

6971

54

hv^

des

Frankfurter Börse,

3'/,°/n Keiehsanleihe

i

Obcrschles. Eisen-Indastrie

r

111.10

Priuce; Henri 7 Eisenbahn S, 135.00

Berliner Börse, 13. April. Aataa *jc 1 *n<

. 197.40

Herpcncr Bergwerk ;

172.50

4 4

65

59

3136

26-32

6971

6870

Berliner HaudeJsges. Darmstädter Bank , Deutsche dank . Deutsch - Asiat. Bank Diskonto - Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktien . . .:

6268

54-64

70

69

54

54

95

87

Harpener Bergwerk.

Laurahtitte . .

Nordd. Lloyd :.v. .

5460

5054

4349

90-100

84-90

71-82

20.90

160.75

4 ßäcke mit Reeses]

{Backwunder

3'/,"/o Hessen

3*/,ulo Oberhessen is-

4°/ft Uesterr. Goldrente

4/.% Oesterr. SilbeiTente

13.30

. 84.60

92-15

- 9180

. 100.25

57

52

46

Laurahtitte . .

Lombarden E. B. Nordd. Lloyd..» Ttlrkenlvse"',*

33

29

111.25

149.20

200.20

207 50

140.80

197.50

172.50

103.75

96.10

176.90

133.15

250.40

155.75 18/.9U 156 75

208.20

redend-Schlag ftcrutdjt

TeBefomsche Kurs^richte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der>Bank für/Handel und IndustrieVGiessen.1

Masllämmer und jüngere Masthammel 4142 Schwel» e.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht 5455

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 5455

Fleischige Schweine.......5355

09.10

95.73

104.70

65.70

66.65

100.25

98.60

94.70

178.00

49.40

91.10

69.90

99.90

236.50

109.50

3°; n do. «MA

3'/,6/o Konsols

37».' - äo-ER-L-L

13. April, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lnhmeyer . " .V. Elektriz. Schuckert Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf.

Nun bleibt mir gefälligst einmal vom Leibe mit all dem faden Zeug, das mir gründlich den Magen verdorben Hal. ohne gegen meinen Katarrh wirklich zu helfen. Jetzt will ich Lodener Haden aber das; mir auch nur die echten von ..^ay" gebracht werden. Vtan hört 0 überall, daß die mit 10 einem Katarrh im Handumdrehen nufxiiümcn und nebenbei auch für Magen und Tarrn eine Wohltat sind. Jays echte Sodener glbt'o in Apolheten, j Drogerien re. für nur Ä Pfg. pro Schachtel. bs/i

Ochsen. von-disvon-biS

Lollfleischige, ansgetnaiiete, höchsten

Schlachtlvertec-, höchstens 6 Jahre alt 4448 8084

Junge, fleischige, nicht anSgeincistele unb ältere ausgemäslele......3844

Mäßig gotährle junge und gilt ge­nährte ältere 3639

Färsen, K ü h e.

Vollfleischige attsgentästete Färsen höchst.

SchlachtiverteS 4245

Vollfleischige attsgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 3639

Heitere Qiidfleinäftete Kühe unb wenig gilt entwickelte jnngereKühe n. Färsen

'Mäßig geiiährle Kühe nub Färsen . . Kalbe r.

Feinste Riasl- (Vollinilchniasl) und beste

Saugkälber

Mittlere Mast- unb gute Saugkälber .

Geringere Saugkälber Schafe.

der Arbeitgeberbeiträge itehen Nicht utterhebliche Bcoenkeu1 ent- ->»gen; dock soll ihnen keine ausichlaggebende Bedeutung berge- -liessen werden, da mit der Gleichstellung der dstrchten dte Gletch stellung der Rechte der Arbeitgeber mit denen der Veriicherten verbunden ist. Grüfte Bedenken muswn gegen btc beabsichtigte Regelung des Verhältnisses zwilchenKrankenkof en-Lersten geäußert werden, durch die btc Moglichke.t der Wahrung der berechtigten Interessen der Kaisen und Verftchertm gegenüber der Aerzteorganisation nicht hlnreichend^genchert erlchelnt. Un­bedingt muß verlangt werden, daß dte Systeme bcionberen urld des allgemeinen Aerztevertrags als durchaus gleichwertig be­handelt und die Kassen nicht gezwmlgen werden, den -^fuch mit jedem der beiden Systeme zu machen, ehe ne dte Ermächtigung bekommen, die ärztliche Versorgung durch Geldletstung zu

tebenb» ed)iad)t* pro 100 Pfund gcwichk - - -

4" 0 Un^ar. Goldrente

4° Italien. Rente .». r. 3n o Portugiesen Serie I. 8°/0 Portugiesen III . 4/,% russ. Staatsaul. 1905 4',% Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose .... r. 7 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier,?. 3°/0 Mexikaner . .< . :.

4'/,% Chinesen :

; V.." Aktien: Bochum Guss . ... *. Buderus E. W.

Tendenz: schwächer.

- 93,20

i: 84.50

Baltimore- und Ohio-W;- Eisenbahn .

Gotthardbahn-. . a "

Lombard. Eisenbahn .jr.gr

Oesterr. Staatsbahn .-'.-v

Um eine Entlastung des Reichsgerichts herbcizusühren, schlagt ] der Gesetzentwurf über die Zuständigkeit des Reichsgerichts als Hattptmittel vor, daß eine Revision in bürgerlichen Rechts- - treitigfeiten daiin ausgeschlosseri sein soll, wenn gleichlautende Erkenntnisse des Land- und Oberlandesgerichts vorliegcn. Eine Ausnahme von dem Ausschluß der Revision bei konformen Ent- . cheidungen soll nur in den Fällen eintreten, in denen das Be- : rufungsurteil auf der Auslegung eines Gesetzes beruht, die, Wit < einer früheren Entscheidung des Reichsgerichts in Widerspruch steht.

Die Handelskammer erkennt die Forderung nach einer Ent­lastung des Reichsgerichts als völlig berechtigt an, gleichwohl vermag sie den hierfür vorgeschlagenen Weg nicht gutzuheißen, da von ihm eine Gesährdtmg der Rechtssicherheit unb Rechts- einbeit zu befürchten sei, unter der alsdann Handel unb In­dustrie in erster Linie zu leiden haben würden. Es müsse jedoch beit zuständigen Faktoren überlassen bleiben, in dieser zweifellos chwierigen Frage den richtigen Weg zu finden.

3. Entwurf einer Reichsversicherungsordnung.

Der Syndikus berichtet in großen Zügen über den Inhalt des Reformwerkes und hebt im wesentlichen die besonderen Unter- chiede, die zwischen dem ersten und dem neuen Entwürfe bestehen, hervor. Als solche kommen in Betracht die engere Anlehnung des Bersicherungsamtes an die untere Verwaltungsbehörde, Ber­ühren der Rentenfestsetzung in der Unfall- und Jnvalidenver- icherung, Zulassung von Betriebskrankenkassen bei einer Mit­gliederzahl von 100 1 früherer Entwurf 250), Regelung der Aerzte- frage bei den Krankenkassen durch Schassung von obligatorischen Tarifverträgen zwischen Kassen und Aerzten für Regierungs­bezirke. Im übrigen stimmt die Handelskammer den Beschlüssen zu, welche die Kommission des Deutschen Handelstages für So­zialpolitik in ihrer dreitägigen Sitzung vom 31. März bis 2. April dieses Jahres zu dem neuen Entwürfe gefaßt hal.

4. Entwurf eines H aus a r b eit s g esetz e s.

Der dem Reichstag unterm 11. Februar d.J. vorgelegte Entwurf eines .Hausarbeitsgesetzes bildet gewissermaßen nur einen Teil der großen Gewerbeordnungsnovelle; es verdankt seine Entstehung hauptsächlich der vor einigen Jahren in Berlin abgehaltenen Ausstellung für Heimarbeit. Das Gesetz ist, ein sogenanntes Rahmengesetz, in welchem ganz allgemeine Bestim­mungen für die gesamte Hausarbeit getroffen werden: im Rahmen dieses Gesetzes sollen dann die einzelnen Zweige der Hausarbeit geregelt werden. Der Gesetzentwurf hält sich im allgemeinen von übertriebenen Forderungen frei und kann deshalb als eine brauchbare Grundlage für,die Regelung der Hausarbeit bezeichnet werden; zu bemängeln ist nur, daß den Polizeibehörden ein zu großes Mitwirkungsreckt bei der Durchführung des Gesetzes ein­geräumt wird. Die hessischen Handelskammern haben gemeinsam zu dem Gesetzentwürfe Stellung genommen und zu den §§ 3, Abs. 2, 4, 5 Ziff. 2 und 13 Abänderungsvorschläge gemacht.

5. Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aende- rung der §§ 114a usw. der Gewerbeordnung.

Die dem Reichstage unterm 11. Februar d. I. vorgelegte Novelle zur Gewerbeordnung enthält Abänderungen bezw. Er­gänzungen der Bestimmungen über Lehrbücher unb Arbeitszettel, Ausdehnung der Fortbildungsschulpflicht auf weibliche Arbeiter, übermäßige Tauer der täglichen Arbeitszeit, Lohnzahlungsbücher für Minderjährige, strengere Strafbestimmungen für vorsätzliche unb wiederholte Uebcrtretung gewerbepolizeilicher Vorschriften.

Auch zu diesem Gesetzentwürfe haben die hessischen Handels­kammern in gemeinsamer Sitzung Stellung genommen unb einige AbäNberungsvorschläge beschlossen. Insbesondere haben sie sich gegen die auch in diesein Gesetzentwürfe vorgesehene Erweiterung der Befugnisse der Polizeibehörden gewendet und diese als be­denklich abgelehnt.

6. Entwurf eines Stellenvermittlergesetzes.

Die in der Novelle zur Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900 getroffene Regelung des Stellenvermittlungsgewerbes habe, wie in der Begründung des dem Reichstage vorgelegten Entwurfes eines Stellenvermittlergesetzes ansgesührt wird, nicht , aus­gereicht, um die in diesem Gewerbe hervorgetretenen Mißstände zu beseitigen. Die schon früher erhobenen Klagen wegen Über­mäßiger Höhe der Gebühren, Verleitens zum Verlassen der Stelle unb 5um Kontraltbrnch, Ausbeutung der Arbeitnehmer beständen nach wie vor. Unter diesen Umständen erscheine eine verschärfte Gesetzgebung erforderlich; für eine Aenderung der Gesetzgebung in dieser Richtung kämen folgende Gesichtspunkte in Betracht: Erlaß eines besonderen Reichsgesetzes, Einführung des Bedürfnis­nachweises, Verbot des Betriebs gewisser Nebengewerbe, behördliche Regelung der Gebühren, Ausdehnung der Vorschriften auf nicht gewerbsmäßig betriebene Arbeitsnachweise.

Die Handelskammer kann ein Bedürfnis nach Schaffung eines Reichsgesetzes nicht anerkennen; sie ist vielmehr der Ansicht, daß die bestehenden Bestimmungen der Gewerbeordnung völlig aus­reichend seien, um den vorhandenen Mißständen wirksam zu be­gegnen; es käme nur daraus an, daß die Landesregiernngen von den ihnen in der Gewerbeordnung eingeräumten Rechten auch in vollem Umfange wirklich Gebrauch machten, luas zurzeit im Groß­herzogtum Hessen nicht der Fall sei. Hinsichtlich der Elnz«lbeiten des Gesetzentwurfs lehnt die Handelskammer mit aller Entschieden­heit die Einführung des Berufsnachweises ab, da dieser nur 1 zu Einseitigkeiten und Härten führe. Ebenso ablehnend verhält sich die Handelskammer gegenüber dem Vorschläge, wonach die Vorschriften eines solchen Reichsgesetzes u. a. auch auf nicht ge- : werbsmäßig betriebene Stellen- ober Arbeitsnachweise angewendet werden können, weil alsdann die erfreuliche Entwicklung dieser : Arbeitsnachweise dadurch gehemmt werden würde. Weiter hatte die Handelskammer Bedenken dagegen geltend zu machen, daß : dte Gebühren von dem Arbeitgeber unb Arbeitnehmer je zur > Hälfte zu zahlen seien; eine derartige Vorschrift verstoße gegen : die Pertragsfreiheit unb sei daher abzulehnen.

2I.- S.i.Z. 103.40 178.59

Märkte.

F.C. Wiesbaden. V i e h h 0 i - M a r k t b e ri cht vom 13. April.

Austrieb: Rinder 112, Kälber 190, Schafe 26, Schweine 324.

Tendenz: Rutder gut, Kalber gedrückt, Schafe gedrückt, Schweine gedrückt. Preis , Durch-

pro 100 Pfd. schnittspreis

7. M. ftä itbc i in Aus st e 11 un g s w e s e n.

Bei Durchführung und Abwickelung von Ausstellungen hat sich häufig genug ein Mangel in der Richtung- ergeben, den; Aussteller sowohl wie sonst interessierte dritte stellen, bic tn irgendwelcher Beziehung zu der betr. Ausstellung standen oder an diese Attsprückfc zu stellen hatten, im Zweifel waren, an men sie sich Sur Wahrnehmung eben dieser Ansprüche int gegebenen Falle zu wenden hätten. Die Unklarheit der Verhaltnnsc wurde noch dadurch vermehrt, daß oft genug zwar eine Körper ichait nach außen hin als Veranstalter hervortritt, das; aber die eigen!* liehe Durchführung in den Händen von Personen liegt, die nutzer halb der betreffenden Korporation stehen, entweder für die Ver­anstalter speziell engagiert sind oder bic eigentlichen Unternehmer sind, die sich durch das Firmenschild decken wollen. Dadurch ent­stehen Verschleierungen be* wahren Sachverhalts unb in bat seltensten Fällen gelangt mit der wünschenswerten Deutlichkeit zum Ausdruck, wer eigentlich der verantwortliche und haftbare Unternehmer ist. Die ständige Ausstellungskommtsston für btc deutsche Jnbustrie hat nun zur Beseitigung dieses Mißstandes tut Falle einer reichsgesetzlichen Regelung des Ausstelluttgswefens vorgeschlagen, den ,.verantwortlichen Ausstellungsleiter" ein- zusÄfren unb auf diesen diejenigen Bestimmungen analog An­wendung finden, die im Reichs-Preßgesetze für den verantwort­lichen Redakteur vorgesehen werden. Außerdem sollte den zustän­digen Verwaltungsbehörden von Fall zu Fall ein Genehmtgungs- recht bezüglich der Person des verantwortlichen Ausftcllungs- Ieiter5 Vorbehalten bleiben. ..

Die Handelskammer stimmte diesen Vorschlägen zu, ba ne der Meinung ist, daß nur auf diese Weise den bestehenden Mttz- ständen im Ausstellungswesen wirksam begegnet werden könne.

8. Personenwechsel im Bureau der Handels­kammer.

Mit 1. April d. I. hat Herr Heinrich Bruchhauser mit Rücksicht auf sein vorgerücktes Alter sein Amt als Bureait- vorsteher der Handelskammer niedergelegt. In 22 jahrtger Dienst­zeit hat sich Herr Bruchhäuser durch treueste und gewtssenhaftestc Pflichterfüllung wie auch durch feinen lauteren Charakter die Zufriedenheit der Kammer in hohem Maße erworben. In An­erkennung seiner langjährigen Tätigkeit hat die Handelskammer dem verdienten Beamten die Hälfte feiner bisherigen Dienst-

Auch für die Unfallversicherung stimmt der Deutsche Han­delstag der Ausdehnung des Kreises der versicherten Personen zu; doch sind die mit einem kaufmännischen Unternehmen verbun­denen Betriebe zur Behandluiig und Handhabung der Ware nur dann der Versicherung zu unterwerfen, wenn zu. dem Unter­nehmen eine offene Verkaufsstelle gehört. Dte neuen Bestim­mungen über die Rücklagen der gewerblichen Verufsgenossen- schasten betauten einen großen Fortschritt.

Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung:

Die erheblichste Neuerung des gastzen Entwurfs liegt in der Zufügung der Hinterbliebenenverstcherung zu der Invaliden­versicherung. Dadurch werden die bereits hohen Lasten, welche die Unternehmer für die Arbeiter zu tragen haben, zur Minderung ihres Gewinnes und zur Erschwerung ihres Wett­bewerbs mit beni Auslände noch weiter gesteigert. Gleich­wohl spricht sich der Deutsche Handelstag nicht dagegen aus, indem er dem Umstande Rechnung trägt, daß die O'ürsorge aus invalide Witwen und auf Waisen, also auf unterstützungs­bedürftige Personen beschränkt bleibt.

Diese Entschließungen wurden angenommen.

Das nächste Thema der Tagesordnung betrifft die Haus­arbeit Berichterstatter war F. E. Bier mann von der Handelskammer Bremen. In der von ihm vorgeschlagenen Entschließung wird der Entwurf eines Hausarbettsgesetzes als eine geeignete Unterlage bezeichnet, um Bestimmungen zum Schutze gegen die Gefahren der Hausarbeit zu erlassen, wenn auch das Gelingen des Versuches wesenttich davon ab bangt, welcher Ge­brauch von tar Ermächtigung des Gesetzes gemacht werden wird. Diese Ermächttgungeii sind für bic Landeszentralbehorben zu be­seitigen, für die Polizeibehörden wesentlich zu beschranken und sollen lediglich dem Bundesrate zustehen. Vor dem Erlaße von Bestimmungen oder Verfügungen sollen die Beteiligten angehort loerben. Zu bekämpfen ist der Vorschlag des Entwurfes, baß Arbeit­geber verpflichtet werden können, sich davon zu unterrichten, datz Einrichtung und Betrieb der Werkstätten der Hausarbetter den dafür 'gestellten Anforderungen entsprechen. Der Deutsche Handelstag -tritt für eine Aenderung des Eiitwurses im Sinne dieser For­derung ein. Er rät von der Einführung von Lohnbüchern für das ganze Hausgewerbe dringend ab und spricht bic bestimmte Erwartung aus, daß so weitgehende verderbliche Bestrebungen, .wie sie in bezug auf bic Errichtung von Lohnämtern und bre Ausstattung von Tarifverträgen mit verbindlicher Kraft für Un­beteiligte von einer früheren Reichstagskommission zur Geltung gebracht und in der gegentoärtigen Reichstagskommisswn zum Dell wiederholt worden sind, schon im Reichstage, jedenfalls aber -im Bundesrate-zum Scheitern gebrackst werden." Die Versammlung nahm die Entschließung mit unwesentlichen Aenderungcn an.

Darmif nnirbat die Verhandlungen auf morgen vertagt.

Cannda E. E 182.80

Darmstädter Bank1? . . 133.40

Deutsche Bank . . - . - . 250.00

Dortmunder-Union C. e. - . 93.80

Dresdner Bank . , 159.00

Tendenz: behauptet

bezüge als Ruhegehalt iuerfannt

Die Stelle des Herrn Bruchhauser ist Herrn Hans Geist hier übertragen ipvrden.

9. Eingänge.

Von unterrichteter Seite sind der Handelskammer noch Mit­teilungen zugegangen über Reichswetterdienst, Mißstände tm Handel mit schottischen Heringen, Internationale Ausstellung von Verbrennungsmotoren 1910 zu St. Petersburg, zweifelhafte F-irmen in Argentinien, China, Frankreich, Griechenland, Grvtz- britannien mit Irland, Niederlande, Oesterreich-Ungarn, Ru­mänien, Rußland, Serbien, asiatische«Türkei. ^Näheres hierüber erfahren Interessenten auf dem Sekretariat der Handelskammer.

Eine Ansprache des Reichskanzlers.

Berlin, 13. April. Bei dem heutigen Festmahle des Deutschen Handelstages ergriff nach dem Kaifertoast des Präsidenten Kckempf der Reichskanzler das Wort zu folgenden Ausführungen:

Meine Herren! Für die freundliche Einladung, die mir von feiten des Präsidiums des Deutschen Handelstages geworden, bitte ich, den herzlichsten Dank entgegenzunehmen unb wenn ich an die beredten Worte, die Ihr Herr Vorsitzender soeben an die versammelte Tafelrunde gerichtet hat, mit einem persönlichen Worte anknüpsen darf, so soll es der Wunsch sein, daß es dem Deutschen Handelstage noch recht lange vergönnt sein möge, seinen Präsi- benten als bas Vorbild gemeinnützigen Wirkens an seiner Spitze izu sehen. (Beifall.) Die Bedeutung des Deutschen ^Handels tag es für unser wirtschaftliches Leben wird durch -die bald 50jährige Tätigkeit erwiesen,'die er entfaltet hat, schärfer vielleicht noch durch den 2lufschwung, den Handel, Industrie und -Schiffahrt während dieses Zeitraums genommen haben. Die Ver­handlungen und Beschlüsse des Deutschen Handelstages können, wie Ihr Vorsitzender soeben ausgeführt hat, dem Geschichtsschreiber ein Spiegelbild von dem Gange bieten, den unsere innere und äußere Politik gewandelt ist, so sehr bildet das Gedeihen der von Ihnen, meine Herren, ver­tretenen Interessen bic Grundlage unseres staatlichen

Lebens im Inneren und Aeußeren. Hand in Hand mit der Ent­haltung unseres inneren Marktes ist die gewaltige Erwei­terung unseres Exportes gegangen, und es ist damit, wie ich schon einmal an einer anderen Stelle es ausgesprocheic habe, die Pflege unserer ausländischen Wirtschaftsinteressen zu einer der wichtigsten Ausgaben unserer auswär­tigen Politik geworden. (Bravo.) Sic selbst, meine Herren, können es aber auch am zuverlässigsten beurteilen, wie diese Aufgabe mit jedem Tage komplizierter und viel­seitiger geworden ist, je mehr für alle Völker die Wirt- schaftsfragen zu. Weltfragcic geworden sind. Und was dabei staat­licher Schutz niemals ersetzen kann, das ist die Organisattonskraft und die Leistungsfähigkeit unserer Industrie, die Mhrigkeit und Zuverlässigkeit unserer Kaufmannschaft und der Wagemut und Spürsinn ihrer Pioniere. Diese Eigenschaften in hartem Wett­bewerb beivährt zu haben, ist der Ruhm unseres Handels und unserer Industrie. Ihnen verdanken sie ihren Aufstieg (BeifallX In der Zuversicht, daß diese Kräfte auch künfttg in unserem Volke wirksam sein werden, erhebe ich mein Glas auf das Gedeihen von Deutschlands Handel unb Industrie. Ich bitte Sie, ein- zustimmen in den Ruf: Der deutsche Handelstag, er lebe hoch!" (Lebhafter Beifall.)

3. it. 4. Sitzung Grotzherzoglicher Handelskammer Gießen für die Kreife Gietzen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll-Auszug.

21. Man Gießen, den------1910.

8. April

1. Aus dem Geschä ftsber icht ist folgendes hervor- zuheben:

3) Den Wechsel im Ministerium der Finanzen wie des Innern hat die Handelskammer zum Anlaß ge­nommen, den neuen Ministern ihre Glückwünsche auszuspreckfcn, woraus Dankschrcibrnr eingegangen sind.

b) Die Handelskammer hatte Bedenken gegen die Anträge auf Zulassung des z oll freien Veredelungsver­kehrs mit ausländiscknnn Kupfer- und Messingblech sowie mit ausländischem Baumwollfamenöl nicht geltend zu machen.

c) Beim Großh. Ministerium der Finanzen ist bic Kammer dahin vorstellig geworden, daß der Verkauf von Holz aus den Großh, Do man ral wa ldu n g e n künftig nicht mehr

an einem Tage in Darmstadt stattfindet, sondern datz icbe Lbcr- > örsterei für sich allein die Verkaufe vornimmt; der Antrag ist jedoch aus einer Reihe von Gründen abgelchnt worden.

d) Eine Eingabe des Vereins der Klein- und M i t t ct b ra u e r , in welcher an den Bundesrat die Bitte ge­richtet wird, an der jetzt geltenden Uebergangsabgabe auf batmime5 Bier nichts zu ändern, sowie die seit 1. August 1909 neben der Gewichtsverzollung neu eingeführte Raumverzollung auf oitcr- reichische Biere wieder in Wegfall zu ftellen, hat dte Handels­kammer im Interesse des Brauercigcwerbes ihres Bezirks beim Großh. Ministerium des Innern befürwortet.

e) Eine Eingabe der Handelskammer Altena an die Kgl. Eisenbahndirettion Elberfeld, betreffend die Einlegung von zuschlagsfreien Eilzügen auf dett Strecken Hagen- SiegenBetzdorfGießen und SiegenBetzdorfKöln wurde, ba die Verwirklichung dieser Wünsche auch für den Hanbelskammer- bezirk Verkehrsverbesserungen mit sich bringen wurde, bet der Kgl. Eisenbahndirettion Frankfurt a. M. befürwortet.

f) Die Prüfung des Sommerfahrplan-Ent- wurfes gab der Hantalskammer Veranlassung, der Kgl. Eisen­bahndirektion Frankfurt a. M. folgende Wümche vorzutragen: Aenderung des Fahrplanes des Perfonenzuges 4399 auf der Strecke StockheimLauterbach int Sinne einer Etngabe des Handelsvereins in Lauterbach; Umwandlung des Perfonenzuges (ab Gießen 3.15 ttachm.) in einen Eilzug unb (£1^6911^ etnes weiteren Abendeilzuges KasselFrankfurt a. M.

g) In einer am 22. Februar b. I. stattgehabten Bertreter- konferenz haben die hef'sijchen Hanbelskammcrn gemein laut zu dem neuen Vorschläge der Großh. Regierung tn bezug auf die Fassung von Art. 10 des Gemeindcumlagen-Geietzentwurfes betr. bic Gewerbesteuer Stellung genommen. Die Handelskammern konnten jedoch eine befriedigende Lösung in dem neuen Regte- rungsvorschlage nicht erblicken und haben, an ihren , auf dem letzten Hmidelskammertage gemachten Vorschlägen festgehalten. Neben diesem Gegenstände beschäfttgte sich die Konferenz noch mit folgenden Fragen: Schiffahrtsabgaben, Herausgabe eines gewerblichen Gemeindelcxikons, Hausarbcitsgesotz, Stellenvermitt­lergesetz und Novelle zur Gewerbeordnung.

2. Revision in bürgerlichen Rechts st reitigkeiteu.