Erhöhung des Zinkpreises mit 7,60 Mk. die Tonne.
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Amtlicher Wetterbericht.
WetterauSsichten in Hessen am Dienstag dem 11. Oktober 1910: Zeitweise heiter, Morgennebel, trocken, mild.
Engi. Paletots, Frauen-Paletots, Backfisch-Paletots und Kostümen, Kostüm-Röcken und Blusen zu auffallend billigen Preisen
LustschWahrt.
FlugplatzJohannisthal,9. Ott. Bei schönem Wetter begann heute die Berliner Flug woche. In Gegen- Xoait eines zahlreichen Publikums fanden fünf Aufstiege statt.
München, 10, Ott. „P. 6" will bei günstigem Wetter Heute mittag die Fahrt nach Berlin mit .Stationen in Wauen und Bitterfeld antreten.
Petersburg, 9. Ott. Der Luftballon „Treugolnik", der vorgestern nachmittag im hiesigen Aerodrom aufgestiegen war, ist nach 23 stündigem Fluge 200 Werft östlich von Saratow gelandet. Die höchst erreichte Höhe betrug 6 4 00 Meter.
Newyork, 9. Ott. Der Zeitungsverleger Mearst hat für einen Flug von 23ofton oder Newyork nach San Fran- cisko oder Los Angeles oder umgekehrt einen Preis von .50 000 Dollars gestiftet.
hausen, wo es mit der dortigen Schuljugend zu hitzigen Gv- fochten kam. Dabei gab der Pistolenschütze einem jüngeren Knaben seine Flobertpistole mit der Weisung, fest dranf zu schießen Der Kleine tat es und traf dabei einen Jungen ins Auge. Der Verletzte wurde in die Klinik nach Gießen gebracht.
Homburg v. d. H., 9. Okt. Der Zar traf mit seinen Töchtern heute vormittag IO1/, Uhr hier ein und wurde vor der russischen Kirche von der Kronprinzessin von Griechenland und ihrem ältesten Sohne, die von Schloß FriedrichShof gekommen waren,, begrüßt. Die Herrschaften wohnten sodann dem Gottesdienst in der russischen Kapelle bei und fuhren kurz nach ll1^ Uhr gemeinsam nach Schloß FriedrichShof bei Cronberg. Dort trafen sie kurz vor 12 Uhr ein. Nach kurzem Spaziergange im Walde am Fuße des Altkönigs 'fand Mittagstafel statt. Um 2x/a Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Friedberg.
Waldbrände in Amerita.
Große Waldbrände wüten wieder in den vereinigten Staaten von Amerika, und wie die neuesten Nachrichten besagen, .sind dabei viele Menschen nmgekommen.
In Newyork ist die Meldung eingetrvffen, daß ein Wald- brand den 1500 .Einwohner zählenden Ort.Beaudettezer-
Außer der Ortschaft Beau bette ist auch die Ortschaft Sv von er durch einen Waldbrand in Minnesota zerstört worden. Viele Personen sind umgekommen Verbrannte Leichen liegen längs der Bahnlinie. Der Schaden bettägt mehrere Millionen Dollars.
Vermischter.
*DerUeberfalleinesEisenbahnzuVes wird -'aus Eagliari auf Sardinien gemeldet. Eine bewaffnete
Hander.
# Häuteversteigerung in Siegen. Schlachtung ohne Horn und Schweifbein. Rote Ochsen häute über 100 Pfund 60V, Psg., zwischen 80 und 100 Pfund 61 Pfg^ zwischen 70 und 80 Pfund 6G/, Pfg., unter 70 Pfund 561/, Pfg- Kuhhäute bis 60 Pfund 58 Pfg,, von 60 bis 70 Pfund 59 Pfg-, über 75 Pfund 60V, Pfg. Kuhhäute mit Engerlingen 44 Pfg. Stierhäute über 90 Pfund 49 Pfg., unter 90 Pfd. 50 Pfg. Rind- häute bis 55 Pfd. 61V, Pfg., über 55 Pfund 61 Pfg. Rindhaute mit Engerlingen 45 Pfg.
# Der Zinkhütten-Verband beschloß eine weitere
* Russische Grenzposten als Banditen. Von der schlesisc^gattzischen Grenze wird gemeldet: Drei bewaffnete russische Grenzposten kamen in dem polnischen Orte Brody an, besuchten ein Lokal, in dem nur die Schankwirtin und das Dienstmädchen anwesend waren und bedrohten die Frau mit dem Tode, wemt sie chnen nicht ihr gesamtes Geld Herausgabe. Das Dienstmädchen konnte die Gewehre der Gäste an sich nehmen und die Polizei rufen. Es entstand ein furchtbarer Kampf, ^ließlich wurden die Russen überwältigt ünd verhaftet.
* Ein weiblich er Mönch. Im Gouvernement Moskau wurde ein Mönch verhaftet, der durch sein Aeußeres verdächtig erschien Die ärztliche Untersuchung stellte fest, daß dieser Mönch ein Weib war, das 18 Jahre im Sselowetzki-Kloster zugebracht hatte. Die Verhaftete verweigerte jede Auskunft. Es ist bereits ein Prozeß gegen das Kloster angestrengt worden, Lessen schlechter Ruf schon mehrfach bekannt war.
* Journalistische Fixigkeit. Die B. Z. am Mittag veröffentlichte am Mtttwoch Nachrichten aus Portugal als „Funkentelegramm unseres Korrespondenten". Dazu schreibt die Vossische Zeitung: Heiteres aus der Zeitungswelt. „Ich bin von Lissabon hierher gefahren, um Ihnen durch drahtlose Telegraphie den Ausbruch der Revolution in Portugal zu melden." Mit diesen Worten beginnt eine fettgedruckte Meldung eines Mittagsblattes. Me Ueberschrift lautet: „Funkentelegramm unseres Korrespondenten." Dem Ursprungsotte dieses „Funkentelegramms" verleiht das Blatt den Phantastenamen „Santa Maria della Mar". Der Verfasser des „Telegramms" hatte wohl vorher eine Wolffmeldung in die Hand bekommen, aus der zu ersehen war, daß der vor Lissabon liegende Dampfer Cap Blaneo ein Funkentelegramm nach der französischen Funkenstation im Golf von Sainte Marie de la Mer .abgeschictt hotte. Die Entfernung zwischen Lissabon und diesem Golf beträgt in der Luftlinie etwa 1200 km. In der Eile des Gefechts ließ der Verfasser den „Korrespondenten nach dem süd- ftanzösischen Golf fahren, den er aber schnell in ein angeblich portugiesisches „Santa Maria della Mar", das es nicht gibt, umraufte. So kam ein „echtes und dirett aus Portugal stammendes Funkentelegramm" auf dem Redaktionsttsche zustande. — Im Lichte dieser Aufklärung nehmen sich einzelne Teile des Telegramms sehr nett aus. Es heißt da u. a.: „Mtt der Eisenbahn die Stadt zu verlassen, war unmöglich. Unter den größten Schwierigkeiten fand ich meinen Weg nach dem Hafen. Da lagen Boote, aber überall wurde der Fremde mit Mißtrauen behandelt. Die Bootsführer weigerten sich zu fahren. Sie mochten auch in Sorge um ihr Leben sein, denn Barkassen mit Matrosen der Kriegsmarine patroulllierten überall und es war nicht abzusehen, welche Haltung sie annehmen würden. Endlich gelang es mir, durch ein reichliches Geldgeschenk den Besitzer eines Keinen Seebootes zu besttmmen, mich nach dem Dampfer Capo Blaneo zu bringen. Wir erreichten den Hafen von SantaMariaundhierbinichinderLagedieMar- conistation zu benutzen. . . Während ich hier im Telegraphenamt stehe, dröhnt der dumpfe Donner der Geschütze herüber.,
kleine TageschronLk.
Bei der letzten ,E arme -Ausführung in München hat sich Caruso in der Schlußszene eine nicht unbedeutende Knieoerletzung zugezogen.
Am Sonntag nachmittag entgleisten auf dem Bahnhof Grieben — Strecke Kleinen-Lübeck — die drei letzten Wagen des D-Zuges 4 (Stettin-Hamburg). Zwei Passagiere erlitten leichte Hautabschürfungen. Die Verletztes konnten die Reise fortsetzen. Die Gleisunterbrechung dauerte sechs Stunden. Der Verkehr wurde durch llmsteigen ausrechterhalten.
Sxoet.
N. Mainz, 8, Ott. Sport in hessischen Schulen.
Wie wir Vorganges Jahr mitteitten, stifteten die Schüler des Mainzer Realgymnasiums einen Wanderpreis (Dis- 'tuSroerfer des Myron) für die besten turnerischen Leistungen, her dieses Jahr zum zweiten Male zum Austrag kam. Damals beteiligten sich die beiden Obersekundas und die Unterprima an den Wettkämpfen; diesmal nahmen im ganzen 10 Klassen an dem Preisspiele teil, und zwar von der Oberprima herab bis zur diniert ertia. Das Wettspiel, das sich vergangens Jahr aus Schlag- chall ohne Einschenker und Eckbotenwettlaus zusammensetzte, war nunmehr dahin geändert worden, daß für Eilbotenwettlauf Ger- weitwerfen und Kugelschocken eintrat. Dabei zählten der Oberprima ein Wurf von 20 Metern 10 Punkte als Höchstwurf, jeder nächst minderen Klasse 18i/3 m, 17 m, 15i/3 m usw. ebenfalls 10 Punkte, «so daß der Untertertia mit 12Vs Metern als Höchstwurf ebenfalls 110 Punkte angercchnet wurden. Bei der großen Anzahl der beteiligten Klassen erstteckten sich die Wettkänrpfe auf einige Wochen In dem gestrigen Entscheidungskampfe standen sich nun die Untertertia und die Siegermannschaft des letzten Jahres, die in den Vorkämpfen dreimal siegreich war, gegenüber, und es gelang letzterer, einen in allen Tnlen überlegenen, glänzenden Sieg zu ergingen und den schmucken Preis zum zwecken Male davonzutragen.
Räuberbande brachte in der Whe des Dähckhofs' llfsarttiV einen Zug mr Entgleisung, in dem ein Beamter der Bahn mit Geld zur Entlohnung des Eisenbahnpersonals saß Den Räubern sielen nur etwa 5000 Lire zur Beute, da der größte Teil des Geldes ausgezcchlt war. Das Zugpersonal blieb unverletzt.
Griginar-DrahtmeLdungem
Die Vorgänge in Portugal.
Paris, 10. Ott. Bei der portugiesischen Revolution kamen nach hierher gelangten Mitteilungen drei französische Staatsangehörige ums Leben.
Lissabon, 10. Ott. Der König hat nur ein ganz geringes Privatvermögen und der Herzog von Oporto ist ganz ohne Mittel. Bei seiner Einschsisung war er im Besitz von 200 Franken, außer denen er nach, seiner eigenen Aussage nichts besitzt.
m. Friedberg, 10. Okt. (Privattelegramm.) Die Untersuchung des Attentates auf die hiesige Reichsbanknebenstelle nimmt ihren Fortgang. Heute nahmen Landgerichtsrat Wehner, Oberstaatsanwalt Lang und Polizeikommissar Weiß eine Ortsbesichtigung vor, an die sich eine Zeugenvernehmung anschloß.. Hierzu waren außer dem Bankvorstand Meier, die Frau des Kassenboten Lange und die Büglerin Heimbuy geladen, die dem Wingeß auf der Treppe beaegnet war. — Aus das Gerücht hin, daß Werner tunt 11 Uhr hier eintreffe, hatte sich eine große Menschenmenge an dem Bahnhofe eingefunden, die natürlich vergebens harrte.
München, 10. Okt. Das Luftschiff P. 6 ist heute früh 91/2 Uhr Ku einer Fahrt nach Bitterfeld und Berlin aufgestiegen.
Hamburg; 9. Ott. In ihrer heutigen Versammlung beschlossen die Werftarbeiter mck 1678 gegen 1475 Stimmen die Arbeit am Montag wieder aufzunehmen. Auch das andere Orten wird das Ende der Lohnbewegung in der Metallindustrie gemeldet.
Paris, 10. Okt. Die! sozialistische Partei erläßt einen Aufruf gegen die Lebensmittelteuerung, in dem u. a. die Aufhebung der Lebensmittelzölle und die Fest--' setzung der Preise der wichtigsten Lebensmittel von Staats wegen verlangt wird.
Barcelona, 10. Ott. Gestern begaben sich tzahl- reiche Demonstranten auf den Friedhof, um am Grab ei Ferrers einen K r a n K niederzulegen. Es kam zu Ruhestörungen, worauf die Polizei die Menge zerstreute.
Konstantinopel, 9. Ott. Einer Blättermeldung zufolge beschlagnahmten die türkischen Behörden xri Tripolis auf dem italienischen .Dampfer ,Moma" eine Menge Waffen und Munition.
Konstantinopel, 9. Ott. Aus Anlaß des Bairamfestes begnadigte b er Sultan etwa 70 der roegeg der Gemetzel in Mana Verurteilten.
Barrow in Furneß, 9. Ott. Durch einen Brand aus der hiesigen Werft von Vickers Sons and Maxin wurden außer anderen Gebäuden auch die SchiffS- maschinenbaubureaus mit vielen wertvollen Zeichnungen und Plänen vernichtet. Der Schaden wird auf 20 bi? 30 000 Pfund Sterling geschätzt.
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