Ausgabe 
17.1.1910 Erstes Blatt
 
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vom 16. Juni io mefemnaen ^hiius und der anheim hiermit

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inb Bedingungen d werden (Zeicb-- stkvstenpreis ab- porto- und be- ber jeweiligen i. 3amun 1910, oioui btieiv Äc- ewerber erfolgt, dann als gültig des 28. Januar

OMtelfarben- ms 1-381 m Fuß- isw. Zit XII, 00 m Fußsockel, Los II: M lasung, 12 heiz- c usw. Los HI: 1 >?eizkörperver- ler, 30 Türen.

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in Gemarkung gerungen, veran- istliches Angebot -lagen liegen aus - Zimmer A 4 tn Prozenten des posjstei und mit iroßh- Mger- Kröfinung smdct M., vormittags M Fme Aus- sochen.

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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.

Amtliche Beleuchtung des Haller Hatz.

tCUU?lnt 28. August, also nach der Absendung dieses Briefes,

stark und trug einen ... , ,

einer Herrn Haß nahestehenden Seite tvurde das Auswrr- tige Amt gebeten, die Sache bis zur Anfertigung einer klaren Darstellung ruhen zu lassen, und am 28. Januar 1907 bat Herr Haß persönlich im Auswärtigen Amt, mit der Unterstützung seiner Beschwerde so lange zu warten.

arbeiter des Stoffes ihren Werken gegeben haben. Denn heb italienische Dichter schiebt die schattenhafte Gestalt des Königs Marte in den Vordergrund und sucht die hart aufemander prallen­den Widersprüche im Wesen Markes psychologisch zu gefüllten und zu vertiefen. Er stützt sich dabei auf eine alte Chronik, bte König Marke als einen gegensatzreichön kontplizierten Charakteü chftdert,stelz und schwächlich, schwach und grausam, voll ver­zeihender Großmut für empfangene Kränkung und zugleich ent verräterischer Menschenmörder", der Isolde um ihrer Schönheit willen und Tristan um ferner Tapferkeit willen nut gleich grosser, mit gleich schrankenloser Leidenschaft liebt und bewundert. Die äusseren Geschehnisse lehnen sich an die Sage an; die stärksten! dramatischen Momente bringt der zweite Akt, wo Tristan als Narr verkleidet in Markes Schloß erscheint und int Beisein des Königs und seiner rauhen Gefährten sich doch Isolde zu erkennen! zu geben weiß mtd die Flucht mit ihr verabredet. Tas Ende der beiden Liebenden weicht von allen bisher bekannten Fassungen ab. Mit kräftigen Farben ist ein Zeitkolorit angestrebt, das ein Bild, des 3. Jahrhunderts geben will und in dem neben den Ge­stalten der Tristansage auch König Arthur mit seinen Rittern und Lanzelot austauchen.

Das Blindenheim der Königin Von Rirmä- nien ist, wie aus Bukarest gemeldet wird, vvm rumänischen; Staat angekaust worden. DieV a tr aluminuosa" verdankt ihr Entstehen der Königin Elisabeth von Rumänien und gehört zu den Lieblingswerken der Königin. Ihr ist es zu verdanken, daß für das Asyl sehr beträchtliche Summen zusammengeftvssen sind. Allein die deutschen Sammlungen ergaben einen Ertrag von einer Million Fronten.

Kleine Kunftchronik. OberkaMinerherr Graf von Linden, Vorsitzender des Württembergischen loaiteelsgeographi­schen Vereins und Gründer des Ethnographischen Museums üc Stuttgart, ist am Samstag ipt Alter von 71 Jahren in Stutt­gart gestor bcn. Geh. Rat Pros. Dr. Karl Schotten^ Ehemiter an der Universität Berlin, ist gestorben. Der Ge­lehrte war am 12. Juli 1853 zu Marburg geboren und wirkte nahezu 30 Jahre lang in Berlin. Ms ständiges Mt^licd des Patentamtes entfaltete Pwf. Schotten eine ausgedehnte Tätigkeit; selbständige Werke hat er nicht veröffenllicht. Ter Yale- Universität in den Vereinigten Staaten ist eine Schenkungs!- urkunde zugegangen, nach der ihre Pierpvnt Morgan! 400000 Dollars zur Errichtung einer assyri0 l0gi scheN Professur imb einer Sammelstelle für babylonische Literatur! geschenkt hat. Diese Stiftung ist zum Andenken cül den ver­sterbens Herausgeber des9äuv-^vrk-Suu", William- Laffau, geschehen.

Atsines Feuilleton.

Mitteilunge n.des ober hessischen Geschi chts- Vereins. Neue Fotze. 17. Band, xer sieben er 1Aunenx 17. Bcnch N. F. der Mitteilungen des vberh Geschlchtv-Verems bietet einen mannigfaltigen und wertvollen Lcfeitzfs. An erster Stelle finden wir eine Abhandlung über das 4 u ff u ftmer» Chor Herrenstift Schiffenberg von fy. Salb fufe, bte uns die Geschichte dieses Klosters, zugleich mtt derjenigen von Ma, von bet- Gründung durch Klementia von Luxemburg aus Gütern der Grafschaft Gleiberg bis zur Einverleibung m den Deutschorden darstcllt. Dankenswert ist besonders das Emgehm aus die Bteeutung der Burg Gleiberg für bie 1 verte Beigefügt sind eine Anzahl von Urkunden ^ur Geschichte des Augustinerordens. Sodann berichtet Karl Knetsch über den heutigen Stand der genealogischen Forschung in Hesster; lern Bericht bietet in vieler Hinsicht Wertvolle Anregung. Von den Kleineren Mitteilungen" sei besonders der Bericht des fleißigen Konservators, Hauptmann Kramer, hervorgehoben, der du neueren, höchst wertvollen Ausgrabungen emgehend bespricht, vor­nehmlich bie im Jahre 1908 aufgedecktenZeichen st e 1 ne .

Dr. A. R.

Angelo NeuMann, der verdiente Leiter des Deut­schen Landestheaters in Prag, ist, wie schon berichtet, als Gnie- räldirektor der in Berlin im Herbst 1910 ins Leben zu rufenden Großen Oper verpflichtet worden. Neumann hat seine Lauchahn als Sänger begonnen und übernahm, als er diese krankheits­halber ausgeben mußte, 1876 mit Dr. August Förster die Lei­tung der Opemdirektiou in Leipzig. Hier erzielte -er durch feine musterhafte Inszenierung namentlich Wagnerscher Werke Triumphe und erroarb sich die rückhaltlose Anerkennung des Bayreuther Meisters selbst, dessen :stuhliv er bann durch großartig durch- geführte Tumeen in halb Europa befestigen hals. Seit 1885 ist Angelo Neumann in Prag tätig. Bekannt ist, daß er zuerst die Neuitaliener Mascagni, Leoncavallo usw. den Deutschen bc> tarnt gemacht hat. Das (Mall Angelo Neumanns ist nach Leipz. N. N. auf 60 000 Mark festgesetzt worden.

EincnAufruf zurSchaffung eines deutsch en Studentenbuches 1913 erlaßt der Mademisch-literarische Verein Berlin im Kartell literarischer Vereine an deutschen Hoch­schulen In dem Auftus heißt es:Im Oktober 1913 sind Hundect Jahre seit ber Völkerschlacht bei Leipzig vergangen. In siegesbewußtem Idealismus hat sich damals die deutsche Stu- dentei.schäft für einen großen Gedanken mit allen Kräften ein­gesetzt Darum ruft die hundertste Wiederkehr des Befreiungs- lahres auch uns zu besonderem 4Lachdenken auf. Wir finden Ver­anlassung, das streben der .heutigen Studentenschaft mit dem jener Kämpfergeneration zu vergleichen. Viele werfen uns vor.

Am 12. Juli 1907 sandte Hetr Haß seine Eingabe an ( das Auswärtige Amt mit dem Ersuchen um Vorladung. : Die von ihm eingereichten Sckfriftstücke bilden in enger , Maschinenschrift auf dünnem Papier einen B a n d v 0 n d e r , Dicke einer Handbreite. Am 29. Juli 1907 .wurde Herrn Haß durch den Hamburger Senat eröffnet, dall ferne Eingabe vorerst der mündlichen Erörterung im Auswärtigen , Amt nicht bedürfe. Am 3. August erhielt er auf seine persönliche Anfrage vom Auswärtigen Amt denselben Be­scheid. Somit ist die Behauptung, daß die Bitte des Herrn Haß um persönliche Vorladung ein Jahr lang unbeantwortet geblieben sei, falsch. Ebenso falsch ist, daß die Minifter- residentur 1906 ein für Herrn Haß günstiges Gutachten zurückgegeben habe. Dieses sogenannte Gutachten stammt vom' 26 Mai 1908 und enthält nur Notizen und Daten ohne gutachtlichen Wert. Die erste eingehende Durcharbei­tung der Eingabe des Herrn Haß wurde im Auswärtigen Amt am 30. September 1907 abgeschlossen. Sie enthielt 200 Beschwerdepunkte, und forderte das Einschreiten gegen so ziemlich alle Beamten Venezuelas vom Präsidenten bis zu den Gerichtsschreibern, die Absetzung des Ministers be* Innern, eine Sühneerklärung der Regierung, dafür eventuell 100 000 Bolivars, den Ersatz des Schadens von jährlich 120 000 Mark, der ihr daraus erwachse, daß er wegen seiner Rechtsstreitigkeit seine Hacienda nicht bewirlschaften tonne; dazu tarnen "die Beschwerden gegen unsere Diplomaten.

Obwohl die Eingabe nur wenige greifbare Details ent­hielt, ging am 24. Dezember 1907 ein eingehend begrün­deter Erlaß nach Earacas mit der Bitte um deußerung. Am selben Tage wurde Herr Haß davon verständigt. In Caracas waren umfangreiche Ermittelungen anzuftellen: ein vorläufiger Bericht kam ant 18. Juli 1908 an, em weiterer am 13. August 1908. Auf Grund der Aeutzcrungen von Caracas wurde dem Herrn Haß am 22. August 1908 ein ausführliches Gutachten und eine Aufzeichnung auf dem üblichen Wege in korrekter Form zugestellt. Mitte Septem­ber ging auä Caracas ein neuer Bericht nut weiterem Ma tcrial em Am 30. Oktober 190.8 ^urde die genannte Auf­zeichnung der Rechtsauffassung des Auswärtigen Amts.nach Caracas mitgeteilt und die Ministerresidentur angcimefcn, auf die Fortführung zweier Verfahren hinzuwirken, deren eines Hausfriedensbruch, das andere Funddiebstahl zum Gegenstand hatte. Gleichzeitig wurde Herr Haß benach­richtigt, daß die Vertretung seiner Entschädigungsansprüche endgültig abgelehnt fei, die Prüfung seiner Beschwerden gegen die Ministerresidentur jedoch Vorbehalten bleibe und weaen der beiden angeführten Fülle Weisung nach Caracas ergangen sei. Hierauf folgte ant 28. November ein Protest des Herrn Haß, dessen persönliche Vernehmung un tote wärtigen Amt im damaligen Stadium der Angelegenheit keinerlei Förderung der Sache versprechen konnte. Dagegen wurde ihm mitgeteilt, daß wegen der Beschwerden gegen die Ministerresidentur nach Abschluß der Prüfung möglicher- : weise eine protokollarische Vernehmung stattfind en konnte. ; q-m Laufe der Sommermonate tarn das Material solvett zusammen, daß dieses vorbereitet werden konnte uni) am t 26. August ging dem Herrn Haß die entsprechende Mtt-

Endlich erscheint in derNordd. Allg. Ztg." eine aus- führlichc Darstellung über den Fall Haß, in der leider, wenigstens soweit sie durch das amtliche Wolfs'sche Bureau weiterverbreitet wird, der Kern der Beschwerde des vene­zolanischen Ansiedlers unzureichend mitgeteilt wird. Daß ' Herr Haß ein sonderbarer und mindestens aufgeregter Herr ist, glauben wir gern, aber es ist doch eigentümlich, daß s Zt. der Kommandant derVineta" eingreifen zu müssen geglaubt hat. Dann scheint sich unser amtlicher Vertreter in Venezuela notgedrungen zu einigen wei- teren Schritten entschlossen zu haben. Es wird luemanb bem Auswärtigen Amt zumuten wollen, Beschwerdebände von so großem Umfang durchzubuchstabieren, aber es war zweifellos seine Schuldigkeit, daß es die Sachlage prüfen und dem Mann sein Recht werden ließ. Ob diese Pflicht ganz erfüllt worden ist, daraus kann man sich aus der amtlichen Darstellung kein Bild machen, wenn es wohl auch ausgeschlossen ist, daß Haß als unbequemer Befchwerde- fiihrer einfach in die Irrenanstalt gesteckt worden ist.

Berlin, 15. Jan. DieNorddeutsche Allge­meine Bettung kommt in einer eingehenden Darle­gung aus den Fall Haß zurück, indem sie bemerkt daß bie Verantwortung für das Aufgebeu der aus Ruchicht auf den bedauernswerten Herrn Hatz mte seine hochaugefehenc Familie bisher geübten Zurückhaltung auf ben Urheber her Preßkampagne falle. Der erste Vorwurf betrifft die deutschen diplomatischen Vertreter in Caracas. Die cim geltendste, sorgfältigste Untersuchung ergab, daß nicht der geringste Schatten auf diese Beamten fällt. L-ie haben sich sämtlich mit außerordentlicher Geduld mit den zahl­losen Beschwerden und Gingaben des Haß befaßt, ihn in den toeiligen Füllen, wo ein diplomatisches Eingreifen mag lich war, unterstützt und den vielleicht schon damals geistig nicht ganz gesunden Mann zu einer verständigen Behand­lung seiner Angelegenheiten zu bringen gesucht. In dem letzten Jahre seines Aufenthaltes in Venezuela ging ferne Erregung schon so weit, daß er auf der Btinisterresidentur zwei Kanzlerbeamten erklärte, wenn man seine Angelegen­heit nicht vertreten wolle, müsse Blut fließen. Im August 1906 verließ er das Land und entging dadurch oer ihm drohenden Ausweisung. Einige Jahre vorher war ihm tatsächlich Unrecht zugefügt worden, in­dem ihm während der aufständischen Bewegung 10 00 Bo- livares abgepreßt wurden. Nach Prefsedarftclwngen soll er mit feiner Beschwerde vom Geschäftsträger in Cara­cas abgewiesen worden sein, während ihm der Komman­dant der gerade anwesendenVineta" innerhalo 24 Stunden Genugtuung verschaffte. In Wahrheit bezeugt der Bericht des Kommandanten vom 17. August 1900 ausdrücklich, daß dieser die Erledigung der Angelegen­heit dem Ministerresidenten überlasten mußte, dem es ge­lang, zu erreichen, daß Herrn Haß im Beisein unseres Vertreters von der venezolanischen Regierung Entfchul- digung ausgesprochen und Genugtuung gegeben wurde.

Aus eine Eingabe vom 13. August 1906, die Jein Er­scheinen in Deutschland ankündigte, erhielt Hall Nicht, wie behauptet, die erste Antwort am 24. Dezember 1907 son­dern wurde sofort nach seiner Ankunft in Hamburg durch Vermittlung des Senats dahin beschieden, daß ferne durch den.Mnisterresidenten eingereichte Eingabe zur Zett ge-. prüft werde. Die Eingabe war 75 eng beschriebene Setten I

EntschlietzunM des Bundesrats auf Beschlüße des Reichstags.

Aus Berlin wird uns geschrieben: Dem Reichstage ist eine Uebersicht der Entschließungen des Bundesrats auf, Beschlüsse des Reichstags zuaegangen. Ter umfangreichen Druckschrift ent­nehmen wir folgende Entsclstießungen:

Dem Beschlüsse, Baukontrolleure aus der Ar°> b e i t e r k l a s s e z u z u l a s s e n , tonnte keine Folge gegeben wer­den : über die bisherigen Wirkungen des Erbbaurechts ftnd Erhebungen cingeleitet worden; die Frage betrefteud Lrestun- mungen über die Sonntagsruhe für die in der Binnen­schiffahrt beschäftigten Personen ist dem Beirat für Arbeiter- statistik vorgelegt worden; die Erwägungen über Errichtung cmes besonderen ReichSarbeitsamtes, auf das die Obliegen­heiten der Arbeiterstatistischen Abteilung des Ltatisti'chen Amtes übergehen sollen, find noch nicht abgeschlossen: cm EutwuN, betreffend die Unfallfürsorge bei Arbeiten, welche fmroilltg zur Rettung von Personen und zur Bergung von Gegenjranden vor­genommen werden, ist ausgearbeitet, konnte aber mit Rücksicht auf die im Werke befindliche Umgestaltung der übrigen Verftmerungs-- gesetze noch nicht abschließend festgestellt werden: die Berufung einer Sachverständigen-Kouferenz zur Vereinheitlichung der deutschen Kurzschrift ist in Aussicht genommen; Er­hebungen über bie Frage der Gewährung von &artei)Crt für gemeinnützigen Wohnungsbau im Interesse der minderbemfttAtrn Volksllassen haben stattaefunden, doch können gesetzliche Maß­nahmen auf diesem Gebiete wegen der erheblichen Actttel zur Durchführung des Gedankens nicht in Aussicht geftellt werden.

Im Interesse der Sonntagsruhe für Postbeamte hat die Postverwallung verschiedene, beit Wünschen des Reichs­tags entsprechende Anordnungeu getroffen; ein Bedürfnis nach Einrichtung von B e a m t e n a u S; ch ü s s e n bei den Reichsbetrie­ben liegt nicht vor; die Erwägungen über eine Novelle zum Gesetz über den Erwerb und den Verlust der Staatsangehörigkeit sind noch nicht abgeschlossen; die Erwägungen über einen Ent­wurf betreffs Privatbeamte nversicherunalchw eben noch: der Erlaß eines Reichsberggesetzes einschließlich der Regelung des KnappschaftswesenS wird nicht beachichtigt, ebenw- wenig die reichsgesetzliche Einführung ber geheimen Wahl der Knapvfchaftsällesten; die emgeleiteten Erörterungen über einen Eittwurf betreffs Besserstellung der Gehilfen der Rechtsanwälte und der Angestellten von Krankenkassen und Versicherungsaustaltw bettesfs Arbcitszeft, Kündigung usw. sind noch un Gange. Die Frage einer allgemeinen Regelung des -Strafvoll­zugs kann nur in Verbindung mit der Reform des materiellen Straftechts entschieden werden: dem Wunsche wegen Schafsung einer Pcnsionskasse für die Postagcnten kann nicht cntfprochLN

daß es uns heilte an Wt und Vertrauen und Liebe zu hohen! Idealen fehle, daß wir in unserer Zersplittermig keines einheit­liche, auf ein großes Ziel gerichteten Wollens mehr fähig feien. Allerdings haben sich die Ideale in den hundert Jähren vielfach geändert und zugllick? die Mittel zu ihrer Vernürtlichung. Aber wir glauben, bau wir auch heute noch für große Ziele irgendwie zu kämpfen imstande find, sie mögen nun künsllerilch oder wal ober politisch sein. Hub wenn uns vielleicht auch drc Gelegenheit teilten wird, große Taten zu hm, so dürfen toirjind doch wohl ein Denkmal errichten, das von unserm geistigen e-treben Zeugnis ab'Iegt 2lus diesen Erwägungen heraus fordert der unterzeichnete Vereiw alle Studierenden deutscher Zunge auf, zu eimm Stu­dentenbuche beizutragen, das sich nicht auf die übliche Weui-^reib- Gesangpoesie beschränken, sondern ein getreues Bild von allem geben soll, was Herz und Haupt der gegenwärtigen akademisck^n Jugend bewegt und nach Aussprache drängt, ^.as Buch wird zur Hundertjahrfeier der Leipziger -schlacht als dcm^ Ho^punkte jener gewaltigen Zeit in würdiger Form crichelnen. Beitrage und Zuschriften sind an den AtaLemnch-LiterarischenVer^ui, Ber­ten N. 4, Invalidenstraße 40, m richten. Der Briemmschlag soll den VermerkStudentcnbuch 19132 ^'?^n Kurze Tlngabe der wichtigsteil Lebensdateu und des studiemaches ftnd jeber Eil­sendung hmzuzusügen. Rückgabe von Manuskripten kann nur ersvlgen, wemi das Porto beiliegt.

D ents che L i ter at ur i n Ital ie n. Einer statistischen Zusammenstellung, die dasGioniale d'Jtalia" in einer fetr^r lebten Nummern veröffentlicht, entnehmeii wir.daß von den 6833 neuen Werken, bie inu verflossenen Jahre m Italien er­schienen sind, 12 in deutscher Sprack-e gedruckt wurden, »vahrmd 85 in französischer und 31 in englischer Sprache erüfnenen. Au beut Gebiet der lieber|ejungen aus fremden .sprachen steht Deutschland mit 82 Werkeii an zweiter stelle, Frankreich ist chm mit 220 weit voraus, Enalcuid folgt mit 60 Uebersetzungen in beträchtlichem Abstande. Unter den französischen und eng­lischen Uebersetzungen übenmegt die Untcrhaltungsliteratur, wah­rend sich unter den Uebersetzungen aus dem -peiiftchen fast aussMieß- wissenschaftliche Werke, .meist philosophischen imb Philologi­schen Inhalts befmbeiL

Ein italienisches Tristan-Drama. Aus M>m wird berichtet: Tie Tristansage hat mm auch einen italienischen Bearbeiter gesunden: Ettore Moschino hat s^ebrn em Drama Tristan und Isolde" vollendet, das in den nach!ten Wochen in Rom im Argentina-Theater seine Uraufführung erleben wird. Dee llalieiiische Dichter hat. verschiedene alte Quellen benutzt auch er geht von der Moerfahrt aus, auf der der Liebestrank Tristan und Isolde aneinanberfettet, aber sem Drama weicht ^ vielem von der Behandlung ab, bie Wagner und andere Be-

dium gesandten Schriftstück vom 21. Juli Stcnntniö, dm> die schwersten Beleidigungen des Amtes ent­hielt und zur Aufwerfung der Frage nötigte, ob Herr Hall strafverfolgbar oder unzurechnungsfähig sei. Der -^orwurs, daß das Auswärtige Amt noch 5 Wochen nach Kenntnis dieses Schreibens von der Verhandlungsfähigkett des Hermr Haß überzeugt gewesen sei und erst nachher, als die Sache immer unangenehmer wurde, sein Versprechen gebrochen habe, ist ganz haltlos. Die Eingabe enthält gegen das Amt die gröbsten Beschuldigungen, wie Rechtsbeugung, pflichtwidrigen Verhaltens, des Justizmordes bewußt, straf­fälliger Handlungen usw. Die Schmähungen gipfeln in den Worten:Entweder Sie oder ich gehöre n nach Moabit." Darauf ist ein ärztliches Gutachten eingefor­dert worden. Das Gutachten kam zu deni Ergebnis: Ty- pischerQue rulanten wahn, Gemein gefährlich!- Auf das Gutachten schloß zunächst naturgemäß das Lllis- wärtige Amt jedes weitere Verhandeln mit Haß aus. Aus alledem ergibt sich, daß der gegen das Auswärtige Amt geschleuderte Vorwurf der gewaltsamen Mundtotmachnng ein es unbequemen Mannes ganz und gar grundlos ist.

Nr. 13 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 17. Januar 1010

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m IxJr politischen Teil: August

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