Ausgabe 
10.5.1910 Erstes Blatt
 
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fcn Republikanern (Progressisten), '49 Konservativen,, 9 Natwna- liftcn und 41 katholischen Republikanern zusammen, etzen. Zwei Wahlresultate sind noch ausständig. _ ,

Eine vom Ministerium des Inner n ausgegcbene Mit­teilung beziffert die Zahl der gewählten Radikalen, wzialistrsch Radikalen, Links-Republikaner und Unabhängigen Sozialisten auf 370. Diese vier Parteigruppen werden onenbar als die runs- tige Regierungsmehrheit angesehen, welcher nach der amtlichen Zusammenstellung 2 2 2 o P v o s i t io n e l l e + e p u - tierte (74 Geeinigte Sozialisten, < 1 Komervative, 1 / .«.atwna- listen und 59 Gemäßigte Republikaner oder Progressiven) gege^ überstehen. Damit würde d<e neue Kammer im großen und ganzen einen ähnlichen politischen Charakter tragen wie die bis- herigc.__________________ _______

Die Wahlen in Spanien.

Madrid, 9. Mai. Nach den bis 8 Uhr früh vorliegenden W a h l e r g e b n i s s en sind gewählt: 44 Konservative, 114 Libe­rale, 48 Republikaner, 1 Sozialist, 10 Karlisten, 2 Unabhängige, 6 Regionalistcn. Die sozialistisch-republikanische Union siegte in Madrid nach einer zuverlässigen Meldung mit nahezu elftausend, nach den im MinisterLm des Innern vorliegenden Ziffern nut neuntausend Stimmen. Unter den Gewählten befinden sich der Führer der Liberalen Moret, der Führer der Konservativen Maura, der Untcrrichtsministcr Gras Ramanones, der Bürger­meister von Madrid Francos Rodriguez, die Führer der republika­nischen Partei Melquie des Alvarez, Solp Ortega, Lerroux, der Schriftsteller Perez Galdos sowie der Führer der sozialistischen Partei Pablo Iglesias. Tie Führer der katalanischeii Vereinigung unterlagen: dies bedeutet für die Partei eine schwere Niederlage.

Die Zeitungen heben mit Befriedigung den ruhigen Ver­laus der Wahlen hervor und stellen das beträchtliche Anwachsen der republikanischen Stimmen, sowie das erste Erscheinen eines Sozialisten in der Deputiertenkammer fest. DerLiberal" meint, es sei gestern ein großer Schritt vorwärts getan worden, der jede Reaktion unmöglich mache.El Pais" schreibt, der gestrige Tag beweise, daß das spanische Volk der Freiheit würdig und im Stande sei, sie zu erobern.

Aus Hessen.

Zur Kandidatur desProfessorsvanCalker f'tn Wahlkreis Friedberg-Büdingen schreibt der uationalliberaleDarmst. Tägl. Anz.": Dr. jur. Friedrich van Calker ist ordentlicher Professor an der Universität in Straßburg und politisch als ein einiges und treues Mit­glied der natl. Partei bekannt. Er gehört ihrem Zentral- ausschusse in Berlin an. Friedrich van Calker ist am 24. Oft. 1864 zu Wesel geboren und verheiratet seit 1891 mit Luise, geb. Schindler. Er wuchs in Lindau am Bodensee auf, besuchte das Gymnasium in Kempten im Allgäu, studierte in Freiburg i. B., München und Berlin, promovierte 1888 in München und habilitierte sich 1891 in Halle, wo er Vor­lesungen über Strafrecht, Prozeßrecht, internationales Privatrecht und Militärstrafrecht hielt. 1896 wurde er nach Straßburg berufen und im gleichen Jahre dort zum Ordi­narius für Strafrecht, Strafprozeß- und Zivilprozeßrecht ernannt. 1902 wurde er als Mitglied in die Kommission für die Revision der Strafprozeßordnung und in die Kom­mission für die Vorbereitung der Revision des Strafrechts berufen. Er veröffentlichte:Das Recht des Militärs zum administrativen Waffengebrauch" 1887,Die strafrechtliche Verantwortlichkeit für auf Befehl begangene Handlungen" 1891,Die Delikte gegen das Urheberrecht" 1895,Straf­recht und Ethik" 1897,Politik als Wissenschaft" 1899,Ver­geltungsidee und Zweckgcdanke im System der Freiheits­strafen" 1899,Ethische Werte im Strafrecht" 1904.

Sparsamkei t". Wir erhalten aus Gießen folgende bemerkenswerte Zuschrift:

Zu dem in der gestrigen Nummer erschienenen Ar­tikelSparsamkeit im hessischen Staate" möchte ich auf eine Einrichtung am hiesigen Gerichte aufmerksam machen, die im heutigen Zeitalter als ein rechtes Schildbürgcrstück- lein anmutet.

Also lieber Leser, hast du vom hiesigen Gerichte mal eine Benachrichtigung in eigener Angelegenheit zu er­halten, sei es in Erbschafts-, Grundstücks- oder sonstigen Sack)cn, so bekommst du diese nicht etwa durch die Post, sondern die Beförderung übernimmt der Gerichtsdiener, der für diesen Gang sage und schreibe 20 Pfg. zu fordern hat. Erhältst du aber mehrere solcher Benachrichtigungen, hie sämtlich auf einmal zugestellt werden, so werden dafür nicht etwa 20 Pfg., sondern jedesmal 20 Pfg., also bei 10 Schriftstücken 2 Ml., erhoben. Weigere dich aber nicht, diese Kbsten zu bezahlen, mit dem Gericht ist nicht zu spaßen, du hast sofort Den Gerichtsvollzieher im Nacken, und die Sache wird dann erst recht teuer. Durch die Post hättest du alle 10 Benachrichtigungen für 5 Pfg. erhalten!

Ein derartiges Verfahren leistet sich heutzutage eine Behörde, wo alles auf Sparsamkeit hinzielt, und wo der Staatsbürger schon durch immer neue Steuern über Ge­bühr belastet ist. Es luärc doch die höchste Zeit, daß dieser alte Zopf endlich ab geschnitten wird, der dem jetzigen Verkehrsleben durchaus nicht entspricht. x.

ava sand ein Kampf statt, dessen Ausgang noch unbe = annt ist.

Aus Canea wird gemeldet: Die Nationalversamm- n n g wurde heute im Namen des Königs von Griechenland durch en Präsidenten der provisorischen Regierung Seoulmidis eröffnet. )ei der Nennung des Königs von Griechenland brachen die christ- ichen Mitglieder der Versammlung und die Zuschauer in stür­mische .Hochrufe auf die Vereinigung Kretas mit Griechenland aus, während die muhammedanischcn Mitglieder inen schriftlichen Widerspruch einbrachten. Nachdem sodann der Zräsident der Nationalversammlung Michaledakis die Versamm- ung aufgefordert hatte, durch ihren Eid auf den König von Griechenland ihren früheren Beschluß über die Einverleibung bretas von neuem zu bekräftigen, erfolgte unter stürmischen Bei- allskundgebungen die Eidesleistung.

Aus Stadt und Land.

Deutsches Acich.

Die Reise des Bud g e t au s s ch uss e s des Reichs­tages in das rheinisch-westfälische Industriegebiet wurde abermals verschoben. Nach den einstweiligen Anordnungen soll die Reise jetzt kurz vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages im Herbst stattfinden.

Aus Berlin wird berichtet: Die seit langer Zeit schwebenden Tarifverhandlungen zwischen Arbeit­gebern und Arbeitnehmern im Baugewerbe stehen dicht vor der Entscheidung.

Zur Erörterung der deutsch-französischen Handelsbeziehungen ist der Wirtschaftliche Ausschuß auf den 20. Mai zusammenberufen worden.

Austano.

Aus Wien wird gemeldet: Der Kaiser beschloß, Bos­nien und die Herzegowina zu besuchen. Die Reise erfolgt Ende Mai, anschließend an den Budapester Aufenthalt des Kaisers. In Serajewo ist ein dreitägiger, in Mostar ein kurzer Aufenthalt beabsichtigt. Die gemeinsamen Minister, sowie die beiden Ministerpräsidenten, begleiten den Monarchen.

Im deutschen Hause zu Brüssel fand am Montag nach­mittag ein Empfang der d c u t s ch e n K o l o n i e durch den Reichs- kommissar Albert urth den Vorsitzenden des deutschen Komitees, Geheimen Kommerzienrat Ravens statt. Etwa 500 in Brüssel ansässige Deutsche hatten der Einladung Folge geleistet. In allen Kreisen dcS Deutschtums, herrscht die äußerste und lebhafteste Genugtuung über den großen Erfolg der deutschen Abteilung.

Aus Stockholm wird berichtet: Theodore Roose­velt mit seiner Familie ist am Montag vormittag über Trelle- borg und Saßnitz nach B e r l i n a b g e r ei st. Bei der Abfahrt brachte der Kronprinzrcgent ein hoch auf Roosevelt aus. Außer­dem waren auf dem Bahnhofe iroch anwesend: der Herzog von Soedermanland, der Ministerpräsident, der Minister des Aeußern, der amerikanische Gesandte, der deutsche Gesandte und Sven von hedin.

Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel be­setzten die Truppen, die aus Preschnovo aufgebrochen sind, das Plateau von Kara-Dag h. Auf den höhen des Anol-

" Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den von dem Senior der Steinfurther Linie der Freiherren Löw von und zu Steinfurth, Geh. Negierungsrat Freiherrn Erwin Löw von und zu Steinfurth auf die evang. Pfarrstelle zu Rodheun präsentierten Pfarrer Rud. Schlosser zu Darm­stadt, seither Vereinsgeistlicher des Hessischen Landesoereins für Innere Mission, für diese Stelle bestätigt.

* Ordensangelegenheit. Der König von Preußen hat dem Oberlt. Nie dese l Freiherrn zu Eisen bach im 1. Garde-Rcgt. zu Fuß die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes 2. Klasse des Großh. Sächsischen Hausordens der Wachsamkeit oder zum weißen Falken verliehen.

* * Pastor Lindenborn f. Dem seit seiner Ver­setzung in den Ruhestand hier wohnenden früheren Pfarrer Der Gemeinden Odenhausen a. d. L. und Salzböden, der am himmelsahrttage zu Jüterbog gestorben ist, widmet das Presbyterium seiner früheren Gemeinden, in denen er mehr als 30 Fahre tätig war, einen herzlichen Nachruf. Die Beerdigung fand am Sonntag zu O d e n h au sen statt.

* * Staats Minister a. D. v. Hofmann t- In Berlin starb gestern in seiner Wohnung, Knesebeckstr. 32, der Staatsminister a. D. Karl v. Hofmann, der am 24. November 1827 in Darmstadt geboren war. Hofmann er wurde erst später geadelt war früher int hessischen Staatsdienst; von 1867 bis 1872 war er Gesandter in Berlin und wurde dann Staatsminister, als lvelcher er die Ver­waltungsreform, sowie die Neuregelung der Schul- und kirchlichen Gesetzgebuna im liberalen Sinne dnrchsührte. 1876 trat er als Präsident oes Reichskanzleramtes in den Reichs- dienft über, 1879 wurde er preußischer Handelsminister und ein Fahr später Staatssekretär in der elsaß-lothringischen Regierung, bis er 1887 in den Ruhestand trat. Mit ihm ist ein Staatsmann hingegangen, der in allen seinen Stellun­gen sich durch Umsicht und Tatkraft auszeichnete und am Ausbau des Deutschen Reiches wesentlichen Antell halte.

* * Reichs bank Gießen. Der Vorsteher der hie­sigen Reichsbanknebettstelle, Kaiserliche Bankvorstand Dr. jur. Bernhard, ist zum 21. Juni unter Beförderung zum interimistischen 2. Vorstaitdsbeamten an die Reichsbankstelle in Oppeln versetzt worden. Herr Dr. Bernhard hat es verstanden, in der kurzen Zeit seines Hierseins (seit 20. Juni 1905), sich mcht nur beim Publikum und seinen Beamten beliebt zu machen, sondern auch den Geschäftsverkehr in ganz ungeahnter Weise zu heben. An seine Stelle ist der Kais. Bankvorstand Otto aus Könitz hierher versetzt worden.

"Eine Sitzung des Provinzial-Ansschusses sindet am Mittwoch vormittag 1/29 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bürgermeisterwähl zu Butz- bach; hier: UrteilSverkündigung. 2. Beschwerde des Hermann Schmalz zu Hungen gegen die Versagung des Ortsbürgerrechts. 3. Gesuch des Johannes Schott zu Berns­feld um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. 4. Schulhaus-Neubau Hungen. 5. Antrag auf Ueber- weisung der Invalidenrente des Geisteskranken Louis Orth IV. von Nidda. 6. Klage des Ortsarmenverbandes Frank­furt a. M. gegen den Ortsarmenverband Hitzkirchen wegen Unterstützung der Elisabeth Volz.

* * Zusammen stell bare Fahrplanhefte. Am 1. Mai ist ein neues Fahrschein Verzeichnis für zusammenstellbare Fahrscheinhefte herausgegeben worden. Seither wurden Fahrscheinhefte für Reisen, Die nicht nach dem Ausgangsort zurucksuhr^en, nur innerhalb Deutschlands ausgegeben, ab 1. Mai können diese auch nach Oesterreich- Ungarn, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien, Dänemark und Sck)weden ausgestellt werden. Es werben auch Hefte ausgegeben, die sich aus einfachen Fahrten in Verbindung mit Hui- und Rluksahrten oder Rundreisen Kusammensetzen. Die Gültigkeitsdauer ist die gleicye wie für die allgemein betannten Rundreisehefte.

* * Keine Gesahr. Wie uns von Augenzeugen be­richtet wird, bestand bei der Rettung des Kindes aus der Lahn für den Retter keinerlei Lebensgefahr, well die Lahn an Der Stelle nur etwa 1 Meter lies ist Auch Walldorf befand sich in feiner Gefahr, Denn er sprang erst herbei und stand nur mit einem Fuß im Wasser, als er dem Reuscyling, Der das Kind hakte, die Hand reichte und ihm heraus half.

"Postoeförderungs-Gelegenheiten in Gießen. Nach dem Fahrplan 1910. Folgende Züge werden zur Post- beförderung benutzt. (Es bedeuten: ® Beförderung von Send­ungen jeder Art, nur Beförderung von Briefen, ®# nur Be­förderung von Paketen, + Beförderung von Briefen in geschlossenen Beuteln, () Benutzung nur an Werktagen ; alle nicht mit -j- und(> bezeichneten Züge führen Bahnposten mit Briefkasten).

a) Richtung nach Frankfurt (Alain):

247#, 459Q, 6 3, 6N-s-, 810Q, 104#, 102«##, 123-s-, 12io#, ~ 217#, 52#, 554#, 615##, 7^#, 816#, 914#, 021#.

b) Richtung nach Kassel:

12370, V8##, l5i#, 4°#, 716#, 818#, (10ie#), 12 5#, iso#, 3203#, - "32#; 5 6#, 81#, 9^0, 11450.

c) Richtung nach Köln:

422+, 647#, 817 D, (12äo#i, (3«+), OH#, lOJJ-J-.

d) Richtung nach Koblenz:

422#, 68#, 8io#, 1210#, (ö<+), 556-|-, 918#

Gießen, 10. Mai 1910.

** Tageskalender für Dienstag, 10. Mai. Konzert- aerein: Dritter Karn rnerrnusikabcnd, abends 7*/8 Uhr in der neuen Aula.

*

Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Königs Eduard VII. von Großbritannien und Irland ist auf Befehl des Großherzogs eine Hoftrauer vom 7. bis zum 27. Mai einschließlich angeordnet worden. Die Damen er­scheinen in schwarzen seidenen Kleidern und zwar bis zum 15. Mai mit schwarzem Kopfputz und schwarzen Handschuhen, oon da ab mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm, außerdem bis zum 15. Mai schwarze Hand-

e) Richtung nach Fulda:

547#, 8114-, (125#), (2i*+), (3"+), (5»+), 9-2».

f) Richtung nach Gelnhausen: 544#, (818-I-), (12S4#), 5-i», (8£+).

g) Richtung nach Lollar Grünberg: 521#, (23#).

h) Richtung nach R 0 dheim (Bieber): (5_2#), 715#, (12-3®), (G^»)-

i) Landp 0 sten:

1. nach WieseckAlten°B us eck: 6i&# (Sonntags Botenpostf, (8-30-H, (320#), (615 +).

2. , Krofdorf: 715# (Sonntags Botenpostj, (550#).

3. , S t ei n b e rg G n i ng e n: (845).

4. Lützellinden: 755# (Sonntags Botenpostf, (48°).

Beim Postamt 1 treten die Schlußzcitcn int allgemeinen ein: für gewöhnliche Brieffeiidungen 1020 Minuten, für Einschreib­briefe 2530 Min., für Wertbriefe und Pakete 3060 Min. vor Abgang der Züge.

Tie Stadtbriefkasten werden geleert:

Werktags zwischen 5£2 und 645 B., 8i° und 920 V., 1016 und Ilio V., 1115 und 12'5 Milt., 245 und 355 N., 5*o und 622 91., 622 und 80. N., 922 und 1022 N.

Sonntags zwischen 522 u. 65o 23., IO30 und ll35 83., 7 0. und 822 N. Genaueres ergeben die Leerungstaseln an den Briefkasten.

Die eingesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Beför­derungsgelegenheit zur Absendung.

Vorn Postamt 2 (Schulstraße) gehen Versande nach dem Post- aint 1 und dem Bahnhof ab:

An Werktagen: 9is V.'), 11'5 V., 12bo N., iss N.'), 2« 9t»), 415 91, 5-2 N.'), 555 91., 655 N., 750 91, 8« N.

An Sonn- und Feiertagen: 9" 23., 1245 N*)., I43 N.

*) Nur Briekpost

Tke Schlußzeiten treten ein für gewöhnliche Briefe 5 Min., für Einschreibbriefe 15 Min., für Wertbriefe und Pakete 30 bis 40 Alin, vor Abgang der Versande.

Wieseck, 9. Mai. In der Generalversamm­lung des hiesigen K 0 n s u m v e r e i n s, die am Samstag abend in das Lokal des Herrn Gustav Schneider berufen worden war, erfolgte unter Zugrundelegung der gewöhn­lichen durch das Statut bestimmten Tagesordnung Die Rechnungsablage für 1909. Darnach hat die Genossenschaft recht günstig abgeschnitten. Die Einnahme beträgt 126 357 Mark 52 Pf., die Ausgabe 117199 Mark 51 Pf., so daß am Schlüsse Des Geschäftsjahres ein Kassevorrat von 9158 Mark 1 Pf. verblieb. Der Reingewinn weist 9780 Mark 51 Pf. aus, so daß abermals eine Di D i Den D c von 8Proz. verteilt wird und außerdem die Betriebsrücklage noch einige Hundert Mark erhalt. Ta ein Einwand nicht erfolgte, so genehmigte man die ordnungsmäßig gestellte und ge­prüfte Rechnung und erteilte dem Vorstand Entlastung.

== Grünberg, 9. Mai. Auf eine Eingabe des Turn­vereins Grünberg an die Verwaltung der BürbachLich- - Grünberger Eisenbahn wegen des Bahnverkehrs am Gau- turn feste zeigte diese sehr großes Entgegeutommen. Es soll den Veremen, die aus der Richtung Nidda mit dem Zug 9.13 in Lich eintreffen, hier Anschluß durch die Nebenbahn, geboten werden, indem der Zug LichGrünberg am frag­lichen Tage, Sonntag 3. Juli, Lich erst um 9.20 verläßt. Desgleichen soll auf besonderen Wunsch anschließend an den 11.16 in Lich eintreffenden Zug aus der Richtung Nidda ein Sonderzug gelegt werden, und zwar Lich ab 11.30, Gründ er g an 12.30. Dieser Zug Dürfte neben Turnvereinen besonders der an der Bahnstrecke gelegenen Bevölkerung sehr gelegen fein. Endlich soll Der Ävendzug Grünberg ab 8.21, Lichf an 9.05 an Diesem Täge mit Rücksicht auf die an der Teilstrecke Lick>Butzbach gelegenen Vereine bis zur Endstation Butzbach durchgefilhrt werden. Auf eine Eingabe an die Staatsbahn um Einlegung von Sondcr- zügen wurde vorläufig Der Bescheid, daß vorerst Erhebungen angestellt würden, nach deren Abschluß weitere Mllleilung folgen würde.

A Grün berg, 9. Mai. Der Kriegervcreinsbczirk hielt gestern in Merlau seinen Bezirkstag ab, bei dem die 21 Aereme vertreten waren. Bei Besprechiing dec Anträge für den Hassiatag in Offenbach ivurde Bezirksdorstcher Nauft- Grünberg als Vertreter unb Bürgermeister Scheld-Lmdenslruth als Stellvertreter gewählt. Das Ehrcudiploui für 25jährige ehrenamtliche Tätigkeit als VorsiandSmitglicb erhielt Schmiede- meister Werner au3 Obcnhanseu, der Niitglieb im Verein' Kessclbach ist.

P. Schlitz, 9. Mai. Trotzdem der K a i j c r b c s u ch ab­gesagt war, brachte der Sonntag einen recht lebhaften! Fremdenverkehr. In viele Orte war die Künde noch nicht gedrungen unb man tonnte morgens früh besonders viele Fremde aus den benachbarten preußischen Orlen tomnien sehen. Tie Wirte unb Geschäftsleute haben trotzdem einen cmpfindlickun. Schaden erlitten. Mittags wurde im Guntrurn'schm Saale der Bezirkskriegertag abgehalten. Tie zweite jährliche Ver­sammlung soll in Pfordt anläßlich des 25 jährigen Jubiläum' des bärtigen Vereins im Herbst abgchalten werden. Das Bezirk?- kriegcrfeft findet am 10. unb 11. Juli in Reuters bei Lauterbach statt. Rechtsanwall Scheer, Der Vorsitzende des Lauterbacher S'riegerüerein, hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag überTie deutsche Flotte einst und jetzt". Es ist übrigens nunmehr schon das dritte Mal, daß der Kaiser infolge eines Sterbefalls einen vorgesehenen Besuch in Schlitz in letzten Stunde nicht ausführen konnte, bezw. vcrschiebeil mußte. Tas erste Mal war das der Fall, als Mollke starb, doch wurde einige Tage später der kaiserliche Besuch doch ausgeführt: das andere Mal unterblieb derselbe aber ganz, als Prinz Georg von Preußen starb und auch diesmal ist infolge des Ablebens.des Königs von England ein kaiserlicher Besuch in Schlitz in diesem Jahre nach sehr fraglich.

L. Friedberg, 9.^Moi. Durch die Verlegung unseres Güterbahnhofes nach dem Stadtteile Fauerbach und des Personen­bahnhofes nach dem Südende unserer Stadt werden die Straßen in der Umgebung des jetzigen .Bahnl)ofcs ganz verwaist sein. Nun soll aber auch unser 23 0 ft a m t nach dem neuen Personen­bahnhof verlegt werden, wodurch man eine Entwertung der Häuser des sellherigen Bahnhofsviertels befürchtet. Eine stark besucht,' Versammlung des Bürgervereins hat Den Vorstand ersucht, bei den betreffenden Behörden in Darmstadt vorstellig zu werden, das seitherige Hauptpostamt an feiner Stelle zu belassen und eine Filiale nach dem neuen Bahnhof zu verlegen.

E. C. Höchst a. M., 8. Mai. In der Nähe des Bahn- Hofes ivurde vor kurzer Zeit eine MilchverkaufSstelle eröffnet, die sich eines außerordentlich starken Zuspruchs seitens der Arbeiterschaft erfreut. Im Durchschnitt werden an Arbeiter 145 Liter Milch täglich verausgabt, ein erfreuliches Zeichen oon der Wirkung der Antialkoholbewegung in den arbeitenden Beoälkerungsschichten.

rm. Darmstadt, 9. Mui. Der Beirat für den P slan- z e n s ch u tz d i e n ft der Landwirtscbaftskammer hielt heute seine erste Sitzung ab, an der auch Landesökonomierat Müller und Prof. Gisevius teilnahmen. Zunächst fand eine Aussprache über die mit der neuen Organisation des Pflanzensckmtzdienstcs gemachten Erfahrungen statt, die im allgemeinen als gut bezeichnet werden. Hierbei kam der Wunsch zum Ausdruck, daß nicht zu viele Sammler angestellt und hauptsäck)lich solche ausgewählt werden, die ut den Ackcrbauschutcn vorgebildet sind. Der 5)auptwerl wird aus eine gute Instruktion zu legen fein. Nachmittags schloß sich eine Konserenz der Hessischen Landwirtschaftslehrer in ihrer Eigen­schaft als Vorsteher der Sammelstellen an. In lebhafter Aus- spache erfiärte man sich mit Den Beschlüssen des Beirates ein-